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Der Pornograf II – 08

Letzter Auszug aus Der Pornograf 2 (Der Abiturient)

*** Wieder mal Mallorca ***

Wir gingen keinerlei Risiko ein: Mom wurde ein letztes Mal im Rollstuhl nach Mallorca verfrachtet. Weil sie so tapfer und brav war, bekam sie von Kim eine neue Tätowierung. Pop fand sie obergeil und Mom trug sie stolz. Was sie da aber als Tanga trug, dass trieb mir, so einiges gewohnt, dann doch fast die Schamesröte ins Gesicht.

Es kam noch viel Schlimmer, Mama Bronner sah es und forderte Willi auf, ihr auf der Stelle genau so ein Ding zu besorgen. Rama hielt sich zurück, obwohl sie kaum älter ist. Ein Tattoo wollte sie doch. „Eine Tätowierung auf dem verlängerten Rücken, mit Henna, wie Kim sie macht, war schon früher im Hause Radama der Brauch“, sagte sie. „In den alten Journalen steht, dass das Haus viel Geld für Henna ausgab.

Kim legte alle ihre Kunstfertigkeit in diese Handarbeit. Rama war sehr zufrieden, verbot Leila aber, sich ebenfalls so schmücken zu lassen. „Wenn du einmal Kinder hast, dann steht dir das zu, vorher nicht. Es könnte deinen Mann von der Arbeit abhalten. “ Leila muss halt noch warten. In der Beziehung hatte sie aber keine Probleme. Befehle zu befolgen ist einer Prinzessin angeboren.

Mom wurde bestens versorgt. Wanda und Arena turnten mit ihr im Wasser, dass es eine wahre Freude war.

Beide Mädchen waren auf dem Sprung nach Stuttgart. Wanda will dort heiraten. Pop sagte, das sei gut, er würde es ausrichten. Dieter, ihr Verlobter musste arbeiten, er war schon in Stuttgart, bei Bosch – dank Axel. Als Neuling konnte er allerdings nicht gleich wieder in Urlaub gehen.

Ich hatte recht ordentlich Arbeit, aber auch gleich drei tüchtige Assistentinnen. Lisl und Roland waren ja auch da. Ganz kurzfristig hatte ich noch vier der D-Girls eingeladen.

Es war die Idee von Lis und die Vier konnten sich freimachen. Ich hatte erst ein wenig Bedenken, denn, wie immer baden wir natürlich ohne. Lis meinte, das hätte sie den Girls gesagt und, dass sie gefälligst die Finger von den Männern lassen sollen, auch. Sie hätten es geschworen.

Jetzt turnten sie mit uns, ohne Hemmungen, im Pool und im Garten herum. Francine sagte mir am zweiten Tag, ich machte mit ihr gerade ein Shooting in einem hauchdünnen weißen Body, es sei sehr seltsam, sie hätte plötzlich keine Angst mehr vor Männern.

„Ich sehe euch Mannsbilder da locker nackt herumlaufen, es scheint, wir Frauen interessieren euch gar nicht. Eure, du weißt schon, blieben schlaff. Wir haben alle Vier in der ersten Nacht unsere Zimmer fest verrammelt und schlecht geschlafen. Wir horchten am offenen Fenster, kein Weinen, kein Geschrei. Aus zwei Zimmern hörten wir dafür deutlich Zeichen der Liebe. Ich glaube fast, Lis hatte recht, es waren nur die falschen Kerle, auf die wir hereinfielen.

„Ich glaube das auch. Ihr werdet sicher auch noch die Richtigen finden. Schaut euch hier um: Alle meine Freunde lieben ihre Frauen, von Herzen und nicht mit Schmerzen. Fremd geht, soweit ich weiß, auch keiner. So sehen richtige Männer aus“, gab ich zurück. „Aber jetzt etwas Anderes. Dieser Body steht dir prächtig. Mich stört ein wenig, dass dein großes Büschel Schamhaare, recht aufreizend durch den dünnen Stoff scheint. Wenn es dich nicht stört, würde ich vorschlagen, du machst dich da unten nass, mit Wasser meine ich, dann wird wohl dieser Effekt verstärkt und es wirkt richtig geil oder, du rasierst dich da unten.

Ein weißes Tuch, zum Verdecken, würde sich abzeichnen. Was meinst du?“

„Wir versuchen es erst mit Wasser. So richtig geil? Das hört sich gut an. Dann werde ich die Haare trimmen und in Form bringen, wie es Lis hat. So ein kleiner Bart sieht doch auch netter aus, denke ich. „

Gesagt, getan. Dass gerade dieses superheiß gewordene Foto, mit dem nassen Unterteil, das Siegerfoto im Wettbewerb wurde, das konnte damals weder Francine noch ich ahnen.

Ich hatte aber auch ganz frech darum gebeten, bei der Rasur, mit der Kamera dabei zu sein. Francine hatte nicht dagegen.

Das mit dem Wettbewerb klappte ganz prima. Der Verlag hatte mit den Bewerberinnen einen Treffpunkt ausgemacht, dort werden sie jeden Tag um 9 Uhr abgeholt und mit einem gemieteten Kleinbus auf die Finca gebracht. Bis zur Mittagspause machte ich Bilder. Wenn es sich so ergab, blieben einige der Models zum Essen und kamen erst am Nachmittag dran.

Sie kamen dann mit der Taxe heim.

Die Models waren unterschiedlich, mal ganz prima und sehr freizügig beim Posieren, manchmal waren sie nicht einmal bereit etwas mehr von ihrem Busen zu zeigen, geschweige denn ein Schamhaar. Manchmal waren sie aber nur scheu, das legte sich schnell, als sie sahen, dass unsere Gäste nackt badeten, ohne, dass sich irgendwer darum scherte. Da fiel dann doch mal ein Bikinioberteil. Auch das Unterteil, wenn ich darum bat.

Das tat ich aber nur bei Models, bei denen sich das voraussichtlich auch lohnen würde, die eine Chance bei dem Wettbewerb haben würde. Leider waren viele dabei, bei denen ich Angst um meine Kamera hatte; Angst die Linse würde vor Schreck platzen. In dieser Häufung, hatte ich unhübsche Mädchen eigentlich noch nie gesehen. Da schien die Hoffnung der Vater des Gedankens.

Viele fliegen nur nach Mallorca, um hier einen Mann abzubekommen, erfuhr ich von Claudette.

Ihrer Freundin ging es so. Ich machte, mehr aus Mitleid, einige Bilder von ihr. Claudette war dafür wieder ein Model, wie ich es mag. Vielleicht nicht so freizügig, bei der Serie für den Wettbewerb war das allerdings auch nicht ganz so wichtig. Scharfe Bilder wurden da sowieso nicht veröffentlicht.

Am dritten Abend sprachen wir, abends im Bett, über das Problem mit den unvorteilhaft aussehenden jungen Mädchen. Lis vertrat die Ansicht, mit Pflege und guter Kosmetik, könne man viele Schäden schon reparieren.

Dazu gehört natürlich auch die richtige Kleidung. So schlampig, wie junge Frauen sich derzeit kleiden, könnten sie einfach nicht auf Männer wirken. Sie und Kim traten in den nächsten Tagen den Beweis dafür an. Selbst Pickelgirls wurden attraktiv.

Am vierten Tag stand die Hochzeit von Jane und Mikel auf dem Programm. Seine kirchliche Heirat wurde ein Medienereignis, da hatte ich dafür gesorgt. Der Verlagsleiter von Fiesta, Nachbarn und Teens, ist ja nicht Irgendwer.

Die Regenbogenpresse war sehr daran interessiert. Viele kleine Magazine auch, nicht zuletzt deswegen, da sie viele Bilder, als Nachdruck, über Willi bekamen. Er hatte rechtzeitig eine Pressemeldung verschicken lassen.

Jane Taylor, jetzt seine Frau, war ein Traum in Weiß. Mikel erschien im grauen Cut mit grauem Zylinder, ganz britisch. Im Kleid von Jane hatte Willi ganz tief seine Finger drin. Pfui, nicht im Kleid natürlich, wie sich das anhört, sondern natürlich im Besorgen desselben.

Mit Jane war dafür vereinbart, dass ich Foto von ihr machen dürfe, in dem Kleid und nach der Hochzeitszeremonie.

Mikel weigerte sich, in dem von Lis und Kim geschmückten Zimmer, neben seiner Frau zu posieren. Das sei nicht gentlemanlike. Kim sagte zu ihm, er sei halt ein altes Arschloch, wenn auch ein Nettes. Jane lächelte und posierte alleine. Ich durfte sie sogar fotografieren, als sie das Kleid auszog. Ihre Unterwäsche war dem Kleid absolut ebenbürtig und meine Aufnahmen der Preis, den sie bereit war, gerne an Willi zu bezahlen.

Mehr als die Unterwäsche gab es allerdings nicht zu sehen. Mikel warf uns danach raus, er wollte mit seiner Frau alleine sein. Gentlemanlike?

