Der Pornograf V – 11
Veröffentlicht am 30.01.2025 in der Kategorie AllgemeinGeschätzte Lesezeit: 53 Minuten, 34 Sekunden
Auszug aus Band 5
(Hausfrauen, Nachbarn und andere Amateure)
Fortsetzung:
Mikel kam mitten im ersten Seminar. Er brachte seine Frau Jane mit. Sie hatten sich bei Lis, der Hotelmanagerin, angemeldet und eine der großen Suiten für zwei Wochen gebucht. Natürlich bekamen sie VIP-Status. Vor allem Jane fand das ganz toll, im Gegensatz zu Mikel kannte sie diesen ganzen Rummel ja nicht. Kim kümmerte sich besonders liebevoll um sie; sie ging mir ihr auch eines abends in die Höhle.
Jane war am Morgen danach jedoch etwas gehemmt. Kim erzählte mir, dass sie beide schon ein wenig sehr ausgelassen waren – aber natürlich nur bis zur Grenze dessen, was das Haus Oktober zulässt, nun ja, bis zum gelben Ring eben.
Wir sprachen Englisch, nicht nur wegen Mikel, auch wegen den Kindern. Mikel nahm lachend zur Kenntnis was Jane und Kim trieben.
„Wenn Kim und ich uns, mit deiner gütigen Erlaubnis, alle Vierteljahre mal ein wenig vergnügen, mein Schatz, dann ist es nur recht und billig, dir ebenfalls ein Vergnügen zu gönnen“, meinte er lässig.
„Es wäre nur dumm, zu versuchen dich da raus zu halten. “
„Ich habe mich erst ein wenig arg blöde angestellt, dann hat mich Kim sozusagen eingeweiht. Wir waren zusammen mit zwei gelben Jungs, in einer Höhle. So ein wenig Knutschen war ganz spaßig. Ich kam mir richtig verrucht vor. Dann hatte ich plötzlich einen Cock in der Hand. Einen fremden Hahn. Ich habe, glaube ich, gequietscht vor Schreck. Dann dachte ich nach – ich gestehe es, nur kurz.
Ich schritt zur Tat. Es war nicht viel anders als daheim im Bett nur … Ach Mikel, es tut mir Leid, ich wurde arg nass zischen den Beinen, ich begann, es zu genießen als er mit einem Fingerling tätig wurde – oh wie sehr, begann ich es zu genießen. Ich war urplötzlich zu allem bereit. Er wollte, ich riss mich zusammen und flüsterte no, not that. Dann, dann erleichterte ich ihn halt, per Hand und so, von seinem Drang, genau so, wie Kim sagte, an den äußersten Grenzen des Erlaubten.
Und … oh Shit, es machte mir Spaß. Ich wusste plötzlich, dass ich doch nicht das Heimchen am Herde bin. Als es meinem Partner kam, lutschte ich ihn ab, er mich aus, dann reinigten wir uns; so im Dunkeln, ich empfand das als einen Heidenspaß. Und dann – oh Schande über mich, dann wechselte ich mit Kim. Ach Mikel, ich merkte, Männer sind wirklich unterschiedlich, nicht nur, wie sie gebaut sind, das habe ich auf genug Fotos gesehen, nein, auch wie sie sich einer Frau gegenüber verhalten.
Ich denke mir, mit uns Frauen ist das ebenso. Dass ich jetzt darüber reden kann? Danke Kim, danke, dass du mich mitgenommen hast. Du hattest 100 % Recht, es reicht wirklich, nur mit dem Ehemann zu … du weißt schon. Aber so ein kleines Vergnügen wie gestern Abend … Ich glaube, das hat sich jede treue Ehefrau verdient. Und das nicht nur einmal im Leben. “
„Vor allem, weil es in aller Diskretion und völliger Anonymität geschah“, ergänzte Mikel.
„Das ist das verteufelt Gute daran. Weder er noch sie brauchen Angst zu haben. Sie können sich danach begegnen, ohne zu wissen, was sie für und miteinander taten. Oder bist du jetzt gehemmt, wenn du einen Papagallo siehst?“
„Müsste ich das?“, grinste Jane.
„Nun“, sagte Lis „Anonymität, das stimmt im Allgemeinen. Es ist mir aber sehr wohl zu Ohren gekommen, dass sich auch Leute, die sich kennen, in der Höhle verabreden.
Trotzdem glaube ich, der Effekt bleibt erhalten, die Diskretion irgendwie auch. Was meinst du, Doris? Deinen häufigen Partner, kennst du ihn inzwischen?“
„Nein“, lachte Doris. „Wir haben, im Dunkeln natürlich, mit einander geflüstert. Da kann man ja keinen an der Stimme erkennen. Ich fragte, ob er mich kennt. Ihr werdet lachen, er sagte, er sei gar nicht daran interessiert. Er sagte es auf Italienisch. Ich dachte natürlich nach, dann sagte ich ihm, ob er denn gerne mit mir – nun eben das täte.
Ich merkte, wie erneute Unruhe in sein Glied schoss. Das war mir Bestätigung genug. Dann gestand er mir noch, er könne sich die Höhle gar nicht leisten, ein Freund gäbe ihm aber öfters seine Marke. Es muss also wohl ein Angestellter sein. Allerdings einer, der nicht in zu engem Kontakt mit uns steht. Ich vermute, jemand aus dem Fotopark. Nun, wir haben eine Dauerverabredung und strickt vereinbart, diese gelte nur so lange, wie keiner versucht den Anderen zu erkennen.
Ich habe darauf jede Nachforschung abgebrochen, es ihm auch versichert. Er schien froh zu sein. Wir sind inzwischen so weit, dass er weiß, wenn ich nicht komme – wegen – ihr wisst schon. Er war offensichtlich dankbar, dann könne er sich in dieser Zeit die Marke sparen, an anderen Mädchen sei er nur wenig interessiert. “
„Das ist ja eine ganz merkwürdige Geschichte“, erkannte Mom. „Hilfe, ich liebe einen Unbekannten.Doris, da muss ich mehr wissen.
Kannst du mich mal besuchen?“
„Na ja, übertreibst du nicht ein wenig? Liebe? Obwohl, Liebe zumindestnochnicht. Aber ich kann inzwischen Uschi noch besser verstehen, eingewohntesVerhältnis hat seinen eigenen Reiz, ein Wechselndes, nur eine gewisse Spannung. Ich tendiere eindeutig zugewohnt. Auf alle Fälle, ich werde dich besuchen, Mom. “
„Danke Doris. Du kannst auch nach dem Abendessen noch kommen, ich weiß, ihr habt wie immer viel Arbeit.
Aber prinzipiell, zu dieser Höhle, ich habe mir nach meinem ersten Besuch – mit Pop, um da keine falschen Vorstellungen zu wecken, viele Gedanken darüber gemacht. Nein, es ist keinesfalls nur Schweinkram, wie Luigi dazu sagte, der dort gemacht wird. Ich fürchte – nein, fürchten ist nicht der richtige Terminus – ich hoffe und glaube, es ist für viele Besucher ein ideales Mittel um Frust abzubauen. Gerade Jane, hat doch indirekt bestätigt, dass sie wohl wenig Erfahrung mit anderen Männern hat.
Es muss doch an ihr gebohrt haben – ist dieser Mikel wirklich der Richtige? Da geht es um psychische und um physische Dinge. Ist er so lieb wie er sein soll, ist er so gebaut wie die Anderen? Unterschwelliges kommt hoch, schüttle nicht den Kopf, es ist so, ich weiß es aus eigener Erfahrung. Wenn alles klar ist, das kann schon sehr schnell sein, dann fühlt man sich von einem langen inneren Druck befreit – ja, mein Mikel ist der Richtige.
Man kann sich fallen lassen und ein wenig seinen obszönen Gedanken nachhängen. Die hat jede Frau, ebenso wie jeder Mann. Ich habe es damals, auf den Radarbilder von Paul, gesehen, im Dunklen ist nicht nur gut Munkeln, man kann sehr wohl auch dem inneren Schweinehund mal Auslauf geben und ich weiß, das ist gut fürs Gemüt. Für die Seele. Man wird ruhiger, man kann sich wieder dem Alltag zuwenden. Ich habe mit keinem geschlafen in der Höhle, das war nicht nötig, aber ich habe meine innere Unruhe in den Griff bekommen und völlig neue Ideen.
Ich denke, das reicht. Die Höhle ist ja nun, mehr ein Thema zum Cocktail, als zum Frühstück. Ich wollte nur unsere unerfahrene Jane etwas beruhigen. “
„Ichbinruhig!“ Versicherte Jane. „Vor allem, als Mikel keinerlei Anzeichen von sich gab, dass er es mir übel nahm. Ich fürchte, nachdem ich mit Kim über so Einiges gesprochen habe, ich muss mitihmauch noch mal in die Höhle. Die Sau raus lassen.
“
Alles lachte. Saya wiederholte versonnen den letzten Halbsatz. Auf Deutsch. Prompt wollte Pele wissen, ob wir den wirklich eine Sau in der Ruine hätten, weil alle so lachen würden. Saya erklärte ihr, dass Tante Jane das im übertragenen Sinne meine.
Sie hätte sich gestern, beim Spielen in der Ruine, schmutzig gemacht, wie sie, Pele, und ihr Bruder PH das auch öfters täten, vor allem, nach dem es geregnet hat.
Gestern nun, sei Tante Jane halt auch ein kleines Schweinchen gewesen.
Pele und PH sahen das ein, PH ging zu Jane und meinte treuherzig: „Hat dich Onkel Mikel auch mit der Wurzelbürste abgeschrubbt. Saya macht das immer mit uns. Da das gar nicht schön ist, sagt Pele, müssen wir uns dann halt wirklich so zusauen, dass wenigstens das, Spaß macht und sich die ganze Sache lohnt. Papa sagt immer, wenn schon denn schon.
Ich glaube allerdings, Saya ist da nicht so ganz seiner Meinung. “
Kim übersetzte ihr, Jane wurde etwas rot, dann knuddelte sie PH einfach. Der war recht wenig begeistert von diesem Liebesbeweis. Er drängte mit aller Macht zu Saya zurück. Die lächelte nur. Ich staunte mal wieder über meine Kinder.
Am selben Nachmittag, es war mittwochs und die Studenten hattenleichtenDienst bei Gerlinde und Pop, ich frei, zog mich Mikel in mein Büro.
Es gab Geschäftliches zu besprechen. Ich hatte mir das schon gedacht, Mikel, der Engländer, kann nicht aus seiner Haut.
„Dieses Wien, euere Wahnsinnstat zu dritt, die steckt uns immer noch im Kopf. Wir haben zigmal nachgerechnet, es war das beste Preis/Leistungsverhältnis, das wir jemals hatten. Wir konnten in Qualität aasen, was nicht 100 % taugte, kam ins Bilderbuch. Bevor ich herkam, schaute ich es mir noch einmal an – vor zwei Jahren hätte ich jedes einzelne Bild daraus mit Freuden gekauft.
