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Die Drachenherrin – Teil 02

ich weiß, ich bin verdammt spät dran. … aber besser spät, als nie …die 2008er Version mit kleinen Abwandlungen

Drachenherrin — Teil 2

Zwei Tage verbrachte ich in meinem Hort und träumte von dem frechen Burschen am See. Selbst die einfachsten Dinge verwechselte ich durch meine Sehnsucht. Dennoch zögerte ich ein erneutes Treffen hinaus. Was würde mir die Liebe zu diesem Sterblichen bringen? Zur Ablenkung räumte ich meinen Hort auf.

Tim ließ so viele Dinge zurück, dass ich sie noch immer nicht alle ordnen konnte.

Ein silberner Spiegel machte mich auf meine zerzausten Haare aufmerksam. Nachdenklich bürstete ich meine hüftlangen Haare und betrachtete mein Spiegelbild. Der Zauber meiner unnatürlichen Schönheit wirkte nicht auf mich, aber jeder Mensch verfiel der magischen Ausstrahlung. Schon oft empfand ich diesen Zauber, den Denysis mir zum Geschenk machte, als Last, gar als Fluch.

Diese Illusion war nicht mehr nötig, war es doch hinlänglich bekannt, dass Drachen generell in ansehnlicher Gestalt erscheinen.

Aber als mir Denysis dieses Geschenk machte, war ich eine schwache Menschenfrau, dankbar für jede Bereicherung des vergänglichen Daseins. »Eine dauerhafte Illusion muss man doch zumindest zeitweise bannen können?«, entfuhr es mir gedankenschwer.

Anmutig, und ruhigen Schrittes, wie es sich für eine Dame gehört, durchstreifte ich meinen Hort, blätterte in unzähligen Büchern, die weit verstreut lagerten, und noch immer nicht der Ordnung entsprachen, die ich anstrebte.

***

Am dritten Tag fand ich das seltene Buch „Über die tieferen Geheimnisse der Schule der Illusionen“.

Glücklich fiel ich auf einen bequemen Sessel und las, dass ein persönlicher Gegenstand des ursprünglichen Verursachers nötig war, um dauerhafte Illusionen zu bannen oder sonst irgendwie zu beeinflussen.

»Nun, liebste Denysis, du wirst mir sicher eine deiner wunderschönen Federn überlassen«, sprach ich in Gedanken und sprang auf, um meine Drachengestalt anzunehmen. Ich verbarg das Buch unter einer großen Schuppe und schoss pfeilschnell aus der Höhle. Auf der Spitze des Berges Nimboril nahm ich Platz und genoss die kräftigen Strahlen oberhalb der Nebelschwaden, die sich feige in den Tälern sammelten, um schon bald von einem neuen Tag vertrieben zu werden.

Voll überschwänglicher Freude griff ich mit meiner Vorderklaue eine einsame Ziege, die ängstlich auf einem Felsvorsprung kauerte und den Abstieg nicht wagte. »Komm flieg mit mir! Mutig stürzen wir uns von der hohen Klippe und segeln steil nach unten. Fühlst du den Wind unter den Flügeln? Die Luft ist stark — sie kann uns tragen. Langsam drehen wir bei, halten die Höhe und umkreisen die einsamen Bergspitzen. Einsam und kalt ragen sie aus den tiefen Wolken, unverrückbar und würdevoll.

Immer schneller rasen wir über sie hinweg — lassen sie hinter uns zurück.

Vor uns tut sich neues Land auf. Grüne, saftige Hügel, von vielen Bächen durchzogen. Steil geht es nach unten, schnell kommt der Boden näher und doch fallen wir nicht, sondern segeln knapp über dem Dach des Waldes. Riechst du die frische Morgenluft? Noch einmal schrauben wir uns hoch, hoch in die Luft und betrachten das weite Land unter uns.

In weiter Ferne am Horizont thronen die Berge, davor die grünen Hügel – und nun kommen saftige Wiesen und fruchtbare Felder.

Senkrecht stürzen wir zu Boden, drehen uns und genießen den Wind, der uns umspielt. Hörst du die Frösche quaken? Sie sitzen in ihren Tümpeln und begrüßen den neuen Tag! Wir kreisen und setzen zu einer sanften Landung an. Hat es dir gefallen, kleine Ziege?«

Als ich das Tier auf der Weide absetzte, knickten seine Vorderbeine ein.

Mit zitternden Hinterläufen meckerte es mich vorwurfsvoll an. Ich lachte. »Du wirst dich schon wieder erholen. Hier hast du viel saftiges Gras und keine Felsen stehen dir im Weg. «

Ohne mich länger mit dem kleinen Geschöpf zu befassen, spreizte ich meine silbernen Drachenflügel und stieß mich vom Boden ab. Es war sicher nicht leicht, Denysis in der unendlichen Weite der Welt zu finden, aber sie wollte in „ferne Länder“ reisen, also musste ich hier sicher nicht nach ihr suchen.

Doch dann wurde mir schmerzhaft bewusst, dass eine weite Reise auch viel Land zwischen mich und dem frechen Burschen am See bringen würde. Die letzten drei Tage waren eine Qual, mein Herz sehnte sich bereits sehr nach ihm. Kurzum entschloss ich meine Reise zu verschieben, um den Fischer noch einmal zu besuchen. Ich musste zurück zu den bewaldeten Hügeln.

***

Nervös klopfte ich gegen die Tür seiner Hütte, zupfte an meinem einfachen Kleid und sorgte mich um Äußerlichkeiten, die mir noch nie zuvor in den Sinn gekommen waren.

Er öffnete verwundert, dann wurde sein Blick finster. Mein Herz hüpfte vor Freude, ich lächelte ihn verlegen an und wollte gerade etwas sagen, als er mir ins Wort fiel. »Du willst mich wohl zum Narren halten!«

Verwundert schaute ich in an und schüttelte den Kopf. Aber er achtete nicht auf mich, sondern ging in seine Hütte und kramte in einer Kiste. Er hielt mein altes Gewand anklagend hoch. »Hier, ich fand dein Kleid vor zwei Tagen im Wald und suchte eine ganze Nacht und einen Tag voll Sorge.

Und jetzt tauchst du hier vor meiner Hütte auf, in einem neuen Kleid und gibst dich, als wäre es das Normalste der Welt. «

Ich musste schlucken, seine Vorwürfe waren gerechtfertigt, wieder herrschte er mich an. »Ist es da, wo du herkommst üblich, dass eine Magd morgens fluchtartig davonrennt, ihr Kleid im Wald liegen lässt, und dann in neuen Gewändern zurückkehrt?«

Ich blickte demütig zu Boden und trat von einem Bein auf das andere.

Sein Schimpfen erinnerte mich an meinen Vater und wie ein ausgeschimpftes Kind fühlte ich mich auch. Mit Tränen in den Augen versuchte ich mich zu rechtfertigen. »Es ist schwer zu erklären und ich weiß nicht, wie ich beginnen soll. Aber du musst mir Zeit geben und zuhören. « »Komm rein, ich werde dir zuhören. «

Mit dem Herz voller Liebe vom Geliebten geschimpft zu werden, ist ein tiefer Fall aus den Wolken und nur langsam beruhigte ich mich.

Ich trocknete mir meine Tränen mit dem Rockzipfel und stand vor einem prasselnden Kaminfeuer, als sich seine Hände um meine Taille schlossen. Sein Kinn schmiegte sich an meine Schulter und ich schaute ihn überrascht an — er lächelte. »Ich kann dir nicht böse sein, mein Herz verbietet es mir und hüpft vor Freude, da du noch lebst. «

Jetzt kamen mir schon wieder die Tränen, diesmal vor Freude und Erleichterung. »Bei unserem letzten Treffen hast du mir nicht einmal deinen Namen gesagt«, warf er mir versöhnlich lächelnd vor.

»Du hast mich ja auch nicht danach gefragt. « »Dann frage ich dich jetzt: Wie heißt du?« »Schalina«

Er verneigte sich zum Dank und brachte mich mit dieser Geste zum Lachen. »Aber jetzt musst du mir auch deinen Namen sagen. « »Meine Eltern nannten mich Curunir. « »Curunir?«, murmelte ich nachdenklich. … Das ist ein elfischer Name, es heißt so viel wie: Mann der schlauen Pläne. «

Mit verliebtem Blick streichelte er mir durch die Haare.

»Komm, setzt dich zu mir auf die Bank. « Für diesen Vorschlag gab ich ihm einen Kuss und flüsterte. »Du machst deinem Namen alle Ehre. «

Eng umschlungen saßen wir in seiner Hütte und genossen es, den anderen zu fühlen. Ich legte meinen Kopf auf Curunirs Brust und lauschte dem Herzschlag, fühlte seine Hände überall auf meinem Körper, fordernd packte er meine Brust. Seine starke Hand griff fest in mein weiches Fleisch und ein Seufzer entfuhr mir, schlug als heißer Atem gegen seinen Hals.

Nein, ich konnte mich nicht länger zurückhalten. Ruckartig legte ich meine Hand auf seine und drückte sie noch fester gegen meinen Busen. Leidenschaftlich, mit offenem Mund, näherte ich mich Curunirs Lippen und wurde einladend empfangen. Unsere Zungen tanzten, wilder Atem und Leidenschaft stießen aus uns empor. Meine Begeisterung regierte mich, ich riss sein Gewand von den Schultern, um seinen nackten Leib zu spüren, krallte mich in sein Brusthaar und … wurde weggestoßen.

Erschrocken und anklagend blickte mich Curunir an, auf einmal war jedes Verlangen von ihm gefallen. »Was bekümmert dich?«

Er blickte an sich herab. »Du hast mein Gewand zerrissen, ich habe nur dieses. « Immer noch loderte die Leidenschaft in mir, sehnlich schmiegte ich mich an ihn und küsste seinen Hals. »Komm und stille mein Verlangen, sodass ich deine Sehnsüchte erfülle. Es ist nur ein altes Stück Stoff, es soll uns nicht stören.

« Doch Curunir riss sich von mir los und sprang auf. Mit einer Hand hielt er den zerrissenen Stoff an seinen Körper, mit der anderen zeigte er anklagend auf mich. »Ich muss heute in das Dorf, um meinen Fisch zu verkaufen, wie soll ich das ohne Gewand machen? Dich kümmert es nicht, aber ich habe nur dieses. «

Noch nie kümmerte mich ein einzelnes Stück Stoff und schon gar nicht beim Liebesspiel, aber in der einfachen kleinen Welt des Fischers war dies wohl sehr wichtig.

»Ich bin gut mit Nadel und Faden und kann dir in Windeseile ein neues Gewand nähen. «

Tröstend und nicht ohne Hintergedanken nahm ich ihn in die Arme, reckte meine Brüste vor und hoffte, ihn wieder auf die rechte Fährte zu bringen. Mit sinnlichem Blick schaute er mich an. »Du bist ein Weib mit vielen Talenten, dein Leib bezaubert mich erneut und doch sollte ich vorsichtiger im Umgang mit dir sein.

« Ich ließ ihm keine weitere Gelegenheit zum Hadern und presste meine Lippen auf seine.

Erneut tanzten unsere Zungen, Curunirs Hände strichen erst sanft über mein Gesäß, packten dann aber fest zu und kneteten das straffe Fleisch. Sein zerrissenes Gewand glitt zu Boden und schon bald war es seine größte Sorge, mich aus den Kleidern zu befreien. Fahrige Hände machten sich an meinen Knöpfen zu schaffen. Ungeduldig und dennoch darauf achtend, nichts zu zerreißen, öffneten sie mein Kleid.

Endlich nackt! Unsere Leidenschaft entlud sich in stürmischen Küssen, Hände erforschten unbekannte Körper. Er nahm meine Brüste in seine festen Hände, befühlte sie, bewunderte sie, wie große, reife Früchte und kostete von ihnen. Seine raue Zunge auf meinen Knospen ließ mich erschauern, mit geschlossenen Augen warf ich den Kopf zurück und genoss die Reize.

Er saß auf seiner Bank und ich hockte auf seinem Schoß, rieb mein Becken an seinem Körper und genoss den harten Stab, der sich zwischen Curunirs Beinen aufrichtete.

Die Spitze berührte meine Spalte. Ich presste mich ganz fest an ihn, rieb den Speer zwischen meinem und seinem Leib und genoss seine Lippen auf meinen Brüsten.

Schweiß, Atem und erregte Seufzer vermischten sich zu einer Essenz der Lust, verdichteten sich zu Gier. Ich ließ mich an seinem feuchten Leib hinabgleiten und öffnete den Mund. »Was machst du da?«, fragte Curumir heftig atmend. »Sieh zu und genieße es. «

Genüsslich sog ich seine Lanze in meinen Mund.

Ganz tief, bis die Spitze meinen Gaumen berührte und darüber hinaus. Oh, war das gut, schon viel zu lange wurde ich nicht mehr aus solch erregten Augen angeschaut. Ich erwiderte den Blick, herausfordernd, wissend um meine Fähigkeiten. Er war gebannt, reglos saß er da und bestaunte das, was da zwischen seinen Beinen stattfand.

Ungläubig griff Curunir in mein Haar, streichelte meine Stirn und spielte mit einer dicken Strähne, als er seine Augen genüsslich schloss.

Die pulsierenden Zuckungen seiner Lanze waren mir ein deutliches Signal, ich entließ den Stab aus meinem Mund, hielt die Lippen geöffnet und rieb seinen Schaft.

Schub für Schub ergoss er sich in meinem Mund, unfähig, etwas anderes als seinen Saft aus sich rinnen zu lassen, blickte er mich an. Seine Lust übertrug sich. Gleich eines ölgetränkten Tuchs neben dem Feuer, schlugen die Flammen auch auf mich über. Mit dem Mund voll Samen zuckte mein Leib, ich schluckte gierig und kam stöhnend zwischen seinen Beinen.

Sanfte Hände streichelten meinen Kopf, erforschten meinen Nacken und eine leise Stimme fragte. »Wie kann eine so junge Magd solches Geschick erlangen?« »Indem ihr gute Lehrer beistanden. «

Er packte meine Schultern und zog mich hoch, schlang seine Arme um meinen Körper und presste mich fest an sich. »Du hast wirklich viele Talente, aber wie steht es mit deinem Versprechen, mein Gewand zu nähen?« »Später, lasse uns noch einen Moment so verharren, ich will deinen nackten Leib an meinem spüren.

Dein Herz schlägt so stark, dein Blick ist so rein. «

Ich streichelte über die goldene Kette und schaute auf den magischen Anhänger. Es war ein unbeschreiblicher Segen, dass dieses Kleinod seinen Weg zu ihm fand. Unsere Lebensfäden begegneten sich im fein gewebten Teppich aus Magie und Zeit, hoffentlich verliefen sie lange Zeit parallel durch das Gewirk des Schicksals.

Eine Träne sickerte durch meine geschlossenen Lider, ganz fest presste ich meine Wange an seine Schulter, unbeschreiblich, welches Glück in diesem Moment lag.

Doch nach einiger Zeit durchbrach er die Stille. »Genug des Müßiggangs, wenn ich nicht vor dem Mittag loslaufe, komme ich zu spät auf den Markt und bis jetzt habe ich noch nicht einmal ein Gewand. «

+++

Curumir holte eine kleine Kiste mit krummen Nadeln und rauem Faden. Selbst legte er ein zerschlissenes Fischernetz auf seinen nackten Schoß und reparierte die gerissenen Maschen. Ich suchte mir eine Nadel, die mir passend schien, und wickelte den Faden ab.

Vor mir lag sein altes Gewand mit einem langen ausgefransten Riss vom Halsausschnitt bis hinunter zum Gürtel.

Der grobe Stoff war alt und brüchig, jederzeit konnte er an anderer Stelle reißen, ich entschloss mich, ihm beim nächsten Besuch ein neues Gewand mitzubringen. Aber nun musste ich unter seinem neugierigen Blick diesen Fetzen flicken. Schon lange hatte ich keine Nadel mehr geführt, und auch früher drückte ich mich vor den schweren Aufgaben, meine Mutter nahm mir diese Arbeiten immer mit einem Lächeln ab.

In Gedanken schimpfte ich mit mir. „Du bist so hilflos bei den einfachen Dingen! Ein goldenes Vlies, aus magischer Energie erschaffen, oder einen Streitwagen kometengleich über den Horizont fliegen zu lassen, ist eine Leichtigkeit, aber ein altes Gewand mit Nadel und Faden zu nähen, bist du nicht im Stande. „

Ungeschickt setzte ich die Nadel an und wurde beobachtet. »Will es dir heute nicht so recht gelingen?«, fragte Curumir spöttisch und reparierte sein Netz umso geschickter.

Lächelnd versuchte ich, von meinem Makel abzulenken. »Warum hast du so ein kleines Netz? Mit einem großen kannst du viel mehr Fische fangen. « »Aber ein großes Netz voller Fische vermag ich nicht alleine aus dem Wasser zu ziehen. « Ich hob das Kinn, dankend für diese Erklärung, obwohl ich die Antwort schon kannte. Doch durch seine Erklärung achtete er nicht mehr auf meine Arbeit. Langsam glitt mein Finger über den Riss und verband die Fäden auf magische Weise.

Mit den Gedanken im magischen Fluss, die Augen geschlossen und die Nadel auf dem Tisch liegend, wirkte ich auf Curumir wohl wie eine Träumerin. »Gib doch einfach zu, dass du nicht Nähen kannst, und verschwende nicht meine Zeit. « Stolz riss ich die Augen auf und hielt das Gewand hoch. »Sieh! Der Riss ist schon ein Stück weit geschlossen. « »Der Riss ist noch genauso wie vorher, du hast die Nadel nicht einmal geführt, und man sieht auch keine Naht.

« »Der Riss endete knapp über dem Gürtel, nun ist er schon zur Hälfte geschlossen. «

Der Fischer schüttelte den Kopf und lachte. »Wie kann es dann sein, dass man keine Naht sieht?« Resigniert ließ ich meine Arme sinken, dachte kurz nach und blickte ihn direkt an. »Ich muss es dir einfach erzählen. Ich verfüge über magische Fähigkeiten, ich kann Dinge reparieren — anders als du es für möglich hältst. «

Curumirs Blick wurde finster, seine Stimme drohend.

»Sprich nicht so in meiner Hütte! Sprich niemals mehr so, sonst endest du auf dem Scheiterhaufen, wie alle Hexen. « »Ich bin keine Hexe! Ich unterliege nicht den astralen Zyklen, ich habe direkten Zugriff auf … « »SCHWEIG Weib!« Wütend sprang ich auf, knallte sein Gewand auf den Tisch und blickte ihn scharf an. »Sieh zu und begreife es!« Ich richtete das Gewand aus, bis die Risshälften so lagen, wie vor dem kleinen Unglück.

»Und nun sehe genau hin. Durch meinen Finger fließt die Magie direkt auf die Bruchstelle und verbindet die gerissenen Fäden, so als wären sie nie entzweigegangen. «

Ängstlich starrte Curumir auf meinen Finger und sah, dass der Riss einfach verschwand. Ich bemühte mich um ein gewinnendes Lächeln. »Es ist ein einfacher Zauber aus der Schule der Veränderung. Insgesamt gibt es acht unterschiedliche Schulen der Magie. Um deinen Hals hängt ein Schutzmedaillon, das dich vor vielen Zaubern aus der Schule der Illusionen schützt.

«

Ganz ruhig saß Curumir da und beobachtete meine Arbeit, dann sprach er monoton. »Die zwei Fische vor drei Tagen, die hast du auch gezaubert?« »Ja, und das Gewand, das du im Wald fandest und dieses, das ich gerade trage. « »Du darfst das niemandem erzählen, die machen kurzen Prozess mit dir. Erst vor wenigen Tagen brannte wieder ein Scheiterhaufen. «

Das Gewand war fertig, stolz hielt ich es hoch und kam zu ihm, setzte mich auf seine nackten Beine und hielt ihm den Stoff an die Brust.

Fröhlich und mit verliebtem Blick gab ich Curumir einen Kuss und flüsterte. »Aber du hast doch versprochen, dass du mich vor allen Gefahren beschützt, weißt du noch?« Meine Brüste wippen vor seinen Augen. In seinem Blick mischten sich Begierde und Furcht.

Mit flacher Stimme flehte er. »Du darfst das niemandem sagen, versprich mir, dass du deine Magie geheim hältst. « Meine offenen Lippen fanden seinen Mund, nur kurz kosteten wir voneinander, dann wendete er sich zur Seite.

»Verspreche es!« »Ja, ich verspreche es, niemand wird davon erfahren und selbst wenn, würde ich dich mit all meiner Macht beschützen. «

Mir war nicht mehr nach Reden, fordernd presste ich meine Lippen auf seine, bis er nachgab und die Zuneigung erwiderte. Das elende Gewand flog zur Seite und meine Brüste rieben an seinem Hals. Curumir packte mich am Hintern, massierte meinen Po und … ließ wieder von mir ab. »Hast du mich verzaubert?«

Ich atmete aus, erschrocken über den Gedanken.

»Nein! … Nein, es ist der klare Blick deines Herzens, folge seinem Ruf und sorge dich nicht. « Mit all meiner Liebe umschlang ich seinen Körper und schmiegte mich an ihn, die schönsten Gefühle sollten meinen Worten Ausdruck verleihen. Unsere Lippen trafen sich erneut und entfachten endlich das lodernde Feuer der Wolllust.

Nackt und bereit dauerte es nicht lange, bis er mich fest packte und auf den Tisch hob. Mein Po rieb auf der rauen Holzplatte, aber selbst diese Berührungen ließen meine Flammen nur höher lodern.

Curumir küsste meine Brüste, verschlang sie vor Gier und entließ meine geschwollenen Knospen feucht glänzend, um seine Reise fortzusetzen. Sein Kopf zwischen meinen Beinen, seine Hände fest an meinen Brüsten, wand ich mich vor Lust, entschwand der Realität und labte mich an seinen Berührungen.

Mit weit geöffneten Schenkeln bot ich mich ihm an und forderte. »Nimm mich endlich! Stoße deine Lanze in meinen heißen Leib. « Es war eine Wonne, ihn hart und schnell in mir zu spüren.

Auf dem Rücken liegend, warf ich meine Arme hinter den Kopf und schlang meine Beine um seine Lenden, um ihn ganz tief in mich drücken zu können.

Mein Geliebter machte das Spiel mit, beschleunigte es sogar noch, indem er meine Lustperle rieb und mir feurige Blicke zuwarf. Mit einem großen Ruck richtete ich meinen Oberkörper auf und schlang mich um ihn, stieß mein Becken gegen seinen Pfahl und schrie meine Lust ungehemmt in sein Ohr.

Curumir hob mich an, trug mich aufgespießt auf seinem Lustdolch, durch die kleine Hütte und legte mich auf ein altes Bärenfell.

Nun kauerte er über mir, drückte meine Arme fest zu Boden und stieß immer wieder in meinen Leib. Mein Kopf zuckte unkontrolliert hin und her, meine Brüste bebten, unsere Leiber zitterten und glänzten vor Schweiß. Heftig schreien kam der junge Fischer und spritzte seinen Samen in meinen heißen Leib.

Ich erlebte den Höhepunkt gemeinsam mit ihm, fühlte seine ungebändigte Lust, ließ mich fortreißen und schwebte mit ihm eng umschlugen, für kurze Zeit durch eine andere Welt.
Sanft wie eine Feder sanken wir zurück in die kleine Hütte und landeten auf dem alten Bärenfell. Aneinandergeschmiegt, schweißnass, atemlos und glücklich, schauten wir uns in die Augen, lächelten uns befriedigt an. Die zärtlichen Küsse waren süß wie Honig und zahlreich wie Bienen. Verliebt kuschelte er sich an meine weichen, warmen Brüste und schloss die Augen.

Meine Hand strich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Gerne ließ ich ihn an meinen Brüsten ruhen, genoss die gleichmäßigen Bewegungen seiner Atmung und das kräftig schlagende Herz.