Die Hochzeitsparty fand abends in dem Klub statt, in dem die Gruppe von Terry noch bis zu ihrer Tournee spielt. Alte Verträge wurden natürlich eingehalten, neue Verträge standen längst wieder an. Ihre Tournee hatte sich herumgesprochen. Auf den Plakaten wurde sie gewürdigt und so getan als würden sie auf der Tournee eben mal Stop auf Mallorca machen.

‚Die weltbekannten Flamenco Dancers auf Zwischenstopp in Mallorca. Nur wenige Wochen. ‚ Hieß es da. Die Preise wurden um 25 % angehoben, ihr Honorar aber auch.

Ich hatte das ganze Parkett gekauft. Jane war merkwürdigerweise sogar stolz darauf, dass ihr Mann von sehr, sehr spärlich angezogenen Frauen, sehr, sehr angemacht wurde. Die schlabberten an ihm, und das Publikum raste. Jane kannte die Mädchen ja alle aus Jamaika. Mikel dagegen hätte sicher viel für einen Fluchtweg bezahlt.

Ich knipste; diese Bilder wollte ich in der Fiesta sehen, denn diesmal machte Mikel das dumme Gesicht.

Am nächsten Nachmittag zog mich Roland auf die Seite. Er wollte offensichtlich etwas von mir, wir setzten uns in den Schatten. „Ich habe das ganz dumme Gefühl, dass mein Abitur mehr schlecht als recht wird. Du wirst doch bald Meister, vielleicht kann bis dahin dein Onkel … offen raus, kann ich bei euch eine kaufmännische Lehre machen und danach in eurem Laden arbeiten? Dein Onkel will ja bald ganz aussteigen und du musst dann sowieso jemand einstellen.

Den Automaten kann ich doch recht gut bedienen, dem Onkel habe ich schon oft im Laden geholfen. Lisl und ich haben es uns ganz genau überlegt, ich mache meine Lehrzeit bei dir und sie könnte im Laden helfen. Auch später, wenn wir unsere Tochter haben. „

„Die Idee ist gut. Wenn du es so willst, sehe ich da kein Problem. Kaufmann liegt dir ja wohl im Blut, von deinem Vater her.

Das mit Lisl könnte ich mir auch gut denken. Sie kann sehr gut mit Menschen umgehen, sicher auch mit den Kunden. Wie aber, soll ich das mit unserer Tochter verstehen?“

„Lisl hat dir also noch nichts gesagt? Nun, es ist ihr und mir natürlich sehr peinlich – sie bekommt ein Kind, ein Mädchen. „

„Du Blödmann, hast du nicht aufpassen können?“, entfuhr es mir.

„Es ist ja noch viel blöder.

Beinahe wäre unsere Freundschaft in die Brüche gegangen. Die dumme Pute wollte es mir verschweigen, bis nach dem Abitur. Da war ich natürlich mächtig sauer. Für mich war es ein arger Vertrauensbruch. Ich erkannte zum Glück schnell, in welcher Hölle sie da briet. Es kam raus, dass es ein saudummer Zufall war. Als wir damals nach Jamaika flogen, hat sie, so früh am Morgen und bei der Aufregung, vergessen die Pille zu nehmen. Am Abend, als wir zu Bett gingen, fiel es ihr ein.

Sie nahm die Pille noch. Du kannst dir vorstellen, das tolle Zimmer, die Wärme, die ganze Reise … wir lieben uns halt, auch in dieser Nacht. „

„Das kann ich euch schon nachfühlen, aber wenn sie die Pille doch nahm …“

„Hätte es gut sein müssen. Das dachte sie auch. Sie dachte aber nicht an die Zeitverschiebung. Damit überschritt sie den Termin und, es passte fabelhaft in ihren Zyklus.

Sie merkte es erst, als es zu spät war. Ihre Tage blieben aus. Sie bekam einen Schreck und dachte Wunder was sei. Sie wartete, hoffte und betete. Sie war so übel drauf, dass ich mit ihr schimpfte. Nach langem Rumgeheule erzählte sie mir dann halt, welchen schrecklichen Verdacht sie hatte, eine Krankheit wollte sie nicht ausschließen. Am nächsten Tag ging ich mit ihr zum Frauenarzt. Ich kam mir dort zwar sehr blöde vor, aber Lisl hätte mir womöglich einen vom Pferd erzählt.

Ich war halt auch stinksauer. Beim Arzt kam es dann raus: Baby, vermutlich eine Tochter. Lisl meinte, ob sie es vielleicht wegmachen lassen soll, es käme uns beiden halt doch sehr ungelegen. Ich habe ihr, an diesem Abend, den Hintern versohlt. Das ist gewiss nicht meine Art, aber ich war so was von wütend. Nun ja, ich glaube so weh hat es ihr auch nicht getan, ich schlug ja nicht so arg zu. Es sollte mehr symbolisch sein.

„Ich glaube, da währ ich auch sauer geworden“, gab ich zu.

„Natürlich wird das Baby nicht abgetrieben und natürlich haben wir uns gleich darauf wieder vertragen. Ich kann meiner Lisl einfach nicht böse sein. Darüber hinaus war es auch schon zu spät. Das Kind wird wohl im September zur Welt kommen. Der Arzt meint, es sei gesund und munter. Lisl war vor dem Flug nochmals dort.

„Na prima, dann ist ja alles im Lot. Wann wollt ihr heiraten?“

„Ich hatte eigentlich vor, sofort nach dem Abitur zu heiraten. Aber Lisl wurde nach der Hochzeit von Mikel völlig meschugge. Sie hat mit klar gemacht, dass sie so schnell wie möglich heiraten will. Sie hat 20000 Mark gespart und meint, davon könnten wir leben, bis sie und ich Geld verdienen. So ganz arm bin ich ja auch nicht, seit dem du mich am Automaten gnadenlos ausbeutest“, musste er jetzt doch lachen.

Dann wurde er wieder ernst.

„Lisl meint, die Hochzeit soll so schnell wie möglich sein. Das mit dem verfrühten Nachwuchs, hätte ja auch sein Gutes; unsere Tochter ist dann schon früh, groß genug, dass sie bei Oma und Opa bleiben kann, wenn ich noch in die Lehre gehe und wenig Geld verdiene. Sie selbst kann dann auch früher wieder mitarbeiten. Vor allem, Oma und Opa sind noch agil genug, für unser Kind tagsüber zu sorgen.

Sie wissen Bescheid, sagt Lisl wenigstens. „

„Ich bespreche das, heute Abend, nochmal im Familienrat. Problem sehe ich keines. “ Roland war mir als fester Mitarbeiter herzlich willkommen. „Und jetzt holst du deine Lisl, wir trinken eine Flasche spanischen Cava zusammen, auf euer Wohl. “ So wurde es dann auch gemacht, im Übrigen war es noch geheim.

Anfang der letzten Ferienwoche besuchte uns Renate und Hans. Sie hat eine Woche Urlaub, solange Marni noch arbeiten kann, und in Rottweil war einiges an Papierkram zu erledigen.

Sie erfuhr, wo wir sind. Nun saßen wir im kleinen Kreis ihm Wohnzimmer. Nur Lis war dabei. Kim machte mit Mom die Altstadt unsicher.

„Tausend Grüße von Marni soll ich ausrichten und, der Nachwuchs sei schon recht ungeduldig. Die jungen Herren würden wohl Boxprofis, so würden sie sich anstellen“, richtete mir Renate aus. Dann erzählte sie weiter: „Marni fühlt sich sehr gut. Hosni hütet sie wie ein Kleinod. Er ist ein wirklich liebenswerter Bursche, Marni hat mit ihm ein Glückslos gezogen.

Ich habe es Hans schon gestanden, nun sage ich es auch euch: Hosni und Marni haben, seit ihrem Besuch in Jamaika, eine ähnliche Institution eingerichtet wie du sie hast, so manche wichtige Dinge werden abends im Bett geklärt. Neben einer Freundin, werde ich auch oft dazu gebeten. Bei einem Geschäftsbesuch von Kikki, diese ebenfalls. Es geht nicht um Liebe, wie du weißt, sondern um Vertrauen und es geht vor allem nicht um Sex. Es ist wirklich erstaunlich, was man in so vertrautem, ich möchte sogar sagen, intimen Kreis, für Probleme in den Griff bekommt.

Eifersucht gibt es bei uns so wenig, wie bei dir im Klub. „

„Nun, bei Marni ist es ja wohl bald soweit. Wie die Zeit doch vergeht. Kannst du mir einen guten Rat geben, was Lis und ich ihr zur Geburt schenken können. Rama konnte mir auch nicht helfen und nur eine Glückwunschkarte ist wohl nicht so angebracht“, fragte ich.

„Rat? Lass nachdenken. Ja. Sobald die Bengel da sind, rufe ich dich an und gebe dir Marnis Telefonnummer.

Ein Anruf wird sie sicher sehr freuen. Ich weiß auch ein Geschenk: Ich werde für dich die berühmten 101 Rosen besorgen und sie ihr, zusammen mit Kitty und Irma, in bester Tradition überreichen. In euerem Namen. Ich passe ab, wenn Hosni da ist, ihm wird sie die eine Rose geben wollen. „

Ich konnte gerade noch Renate für den Rat danken, dann wurde sie vereinnahmt. Pop kam, kurz danach auch Mom und Kim.