Was, Paul, war es nur, was euch alle Drei zu einer solchen Höchstleistung hochschaukelte?“
„Ganz ehrlich gesagt, vor allem die pfiffigen Models und, auch ganz ehrlich, die Arbeit von Doris. Was nichts taugte, und glaube mir, sie hat inzwischen einen vollkommenen Blick dafür, was nichts taugte, tauchte gar nicht erst bei uns auf. “
„Du meinst, deine Obereule hat sich im Nachhinein eine besondere Prämie verdient?“
„Das hat sie.
Aber bitte Mikel, nicht als Prämie. Keine Prämie in Form von Geld. Ich will, dass meine Eulen da alle gleich bezahlt werden. Frag nicht warum, es ist einfach so. Wenn dir aber eine Sachprämie einfällt, nur zu. Ich, was die Firma angeht, habe sie mit nach Thailand genommen. Als Dank. Ich fürchte, sie hat es genossen. “
„Meinst du, wir könnten sie mal, zusammen mit Danielle, auf eine Erkundungsfahrt nach Irland schicken? Eine Woche, so zur Vorerkundung? Im Sommer, wenn ihr Ferien macht?“
„Ahm, Irland? Du kennst das Handicap von Doris?“
„Wer nicht, zumindest aus dem Kreise der Eingeweihten.
Daher würde ich ihr auch Danielle mitgeben. Die ist frech genug, sich im Voraus zu erkundigen und ihren Wunsch durchsetzen. Im Übrigen, die beiden sollen da ja wirklich einmal die Chancen abchecken. Rothaarige Mädchen sind gefragt und viel zu selten dabei. “
„Weißt du was? Wir versuchen, es zwischen diesem und dem nächsten Seminar reinzuquetschen. Wenn sie wirklich was bringen, Doris kann gut mit der kleinen Kamera umgehen und ein paar Probeschüsse machen, dann wäre Irland gar nicht so schlecht für einen Kurzurlaub mit Kim.
“
„Klar. Ein Stein fällt mir vom Herzen, Irland mit seinen vollbusigen, rothaarigen Schönheiten. 50 Filme? Ein Sonderheft?“
„Locker, Mikel. Doris wird alles vorbereiten, Kim und ich werden schuften, ich hoffe es regnet nicht nur. “
„Ich werde versuchen, es Petrus verbieten zu lassen. Nun aber zurück nach Wien. Wie kam es also, dass ihr so eine Unmenge von guten Bildern machen konntet?“
Ich erzählte ihm, wie meine Eulen das organisierten.
Welche Hilfe aber auch Luigi und vor allem, diese vielen unterschiedlichen Räume waren. „Du musst es dir so vorstellen: Sissi und ihr Mann hatten ein Schloss geerbt. Gut. Sie hatten auch Geld geerbt. Sehr gut. Das Schloss war jedoch – seien wir ehrlich, etwas am AdW. “
„AdW?“
„Arsch der Welt. Ich meine damit, es ist kein Platz zum Wohnen. Zu weit außerhalb der Stadt. Dann hatte Sissi die absolute Wahnsinnsidee, in diesem Schloss eine permanente Ausstellung, sozusagen Verkauf auf der grünen Wiese, bei uns in Deutschland längst Alltag, und dazu ein paar superschöne Appartements unter dem Dach, zweigeschossig, unterzubringen.
Doch wer sollte das bestücken? Der Freundeskreis war groß, Geld genug da und – na ja. Bei einer Grillparty, im Schloss, kam alles zusammen. Die Räume, 24 auf zwei Stockwerken, wurden quasi als Möbel-, Kunst-, und Dekorationsvorzeigezimmer ausgerüstet. Ein großes Sanitärhaus nutzte den billigeren Quadratmeterpreis und rüstete alle Zimmer mit völlig unterschiedlichen Bädern aus. Die Aufbaukosten übernahm das Schloss. Stell dir vor, du willst ein modernes Badezimmer, mir allem, was Spaß macht. Kosten, das wird bei euch in England kaum besser sein, meist mehr als 10000 Mark.
Wir kennen Vieles aus den Hotels, in denen wir waren. Ohne dem, ich gestehe, ich hätte derbe Probleme gehabt, uns hier richtig einzurichten. Betonung auf richtig. Nun, in jenem Schloss dürfen die Kunden sogar probieren, wie ihr zukünftiges Bad sein wird. Probebaden. Diese Idee ist einfach riesig, finde ich. “
„Ja, das finde ich auch. Die Bilder aus den Bädern zeugen davon, dass die Kunden ihren Spaß hatten“, grinste Mikel.
„Warum auch nicht? Dann die Zimmer; einige Malermeister, ließen sich an den Wänden aus.
Vor allem modern, wie es gerade in ist. Mit diesen Arbeiten beginnt im Allgemeinen, ja jeder neue Einzug. Das Schloss bezahlte ein paar Schilling und sagte zu, entsprechende Aufträge an den jeweiligen Meister zu vermitteln. Es klappte, wie ich hörte. Das war der Rahmen. Nun kamen andere Freunde, Möbelhändler, immer bedacht ihre Möbel auszustellen, bei sündhaften Quadratmeterpreisen in Wien Innenstadt? Dazu Antiquitätenhändler, Galleristen und sehr wohl auch Händler mit Matratzen, Bettwäsche, Vorhänge und all dem Zeug.
Auch hier, verkaufen kann man nur, was man auch zeigt. Im teueren Wien? In den daher kleinen Läden?“
„Ja sicher. Da bin ich mir schon voll im Klaren. Jetzt sehe ich auch Licht im Dunkeln meiner Fantasie. Du hast das damals nicht so gut rüber gebracht. Ich habe dir einfach vertraut, dass es klappt. “
„Ach, ich sah am Anfang auch nur die Quelle für schöne Bilder. So richtig dahinter kam ich eigentlich erst, als ich mitbekam – ehrlich gesagt eher Lis, dass im Untergeschoss, so einige aus dem Freundeskreis von Sissi und Mann, voll brutal, kleine Ladengeschäfte aufmachten.
Mir wurde klar, das Ganze war nichts anderes als eine Verkaufsmesse. Mit allen Vor-, aber wenig Nachteilen. Das Schärfste daran war, dass alle Beteiligten an diesem Objekt, ich vermute auch noch einige mehr, die Zeit, in der diese Ausstellung nicht geöffnet ist, zu ihrem privaten Vergnügen nutzten. Als Swingerklub. Mit einem Berg Handtücher unter dem Arm, das erfuhr ich erst später, können sie in den Ausstellungszimmern ihrer Lust nachgehe. Ein Reinigungsteam, von allen zusätzlich bezahlt, bringt in den frühen Morgenstunden alles wieder auf Hochglanz.
Es gab hin und wieder mal verwüstete Zimmer; sie wurden geschlossen und renoviert. “
„Von der Idee her prächtig. Wieso aber …“
„Weil Luigi und meine Eulen funktionierten. Ein Zimmer, drei Filme, unterschiedlich dekoriert, unterschiedliche Damen. Uns drei Fotografen blieb nur noch auf den Auslöser zu drücken. Wenn die Damen nicht so gut gewesen wären, es wäre brutaler Stress gewesen. Wir waren trotzdem abends ausgelaugt, fertig. “
„Ich verstehe immer noch nicht ganz?“
„Mikel, so blöde kannst du doch nicht sein.
Wir bekamen die schönsten Models, in der denkbar besten Dekoration, die bereits ausgeleuchtet war, vor die Nase gesetzt. Knips, knips, knips – Augen zu, neue Kamera in der Hand, Augen auf, neue Dekoration, knips, knips, knips.Du musst weiter.Gellt es in deinem Ohr. Du wankst raus. Flur. Ein Blick. Grünes Handtuch vor offener Tür. Du eilst hin, ein neues Opfer, auch mal ein Paar, du weißt es vorher nicht, knips, knips, knips.
Eine neu gefüllte Kamera wird dir in die Hand geschoben, du siehst dein Opfer entschwinden, ein Neues räkelt sich in der Dekoration. Wann ist Pause? Das Kreuz tut weh, die Beinmuskeln schmerzen. Deine Eule wird es dir sagen. Du musst Bilder machen, erholen kannst du dich heute Abend. Es ist dein Job. “
„Ist es wirklich so schlimm?“ Mikel schien verdattert.
„Es ist so schlimm, wenn alles klappt.
Es ist frustrierend, wenn du rumstehst und nichts Wirkliches passiert. Das ist am Schlimmsten – oft bei Hausfrauen, ich meine, bei langweiligen Hausfrauen. Du stehst da 20 Minuten rum, ohne ein Bild zu machen. In Wien, puh, da konnte man in 10 Minuten 700 Mark verdienen. Mit nur wenig Glück, sechsmal in der Stunde. Du konzentrierst dich, doch selbst Hugo guckt noch hin, die Mädels sind schön, die meisten auch noch begabt, du denkst an – ach du weißt es ja, damals an Gina.
Hugo braucht das …“
„Wer ist nun schon wieder Hugo? Du überrascht mich. “
„Hugo ist mein innerer Schweinehund. Verantwortlich für meine Taten. Alleine verantwortlich. Allerdings auch für meine Taten, mit meinen – puh, wie will ich es nur sagen?“
„Außerdienstlichen Gehilfen?“ Mikel grinste nicht einmal.
„Eine gute Bezeichnung. Ich mag sie, die Gehilfinnen, meine Liebe gehört meinen Frauen. Meine treuen Gehilfinnen tun das, was sie sollen; mir helfen, meinen Frust abzubauen.
Es wäre mir ganz schrecklich, wenn ich auf eine Klientin zurückgreifen müsste. Meinen Frauen auch. Aber dieses Thema haben wir doch schon abgehandelt. “
„Haben wir. Es steht nicht mehr zur Debatte.MeinHugo fragt sich allerdings, neugierig, wie viele Gehilfinnen der besonderen Art hast du denn eigentlich?“
„Aschloch!“ Ich meinte das sei jetzt fällig. „Derzeit keine. Ich bin zu Hause. Auf Reisen Gina. Das hat sich so ergeben.
Keine Ureule, Anna stünde mir frei, sie mag Luigi. Bin ich ein Charakterschwein? Luigi ist Teammitglied. Gerlinde war – das weißt du. Doris ist zu den Diensten bereit, wie Kim an dir. Sollen wir das zählen?“
„Du hast recht. Als gute, als sehr gute Freunde, das ist in Ordnung. Ich bin froh, dass Jane erkannte, dass es mit Kim und mir eher um eine merkwürdige Art der Freundschaft geht, dass sie verstanden hat, dass dies überhaupt nichts mit unserer Liebe zu tun hat.