***

Auch meine Augen fielen zu, ließen mich träumen von dem, was gerade war und was vielleicht noch sein würde. Mit Blindheit war ich geschlagen — vor Liebe! Curumirs Liebe gab mir mehr Kraft als alle Magie der Welt, mein Dasein wurde nicht mehr von der Einsamkeit in Frage gestellt, denn es gab ja jemanden, für den ich da sein durfte — der für mich da war, ganz gleich, wie unterschiedlich wir auch waren.

Unruhe machte sich an meiner Seite breit. Mein Geliebter wand sich vorsichtig aus der Umarmung und erhob sich vor mir. Ich ließ die Augen geschlossen, beobachtete ihn mit höheren Sinnen beim Ankleiden. Noch einmal sah er mich verliebt und glücklich an, dann ging er aus der Hütte zu einem kleinen Schuppen.

Er musste wohl eine schwere Last tragen, denn als ich mein Kleid angezogen hatte und zu ihm kam, war er immer noch beschäftigt.

»Was machst du da, kann ich dir helfen?« Er trat zur Seite und zeigte auf ein großes Fass. »Ich weiß nicht, wie du mir bei dieser Last helfen willst, aber bis jetzt habe ich es immer alleine geschafft, die Fische auf den Wagen zu heben. «

Er zeigte auf eine klapprige Handkarre, wenige Schritte entfernt. »Wenn ich fertig bin, kannst du mir helfen die Karre zu ziehen. « Erneut zerrte er an dem randvollen Fass und rückte es ein Stück näher zu dem Karren.

Ich eilte zu ihm und unterstützte seine Bemühungen. Mit einem großen Ruck hob das Fass vom Boden ab und landete auf dem Karren. »Siehst du. Zu zweit geht alles leichter. «

Mein freundliches Lächeln wurde von Curumirs Misstrauen überschattet. »War das wieder einer deiner Zauber?« Niedergeschlagen blickte ich zu Boden und nickte kaum sichtbar. »Die Magie macht mich stärker, als man es meiner Gestalt allgemein zutraut. «

Schweigend und seltsam verschlossen zurrte er das Fass auf dem Wagen fest.

Beschämt stand ich daneben und bereute meine unüberlegte Hilfe. Als er fertig war, schloss ich meine Arme besänftigend um seinen Hals. »Es tut mir leid mein Liebster, aber warum freust du dich nicht, eine tüchtige Hilfe zu haben?« »Du kannst Fische in deinen Händen entstehen lassen, Gewänder mit dem bloßen Finger zaubern und hebst volle Fässer, als ob sie leer wären. Was kann ich dir schon bieten?« »Den klaren Blick deines Herzens, dein Lachen, deine Gesellschaft … deine Liebe«

Er wand sich aus meiner Umarmung, wich meinem herzlichen Blick aus und kontrollierte die Seile, mit denen das Fass festgezurrt war.

Mir standen Tränen in den Augen, vorwurfsvoll sprach ich. »Die Zweifel, die du hegst, sind wie Gift in deinem Blut. Lasse es nicht in dein Herz gelangen, sonst wird es so kommen, wie du fürchtest. «

»Mir scheint, als hätte ich keinen Einfluss auf mein Herz, es stand in Flammen, als du das erste Mal in meinen Armen lagst, wie soll ich wissen, was als Nächstes geschieht?« Zu zahlreich waren die Tränen in meinen Augen, als dass ich sie zurückhalten konnte, einige fielen auf den Boden, bevor ich mich an Curumirs Hals retten konnte.

»Sprich nicht so. Sei, wie du bist, so bist du am schönsten. Als ich dich kennen lernte, warst du es, der mich verzauberte, zerstöre das nicht mit Zweifeln. «

Seine tröstende Umarmung war Balsam, seine Worte allerdings ließen mich erneut erschrecken. »Wenn wir im Dorf sind, darfst du dir nichts anmerken lassen, behalte deine magischen Künste für dich, sonst bist du deines Lebens nicht mehr sicher. « Mit feuchten Augen schaute ich ihn an.

»Nein, ich kann nicht mit dir in das Dorf gehen. «

Traurig blickte er zu Boden. »Warum nicht? Dort hätte ich dir Honigplätzchen gekauft. « Nun strahlte sein Gesicht vor Begeisterung. »Honigplätzchen, so süß, wie du sie dir nicht vorstellen kannst. Solch schmackhaftes Gebäck vermag keine Magie zu schaffen, denn die Rezeptur ist ein Geheimnis des alten Horbacker. « Seine kindliche Begeisterung steckte mich an und ich stimmte ihm lächelnd zu.

»Gewiss kann keine Magie der Welt solches Gebäck erschaffen. … aber … ich könnte dich bis zum Waldrand begleiten und du bringst mir ein paar Plätzchen mit. »Sie schmecken am besten, wenn sie noch warm sind«, hauchte er enttäuscht zu Boden.

Eine sachte Berührung meiner Hand an seinem Hals ließ ihn aufblicken. Ich sah ihm traurig in die Augen und ließ meinen Finger über die Kette mit dem Schutzmedaillon gleiten.

»Dieses Schmuckstück an deinem Hals ist unendlich wertvoller als du glaubst. Nur dadurch siehst du mich, wie ich wirklich bin. Alle anderen Menschen werden von meiner Magie geblendet, ich kann mich ihnen nicht zeigen — noch nicht. «

Aus meiner Schürze zog ich das kleine Buch, nach dem ich so lange in meinem Hort suchte, und zeigte es Curumir. »Darin wird ein Zauber erklärt, der es mir ermöglicht unter Menschen zu gehen, vielleicht kann ich dich schon bald begleiten.

« »… vielleicht blendest du auch nur mich, und die anderen können dein wahres Gesicht sehen. «

Sein Misstrauen traf mich wie ein Schwall Eiswasser. Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich ihn an. »Nein! Das darfst du nicht denken, bitte glaube mir. Das Medaillon ist der Garant unserer Liebe. « »Ja, weil das Medaillon dich so erscheinen lässt, wie du es gerne hättest. Du kannst Kraft deiner Magie das Leben einer Königin führen, warum solltest du dich mit einem armen Fischer behängen, wenn es keinen finsteren Grund dafür gäbe?«

Seine Anklage ließ mich vor Angst aufheulen.

Ich flehte Curumir inständig an, mir zu glauben, aber er griff nach der Kette, um sie abzulegen. Mit tränenverschleiertem Blick versuchte ich die Tat zu verhindern, aber je mehr ich versuchte ihn davon abzuhalten, desto entschlossener handelte der Fischer. Schließlich fiel die Kette mit dem magischen Medaillon auf den nackten Boden vor seiner Hütte.

Mit weit aufgerissenen Augen sah er mich an und sank auf die Knie. Bezaubert murmelte er.

»Ihr seid so wunderschön, strahlt heller als die Sonne. « Demütig warf er sich vor meine Füße und wimmerte. »Entschuldigt meine armselige Gestalt und meine geringen Umgangsformen, nur mit eurer Erlaubnis werde ich euch betrachten. «

Gekrümmt vor Schmerz taumelte ich zurück. Ich wollte weinen, aber ich konnte nicht vor Trauer. Erst als der winselnde Fischer einen Schritt zur Seite ging, sah ich das Medaillon und hob es mit der Kette auf.

»Bitte stehe wieder auf und lege die Kette an, ich will dich so nicht ertragen. « Dümmlich nickend nahm er die Kette aus meinen Händen und legte sie um. Doch sein Blick blieb stumpf, besorgt fragte er. »Gefalle ich euch so besser?«

Das Medaillon schützte ihn nicht mehr vor meiner übernatürlichen Schönheit, mir zersprang das Herz, die Trauer ließ mich zu Boden sinken. Gierige, aber unterwürfige Augen beobachteten mich. Er wollte meine Füße küssen, wagte es aber nicht, mich zu berühren und jammerte.

»Sagt mir, was ich tun muss, um euch zu gefallen. Ich weiß, ich bin schmutzig und in elende Lumpen gehüllt, aber ihr könnt mich formen, wie es euch gefällt. «

Der Schmerz meines Herzens, der jederzeit wieder stechend scharf ausbrechen konnte, wurde zu einem dumpfen Dröhnen. »Was betrübt euch, wie kann ich euch wieder zum Lachen bringen?«, fragte er in würdelosen Gesten. Kaum deutlicher als ein Seufzen war meine Stimme, als ich sprach.

»Der Blick deines Herzens ist geblendet, du siehst nicht mehr mich, wie ich bin. Deine Liebe ist einer Qual gewichen, die dich auffressen wird. «

Er duckte sich nickend in den Staub. »Ganz wie ihr es wünscht, solange ich nur zu euren Füßen liegen darf. « Ein Weinkrampf schüttelte mich, das Herz in meiner Brust wollte zerspringen. Da lag der freche Bursche, der mir mit seiner fröhlichen, unbefangenen Art den Kopf verdrehte, und wand sich vor mir im Staub.

Von der einen auf die andere Sekunde kehrte sich Glück in Unheil.

Ich stellte mich vor den Fischer und zog ihn an den Schultern hoch, bis er auf seinen eigenen Füßen stand. Zumindest beim Abschied sollte er aufrecht stehen. Meine zitternde Stimme ließ ihn ebenfalls traurig blicken, aber als ich sprach, zeigte sein Gesicht keine Regung. »Da unser Glück unwiederbringlich zerstört ist, möchte ich dich mit meiner Anwesenheit nicht länger demütigen.

« Wieder fiel er auf die Knie und flehte. »Bitte geht nicht, demütigt mich, wenn es euch gefällt, aber verlasst mich nicht. «

***

Weinend rannte ich durch den Wald, ohne Sinn und Ziel, irrte herum, schrie meinen Schmerz über das Land und glaubte jeden Augenblick, vor Leid zu zerspringen. Die Sonne stand bereits tief am Himmel, als sich der Wald lichtete und ein sanft geschwungenes Tal freigab.

Ein kleines Dorf bettete sich an die fruchtbaren Hänge und einige Häuser standen direkt an einem kleinen Bach, der sich durch das Gelände zog.

Heftig atmend, mit pochendem Herz blieb ich stehen und starrte auf die Siedlung. Auf dem Marktplatz wurden Stände abgebaut, Bauern trieben ihr Vieh in die Ställe und ein kalter Scheiterhaufen, abseits der Wege, prangerte wie ein Mahnmal der Ignoranz.. Menschen! Einfache, langweilige Menschen.

Da lebten sie tagein, tagaus in ihrem kleinen Dorf, kannten bestimmt nicht einmal das Land jenseits der nächsten Hügel und glaubten alles zu wissen.

Richteten nach dem Verständnis ihrer kleinen Welt über Gut und Böse, Richtig und Falsch. Sie verbrannten ihresgleichen unter dem Irrglauben, eine Hexe entdeckt zu haben.

Verzweifelt über so viel Dummheit, ließ ich mich auf einen Stein sinken, legte das Gesicht in meine Hände und sehnte mich nach der starken Schulter des Fischers. Ich wollte ihn spüren, von ihm gehalten werden. Aber mein Geliebter war nicht mehr er selbst, nie wieder würde er mich mit klarem Blick umarmen.

Mein Herz drohte zu zerspringen. Ich sehnte mich nach ihm, wusste, wo er war, und doch musste ich diesen Schmerz alleine ertragen — alleine. Worin gründete sein Misstrauen? Warum musste er es zerstören? War es nicht ein Wunsch des Schicksals, dass wir uns trafen? Wieder sehnte ich mich nach ihm und wieder schnitt die Erinnerung eine tiefe Wunde.

Wie eine Katze, die ihren eigenen Schwanz jagt, drehten sich meine Gedanken immer im Kreis.

Wut keimte auf, ich zerbröselte einen Stein in meiner Hand und warf den Staub der untergehenden Sonne entgegen. Wieder blickte ich auf das Dorf, die vielen kleinen Menschen, den Bach, den Scheiterhaufen.

***

Die Sonne ging an diesem Tag sehr früh über der Siedlung unter, als meine Flügel lange Schatten auf das Tal warfen. Mit sanften Flügelschlägen kreiste ich tief über der Siedlung und sah all die Menschen in den Straßen.

Sie erstarrten vor Angst, manche fielen um, andere rannten in Panik davon.

Meine grollende Stimme dröhnte durch das Tal. »WARUM SEID IHR SO WINZIG? … WARUM SIND EURE HERZEN SO KLEIN?«

Sie antworteten nicht, sie achteten gar nicht darauf, sondern rannten panisch durcheinander. Ihre Ignoranz steigerte meine Wut. Stattdessen zogen sie ihre Köpfe ein und versuchten, vor dem was sie nicht kennen wegzulaufen. Meine Geduld war zu Ende.

*

Stein und Holz bersten unter Feuer, gebären neue Flammen und schmelzen Eisen.

Schreie und Tod hallen durch die Nacht, verstummen in der Finsternis.

Hoffnung brennt bis zum Schluss, verglüht im heißen Wind.

Asche und Rauch im Morgengrauen, Totenstille über taufeuchten Wiesen.

Schalina und ich, wir haben uns irgendwie auseinandergelebt. Ein dritter Teil ist auf absehbare Zeit nicht geplant.

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Des Menschen Wolf

„Der Durst trieb ein Schaf an den Fluss, eine gleiche Ursache führte auf der anderen Seite einen Wolf herzu. Durch die Trennung des Wassers gesichert und durch die Sicherheit höhnisch gemacht, rief das Schaf dem Räuber hinüber: »Ich mache dir doch das Wasser nicht trübe, Herr Wolf? Sieh mich recht an, habe ich dir nicht etwa vor sechs Wochen nachgeschimpft? Wenigstens wird es mein Vater gewesen sein. « Der Wolf verstand die Spötterei; er betrachtete die Breite des Flusses und knirschte mit den Zähnen.

»Es ist dein Glück,« antwortete er, »dass wir Wölfe gewohnt sind, mit euch Schafen Geduld zu haben«, und ging mit stolzen Schritten weiter. „

Gotthold Ephraim Lessing „Der Wolf und das Schaf“

Das kleine, seichte Bächlein, welches sich trotzig inmitten dieser ewigen Wüste aus Asche, Staub und Trümmern seinen Weg bahnte und das, obwohl es von seiner einstmals majestätischen Größe, von einem unbändigen und reißenden Strom zu einem schlammigen, traurigen Rinnsal verkümmert war, färbte sich sich an diesem Tage rot vor Blut.

Viehisch lachend, sich an ihrer Macht, die auf ihren Waffen, ihrem Mordwerkzeug, fußte und ihrem Vergnügen, welches von der Mordlust, der kannibalischen Freude am Leid anderer Menschen her rührte, berauscht, schossen die Räuber wild und aus purer Liebe zur Knallerei um sich. Das rhythmische Tackern der Maschinenpistolen, das blecherne Donnern der Schrotflinten und das höhnische Gelächter dieser Schinder, hallten, einem geisterhaften, unheilverkündenden Echo gleich, weit zwischen den zerklüfteten Hängen wider; die panischen Schreie ihrer Opfer, Männer, Frauen und Kinder, oft mit nicht mehr bewaffnet als Keulen und stumpfen Messern und der nackten, kalten Entschlossenheit eines in die Ecke gedrängten Tieres ihr Leben, das bisschen, was sie hatten, ihre Lieben zu schützen, wurden, zur puren Freude der Menschenschinder, unbarmherzig niedergeschossen.

Es brauchten nur die Starken zu überleben, um zu arbeiten, Tag ein Tag aus, bis sie vor Entkräftung starben und ihre verdorrten Körper Abfall gleich in großen Massengräbern geworfen wurden und die schönsten Weiber, um sie für horrende Summen an das nächstbeste Bordell oder einen wohlhabenden Kaufmann verkaufen zu können, nachdem die Sklavenhändler selbst ihren Spaß mit ihnen gehabt haben, ihre Körper und Seelen gebrochen und damit gnädigerweise für ihr weiteres Schicksal vorbereitet hatten.

Und die Jüngsten, denn sie konnte man noch einfacher zum Sklaven formen und erziehen.

Die Alten und Schwachen und die ganz Aufmüpfigen, die Rebellen, die Freiheitsliebenden; die wurden getötet. Sie ließen sich nicht dressieren oder würden den Anforderungen nicht entsprechen können.

Denn ein Sklavenhändler dachte wie jeder gute Geschäftsmann: In Zahlen.

Nahrung kostete Geld, Unterkunft kostete Geld und wer dieses Geld nicht wieder rein bringen konnte, war nutzloser Ballast.

Und Ballast verdiente es nicht, zu essen, er verdiente es nicht, zu leben.

Also erschoss man ihn, den nutzlosen Fresser und ließ ihn für die Geier liegen.

Die Sklavenhändler, allesamt rohe Gestalten, der ekelhafte Unrat, den das mühselige Leben in der Aschewüste ausspuckte, bar jeden Gewissens und Anstandes, bemerkten nicht, wie sie beobachtet wurden. Fern vom Geschehen, gut verborgen hinter einer Felsformation, lag eine in einem abgewetzten und staubbedeckten Mantel gehüllte Person.

Das lockige, dunkle Haar, das unter der Kapuze die feinen, aber grimmigen Gesichtszüge umrahmte und die stechend blauen Augen, die in das Fernglas blickten, wiesen, wenn nicht gar die weiblichen Rundungen, die selbst unter dem dicken Stoff des Mantels unverkennbar waren, die Gestalt als eine junge Frau aus, wohl kaum älter als Mitte zwanzig.

Kalt beobachtete sie die grausige Schlächterei, zählte die Sklavenhändler, derer es sieben waren, sie zählte die Bewohner dieser armseligen, kleinen Zeltsiedlung von denen sie fünfzehn zählte, von denen sie acht tot im Dreck liegen sah und sie verortete den Anführer der Menschenschinder, einen großen, kahlköpfigen Mann dessen muskulöse Arme in starkem Gegensatz zu seinem dicken Bauch standen und dessen hünenhafte Erscheinung ihm eine natürliche Autorität verlieh, die seine laute Kommandostimme, welche seine Männer unablässig zu ihren Grausamkeiten anstieß, umso authentischer machte.

Während die Frau sich aufrichtete, ruhig ihr Fernglas in ihrem Gürtel, in dessen Holstern links und rechts zwei schwere Automatikpistolen steckten, verstaute, trieben die Sklavenhändler die Überlebenden zu einem kleinen Haufen zusammen, während ein paar von ihnen die zerlumpten Zelte, armselige Zeugnisse des Überlebenswillens dieser Schwächlinge, zertraten und in dem Müll und Abfall, diesem mühsam zusammengesuchten Kleinod dieser vom Pech verfolgten Menschen, nach Brauchbarem suchten und dabei rücksichtslos alles mit ihren genagelten Stiefeln niederwalzten, was ihnen im Weg stand.

Die Frau währenddessen verließ ihre Deckung in einer so ungezwungenen Art, welche die Sklavenhändler, wären sie denn professionell und nicht derart offensichtlich jene geistlosen Amateure, die ihr fehlendes Können mit schlichter Brutalität wett zu machen versuchten, wohl schlicht durch ihre für diese raue Gegend schockierend wirkende, mangelnde Vorsicht entwaffnet hätte, hätten sie sie denn bemerkt und sich nicht jede Vorsicht vergessend ihrer sadistischen Bosheit hingegeben.

Ruhig schritt sie auf die Menschengruppe zu, der Staub knirschte unter ihren schweren Stiefeln und der Mantel flatterte im matten Wind der Aschewüste.

Es mochte Ironie sein, doch nicht die Sklavenhändler registrierten sie zuerst, sondern ihre Opfer, die man in einer Reihe auf die Knie zwang und gerade dabei war, das zu Beginnen, was man im Sklavenhändlerjargon als die „Auslese“ bezeichnete. Ein junger Mann, kaum älter als sechzehn Jahre, blickte die bewaffnete und einer Amazone gleichende Frau mit seinem zerschlagenen Gesicht an, einem jugendlichen, doch harten Gesicht, das trotz der Furcht eine tiefe innere Stärke und Robustheit ausstrahlte, welche ihm nach der „Auslese“ das grausame Leben eines Grubenkämpfers prophezeite.

Dem Blick des Gefangenen folgend wendeten sich die Sklavenjäger um und sahen die Frau, die noch immer ruhigen Schrittes auf sie zu kam, den Mantel geöffnet und -neben ihren Pistolen- auch ihre Reize offenbarend. Die Augen der Männer, trunken von ihrem Sieg über diese Verlierer des Lebens, ergötzten sich an den unter ihren kurzen, geschwungenen Schritten bebenden, üppigen Brüsten der Fremden, ihrem gestählten, doch weiblichem Körper, dessen Verlockung durch ihre Kleidung, die man getrost als barbarisch und gleichzeitig als provokant-aufreizend bezeichnen konnte, auf obzöne Weise zur Schau gestellt wurde.

Sie leckten sich ihre trockenen Lippen bei dem Anblick ihrer schmalen Taille, dem breiten Becken und den festen Schenkeln.

Es war ihr Anführer, dessen pockenvernarbtes Gesicht jenen Ausdruck der abschätzenden, kalkulierenden Neugier aufwies, wie es eine jede gute Händlernatur vermochte, der das Wort ergriff und ihr lächelnd ein paar Schritte entgegen kam, seinen fetten Wanst vor sich herschiebend. „Guten Tag, meine Dame! Nun, wie ich anhand Ihrer Bewaffnung schließen kann, gehören Sie nicht zu diesen… Leuten hier, ja?“

Er musterte auffällig genau ihren Körper, so als schätze er den Gewinn ein, den er mit ihr machen könnte und das Risiko, das er dabei eingehen würde, wenn er versuchen sollte, sie gefangen zu nehmen.

Das Schnalzen seiner Zunge und der freundliche Ton ließen vermuten, dass ihn das Risiko letztendlich wohl abgeschreckt hätte.

Die Frau sah den Sklavenjäger abfällig an, blickte kurz in die Gesichter seiner geschundenen Opfer, die zwar eingeschüchtert auf ihre Füße starrten, doch denen die Erwartung und Neugier dennoch anzumerken war, schien die schöne Amazone doch eine neue, ungewisse Figur in diesem für sie so elenden Spiel zu sein. Sie ließ ihren Blick über die zugleich geilen und blutrünstigen Gesichter der Menschenschinder schweifen, deren Hände bereits unruhig an ihren Waffen spielten, bereit, beim leisesten Befehl ihres Herrn zuzuschlagen, der Fremden in die Knie zu schießen und die wichtigen Stellen für den anschließenden Spaß verschont zu lassen.

Ihre skrupellosenGesichter ließen sich wie ein offenes Buch lesen, all die Verbrechen und Schrecken, die sie begangen, all das Leid und den Schmerz, den sie verursacht hatten, stand in ihren kalten, finsteren Augen.

„Was willst du?“, fragte der bierbäuchige Schinderführer nun direkt und ohne die gespielte, kaufmännische Demut in seiner herrischen Stimme. Sichtlich wurde er ungeduldig und verschränkte die Arme in der Hüfte, aber noch immer gab ihm die Frau keine Antwort, sondern durchbohrte ihn mit ihren frostigen Augen.

Es war die unausgesprochene und schon dem Tierreich bekannte Herausforderung, der Kampf vor dem Kampf, die Schlacht um die innere Dominanz.

Die Anspannung war fast greifbar, sie lag schwer und provokant in der Luft. Herzen begannen zu rasen, Hände wurden feucht und Finger begannen zitternd und nervös, an den Abzügen ihrer Schußwaffen zu spielen.

Eisern starrte die Frau den Mann nieder, auf dessen feister, faltiger Stirn sich Schweißtropfen bildeten und er, während er den Kloß im Hals hinunter schluckte, welcher ihn so quälte, unsicher, mit zitternden Händen, vorsichtig, langsam und behutsam nach dem Revolver in seinem Gürtel zu greifen versuchte, seinem Machtinstrument, dem Stück Eisen, mit dem er Leben nehmen konnte, wie es ihm beliebte.