Karen und Agnes standen plötzlich ebenfalls da. Die Baronin Renate wurde hofiert. Mit Rama hatte das jetzt einen Bart, sie war zumindest hier, auch lieber Frau Schmidt. Renate war bekannt und beliebt. Hans und ich suchten das Weite. Weibergetratsch finden wir beide schlimm.

An diesem Abend geschah etwas Schreckliches. Wir hatten unser altes Zimmer, Kim das alte Zimmer von Renate, das hinter dem Bad. Als diese mit ihrem Hans kam, zog Kim zu uns.

Renate und Hans bezogen ihre Räume. Gegen Zehn, wir ratschten noch, ging die Türe auf. Renate stand da, ihren Hans an der Hand. „Er soll es einfach mal miterleben, wie unsere Gemeinschaft funktioniert. Darf er kommen?“

„Dann kommt schon rein“, kicherte Lis und Kim lächelte.

Da lagen wir nun. Renate, Hans, Kim, ich und Lis. In dieser Reihenfolge. Hans etwas gequält. Wir hatten gerade über die mögliche Route unserer Hochzeitsreise gequasselt.

Kim drehte sich ein klein wenig zu Hans um und legte ihm eine Hand auf den Bauch.

„Du kennst dich doch aus in der Welt. Was wären denn deine liebsten Ziele, wenn du wählen könntest. „

Hans war etwas geschockt. Nicht über die Frage, sondern über die Hand auf dem Bauch, ziemlich weit unten.

„Nun komm schon, rede“, drängte Kim. Dass sie ihre Hand nahe einer empfindlichen Stelle hatte, bedachte sie sicher gar nicht.

„Nun ja“, sagte Hans, etwas verkrampft. „Kanada, Vancouver hat mir gut gefallen. SF auch, San Francisco. Hawaii natürlich. Die Südhalbkugel kenne ich leider nicht. “ Er gab Renate einen Kuss. Er wurde immer lockerer. Kim ließ die Hand, wo sie war, sie fand es einfach bequemer so. Sex? Kaum. „Japan war natürlich ein Traum, leider ein verdammt Teuerer. Persien? Da ist meine Meinung zweigeteilt. Das Haus ja, uneingeschränkt, aber vor allem auch, weil Renate dort ist.

Mit der Politik des Staates? Nein. „

Ich habe Hans beobachtet, wie wir alle. Nach einer halben Stunde, tiefes Aufatmen. Auch bei Renate. Hans ist einer von uns. Locker, frech und fundiert diskutierte er mit uns. Zwischendurch gab er mal Renate und dann auch Kim einen Kuss, einfach so. Wir handelten Dutzende von Themen ab. In einem erregten Gespräch über den Nutzen von Wirtschaftshilfe, beugte sich Kim zu ihm, um ihn von ihrer Meinung zu überzeugen.

Ihre Möpse drängten sich dabei an seine Brust. Hans blieb völlig cool. Er antwortete gelassen mit der Geschichte von dem Häuptling mit dem goldenen Bett in seiner Strohhütte und seinem Volk, das immer noch darbte. Lis fing an, Renate folgte – mit Lachen, dann brach das Bett zusammen. Die Last war wohl zu groß. Hans verließ uns. Offensichtlich nur sehr ungern, ging er mit seiner Renate zurück ins Zimmer. Wir schliefen auf der Matratze am Boden.

Die Arbeit, wegen der wir hergekommen waren, nahm natürlich schon einiges von unserer Zeit weg. Lis, ließ aber keinen Zweifel offen, wer überhaupt zum Fotografieren zugelassen wurde. Ungeeignetes Material wurde gnadenlos abgeschreckt. Über den Kleiderfundus, den Willi mitbrachte, herrschte diesmal Blondi. Ihr machte es Spaß und meine Assistentinnen wurden entlastet. So war es auch Blondi, die mich darauf aufmerksam machte, dass im Umkleideraum viele nette Schnappschüsse auf mich warteten. Manch einer Kandidatinnen fiel es schwer, das richtige Outfit zu finden.

Zur Entscheidung wurden alle Kolleginnen herangezogen. Ich wirkte mit der kleinen Kamera als Voyeur. Als Ratgeber verweigerte ich mich.

Wie ich schon sagte, wurde nicht nur in der Finca geschossen, auch an den Stränden fanden sich willige Mädchen. Wir nahmen, auf den Nachmittagsfahrten mit dem Kleinbus, auch ihre Freunde mit. Wen wundert es, bei dem herrlichen Klima und der Wärme, dass nicht nur die Models, sondern auch die Paare voll aus sich herausgingen.

Die Bandbreite des Verlages ist total. Ausgefallenes ist immer gefragt, der Wettbewerb der Schönsten, sowieso nur ein Aufhänger. Ergo – ich machte auch Bumsfotos im freien Gelände. Den Paaren war fast jede Location recht, auch im Angesicht von La Cravatta, der Kurve hinab in den Torrente de Paraiis. Der mitgenommene Rotwein tat ein Übriges, die Paare waren heiß und die unbemannten Models ebenfalls. Ich knipste auf Teufel komm raus. Vor allem für die Teens war die Ausbeute fabelhaft.

Ein paar der Herren waren so frei und posierten für das Herrenmagazin. Mikel, der meist in die Finca verbannt blieb, wegen Platzmangel im Auto, wird sich auf alle Fälle freuen.

In der Abendsonne fiel mir der Erfolg einer Lutschszene, bei den Nachbarn, ein. Heute fotografierte ich eine Bumsszene im Gegenlicht. Es war überhaupt kein Problem ein Paar dazu zu finden, das dazu bereit war. Das Mädchen war mindestens genau so scharf wie die Paare bei den Nachbarn.

Die paar Zuschauer störten sie nicht, sie verrichteten harte aber freudige Arbeit.

Unter den Models auf Mallorca, waren so ziemlich alle westlichen Staaten vertreten. Freche Engländerinnen waren vielleicht in der Überzahl, deutsche Mädchen folgten dicht auf. Ich vermisste eigentlich nur ein wenig die Skandinavierinnen, ob sie sich lediglich nicht trauten, oder die Anzeigen nicht sahen? Irgendwann werde ich sie auch in meinem Kundenstamm aufnehmen. Ich sprach schon mal Mikel darauf an.

Sie könnten ja mal Thema sein.
Die Arbeit und der Urlaub verliefen in bester Stimmung. Vor allem Mikel war happy. Für die Zeit meines Hochzeitsurlaubs war gut vorgesorgt. Der Verlag würde kaum in zu große Not kommen. Darüber hinaus, vereinbarte er mit mir, schon mal vorsorglich, dass ich auf Reisen regelmäßig meine neuen entwickelten Filme an Roland schicken soll, der würde dann Kopien ziehen und an den Verlag weiterleiten. Wir fanden das den schnellsten Weg; Kopien sind heute so gut, sie sind kaum vom Original zu unterscheiden.

***

Zurück zu Hause, gab es Arbeit wie gewohnt. In der Woche Schule mit allem Drum und Dran, und samstags Nachbarn. Wir betrachteten es mehr als Abwechslung von der Schularbeit. Dazu kam, dass dann im Atelier auch noch das Putzen, vorher und nachher, ausfiel.

Während der Woche war Kim, mit ihrem kleinen Laden, jeden Vormittag voll ausgebucht. Sie hat immer noch viel Kundschaft, eher mehr als früher.

In Anbetracht dessen, dass ihr Laden bei Onkel Franz schon fast fertig war, nahm sie am Dienstag und Donnerstag Nachmittag jetzt auch noch Kundschaft an. Später sollen die Kunden im neuen Laden behandelt werden. Jetzt hilft ihr nachmittags Lis manchmal. Ich konnte ja schlecht nackte Frauen unter dem Solarium betreuen, auch wenn es oft Kundinnen von mir waren.

Zum Ersten sind Arena und Wanda da. Wanda hatte Kim, in ihrem Laden, ja schon einmal vertreten, als diese mit Mom in Boston war.

Zusammen mit Dieter, ihrem Mann, hat sie eine kleine Wohnung. Arena, die geplante Hilfe, konnte bei Onkel Franz wohnen. Sie wollte erst nicht, fürchtete er wolle etwas von ihr. Aber er ist da wie Pop, ihre Anwesenheit, ihre Unterhaltung und, das gab er zu, manchmal eine schöne Massage, das war ihm genug. Arena lernte ihn auf Mallorca näher kennen und glaubte ihm. Zu Recht. Sie zog ein.

*** Zwillinge in Teheran, Abitur in Deutschland ***

Zwei Wochen nach Pfingsten.

Kurz nach Mitternacht. Das Telefon läutete wie verrückt. Verschlafen ging ich dran. Es war Renate. „Marni hat vor einer Stunde von zwei Söhnen entbunden. Zwillinge. Es gab keine Probleme. Die Nummer ist … Einer der Zwillinge, der Erstgeborene hat übrigens grasgrüne Augen und knallrote Haare. Hier ist das etwas sehr ungewöhnlich. Ich bin in einer Minute vor der Türe, du kannst gleich anrufen. „

Geschockt war ich nicht, aber sofort voll da.