“
„Hopsa. Du Mikel? Du, der coole Engländer gibst Gefühle zu? Liebe zur Frau und Liebe zu Kim? Bist du sicher?“
Nun bekamichdas Arschloch ins Gesicht geschleudert. Mikel wurde allerdings dabei etwas rot im Gesicht; er hatte etwas zu viel von sich preisgegeben. Daher änderte er abrupt das Thema.
„Unser Gespräch war sehr informativ. Ich habe mir allerdings Einiges so, zumindest so ähnlich, vorgestellt.
Wir haben im Verlag darüber gesprochen …“
„Ich ahne Schlimmes, ihr habt herausgefunden, wie ihr noch mehr Bilder, für noch weniger Geld bekommen könnt. “
„Ach red’ doch nicht. Keiner missgönnt dir dein verdientes Geld. Wenn wir ehrlich sind, dein Honorar ist unser Einkommen; ohne dich würde Vieles nie geschehen sein, dazu die himmlischen Ideen von Lis, die abartige Geschäftstüchtigkeit von Kim, wir wären immer noch ein kleiner Pornoverlag. Nun, so glauben wir, deine Erzählung bestätigt es, haben wir einen Weg gefunden, dich nocheffizienterarbeiten und dabei deine Studenten nicht im Leeren hängen zu lassen.
“
„Das hört sich ja gefährlich an“, grunzte ich. Mir war unwohl. Das bedeutete nicht nur mehr Arbeit, um die ging es mir gar nicht, davor scheue ich mich nicht, es ging um irgendwas Großes.
„Lass es mich ganz einfach sagen, Paul, der Verlag mietet eines deiner Undergroundstudios. Möglichst das Größte. Darin werden wir, ganz ähnlich wie in diesem Schloss in Wien, die Zimmer dort nachbauen. Studiogemäß.
Ich denke, zwölf Quasizimmer kommen da locker hin. Dekoration wechselnd, nach deiner Ausführung. Was Luigi betrifft, wir heuern ihn 3 Stunden, in der Nacht, an. Dann haben wir genug Location. Was die Models betrifft? Italien war schon lange gut, und Italien wird noch lange gut sein. Dazu ist im Verlag eine Entscheidung gefallen, dein Einverständnis vorausgesetzt; Ehre, wem Ehre gebührt. Wir werden europäisch eine Ausschreibung lancieren:Pornostar für Hollywood. Abgesprochen mit dem Don. Bedingung: Shooting im Fotopark.
Wir laden nicht ein, dazu sind die Damen viel zu heiß; die kommen alleine. Wir bieten, ab Villa, einen Dreitageaufenthalt. Shooting 6 Stunden pro Person. Deine Studenten dürfen, ihr, du, Gerlinde und Jürgen müsst. In dieser Dekoration. Das Ganze in mehreren Staffeln, ab zweitem Seminar bis Ende letztes Seminar. Wir garantieren eine Sonderausgabe mit mindestens 4 Bildern pro Model, wenn es auch nur halbwegs akzeptabel aussieht. Wir verlangen jedoch von jeder ein erkennbares Bild vorab – von wegen der Katze im Sack.
Wir geben diesen Auftrag an diePaul Oktober Fotopark GmbH. 700 Mark wie immer pro Film, wenn er mindestens 25 verwertbare Bilder enthält. Für was du deine Mitarbeiter, Studenten oder auch deinen Nachtwächter dafür anheuerst, das ist uns völlig egal. Hauptsache die Qualität stimmt, das erwarten wir allerdings.
Es ist mit Don Esmeraldo abgesprochen, er gibt den vier Besten eine Chance in Hollywood, in den Esmeraldo Studios. Der Allerbesten – nun ja, lach nicht, die bekommt das gleiche Angebot, für einen Pornofilm, aber in den Studios auf Hawaii.
Das ist nicht besser als in Hollywood, aber schöner, romantischer und weiter. “
„Ihr seid halt doch auch nur Schweinebuckel. Genau genommen, für die Girls ist es jedoch eine Chance. Diese Models müssen wissen, was auf sie zukommt, Einfaltsengel werden das kaum sein. “
„Das hoffen wir alle. Bleibt der Preis für das Studio, wenn du die Idee so gut wie wir findest. “
„Das ist Sache von Lis und Kim, wie du weißt.
Auch die Zimmer. Ich signalisiere mein Einverständnis. “
Das Wichtigste war besprochen. Meine Weiber machten einen guten Preis für die Miete eines Undergroundstudios. Luigi war einverstanden; Bedingung: Er hätte da zwei Freunde, die einen Nebenjob suchen. Vor allem nachts, nach der täglichen Arbeit.
Wenn sie gut sind? Nebenjob? Wir hatten viele Nebenjobs.
Ich sah in den kommenden Tagen fast nichts mehr von Mikel.
Er turnte mit Jane, seine Frau, durch die Lusthöhle, beide nervten den Butler im VIP-Bereich, aber ansonsten war für sie Urlaub angesagt. Lis war voll zufrieden, der Verlag zahlte den Höchstpreis. Mikel und Jane, hätten als Freunde auch umsonst wohnen können. Nur eines fand ich seltsam, eines Abends ging Kim mit auf ihre Suite. Die ganze Nacht, sie kam nicht mal morgens. Lis sagte, wir sollten besser nicht fragen; wenn Kim meint, uns etwas erzählen zu müssen, okay.
Wenn nicht? Kim ist nicht unsere Sklavin, meine Nebenfrau, die engste Freundin von Lis, aber keiner hat ihr je gesagt, sie solle uns Rechenschaft über ihr Leben ablegen. Zu was auch?
Mikel kaufte, wie gewohnt, Bilder der Studenten auf, nachdem das Seminar gelaufen war. Dann flogen er und Jane wieder ins trübe London. Jane, so kam es mir vor, hatte irgendwie eine Art neuen Lebensmut bekommen. Mom hatte Recht, die Höhle wirkte nach.
Jane war sehr viel selbstsicherer, zu meinem Erstaunen fand Mikel das eher gut als schlecht. Dass sie mich, vor der Rückkehr nach London, gehörig abschlabberte, das konnte ihn auch nicht weiter berühren. War das nun der sture Engländer oder der gönnende Ehemann. Wir verzichteten darauf, es zu erforschen.
Doris war irgendwie voll von der Rolle, als sie erfuhr, was Mikel da für sie ausgeheckt hatte. Ihr erster Weg, nachdem sie sich halbwegs beruhigt hatte, führte zu Mom.
Leider hatte diese, hier in Italien, keine Information über Irland. Also, ab in die Stadt. Erst in Neapel wurde sie fündig. Besonderes Pech, ihre Firmenkreditkarte lief genau in dem besagten Zeitrahmen ab. Also, telefonieren. Die neue Karte kam. Ich hatte ihren Kreditrahmen erhöht, man kann nie wissen. Dann zog sie los. Sie würde mir eine Woche bei den Studenten fehlen, Gina war inzwischen aber gut in der Lage, einige ihrer Aufgaben zu übernehmen. Lis half ihr mit dem Bürokram.
Es wäre langweilig den Ablauf der Seminare und der Schulung der Models wieder und wieder zu schildern. Es hat sich weder am Ablauf, noch am Prinzip etwas geändert, nicht einmal die Geschehnisse. Es wurde zur Routine, nur die menschlichen Unterschiede brachten die notwendige Spannung für uns. Eines fiel aber schon auf, die Arena war, was die Models anging, immer öfters gefragt. Es dauerte zwei, drei Runden, bis die Models das brachten, was wir erwarteten.
Die jungen Damen waren plötzlich prüder. Busen? Na ja. Mehr? Ganz nackt? Eher weniger. Zum Glück sahen das unsere Italienerinnen nicht so verkniffen. Die hatten allerdings auch mehr Interesse daran, ein ordentliches Honorar zu bekommen.
In einer der Hallen begann eine hektische Tätigkeit. Mikel hatte es sich einfach gemacht, er importierte einfach die Handwerker aus Wien, mit allem Material. Der Don und der Bürgermeister kamen dahinter. Es nutzte nichts, in der näheren Umgebung waren keine Handwerker frei.
Dafür fanden sich reichlich kleine Möbelfabriken, die üblichen Antiquitätenhändler, Galleristen, Cesare vorne dran, die das höchste Interesse daran hatten, dieZimmereinzurichten. Der Don und der Bürgermeister, handelten mit Kim aus, dass es samstags und am Sonntag verbilligte Eintrittskarten gibt, welche von den Händlern an Interessenten verschenkt werden können. Die Idee einer Wochenendausstellung wurde stur durchgezogen und mit einer Art Flohmarkt verbunden. Das würde natürlich Jürgen etwas hemmen. Aber auch hier fanden wir eine Lösung, zum Glück war die Studiohalle nahe beim Parkeingang, nahe dem Parkplatz.
Nun zogen wir einfach einen Zaun, der den eigentlichen Fotopark abtrennte. Zugang nur mit besonderer Eintrittskarte. Wir vermuteten, dass gut ein Drittel der Besucher der Messehalle auch in den Park wollen. 18 Mark extra. Noch mehr Kunden für Jürgen, waren dann so gut wie unvermeidlich.
Unser kleines Restaurant, an der Ruine, platzte aus allen Nähten; alle meinten aber, wir sollten es nicht vergrößern. Don Rafael hatte die günstigste Lösung, er fand drei Händler, die an den Wochenenden Imbissbuden aufmachen; ein örtlicher Metzger verkauft Bratwürste, ein kleiner Supermarkt, vermarktet Spaghetti mit verschiedenen Soßen und ein Dritter hatte Pizza im Angebot.
Um den Park sauber zu halten, bestanden wir auf echtes Geschirr, wir wollten nicht den Park nach Plastikmüll absuchen müssen. An die Servietten hatten wir nicht gedacht, der Don kommandierte jedoch die Händler ab, jeweils vor Feierabend, den Müll zu entsorgen. Wie sich herausstellte, war der Umsatz enorm, die Unkosten gering und die Wochenendgäste zufrieden. Der Bus allerdings musste Sonderfahrten einlegen.
Das Ganze machte den Eindruck, als würde sich der Fotopark, nun auch an den Wochenenden, sehr lohnen.
Bereits jetzt, war die Rendite schon bei knapp 3 %. Das Haus Radama, konnte auch mit dieser Investition zufrieden sein.
***
Doris kam zurück aus Irland. Zuerst wurde ich abgeschlabbert. Sie war überglücklich, die Reise war ein voller Erfolg. Beim Cocktail erzählte sie enthusiastisch. Da war natürlich vor allem Mom sehr davon eingenommen. Mich interessierten mehr die Bilder der potenziellen Opfer. Irgendwie erinnerten mich einige an Annie, aus Wien.