Einem Peitschenhieb gleich riss die Fremde plötzlich ihre Pistolen aus den Holstern, ihre ruhigen Finger drückten den Abzug -einmal, zweimal, dreimal, viermal- durch und mit jedem Mal verließen die Läufe der Pistole mit einem lauten –BLAMM- jene todbringende, bleierne Ladung, welche sich in den wuchtigen Leib des kahlköpfigen Führers bohrten, Knochen und Organe durch die Wucht des Aufpralls zerbersten und sein Blut noch auf seine Hintermänner spritzen ließ.

Noch bevor der Mann auf die Knie sackte, noch bevor sein Gesicht, den Tod vor Augen, jenen entsetzten und empörten Ausdruck gewinnen konnte, welcher der Erkenntnis entsprang, beim Startschuss nicht rechtzeitig reagiert zu haben, in diesem einen, finalen Moment des Lebens verloren und zwar für immer verloren zu haben, noch bevor seine Männer, erfahrene Mörder, auch nur ihre Waffen heben konnten, da erklang wieder das stählerne -BLAMM- der wuchtigen Automatikpistolen der Fremden, brachte Schädel zum platzen, riss knirschend Brustkörbe auf und ließ den bleiernen Tod auf die Sklavenhändler, dem abscheulichen Auswurf einer des Menschen feindlicher Welt, regnen.

Als der Anführer, der da mit aufgerissenem Oberkörper, aus dem die zersplitterten Rippen und die zerfetzten Eingeweide an die schneidende Luft hervor drängten, den letzten Hauch seines voll von Raub und Mord erfüllten Lebens aushauchte, in der Mitte seiner niedergemähten, ebenso schändlichen Männer kniete, da blickte er fassungslos und mit blutleerem Gesicht auf die Amazone, die da auf ihn zu schritt und ihm wortlos in seine geröteten Augen sah.

„W-warum…?“, stammelte er, während sein Blut, sein Lebenssaft, sich in kräftigen, warmen Schüben im trockenen Boden ergoss, sein Herz langsamer Schlug und sich sein Körper auf den nahenden und unabwendbaren Tode vorbereitete,

Die Fremde gab ihm keine Antwort, denn sie war unnötig.

Sie drückte ihm den rauchenden Lauf ihrer Pistole auf die Stirn, versenkte mit dem glühenden Metall seine fleckige, von der blass scheinenden Sonne gegerbte Haut und drückte ab:

-BLAMM-

Einem nassen Sack gleich stürzte der kopflose Körper -denn der Schuss hatte seinen feisten Schädel in einer roten Wolke atomisiert- des Sklavenjägers mit einem Platschen zu Boden, mitten in die Lache seines eigenen, dunkelroten Blutes; dem Blut eines Blutvergiessers.

Die Gefangenen, zitternd, erschrocken, sich noch nicht darüber im klaren, wie es nun weitergehen sollte, ob sie vom Regen vielleicht sogar in die Traufe geworfen wurden, wagten es kaum, die Kriegerin anzusehen. Manche waren mit Blut bespritzt, es war das Blut der Sklavenjäger, an manchen klebten gar haarige Fleisch- und Knochenstücke und keiner von ihnen wagte es, sich die Reste ihrer Peiniger abzuwischen oder sich gar zu erheben.

Abschätzend sah die Fremde die zusammen gekauerten und wimmernden Sklaven an, ihre verheulten Augen, die zu Boden geneigten, demütigen Häupter.

Ihre Hand wanderte in die Tasche ihres Mantels und holte -mit zitternder Hand- eine selbst gedrehte, mitgenommen aussehende Zigarette hervor.

Als die Flamme ihres Benzinfeuerzeugs aufleuchtete, sie mit geschlossenen Augen den ersten Zug von diesem kleinen und tödlichen Stück Zivilisation nahm, da nahm ihr Gemüt eine Wendung. Ihr zuvor grimmiges Gesicht wurde durch ein Lächeln erhellt und entblößte dabei ihre festen, weißen Zähne, es war ein warmes, ebenbürtiges Lächeln und es galt den Menschen, die vor ihr im Dreck knieten, jenen dort, die nicht den Mut hatten, auf zwei Beinen zu stehen.

Sie musterte den Mann, der sie als erster bemerkt hatte, als sie auf die Sklavenhändler zu kam.

„Du. „, sagte sie mit einer bestimmenden, doch weiblichen Stimme. Tapfer blickte der Mann, dessen Haltung ihn selbst für seine geschätzten sechzehn Jahre klar als einen Mann und keinen verschreckten Jüngling auswies, auf und sah die Frau, die seine Rettung oder sein Tod sein mochte, an.

Sie nahm einen weiteren Zug von ihrer Zigarette und schob ihm, den Rauch ausblasend, mit ihrem Fuß die Schrotflinte von einem der toten Sklavenhändler zu.

Die Blicke der eingeschüchterten Menschen ruhten nun auf ihm, ihrem Leidensgenossen und er blickte die Amazone vor sich, über sich an, die ihm tief in die Augen sah und in seiner geknechteten Seele, elektrischen Schlägen gleich, jene Region wiederbelebte, die man als das Selbstbewusstsein, in seiner reinsten und urtümlichsten Form, bezeichnete.

Seine Fäuste, starke, aber selten genutzte Fäuste, griffen nach der ihm angebotenen Waffe. Sie packten sie, fest und entschlossen und das Nicken der Kriegerin war nicht mehr nötig, denn der befreite Sklave richtete sich, stolz und das Herz mit neuem Mut erfüllt, auf, klopfte sich den Dreck, von der Kleidung, als schüttle er sich die Schmach der Vergangenheit ab und sah der Frau, die einen halben Kopf kleiner war als er, dankbar in die Augen.

„Sag nichts. „, kam sie ihm zuvor. „Den Wölfen dieser Welt kann das Schaf nicht die Stirn bieten, wenn es ein Schaf bleibt. Merke dir das gut. „

Sie ließ den Blick noch einmal durch die Gesichter der sich nach und nach erhebenden Menschen wandern, in deren Augen ein Feuer brannte, welches just in diesem Moment, in diesem Augenblick entfacht wurde.

Die letzte Rauchwolke ausblasend, einem Drachen gleich aus Mund und Nase, warf sie den Stummel verächtlich auf den Kadaver des Führers der Menschenschinder, der nur einer von vielen seiner Art war, aber trotzdem einer der wenigen, die viele unterdrückten und ausbeuteten.

Wortlos blickten ihr die künftigen Krieger nach, als die Fremde ihren Weg fortsetzte, sich ihren Weg immer tiefer in die trostlose und sich immer weiter ausbreitende Wüste suchte.

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Drei Wünsche

Das scharfe Blatt der Axt fuhr in die Baumkerbe ein, was Holzsplitter aufsprengen ließ. Auf dem von Wurzeln durchzogenen Boden hatte sich mittlerweile eine Schicht von Rinde und abgeplatztem Baumfleisch angesammelt. Der Mann mit dem freien und schwitzenden Oberkörper zog am Stiel seines Werkzeugs und befreite die Axt aus dem Holz spendenden Lebewesen. Erneut hob er seine Waffe über die Schulter und ließ sie kurz darauf wieder niederfahren. Weitere Bestandteile des Baumes wurden aus dem Stamm gerissen und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die große Pflanze der rohen Gewalt des Holzfällers geschlagen geben musste.

Bei dem Holzfäller handelte es sich um Kenneth, einen jungen Mann in der Mitte seiner Zwanziger Jahre, der sich seinen Lebensunterhalt durch das Fällen von Bäumen verdiente. Sein Vater hatte als Holzfäller gearbeitet und vor ihm sein Großvater. Kenneth arbeitete gerne im Wald und liebte es, durch eigene Kraft etwas zu verrichten. Er würde wenig später den Baum zu Boden fällen und ihn dann zu kleineren Teilen verarbeiten. Später konnte er Bretter daraus gewinnen und diese für sich selber nutzen oder an den Schreiner im Dorf verkaufen.

Gerade als er die Axt ein weiteres Mal in den Stamm schlagen wollte, vernahm er ein leises Geräusch und er hielt in seiner Bewegung inne.

Was war das? Hatte ihn jemand gerufen oder hatte nur irgendwo ein kleines Tier im Unterholz dieses Geräusch erzeugt? Kenneth nahm an, dass er sich getäuscht hatte, und schickte sich an seine Arbeit fortzusetzen. Doch da war es wieder. Ein leises Geräusch, ähnlich dem Wimmern eines kleinen Kindes.

Es war kaum wahrnehmbar aber dennoch zu hören. Er nahm die Axt herab und ließ sie locker an seinem rechten Arm baumeln. Dann sah er sich um und stellte überrascht fest, dass bis auf Bäume und Strauchwerk des Waldes nichts zu sehen war. Was hatte er nur gehört und woher war das Geräusch gekommen?

Er strengte sein Gehör an und schließlich vernahm er erneut das leise Rufen. Kenneth versuchte zu lokalisieren, aus welcher Richtung das Geräusch kam und begab sich dann zögernd in die angenommene Richtung, die Axt weiterhin einsatzbereit in seiner Hand.

Jetzt hörte er es wieder, dieses Mal etwas deutlicher als zuvor. Jemand rief leise um Hilfe und Kenneth war sich beinahe sicher, dass die Rufe von einem kleinen Mädchen oder einer jungen Frau stammten. War etwa jemand in Not und bedurfte seiner Hilfe? Kannte er sie sogar, da sie aus dem Dorf stammte, in dem auch er lebte? Er näherte sich nun langsam den Hilferufen und nahm diese immer deutlicher wahr. „Hilfe. So hilf mir doch!“

Kenneth blieb stehen.

Wo kamen die Geräusche nur her? Er konnte rund um sich herum nichts erkennen. Nirgendwo konnte er eine Menschenseele ausmachen. Gab es in seiner Nähe etwa ein Erdloch, in das eine Frau hineingefallen war? Wie anders sollte es zu erklären sein, dass er die Frau hörte, aber nicht sah? Er machte weitere Schritte auf die Quelle des Geräusches zu und vernahm dann einen weiteren deutlichen Hilferuf. „Bitte hilf mir und befreie mich doch. „

Kenneth kam es so vor, als ob sich die Hilfe suchende Person unmittelbar in seiner Nähe befinden musste, doch er konnte noch immer nichts Ungewöhnliches erkennen.

Dann fiel sein Blick auf den Boden des Waldes und plötzlich sah er etwas, was nicht unbedingt in den Wald gehörte.

Vor seinen Füßen stand ein kleiner Käfig aus Holz, der ihn sogleich an eine Falle für Kleintiere erinnerte. Manche Jäger fingen damit Kaninchen oder Marder und ähnliches Getier. Aber daher konnten die Hilferufe doch unmöglich stammen, oder etwa doch?

„Befreie mich doch bitte. „, rief jemand und nun war sich der junge Mann ziemlich sicher, dass die Stimme aus der Falle kam.

Er wich erschrocken zurück und nahm seine Axt in beide Hände. Er hielt den Stiel krampfhaft fest, bereit, sich jederzeit zu verteidigen. „Wer ist da?“

„Ich bin hier drin gefangen. Befreie mich bitte. „, sagte die junge Frauenstimme zu ihm.

„Wo bist du?“, fragte Kenneth unsicher nach.

„Ich bin hier unten. Im Käfig. Hole mich bitte hier heraus. „, antwortete jemand. Kenneth glaubte zu träumen.

Was geschah hier vor seinen Augen? Es konnte doch unmöglich jemand in diesem Käfig stecken, der zugleich mit ihm reden konnte. Da konnte doch unmöglich ein Mensch drin sein.

„Wie bist du da rein gekommen…? Und was bist du überhaupt?“

„Komm näher und sieh in den Käfig. „, forderte ihn die Stimme auf. „Dann wirst du sehen, wer ich bin, und dass du keine Angst vor mir zu haben brauchst.

Kenneth war noch immer unsicher, aber durchaus neugierig. Er hielt sich für einen starken und mutigen jungen Mann, der sicherlich nicht vor etwas Angst haben musste, was in eine zwei Fuß lange Falle passte. Er begab sich daher auf seine Knie, die Axt immer noch in einer Hand, und robbte vorsichtig an den Käfig heran. Als sein Kopf nur noch wenige Zentimeter von der Falle entfernt war, erblickte er plötzlich ein zartes Wesen, das ihn von jenseits der Gitterstäbe traurig anschaute.

„Großer Gott. Was bist du?“, fragte Kenneth und war sichtlich erschrocken. Bei der Gefangenen handelte es sich um eine junge Frau in der Größe einer Männerhand. Ihr Körper sah zart und zerbrechlich aus. Sie wirkte allerdings auch anmutig und strahlte eine Aura der Schönheit und Vollkommenheit aus. Neben ihrem traurigen Blick nahm Kenneth ein wunderschönes Gesicht wahr, das von goldenen langen Haaren umrahmt wurde. Es fiel dem Wesen locker über die nackten Schultern.

Das kleine Wesen war beinahe unbekleidet, nur ihre Brüste und ihr Unterleib wurden von kleinen Stoffstücken bedeckt.

Kenneth entschied spontan, dass dieses Wesen ausgesprochen hübsch war und wäre sie eine junge Menschenfrau gewesen hätte man sie als äußerst ansehnlich und begehrenswert bezeichnet. Dieses Wesen war allerdings alles andere als ein Mensch, was nicht zuletzt an den beiden Flügeln lag, die Kenneth im nächsten Moment aus ihrem Rücken erwachsen sah. Das Wesen hatte tatsächlich Flügel, wie die eines Schmetterlings, nur, dass diese beinahe durchsichtig waren und glänzend schimmerten.

„Ich bin eine Fee aus dem Land der Seefeen und habe mich in diesem Wald verirrt. „, erklärte das kleine Wesen ihrem mutmaßlichen Retter. „Ich befinde mich auf den Weg Richtung Heimat und bin aus Versehen in diesen Käfig geraten. Kannst du mich bitte befreien?“

Kenneth konnte nicht glauben, dass er in diesem Augenblick ein Fabelwesen erblicken sollte. Er hatte nie an Riesen, Elfen oder Feen geglaubt, auch wenn ihm seine Großmutter früher in Geschichten immer wieder davon erzählt hatte.

Er hatte dies stets für erfundene Gutenachtgeschichten gehalten und musste nun feststellen, dass es offenbar doch Dinge im Leben gab, die überraschten und mit denen man nicht rechnen konnte. „Es gibt doch gar keine Feen. Du solltest eigentlich überhaupt nicht existieren. „

„Und dennoch siehst du mich vor dir stehen. In Fleisch und Blut. „, behauptete die Fee.

„Ich träume doch. Das kann doch nicht wirklich passieren.

„, redete Kenneth nun mit sich selber.

„Du träumst nicht, denn ich bin real. „, erklärte die Fee. „Ihr Menschen bekommt uns nie zu sehen, da wir uns zu tarnen wissen und unerkannt bleiben. Ihr lebt euer Leben und wir das Unsere. Gleichwohl beobachten wir euch und sind stets unter euch…. Befreist du mich jetzt? Es soll auch nicht zu deinem Schaden sein. „

Kenneth wurde hellhörig und sah das junge Wesen an.

„Würdest du dich bei mir erkenntlich zeigen, wenn ich dich befreien würde?“

„Wie alle Seefeen verfüge ich über magische Kräfte. „, erklärte das gefangene Wesen. „Ich kann dir Wünsche erfüllen, für Dinge, die du dir immer schon erträumt hast. „

„Das glaube ich dir nicht. „, behauptete Kenneth. „So etwas gibt es doch nicht. „

„Du hast doch auch bestimmt nicht geglaubt, dass einmal eine Fee mit dir reden würde, oder?“, fragte die Fee.

Kenneth glaubte nicht so recht an ihre Behauptung, doch er sah auch keinen Grund, das zarte Wesen noch länger gefangen zu halten. „Also gut. Ich werde dir helfen und dich befreien. „

Er öffnete den zugeschnappten Riegel der Falle und öffnete diese dadurch. Dann rückte er von dem Käfig ab und erwartete in gebührendem Abstand, dass das Wesen die Falle verlassen würde. Nach nur wenigen Augenblicken realisierte er die Bewegung am Eingang des Käfigs und plötzlich schwebte die junge Fee auf ihn zu und schlug dabei mit ihren glänzenden Flügeln um sich.

Kenneth verfolgt die Annäherung des Wesens ungläubig und glaubte immer noch zu träumen. Es konnte tatsächlich fliegen und kam nun auf ihn zu. Das durfte doch alles gar nicht sein. Er saß auf dem Waldboden, unfähig sich zu bewegen oder zu fliehen. Er starrte das Feenwesen neugierig an und schließlich befand sich dieses direkt vor seine Nase und schwebte vor ihm herum.

„Du hast mich befreit und dafür bin ich dir sehr dankbar.

„, erklärte das zarte Wesen. „Als Fee verfüge ich über magische Kräfte und aus Dankbarkeit werde ich dir nun drei Wünsche gewähren. Als Lohn für deine edelmütige Tat. „

Kenneth wusste nicht so recht, was er von dem Angebot halten sollte. Hätte man ihm erzählt, dass es Wünsche verteilende Feen geben würde, hätte er denjenigen für verrückt erklärt. Doch er hatte selber die Bekanntschaft dieses besonderen Wesens gemacht und konnte nicht abstreiten, dass es auf der Welt Dinge gab, mit denen er bis zum heutigen Tage niemals gerechnet hatte.

„Du möchtest mir also Wünsche erfüllen?“, fragte er nach. „Welcher Art?“

„Das liegt ganz in deinem Ermessen. „, stellte die Fee fest, die weiterhin auf Höhe seines Kopfes flog und ihn freudig anlächelte. „Die Wünsche müssen erfüllbar sein. Ich kann keine Kriege beenden oder Berge versetzten. Ebenso kann ich nichts erfüllen, wodurch anderen Schaden zugefügt wird. Du solltest dir etwas für dich selber wünschen. „

„Egal, was es ist?“, fragte der junge Mann nach.

„Egal, was es ist. „, bestätigte die Fee.

„Also…. Wenn ich mir jetzt einen Haufen Gold wünschen würde…. Das könntest du mir erfüllen?“, wollte er wissen.

„Aber sicher. „, erwiderte das zarte Wesen. „Du musst es nur wünschen und ich werde dir den Reichtum bescheren, den du dir erhoffst. „

„Also gut…. Dann möchte ich so viel Gold haben, dass ich für mein Leben lang ausgesorgt habe und nicht bis ins hohe Alter hinein im Wald schuften und Bäume fällen muss.

„, äußerte Kenneth seinen ersten Wunsch.

„Der erste Wunsch sei dir gewährt. „, erklärte das Fabelwesen und schlug plötzlich heftig mit den Flügeln. Um sie herum wirbelte plötzlich eine Art Goldstaub auf, der sich wie ein Wirbelwind in die Höhe erhob, der immer größer und gewaltiger wurde. Kenneth schirmte seine Augen vor der hellen Erscheinung ab und schließlich musste er sich abwenden, um nicht zu sehr geblendet zu werden. Er hörte undefinierbare Geräusche und fragte sich, was um ihn herum geschah.

Dann schließlich wurde es ruhiger und das strahlende Licht vor ihm verblasste allmählich. Kenneth öffnete seine Augen und erblickte die junge Fee, die immer noch vor ihm in der Luft schwebte. Dann fiel sein Blick auf den Boden und er erkannte die beiden großen Säcke zu seinen Füßen. Sie waren aus festem Leinen geknüpft und waren jeweils mit einer Schnur zusammengebunden. Die Säcke maßen gut zwei Fuß in der Höhe und Kenneth beugte sich herab um einen von ihnen aufzunehmen.

Er hatte nicht mit dem großen Gewicht des Sacks gerechnet und konnte ihn kaum anheben. Er ließ daher von ihm ab und sah die Fee fragend an. „Ist da Gold drin?“

„So viel Gold, dass du es kaum tragen kannst. „, beantwortete seine Gönnerin die Frage. „Du wirst bis zu deinem Lebzeitende keine Geldsorgen mehr haben. Du und deine Familie werden reich sein und niemals Hunger leiden müssen. Dies war dein erster Wunsch und ich bin froh, dass du dich so weise entschieden hast….

Wie lautet dein zweiter Wunsch?“

Kenneth stand noch immer unter dem Eindruck des ersten Wunders und konnte gar nicht so schnell entscheiden, was er sich noch wünschen sollte. Er überlegte und kam dann auf das Naheliegende. „Ich wünsche mir Gesundheit und Kraft. Starke Muskeln und einen wachen Geist. Ich möchte stark sein, wendig und ausdauernd. Mein Körper soll gestählt sein und die anderen Menschen sollen mich bewundern und Respekt vor mir haben.

„, sprach Kenneth seinen zweiten Wunsch aus.

„Wenn dies dein Wunsch ist, so werde ich ihn dir erfüllen. „, erklärte die Fee.

„Warte!“, warf Kenneth ein. „Ich möchte meinen Wunsch erweitern. „

Die Wünscheerfüllerin sah ihn lächelnd an und meinte „Dann sprich aus, was dir vorschwebt. „

„Ich möchte…, es ist mir etwas peinlich, aber…. „, druckste der junge Mann herum.

„Hab keine Hemmungen und teile mir deinen Wunsch mit. „, forderte sie ihn auf.

„Ich möchte männlich sein und von den Frauen bewundert werden. „, erklärte Kenneth.

„Das wirst du werden, nachdem ich dir deinen Wunsch nach einem kraftvollen Körper erfüllt habe. „, behauptete seine Wohltäterin.

„Es gibt etwas an meinem Körper, mit dem ich nicht zufrieden bin.

„, gab er zu verstehen und blickte an sich herab.

Die Fee erkannte, dass er auf die Vorderseite seiner Hose schaute, und sagte dann „Oh, ich

verstehe…. Also möchtest du gerne deine Männlichkeit ebenso stark und kräftig ausgestattet wissen wie den Rest deines Körpers?“

„Wenn es möglich wäre. „, gab Kenneth etwas verschämt zu. „Vielleicht nur ein paar Zentimeter mehr und vielleicht auch etwas dicker und härter.

Die Fee lächelte stumm vor sich hin und blickte Kenneth schließlich in die Augen. „Wenn dies dein Wunsch ist, werde ich ihn dir erfüllen und deine Männlichkeit wird sich ganz zu deiner Zufriedenheit entwickeln. „

„Dann erfülle mir bitte auch meinen zweiten Wunsch. „, bat Kenneth und blickte das vor ihm schwebende Wesen erwartungsvoll an.

„Dein Wunsch sei mir Befehl. „, erklärte das kleine Wesen und begann dann eifrig mit den Flügeln zu schlagen.

Die Prozedur vom ersten Wunsch wiederholte sich und Kenneth musste sich abwenden, um nicht von dem glitzernden Licht um ihn herum geblendet zu werden. Nachdem der Vorgang beendet war, öffnete er die Augen und richtete seinen Blick sogleich auf seinen nackten Oberkörper. Was er sah, beeindruckte ihn. Er war deutlich muskulöser als zuvor. Unter seiner Haut zeichneten sich kräftige Muskelbündel ab, sowohl an den Armen als auch an seinen Beinen.

Sein Oberkörper strotzte vor Muskelfleisch und er sah wesentlich kräftiger als zuvor aus. Kenneth kam sich direkt stärker vor, doch er wollte eine Bestätigung seiner gesteigerten Kraft erhalten. Er beugte sich herab und legte seine Hände um die verschlossenen Säcke mit dem Gold, die er zuvor nicht stemmen konnte. Jetzt konnte er beide Säcke ohne Probleme anheben und in die Höhe strecken. Sie fühlten sich überhaupt nicht schwer an und Kenneth war zunächst sprachlos.