Ich bedankte mich und wählte. Eine schwache Stimme sagte auf persisch „Hallo?“

„Lass mich unter den Ersten sein, die das Ereignis gebührend feiern. Der Champagner steht kalt. Zuerst will ich dir aber gratulieren. Liebe Prinzessin, liebe Tante, liebe Mutter von Zwillingen, liebe Marni, alles erdenklich Gute für dich. Auch im Namen von Lis natürlich. Mögen deine Prinzen die Männer werden, die das Haus Radama jetzt benötigt. Es ist noch nicht opportun, aber wenn die jungen Herren studieren wollen, hier in Deutschland, sie können natürlich bei uns wohnen.

Was bin ich denn für sie, Vat … Vetter? Ja so was wohl. Du bist sicher glücklich, ist dein Mann bei dir? Auch ihm meinen Glückwunsch. Ach ja. Ich liebe meine Tante, wie sie es verdient. „

Im Telefon gluckste es. Als wenn ich Tränen nicht gewohnt sei. „Paul? Bist du das? Ja, Hosni ist bei mir. Er schwebt, wie ich, auf Wolken. Unser Erstgeborener heißt Paul Mohamed, der zweite Hosni Ismael.

Mein Mann sagt, du als ein so guter Freund von uns, hättest diese Ehre wohl verdient. „

Im Hintergrund hörte ich ein fürchterliches Getöse. Ich erkannte die Stimme von Renate. Persisch. Ein tiefes, glückliches Schluchzen kam: „Paul, du Satan!“ Dann legte sie auf.

Ich rief mitten in der Nacht bei Lis an. Papa sagte, er war zuerst am Telefon, er würde umgehend eine Gärtnerei beauftragen, das Wochenbett von Marni mit 100000 Orchideen zu schmücken.

Wenn sie haben, auch eine Million. Er übertrieb natürlich. Er hatte keine Ahnung von wegen … aber Marni kann er sehr gut leiden. Lis tauchte zehn Minuten später bei mir auf. Sie ahnte als Einzige, dass ich auch ein wenig Lob und Trost brauchte, es waren ja irgendwie meine Söhne.

***

Abitur. Wir waren nicht viel schlechter als bei der mittleren Reife. 1,2 für Lis und 1,1 für mich.

Beides weit unter der selbst gesetzten Grenze. Unsere Eltern waren mehr als zufrieden damit. Das Abitur hat für sie halt einen sehr hohen Stellenwert. Es gab natürlich eine bombastische Abschlussfeier.

Roland ist nun unser Lehrling. Vor drei Wochen hat er geheiratet. Seinen Job, als Master of Prints, macht er nebenbei. Nun ja, sicher auch mit vielen Überstunden. Das finden aber weder er, noch seine Frau tragisch. Arbeiten ist bei uns keine Schande, Geld zu haben ist dafür ein Bedürfnis.

Eine Wohnung organisierte der Vater von Roland durch Beziehungen.

Das Sonderheft mit den D-Girls wurde vorgezogen. Die deutsche Ausgabe war auch bereits im Handel. Das Extraheft mit dem Thema Toys for Adults (Spielzeug für Erwachsene) war ebenfalls fertig. Mom hat sich mit der Geschichte der D-Girls selbst übertroffen. Nachdem die jungen Frauen ihre Belegexemplare bekamen, trudelten sie der Reihe nach bei Mom und bei mir ein. Im Gegensatz zu den Mickimäusen hatten sie kein Problem mit der englischen Ausgabe, die ja wie üblich zuerst kam.

Vierzehn Tage später wurden wir zu einem Gartenfest in dem alten Gasthaus geladen. Die ganze ehemalige Mannschaft. Pop sollte auch mitkommen. Es sei als Dankeschön gedacht.

Ich erinnerte mich an Francine und unser Gespräch auf Mallorca. Dann sprach ich mit Axel, weil er älter ist als ich. Er trieb auch tatsächlich vier Jungs auf, die ungebunden waren und Lust auf Abenteuer hatten. Ich musste mir arg das Lachen verkneifen, als Axel, völlig ernsthaft, den jungen Männern, fast wörtlich, die gleichen Anweisungen gab, wie ich damals, als er seine Kristin kennen lernte.

Sie hörten aufmerksam zu und nickten dann. Ich rief Bertha an und sagte ihr, es kämen vier Personen zusätzlich. Sie meinte, selbst ein Dutzend könnte sie noch leicht verköstigen, Hauptsache ist, sie seien nett und wüssten sich zu benehmen.

Wir wurden wie die Fürsten empfangen. Die Mädchen waren alle gut, wenn heute auch ein wenig keck, gekleidet, und — sie sahen zum Anbeißen aus. Die jungen Männer wurden kurz begutachtet und dann völlig ungezwungen in den Kreis aufgenommen.

Mom gab mir einen Knuff in die Rippen und meinte, wir könnten es wohl nie lassen.

Im Garten schmurgelte ein Schwein am Spieß. Es war schon fast gar. Ein Tisch brach fast zusammen unter der Fülle von leckeren Salaten, feinem Gemüse und Bergen von Obst. Zwei enorme Sauerteigbrote warteten noch darauf, angeschnitten zu werden. Es gab eine Zapfanlage für Bier, Krüge mit Most, mit feuchten Tüchern umhüllt um sie kühl zu halten.

Wein, Saft und Wasser gab es in Flaschen. Ich ahnte, dass es wohl ein sehr langer Tag wird, wenn das alles aufgegessen werden sollte.

Wir verteilten uns in bunter Reihe an den Tischen. Pop saß bei Kim. Er ahnte wohl, dass bei Mom zu viel Betrieb sein würde. Kim war jedoch auch gefragt. Das Problem löste sich für Pop aber schnell, Francine setzte sich zu ihm, er hatte auf Mallorca schon ihr Vertrauen gewonnen.

Die beiden unterhielten sich wohl prächtig, denn immer wieder schallte ein fröhliches Lachen zu mir rüber.

Ich saß zwischen Lene und Bertha. Lis uns gegenüber, neben Martha. Ein Metzger zerteilte gerade das Schwein und das Futtern ging los. Fast 10 Minuten herrschte erst mal gefräßige Stille, dann ging das Gerede wieder los.

„Wir haben 376 Heiratsanträge bekommen“, sagte Lene urplötzlich. „231 davon kann man vergessen, wir wollen ja keine Opas heiraten, aber was machen wir mit dem Rest?“

„Die könnt ihr leider auch nicht alle heiraten“, grinste ich.

„In Deutschland ist nicht nur die Vielweiberei verboten, mehrere Männer pro Frau sind, glaube ich, auch untersagt. „

Wiedereinmal bekam ich ein Arschloch ins Gesicht geschleudert. Die D-Girls hatten offenbar schon einiges an Selbstvertrauen zurück. Lis holte mich aus der Patsche. „Ist der Rest denn akzeptabel?“

„Mein Gott, was heiß schon akzeptabel?“, lächelte Lene. „Ein paar von uns haben allen Mut zusammengenommen und einen Briefverkehr begonnen. Auch mit ein paar Engländern.

Die meisten sind aber Deutsche. Wir werden sehen, was dabei rauskommt. Strikt nach dem Rat deiner Mutter, werden sie erst auf Herz und Nieren geprüft, ehe wir uns auf irgendein Abenteuer einlassen. Ich muss aber sagen, viele der Briefe machen einen guten Eindruck. Ich glaube, deine Mutter hat schon ein paar davon gelesen, ich sehe wenigstens die entsprechenden Glücklichen bei ihr sitzen. “ Sie blickte lächelnd zu Mom hinüber, die reichlich gefragt war, wie Pop zu Recht befürchtete.

„Woher wisst ihr übrigens, dass Beatrix Mai meine Mutter ist? Wir hatten es bewusst nicht gesagt, um euch nicht zu verunsichern. „

„Na dann denk mal nach. Mallorca. Da war es doch unausbleiblich, dass zumindest eine der Vier es herausbekam. Du, Lis und Kim nannten sie Mom. Wir wissen jetzt sogar, dass Kim deine Adoptivschwester ist und über euer Verhältnis zum Hause Radama wissen wir auch Bescheid.

Es wäre schlimm um uns bestellt, wenn wir zu doof wären, um unsere Neugierde nicht befriedigen zu können“, lachte Lene zurück. „Vor allem, da wir uns für euch interessieren. Am schlimmsten hat es allerdings Francine erwischt. Bei ihr hast du einen ganz gewaltigen Felsblock im Bett – ahm Brett natürlich. “ Sie lachte recht laut und sehr frech über ihren Versprecher.

„Und wie komme ich zu dieser Ehre?“

„Sie fand dich schon auf Mallorca sympathisch und dann das Foto, das sie auf die Titelseite und in den Centerfold katapultierte.