„Was meinst du Doris, ich sehe, dass euch beiden das Land und die Leute gut gefallen hat, wie aber steht es mit den Mädchen? Die Bilder zeigen zwar schon viel, wie ich sehe, sehr viele Rothaarige, wie es scheint, aber auch viele etwas pummelige Girls?“
„Aber vor allem, da haben Danielle und ich jedes Mal nachgefragt, scheinen die Damen Willens zu sein, sich vor der Kamera auszuziehen.
“ Sie kramte in ihrer Jackentasche und tatsächlich, sie hatte gut zwei Dutzend Mädchen völlig nackt vor die Kamera bekommen. „In Dublin gibt es dieFiesta,ebenso wie dieTeens,zu kaufen. Wir hatten ja auch noch verschiedeneGirlfriendsdabei, und dieBräute, Letztere fanden besonders reges Interesse, es kann also als sicher angenommen werden, Models dürften kein Problem sein. “
„Das ist doch schon was. Kim, bekommst du Lust auf Irland?“
„Ja sicher doch“, lachte sie.
„Doris, hast du dich nach Unterkünften erkundigt, wie ich dich bat?“
„Wie werde ich nicht. Wir haben drei Tage in einem Landgasthaus gewohnt,Foxhole Innnennt es sich. Urgemütlich, es hat 18 Zimmer und eine große Suite, dazu einen großen Garten und liegt etwas abseits, sprich: verschwiegen. Die Küche ist urig prima und das Bier kalt. Wenn wir uns schnell melden, steht das ganze Haus zur Verfügung; die Iren suchen im Sommer mehr das Meer und die Seen auf.
Du könntest dir deine Models einfach dorthin bestellen. “
„Auch das hört sich gut an“, bestätigte ich.
„Ich frage jetzt bewusst dumm, würdest du dort gerne mit einem guten Freund eine Woche verbringen wollen?“, wollte Kim wissen.
„Ja. Bedingungslos. Das Ehepaar, von dem der Inn geführt wird, ist sehr nett aber keinesfalls aufdringlich. Die rothaarige hübsche Tochter eher, der kam es aber nur auf die Unterhaltung an.
Sie langweilt sich dort. Für ein paar Mark würde sie euch gerne hilfreich zu Seite stehen. Wenn ich dich richtig verstehe, Kim, und aus eueren Erzählungen früherer Reisen richtig schließe, dann suchst du ein Haus, in dem du und Paul, in Ruhe die Nichtarbeitszeit verbringen könnt. Nun, ihr könnt die Besitzer einfach als euer Personal ansehen, so wollen sie es, ihren Gästen gegenüber, auch haben. Im Übrigen kann man auf den Zimmern schon sehr laut sein.
Wir haben es ausprobiert. Da lässt Danielle ja mit ihren Spesen nichts anbrennen. “
„Dann rufe morgen gleich Mikel an, zur Rückbestätigung, danach dieseFuchshöhle“,lachte ich noch über die letzte Bemerkung. „Kim, wäre dir die 2 . Ferienwoche recht?“
„Wenn ich dich richtig verstanden habe, die Erste wäre besser, in der zweiten Woche kann es knapp werden“, erklärte sie, nach einem kurzen Blick in ihren Taschenkalender. Bei Frauen, muss da halt alles Passen.
Lis signalisierte ihr Einverständnis. DerArbeitsurlaubvon Kim, war sowieso überfällig.
***
Gina bekam Ende Mai, ich will es einmal so nennen, einen argen Gefühlskater. Sie war zwar schon öfters in der Grotte, dann bat sie aber Lis, sie unter vier Augen sprechen zu dürfen. Der Erfolg war, ich durfte übernacht mit ihr nach Rom. Geschäftlich, aber eher halt doch geschlechtlich. Das arme Mädchen hat sich im Winter so an mich gewöhnt, dass sie arg in Nöte kam.
Dabei hatten wir Höchsten sieben oder achtmal, zusammen ein Zimmer.
Meine Weiber sahen das ein, sie meinten, das sei eben der Preis dafür, dass im Winter für mein Wohlergehen gesorgt würde. Um dem Familienrecht zu genügen, fand Lis und Kim, meine Besprechung mit einer italienischen, na sagen wir es ruhig, Pornozeitschrift, in Rom, sei eine gute Gelegenheit, auch die Nöte eines Teammitglied zu befriedigen. Gina wurde von der Familie, Lis und Kim, abkommandiert.
Sie durfte mich begleiten. Meine Frauen hätten leider keine Zeit und, alleine Reisen könne man mich ja nicht lassen. Ich war der Arsch, Gina fühlte sich als Glückskäfer. Ich gestehe es Lis und Kim, hier und jetzt, ich auch. Gina war nicht nur die willkommen, auch die irgendwie ersehnte Abwechslung. Ich weiß, ich bin ein Schlimmer, das bringt halt der Beruf so mit sich. Da er auf der anderen Seite auch reichlich Geld in unseren Haushalt bringt, lassen es meine Frauen durchgehen.
Ich denke, wenn ich mich so an meine früheren Jahre zurückerinnere, Gina und ich waren eher ein harmloses Paar, gegenüber früheren Eskapaden meinerseits. Was mich allerdings sehr beschäftigte, war, dass Gina alle Anzeichen zeigte, keinen Liebhaber neben mir zu wollen. Nicht, dass das meinem Ego nicht gut täte, als derzeit zweite Nebenfrau? Lis und Kim könnten wenig dagegen sagen. Aber irgendwie, nein, ich mochte Gina, sehr sogar, aber dieser entscheidende Tick, echte Liebe, der fehlte.
Mit Kim, am Anfang, war es ähnlich. Mit Gina? Ist es ehrlich, mit einer Mitarbeiterin zu schlafen, nur weil, in diesem Fall, sie es braucht? Im Ausland brauche vielleicht ich sie. Ich war verwirrt. Zuerst aber, Gina, eine Eule, brauchte mich. Das hat unbedingten Vorrang vor jeder anderen Überlegung.
Die Besprechung in Rom war eher blöde. Es wurde mirangeboten,ichdürfeBilder fürdiesen Verlag machen. Gina, natürlich bei der Besprechung dabei, lief zur Hochform auf.
Hier wurde Italienisch gesprochen, Hemmungen hatte sie schon lange nicht mehr.
„Paul, Graf von Karaj darf? Ihr Blödmänner wisst wohl nicht, wer und was er ist“, behauptete sie knallhart. „Mit Graf Paul kann man reden wie mit einem müden Esel, aber befehlen, kommandieren? Da müsst ihr müden Krieger noch viel lernen!“
„Aber, wir meinten …“
„WederAber, nochMeinen. Habt ihr ein geschäftliches Angebot, dass mindestens hunderttausend Dollar wert ist, dann können wir reden, sonst? Da ist uns die Zeit zu schade, eine Stadtbesichtigung von Rom bringt uns da mehr.
“
Ich war, gelinde gesagt, verblüfft. Unser Gina, in diesem Ton? Natürlich hatte da zumindest Kim vorgearbeitet. Es stelle sich jedoch heraus, Gina bekam nur knappe Anweisungen und die waren nur familiengemäß, über den Umgang mit mir. Sie selbst hatte jedoch, von Doris, genug dazu gelernt, und sie wusste es; nutzte es.
„Ahm, sie sagten Hunderttausend? Dollar? Entschuldigung, da haben wir entweder etwas missverstanden oder fehlinterpretiert. “
Ich sah zu Gina, wohlwollend nickend.
„Gina, meine derzeitige Chefassistentin, hat das sehr wohl richtig interpretiert. Ihr Verlag hat mir signalisiert, für spezielle Aufgaben seien hunderttausend Dollar verfügbar. Unter diesem Betrag, ach Leute, da gibt es Nichts zu reden. Pippifax. Nonsens. Sie müssen doch wissen, was ich mache. “
Der Geschäftsführer stotterte. Mir war schon klar, dass es schwere Verhandlungen wurden. Ich war nur auf den Wunsch von Don Rafael hier. Man weiß sich gegenüber seinen Freunde ja zu benehmen.
„Graf Paul, vielleicht haben wir uns ja auch nur falsch ausgedrückt. Wir wollen eigentlich ja nicht Sie, als Fotografen, wie benötigen vielmehr ganz einfach Bilder für unsere Zeitschrift. Wir nennen sieEhegeschichtenund, sie soll halt nicht jugendfrei sein. Sie verstehen? Ich meine …
„Bumsfotos. “ Ich lächelte cool. „Haben sie Models, Bumsmodels? Das, was sie so benötigen?“
„Eher nicht, eher Ungeeignetes. Deshalb haben wir uns ja an sie gewendet.
Wir haben zwar, auch wenn sie daran zweifeln, Ideen, aber eben noch keine Lösungen. “
„Ach was“, sagte Gina kühl. „Sie haben eine Idee aber eben keine Lösung sie umzusetzen. Wir, derFotopark Paul Oktober, haben Ideen und die Möglichkeit sie umzusetzen. Sie, haben nureineMöglichkeit ihre Ideen umzusetzen … uns damit zu beauftragen. “
Ich hätte Gina vor versammelter Mannschaft knutschen können, sie war voll unserem Geschäft zugetan, mehr als ihr der sehnlichste Wunsch, mit mir heute Nacht zu bumsen, den Verstand vernebelte.
Ich begriff, Gina war ein Familienmitglied geworden; ihr Interesse galt der Familie. Ich war lediglich eine gerne genommene Zutat.
„Bevor sie, meine Herren, jetzt anfangen aufgeregt über Blödsinn zu diskutieren“, unterbrach ich „möchte ich eines sagen: Gina, meine Chefassistentin (ich betonte das), hat völlig recht. Sagen sie, was sie brauchen, wie liefern. Zu teuer? Schicken sie uns einen Fotografen in den Fotopark, wie bieten jede Möglichkeit. Kein guter Fotograf? Wie bilden aus.
Das ist unser Job. “
„International anerkannt“, fügte Gina an.
„Wir haben es begriffen. Es wurde uns vorhergesagt. Es war ein Versuch. Bitte, machen sie uns einen Preis, Ausbildung zweier Fotografen, danach zwei Wochen Studio nach unseren Vorstellungen und eine Woche Freiluftarena. “
Wir diskutierten, um was es eigentlich ging. Wir fanden die Lösung für das Problem. Wir vereinbarten einen Ortstermin. Einen Preis brachten wir auch zusammen.
Der Name von Don Rafael brachte einen gewissen Rabatt. Ein Haus Oktober weiß, was sich gehört.
Das wiederum wusste Gina, abends im Zimmer, überhaupt nicht. Sie war so scharf, so geil; sie erinnerte mich so sehr an die ausgehungerte Kim, ich war voll gefordert. Was tut man nicht alles für seine Mitarbeiter. Ach Blödsinn, Lis und Kim hatten völlig Recht, es war nicht nur Gina, die mich brauchte; mein innerer Schweinehund war randvoll mit Gefühlen.