Er stellte die Säcke wieder auf dem Waldboden ab und sah dann das Feenwesen an. „Du hast mich tatsächlich stärker gemacht. „

„Wie es dein Wunsch war. „, erwiderte sie mit einem freundlichen Lächeln. „Willst du nicht auch nachsehen, wie es nun um deine Männlichkeit bestellt ist?“

Daran hatte er gar nicht mehr gedacht, aber natürlich hatte er sich ja auch dort eine körperliche Verbesserung gewünscht.

Er fasste sich an die Kordel, die seine Hose zusammenhielt, und öffnete diese. Er wollte gerade in die Hose schauen als ihm einfiel, dass die Fee direkt vor ihm schwebte. Kenneth wendete sich daher von ihr ab und öffnete seine Hose. Was er erblickte, raubte ihm den Atem. Sein Penis hing schlaff an ihm herab, doch er maß gut und gerne das Doppelte von dem, was früher zwischen seinen Beinen gebaumelt hatte. Offenbar hatte ihm der zweite Wunsch einen enormen Zuwachs seiner Männlichkeit beschert und Kenneth ließ es sich nicht nehmen, sein Geschlechtsteil zu betrachten und auch zu berühren.

Es fühlte sich immer noch so wie vorher an, auch wenn die Größe eine andere war. Wie sein bestes Stück wohl im erregten Zustand aussehen mochte? Würde sein Penis dann auch doppelt so groß sein wir vorher?

„Bist du mit der Veränderung zufrieden?“, fragte die Fee ihn plötzlich und riss ihn aus seinen Gedanken. Kenneth realisierte, dass sie um ihn herum geschwebt war und ihn nun direkt ansah.

Er ließ daher rasch von seinem Penis ab und verstaute ihn wieder in seiner Hose. „Äh, ja. Ich bin sehr zufrieden… Und der bleibt jetzt so, wie er ist. „

„Sicherlich. Er wird nicht wieder kleiner. „, bestätigte die Fee. „Es sei denn, dass du es dir mit deinem dritten Wunsch wünscht. „

„Das werde ich ganz bestimmt nicht tun. „, erklärte Kenneth mit einem Grinsen im Gesicht.

Die Fee erwiderte das Lächeln und erkundigte sich nach dem letzten zu erfüllenden Wunsch. „Was soll dein letzter Wunsch sein…? Du bist nun ein reicher und stattlicher Mann. Was fehlt dir noch zu deinem Glück?“

Kenneth überlegte und sagte dann „Zu meinem Glück fehlt mir noch ein Weib, das ich lieben und mit dem ich eine Familie gründen kann. „

„Das übersteigt leider meine Kräfte.

„, erklärte die Fee. „Ich kann keine Frau für dich erschaffen und auch niemand zwingen dich zu lieben. „

Kenneth wirkte sichtlich enttäuscht. Er hatte sich schon lange eine Frau an seiner Seite gewünscht, mit der er sein Leben gemeinsam verbringen könnte. Seine bisherigen Bemühungen waren zum Scheitern verurteilt gewesen. Entweder hatten sich die jungen Frauen nicht für ihn interessiert oder die Väter der infrage kommenden Frauen hatten ihn wegen seines einfachen Berufs nicht für einen würdigen Ehemann gehalten.

Der dritte Wunsch sollte ihm nun über diese Unwegbarkeiten hinweg verhelfen.

Sein Blick fiel auf die schwebende Fee vor ihm und auf einmal hatte er eine Eingebung. So klein das Fabelwesen auch war… so wunderschön und begehrenswert erschien sie ihm. Er konnte sich sehr gut vorstellen, eine Frau dieser Art zu seinem Weibe zu nehmen. Wenn er es sich genau überlegte, erfüllte die kleine Fee nahezu alle seine Vorstellungen von seiner zukünftigen Ehefrau.

Sie müsste nur in etwa seine Größe haben. Kenneth blickte das zarte und zerbrechlich wirkende Wesen vor sich an und rang sich endlich zur Äußerung seines dritten Wunsches durch. „Ich möchte…, dass du dich in eine Menschengestalt verwandelst und fortan als mein Weib an meiner Seite lebst. „

Damit hatte die Fee nicht gerechnet und ihr Gesichtsausdruck verriet Unglaube und Fassungslosigkeit. „Das geht nicht. „

„Warum geht das nicht?“, fragte Kenneth nach.

„Ich wünsche mir, dass du dich verwandelst und nicht mehr von meiner Seite weichst. Du gefällst mir und ich wünsche mir, dass ich den Rest meines Lebens mit dir verbringen darf. „

Die Fee blickte ihn entrüstet an und meinte „Ich hatte doch gesagt, dass es ein Wunsch sein muss, der dich selber betrifft. „

„Das tut es doch, denn ich wünsche mir, dass du meine Gefährtin wirst.

„, gab Kenneth zu verstehen.

„Selbst wenn ich dir diesen Wunsch erfüllen wollte, würde es nicht gehen. „, klärte ihn die kleine Fee auf. „Ich kann mich nicht dauerhaft in ein anderes Wesen verwandeln. Ich bin und bleibe eine Seefee und kann nicht einfach zu einem Menschen werden. „

„Du hast dauerhaft gesagt. „, warf Kenneth ein. „Willst du damit sagen, dass du vorübergehend Menschengestalt annehmen könntest?“

Der Fee ging wohl auf, dass sie mehr gesagt hatte, als gut für sie war und blieb zunächst stumm.

Kenneth dachte nach und sagte dann „Wenn ich dich schon nicht für immer an meiner Seite haben kann, so will ich dich für einen kurzen Augenblick als Menschenfrau erleben. Mit meinem dritten Wunsch wünsche ich mir, dass du dich sogleich in einen Menschen verwandelst und mir zu Dienste bist. „

Die Fee suchte nach den passenden Worten, zog dann allerdings resignierend die kleinen Schultern hoch. „Ich darf leider nicht entscheiden, ob ich einen machbaren Wunsch ablehnen möchte oder nicht.

Es stimmt. Ich kann meine Gestalt für eine bestimmte Zeit verändern. „

„Für wie lange?“, wollte Kenneth wissen.

„Ich weiß es nicht bestimmt. „, gab sie zu verstehen. „Aber länger als einen Tag wird es nicht anhalten. Danach werde ich wieder meine ursprüngliche Form annehmen. „
„Dann werde für die Dauer dieses Tages meine Geliebte und verwandle dich in eine Menschenfrau. „, sprach Kenneth aus und erkannte, wie im nächsten Augenblick die Flügel der kleinen Fee zu vibrieren anfingen.

Dann flog erneut der goldene Staub vom Boden in die Luft und raubte Kenneth die Sicht. Er schirmte seine Augen mit der Hand ab und wendete sich zugleich von dem Geschehen vor ihm ab. Als dann der Zauber gewirkt hatte, richtete er seinen Blick erneut nach vorne und war gespannt zu erfahren, welche Gestalt die kleine Fee angenommen hatte. Vor ihm stand plötzlich eine atemberaubend schöne Gestalt. Nur etwa einen Kopf kleiner als er stand eine vollkommen nackte Frau auf dem Waldboden und sah ihn erwartungsvoll an.

Kenneth glaubte eine genaue Kopie der kleinen Fee in Menschengröße vor sich zu haben. Das goldene Haar fiel immer noch über ihre Schultern und die angenehmen Gesichtszüge entsprachen denen des kleinen Wesens. Unterhalb des Gesichts konnte er einen wundervoll geschwungenen Frauenkörper bewundern, der schlank und kurvenreich war, zwei feste Brüste aufwies und endlos lange Beine zu haben schien.

Kenneth bekam einen trockenen Mund und er richtete seinen Blick auf die beiden strammen Halbkugeln in der Mitte ihres Oberkörpers.

Die Warzenhöfe der ehemaligen Fee waren unscheinbar klein und unterschieden sich in ihrer Farbe kaum vom Rest der blassen, fast weißen Haut. Ihre Brustwarzen standen steil aus der Brustmitte ab und sie wirkten auf Kenneth beinahe hypnotisierend. Weiter unten erblickte er ihren haarlosen Venushügel, der oberhalb eines schön anzusehenden Schambereichs lag. Kenneth fiel nur ein Begriff ein, um ihr Äußeres zu beschreiben. „Du bist wunderschön…. Du bist glaube ich die schönste Frau, die mir je begegnet ist.

„Dann gefällt dir also, was du siehst?“, erkundigte sich die Fee in Menschengestalt.

„Du trägst noch immer deine Flügel. „, merkte Kenneth an und deutete auf dieselben Flügel, welche er zuvor bei der kleineren Ausführung der Fee zu sehen bekommen hatte. Sie waren jetzt natürlich sehr viel größer und nahmen weite Teile ihres Rückens ein. Auch jetzt schimmerten sie glitzernd und waren beinahe durchsichtig.

„Auch wenn ich meine Gestalt verändere….

Meine Flügel bleiben mir. „, erklärte sie. „Ohne diese kann ich keine Fee sein. „

Kenneth Augen wanderten erneut über den gesamten wundervollen Prachtkörper. Er bewegte sich auf das Wesen zu und umrundete es einmal. Die Fee blieb starr auf der Stelle stehen und ließ sich betrachten. Nun stand Kenneth wieder frontal vor ihr und bewunderte erneut ihr anmutiges Antlitz. „Du bist so wunderschön…. Ich würde mir wünschen, dass du für immer und ewig diese Gestalt beibehalten könntest.

„Ich wünschte, ich könnte deiner Bitte entsprechen, aber es ist, wie es ist. „, erklärte die Fee. „Was gedenkst du nun zu tun?“

Kenneth wusste das selber nicht so genau. Wenn er sich dieses aufregende Geschöpf ansah, fiel ihm sogleich etwas Naheliegendes ein. Doch durfte er von dem Wesen verlangen, dass es sich seinen Wünschen unterwarf und ihm zu Diensten war?

„Möchtest du, dass ich dir nahe bin?“, fragte die Fee plötzlich.

„Ich würde dich am liebsten in die Arme nehmen, dich halten und deinen Körper spüren. „, gestand der junge Mann.

„Wir können tun, was im Rahmen unserer Möglichkeiten liegt. „, erwiderte sie. „Wenn du willst, darfst du dich mir nähern. „

Kenneth zögerte nur kurz, dann machte er einen Schritt auf sie zu und legte schließlich seine kräftigen Hände auf ihre schlanken Arme.

Er ließ seine Hände ihre oberen Gliedmaßen entlang wandern und als er ihre Hände erreicht hatte machte er kehrt und streichelte mit den Fingerspitzen wieder die Arme hinauf. „Du hast so eine schöne weiche Haut. Das gefällt mir. „

Nun legte die zur Frau gewordene Fee ihre Handflächen auf seine harte Brust und begann diese über die darunterliegenden Muskeln zu bewegen. „Du hast jetzt einen starken und begehrenswerten Körper…. Die Frau, die einmal dein Weib sein wird, wird sicherlich ihre Freude an dir haben.

Kenneth wollte sich nicht mehr nur mit ihren Armen beschäftigen und führte seine Hände nach vorne. Er legte seine Hände auf ihren blassen Bauch und sah ihr tief in die Augen. „Darf ich deine Brüste berühren?“

„Nur zu…. Ich stehe dir ganz zur Verfügung. „, antwortete die Frau vor ihm.

Kenneth zögerte und bewegte dann seine Hände zurückhaltend nach oben. Als seine Fingerspitzen den Ansatz ihrer Brüste erreichten, spürte er ihr Zittern.

Er selber war mittlerweile gehörig erregt, was sich in dem Zustand seines nunmehr eindrucksvollen Geschlechtsteils widerspiegelte. Seine Erregung war deutlich unter dem Stoff seiner Hose zu erkennen und hin und wieder warf die Fee prüfende Blicke zwischen seine Beine.

Jetzt legte er die Hände auf die runden Vorwölbungen und begann vorsichtig über die weiche Haut zu streicheln. Die Frau hielt stand und ließ ihn gewähren. Kurz darauf begann er ihre Brustwarzen zu reizen und fand schnell Gefallen daran, ihre aufgestellten Nippel zu umspielen.

„Das gefällt mir. „, gab die Fee zu.

„Macht ihr Feen das eigentlich auch…? Ich meine, wie wir Menschen. „, wollte Kenneth wissen.

„Wir vermehren uns auch auf diese Weise, doch wir paaren uns nur zu diesem Zweck. Nicht zu unserem Vergnügen. „, behauptete die Fee.

„Empfindet ihr denn keine angenehmen Gefühle dabei?“, fragte Kenneth irritiert nach.

„Wir können sehr wohl schöne Empfindungen dabei erleben, doch dies ist nicht das Ziel unserer Zusammenkünfte.

„, meinte sie.

Kenneth wollte das Wesen noch intensiver spüren und trat einen weiteren Schritt auf sie zu. Ihre Körper berührten sich nun und seine Beule unter dem Stoff seiner Hose stieß in diesem Augenblick gegen ihren nackten Bauch. „Würdest du schöne Empfindungen erleben, wenn wir beide uns nun annähern würden?“

„Ich denke schon. „, vermutete die Gefragte und führte plötzlich ihre Hände an den Bund seiner Hose.

Kurz darauf war die Hose geöffnet und rutschte ihrem Besitzer die Beine herab. Zum Vorschein kam ein stattlicher harter Penis, der steil vom Körper ab stand und sich dadurch auf den Bauch der nackten Frau legte. Sie wich nicht zurück und richtete ihren Blick nach unten. „Ich glaube, du wirst mit der Veränderung zufrieden sein…. Soll ich dich berühren?“

Kenneth nickte stumm und sehnte sich nach der Berührung durch die Frau vor ihm.

Er konnte noch immer gar nicht glauben, dass sein Schwanz so unglaublich hart und lang gewachsen war. Sein bestes Stück maß mindestens fünf bis sieben Zentimeter mehr als zuvor und er war mehr als zufrieden mit diesem Umstand. Zudem kam er ihm dicker und härter als üblich vor, wenn sich seine Erregung zwischen seinen Beinen zeigte. Jetzt legte die Fee beide Hände auf die Erregung und ließ ihre Finger an den Seiten entlang streicheln.

„Gefällt dir, was ich mache?“

„Das gefällt mir sogar sehr gut. „, erklärte Kenneth mit erregter Stimme. „Du darfst ruhig etwas fester an ihm reiben. „

Die Frau mit der blassen Haut kam dem Vorschlag nach und bearbeitete nun seine Männlichkeit deutlich intensiver als zuvor. Eine Hand hatte sie nun um den harten Phallus gelegt, während die andere vorsichtig an seiner Spitze spielte. Kenneth selber wollte nicht untätig bleiben und nahm eine Hand von ihren Brüsten zurück und ließ sie stattdessen in ihren Schoß gleiten.

Die ausgestreckte Hand passierte den kahlen Venushügel und legte sich dann mitten auf ihre Öffnung. Kenneth spürte, wie sie den Atem anhielt, und sah sie ihre Augen schließen. Ihr Zittern belegte ihr Reagieren auf seine Berührung. Während sie weiterhin seinen Schwanz umspielte, schob Kenneth seinen Mittelfinger zwischen die Schamlippen der Fee und suchte neugierig nach der Stelle, an der jede Frau besonders empfänglich für intime Reize war.

„Oh. Das ist schön.

„, kommentierte die Fee und erzitterte bei den sündigen Berührungen. Aufgrund ihrer eigenen Empfindungen vernachlässigte sie für einen Augenblick die Bedienung ihres Partners. Dann aber besann sie sich ihrer Aufgabe und setzte das Auf und Ab an Kenneth Stab fort. Dieser bewegte seinen Finger weiter raumgreifend in ihrer Spalte umher, was ihr weitere Lustbekundungen entlockte. „Das ist schön…. Macht es euch Menschen immer so viel Spaß?“

„Mir gefällt es ausgezeichnet. „, gestand Kenneth, der selber immer geiler wurde.

„Darf ich richtig Liebe mit dir machen?“

„Ja, das wünsche ich mir. „, gab die Fee zu verstehen und ließ von seinem Stab ab. Sie drehte ihm den Rücken zu und beugte sich dann über einen Baumstumpf, sodass sie Kenneth ihr formvollendetes Gesäß anbieten konnte. Der junge Mann hatte zunächst nur Augen für die aus ihrem Rücken erwachsenden Flügel. Wie sollte er sich diesem Wesen nähern, wenn er ständig ihre Feenabzeichen vor sich sah? Doch der Drang sich mit ihr zu vereinigen war deutlich stärker als seine Vorbehalte und so näherte er sich ihr und umfasste ihre Taille mit seinen starken Händen.

Seine Männlichkeit wippte vor lauter Erregung auf und ab und stieß schließlich gegen ihre runden Backen. Ohne mit der Hand nachzuhelfen erreichte seine Spitze das Ziel und ganz langsam und ohne Hektik schob Kenneth dann sein Becken nach vorne, wodurch seine harte Lanze tief in die Öffnung der Fee dringen konnte.

„Oooaaah, jaaaa, mmmmh. „, kommentierte die Empfängerin seines Stabes und ihre undefinierbaren Äußerungen ließen keinen Zweifel an ihrer Erregung aufkommen.

Als Kenneth feststellte, dass er vollends in sie eingedrungen war, obwohl sich noch ein gutes Stück seiner Männlichkeit außerhalb befand, begann er sachte zu stoßen und nahm schließlich einen stetigen langsamen Rhythmus auf.

„Ja, das ist schön…. Mmmmmmh. „, ließ die Fee verlauten, während Kenneth seine Freude an dem Akt eher zurückhaltend bekundete.

Immer wieder stieß er zu, mal vorsichtig, ein anderes Mal kraftvoll. Seine Geliebte reagierte auf jeden Schub und artikulierte sich im Gleichklang zu seinen Bemühungen.

Kenneth nahm wahr, wie seine Erregung immer stärker wurde und er war sich sicher, dass er bald zu einem befriedigenden Ende kommen würde. Doch plötzlich entzog sich die Fee von ihm und drehte sich um. „Darf ich mich auf dich setzten? Ich würde dir gerne dabei in die Augen schauen. „

Kenneth war dies nur Recht, solange er sich weiter mit diesem traumhaften Geschöpf vergnügen durfte. Er legte sich rasch auf den Waldboden und erwartete die Nackte über sich kommen.

Die Fee schlug einmal mit den Flügeln und stellte sich dann breitbeinig über ihn. Dann senkte sie ihren Körper herab und Kenneth verfolgte ihre Bewegungen während er intensiv ihre sich öffnende Weiblichkeit musterte.

Jetzt hatte ihr Schoß seine aufgestellte Lanze erreicht und sie ließ sich direkt über dieser auf ihn fallen. Beide stöhnten im Rahmen ihrer Vereinigung lustvoll auf und die Frau auf Kenneth wartete nicht lange ab, sondern nahm sogleich einen sanften Ritt auf.

Kenneth versank immer tiefer in seine Ektase und diese Art der Vereinigung gefiel ihm sogar noch viel besser als die Vorherige. Nunmehr konnte er ihr schönes, von Lust verzerrtes, Gesicht beobachten. Auch ihre im Gleichklang schwingenden Brüste regten seine Libido an und brachten ihn noch näher an einen erlösenden Moment heran. Plötzlich begann sie schneller auf ihm zu hüpfen und Kenneth ging davon aus, dass auch die Fee nicht mehr allzu lange auf ihren schönen Augenblick warten musste.

Sie atmete schwer und schlug immer wieder mit den Flügeln während sie unbeirrt auf dem jungen Mann ritt.

Kenneth spürte seinen Abgang kommen und warnte „Ich kann nicht mehr…. Bei mir ist es jetzt soweit. „

Daran störte sich die Frau auf ihm nicht und ritt immer weiter auf und ab, wobei sich ihre Bewegungen deutlich unkoordinierter erwiesen als noch vor wenigen Augenblicken. Dann kam es ihm und er entlud seine Säfte in die seinen Penis umschließende Weiblichkeit des Fabelwesens.

Als ob sie seinen warmen Samen spüren würde, stöhnte die Frau laut auf und ließ ihrerseits einen gelungenen Höhepunkt erkennen. „Oja, es ist jetzt soweit…. Aaah!“

Kenneth hatte bereits alles, was er an Körpersäften zu bieten hatte, abgesondert und war vollkommen leer gepumpt. Die Fee ließ es nun auch langsamer angehen und erfreute sich an den Ausläufern ihrer Lust.

Sie blieb noch einen Augenblick auf ihm sitzen, dann schlug sie mit den Flügeln und erhob sich von dem nackten Mann.

Kenneth harte Männlichkeit kam zum Vorschein und er betrachtete seinen glänzenden Liebesstab. Nun stand die Fee vor ihm und auch er erhob sich vom Waldboden. Sie traten aufeinander zu und Kenneth legte seine Hände auf ihre nackte Taille. „Das war ganz wundervoll. „

„Mir hat es auch sehr gut gefallen. „, erklärte das Fabelwesen mit einem freudigen Lächeln auf den Lippen. Sie sah einfach nur wunderschön und hinreißend aus und Kenneth begehrte sie noch viel mehr als noch vor wenigen Augenblicken.

„Können wir das wiederholen?“

Ihre Antwort war ein Lächeln und dann sagte sie „Wir können es solange tun, bis ich wieder meine ursprüngliche Gestalt annehmen muss. Wenn du möchtest, begleite ich dich zu deiner Behausung und leiste dir noch eine Weile Gesellschaft. „

„Ich wüsste nicht, was ich lieber tun würde. „, erwiderte Kenneth und nahm die nackte Feenfrau bei der Hand.

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Die Sonnenblumenmagierin

Die Sonnenblumenmagierin — im Namen der L(Tr)iebe

Kapitel I

Die Akademie der Magie

Die grünen Hügel Zeriskas wichen mit jedem Kilometer mehr und mehr der weiten, offenen Steppe und gaben schließlich den Blick auf die fünf gewaltigen Türme der Akademie von Horoktan frei, die in strahlendem, sauberem und erhabenem Weiß ein gutes Stück des Horizonts erfüllte. Die Türme glänzten fast wie poliertes Elfenbein und wanden sich scheinbar in einer architektonischen Meisterarbeit um sich selber in den endlosen, blauen Himmel, über den Wolken in reinem Weiß zogen.

Je näher Xyari der kleinen Stadt kam – denn die Akademie war nichts anderes – umso mehr spürte sie, dass etwas in der Luft lag. Die junge Frau spürte eine allgegenwärtige magische Präsenz, die jeder mit nur einem Funken Magie in sich spüren konnte. Es war ein kaum merkliches, doch ständig präsentes Kitzeln im Nacken, wie ein sanfter, zarter Hauch. Die nächste größere Stadt lag gut einen halben Tag entfernt. Hügel und die weite flache Steppen reichten bis zum Horizont.

Vielleicht lag die Akademie auch deshalb so weit abseits in der Wildnis, damit nicht allzu viele „gewöhnliche“ Menschen unbeabsichtigt mit der Magie in Berührung kamen, welche die Schüler und Schülerinnen hier bewusst — oft auch unbewusst — freisetzten, wenn sie in ihren Fähigkeiten geschult wurden.

Die steinernen Mauern der Akademie wuchsen in die Höhe und gaben der ganzen Anlage etwas dauerhaft wehrhaftes, denn wenn es zu einer Invasion kam, wäre dieser Ort der Magie wohl eines der ersten Ziele eines potentiellen Angreifers, um dem Königreich ihre stärksten Kämpfer und die Säule ihrer Verteidigung zu nehmen.

Ehrfürchtig staunend blieb die junge Frau auf einer Anhöhe stehen und setzte sich schließlich auf den mit kurzen, grünen Steppengras bewachsenen Boden, welches seitlich an ihren nackten Oberschenkeln und Waden kitzelte. Von Respekt erfüllt, betrachtete sie die Gebäude und beeindruckenden Türme der großen Anlage. Die Luft roch angenehm würzig nach Blumen und Xyari wandte sich einer der goldgelben Blüten zu und schnupperte daran. Als die Blume sich unter ihrer Nase befand, bemerkte sie, wie sich die Blütenblätter einrollten, als würden sie leben und sich fürchten.