Ihr Chef hat ihr darauf sogar eine Gehaltserhöhung gegeben und sie zur Abteilungsleiterin befördert. Ganz ohne Nebenwirkungen, du verstehst schon, was ich meine. Sie arbeitet bei einer Versicherung, da ist jede gute Public Relation erwünscht. Sie macht nun die Pressearbeit, kommt rum, lernt Leute kennen, sie ist jemand und nicht zu vergessen, sie wird vor allem ge- und beachtet. „

„Das freut mich natürlich für sie. Ich hoffe nur, ihre Liebe bleibt platonisch, wie die zwischen uns beiden.

„Ich habe dummerweise schon ein Dutzendmal von dir geträumt und immer mit Erfolg“, grinste sie. „Du verstehst schon, aber platonisch? Ja, ich glaube das ist es schon. Lis war so nett zu mir, ich müsste schon ein echtes Schwein sein, da rumzufudeln. „

„Ich glaube Lis hätte nur wenig dagegen, wenn ich einmal mit dir Schlafe. Betonung auf einmal. Damit ist dir aber auch nicht geholfen, weder dir noch einer der andern Frauen.

Glaubst du nicht auch?“

„Ich glaube es nicht nur, ich weiß es. Aber wenn du mich, heute, irgendwo im Haus und vor allem im Verborgenen, richtig schön in den Arm nehmen könntest und … und vielleicht küssen, dann wird der Tag rot im Kalender angestrichen. “ Lene wurde schon mal rot im Gesicht. „Im Verborgenen deshalb, weil es dann so schön konspirativ ist. Ich werde es ja sowieso kaum übers Herz bringen, es den Andern nicht brühwarm zum Frühstück zu erzählen.

Erzählen, wie gut unsere neue Therapie gewirkt hat. Von Männern ohne Angst in den Arm genommen zu werden – das ist doch schon mal was!“

„Ich habe im Moment leider gar nichts verstanden. Das Schwein pfeift so laut. Gab es was Wichtiges?“, lachte Lis laut auf.

„Ahm, eher nicht, ich habe mich nur zu einem Kuss verabredet“, antworte ich ihr ebenfalls lachend.

„Wenn’s sonst nichts ist, von mir aus kannst du alle küssen, das weißt du ja.

Du solltest dir aber keine Kappe aufsetzen lassen“, lachte sie zurück. Sie dachte wohl an mein Abenteuer in Singen.

„Ich gehe offenen Auges ins Gefecht, unbewaffnet und voller Vorfreude. Wie kann ich den Dank abschlagen, wenn er von Herzen kommt, und das, das tut er wohl. „

„Das glaube ich auch“, grinste Lis zurück.

Ich gab Lene schon mal einen Kuss, vor versammelter Mannschaft.

Sie genoss es, leider kümmerte sich keiner darum. Nur Bertha machte danach auch ein Kussmäulchen. Ich gab ihr einen Kuss drauf.

Wir wechselten die Plätze, ich saß mal hier und saß mal da. Pop hatte jetzt ebenfalls wechselnde Gesprächspartnerinnen. Ich sah, dass er plötzlich Rotwein hatte. Trollinger, die Mädchen hatten ihn besorgt. An seinem Platz stand auch eine Flasche spanischen Cognac. Die Sorte, die er auf Mallorca bevorzugte. Die hatten wohl unsere dortigen Gäste mitgebracht.

Es war Francine, wie ich später erfuhr. Die Backen von Pop waren schon ganz schön rot, ich glaube nicht, dass das nur von der Sonne kommt. Pop fühlte sich heute richtig wohl und Mom freute sich darüber. Ein Grund mehr, mich auch zu freuen.

Die vier Freunde von Axel schienen ebenfalls Anschluss gefunden zu haben. Ich will in diesem Falle keine Namen nennen, ich sah aber sehr wohl, dass am späten Abend auch mal ein Küsschen gewechselt wurde.

Zwei der neuen Beziehungen wurden dauerhaft, wie ich vorweg nehmen möchte. Zwei gingen in Freundschaft und ohne Ärger auseinander. Wir Schwaben scheinen schon eine besondere Rasse zu sein. Die schlimmen Männer oder so genannten Freunde der Mädchen, kamen alle aus anderen Bundesländern, wie Mom recherchiert hatte. Ich frage mich, wie sie nun schon wieder da drauf kam.

Mom. Es gelang mir doch einmal, bis zu ihr vorzudringen. Sie war voll in ihrem Element.

Glücklich. „Hallo Paul“, freute sie sich. „Ich bekam heute ein paar aufregende Liebeserklärungen zu lesen. Das scheint bei den Herren wieder Mode zu werden. Aus einem Liebesbriefsteller kommen die bestimmt nicht. Da sind sie nicht schwülstig genug dazu.

Nun ja, schreiben kann man viel. Ich habe den jungen Frauen geraten, den Briefverkehr noch ein Weilchen aufrecht zu erhalten. Ich vermute, irgendwann wird das Herz sprechen, dann ist es an der Zeit sich persönlich kennen zu lernen.

Ich habe den Mädchen angeboten, wenn es ihnen hilfreich ist, könne die erste Begegnung bei uns stattfinden. In unserer Bibliothek. Ich denke der Platz ist so vornehm, da kann und wird keiner ausrasten. Die Bewerber kennen ja nur eine postlagernde Adresse. Da waren die Girls clever genug. „

„Und warum bei uns?“

„Weil ich halt auch neugierig bin. Ich habe einen Berg Kohle an und mit den D-Girls verdient, ein paar Unkosten und – weißt du was da für neue Geschichten rauskommen können? Ich bin wieder am Puls der Zeit, mein alter Verlag bietet jetzt schon fast das Doppelte für einen neuen Roman.

Denk dir, meine letzten Romane haben alle eine weiter Auflage erreicht. Der Renner ist aber immer noch der Geliehene Mann, dicht gefolgt von den Zöglingen. Die beiden Prinzessinnen laufen auch nicht schlecht. “ Mom lachte silberhell in den Abend.

Axel bekam im Laufe des Abends ebenfalls noch etwas von der Euphorie der D-Girls mit, er wurde ebenfalls abgeküsst, jedes Mal im Beisein von Kristin. Mit Heimlichkeiten hatten es die Girls nicht so.

Die Heimlichkeit von Lene war ja ebenfalls angekündigt und sollte nur der zusätzliche Kick sein. Es wurde übrigens eine überaus stürmische Affäre im Treppenhaus, bei dem mir sogar, rein zufällig, ein blanker Busen in die Hand geriet. Sonst geschah selbstverständlich nichts. Die Schmuserei brachte der Dame allerdings, ohne mein Zutun, ein sehr feuchtes … Lassen wir das. Der geneigte Leser kann es sich sicher selbst vorstellen.

Martha fuhr unser Auto, Bertha das der vier Jungs; die hatten ein paar Promille drauf.

Axel und Kristin bezogen das dortige Gästezimmer, Bertha und Martha schliefen in unserem. Ich brachte sie am andern Tag, nach dem Frühstück, nach Hause. Sonntag, alle D-Girls schliefen noch. Um Zehn. Es gab halt auch viel zu trinken auf der Party. Da schäumt die Stimmung schon mal über.

*** Sommerurlaub in Italien ***

Den Sommerurlaub verbrachten wir in Italien. Nur die engste Familie war dabei. Wanda kam auch wieder mit, diesmal mit Mann.

Er ist wirklich so nett, wie es den Anschein hatte. Das hatten wir schon früher festgestellt. Zu unserer Bettgemeinschaft gehören sie aber nicht. Nie. Beide Läden von Kim wurden wegen Sommerferien geschlossen. Kim sagt, um diese Zeit sei sowieso nicht los.

Onkel Franz wollte ebenfalls mit. Er sagte, er würde dazu Arena mitbringen. Wir waren schon etwas erstaunt, dann wurde uns erklärt, dass Arena ihm den Haushalt macht, dass er Arena gut leiden könne und Punkt.

Er hätte sie schon mal in den Arm genommen, ein Küsschen gäbe es auch mal, sonst nichts. Sex sei nicht mehr ganz seine Stärke und ungeschickte Versuche wollen weder er noch sie.

„Sie ist meine Haushälterin. Wenn sie einen liebenden Freund findet, hat sie meinen Segen. Du, Heinrich, du glaubst mir doch?“

„Ich, Franz, glaube dir“, lächelte Pop. „Schon wegen Kim, meiner Tochter. Es ist etwas Eigentümliches mit diesen Thaimädchen.

In unserem Alter sind sie eine Augenweide und ein Seelentröster. Mehr brauchen wir alte Säcke nicht. Nun, ich habe Klara, du niemand. Wenn Arena bei dir bleiben mag, dann ist es alleine euer Problem, auch was ihr miteinander treibt – oder nicht treibt. „

„Wenn Arena mich so gut hinbekommt, dass … Heiraten werde ich sie wohl nicht, das hab ich ihr klar gesagt. Wenn sie bei mir bleiben mag, werde ich mein Testament ändern.