Gefühlen, die Gina gerade recht kamen. Sie schrie wilder als alle Damen, die ich die Freude hatte, kennen zu lernen. Mindestens so gut wie diese Damen war sie auch. Zur Morgenröte hatten wir unsere sechste Nummer. Vor dem Frühstück rundeten wir zur Glücksnummer auf. Gina hatte im Winter gelernt, was Sex ist; nicht der schnelle Sex, sondern die heiße Nummer im Bett.
Messe im Fotopark
Der Fotopark brummte.
Jürgen war voll ausgelastet und Pippina voll zufrieden. Drei der fast ständig hier arbeitenden Papagalli, die sich besonders geschickt anstellten, trimmten wir darauf, die Angelegenheit mit der Kurzschulung der Amateure zu übernehmen. Dazu mussten sie natürlich zuerst mal selbst zeigen, was sie konnten. Einen mussten wir austauschen, er hatte einfach nicht den richtigen Blick. Dann ließen wir sie mit ein paar Profimodellen wirken, es klappte.
Dieser neue Dienst wurde rege in Anspruch genommen.
Mikel erkannte schnell, zumindest für dieTeenswar das eine gute Quelle. Wir konnten einen guten Preis machen und Jürgen wurde merklich entlastet. Die Arbeit hatte jetzt hauptsächlich Pippina: Berge von Filmen und Abzüge. Sie musste oft genug auf die Hilfe unserer Eulen zurückgreifen, die natürlich nichts gegen einen Zusatzverdienst hatten. Zu viel Freizeit war meinen Eulen suspekt.
Und dann begann die erste Ausstellung. Der Parkplatz war zugeparkt. Bis zu unserer Einfahrt zur Villa standen parkende Autos.
Menschenmassen. Es müssen gut 5000 Besucher am ersten Tag gewesen sein. Der Bürgermeister, sozusagen Schirmherr der ganzen Angelegenheit, lief vor Stolz aufgebläht wie ein Hahn durch die Gegend. Es war ein absoluter Erfolg. Die Imbissbuden mussten Nachschub anfordern, der Flohmarkt brachte Riesenumsätze bei kleinen Preisen und die Ausstellungsräume fanden riesiges Interesse.
Der eigentliche Fotopark wurde, nach Besuch der Ausstellung, überschwemmt. Auf den Rasen kampierten Italiener, freie Bänke gab es längst nicht mehr.
Zum Glück hatten wir genügend Toiletten. Der Bürgermeister hatte, mit reichlich Chemieklos, dafür gesorgt. Er ist nicht umsonst schon 18 Jahre im Amt, er bringt das.
Jürgen mit seinen Mannen und Kunden, verzog sich nachmittags zu uns in den Garten, den wir nur durch einen Polizisten, ebenfalls vom Bürgermeister gestellt, von dem Besucheransturm freihalten konnten; ebenso wie den Strand.
Cocktail. Don Rafael und der Bürgermeister waren da.
Eine Viertelstunde später auch unser Pfarrer. Thema: die Ausstellung.
„Um ganz ehrlich zu sein, ich fühle mich überfahren“, klagte Adriano Calabrese, der Bürgermeister. „Ich habe mit maximal 2000 Leuten gerechnet. Da müssen wir etwas tun, Paul, das können wir euch nicht zumuten. “
„Ach weißt du Adriano, so schlimm fand ich es gar nicht. Dass ihr wenigstens die Villa abgeschirmt habt, das fand ich allerdings doch gut.
Ich glaube, den Polizisten hat das auch gefallen …“
„Vor allem, wo sie so gut verpflegt wurden“, lachte der Don.
„Na ja, eine Hand wäscht die andere“, grinste Kim.
„Die Geschäftsleute auf alle Fälle waren höchst zufrieden. Alle haben gut gefüllte Auftragsbücher, der Metzger muss Nachtschicht fahren oder Montag den Laden schließen. Ich denke, Kim, eure Eintrittskasse hat auch ganz schön geklingelt. Es sind nur 500 Eintrittskarten von den Firmen verteilt worden, der Rest hat an der Kasse bezahlt, die meisten gleich für den ganzen Park.
Ich fürchte jedoch, dass heute vor allem Jürgen in arge Bedrängnis kam; da war kein freier Platz mehr für seine Aufnahmen hübscher Damen. “
„Paul hat mir erlaubt, in seinem Garten tätig zu werden. Aber irgendwie, ein Problem ist das schon. Ich habe nur knapp die Hälfte wie sonst samstags. Das zählt für mich schon. “
„Das sehe ich auch ein, wir haben in all dem Trubel bereits miteinander gesprochen.
Wir lassen es morgen noch einmal gehen; ab nächste Woche werden wir aber dramatisch ändern. Öffnungszeit nur noch von 18 bis 13 Uhr. Nachmittags macht die Messe zu und ihr erhöht die Preise für den Fotopark drastisch. Auf 20 Mark, schlage ich vor“, antwortete Adriano. „Das wird die Massen halbieren, der Umsatz bleibt aber gleich. “
„Ach, ich denke, die Messe kann ruhig bis 15 Uhr aufhaben“, warf ich ein. „Wenn ich es richtig gesehen habe, verlief sich um diese Zeit sowieso einiges; dafür waren die Imbissbuden voll.
Ich denke, wir werden dafür den Fotopark vormittagsnichtöffnen, ich meine von der Messe aus. Jürgen kann seine Wochenendkunden dann in aller Ruhe morgens drannehmen. Da sie ja meist mit Voranmeldung kommen, machen wir, von der Villa aus, einen extra Eingang für sie auf. Nachmittags, ab meinetwegen 13 Uhr, gibt es dann Eintritt in den Park. Gut, 20 Mark ist ein opulenter Preis, Kinder 5 Mark. Augenblick Jürgen. “ Der war sichtlich unruhig.
„Wir müssen sowieso neue Karten drucken, da drucken wir drauf, dass der Eintrittspreis verrechnet wird, wenn eine der von uns angebotenen Dienstleistungen genutzt wird. “ Jürgen wurde schlagartig ruhig. „Dafür geben wir noch den Strand frei. Für so viel Geld können wir auch mal in unserem Pool baden. Jannis, mit seiner Strandbude, kann dann locker auch noch was verdienen. Einen kleinen Teil des Parks schirmen wir ab, der bleibt nur für die Kunden von dir Jürgen und deinen Mannen.
Da haben wir genügend Zeit dafür, bis zur nächsten Woche. Was meint ihr dazu?“
Jürgen war gerne damit einverstanden, vor allem, nachdem ich ihm zusicherte, wenn es eng wird, auch wieder den Garten der Villa zur Verfügung zu stellen und,nachder Ausstellung, auch die dortigen Räumlichkeiten. Zutritt dann über die Treppe, die sonst nur Notausgang ist. Das bedeutete natürlich einige Umstellung, aber das Geld, das so reinkam, war nicht von schlechten Eltern.
Alleine heute waren es gut 50000 Mark, mit Parkgebühren, der anteiligen Platzmiete für die Aussteller und Budenbesitzern. Da ging natürlich Steuer an die Gemeinde, kein Wunder, dass der Bürgermeister eine Runde Champagner auf den Markt warf, gekauft bei Sara.
Der Sonntag wurde noch schlimmer. Weiß der Teufel woher, eine dieser typischen Kapellen, schmuggelte sich auch ein. Die Musik lockte natürlich unsere kleinen Teufelchen, sie büxten aus. Darüber hinaus fanden sie den Bratwurststand toll, sie luchsten dem Bürgermeister Geld ab, beim Mittagessen hatten beide keinen Hunger, warum das so war, zeigte ihre Kleidung.
Lis nahm es gelassener als Saya. Der ging es allerdings mehr darum, dass die beiden da so völlig frei herumliefen – noch viel schlimmer, dass die beiden einfach ausgebüxt waren. Es war das erste und einzige Mal, dass ich Saya, am Rande eines Nervenzusammenbruchs sah. Auf die richtige Idee, bei der Musik zu suchen, kam sie damals nicht, dafür Lis. Mütter haben da wohl doch noch einen anderen Draht zu ihren Kindern.
***
Montagmorgen schickte der Bürgermeister einen Reinigungstrupp.
Bereits um Neun, waren alle Schäden behoben, bis auf ein wenig zertretenen Rasen. Mom gestand zu, für diese Menschmassen sei das ein geringer Schaden und durch das Eintrittsgeld locker gedeckt. Sie bestellte sich allerdings einen Versicherungsmenschen. Schadensbegrenzung im Voraus. Der Garten ist halt ihre Verantwortung, die sie sehr ernst nimmt.
Am Montagmittag hatte ich mit einem Teil der Studenten eine erste Sitzung in der neuen Halle. Mit italienischen Profimodels. Das Ergebnis hing nur wenig hinter Wien her, wenn es auch höchstens 2 bis 3 Filme pro Stunde gab.
Das wiederum war kein Problem, den Studenten fehlte einfach die Erfahrung. Wenn ich mit meinem Team dort arbeite, werden wir auf die Zeiten und die Qualität von Wien kommen. Da war ich mir völlig sicher. Mikel wird sich freuen.
Am nächsten Tag kam eine Abordnung aus Rom, von dem Fotoverlag. Ich hatte ebenfalls wieder eine Gruppe erfahrener Models bestellt, dann gingen wir in die Messehalle. Mit Jürgen und einem der Papagalli.
Gerlinde musste mich bei den Studenten vertreten.
Ja, die Räume kamen der Geschichte nahe. Da wäre noch … Luigi wurde dazu gebeten. Kein Problem. Dann mit den Models, einige waren geeignet, einige nicht, die Fotogeschichten verlangten bestimmte Typen. Ein Anruf bei Cesare; Uschi holte ihn ab, er brachte einen Fotokatalog all seiner Klienten. Auch dieses Problem war zum Mittagessen vom Tisch. Es fehlte nur noch der rechte Mann. Während des Mittagessens, in der kleinen Kneipe an der Ruine, ließ Cesare zwei Dutzend willige Papagalli antanzen.
Die Herren waren wählerischer als bei den Damen, dann fand sich aber doch einer. Ein cleveres Bürschchen, er merkte sehr wohl, dass er keine große Konkurrenz hatte und verlangte knallhart ein höheres Honorar. Zum Kaffee, bei uns auf der Terrasse, konnten die Herren erste Ergebnisse begutachten. Ein so genannterArtdirektorspielte sich auf, aber Doris und Gina hatten heute einen besonders guten Tag; sie erklärten ihm, dass er wohl ein Augenfehler hätte und legten dem Direktor nahe, sich vielleicht einen Mitarbeiter zu angeln, der mehr Ahnung vom Geschäft hätte.
Sie hatten natürlich völlig recht und der Artdirektor musste kleine Brötchen backen. Auf alle Fälle, wir hatten unseren Auftrag. Wir sagten zu, die gewünschte Wohnung, als komplette Dekoration, in 14 Tagen fertig in eine der kleineren Hallen eingebaut zu haben. Mit Licht und Technik. Jürgen versprach, während der Woche, den von dem Verlag angeheuerten Fotografen behilflich zu sein, diese wurden bis dahin von uns im Seminar nachgeschult.