„Das ist lustig. „, kicherte sie halblaut zu sich selbst und berührte die Blütenblätter vorsichtig mit einer Fingerspitze und fuhr den Stängel entlang. Ihr verträumter Blick wanderte wieder zu den weitläufigen Anlagen der Akademie, die noch einige Kilometer entfernt lag, aber aufgrund ihrer Weitläufigkeit und Größe bereits jetzt gut zu erkennen war. Von ihrem Standpunkt aus winzig wirkende Gestalten liefen zwischen den Gebäuden umher, in angelegten Übungsfeldern und zwischen sanft ansteigenden Hügeln westlich der Akademie erkannte sie außerdem flache, einfache Gebäude in denen ebenfalls brodelndes Leben zu herrschen schien, denn hin und wieder zuckte ein Feuerball, eine Wasserfontäne oder etwas ähnliches unter einem der Dächer hervor.

„Ob es so eine gute Idee gewesen war herzukommen?“, fragte sie sich unsicher und nervös. Aber andererseits, ihre Familie brauchte das Geld, dass man ihrem Vater geboten hatte, wenn sie im Namen des Königs hier studierte, ihre Fähigkeiten entwickelte und in seine Dienste stellte. Die Magier waren schon immer das Rückgrat von Zeriska gewesen, der Garant, dass kein Nachbar auf die wirklich dumme Idee kam, das Land der grünen Hügel und der Steppe anzugreifen.

Natürlich gab es hin und wieder kleinere Gruppen von Plünderern oder auch einmal eine herumziehende Sippe Orks, die Streit und den Kampf suchten, aber meist war es nur eine Sache von wenigen Wochen, bis eine Gruppe Magier und Ritter die Marodeure aufgescheucht und zerschlagen hatte.

Seufzend und mit einem gewissen Heimweh, denn sie war schon fast zwei Wochen unterwegs, ließ Xyari sich zurücksinken, um ihre Ankunft noch ein wenig hinaus zu zögern, und starrte in den wasserblauen Himmel und begann, die Wolken zu zählen.

Sie war gerade siebzehn, damit fast schon zu alt für den Beginn der Ausbildung zur Magierin, aber natürlich war es nicht unmöglich, geschweige denn allzu ungewöhnlich. Aber erst in den letzten zwei Jahren hatten sich doch dezente, jedoch eindeutige Anzeichen dafür gezeigt, dass sie über eine magische Begabung verfügen mochte. Jedenfalls hatte es genug Gerüchte gegeben, so dass einer der königlichen Werber, die ständig auf der Suche nach magischen Talenten durchs Land reisten, auf sie aufmerksam geworden war.

Er hatte die 800 Zar an ihre Familie gezahlt und Xyari damit quasi verpflichtet, die weite Reise zu der Akademie auf sich zu nehmen, um sich vor dem Rat auf ihre Fähigkeiten hin prüfen und wenn möglich ausbilden zu lassen. Damit war sie in der moralischen Pflicht, das Bestmögliche zu versuchen, denn so eine Summe war nur schwer zurück zu zahlen, schon gar nicht für einfache Leute wie ihre Familie.

Ein Kitzeln an ihrer Hand ließ sie aus ihren Tagträumen erwachen.

Die Blume hatte aus einem Seitenstiel, den Xyari versehentlich abgeknickt hatte, einen neuen Stiel ausgebildet, an dem bereits winzige Knospen gewachsen waren.

„Unglaublich. „, raunte sie erstaunt und drückte mit zwei Fingern eine Mulde in den Boden und grub die sonnengelbe Blume wieder ein und verschloss das Loch. Wie als würde sie sich bedanken wollen, rollten sich die Blätter der Pflanze so weit wie möglich auf und der Blütenkelch reckte sich ihr entgegen.

Mit einem Finger umkreiste sie die Pflanze, die ihr langsam aber stetig zu folgen schien. Eine intelligente Blume, durchzuckte sie die Erkenntnis. Vielleicht waren die Pflanzen hier durch die allgegenwärtige Magie im Laufe der Zeit so verändert worden, dass sie selber eine gewisse Intelligenz entwickelt hatten.

„Ich muss nun weiter. „, flüsterte sie als würde jeder laute Ton der Pflanze schmerzen. Vorsichtig stand sie auf und lief dann weiter und ließ die Blume hinter sich zurück.

Als sie etwa zehn Meter entfernt war, hörte sie ein leises Zischen gefolgt von einem dumpfen Laut und dem Geräusch herumspritzender und herabregnender Erdbrocken. Xyari fuhr herum und sah noch, wie einige Flammenzungen aus einem Erdloch zuckten und dann verloschen. Der mentale Todesschrei der Blume erklang schmerzhaft verzweifelt für einige Momente in ihrem Kopf, dann ebbte er ab. Ein junger Mann schlenderte gelassen über den Hügel und hob grüßend eine Hand.

Er hatte schwarzes, streng nach hinten gekämmtes Haar und einen schwarzen Überwurf mit silbernen Emblemen, die von nicht unbeträchtlichem Reichtum seiner Familie zeugten. Alleine eines der silbern gestickten Ornamente oder Verzierungen auf dem teuren schwarzen Seidenstoff war mehr wert, als alles was Xyari besaß — oder je besitzen würde.

„Hey du, auch auf dem Weg zur Akademie, oder hast du dich nur verlaufen?“ Der junge Mann musterte Xyari ungeniert und mit einer gewissen Überheblichkeit.

Anscheinend hatte er sich mehr von seinem Auftritt versprochen, denn anstatt vor Erstaunen und Ehrfurcht erstarrt, wirkte Xyari eher erschrocken. Die blonde junge Frau starrte entgeistert auf den Krater, in dem noch einige verbrannte Stücke Gras glommen und dünne, weißblaue Rauchfäden in den Himmel schickten.

„Wieso hast du…?“, stotterte sie und die ersten Tränen suchten sich ihren Weg über ihre Wangen. Der junge Mann blickte sie erstaunt an, begriff gar nicht, um was es ging und wieso sie weinte.

„Was ist los? Hast du dich verlaufen?“ Er trat näher und legte einen Arm um sie, doch sie entzog sich ihm.

„Lass mich! Du hast die Blume getötet!“ Der gut gekleidete junge Mann blickte sie erstaunt an, dann brach er in schallendes Gelächter aus.

„Blume getötet? Bist du verrückt, Mädchen?“ Lachend ließ er einen kleinen Feuerfunken in seiner Hand entstehen. „Ich werde einmal der größte Feuermagier des Landes.

Eigentlich bräuchte ich die Akademie gar nicht…“ Xyari beugte sich über das kleine Erdloch, das etwa so groß war wie ihre beiden Hände zusammengenommen. Von der Blume war nichts mehr übrig, etwas Asche ausgenommen. Sie schaufelte das Loch zu und strich mit den Händen darüber und glättete den Boden.

„Du spinnst doch. „, bemerkte der junge Mann genervt hinter ihr und verschwand achselzuckend.

Xyari erreichte die Akademie etwa eine Stunde später, die Tränen waren getrocknet, doch der mentale Schrei der kleinen Pflanze war immer noch als kaum wahrnehmbares Echo in ihrem Kopf vorhanden.

Gerade so, dass sie die Angst und Todesfurcht der Pflanze erahnen und nicht so schnell vergessen würde. Die gewaltigen stählernen Tore der Akademie schwangen fast wie von Geisterhand vor ihr auf. Mehrere Männer in Roben erwarteten sie und flankierten den Weg. Ein älterer Mann trat auf sie zu, warf einen kurzen Blick auf ein Pergament und nickte dann gelassen.

„Xyari von Teracume. Du wirst bereits erwartet, folge mir bitte. “ Woher er ihren Namen wusste, konnte sie nur erahnen, wahrscheinlich verfügte man hier über jeden Schüler, den man erwartete, eine genaue Beschreibung.

Sie schulterte ihren Rucksack und folgte dem Mann zu einem der großen, mehrstöckigen Gebäude. Hinter ihr fiel das gewaltige Tor mit einem leisen Knirschen wieder zu und nahm ihr die Entscheidung umzukehren aus der Hand. Neben Schülern, die herumstanden und sich leise unterhielten, waren auch viele der Robenträger unterwegs, einige mit Pergamenten, andere mit Paketen oder anderen Tragelasten. Sie schienen eine Art Hilfskräfte zu sein, mutmaßte Xyari. Der Mann, der sie führte, brachte sie schließlich zu einem dreistöckigen, lang gezogenen Gebäude aus grauem Stein, das von blütenweißen Marmorplatten, die den obersten Stock umrundeten, gesäumt war.

Die gewaltigen Türme standen in der Mitte der Anlage und waren gute fünfhundert Meter von dem Gebäude entfernt, vor dem sie nun ehrfürchtig den Kopf in den Nacken legte, um das bronzefarbene Dach zu bewundern, in dessen poliertem Glanz sich die Sonne widerspiegelte. Auf ihrem Weg hatte die junge Frau Geschäfte mit Kleidung, zwei Tavernen und andere Gebäude bemerkt.

„Du bekommst hier alles, was du brauchen könntest, von exotischen Früchten über Stoffe bis zu magischen Hilfsmitteln und anderem.

Bei bestimmten Dingen brauchst du aber die schriftliche Erlaubnis eines Lehrmeisters, da einige Gegenstände nicht ganz billig und leicht zu bekommen sind…“ Vor dem Eingang des Gebäudes hielt der Mann an und deutete mit einer Hand darauf. „Du wohnst im Erdgeschoss, Zimmer 27. Mach dich etwas frisch, schau dich um und komm gegen sechs Uhr heute Abend in den großen Versammlungssaal. Wenn du den Weg nicht weißt, frag jemanden. Er ist nicht schwer zu finden, einfach in der Mitte der Stadt das große Kuppelgebäude.

„Danke vielmals“, antwortete Xyari höflich und verneigte sich leicht. Der Mann hob eine Augenbraue als Zeichen der Verwunderung, lachte kurz und verschwand dann zurück in Richtung des Eingangs um einen weiteren Schüler zu begrüßen.

Als sie sich herumdrehte, um das Gebäude zu betreten, bemerkte sie den jungen Mann, der die Blume verbrannt hatte. Mit abschätzendem Blick lehnte er an dem Türrahmen, die Hände in den Taschen.

„Na, den Weg gefunden?“

Xyari blieb für einen Moment der Mund offen, dann nickte sie.

„Ja, danke. “ Sie schob sich an ihm vorbei und für einen Moment begegneten sich ihre Blicke und sie bemerkte das kühle, berechnende Glitzern in den grauen Augen des jungen Mannes, was ihr einen Schauer über den Rücken jagte. Er war einen Kopf größer als sie und ziemlich gut aussehend, aber kein besonders rücksichtsvoller Mensch.

Die Sache mit der Blume würde sie ihm wohl noch länger nachtragen, das wusste sie in ihrem Inneren. Aber musste man nicht verzeihen? Und jedem Menschen eine zweite Chance geben? Sie erstarrte, als sie seine Hand auf ihrem Po spürte. „Wir sehen uns noch, meine Süße. “

Sie beschleunigte ihre Schritte und verschwand in dem Gebäude, in ihrem Rücken spürte sie seinen bohrenden, schmutzigen Blick.

Mit klopfendem Herzen erreichte sie die Tür von Zimmer 27.

Das Gebäude war in gutem Zustand, die Wände weiß getüncht und marmorne Säulen zierten etwa alle fünf Meter beidseitig den Gang. Magische Runen verschönerten die Wände als Schmuck, jedoch konnte Xyari die kryptischen Zeichen nicht lesen, geschweige denn sagen, was sie bedeuteten oder ob es nur Kritzeleien waren oder gar zotige Sprüche in einer anderen Sprache. Erst jetzt wurde ihr bewusst, dass sie nicht mal das unterscheiden konnte. Sie hatte viel, sehr viel zu lernen.

Aber sie war gewillt, alles zu tun, um zu lernen und ihren Lehrern keine Probleme oder Gründe zur Unzufriedenheit zu bieten. Sie klopfte an der Tür mit der weiß aufgemalten 27 und wartete.

Die Tür wurde nach einer halben Minute geduldigen Wartens ruckartig aufgerissen, eine schwarzhaarige Mitschülerin streckte den Kopf heraus und blickte Xyari mit funkelnden Augen missmutig an.

„Was?“ fauchte sie alles andere als höflich, musterte die blonde, zierliche junge Frau dann aber etwas freundlicher.

Anscheinend hatte sie jemand anderes erwartet, denn ihre eisige Miene entspannte sich etwas.

„Was willst du?“ Das klang zwar immer noch nicht wirklich nett, aber vielleicht war das einfach die Art der Fremden und sie meinte es nicht böse. Xyari wusste nicht, was sie antworten sollte, deswegen blickte sie den Flur entlang, doch niemand war hier, der ihr helfen konnte.

„Ich soll wohl mit dir auf einem Zimmer sein…“, stotterte sie und fühlte, wie die Blicke der Unbekannten sie sezierten.

Die Tür öffnete sich etwas weiter und die junge Frau, die ungefähr so alt sein musste wie Xyari, trat auf den Flur, sah sich kurz um und wandte sich wieder der Blonden zu.

„Dann komm rein, oder willst du auf dem Flur übernachten? Also beweg dich. “ Sie drehte sich um, ohne weiter auf Xyari zu achten und ging zurück in das Zimmer. Es war wesentlich größer als Xyari vermutet hätte, mehr als dreimal so groß wie ihre eigene kleine Kammer zuhause.

Drei Betten standen im Raum verteilt, dazwischen waren Schränke als halbwegs brauchbare Zwischen- und Sichtschutzwände aufgestellt. Ein Tisch mit mehreren Stühlen stand an einem großen Fenster, durch das die Mittagssonne hereinfiel. Eine kleine Tür zeugte davon, dass es noch einen weiteren Nebenraum geben musste oder vielleicht auch einfach einen Durchgang zum nächsten Zimmer. „Such dir eines der freien Betten aus, meins ist das da hinten an der Wand. “

Xyari warf ihren Rucksack auf eines der Betten und trat ans Fenster.

Draußen eilten Menschen vorbei, andere unterhielten sich und Gesprächsfetzen drangen durch das geöffnete Fenster zu ihr herein. Die Schwarzhaarige trat an Xyari vorbei und schloss das Fenster mit einem Ruck. „Das nervt. Dieser Lärm. Scheiß Zimmer. “ Sich an ihre Manieren erinnernd, drehte sich Xyari zu der anderen um und streckte ihr die Hand höflich entgegen.

„Ich bin Xyari aus Teracume. Freut mich. “ Sie setzte ein Lächeln auf, doch die Schwarzhaarige dachte gar nicht daran, dies zu erwidern.

Sie berührte kurz die Hand der Blonden und stieß ein „Óurani“ hervor. Dann ging sie zurück zu ihrem Bett, dass in eine Ecke gerückt, und von einer Seite von einem Regal abgeschirmt war, und setzte sich im Schneidersitz darauf. Erst jetzt bemerkte Xyari die, nach ihrer Meinung, doch recht ungewöhnliche Kleidung ihrer Zimmerkameradin. Sie trug ein knapp sitzendes schwarzes Stoffoberteil, das ihre – alles andere als kleinen – Brüste betonte und in Form hielt.

Damit würde sie wohl in einer normalen Stadt oder gar Dorf mehr als nur Aufsehen erregen. Das Oberteil wurde in der Mitte mit mehreren schwarzen Schnüren zusammengehalten, zwischen denen man die Rundungen ihrer Brüste sah. Eine silbergraue Kette hing um ihren Hals und war das einzig Nichtschwarze an ihrer Erscheinung. Ihr Rock, aus schwarzer Seide war an den Seiten geschlitzt und reichte bis knapp über die Knie. Ebenfalls schwarze Ornamente verzierten den Stoff, die mal sichtbar, mal unsichtbar wie von Geisterhand mit dem Untergrund verschmolzen.

Xyari begann auszupacken und versuchte, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten, die auf sie einstürmten. So eine Kleidung wie sie Óurani trug, würde sie zum Gesprächsthema ihres ganzen Heimatdorfes machen, so etwas konnten sich wirklich nur Magier erlauben. Xyari zog ihren Reisemantel aus und hängte ihn auf einen der kreuzförmigen Holzständer, die neben den Schränken standen, und begann, den Reisestaub von ihrem abgetragenen Gewand abzuklopfen und einzelne Grashalme, die daran kleben, abzuzupfen. Die Stille im Zimmer war fast beängstigend, und Xyari beschloss, diese endlich zu durchbrechen.

„Wo kommst du eigentlich her? Bist du auch hier wegen der Aufnahmeprüfung?“

Der genervte Blick von Óurani durchbohrte Xyari fast, und sie zuckte zusammen. „Was willst du? Siehst du nicht, dass du störst?“ Xyari kam näher und beobachtete, was die junge Frau tat. Oder eher nicht tat. Sie saß scheinbar einfach nur da, die Beine im Schneidersitz und die Augen wieder geschlossen.

„Was tust du da?“ Óurani öffnete ein Auge halb und schielte zu der nervigen kleinen Blonden neben ihr.

„Ich meditiere und versuche, meine Fähigkeiten zu kanalisieren, wenn du es genau wissen willst. “ Ein knappes Seufzen folgte der Erklärung.

„Also bist du eine Magierin?“

„Bei Tarsá“, seufzte Óurani ergeben und drehte den Kopf ein Stück und musterte die junge blonde Frau halb interessiert. Xyari trug einen einfaches weißes Hemd, eine schmucklose kurze Hose und abgelaufene Stiefel aus Wildleder. Die blonde, schulterlange Mähne war mit einer großen roten Schleife zusammengehalten und gab ihr etwas kindlich-braves.

„Nein, ich bin keine Magierin. Ich bin hier zum Kochen. “ Xyari lachte.

„Oh toll, ich habe seit heute morgen nichts mehr gegessen, was gibt’s denn heute?“ Die Schwarzhaarige rollte mit den Augen. „Dich, wenn du mir weiter auf den Geist gehst. “ Als Xyari sie verständnislos ansah, fügte Óurani seufzend hinzu: „Natürlich bin ich eine Magierin, du dummes Ding. Wäre ich sonst hier?“ Xyari lachte und schüttelte den Kopf.

„Glaube ich eher weniger, oder?“ Sie lächelte so ergeben liebenswürdig, dass Óurani für einen Moment von so viel offener Freundlichkeit überrascht war. Xyari setzte sich neben sie und grinste immer noch wartend, streckte ihr dann die Hand hin.

„Lass uns Freunde sein, ja?“ Óurani starrte auf die Hand, dann wieder dem blonden Mädchen in die Augen.

„Du bist eine ganz schöne Nervensäge, weißt du das? Und ich kenne dich erst seit zehn Minuten.

“ Xyari nickte verblüfft.

„Das bekomme ich öfters gesagt, warum nur?“ Sie streckte Óurani die Hand immer noch hin und diese ergriff sie schließlich in dem Bewusstsein, dass der kleine Quälgeist wohl eher keine Ruhe geben würde. „Mal sehen“

Damit schien Xyari sich, zumindest vorerst, zufrieden zu geben und strahlte wie die Sonne beim Sonnenaufgang.

Während Xyari ihre wenigen Habseligkeiten verstaute und andere Kleidungsstücke säuberlich aufhängte oder in den Schrank legte, war Óurani zum Fenster geschlendert.

Den Kopf auf den Armen liegend, blickte sie verträumt hinaus und ließ den Blick scheinbar ziellos über die Menschen streifen. Vor dem Gebäude war ein schmaler Streifen aus Blumen, dahinter war ein breiter Hof zu sehen, in dessen Zentrum ein kleiner steinerner Springbrunnen stand, in dessen Mitte eine stilisierte Magierfigur stand, aus deren Zauberstab das Wasser lief.

„Du hast da einen Riss in deinem Rock“, bemerkte eine Stimme hinter ihr und Óurani wurde aus ihren Träumen gerissen.

„Was?“ Xyari hob als Antwort den fein gearbeiteten Rock der Angesprochenen ein Stück an und zog den Stoff mit zwei Fingern ein Stück auseinander und zeigte Óurani den klaffenden Riss. „Ach da, aber was soll’s“, erwiderte diese lapidar und bettete den Kopf zurück auf ihre Arme und richtete den Blick wieder in die Ferne. „Ich kann das nähen, wenn du willst. “

Erneut hob sie den Kopf und blickte die Blonde prüfend an.

Versuchte die Nervensäge sich einzuschmeicheln?

„Ich war Schneiderin bei mir zu hause in Teracume. Oder habe zumindest viel genäht für eine ältere Frau, die Schneiderin war. “ Bevor sich Óurani eine Ausrede ausdenken konnte um Xyari loszuwerden, hatte diese bereits Nadel und Faden aus ihrem Rucksack gezückt, und begonnen den Schaden zu reparieren. Es dauerte nicht mal eine Minute und der Riss war verschwunden und nur bei sehr genauem Hinsehen konnte man überhaupt erkennen, dass hier einmal etwas kaputt gewesen und ausgebessert worden war.

Óurani bedankte sich knapp und starrte dann wieder aus dem Fenster.
„Heimweh?“ Sie drehte den Kopf und blickte die kleine Blonde nachdenklich an. „Redest du eigentlich immer und immer und immer?“

„Nun ja, oft. „, gab Xyari lächelnd zu.

„Na wunderbar. „, seufzte ihre Gegenüber und starrte wieder nach draußen. Als Xyari zufällig einen Blick aus dem Fenster warf, sah sie den unangenehmen Kerl von zuvor, der vor einer Gruppe einen Feuerball auf seiner Handfläche tanzen ließ.

Ihre Blicke trafen sich für einen Moment, dann zog sich Xyari schleunigst zurück. Mit diesem jungen Mann würde es wohl noch einige Probleme geben, das spürte sie tief in ihrem Innersten.

Die Turmuhr des Hauptgebäudes schlug sechs Mal dumpf und dröhnend, bevor die beiden jungen Frauen gemeinsam zum großen Versammlungsplatz in der Mitte der großen Anlage gingen. Der Saal war in einem großen Gebäude untergebracht, das von einer imposanten Kuppel gekrönt wurde, aus der ein einzelner, gewaltiger Hauptturm ragte.

Das Bauwerk selber lag auf einem kleinen Hügel inmitten der Akademie und wurde durch weitere, ebenso auffällige wie gewaltige burgähnliche Gebäude flankiert. Mehrere große, bis zu zehn Meter breite Treppen säumten den Hügel und führten nach oben. In gewissen Abständen standen Männer und Frauen, die die Schüler einwiesen oder zu den verschiedenen Eingängen des Bauwerks schickten. Xyari und Óurani wurden von einem der Robenträger zum südlichen Eingang geschickt und betraten durch dessen Torbogen dann das Gebäude.

Die beiden jungen Frauen durchquerten den Vorraum und erreichten schließlich den ovalen Hauptsaal, der auch von innen beeindruckend wirkte. Ein Obergang säumte in etwa fünf Metern Höhe den Raum, auf dem Schüler und Schülerinnen der älteren Semester saßen und auf die Neuankömmlinge herabblickten. Xyari fühlte sich etwas unwohl und rieb sich über die Arme. Óurani stand gelangweilt einige Schritte entfernt und ließ die Ansprache des Meisterkollegiums über sich ergehen wie die Strafpredigt eines Lehrers, der sich über mangelndes Interesse beschwerte.

Der Erzmeister hielt eine kurze, fordernde Rede und verdeutlichte, was es für eine Ehre — aber auch für eine Pflicht war, hier sein zu dürfen. Jeder musste das Beste geben, und es war keine einfache Ausbildung, sondern verlangte Schweiß, Ausdauer und Durchsetzungsvermögen. So erfuhr Xyari das erste Mal von den verschiedenen Magieklassen, in die die neuen Schüler eingeteilt werden würden. Diese Klassen bestanden aus den jeweiligen magischen Grundattributen, für die jeder magisch begabte Schüler schließlich erwählt wurde.