Paul bekommt dann nur noch die Ladenetage mit den drei zusätzlichen Räumen da unten. Er ist ja inzwischen kein Not leidender Neffe mehr. Die Räume im Keller behält er auch. So war es gedacht und versprochen. Für Arena werde ich, quasi als Altersversorgung, die beiden Obergeschosse vorsehen. Die Mieteinnahmen müssten ihr reichen. Verkaufen darf sie allerdings nicht. Es ist unser Familienbesitz, der geht nach ihrem Tod zurück an Pauls Erben. Ich denke doch, er wird welche haben“, erklärte uns Onkel Franz später.

Und so geschah es dann auch. Kim okkupierte prompt die zusätzlichen drei Zimmer. Arena arbeitete nun für beide, Kim und Onkel Franz. Sie ist tüchtig und lieb. Eigenschaften, die zu uns passen.

Wir hatten in Italien eine große alte Villa gemietet, eher ein kleines Schloss und das eigentlich nur aus Verzweiflung, Karen war ausgebucht. Ich hatte zu spät daran gedacht und Mom wollte nicht so weit fliegen. Noch nicht, sagte sie.

Das ließ hoffen.

Die Villa lag in der Nähe von Neapel und war eigentlich viel zu groß für uns. Die Einrichtung sei etwas dürftig, meinte Lis, aber sonst, wenn ich zu viel Geld in der Kasse hätte, dann wäre das vielleicht ein Schnäppchen. Die Villa stand zum Verkauf für 550000 Mark. Ich sprach mit Pop. Er sagte, er wolle es sich überlegen, wir könnten am Abend darüber sprechen. Am Abend sagte er, ich soll es besser lassen.

Das tat ich dann auch. Warum er allerdings so schräg lächelte, verstand ich nicht. Dachte er, ich wolle eine Räuberhöhle daraus machen?

Der Urlaub war fantastisch. Die Familie genoss jeden Tag. Mom war zwar wieder sehr gut auf der Reihe – Kim, Wanda und Arena trieben sie und Onkel Franz aber trotzdem zu Höchstleistungen an, im Pool und im Garten. Mom bekam Sportlermuskeln an den Beinen, Onkel Franz hatte Tage, an denen er den Rücken und die Arthritis nicht spürte.

Nur Pop faulenzte. Von seiner Tochter Kim, ließ er sich aber einmal am Tag massieren. Arena tat dasselbe mit Onkel Franz. Wanda bei ihrem Dieter – sie scheinen arg verliebt. Das will nicht heißen, dass Lis und ich es nicht auch sind. Den Massageteil übernahm sie bei mir. Kim hat sie ausreichend geschult und Lis ist nicht ganz so brutal wie meine Schwester – und sie tat es gerne.

Mom engagierte einen italienischen Koch und ein Stubenmädchen.

„Wir haben Urlaub, die Mädchen haben genug zu tun, ich habe keine Lust, Lis und du müssen auch mal ausspannen. “ War ihre etwas lahme Entschuldigung.

Ich konnte es natürlich nicht lassen, Lis und ich zogen los und fanden ein paar Opfer für meine Kamera. Erstens mussten die italienischen Schönen getestet werden und zweitens meinte Lis, jeder Film, den ich jetzt mache, würde ihr auf der Hochzeitsreise fast einen zusätzlichen Tag schenken, was Mikel und den Verlag angeht.

Sie weiß schon was sie will – nach den Aufnahmen konnte sie mich auch am Abend trösten. Kim kam aber keinesfalls zu kurz. Ich wurde ihr, nach der Abendunterhaltung im Bett, im Nebenzimmer zugeteilt. Viel habe ich in dieser Beziehung nicht zu vermelden.
Ich war der Pascha, meine Pflichten wurden vom Harem verteilt. So sehr schlecht, muss ich gestehen, fühle ich mich aber nicht dabei. Als ich einmal, abends im Bett natürlich, mit meinen Zwei darüber sprach, wurde ich belehrt, dass sie es inzwischen einfach gewohnt seien, ihren entsprechenden Gelüsten nach zu gehen.

„Bisher kollidierten unsere Wünsche nicht“, sagte Kim. „Sollte es vorkommen, hat Lis den Vortritt. Dass ich die Nummer Zwei bin, war von Anfang an klar. „

„Wenn du mal lieber mit Kim möchtest, dann sage es einfach und natürlich auch umgekehrt. Wir lieben uns so sehr, dass uns Sex zwar wichtig ist, aber nicht mehr im Vordergrund steht. Wobei mir einfällt, dass es nun schon ein Jahr her ist, das du mit einer anderen Frau geschlafen hast.

Kikki war wohl die Glückliche. Jemand anders gab es nicht, so gut kennen wir dich. Die letzte neue Errungenschaft war in der Karibik, Heidi Janssen, und das auf mein Zutun hin. Paul, du bist, glaube ich, schon erwachsen, du hast deine Hörner abgestoßen. “ Sie kam geschmust. Ich war verblüfft. Tatsächlich. Fremde Frauen hatten keinen Reiz mehr für mich, ich meine im Bett. Ich merkte das zum ersten Mal in den USA. War ich wirklich erwachsen?

Ich schweife vom Thema ab.

In der nahe gelegenen Stadt, war es recht einfach, nette Mädchen anzuquatschen und zu einem kleinen Shooting zu animieren. Das Anquatschen übernahm meist Lis und Kim, nachdem ich es auch einmal versuchte und dafür eine Ohrfeige erntete. Unter großem Gelächter meiner Frauen. Nun ja, sie tat eigentlich eher meinem Ego weh, war wohl auch nicht als Strafe gedacht. Die Lehre, die ich daraus zog, war einfach: Italienerinnen muss man sich sehr langsam nähern, sie haben wohl schlechte Erfahrungen mit den italienischen Männern.

Zu unserer nächsten Tour, packte ich mir reichlich Visitenkarten in die Fototasche, dazu ein paar Sonderhefte der Fiesta. Gefiel mir eine junge Dame, stellte ich mich sehr höflich vor, als Paul Oktober, Fotograf, und gab ihr meine Karte. Zeigte die Dame Interesse, stellte ich als Nächstes Lis, als meine Verlobte und auch Kim, als meine Schwester vor, falls sie dabei war. Nun bat ich um ein kleines Gespräch, wenn ihre Zeit es zuließe.

Dass dies keine sexistische Anmache war, musste die Dümmste merken, und so war es auch.

Als Nächstes pries ich die Schönheit meines Opfers, dann bat ich darum, sie fotografieren zu dürfen. Ich bekam nur wenige Körbe, mein Ego wuchs wieder. Verblüffenderweise gab es nie eine Absage, wenn ich erst mal Gelegenheit bekam, die Hefte der Fiesta zeigte.

Wenn die Italienerinnen Vertrauen geschöpft haben, dann gehen sie voll aus sich heraus.

Ich glaube, sie alle sind die geborenen Schauspielerinnen. Mit freiem Oberkörper zu agieren verstanden sie mit keckem Lächeln und viel Charme, weite vorzudringen hielt ich, fürs Erste, nicht nötig. Ein Röckchen wurde aber schon mal gelupft.

Die Tage gingen so dahin. Der Koch verwöhnte uns. Pop hatte eines seiner altes Hobby wieder entdeckt, er malte. Nicht mehr wie früher in Öl, er versuchte sich jetzt in Aquarell, auf großen Bögen.

Die zarten Töne würde viel besser zu der Landschaft passen, erklärte er uns Kunstbanausen. Kim saß häufig bei ihm, sehr interessiert an der Technik. Es dauerte nicht lange, und sie begann, auch zu malen. Unser kleiner Floh hatte schnell ihre eigene Technik heraus. Sie malte ihre Bilder erst auf ein halbes DIN-A4 Blatt. Ich besorgte ihr, in einer kleinen Druckerei, Kartons in Postkartengröße. Das war genau das Richtige für sie; in Windeseile zauberte sie die schönsten Landschaften auf die Karten.

Pop war erst ein wenig sauer, weil seine Bilder kaum mehr Beachtung fanden, dann erkannte er die Begabung von Kim und die beiden gingen gemeinsam auf Motivjagd.

Ich eile jetzt etwas voraus, gegen Ende der Ferien nahm Pop seine Tochter Kim, im Bus, mit nach Neapel. Sie suchten und fanden einen Verlag, der bereit war, einige Bilder von Kim als Postkarten zu drucken und auf eigenes Risiko zu verkaufen. Kim bekam reichlich Lire und später auch die Originale wieder zurück.

Dieses so liebenswerte kleine Persönchen, ist in manchen Dingen eine knallharte Geschäftsfrau. In der Beziehung kann ihr Lis nicht das Wasser reichen. Sie scheint mir viel zu gutherzig.

Anfang der dritten Woche, bekamen wir sehr überraschenden Besuch. Mikel und Jane, seine Frau, standen urplötzlich vor der Türe unseres Urlaubsdomizils in Italien. „Entschuldige Paul, dass wir dich in deinem Urlaub einfach so überfallen. Es ist aber leider dringend. „

Ich küsste Jane und drückte Mikel.