Wir unterschrieben einen Vertrag über 300000 Dollar, für vorerst sechs Sitzungen von je zwei Wochen.
Models eingeschlossen. Diesen stand zusätzlich ein Honorar von 1,2 % des Umsatzes zu. Ein Deal, der ganz schön Mäuse bringt, wenn die Heftchen gut gemacht sind. Aus den Rohentwürfen konnte man das schließen. Die Ausbildung der zwei Fotografen im Seminar legten wir drauf, sie fielen nicht ins Gewicht und, sie fielen nicht unangenehm auf. Beide waren keine Koryphäen, aber gute Handwerker. Das reichte allemal.
***
Luigi fragte, ob wir ihm eines der neuen, kleinen Strandhäuschen vermieten könnten.
Da er nun fast täglich bis Mitternacht hier oben tätig sein würde, wäre es einfach verschwendete Zeit, in die Stadt zu fahren. Kim machte ihm einen guten Preis und – wir hatten es fast geahnt – Anna zog bei ihm ein.
Sie und Gina waren inzwischen wirklich das, was wir prophezeiten: Schönheiten. Wolfspfiffe, nicht nur von den Studenten, vor allem in der Stadt, waren sie gewohnt und beachteten sie gar nicht mehr.
Nur allzu oft trafen Blumen für die beiden Mädchen ein. Aber sie hatten nicht nur ein enormes Selbstvertrauen, sie hatten keine Lust auf Abenteuer. Heiratsangebote wurden angehört, aber regelmäßig verworfen. Die Herren waren nicht nach ihrem Geschmack. Inzwischen wussten meine Frauen und ich es aber besser; bei Anna hatte Luigi sozusagen eingeschlagen. Und bei Gina? Sie war mit einem kleinen Bisschen von mir zufrieden. Wir nahmen sie, abends im Familienbett, gehörig in die Zange.
Nein, das hätte überhaupt nichts, mit womöglich sexueller Hörigkeit zu tun. Sie hätte seit Stuttgart mehrmals einen andern Mann gehabt, in der Höhle natürlich, einen Papagallofreund. So wild sei sie im Übrigen auch gar nicht, zwei, dreimal im Monat vielleicht, ihr ginge es um etwas völlig anderes. Dann kam es heraus, was wir alle insgeheim befürchtet hatten und das sich in Rom zum ersten Mal manifestierte: Gina hatte sich in die Familie Oktober verliebt.
Sie, die ungeliebte Tochter, von den Eltern alleine zurückgelassen als diese in die USA auswanderte, war viele Jahre umhergeschupst worden. Dann spülte sie das Schicksal in die Familie Oktober. Es ging ihr wie Sara und Saya, irgendwie auch wie Kim – die Familie wurde ihr Zuhause. Anna zeigte eine ähnliche Anhänglichkeit, mit Luigi zusammen war sie ja ebenfalls Teil des Teams, damit der Familie. Ihr genügte es. Gina hatte nun zusätzlich noch diesen Deal mit meinen Frauen, das band sie noch enger an die Familie Oktober und ein wenig auch an mich.
Wir suchten eine Lösung. Der BegriffNebenfrauschwebte im Raum. Gina vertagte unsere Überlegungen, ihr genüge es ein kleines Rädchen zu sein, wie Sara und Saya. Was dasAndereanginge, sie hätte es ja schon angedeutet, so oft brauche sie es nicht. Wenn sie und ich vielleicht, so alle paar Wochen – sie würde sich liebend gerne an die Regeln halten, nie im engeren Umkreis der Villa. Sie sei da völlig flexibel.
Geschäftsreisen dürften es gerne sein. Wenn es nicht geht? Pech für sie. Dann vielleicht die alte Abmachung in Stuttgart? Sie sei dort doch, hoffe sie, kaum entbehrlich?
Es kam, wie es kommen musste, vorläufig wurden die alten Vereinbarungen bestätigt, mit einer, etwa monatlicher Geschäftsreise, weiter als bis nach Neapel. In dringenden Notfällen, durfte ein vorher abgestimmtes Treffen in der Höhle stattfinden. Dabei ging es meinen Frauen nur darum, dass dies nach außen geheim blieb.
Wenn das garantiert sei, müssten sie nicht unbedingt informiert werden. Dazuhin, wurde sie nun öfters ins Familienbett beordert, um Familiendinge mit zu besprechen. Man könne ja nie wissen, was die Zukunft bringt. Sie gehörte ab sofort zum inneren Kreis.
Das ging natürlich nicht ohne großem Geheule ab. Ich drehte mich rum und schlief. Am Morgen hatte ich Gina und Kim im Arm, Lis war bei den Babys. Ich fürchte es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis ich eine zweite Nebenfrau habe.
Keiner drängte danach, bei Kim war es im Prinzip aber so ähnlich; irgendwann war es mit ihr einfach soweit, heute ist es einfach vollendete Tatsache.
Gina und ich fuhren vor den Sommerferien nach Capri. Ich nahm zusätzlich 18 Models mit, für eine besonders schöne Wäscheserie von IGDuM; Gina als Assistentin und Bettflasche. Lis sagte, das sei absolut in Ordnung, vor allem, da ich seit sehr Langem keine Ambitionen mehr zeige, fremd zu bumsen.
Nun ja, ich war natürlich auch in der Höhle, auch tätig, aber nur mit ihnen, meinen zwei Weibern. Fingerlinge benutze ich allerdings mit viel Vergnügen bei anderen Damen; selbst bei welchen, die ich nicht erkannte, nur vermutete, dass es wohl Damen aus Rottweil waren. Diese haben sich inzwischen an die Sommerferien in Italien gewöhnt. Zwei kamen auch mal mit Freund. Nicht mit Kunden. Eine davon meinte, man müsse sich halt frühzeitig auf die Rente vorbereiten.
Die grüne Insel
Das zweite Frühjahrsseminar war durch. Die Sommerferien standen vor der Türe und damit die Reise von Kim und mir nach Irland. Wieder einmal nahm die Fotoausrüstung den meisten Platz ein, dazu kam der Wäschekoffer von Willy. Waswiran Kleidung dabei hatten, beschränkte sich auf einen kleinen Koffer. Wir hatten nicht vor, groß auszugehen. Wir reisten in unseren neuen Safaris, die Doris in Thailand für uns hat machen lassen.
In der Menge fielen wir kaum auf; vielleicht Kim doch ein wenig, sie ist halt ein exotischer Käfer.
Dublin. Taxi. Linksverkehr. Fast eine Stunde bis zumFoxhole Inn. Es war genau so gemütlich, wie es uns Doris versprochen hatte. 18 Mädchen bevölkerten die Gaststube, die Vierzehnte ist Miss Sofie O’Brian, die hübsche Tochter des Hauses. Sie stellte uns vor, die Mädels waren unsere ersten Models. Aus der weitläufigen Nachbarschaft. Sie würden morgen ausgetauscht.
Danach kämen welche aus der Stadt. Miss Doris hätte das alles veranlasst.
Wir machten uns in der gemütlichen Suite frisch. Mit Weiterungen. Das wurde einfach von mir erwartet, wir waren erst zum Mittagessen verabredet. Das wiederum war prima und deftig. Draußen regnete es inzwischen, drinnen brannte ein Torffeuer im Kamin. Völlig unaufgeregt machte ich mich mit Kim an die Arbeit. Wie erwartet, erst etwas zäh, dann lief es aber ganz prima.
Sofie kam ebenfalls vor die Linse. Ich konnte mir gut vorstellen, wie viele Augen ihren hellhäutigen Körper begehrlich betrachten werden. Alle Mädchen waren schön. Keine klappernden Knochengestelle und eher etwas mehr Busen als zu wenig. Um Fünf hatte ich alle mindestens zweimal durch, einige gar dreimal. Wenn das so weiterging, das würde weit mehr als ein Sonderheft über irische Mädchen und Frauen.
Das Abendessen, wieder rustikal, war gut und von einem fröhlichen Geschnatter begleitet.
Die Mädchen gierten auf Erzählungen unserer Reiseabenteuer. Mr. und Mrs. O’Brian hörten von der Theke her zu. Wir sahen sie zwar, wir hörten jedoch nichts von ihnen. Unsere Bitte, sie mögen sich doch zu uns setzen, wurde ignoriert. Man setzt sich doch nicht zu einem Lord an den Tisch, als Wirt und Wirtin. Doris hatte gepetzt. Die Models waren da nicht so, sie hatten ihre Nacktheit vor mir ausgebreitet, so etwas reicht wohl für bestimmte Privilegien.
Sofie fühlte sich als von mir angestellt.
Tonic Wasser gab es keines. Morgen würde jedoch welches da sein, mit Gin natürlich. Heute mussten wir irisches Bier und irischen Whisky trinken. Das Bier war gut, dunkel, würzig und stark. Der Whisky auch, der war allerdings sehr stark.
Die Nacht mit Kim war bärenstark. Es war höchste Zeit, dass wir mal wieder ein paar Tage alleine hatten. Am Morgen war alles gut, Ruhe kam in die Seele von Kim.
Der Notstand war aufgehoben.
Nach dem Frühstück, gingen wir noch mit ein paar Models in die freie Natur. Rothaarige, hellhäutige Mädchen, die nicht vom Fleisch gefallen sind, machen sich in jeder Natur gut. Ein kurzer Regenschauer wurde einfach ignoriert. Alle verschwanden noch vor dem Mittagessen; mit frischer Unterwäsche und reichlich Geld in der Tasche.
An einer fernen Straßenkreuzung hielt ein klappriger Bus, eine neue Schar Mädchen stiegen aus, unsere Schar stieg ein.
Der verabredete Austausch fand genau so unaufgeregt statt, wie das gemeinsame Mittagessen – heute gab es Forelle – und das anschließende Shooting. Doris hatte wirklich alles prima vorbereitet. Der Nachmittag war Vergnügen pur. Er zeigte mir jedoch, irische Mädchen sind genauso wie alle, egal woher. Es gab Scheue, es gab Freche, es gab Geile und es gab Topmodels, die sich gekonnt zu bewegen wussten. An die ungeheuere Menge von Sommersprossen muss man sich vielleicht erst gewöhnen, das ging mir, bei der oft sehr starken Körperbehaarung unserer Italienerinnen, nicht viel besser.
Abends gab es dicke Butterbrote zu einer leckeren Suppe, das Gespräch – natürlich unsere Reisen. Sofie bat darum.
„Lord Paul, könnt ihr bitte auch ein wenig von Hawaii erzählen? Meine Freundinnen würden es sicher gerne hören – und ich natürlich auch. Es muss ganz einfach das Paradies sein …“
„Ist das Wasser wirklich so warm und so klar?“
„Und es regnet nicht täglich?“
„Sind die Wellen nicht gefährlich …“
„Habt ihr, Mylord, einen Lulu mitgemacht? Ich habe davon gehört, nein, gelesen.