Je nach den Fähigkeiten und nach einer ganzen Zahl von Tests, wurde man Feuer-, Wasser-, Wind- oder Erdmagier. Das waren die Hauptkategorien, es gab noch einige seltene Dinge wie Naturmagie und arkane Magie, aber diese Fähigkeiten waren noch seltener als überhaupt die Affinität der Menschen zur Magie. Die Ansprache dauerte etwa eine Stunde und Xyari hörte mehr oder weniger aufmerksam zu. Die Gruppen über ihnen schienen jeden einzelnen der unzähligen Hundert Schüler genau zu studieren und mit Blicken zu sezieren.

Einige führten hin und wieder kleinere magische Tricks vor, wie aufglühende Feuerfunken, Windstöße, die sich sichtbar ballten, oder ähnliches. Diese Tricks waren dafür gedacht, die Neulinge etwas einzuschüchtern, aber obwohl sie das wusste, fühlte sich die junge Frau nicht gerade besser. Vor allem, als sie den jungen Mann mit den schwarzen Haaren bemerkte, der etwas entfernt gelangweilt und mit verschränkten Armen der Rede lauschte. Er war also auch ein Schüler hier. Keine gute Aussicht.

Nach einer weiteren halben Stunde wurden sie entlassen und liefen zurück zu ihren Unterkünften. Während der nächste Tag noch zum Eingewöhnen gewährt worden war, begann der Unterricht, wie immer der auch aussehen mochte, am Tag darauf.

„Das hört sich nicht gerade einfach an. „, bemerkte Xyari nachdenklich und warf einen fragenden Blick zu Óurani, die mit hinter dem Kopf verschränkten Armen schlenderte. Sie warf der Blonden einen kurzen Blick zu.

„Ach was. Das geht schon. Was soll’s. “ Die vordergründige Ruhe ihrer Zimmerkameradin war schon fast beunruhigend, fand Xyari. Und doch schien gerade diese Ruhe und Gelassenheit zumindest etwas tröstend.

Der nächste Tag war jedoch keineswegs völlig frei und zum Ausschlafen gedacht, wie Xyari am nächsten Morgen erfahren durfte. Ein Bote überbrachte ihr die Nachricht, dass sie sich in einer Stunde auf einem der Plätze einzufinden hatte, um dort überhaupt in eine der magischen Klassen eingeteilt zu werden.

Während sich Xyari auf den Weg machte, überlegte sie fieberhaft, welche magische Disziplin schließlich für sie herauskommen würde. Feuer? Wind? Erde? Wasser? Jede der Fähigkeiten hatte ihre Vor- und Nachteile, aber klar war, dass sie sich Mühe geben musste, um die Erwartungen, die in sie gesetzt wurde, zu erfüllen. Sie fieberte dem Test entgegen und fand sich mit einer ganzen Zahl an Schülern, etwa zwanzig, auf dem besagten Platz ein. Aus der Erklärung des Lehrers hörte sie heraus, dass es eine ganze Reihe dieser Plätze gab, wo man sich um die Schüler kümmerte, um ihre Fähigkeiten zu kategorisieren.

Und wieder war dieser freche unverschämte Kerl in ihrer Nähe. Es war wie ein Fluch. Er stand mit verschränkten Armen da und beobachtete stumm und mit einem gewissen, arroganten Lächeln die Aufgaben, welche die Schüler unter Aufsicht von Lehrern und höheren Schülern lösen mussten. Er war schließlich an der Reihe, doch noch bevor die Lehrer ihm etwas erklären konnten, formte er mit einer Hand einen Feuerball und warf ihn auf eine der Übungsscheiben. Die Holzscheibe ging in Flammen auf und brach schließlich funkensprühend in sich zusammen.

Während einer der älteren Schüler das Feuer mit einem Zauber löschte, wandte sich der Lehrer dem jungen Mann zu. Er war etwas verärgert, aber auch sichtlich beeindruckt.

„Also, war’s das für mich?“, fragte der junge Mann und grinste ungeniert in die Runde. Der Lehrer blickte auf ein Blatt Papier. „Arteos Kuréton. Ich verstehe deinen Stolz, aber ich würde es begrüßen, wenn du dich etwas zurückhalten würdest. Aber deine Fähigkeit dürfte eindeutig das Feuer sein.

“ Arteos nickte nur entschlossen und genoss die Blicke der anderen Anfänger. Schließlich war Xyari als letzte an der Reihe. Eine ganze Anzahl von körperlichen, sowie geistigen Tests und Aufgaben wurde verlangt, darunter Versuche, sie zu verschiedenen einfachen Zaubern zu bewegen, die Anhaltspunkte darauf gaben, was sie denn nun konnte. Je länger die Prüfung jedoch dauerte, desto mehr wurde ihr bewusst, dass etwas nicht ganz so lief, wie sie es sich gewünscht hätte. Schließlich brach der Lehrer die Prüfung ab und kam zu ihr.

„Du hast keine Ambitionen gezeigt eine der vier Grundattribute zu beherrschen. Du bist äh… sicher hierher zu gehören?“ Davon abgesehen, dass die Sache peinlich wurde, denn die anderen starrten sie teils erheitert, teils mitleidig an, fühlte sich Xyari äußerst unwohl in ihrer Haut. Konnte der Werber einen Fehler gemacht haben, als er sie hergeschickt hatte? „Ich weiß nicht… Man schickte mich hier her. “ Sie reichte dem Lehrer das Stück Pergament, was man ihr mitgegeben hatte.

Er überflog es kurz und reichte es zurück. „Nun, die Werber irren sich selten, aber es kommt schon vor. Aber mach dir keine Sorgen. Bei etwa einem Fünftel der Schüler zeigen sich die Kräfte erst nach und nach. Es ist zwar ungewöhnlich, aber schon vorgekommen. Komm bitte später noch mal zu mir. “

Er und seine Assistenten hatten die anderen Schüler und Schülerinnen geprüft und bei jedem hatte sich die eine oder andere Fähigkeit nach einiger Zeit herausgestellt.

Die einen beherrschten Erdmagie, die anderen Luft- oder Wassermagie. Feuermagie war auch zu einem gewissen, wenn auch kleineren Teil vertreten, aber keiner der Aspiranten hatte auch nur annähernd so starke Fähigkeiten zu dieser Zeit wie Arteos. Jetzt konnte sich Xyari auch denken, wieso er so arrogant war. Seine Fähigkeiten waren schon jetzt extrem ausgeprägt und damit war er den meisten anderen Schülern, zumindest der unteren Semester, klar überlegen. Was diese Macht bei ihm daheim bedeutet hatte, konnte sie nur erahnen.

Und bei diesem Charakter waren die Menschen in seiner Umgebung wohl froh, dass er jetzt erst einmal weit weg war. Was jedoch nichts anderes bedeutete, als dass er nun in ihrer Nähe herumlief. Aber sie würde irgendwie damit klarkommen.

Irgendwie.

Schließlich war der Lehrer mit der Gruppe durch und jeder hatte das ein oder andere Attribut für sich entdeckt. Am häufigsten waren Jugendliche vertreten, die eine Affinität zum Element Erde zeigten, sowie zum Wind.

Darauf folgte die Begabung für Wasser und schließlich die zu Feuer. Nun blieb nur noch Xyari übrig. Die meisten Schüler verstreuten sich und gingen zurück zu ihren Unterkünften oder vertrieben sich die Zeit, nur eine Handvoll blieb zurück.

„Also nun noch einmal zu uns beiden. “ Der Lehrer war ein älterer Mann Ende fünfzig. Er musterte die junge blonde Frau eingehend als würde er in sie hineinschauen. Vielleicht tat er das auch irgendwie, denn Xyari fühlte ein kaum wahrnehmbares Kribbeln in ihrem Kopf.

„Da ist tatsächlich etwas, ich weiß nun, was der Werber zu sehen geglaubt hat. Aber es ist nur sehr schwach vorhanden. Komm bitte mit mir. “ Sie folgte dem Mann, der sie zu einer anderen Gruppe führte, die ebenfalls Schüler auf ihre Fähigkeiten testete. Der Lehrer sprach kurz mit einer weiblichen Lehrkraft, dann musterte diese Xyari ebenfalls eindringlich, schloss sogar die Augen für einen Moment. Dann nickte sie ihrem Kollegen zu und wechselte einige leise Worte mit ihm.

Schließlich, nach geschlagenen zehn Minuten, trat er wieder zu Xyari.

„Geh bitte zurück in deine Unterkunft. Man wird sich bei dir melden. “ Sie blickte ihn aus großen, blauen Augen an.

„Heißt das… ich habe versagt? Ich bin keine… Magierin?“ Sie stammelte das letzte Wort und sie spürte, wie Tränen in ihre Augen traten. Der Lehrer blickte sie mitleidig an.

„Du brauchst dir keine Sorgen machen, selbst wenn du keine Magierin sein solltest, oder deine Kräfte zu schwach sind, macht das nichts.

Es ist keine Schande, ein normaler Mensch zu sein. Im Gegenteil, es erspart dir einiges. “ Er legte ihr kurz die Hand auf die Schulter, lächelte dann dünn. „Nun geh. “

Sie verließ den Platz mit hängenden Schultern und ging zurück zu ihrer Unterkunft. Unterwegs kamen ihr Schüler entgegen, die alle diverse Symbole auf ihrer Kleidung hatten, die die verschiedenen Gruppierungen, denen sie angehörten, entsprachen. Entweder eine Flamme, ein Wassertropfen, ein stilisierter Flügel oder ein Baum für die Erdmagie.

Dass sie kein solches Symbol angeheftet hatte, war Grund genug für viele Mitschüler, sie schief anzusehen oder hinter ihrem Rücken zu tuscheln. Xyari spürte die Blicke ihrer Mitschüler auf sich, als würde Feuer auf ihrer nackten Haut lecken. Sie beschleunigte ihre Schritte und rannte die letzten Meter zu ihrer Unterkunft und schlug die Eingangstür hinter sich zu.

Sie lief den Gang entlang und ließ den Blick traurig über die Wände wandern.

Würde sie die Zeichen je entziffern können? Würde man es ihr je beibringen? Als Magierin würde sie viel Gutes tun können, wie den Menschen helfen und sie unterstützen. Egal mit welcher Begabung. Ihr war egal, welche sie nun beherrschte und sei es nur ein kleines bisschen. Sie konnte unmöglich heimkehren und sagen, dass sie zu unfähig war, Magierin zu werden. Oder zu normal. Das würde ihren Eltern das Herz brechen, die alles Geld für ihre Reise zusammengespart hatten, denn die Belohnung bekamen sie erst bei der Ankunft der Schülerin an der Akademie.

Wenn sie jetzt versagte, würden ihre Eltern nicht nur das Geld zurückzahlen müssen, sondern auch unendlich von ihr enttäuscht sein. Xyari wischte sich eine Träne von der Wange und drückte mit der Handfläche gegen die Tür zu ihrem Zimmer, nachdem sie den Messingknauf gedreht hatte. Die Holztür gab mit einem leisen Knarren nach und schwang nach innen auf. Sie ging an einem der Regale vorbei, dessen Rückwand links von ihr stand. Diese Regale waren so im Zimmer verteilt, dass der Raum unterteilt wurde und eine kleine Illusion von Privatsphäre geschaffen wurde.

Natürlich war das nur ein notdürftiger Sichtschutz, aber anscheinend versuchte man wenigstens etwas Intimsphäre zu schaffen. Während ihre Gedanken ängstlich um ihre Zukunft kreisten wie eine Schar hungriger Möwen um einen einzelnen Fisch, bemerkte sie die leisen Laute erst gar nicht. Sie wurde erst aufmerksam, als sie auf ihrem Bett lag um nachzudenken, wie sie ihren Eltern am besten erklären konnte, warum und wieso ausgerechnet ihre Tochter versagt hatte. Xyari beachtete sie anfangs gar nicht, waren sie doch kaum an der Schwelle des Hörbaren, dann jedoch erfolgte ein lauterer, ergebener Seufzer und die junge Frau schreckte endgültig hoch und blickte sich überrascht um.

Das kam doch vom Inneren dieses Zimmers, durchzuckte sie die Erkenntnis. Unzweifelhaft kam es nicht durch das schlecht isolierte Fenster vom Hof. Xyari erhob sich von ihrem Bett und sah sich suchend um, doch sie konnte nichts erkennen, was oder wer die Geräusche, die sich leicht variiert wiederholten, erzeugte. Es war ähnlich einem leisen Seufzen, das man ausstieß, wenn man in das warme Badewasser sank. Xyari erhob sich von ihrem Bett und blickte sich neugierig um, auf der Suche nach der Quelle der merkwürdigen Laute, die den kleinen Raum erfüllten.

Das Zimmer schien auf den ersten Blick bis auf sie leer, abgesehen von… Xyari ging einige Schritte auf die Zimmerecke zu, in der Óuranis Bett stand. Ein Regal versperrte ihr teilweise die Sicht, deshalb schlich sie vorsichtig weiter. Die leisen, abgehackten Töne wurden deutlicher und kamen eindeutig aus dieser Ecke. Xyari steckte den Kopf am braun gemaserten Holzregal vorbei und bemerkte Óurani, die mit halb geschlossenen Lidern auf dem Bett lag. Die weiße Decke war verrutscht und bedeckte ihren Körper nur noch teilweise, aber selbst durch das dünne Stofflaken konnte man den wohlproportionierten Körper erkennen.

Eine ganze Reihe dunkler Spuren auf der Decke ließen die Hitze erahnen, die von dem glühenden, zitternden Leib ausgingen. „Geht’s dir nicht gut?“, fragte Xyari besorgt nach und versuchte etwas zu erkennen, denn Decke und Kissen waren so zerwühlt und verrutscht, als hätte sich Óurani hin- und hergewälzt. Zwischen den Decken und Kissen lag die dunkelhaarige Magierin mit flatternden Augenlidern und rang unterdrückt nach Luft. „Bist du krank?“ fragte Xyari nochmals leise und trat einige Schritte auf ihre Kameradin zu, doch diese zuckte nur kurz mit dem Körper.

Erst als sie fast auf den schwarzen Rock getreten wäre, bemerkte Xyari die verstreuten Kleidungsstücke Óuranis, die vor und teilweise auch auf dem Bett lagen. Es sah fast so aus, als hätte sich Óurani die Kleider ausgezogen, um dann erschöpft und krank zwischen die Laken zu fallen. Doch die vermeintlich Kranke schien sie gar nicht zu bemerken. Oder sie nicht zu beachten. Die junge Frau schien wie in Trance. Ihre Augenlider zitterten hin und wieder leicht wie die Flügel eines Schmetterlings, bebten, als wäre sie in einem Traum gefangen.

Dann und wann entrang sich ein leises Keuchen aus ihrem Mund und Xyari bemerkte die feucht glänzenden Lippen der Liegenden. Die junge Magieanwärterin trat einen Schritt zur Seite, um mehr zu erkennen und erstarrte, als sie bemerkte, wie sich Óuranis Hände wie in Trance über ihren Körper bewegten. Die rechte Hand ruhte zwischen ihren wohlgeformten Schenkeln, die leicht gespreizt halb unter der Decke lagen. Das eine Bein ragte darunter hervor und Xyari bemerkte jetzt auch den kleinen dunklen Fleck auf der Decke, der sich mit jeder Minute, wo sie dem Geschehen atem- und tonlos zusah, etwas weiter ausbreitete, wenn Haut und Stoff sich berührten.

Die Baumwolldecke rutschte unter den Bewegungen weiter und ohne es wirklich zu wollen, sah Xyari weiter zu und betrachtete das für sie unwirkliche, verstörende und doch fesselnde Schauspiel.

Óurani schien Xyari nicht wahrzunehmen oder sie total auszublenden, denn anders konnte sich Xyari nicht erklären, wieso sie nicht zusammenzuckte und eine Entschuldigung stammelte, wie sie es wohl an deren Stelle mit Sicherheit getan hätte.

Die andere Hand Óuranis lag auf ihren Brüsten, die um ein gutes Stück größer als Xyaris eigene waren und massierten sie leicht und ausdauernd.

Mit zwei Fingern hatte sie eine ihrer Brustwarze eingeklemmt und rieb sie langsam, dann bewegte sie wieder die ganze Brust im Rhythmus mit den Bewegungen ihrer anderen Hand, zwischen ihren Schenkeln. Ihre vollen, wohlgeformten Brüste bewegten sich unter ihrer fordernden, streichelnden Hand und ließen erahnen, um was die Gedanken der Magierin kreisten.

Der Anstand in Xyari verlangte, sich sofort abzuwenden und sich aus dem Zimmer zu schleichen, denn sich so etwas anzusehen, war einfach… ja was? Unerhört? Unanständig? Schamhaft? Und doch war da ein Teil in ihr, der sich nicht abwenden wollte, der zusehen wollte, wie die Decke weiter verrutschte und den Blick auf die feucht glänzende Stelle zwischen den weißen Schenkeln der Freundin freigab.

Die Innenseiten ihrer Schenkel und die Scham schimmerten vor feuchter, glänzender Nässe, welche sich mit jeder Bewegung, jedem vorsichtigen, doch fordernden Streicheln über die schon geschwollene Stelle zwischen den Beinen nur vermehrte. Kleine glänzende Rinnsale perlten langsam die Haut der Oberschenkel hinab und besudelten das Laken ebenso wie ihre feucht schimmernden Finger. Und jede dieser Berührungen entrang ihrer Kehle einen leisen, glücklichen Seufzer der Erfüllung. Xyari fühlte, wie ein Kampf in ihr ausgetragen wurde.

Sie wollte sich von diesem Schauspiel abwenden, doch konnte sie es einfach nicht. Zu sehr nahmen sie die Bewegungen und Berührungen der jungen Frau gefangen. So schamlos, so unverblümt und ohne Scheu wie sie da lag und sich selbst verwöhnte, so etwas hatte sie noch nie auch nur annähernd gesehen. Ein flüchtiger Kuss oder eine Berührung von zwei Verliebten hatte Xyari schon gesehen, aber das hier war etwas völlig Neues. Sich selbst immer ignorierend, wenn sie ein zaghaftes Verlangen in ihrem Körper aufkeimen spürte und wenn, dann nur eine vorsichtige, flüchtige schamhafte Berührung zwischen den schmalen, schlanken Oberschenkeln zulassend, die durch die harte Arbeit in der Schneiderei kaum Fett angesetzt hatten.

Nie hätte sie sich vorstellen können, an der Stelle Óuranis dort zu liegen und die Finger langsam über die kleine rosa Blüte gleiten zu lassen, die sich nun, wie die hellrote Kusárablume im Mondlicht, geöffnet hatte. Oder wie eine Sonnenblume, die nun ihre Blüten ausstreckte. Ein lauteres Stöhnen drang in ihr Bewusstsein und im hintersten Winkel ihres Verstandes erkannte Xyari, dass es sie irgendwie, auf geheimnisvolle Art doch berührte. Erregte.

Die Finger Óuranis zitterten, rieben schneller um und über die kleine rosa Stelle zwischen ihren Schenkeln, umkreisten sie und fuhren wieder darüber, um dann die Fingerspitzen hineinzutauchen.

Die schlanken, trainierten Oberschenkel zuckten hin und wieder, als würden sich Zitterschlangen um sie wickeln und Stromstöße durch sie jagen. Xyaris Blick wanderte über den schwitzenden, zitternden Körper, der sich nur noch zu einem kleinen Teil unter der verrutschten Decke wie in leichten, ekstatischen Krämpfen wand. Ihre Augen wanderten über den Bauch, zurück zu den schön geformten, vollen Brüsten Óuranis, in deren Mitten sich die rosa, wie kleine Türme hervorragenden, Brustwarzen aufrichteten und sich zwischen den Fingern und Handflächen der Schwarzhaarigen immer wieder wie biegsame Tolasabäume krümmten, nur um sich wieder aufzurichten.

Die Bewegungen wurden endlich schneller, intensiver und Xyari bemerkte wie in Trance, dass die eine Hand nicht mehr weiter über den Körper wanderte, sondern auf der rosa Blüte in der Mitte der Schenkel Óuranis ruhte und sich dort gleichmäßig, aber schneller werdend, bewegte. Das leise Stöhnen wurde lauter und Xyari bemerkte die rosa Zungenspitze ihrer Kameradin, die hervorlugte und über die spröden, ausgetrockneten Lippen leckte. Es war nicht schwer zu erahnen, selbst für Xyari nicht, dass die Sache langsam auf einen Höhepunkt ihrer Aktivität zusteuerte.

Die Bewegungen und Laute wurden schneller, hektischer und unkontrollierter. Obwohl sie weiter zusehen wollte, rief eine Stimme in ihr, dass es sich nicht gehörte, zuzusehen. Erst flüsterte diese Stimme, dann brüllte sie. Verschwinde! Geh! Xyari trat einen Schritt zurück, fiel fast über den schwarzen Rock Óuranis, den sie am Tag zuvor ausgebessert hatte. Fast wäre sie gegen eines der Regale gestoßen, fing sich aber im letzten Moment auf und schritt vorsichtig, als könne jeder zu laute Ton Óurani aus ihrer Trance wecken, um das Regal herum.

Mit drei schnellen, weiten Schritten war sie wieder bei der Zimmertür, öffnete sie leise und schlüpfte hinaus. Ihr Herz klopfte wie die Hämmer in der heimatlichen Stahlschmiede, die glühendes Eisen bearbeiteten.
Sie hatte sie nicht bemerkt, ganz ausgeschlossen, sonst hätte sie etwas gesagt oder getan, da war sich Xyari völlig sicher. Ihr Herz klopfte immer noch, als würde es mit aller Gewalt aus ihrem Brustkorb brechen wollen.

Erst als Xyari auf dem kalten, leeren Flur stand und die zufallende Tür das lang gezogene wohlige Seufzen Óuranis abschnitt, fiel Xyari mehr verwundert als schockiert, das warme, feuchte Kribbeln zwischen ihren eigenen Beinen auf.

Óurani lag verschwitzt auf ihrem Bett und starrte ins Nichts, ein feines Lächeln umspielte ihre Gesichtszüge. Ihren Körper streckend, drehte sie sich entspannt und zufrieden auf die Seite und starrte in Richtung der Tür, hinter der sie Xyari vermutete. Ihre kleine rosa Zunge leckte kurz über die Lippen und die Augenlider senkten sich wieder halb herunter. „Das nächste Mal lasse ich dich nicht ohne weiteres gehen… meine Süße…“ Doch nur die Stille des Raumes antwortete ihrem kaum wahrnehmbaren Flüstern.

Ende Kapitel I.

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Die Tür aus Licht 03

Die Tür aus Licht 03 (Unter Drogen gesetzt)

>>>“Arr“ Kapitän Friedrich segelt über die sieben Weltmeere.

Ein kühler Wind lässt seinen Körper frösteln, während sein Boot wie wild schaukelt. Ich werde König der Piraten! Seine Crew nicht vorhanden, seine Schätze umso zahlreicher. Nixen steigen plötzlich aus dem Wasser und umzingeln mich. „Wacht…. auuf, mein stolzer Seefahrer. “ Gekonnt zücke ich meinen Säbel, als die Stimme eindringlicher wird.

<<<

„Wach auf!“ ruft mir Irmel entgegen. „Die Zeremonie geht los. „

Ich bemerke, daß ich von lauter nackten Frauen umgeben bin, die mich mit ihren Blicken ausziehen würden, wäre ich nicht schon nackt.

Mein gemütliches Bett befindet sich auch nicht mehr im warmen Zimmer, sondern mitten unterm freien Himmel, umgeben von Fackeln welche die Nacht erhellen.

„Und willst du uns nun viele Töchter schenken?“, fragt mich Irmel, während ihr nackter Leib im Licht der Monde einen wundervollen Blickfang abgibt.