„Kommt doch erst mal rein, so dringend kann es gar nicht sein, dass du nicht erst die ganze Familie begrüßen kannst. Ihr seid eine willkommene Abwechslung. „

Es gab ein großes Hallo bei allen. Neue Gesichter, nach 14 Tagen Urlaub. Die Amtssprache wechselte auf Englisch. Mikel und Frau waren willkommen, Zimmer waren frei. Beim Cocktail ließ Mikel die Katze aus dem Sack. „Warum ich hier bin, Paul, habt ihr denn euere Hochzeitsreise schon gebucht?“

„Noch nicht, wir sind uns noch nicht einmal über die Route ganz einig.

Das sollte in den nächsten Tagen besprochen werden. Warum?“

„Wärt ihr bereit, die Reise um, sagen wir mal – einen Monat zu verschieben? Wir würden auch ein Bonbon drauflegen. „

Lis wurde hellhörig. „Erst das Bonbon, dann den Grund. „

„Wir legen eine Kreuzfahrt dazu, die beste Kabine mit VIP-Service. Eine Woche. Wäre das Etwas?“

„Ja, das würde meinem Hasen sicher gut gefallen“, stimmte ich zu.

„Die Frage ist nur, ob uns der Grund zu dieser Großzügigkeit gefällt. “ Lis nickte nur zögerlich und sehr unsicher.

„Kurz und knapp: Der Verlag hat eine Anfrage bekommen. Ein ausländischer Verlag möchte Paul und einen Assistenten für 10 Tage anheuern. Du sollst zwei einheimische Fotografen in die Kunst deiner neuen Technik einweihen. Sie wollen alles stellen. Deine Bilder können wir dann veröffentlichen, exklusive. Der Verlag ist keine Konkurrenz von uns, wir liefern nicht in dieses Land.

Er nicht in unseres. „

Lis atmete sichtlich auf. „Das dürfte wohl kein Problem sein. Ich vermutete Schlimmeres. Wohin soll es gehen?“, wollte sie wissen.

„Nach Russland“, offenbarte uns Mikel.

„Russland?“, fragte ich, nun doch etwas erschüttert.

„Ja, Russland. Aber keine Angst, es ist eine ganz von oben genehmigte Reise, mit allen Papieren. Du wirst einen VIP-Status bekommen, eine Reiseleiterin, die nicht vom Ausländeramt ist, und bestmögliche Quartiere.

Einer der ganz Oberen hat festgestellt, dass dieses Magazin, von dem hier die Rede ist, eine sehr große Lücke in der Versorgung schließt. Es lenkt von vielen internen Querelen ab, es hat nur einen Nachteil – es ist sauschlecht!“ Er griff unter sein Hemd und zog ein dünnes Heft hervor.

Wir waren alle noch ein wenig geschockt. Ich griff nach dem Magazin, blätterte es durch. Es war ganz einfach rabenschlecht.

Die Bilder erinnerten mich sehr an jene, die mir vor Jahren von Martin zugespielt wurden und, die der Auslöser waren, dass ich heute überhaupt derartige Fotos mache.

„Kann der Verlag garantieren, dass Paul heil, gesund und pünktlich wieder herauskommt? Seine Assistentin auch? Dass es keinerlei Verwicklungen geben wird?“, fragte Pop skeptisch.

„Das können wir. Wir haben sogar den Segen des Auswärtigen Amtes. Es ist, ihr werdet lachen, als kultureller Beitrag höchster Priorität eingestuft.

Der Auslöser war wohl der Playboy, mit einem Beitrag über russische Frauen. Die Bilder wurden heimlich gemacht. Der russische Minister für Kultur will nun, dass der etwas anrüchige Bericht, durch ein Sonderheft der Fiesta ergänzt und berichtigt wird. Du, Beatrix, bist ebenfalls gefordert, das steht ausdrücklich im Vertrag. Diese Fiesta wird natürlich auch auf Russisch erscheinen, die Übersetzung erfolgt jedoch von neutralen Exilrussen in London. „

Lis schnappte noch nach Luft, dann nach dem Magazin.

Sie blätterte darin, dann lachte sie. „Das kann doch nicht euer Ernst sein. Wer soll darauf schon abfahren. Paul hat vor Jahren, noch fast ein Kind, wie ich auch, schon bessere Bilder gemacht. Über genau solche Aufnahmen kam er überhaupt zu seinem Beruf. Er wollte es besser machen und das hat er doch, ohne Zweifel. “ Sie gab Pop das Magazin, der gab es nach kurzem Durchblättern weiter. Es war der totale Lacher.

Selbst Mom sagte kichernd zu Mikel: „Ist sicher, dass es sich hier nicht um eine ironische Persiflage auf westliche Magazine handelt? So absolut grundschlecht kann doch ein Magazin gar nicht sein.

„Das hat der Kulturminister wohl auch erkannt. Das Magazin erschien zuerst im Untergrund. Gemacht von Dilettanten für simple minded Boys in Russland. Da sie offensichtlich kein Vergleichsmaterial hatten, haben sie halt ihre eigene Fantasie walten lassen, und die ist, nun ja, eben auch simple minded (einfachen Gemüts). „

Es gab eine lange, teils heftige Diskussion. Am Schluss entschied Lis, für mich: „Paul, ich sehe dir an, dass du schon Lust dazu hast.

Wir zwei gehen danach auf Hochzeitsreise. Da Kim dich in dieser Zeit lange vermissen wird, schlage ich vor, dass sie mitgeht. Ich will nur eines, bitte schlafe nicht mit einer Russin. Küssen, schmusen, ja. Da haben wir nichts dagegen, das ist ja ausführlich genug besprochen worden. “ Sie bezog wohl Kim mit ein. „Dann müssen wir nur noch über Geld reden. Das kostet. Mikel?“

„Ich kenne noch keine Russinnen. Auch wenn es mir vielleicht schwer fällt, dein Wunsch ist mir Befehl.

Kim wird aufpassen. „

„Mikel. Preise!“, befahl Lis nochmals.

„Russland zahlt dem Team alles vor Ort. Auch Krimsekt und Kaviar. Beste verfügbare Unterkunft, die wohl manchmal, das muss ich dazu sagen, eher zwei Sterne Qualität hat. Dazu bekommt Paul ein Handgeld von 1000 Rubel und 1000 US$ in kleinen Scheinen, seine Assistentin die Hälfte davon. Ihr wird natürlich ebenfalls der VIP-Status gewährt und die gleiche Sicherheit garantiert.

Eine gewisse Julia Tomarowa, wird die Reiseleiterin. Die Dame ist Zweiundzwanzig, sie spricht englisch und deutsch und ist ein hochwertiges Model, das schon im Ausland gearbeitet hat. Wir zahlen den Flug nach Moskau, 1 . Klasse, wir gehabt, mit der BOAC. Dazu, das habe ich aus dem Verlag raus gequetscht, 80 für Paul und 18 für Kim, wenn ich es recht verstanden habe, dass sie mitkommt. Für Spesen legen wir noch mal 5 in Dollar, ebenfalls kleine Scheine, drauf.

Ich denke, das müsste als Anreiz genügen. Unterkunft und Transport zahlen ja die Russen. Was meinst ihr Paul, Lis? Kim, du als seine potenzielle Assistentin?“

„Es genügt. Zusammen mit der Kreuzfahrt. Dazu allerdings, muss meine Frau noch ein schickes Abendkleid für den Kapitänsempfang haben und ich einen Smoking. Geliefert an Bord, wir wollen es nicht mitschleppen. Es kann auch geliehen sein“, forderte ich. Lis grinste, wie Satansbraten halt eben so manchmal grinsen.

„Sucht euch ein Schiff aus, wo es das an Bord gibt, die Kosten tragen wir. Ihr werdet es nicht übertreiben. „

„Sicher nicht“, lachte Lis und küsste Mikel ganz herzlich. Kim war noch etwas von der Rolle. Russland mit mir alleine und dann gar noch so viel Geld. Da gab es abends, im Bett, noch viel dazu zu sagen. Vor allem über mein Verhalten, den Russinnen gegenüber, wurde diskutiert, obwohl zum Schluss dabei nur rauskam, dass Kim und ich gemeinsam entscheiden sollen, falls es je Bedarf gab.

Dass Kim womöglich Lust auf einen Russen haben könnte? Da kam nicht einmal der Verdacht auf. Kim, meine Adoptivschwester, ist kein Kind von Traurigkeit, aber fremde Männer? Sie sagt einmal selbst, sie würde, wenn es sich ergibt, schon gerne mal mit Männern, die sie mag, ganz hemmungslos Schmusen; bumsen aber nur im äußersten Notfall und nie zu ihrer Lust. Dafür sei alleine ich zuständig. Unter hemmungslos versteht sie allerdings, dem Mann, den sie mag, ganz liebevoll zu beblasen.

So viel zu Kim.

Ach ja, Mikel ist so ein Freund. Heute hatte er aber keine Chance — da musste, im Gemeinschaftsbett, erst mal die Russlandreise besprochen werden. Dann war ja auch Jane mit.