Dieses Strandfest?“
Ich lachte laut auf. „Lulu, haha, wohl von Honolulu? Mein Mädchen, das Spektakel heißt Luau und ist eine tolle Angelegenheit. “
Kim und ich erzählten abwechselnd. Die Klicke hing an unseren Lippen, Zwischenfragen, sehnsuchtsvolles Lächeln. Hawaii ist in Irland mit Sicherheit ein gefragtes Thema. Das konnten selbst wir verstehen. Um Neun waren wir immer noch dabei.
„Nun lasst uns aber auch ein paar Fragen.
Fragen an euch. Was zum Beispiel macht ihr so den ganzen Tag lang?“, ließ ich nun meine Neugierde raus. Mom brauchte ja Material.
„Auf einen Prinzen warten“, erklärte eine, ohne zu erröten. „Ich bin, wie die Hälfte von uns, arbeitslos. Zu Hause, in unserem kleinen Elternhaus, immerhin haben wir ein Eigenes, bleibt höchstens Arbeit im Garten. Am Wochenende? Tanz im Fiedlers Inn, wenn wir wenigstens das Geld für ein Malt haben.
Jungs? Kaum, die Guten, mit etwas Grütze im Kopf, arbeiten in Dublin. Die Blöden sind eben das, blöde. Zum Bumsen stets bereit, ein Bier auszugeben nie. “
„Die wollen eher noch eines von uns bezahlt haben“, kicherte eine Vollbusige.
„Wir alle warten auf die erste Gelegenheit, entweder in den Süden, wo die Strandhotels sind, oder nach Dublin zu gehen. Das braucht ein Startkapital, will man nicht gleich in der ersten Woche verhungern und auf der Straße schlafen.
“
„Heiraten? Gerne. Kennst du jemand der mich versorgen könnte? Ich bin fleißig und verstehe es eine Wohnung sauber zu halten. Ich mache es daheim, meine Mutter kann es nicht mehr. Sie ist krank, der Vater mit der Wirtschaft verheiratet. Dort bekommt er halt manchmal einen müden Nebenjob und hin und wieder ein Bier. “
„Zukunftsvorstellungen? Mylord belieben zu scherzen. Für Irland gibt es keine Zukunft, außer auszuwandern.
Wer bitte, will aber noch Iren. In den USA gibt es genug davon, Australien ist davon überschwemmt, sonst? Ich kenne keine anderen Auswanderungsländer. “
„Puh. Ich leide ein wenig mit euch. Mrs. O’Brian, bitte schenken sie den Mädchen aus, was immer sie wollen. Auf meine Kosten natürlich. Wir alle haben einen bitteren Geschmack auf der Zunge. “
Mr. und Mrs. O’Brian schenkten. Die Tochter fühlte sich als meine Angestellte und half nicht.
War das in Ordnung so? Ich fürchte ja. Die Eltern waren auch so kaum überfordert.
Wir stocherten. Viel Ermutigendes kam nicht raus. Dann holte Kim, dieBräute für Amerika. Das war nun einmal ein Thema, das lockte sogar Mrs. O’Brian hinter dem Tresen vor. Die Mädchen hatten leuchtende Augen.
„Ja, einen auch nur halbwegs anständigen Mann, einen der nicht säuft, nicht prügelt. Treu? Wenn er nachts zu Hause ist und seine Pflicht tut, ausreichend Haushaltsgeld gibt, das ist genug“, erfuhr ich.
Ich schlug vor, sie sollten doch einfach auch solche Liebesbriefe schreiben, ich würde sie den Fotos beifügen. Was der Verlag daraus macht? Keine Ahnung. Sie könnten auch jede beliebige Geschichte beifügen, eine Private natürlich, die ihre Sehnsüchte ausdrückt. Wir kennen da jemand, der könnte da vielleicht helfend eingreifen.
Die Mädchen wollten umgehend den Papiervorrat von Sofie plündern. Kim sagte, wir seien bis Samstag da. Bis zum Mittagessen.
Trotzdem begannen einige der Mädchen sofort zu schreiben – dieBräuteals Vorlage auf dem Tisch. Es schien ihnen ernst …
Wir gingen um Elf ins Bett. Ein wenig melancholisch. Die offensichtliche Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit betrübte uns. Es war nicht viel anders wie in Italien – als wir dort anfingen. In Italien ist wenigstens schönes warmes Wetter. In Irland? Zumindest nasses Wetter, nicht umsonst heißt es die grüne Insel, obwohl im Süden der warme Golfstrom auf den Strand trifft.
Dort wachsen Palmen. Wir wurden gut informiert.
Am nächsten Tag: Damen aus Dublin. Doris hatte für zwei Tage einen Escortservice geplündert. Es waren eher rustikale Huren, als gepflegte Damen. So fifty-fifty. Erstmals wurde ich angemacht. Die Damen nagten nicht gerade am Hungertuch, aber so richtig viel Kundschaft gab es nicht. Zwei Einsätze pro Woche war der Schnitt. Die meisten wollten halbwegs elegant irgendwo speisen, dann in einem billigen Hotelzimmer saufen, danach bumsen, bis der Hahn kräht.
Ja, irische Männer können das, auch wenn sie sturzbesoffen sind. Das ist aber schon das Einzige, das man ihnen nicht vorwerfen kann. Ihr größtes Übel? Sie raufen viel zu gerne.
Nun, die Bilder waren kaum besser als die mit den Amateuren. Ich fürchte für Mikel, sie waren eher mehr in RichtungUnderground.Der zweite Schub, am nächsten Tag, war um kein Haar besser. Vier räumten die Minibar auf den Zimmern aus.
Völlig. Kim bezahlte natürlich, wir konnten nicht mal Mikel dafür dran bekommen; es waren von uns bestellte und bezahlte Models. Nun ja, die paar Pfund. Lehrgeld für uns, vor allem für Kim.
Dann besorgte uns Sofie nochmals Amateure aus der Umgebung. Für den Abend, so hatte uns Mrs. O’Brian vorgeschlagen, gäbe es einen Hammel. Miss Doris hätte sich das für uns gewünscht. Einen Ganzen, und nicht mit Peppermint Sauce, sondern mit viel Knoblauch und Kümmel.
Dazu Rotwein, ebenfalls extra geordert.
Das Essen war bisher keinesfalls schlecht. Bäuerlich rustikal und einfach. Aber sättigend und mit viel Geschmack. Der Hammel versprach einen wirklichen Genuss. Kim, inzwischen sehr gut erholt, wieder mal 18 Jahre jünger aussehend, bat Sofie, vier bestimmte Mädchen, aus dem ersten und zweiten Schub, zum Abendessen einzuladen. Diese Vier waren ihr irgendwie sympathisch gewesen. Dass sie kamen? Keine Frage. Langweile gab es genug in Irland.
Tagsüber den Job. Dieses Mal hatten wir mehr Glück mit den Amateuren als mit den Profis. Nun ja, Profis? Profinutten vielleicht. Schwamm drüber, alles kann auch die clevere Doris nicht wissen. Heute hatten wir eine ganz besonders freche Meute an Amateuren. Ich bekam sogar Dildos und Lesbenszenen vor die Linse. Die Mädchen gaben alles. Nun gut, sie kicherten vielleicht ein wenig zu viel. Aber haben sie schon mal Kichern auf einem Bild gesehen? Eine Kichererbse vielleicht, aber genau die kichert nicht.
Heute auf jeden Fall, füllte ich den hundertsten Film.
Am Abend gab es den Hammel. Sofie hatte ihre Eltern überzeugt, heute müssten sie mit an den zusammengeschobenen Tischen sitzen. Sie und ein paar engere Freundinnen würden servieren. Es war ein Freudenfest, für alle. Ich fraß zu viel, Kim auch. Die Würzmischung Knoblauch und Kümmel … ich muss das Sara schildern. Kim meinte, ich solle nicht vergessen, dass eine Tonne Zwiebel dabei war.
Sofie gestand, das sei kein irisches Rezept; irgendwie doch schon … Es sei eine Erfindung von Mrs. O’Brian. Irgendwann aus der Not geboren, es waren keine anderen Gewürze da – aber Gäste und ein Hammel.
Später kamen ein paar Herren, drei davon bildeten ein kleines Tanzorchester. Zum ersten Mal lernten Kim und ich irische Tanzmusik kennen. Ein Ereignis. Gitarre, Akkordeon und Mundharmonika. Als die ersten Töne erklangen, ging ein Ruck durch die Mädchen.
Da nur drei zusätzliche Herren da waren, wurde auch Mr. O’Brian und ich gebeten. Ich schied nach 20 Minuten aus. Das rasante Gehopse war einfach zu ungewohnt für mich, dabei zwickte die aufreizende Melodie in den Beinen. Kim grinste, ich sei halt ein Schwächling im Tanzen. Erbittert suchte ich eine neue Partnerin, ausgerechnet Sofie. Sie ist der größte Lump am Stecken und hatte mich nach weiteren 20 Minuten völlig geschafft.
Die Melodien verfolgten mich aber noch im Bett.
Dazu ließ sich auch trefflich mit seiner Frau schmusen. In einem Höllentempo. Kim musste die Melodien auch im Kopf gehabt haben, sie kam locker mit. Es war unser Abschiedsbums imFoxhole Inn. Morgen noch einen Tag Dublin, in einem faden Hilton. Ich werde Doris, zurück in Italien, vor versammelter Mannschaft gnadenlos abknutschen. DasFoxhole Innwar die willkommenste Abwechslung seit Jahren; die Ausbeute für Mikel und Willi sehr gut und erholt haben Kim und ich uns prächtig.
Dass es viel regnete? Das Haus war wirklich gemütlich und das Bett in unserer kleinen Suite ausgesprochen bequem. Dieses Mal blieben wir Tag für Tag alleine auf unserem Zimmer. Es gab genug zu tun und nichts abzuwarten.
Wir bekamen einen Direktflug nach Neapel. Es muss also auch etwas betuchtere Leute in Irland geben, sonst würde sich das wohl kaum lohnen. Alle Filme hatte ich, per Kurier, bereits von Dublin aus direkt an Mikel abgeschickt.
Sollerdoch mal die Kopien machen. Wir hatten genug mit unserem Gepäck zu tun. Das hatte sich seltsamerweise um sechs Flaschen irischen Whisky erweitert.
***
Luigi erwartete uns, wir hatten unsere Ankunft telegrafiert. In der Villa hatten sie auch mit dem Mittagessen gewartet. Rama und Mann waren da, Papa Bronner und Ehefrau ebenfalls. Sogar Leila, mit ihrem Peter, konnte sich für zwei Wochen freimachen. Traudl übernahm den Salon solange alleine, in zwei Wochen würden sie tauschen.