Ein makelloser Körper, mit prallen Busen und einer unrasierten rothaarigen Scham.

Unter den anderen Mädchen, eine schöner als die andere, auch Juliane, die mich verschmitzt anlächelt.

Irmel nimmt meine Hand und führt sie an ihre Vulva. „Fühlst du meine Hitze? Lass uns bitte nicht länger warten. “

Dann schießt es mir plötzlich durch den Kopf! Vater?! Hallo?! Schreiende, plärrende Monstren erzeugen? Und nicht nur 2-3 sondern Dutzende? Ja, wo käme ich da hin?

Das eine Mädchen hat mich vielleicht unerwartet überrascht, aber diesmal ist der Geist des Kriegers stärker.

Ich will eine Prinzessin, keinen Harem!

„Denk nach Friedrich denk nach!“ flüstere ich in mich hinein. Flink ziehe ich meine Hand von Irmels Weiblichkeit zurück, was diese mit einem schockierten Aufstöhnen beantwortet.

„Eh hört mal Mädels, ich weiß ja, daß ihr lange nichts mehr zwischen den Beinen hattet, aber Kinder sind doch echt grausam?“

Verwunderung breitet sich um mich herum aus, während mich böse Blicke wie sie nur lüsterne Frauen machen können durchbohren.

Meine Stimme gerät ins Schwanken: „Ich meine, kommt schon, ihr müsst die 9 Monate in euch tragen, ihr werdet nach einer Schwangerschaft fett und hässlich und denkt an die Schmerzen bei der Geburt! Ich bin zwar keine Frau, aber glaubt mir, ihr wollt das gar nicht. „

„Soll das etwa heißen, du willst nicht!?“, brüllt mich Irmel wutentbrannt an.

„Nicht weniger…“, erwidere ich mit gespielter Lässigkeit.

„Nun denn…Dorothea, gib mir die Flasche mit dem Wolfskrautextrakt! Die anderen! Pakt ihn…“

Ohne irgendetwas machen zu können, liege ich schon ab Boden. Zwei Mannsweiber reißen mir den Mund auf.

„Du wirst uns deinen Samen überlassen, ob du willst oder nicht. „

„I…ch…ha…s…ee…di…ch Mif…fy“ krächze ich heraus, als man mir ein Getränk einflößt, daß einen bissigen Geschmack besitzt. Vom Geruch her erinnert es an nassen Hund.

Dann werde ich ohnmächtig.

Der allwissende Erzähler übernimmt wieder.

Dann reißt Friedrich auf einmal seine Augen auf. Sein Puls schießt förmlich in die Höhe und auf seiner Stirn bilden sich Schweißperlen. Er ist im Fieberwahn, gierig auf all die willigen Weibchen, die sich um ihn versammelt haben.

Wild knurrend möchte er sich aus dem Klammergriff befreien und sein Tatwerk vollrichten.

„Sieh an, sieh an unser Wolf will auf einmal doch. „, meint Irmel schadenfroh, während sie sich auf alle Viere begibt und ihren Lustspender erwartet.

Dann auf einmal, schaltet sich Friedrichs Unterbewusstsein wieder ein. „Freiheit!“, schallt es durch seinen Kopf. In einem Reflex flüchtet er aus dem Dorf Richtung Wald, immer noch völlig benebelt und rollig wie sonst was…

Seine Geliebten, verblüfft über so eine starke Abneigung gegen Sex mit sovielen schönen Frauen, werfen frustriert das Handtuch.

„Vielleicht sollten wir uns einfach den Wölfen anschließen, das sind zwar Monster, aber die wissen was Frau will. „, lacht eines der Mädchen. Die anderen fangen an herumzualbern und zu tuscheln.

„Los wir nehmen alle einen Schluck und besorgen es uns lieber gegenseitig, so wie die letzten Abende auch. “ „Männer, kein Wunder, daß wir keine Gebären sollen. “

„Muss er die Kinder aus seinem Leib pressen oder wir? Wovor hat der Angst?“

„Vorallem, Juliane hier, hat er schon eine kräftige Ladung reingejagt.

“ „Ja, aber die hat ihn überfallen, die Geschickte. “ „Gefickte meinst du?“

„Mädels ich bin geil, lasst uns loslegen. „

Eine Orgie entwickelt sich auf dem Hof, während Friedrich weiter in voller Panik durch die tiefen des Waldes streift.

Stolpernd, stürzend, ahnt er ja noch gar nicht, in welche Gefahr er sich begibt.

Denn im Wald, da leben Räuberstöchter, die schon so manchen abgestochen haben, aber schon lange nicht mehr gestochen wurden.

//An diesem Punkt, Liebe Leser, möchte ich die Geschichte teilen. Ihr werdet einerseits Friedrichs Ausbruch weiter verfolgen dürfen und andererseits Irmels suche nach einem stattlichen Mann. Die Geschichten mit Friedrich werden, mit einem F. markiert, eher auf typischen Männerwünschen aufbauen. Und das Schicksal des Dorfes wird unter einem Irmel-I weiterverfolgt, wobei ich hier zumindest versuchen werde den Geschmack von Frauen zu treffen. //.

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Aqualung – Wächer der Alpen

Laue Nacht lag über dem Tal und die Weiden wogen im Wind.

Sachte strich der warme Sommerhauch von den Bergen her über die zarten, grünen Blätter.

Peter und Paul aber auch Saul, sowie Elfriede und Agnes die Dorfschönheiten badeten im Moonriver. Nackt!

Die Nachtigall sang ein süßes Lied und leise ganz leise fiepte eine Vampirfledermaus im blickdichten Gebüsch.

Das Wasser der Passer plätscherte glucksend an den jungen Körpern vorbei, die da schwimmend, sich angespannt verbiegend im Rhytmus der Liebe das warme, im Licht der Luna leuchtende, Schimmernass teilten.

Aus dem mitgebrachten Ghettoblaster summte volkstümlicher Indie-Rock von „Schorschi and the Beast“

Peter und Paul nahmen eines der Mädchen, die vollbusige Blondine Elfriede, in die Zange und bearbeiteten sie von den ungeschützen Flanken her.

Geil stöhnte diese: „Mehr, ihr Tiere!“, durch ihre roten Lippen und züngelte wild und ungehemmt mit den Beiden.

Auch Agnes und Saul rieben sich so doll aneinander, dass den Forellen das Wasser zu heiß wurde.

Seine männlichen Pranken gruben sich in ihre hellrosanen, fleischigen Schenkel und suchten den Weg zu ihrer Weiblichkeit.

Sein pralles und espensteifes Glied (in diesem vertrackte Fall der rechte Ringfinger) rieb an ihrer üppigen Oberweite.

Diese wurde nun völlig hemmungslos und griff seine glühende Fleischpeitsche, um sie bereit für den großen Knall zu machen.

Zwischen ihren Schenkeln köchelte bereits der dampfende Liebessaft und Saul beugte sich hinunter um den köstlichen Nektar zu kosten, nein! Zu verschlingen!

Was dann folgte, konnte man man mit Worten nicht beschreiben.

Only Shakespear could write about sex!

Der weise Adler jedenfalls, der oben über den Bergen kreiste, glaubte gar an ein satanistisches Ritual so aufgeladen und geil drang das Gestöhne und Gegrunze an sein Ohr.

Und verräterisch platschte das Wasser im Takt der Liebe.

Die Wellen wollten sie gar verschlingen, solch makellose Schönheit gaben sie in ihrer unverbrauchten Geilheit dem Lethavian des Gebirges hin, der still und starr verharrend in den Untiefen der zahlreichen Gumpen wachte.

Doch diese schöne Szenerie voll amurösem Eros wurde jäh und just zerstört.

Und zwar von Aqualung, dem alten Mann aus dem Rosengarten.

Seit König Laurins Tod war er damit beauftragt den wundersamen Pflanzen dort Flüssigkeit zu spenden, indem er von den Bergmönchen solange gekitzelt wurde bis er vor Lachen weinte.

Vor dieser Pein floh Aqualung unter den Sellastock.

Und dort blieb er dann auch die nächsten 4000 Jahre.

Aber dann wurden im Zuge der weltweiten Finanzkrise die Dolomiten an einen russischen Geschäftsmann verkauft und nach Sotschi verfrachtet um dort unvergleichliche Winterspiele zu ermöglichen.

So irrte er verloren durch die Weiten von Südtirol auf der verzweifelten Suche nach einer Beschäftigung.

Dem im Weg stand leider Aqualungs Aussehen.

Er hatte giftgrüne Haut, gelbe Zähne, blaue Haare und eine laute krächzende Stimme, die nur mit Altbier ohrenverträgliche Oktaven erreichte.

Aber da er zu Alkohol-Pyhromanie neigte sowie mittlerweile an Simulanten-Diabetis erkrankt war, schied diese Möglichkeit auch aus.

Eine kurze Stelle als Backgroundsänger bei Georg Ringsgwandl verlor er nach einem Disput mit dem Selbigen, als es um die Frage ging ob man in Oberbayern nun „gaid“ oder „goid“ zur Währung sage und Aqualung sich genötigt sah, mit einem Masskrug für schlagende Argumente zu sorgen.

Auf diesem Wege gelangte er an besagte Stelle der Passer, wo die Jugendlichen so ungehemmmt ihre corpores nudos zur Schau stellten.

Er geiferte als er das sah.

Was sich erlaubten diese Jungen von Dorf?

Er nahm seine Pike und marschierte stramm gen Ufer, erhob seine Stimme zu einem furchtbarem Dröhnen und seine Augen waren wie pechschwarze Kohlen als er brüllte:

„Wer wagt es perverse Sexspiele im heiligen Fluss zu praktizieren, ich würde mich genieren!!!“

Erschreckt sprangen die fünf Freunde auf und standen beschämt, wie begossene Nacktmulle vor dem finsteren Alten.

Da klingelte plötzlich Aqualungs Handy und summte: „Ich sah sie irgendwo, allein in Mexico…Anita!!!“

Beschämt drückte er den nervigen Anrufer weg.

Das war bestimmt dieser Reinhold Messner, der interessierte sich ja anscheinend für alles gespenstische 2000. ü. N. N. !

In der Zwischenzeit hatten sich aber auch die jugendlichen Nacktbader von ihrem Schrecken erholt und setzten sich wortreich gegen den alten Störenfried zur Wehr:

„Aqualung, du Nachtdämon.

Ich sage ’s nur ein einzig Mal. Weiche, alter Bergesgeist!“

Doch da hatten sie ihre Milchmädchenrechnung ohne den ihm eigenen AndreasHofer’schen Widerstandsgeist gemacht.

Flugs kettete er sich an einen der alten Laubbäume, die das Ufer säumten und zeterte pazifistische Parolen gegen FKK in den Alpen.

Die Situation schien festgefahren und die juvenilen Freikörperfanatiker aus dem rustikal bestimmten nonurbanen Raum waren schon im Begriff sich ihre Slips und Büstenhalter wieder anzulegen, um die zwecklose Schlacht gegen verhängende Konventionen an einem anderen Ort fortzusetzten, da wurde sich Paul eines Bannreimes bewusst, den ihm sein Vater auf dem Sterbebett in’s Ohr genuschelt hatte.

Und siegessicher, wie General Custer in der Schlacht vom Littlebighorn, begann er ihn hinaus in die düstere Nacht zu verkünden:

Es es lebte einst im Grödnertal

ganz nett und gar feudal

ein altes liebes Mütterlein

ganz munterseel’n allein.

Ein Lumpenvagabund aus Klausen

erfuhr davon beim selber lausen

und stieg — nein, wie gemein

einfach bei der Alten ein.

Das was er fand war rar

kein Amulett, kein Diadem

nur Rattenkot und Lehm

im Antlitz der Gefahr.

Schon knallt der Hakenstock

in sein gefleckten Unterock

und während er sich stöhnend

der Untat bitter löhnend

schreiend in der Stube wälzt:

„Horch, unt‘ im Tal da bellts“

Es kam die Oberkrainer Hundestaffel

die machte auch nicht lang Geraffel

buchtete den Strolch gleich ein

und bereitete ihm die größte Pein

Und die Moral von der Geschicht:

Beklaue alte Damen nicht!

Als Aqualung das hörte standen Tränen in seinen rot unterlaufenen Augen und er versprach den fünf Freunden beim Arbeitsamt vorstellig zu werden um endlich Arbeitslosengeld zu beantragen.

Doch daraus wurde leider nichts, Aqualung wurde von Hansi Hinterseer verführt und landete auf dessen Finca in Kitzbühl, wo er immer dann Kaffee kochen musste, wenn Veronica Ferres mal wieder auf einen Sprung vorbeischaute und mit ihrem neuen Sat1-FilmFilm am Samstag prahlte.

Auch die fünf Freunde landeten nie in der geborgenen Heimeligkeit ihres Dorfes.

Eine profilierungssüchtige britische Autorin kidnappte sie und verwendete sie als Titelhelden für eine ihrer Buchreihen.

Und wenn, dann halt schon…

~FIN~.

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Die Fickinger

Anmerkung: die naive Autorin hat leider keinen blasse Schimmer vom Aufbau der Wikingerschiffe. Mangels Aufraffungslust ihrerseits ist das Schiff von Halvar daher den unausgegorenen Welten ihrer Fantasie entsprungen (außerdem hatten die *richtigen* Wikingerschiffe/Langschiffe keine Schlafmöglichkeiten; also musste ich ohnehin improvisieren). Von daher: bitte verzeiht historische Ungenauigkeiten!

Copyright und so: Die literarische Vorlage für diesen Murks gehört Runer Jonsson. Der Anime gehört Zuiyo Enterprise Company/Nippon Animation. Den Titel hab ich aus nem niederländischem Sexmuseum geklaut.

Einzig und allein die bitterböse …“Handlung“ ist meins.

Ach ja genau, und diverse Charaktere hab ich mal eben grad um ein paar Jahre älter gemacht, damit folgende Aussage stimmt: alle sexuell irgendwie Beteiligten sind mindestens 18 Jahre alt.