Von den Mickimäusen war nur Marie mit ihrem Mann da, Frettchen und Mann waren mit ihrer Werkstatt voll ausgelastet, das hatte natürlich Vorrang vor Urlaub. Die Werkstatt war noch nicht voll abbezahlt. Die Villa selbst war ausgebucht, im Studentenhaus würde Montag der Trubel ebenfalls beginnen, der erste Schwung Kandidaten, europäische Mädchen, die den von Don Esmeraldo ausgesetzten Preis gewinnen wollten, hatten voll zugeschlagen. James Bald wohnte bei seiner Gerlinde, beide würden uns aber voll unterstützen das Gewusel unter der Decke zu halten.
31 junge Frauen, zu je sechs Shootings pro Person. Unsere ausgebildeten Papagalli wollte ich ebenfalls noch ran lassen, für sie mehr zur Übung. Das Spitzenpärchen des letzten Seminars war auch noch da geblieben. Beide hatten sich verliebt und wollten nun gleich vor Ort testen, ob daraus was werden könnte. Ich schätze, so knapp 500 Filme bekommen wir hin. Mikel, und wieder mal mit seiner Jane, hatte sich zu diesem Spektakel angemeldet. Er kommt Sonntagabend, wenn der Trubel mit der Ausstellung vorbei ist.
Das mit der Ausstellung hatte sich bewährt, ich meine die neuen Zeiten. Die ganz großen Massen kamen nicht mehr, das hatte auch keiner erwartet, jetzt, in den Sommerferien, waren es im Schnitt aber immer noch 3000, pro Wochenendtag. Der einzige Nachteil für uns, was einmal unser Privatstrand war, ist am Wochenende nun genau so überfüllt wie die öffentlichen Strände. Die Polizei schützt aber nach wie vor die Villa. Das hatte Lis allerdings auch zur Bedingung gemacht.
Nun, das Theater würde sich auf zwölf Wochenenden im Juli, August und September beschränken.
Kim hatte uns, bei der letzten Dienstbesprechung, die neuesten Zahlen genannt. Der Fotopark begann sich so richtig zu lohnen, das nahm vor allem Rama erfreut zur Kenntnis. Sie brauchte, im Namen des Hauses, immer Geld. Zum Jahresende würde der Park, geht es halbwegs so weiter, gut eine halbe Million abgeworfen haben.
Aber ich schweife schon wieder einmal ab.
Doris wurde ganz verlegen, als ich sie als Erste, vor der eigenen Frau und meinen Kindern, ganz schrecklich abknutschte. Kim ging gleich zu Lis, sie flüsterten, dann schaute mein Eheweib, sehr wohlwollend zu meiner Obereule. Ich konnte natürlich nicht umhin, zu sagen:
„Doris, dieserFoxhole Inn, war das optimal Beste, die Models waren hervorragend, Kim und ich haben uns prächtig erholt. Ich werde Mikel bitten, dich auch in Zukunft, mit Danielle, wenn du magst, als Pfadfinder auf Pirsch zu schicken.
Danke. Das war mir jetzt sehr wichtig, es gleich als Erstes zu sagen. “
Doris errötete doch tatsächlich. Dann machte ich meine Runde, Hände schüttelnd und küssend. Inzwischen ließ Paolo das Essen auffahren. Feinste Küche, frischen Fisch, knackige Salate. Sara kredenzte edelste Weine. Eine neue Sorte war dabei, ein Geschenk von Don Rafael. Eine kleine Wiedergutmachung, wegen des Umtriebes mit der Ausstellung. Ich ließ mich fallen, endlich wieder zu Hause.
PH blinkerte mich an, da fiel es mir siedendheiß ein, ich hatte vergessen, Geschenke für meine Ältesten zu kaufen.
Kim nicht. Daher war sie am Flughafen also für eine Viertelstunde verschwunden. Sie hatte für beide je eine Uhr gekauft. So richtig schön Bunte, aus Plastik; eine Mickymaus und ein Schweinchen Dick. Sie prangten bereits an den Ärmchen. Daher blinkerte PH, es war ein Dankeschön. Ich blinkerte zu Kim. Die lächelte nur und quasselte weiter mit Leila.
Nachmittags verschwanden fast alle Damen im VIP-Bereich. Willy hatte, bevor er über den Sommer nach Radolfzell zurückfuhr, einen großen Karton mit Neuigkeiten aus der Wäschebranche zurückgelassen.
Einen zweiten Karton für die Models am Montag.
Saya war eifrig bemüht, Pele und PH, die Sache mit der Uhr zu erklären. Das mit der Zeit verstanden sie schnell; dass davon der Beginn des Essens und des Badens im Pool abhing, begriffen sie sofort. Schlitzohrig, verstanden sie aber partout nicht, dass auch die Zeit des Zubettgehens durch die Uhr bestimmt wird. Nun, sie würden auch dies, zu ihrem Leidwesen, noch lernen.
Noch hatten sie Zeit. Kinderzeit, nicht nur von der Uhr bestimmt.
Zum Cocktail gab es natürlich viel zu erzählen. Ich bat, Irland raus zu lassen, Mikel würde Sonntag wohl die Bilder mitbringen. Es gab genug andere Themen. Marie und Mann hatten gespart, nächstes Jahr konnte es losgehen, ihre Motorradfahrt durch die USA. Jetzt brauchten sie unseren Rat. Gerlinde und James kannten sich da besser aus, Marianne war, mit dem Verlobten, bereits ein Stück der Traumstraße entlang gefahren.
Petra hatte noch einen besseren Vorschlag, die Route 66 ; von Chikago aus nach LA. Dann die Traumstraße hoch bis Vancouver. Von dort mit einem billigen Flug zurück. Das war ein Thema, in das wir uns festbissen. Karten wurden geholt, spät in der Nacht rief Lis unsere Freundin Kikki an. Sie wusste noch mehr und versprach Informationsmaterial zu schicken. Am Ende ihres Urlaubes bei uns, mussten Marie und ihr Mann eigentlich jeden Kilometerstein und jede geeignete Unterkunft, auch Campingplätze, auswendig kennen.
Mom gab ihnen einen Briefumschlag, mit der Bitte doch einen ausführlichen Bericht zu schreiben. 250 Dollar. Ich gab ihnen einen ähnlichen Umschlag. Ich hatte nicht vergessen, einen großen TeilmeinesErfolges verdanke ich den Mickimäusen. Richtig abschlabbern durfte ich Marie auch. Sie hat übrigens ihre Tattoos noch alle, wie ich bei einer Einladung in den Damen VIP-Bereich, am Pool, feststellen konnte. Ihre Figur war noch besser geworden, sie macht Bodybuilding. Mit ihrem Mann zusammen, sie wollten fit für die USA sein.
Ach ja, unsere jüngeren Freunde, wollten sich die Höhle nicht entgehen lassen. Wir luden dazu auchRingein allen Farben ein. Zu kontrollieren, wer da was nutzte, war keine Möglichkeit, ich bin jedoch völlig sicher, der Maximalrahmen des Hauses Oktober wurde nicht überschritten, zumindest nicht von denen die es anging. Ich hatte zu meiner Verblüffung Leila am Hals. Sie flüsterte mir zu, ihr Peter sei immer noch der Einzige, aber irgendwie … nein nicht das … aber vielleicht …
Ich verpasste ihr eine Abreibung mit der Klobürste.
Sie brauchte noch eine Zweite, dann, man sah es ihr an, wie erlöst trat sie zum Frühstück an. Voll und ganz die unnahbare Prinzessin. Rama, die ahnungsvolle Mutter, nahm mich ins Gebet. Ich hatte kein Problem damit, ihr zu sagen, was Leila und ich da getrieben hatte. Rama auch nicht, wenn sie mir auch eine Ohrfeige gab. Ich empfand es eher als etwas zu heftiges Streicheln. Ich bin sicher, so war es auch gemeint.
Dass nicht nur Lis, sondern auch Kim mir gestanden sie hätten mit Peter ebenfalls nette Spielchen gespielt – Leila sagte, das sei ausgleichende Gerechtigkeit. Dass sich alles mit Traudl wiederholte? Zu was denkt ihr denn, haben wir die Höhle; nicht nur zum Lustgewinn, ich fürchte, noch viel mehr zum Frustabbau. Der kann sich vor allem bei treuen Ehefrauen ganz schön aufschaukeln. Mit einem Fremden im Bett? Das geht in 99 % aller Fälle schief, da geht es unweigerlich irgendwann mal zur Sache.
Die Höhle? Ein Hilfeschrei genügt, wenn die Regeln nicht befolgt werden, aber wer schreit schon beim Schmusen – aus Angst davor?
Ob das nur uns junge Paare angeht? Ich sprach mit Mom, ich sprach mit Rama. Dann orderte ich wieder ein Sortiment Ringe. Vertrauen gegen Vertrauen, wie schon bei den jüngeren Freunden. Jeder Ring bekam von Kim pauschal 200 Mark. Die konnten sie behalten. Nachforderungen waren möglich. Halt Vertrauen gegen Vertrauen.
Dann setzten wir einen Abend für die älteren Herrschaften an.
Die Damen durften zuerst in die Höhle, die Herren folgten nach einer Stunde. Dafür durften sie auch eine Stunde länger bleiben. Das gab jedem eine Chance, wenn er sie nutzen wollte.
Von denRingenkam keine Nachforderung, eine der Ringdamen wollte Kim sogar hundert Mark zurückgeben. Sie fände es unlauter, für ihren eigenen Spaß bezahlt zu werden.
Das Einzige, was sie aber unbedingt wollte, die Adresse wo man denn diese Fingerlinge bekommt. Ich war übrigens nicht dabei. Es muss da also noch andereKünstlergeben. Auf allgemeinen Wunsch sollte so etwas, wenn genug Leute im Haus seien, öfters gemacht werden.
Jedenfalls, die Höhle fand in allen Schichten unserer Gäste vollen Anklang. Einzig Blondi konnten sich nicht dafür erwärmen. Dann fiel mir ein, auch Marie nicht, ihr Mann schon eher.
Ich denke, das hängt aber mehr mit der Geschichte der Mickimäuse zusammen, denn auch andere, wie später im Jahr Micki selbst, gingen nicht rein. Die Nonnen hatten hier ganze Arbeit geleistet. Wehret den Anfängen. Nicht ganz dazu passte, alle baden sehr vergnügt ohne Badeanzug, mit uns allen.
Nachdem Papa und Mama Bronner abgereist waren, kam Kristin und Axel, sozusagen im Austausch. Weder Papa noch Mama hatte auch nur ein Sterbenswörtchen davon gesagt, aber Kristin hatte ein ganz nettes Bäuchlein, als wir sie wiedersahen.
Ein Sohn war angesetzt. Natürlich ein Grund mehr für die Familie, sich zu freuen. Die Töchter von Papa mehrten sich.
Ende folgt..
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