AMEN SHE PRAYED.

~~~~~~~~

DIE FICKINGER — Part I

Ihre Brüste spannten gegen den rauen Stoff, der ihren Körper verhüllte.

Das formlose Kleid war Hohn für ihre Schönheit. Ein solcher Körper gehörte nicht versteckt unter dicken Schichten grobem Wolltuchs.

Unter dem dicht gewalkten Braun erahnte er üppige Hüften und einen zarten Mädchenbauch. Das lange Blondhaar fiel ihr lockig bis auf den runden Po, den sie ihm immer wieder zuwandte. Vielleicht absichtlich? Er neigte sich ein kleines Stückchen weiter nach links, um ihr noch einen Augenblick länger nachschauen zu können.

Lächerlicherweise zog er damit sofort ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Begleiter auf sich.

„Hey Wickie!“, schlug Halvar ihm fröhlich auf die linke Schulter. Unmerklich biss Wickie die Zähne zusammen. Autsch. Das war sein Schulterblatt gewesen… hurrah, noch mehr blaue Flecken.

Bemüht um Beherrschung feilschend, drehte Wickie sich zu seinem Vater um. „Was gibt es denn?“

„Gefällt dir die Kleine?“ Halvars indiskrete Unmöglichkeit verbesserte die unangenehme Situation ungemein für seinen 18jährigen Sohn.

Seit nunmehr 10 Jahren segelte Wickie mit den Starken Männern unter Halvars Kommando.

Händlerschiffe überfallen, feindliche Burgen ausräuchern, Hehlen, Plündern und Stehlen, sich ab und an aus Langeweile donnernde Seeschlachten mit dem Schrecklichen Sven liefern… Wickie hatte viel dazugelernt in den 120 Monaten auf rauer See, von denen er nicht wenige nachts einsam in seiner Koje gelegen und von Flake geträumt hatte.

Aber Halvar war damals der Meinung gewesen, es sei an der Zeit, dass aus dem schwächlichen Feigling von Sohn ein harter Mann wurde.

Und wenn Halvar fest entschlossen war, konnte nicht einmal seine ausgeglichene Frau Ylva dagegen ankommen. Und egal wie sehr Wickie sich gesträubt hatte, schließlich hatte Halvar es geschafft: Wickie war an Bord der Wikingerkogge gebracht und nicht eher vom Hauptmast losgebunden worden, als dass von Flake nicht einmal mehr die höchsten Baumwipfel am Horizont zu erahnen gewesen waren.

Drei Tage hatte Wickie nahrungsverweigernd in seiner engen Kajüte geschmollt. In der irrsinnigen Hoffnung, seinen Vater damit dazu zu bringen, umzukehren und ihn wieder freizulassen.

Dann hatte die Vernunft in ihm übernommen und er sich seinem ungnädigen Schicksal ergeben.

Fünf lange Jahre hatte es gedauert, bis er aufgehört hatte, gegen Hehlen und Stehlen zu rebellieren und stattdessen hinzunehmen, dass es eben die Alternative zum Hungerleiden für ihn und seinesgleichen war.

Vor vier Jahren hatte Wickie die Verantwortung über die Mannschaft übernommen und unter seinem Kommando waren die Starken Männer an nicht zu verachtenden Reichtum geraten.

Sie hatten strategisch die Küsten Skandinaviens überfallen und Wickie hatte nebenbei einige unscheinbar wirkende Pergamente mitgehen lassen, die sich im Nachhinein als wertvoller erwiesen hatten als der gesamte Rest an erplündertem Klüngel.

Mithilfe der fein beschriebenen Pergamente hatte Wickie Handelsrouten einiger namhafter Händler herausgefunden und sie hatten den edlen Händlerkoggen aufgelauert und sie auf hoher See … nennen wir es „abgefangen“.

Das erbeutete Diebesgut hatten sie in entfernten Häfen gegen massenhaft klimpernde Goldmünzen, teuren Schmuck und Fässer voll Proviant getauscht.

Heute Nacht hatte es die Halunken um Wickie und Halvar in eine heruntergekommene Spelunke in einer zwielichten Hafenstadt verschlagen. Sie wollten ein letztes Mal ihre Vorräte auffüllen, um sich dann auf den Weg in den hohen Norden zu machen.

Erst vor einigen Nächten waren sie nach langem harten Winter aus Flake aufgebrochen. Wickie war der Abschied von seinen Freunden schwergefallen. Insbesondere von Ylvie, seiner Freundin aus Kindertagen.

Sie war erwachsen geworden, seit er sie das letzte Mal gesehen hatte, und die Nacht vor dem Aufbruch der Starken Männer hatten sie zusammen verbracht.

Wehmütig gestattete Wickie sich einen kurzen Gedanken an das strohblonde Mädchen mit dem ewig sonnigen Gemüt und an ihre gemeinsamen Momente im Heu. Ylvie hatte anschließend Stroh im Haar gehabt und sich über das Pieksen beschwert, das die ganze Zeit ihren Rücken geärgert hatte. Aber bevor ihr noch weitere Gedanken gekommen waren, über die sie nöckeln konnte, hatte Wickie ihre Lippen sanft mit seinen verschlossen, war über sie gesunken und erneut in sie gedrungen.

Er musste wohl ziemlich abweisend in die Gegend gestarrt haben, denn Halvar holte ihn mit unsanftem Ruck zurück in die Gegenwart. „Wickie?“

„Mhm?“, machte Wickie und schüttelte die Erinnerungen an die Nacht mit Ylvie ab. Er hatte ihr etwas sehr kostbares geraubt. Aber sie hätte es sich nicht stehlen lassen, wenn sie ihn nicht gewollt hätte… davon ging Wickie aus.

„Ich will eine Antwort von dir.

“ Halvars leicht gekreuzter Blick suchte Wickies Augen. Wickie wich unbehaglich aus.

Ständig versuchte Halvar, ihn mit irgendwelchen Mädchen zu verkuppeln. Die Annahme, Wickie sei noch …*unverdorben*, war ein weit verbreiteter Irrtum unter den Wikingern. Einer, den Wickie nicht zu korrigieren gedachte. Denn sollte jemals herauskommen, was er getan hatte in der Nacht, die er als Svens Gefangener in dem feuchtmodrigen Kerkerverlies vor einem halben Jahr hatte verbringen dürfen, dann –

„Jetzt lass den Jungen doch mal in Ruhe“, lallte Snorre dazwischen und stieß mit seinem Humpen krachend gegen Halvars.

Welcher daraufhin wackelnd eine halbe Handbreit nach hinten rutschte und dabei einen beachtlichen Teil seines Inhalts auf der groben Tischplatte vergoss. Auftakt zu einer längst überfälligen Schlägerei.

„Ups“, machte Snorre und erwiderte Halvars verärgerten Blick mit unschuldigem Grinsen. „Tjure war’s!“

Unerwähnenswert, dass Halvar schlagartig vergessen hatte, dass er seinen Sohn zu einer Nacht mit der Spelunkenschönheit verkuppeln wollte… dankbar richtete Wickie sich auf.

„Ich brauche frische Luft“, murmelte er zu niemand bestimmten, aber Tjure, gerade dabei, Snorre ordentlich eins auf den Helm zu hauen, hielt kurz inne und nickte.

Dann wandte er sich wieder seinem Lieblingsopfer zu. Die Klopperei entzog sich nicht lange der Aufmerksamkeit des Spelunkenbesitzers, der schon an Wickie vorbeigeeilt kam, um dem wilden Treiben Einhalt zu gebieten.

Wickie wich ihm aus, ehe er seine überstürzte Flucht nach draußen fortsetzte. Er bemerkte nicht, dass ihm das Mädchen lange nachsah, ehe es ihm vorsichtig nachhuschte.

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

In den folgenden Nächten dachte Wickie noch öfter an die Nacht in der Spelunke.

Das Wetter auf offener See war rau und ungemütlich. Nicht nur Snorre war die ersten Tage leicht grün um die Nase gewesen. Auch dem Rest der Starken Männer merkte man den heimeligen Winter an, den sie untätig am Kamin oder bei ihren Frauen im Bett verbracht hatten.

Sehr zu Halvars Missfallen.

Allein schon, um seinem gereizten Vater aus dem Weg zu gehen, verbarrikadierte Wickie sich Tag für Tag mit Seekarten, Sextanten und Kompass in seiner Kajüte.

Er hatte nicht wirklich viel Platz, aber für ein schlichtes Bett, einen grob zusammengezimmerten Tisch samt Schemel und einem Eisenhaken für seine Kleidung reichte es.

Auf dem Tisch stand eine flackernde Kerze, deren Wachs unablässig auf das Holz tropfte und die schummriges Licht in der ansonsten stockfinsteren Kajüte verbreitete. Es musste weit nach Mitternacht sein. Wickie saß über einer der Karten und war darin vertieft, die Handelsroute einer Tuchhändlergilde aus Schweden nachzuzeichnen.

Irgendetwas stimmte damit nicht, und er war fest entschlossen, den Fehler herauszufinden.

Wickie strich mit dem weichen Ende seiner Feder gegen seinen Hals, schloss für wenige Herzschläge die Augen um zu entspannen.

Sofort tauchten ungewollt Erinnerungsfetzen auf. Üppige Brüste, deren bleiche Haut im fahlen Mondlicht fast silbern schimmerte. Ihr lockiges Haar, das keck über die Brustwarzen fiel und sie verspielt versteckte. Ein warmer, weicher Unterleib, der ihn mit pulsierender Feuchte empfing.

Wickie riss unterdrückt keuchend die Augen auf. Er hatte sie unbewusst am Tisch festgekrallt, die Feder zwischen den Fingern. Schwarze Tinte malte sich über die Haut seines Mittelfingers. Er bemerkte das Desaster und tastete hastig nach dem Tuch, das für genau solche Aktionen griffbereit zu seiner Linken lag.

Fahrig wischte er seine Finger ab, beschloss dann, es für heute Nacht gut sein zu lassen. Mit geübten Handgriffen verstaute er Tinte und Feder und räumte anschließend die Karten vom Tisch.

Schlafen wäre jetzt eine verdammt gute Idee… die Müdigkeit brach abrupt wie eine Flutwelle über ihn hinweg.

Wickie gähnte, während seine Finger sich an seinem Hemd zu schaffen machten.

Vor sechs Jahren hatte er seine Lieblingsfarbe Rosa verraten und war frevellos zu Schwarz übergelaufen. Rosa stand ihm irgendwie gar nicht… leider hatte es vergleichsweise lange gedauert, bis der damals 12jährige Wickie sich dieser Tatsache bewusst geworden war.

Rosa biss sich nicht zuletzt ganz fürchterlich mit seinen roten Haaren, die ihm mittlerweile bis auf Höhe seiner Brust fielen.

Er machte seine Lederstiefel und die dunklen Leinenhosen dem Hemd zur Gesellschaft und legte sich, nackt wie er jetzt war, in die schmale Koje, die sich sein Bett fluchte. Eine ganze Weile starrte er die hölzerne Decke über ihm an.

Seine Kajüte lag achtern in Hecknähe; über ihm befand sich das Deck mit der imposanten Trommel, um die Ruderer im Takt zu halten.

Was die wohl kompensieren sollte? …nein, wollte er gar nicht wissen.

Wickie glaubte sich zu erinnern, dass Tjure heute Nacht Wachdienst hatte. Aber sicher war er sich nicht. Seit ihr Schiff einmal nachts ungeplant in eine fürchterliche Kabbelei zwischen Hanse, einer noch jungen aufstrebenden politischen Macht, und friesichen Freibeutern unter schwarzer Flagge geraten war, traute Halvar dem trügerischen Frieden auf See nicht mehr so recht. Deshalb der Wachdienst.

Aber nicht nur Wickie hatte der üble Verdacht beschlichen, dass Tjure in seinen Wachzeiten alles andere als an Deck vorzufinden war…

Mit tiefem Seufzer schloss er die Augen.

Er mochte jetzt nicht an Tjure und seine an Meuterei grenzenden Verweigerungen denken. Oder daran, dass auch Snorre anfing, seine Pflichten als treu ergebener Wikinger zu vernachlässigen. Oder an die grässliche Konklusion beider ohnehin schon verdachtaufkeimenlassenden Prämissen.

Wie von selbst schoben Wickies Hände die Decke von seinem Körper herunter und tasteten nach unten, wo seine erregte Härte ihm hungrig entgegenzuckte.

Sanft strich er mit den Fingern über die Haut unterhalb der Spitze.

Sein Körper reagierte mit aufblühender Lust auf die zärtliche Berührung. Zähe Feuchtigkeit benetzte seine Fingerspitzen, als er die Haut langsam nach oben streichelte. Mit der anderen Hand berührte er die Haut unterhalb seines Kanonenrohrs, schloss sie um seine Kanonenkugeln.

Leises Keuchen focht sich einen Weg aus seiner Kehle über seine leicht geöffneten Lippen.

„Nanna“, stöhnte Wickie fast tonlos und biss sich dabei auf die Zungenspitze.

Oft genug hatte er diesen Namen verflucht. Viel öfter noch gestöhnt und in einigen wenigen Ausnahmen auch geschrieen, wenn er sicher war, dass ihn niemand hören konnte und sein Orgasmus über ihn hinwegbrandete wie eine alles vernichtender Feuersbrunst.

Er sah sie vor sich hocken wie damals im Kerkerverlies. Ihr feindseliger Blick hielt seinen Blick gefangen. Er hatte nicht gewusst, dass ihn ein solch verruckter Glanz in tiefgrünen Augen um den Verstand bringen konnte.

Aber alles, was er in dem Augenblick gewollt hatte, war in ihr zu sein. Egal mit welchen Konsequenzen.

Sein Rohr hatte hart gespannt vor unterdrücktem Verlangen. Wenn sie ihm spontan die Leinenhosen vom Leib gerissen und sich ohne zu fragen auf ihn gestürzt hätte, um ihre Lust an ihm zu stillen, hätte er keinen einzigen Herzschlag daran gedacht, sie irgendwie daran zu hindern. Ganz im Gegenteil.

Er war sicher, dass sie es unlängst bemerkt hatte.

So gehässig, wie sie über ihm kniete und auf ihn herabstarrte. Sie hasste ihn. Und bis zu dieser verhängnisvollen Nacht hatte Wickie geglaubt, dass dieser Hass auf Gegenseitigkeit beruhen würde.

Fehlannahme.

Er begehrte sie. So sehr, dass diese Begierde allmählich anfing, ihn physischer Schmerzen auszuliefern. Verdammt sei seine enge Hose.

Fest entschlossen, den Blick nicht als Erster zu senken, hielt er den dunklen Smaragden stand, die im schummrigen Fackellicht schimmerten wie polierte Edelsteine.

Einen Augenblick lang hatte er sich eingebildet, so etwas wie Leidenschaft in ihnen entdeckt zu haben.

Aber da sank Nanna noch ein klein wenig tiefer über ihn, womit der Augenkontakt abrupt zusammenbrach. Ihr Kopf lag nun fast auf seiner Schulter, sodass ihr tiefrotes Haar auf seinen Schoß hinabflutete. Der zarte Geruch nach irgendwelchen schwer duftenden Blumen, den Nanna verströmte, machte ihn wahnsinnig.

Ihre Brüste drückten sich weich gegen seinen Oberkörper.

Wickie schluckte hart. Nur zwei mehr oder minder dünne Schichten Stoff trennten ihre nackte Haut von seiner… ein Gedanke, der nicht ohne Auswirkungen auf seinen Körper blieb. Seine Härte zuckte begehrlich. Ihr Vorteil, dass er gefesselt war… sonst wäre sie spätestens jetzt um ihre jungferliche Keuschheit erleichtert.

„Niemand kann uns hier unten hören“, wisperte Nanna ihm mit rauer Stimme zu.

Ihr Atem strich warm über seine Wange, löste Gänsehaut auf seiner kompletten linken Körperseite aus.

Er hätte ihr liebend gern eine bissige Antwort entgegengeschleudert, aber er traute seiner Stimme nicht. Ganz zu schweigen davon, dass sein Denken ihn ohnehin im Stich gelassen hatte.

Alles, wozu er verbal fähig war, belief sich auf schlecht unterdrücktes Stöhnen und lüsternes Keuchen. Genau das, was zweifelsfrei verraten würde, was in ihm vorging, und was er ihr ums Verrecken nicht gönnte zu erfahren. Nein. Den bitteren Triumph über ihn würde er ihr nicht freiwillig überlassen!

Er biss die Zähne aufeinander.

Nur zur Sicherheit.

Nannas Finger spielten neckend seinen Hals hinunter, zeichneten fast zärtlich seine Schlüsselbeine nach und ehe Wickie bewusst werden konnte, wohin Nanna sie schicken wollte, hatten sie ihm die Hose von den Hüften geklaut.

„Ich hätte nicht gedacht, dass der Kerker dich so anmacht“, hauchte Nanna ihm mit feurigem Blick zu. Sie genoss diesen Moment, das tropfte aus jeder verfluchten Silbe heraus. Sie liebte es, ihn so um den Verstand zu bringen.

Miese, sadistische…

„Als ob dieses Verlies solche Auswirkungen auf mich hätte“, wollte Wickie am liebsten zurückknurren, doch alles, was ihm über die Lippen drang, war ein heftig gekeuchtes: „Fick mich endlich!“

Nanna sandte ihm einen letzten Finsterblick, dann kam sie seinem groben Befehl ohne längeres Hinhalten nach.

„Wenn du so darum bettelst…“ Sie richtete sich auf, riss den Kopf in den Nacken und senkte ihren warmen Mädchenkörper hungrig auf seine ihr entgegenpulsierende Härte hinab.

Wickie durchstieß gierig ihren feuchten Eingang. Im selben Moment stieß er gewaltsam die Luft aus. Das Gefühl, das sich seiner Härte bemächtigte, überwältigte ihn. Ihre warme Nässe empfing ihn zuckend, sog ihn intensiv in sich. Wickie glitt tief in unberührte Gefilde. Sein Herz drohte seine Brust zu sprengen, doch er achtete kaum darauf. Zu atemberaubend war das, was er tat.

Nannas ungleichmäßiges Pulsieren wurde fordernder. Sie entzog ihm ihr Becken, nur um sich sofort wieder auf ihn sinken zu lassen.

Jeder Stoß, den er in sie jagte, ließ ihr abgehacktes Keuchen unkontrollierter klingen.

Wickie stieß immer hemmungsloser, erfüllte sie mit jedem kraftvollen Stoß. Nanna krallte sich in seine Schultern, aber er spürte es kaum. Ihr Kopf ruckte in ihren Nacken. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie zur Kerkerdecke hoch, ohne sie überhaupt wahrzunehmen. Das Gefühl, das Wickie in ihrer nassen Tiefe auslöste, bemächtigte sich ihrer und ließ alles vor ihren Augen verschwimmen.

Aus ihrem gekeuchten Gestammel ergab sich allmählich ein Name.

„Wickie“, stöhnte Nanna und drängte sich ihm entgegen.

„Für dich … heiße ich immer noch … Vicke“, korrigierte Wickie sie keuchend. Presste sich so fest gegen sie, wie es ihm möglich war. In dem Moment geschah es endgültig um Nanna.

Alle Vorbehalte fallen lassend, griffen ihre Hände nach dem kleinen Dolch in ihrem Ärmel, mit dem sie die Seile durchtrennten, die Wickies Hände aneinander fesselten.

Nur um seine fast tauben Handflächen ungeniert unter ihrem hochgezerrten Kleid gegen ihre Brüste zu drücken.

Wickie schnappte nach Luft, kaum dass seine Fingerspitzen die samtigen Brustwarzen berührten.

Das heftige Pulsieren in ihr schwoll an, während Nanna ihn immer wilder ritt. Ihre Feuchtigkeit zog sich fest um ihn zusammen, als – …

„AH, VICKE!!!“

– …ihr langgezogener Schrei ungehört zwischen den steinernen Kerkermauern verhallte.

Wickie spürte den vernichtenden Wunsch, auf der Stelle in ihr zu kommen. Die Nässe, die ihm schlagartig entgegenströmte, riss ihn mit sich. Ihr Orgasmus überfiel ihn wie ein gieriger Räuber, dessen unstillbare Wollust sich gedankenlos über ihn hermachte.

Wickie kniff die Augen zu, als seine Spitze sich plötzlich verhärtete und es keinen Herzschlag später aus ihm herausschoss, um in ihre Feuchte zu fluchten.

Mitgerissen von diesem aufwühlenden Gefühl, schlang Wickie seine Arme um ihren Oberkörper, um sie zu sich herunter in einen ungestümen Kuss zu ziehen.

Ihre Lippen prallten aufeinander, doch Wickie ließ Nanna keine Möglichkeit, sich gegen ihn zu wehren. Seine Zunge drang durch ihre Lippen, stupste ungehindert gegen ihre Zungenspitze und provozierte sie dazu, den wilden Kuss verlangend zu erwidern.

Noch während sie mit sich rang, ihn einfach zurückzuschubsen und aus dem Kerker zu flüchten, hatte Wickie sie mit sich herumgewirbelt. Nun thronte er auf ihr. Seine Hände tasteten frevellos über ihren erhitzten Körper.

Sie drängte sich ihm immer noch hungrig entgegen. Seine Berührungen lösten wohlige Schauer auf ihrer Haut aus. Sie wollte mehr davon… mehr… leise seufzend schloss sie ihre Augen.

Plötzlich löste Wickie den Kuss, sprang verblüffend geschickt auf und floh aus dem Kerker. Nicht, ohne die Kerkertür vorher sorgfältig zu verschließen. Überrumpelt richtete Nanna sich auf, wurde sich abrupt ihrer Situation bewusst und stürmte ans Gitter.

„Du elender…“, fluchte sie und starrte ihm finster nach.

Wickies spöttisches Hohngelächter schmerzte ihr in den Ohren. „Ich wünsche dir eine angenehme Nacht, Nanna. Vor morgen Früh wird dich hier niemand finden. „

„Wickie!“, rief Nanna ihm entrüstet nach. Sie ärgerte sich über sich selbst und darüber, dass er sie so schamlos ausgetrickst hatte, wie Wickie mit nicht zu verleugnender Schadenfreude feststellte.

Er drehte sich noch einmal um, grinste düster zu ihr zurück und ließ den Schlüssel wie zufällig fallen.

„Für dich immer noch Vicke, Svens Töchterchen Nanna. „.

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Die Abenteuer des Mikes

Dunkel war es, um ihn ragten die Bäume, finster, wie die Skelette längst verstorbener Tiere, auf, und nur der Vollmond, sporadisch durch die dichte Decke aus Wolken blitzend war das Licht das den Weg vor ihm beleuchtete. Wie war er hier her gekommen, wo immer hier auch war, weshalb schlich er mitten in der Nacht durch einen Wald.

Nebelschwaden treiben um mich, erleuchtet von unserem Trabanten, Geister verflossener Leben, Erinnerung, Rachsüchtig? Fragen überkommen mich, doch keine Antwort.

An einem Baum gelehnt sank er zu Boden. Finsternis, Kälte. Verzweifelt versuchend seine Gedanken zu ordnen, tastete er panisch nach Erinnerungen, sein Name, seine Herkunft. Den Kopf in die Hände gestützt, verzweifelt.

Ich bin hier, solle ich hier sein, ich war, ich bin, ich lebe, mein Leben mein Körper mein Ich, doch wer ist dieses Ich? Männlich, ein Mann, ein werdender, 18, 19 vielleicht 20 oder gar mehr.

Fragende Verzweiflung!

Er hörte den Schrei einer Eule, die wohl gerade auf der Jagd war, als der Rauch eines Feuers in seine Nase drang. Er stand auf, Feuer, von Menschen gemacht, von ihnen kontrolliert, er musste hin. Langsam schleichen, vorwärts, keinen Mucks.

Da sah man eine Gestalt, blass und geschockt durch den dunklen Wald schleichen, auf der Suche nach Antworten, die er am fremden Feuer finden will.

Nach einiger Zeit, in der er dem Geruch des Rauches gefolgt war, hörte er es knistern, traf er auf eine Lichtung, ein gar seltsames Bild bot sich ihm.

Ich sehe eine Lichtung, ein Feuer brennt in der Mitte zur einen Seite das Dunkel einer Höhle, zur anderen eine gewaltige steinerne Statue nah am Feuer, groteske Schattenformationen in das Umliegende werfend. Wo sind die Menschen, Menschen sind nicht zu sehen, doch dennoch brennt Feuer.

Sein Verstand mahnte ihm Vorsicht und auf ihn hörte er. Durchs Unterholz sich schlagend umrundete er die Lichtung im Schatten der Bäume und war nun im Kernschatten jener Statue als er über sich ein flüstern vernahm: „Schnell, hol mich hier runter“, verwundert sah er nach oben, wo eine Gestalt fest verschnürt in etwa zwei Meter Höhe von einem Ast baumelte. „Guck nicht so blöd, beeil dich und lass mich runter, ich werde dir jeden Wunsch erfüllen.

Aber um der Götter willen beeil dich und sei still, dass dich der Troll nicht bemerkt!“

Er war verwirrt, Trolle, gefesselte Frauen, die von Bäumen hängen, wo zur Hölle war er. Langsam begannen sich die Wolken um seinen Verstand in Wohlgefallen aufzulösen und die Ratio, die Vernunft war zurück.

Mein Gott wo bin ich hier bloß gelandet.

Ein Schmerzhaftes reißen in seinem linken Bein spürte er, eine heftiger Schwindel, als sich die Welt umkehrte, ein knurren, dann dunkel, bewusstlos.

„Ja du Idiot ich rede mit dir, ich seh dein blinzeln, bist du endlich fertig mit ohnmächtig sein? Nein, ich erwarte keine Antwort, wir werden nur beide einen schmerzhaften Tod erleiden, wegen dir übrigens. Vielen Dank! Ich hoffe nur er frisst dich als erstes, dann hab ich wenigstens noch einen Glücksmoment wenn ich abtrete, dich leiden zu sehen erfüllt mich mit Genugtuung …“, so ging es in einer Tour, bis es Mike, ja genau so hieß er, es wurde besser.

Sie kehrte zurück die Erinnerung. Pi ist genau, ähh, ja Pi ist drei, die Simpsons, Matt Groening, Futurama, fliegende Autos.

Gedanken und Erinnerung, sie durchfluteten ihn, ein ganzes Leben und es war seines und vor ihm stand ein Troll, verkehrtherum, starte ihn an und stank aus dem Maul, fürchterlich. Der Redefluss der Frau neben der er jetzt, am selben Ast hing, war versiegt, blass war sie, war er wahrscheinlich auch, denn auch wenn das Blut, durch die Schwerkraft begünstigt in seinem Kopf sein müsste, war da wohl so viel wie Speichel in seinem Mund.

Alles in ihm war wohl mit seinem Herz in die Hose gesackt und hatte nur gähnende Leere in seinem Kopf hinterlassen.

Gelbe Augen waren es mit einer schwarzen reptilienartigen Pupille. Die Haut des Unholds war rau und spröde, als wäre es eine Lehmschicht, getrocknet in der Sonne und durch Bewegung wieder und wieder aufgerissen. Auch die Farbe passte, vielleicht war es Lehm, doch Mike hatte eigentlich kein Interesse es herauszufinden.

„Dich werde ich zuerst verspeisen“, sprach der Unhold mit einer tiefen basslastigen Stimme. Neben sich hörte er einen leisen, aber bissigen Freudenschrei.

Doch wie es so ist ein lebensgefährlichen Situation, wird der Mensch da kreativ wenn es zu Ende geht:

„Ich bin ein Zauberer und werde dich töten!“, schrie er.

Leider nur kreativ und nicht genial. Der Troll lachte dröhnend, dass die umstehenden Bäume wackelten: „Sicher, das sagen alle.

“ Eine schlagfertige Antwort wäre: „Na dann wird’s ja wohl stimmen“, gewesen, aber schlagfertig ist schließlich das, was einem nach zwei Stunden einfällt. In dieser Situation besser, denn ein Troll ist zwar nicht schlagfertig, dafür schlagkräftig.

„Ich kann aber zaubern“, meldete sich zaghaft eine Stimme rechts von Mike oder war es links, denn der Troll hatte ihm zum Spaß einen Stoß versetzt und nun drehte er sich im Kreis, verschnürt, eine Menschliche Seilwinde.

„Ich kann wirklich zaubern…“ ein Lichtblitz, ein Plumpsen. Mike saß benommen auf seinen vier Buchstaben, stand auf und rieb sich den Steiß. Ein Rascheln und die Frau war fort, ein Stampfen, ein Ruck und er hing wieder. Seine Fesseln hatten sich zwar in Staub aufgelöst, doch was nützten zwei Fäuste gegen einen Troll. „Ich bin wirklich ein Zauberer“, versuchte es Mike noch mal schwach. Aber er hätte auch schweigen können, der Troll starte ihn nur kurz durchdringend an und schleppte ihn ans Feuer.

Panisch begann er zu zappeln, um Hilfe zu schreien, doch vergeblich.

Die Flammen, sie rückten näher, sein Tod, war es das. Ein Traum, ein Troll, ein Traum, natürlich! Es konnte gar nicht anders sein, er würde gleich erwachen. Nur der Schmerz, den seine malträtierten Muskeln von sich gaben, sprach dagegen. Er würde in einem verdammt realen Traum sterben. Und dann erwachen, keine Frage. Er lachte erleichtert auf.

Der Troll stutzte, ein Opfer das gleich sterben würde, lachte? Da stimmte etwas nicht.

Dieser Stück Fleisch war kein Zauberer, das Elfenstück vorhin war eines, aber nicht das hier. Verdammt, er hätte das Ding töten sollen, jetzt war es weg. Süßes Fleisch, aber man muss es aber doch abhängen, erst seine Angst macht es schmackhaft. Und dieses hier, war nun auch verdorben, er hatte keine Lust mehr, er ließ es fallen und setzte sich, das Gesicht in die Hände gestützt.

Deprimiert. So saß er noch da, als der Morgen graute und Mike aus seiner erneuten Bewusstlosigkeit erwacht, gesund konnte das nicht sein.

Der Troll schaute auf, die Sonne kam, sollte sie nur, sein Leben war eh sinnlos, er war unnütz, sein Vater hatte es ihm oft genug gesagt. So sei es nun, Unterwelt ich komme, öffne deine Tore weit, ich komme, Vater erzittere, dort in deiner Gruft, ich komme. Der Vater gegen den Sohn, im Tod, wie im Leben, einst bist du gegen mich gefallen, und so wird es wieder geschehen, wieder und wieder bis zum Ende der Zeiten.

Als die ersten strahlen der Morgensonne ihn trafen fing er zu glühen an, er wurde zu Stein, sein Herzschlag vibrierte verstummte, sein Herz wurde zu Fels, sein Blut und seine Haut steinern, erstarrt, Granit.

Mike rappelte sich auf, es war ihm schwindlig, er stürzte. Wenn er sich jetzt übergeben würde hätte er bestimmt eine Gehirnerschütterung. Doch es passierte nicht. Auf beide Hände gestützt erhob er sich.

Und dann sah er sie, ein weißes Gewand, zierliche Füße, helle Haut. Sein Blick schweifte nach oben, schlank, an der Seite die leere Scheide, wohl für ein Schwert und über dem weißen Gewand schützte ein brauner lederner Brustpanzer ihren Oberkörper.

So stand sie gebadet im Licht, eine Schönheit, strahlte sie und ließ die Sonne leuchten? Sie streckte ihm die Hand aus, er ergriff diese nur zu bereitwillig und sie zog ihn, mit einer Kraft die er so einem zierlichen Wesen nicht zugetraut hätte, auf die Beine.

Vergessen war der Schwindel, er stand er vor ihr, vielleicht 30 cm war er von ihr entfernt. Alles seine Sinneseindrücke verschärften sich, der Wald roch mehr nach Wald, das verlöschende Feuer, nach Feuer, Wildheit im vergehen.

Sie war etwas kleiner als er, vielleicht ein paar Fingerbreit, er blickte ihr in die Augen und er war gebannt. Die Augen, er konnte die Farbe nicht bestimmen, sie waren tief, strahlten, war es Grau, war es Grün und doch waren es nicht die Augen, nein ihre Erscheinung.

Eine Erscheinung, Jugendliche würden beginnen zu Träumen von großen Heldentaten, Männer würden in den Krieg ziehen um solch Taten zu vollbringen, und die Alten würden traurig zurück sinnen, an die Zeit in der sie noch zu solchen fähig waren, die Gelegenheit aber verpasst hatten. Und er stand vor ihr, sie war so nah vor ihm und doch so unerreichbar.

Da vernahm er ihre Stimme, so sanft das es ihm Schauer über den Rücken jagte:“Du hast den Troll besiegt, nicht viele Männer besiegen einen Troll, ich steh auf solche Typen.

Mike wusste nicht was er darauf antworten sollte, und selbst wenn er etwas gewusst hätte, er hätte keinen Ton heraus gebracht.

„Ich hab dir versprochen jeden Wunsch zu erfüllen, alles was du willst“, sie kam immer näher, presste ihren Körper an den seinen. Mike schmolz dahin, ihre Hände legten sich an seinen Hals, glitten hinab, über seine Brust, bis ihre linke Handfläche auf seinem Brustbein zu ruhe kam.

Es war wieder etwas Abstand zwischen ihnen. „Wegen dir mein Süßer…“, sie machte eine kurze Pause.

Ihre Blicke trafen sie, und er sah es, ihre Augen blitzten vor Wut, zu spät. Ihre linke Hand schnellte vor, er wurde zurückgeworfen, irgendwie musste sie ihn an der Kehle getroffen haben, nach Luft schnappend ging er zu Boden, Punkte tanzten vor seinen Augen. Und bevor alles im Dunkeln verschwand hörte er die Elfe ihren Satz vollenden:“…wäre ich fast gestorben.

Idiot!“.