Nach dem Italienurlaub, gab es wieder reichlich Nachbarn, und auch Models im Studio, zu fotografieren. Ich wollte Mikel mit Bildern zupflastern. Lis wollte das auch, sie dachte dabei natürlich vordringlich an die Hochzeitsreise, weniger an das Geld das hereinkam.

Da durfte bei Mikel keinesfalls ein Leerlauf eintreten. Die Hochzeit ist für ihren achtzehnten Geburtstag geplant, Ende September, wie der verehrte Leser sich vielleicht erinnert.

Bei den Nachbarn traf ich immer öfters auf Hennatätowierungen von Kim. Ihre prachtvollen Ornamente schmückten jetzt so manchen Rücken, obwohl Kim keinesfalls billig ist. Aber wie bei allem, kam es den Kundinnen hauptsächlich auf Qualität an, und da ist Kim unschlagbar. Viele ihrer Kundinnen kamen erst über sie an unser Programm mit den Nachbarn.

In ihrem kleinen Studio, bei uns im Haus, machte sie jeden Vormittag von 18 bis 11 Uhr, nur noch Hennaarbeiten. Das große Studio bei Onkel Franz war längst um die drei freien Räume, die Onkel Franz mir überschrieb, erweitert. Inzwischen sorgten sich, neben Wanda, ihrer Schwester, und Arena, noch fünf andere weibliche Wesen um ihre Kundschaft. Alles Thaimädchen. Wenn ich manchmal zur Mittagspause reinschaute, war da ein Gequassel, dass ich mich nach Bangkok versetzt fühlte.

Kim, die Chefin, war nur selten dort. Wanda wurde Geschäftsführerin und hat jetzt das Sagen.

Ach ja, drei Razzien gab es dort auch. Sie führten auf Anzeigen zurück, dass dort heimlich ein Bordell betrieben würde. Nach dem dritten Mal packte Pop der heilige Zorn. Er stellte Strafantrag gegen Unbekannt, wegen Verleumdung. Es kam heraus, dass einem ähnlich gelagerten Betrieb, dem die Kundinnen wegliefen, einfach, weil er zu schlecht und unsauber arbeitet, irgendwie die Nerven durchgingen.

Er wurde hart bestraft – dann war Ruhe.

*** Die Hochzeit ***

Der Geburtstag von Lis rückte näher. Sie wurde immer hippeliger. Endlich war es soweit, der Hafen der Ehe nahte. Zwei Wochen vor ihrem Geburtstag, war sie jedoch plötzlich voll daneben. Sie hatte Problem – mit mir wollte sie nicht darüber reden, sie brauchte jetzt den Rat von Mama, Mom und die Hilfe von Kim.

„Können wir wirklich schon so früh heiraten? Wenn ich es will, muss es ja nicht unbedingt richtig sein? Sollen wir nicht lieber doch noch warten, bis Paul seinen Meister hat? Oder wenigstens, bis ich voll jährig bin?“, wollte sie von Mama und Mom wissen.

Sie wurde von allen beruhigt. Ihre Mama hatte den besten Trost: „Rechne mal nach, mein Kind“, empfahl sie. „Ich war damals genauso alt wie du jetzt. Es ist bisher gut gegangen und es gibt keine Anzeichen, dass Papa und ich Ärger bekommen. Das Beste, fand ich, ihr zwei kamt auf die Welt, als ich noch jung und kräftig war. Danach konnte ich mich Papa und den Freuden des Lebens widmen.

Dieses Argument ließ Lis gelten. Sie beruhigte sich. Dafür fiel sie jetzt mir auf die Nerven. „Sind alle wichtigen Freunde eingeladen? Wo ist die kirchliche Trauung, wer sind unsere Trauzeugen?“

„Schatz, du nervst“, packte mich am Tag vor der Eheschließung der Zorn. „Du weißt so gut wie ich, dass dein Papa unsere Hochzeit ausrichtet. Ich habe ihn gefragt, er hat gesagt ich solle mich um dich kümmern und nicht um die Hochzeit.

Du weißt ja selbst, wie stur er sein kann und wie gut er Geheimnisse bewahrt. Ich habe Axel gefragt, selbst Kristin. Keiner weiß etwas, ich erfuhr nur, dass Papa sehr viel telefoniert hat und Mama ebenfalls. Alle potenziellen Zuhörer wurden aber gnadenlos rausgeworfen. Bei Mom war es nicht besser und Pop spielt wieder einmal die Unschuld vom Lande. “ Ich nahm Lis fest in den Arm und schmuste mit ihr. „Wir können es nur auf uns zukommen lassen und hoffen, dass alles gut geht.

„Kim, das Luder, weiß was, sie hätte es mir beinahe verraten, als ich ganz unauffällig fragte, ob ich ihr beim Putzen der belle Etage helfen könnte. Sie sagte nein, da fände die Hochzeit doch gar nicht statt, sondern in … Dann brach sie ab, grinste frech und meinte ich würde es dann schon sehen. Ist das nicht gemein?“

„Du weißt selbst, dass es das nicht ist. Eine Überraschung ist nur eine solche, wenn man zuvor nichts davon weiß“, nahm ich unsere kleine Kim in Schutz.

Standesamt. Wir heirateten im kleinsten Kreis. Das mit den Trauzeugen war erst ein kleines Problem, dann entschied Lis, dass unsere Väter es übernehmen sollen. Die waren natürlich geschmeichelt. Nur die Familie war da, zu der natürlich auch Kristin und Axel zählt, Kim sowieso. Wir wurden aufgerufen. Der Freund von Pop übernahm die Zeremonie. Wir saßen an dem großen Tisch, neben uns saßen unsere stolzen Väter. Dann kam der große Moment: Wir standen auf, als die bewusste Frage gestellt werden sollte.

Lis packte fest meine Hand, wie damals in Persien.

Da hörte ich kleine Schritte hinter mir, dann die leise Stimme von Mom: „Lis, ich stehe hinter dir, wie du es befohlen hast. „

Lis zerquetschte mir die Hand, dass mein Ja eher ein schmerzerfülltes Brüllen war. Ihr Ja, kam dafür sehr tränenerstickt. Wir steckten die Ringe an, dann durften wir uns küssen. So einen harmlosen Kuss habe ich selten von ihr bekommen, vor allem keinen so Salzigen.

Das fiel mir aber erst später auf, als Lis neben mir zum Ausgang schwebte.

Draußen stand ein weißer Mercedes 600 . Extralang. Rote Rosen, rote Lederpolster, rote und weiße Schleier. Papa schob uns hinein. Mom und Mama auch. Auch er und Pop passten noch gut rein. Ich sah aus dem Augenwinkel heraus, dass Axel, Kristin und Kim in unseren Mercedes stiegen. Dann ging es los. Nur – wohin?

„Papa, was habt ihr vor, wohin geht es?“, fragte Lis ganz leise.

„Zur kirchlichen Trauung natürlich. Heute Mittag um 16 Uhr im Münster …“ Kurze Pause „… von Konstanz“, grinste er dann.

„Ahnten wir es doch, es wird was Großes“, stöhnte ich. „Aber warum ausgerechnet Konstanz?“

„Ihr habt wohl etwas vergessen?“, lachte Mom fröhlich. „Ihr seit Graf und Gräfin im Zweig der Prinzessin Rama Radama und euere Stammmutter wohnt nun mal in Konstanz. „

„Und sie ist, außer dir selbst Paul, an sehr vielem schuld.

Diese Ehre steht dem Haus Radama ganz einfach zu“, ergänzte Papa. Pop und Mama nickten zustimmend.

„Und wie geht es jetzt weiter?“ Meine Frau kann es nicht lassen.

„Wir fahren ins Inselhotel. Dort zieht ihr euch um. Alles ist vorbereitet, dann geht es ab ins Münster. Ihr werdet ein paar Bekannte dort sehen. Nach der Trauung, kommt das Fest. Albert hat den Saal gemietet. Ihr könnt euch vorher noch frisch machen, in euerer Suite.

Das Fest beginnt um Sieben. Ende offen“, informierte uns Pop.

Wir brauchten uns wirklich um nichts kümmern. In einer prachtvollen Suite zogen wir uns um, für die kirchliche Trauung. Auf der Fahrt waren wir alleine in der Limousine. Lis kuschelte so eng an mich, wie es ihr wunderschönes Hochzeitskleid nur zuließ. Ihre Augen strahlten. Das Münster in Konstanz. Eine prächtige Kirche. Ich hatten sie schon mal besucht, dass ich je hier heiraten werde, daran hätte keiner von uns gedacht.

Orgelmusik ertönte. Das Portal öffnete sich für uns. Leila, Traudl, Kim und Wanda traten von irgendwoher hinter uns. Die Brautjungfern. Voraus lief ein kleines Mädchen und streute Blumen. Papa stand vorne am Altar und erwartet uns. Wir waren insoweit instruiert, als er es war, der dort seine Tochter in meine Hände gab. Wir liefen los. Lis hatte dicke Backen, so presste sie die Zähne zusammen. Das war eine gute Idee, es half wirklich.

Aus den Augenwinkeln sah ich bekannte Gesichter. Mein Verstand wollte sie nicht einordnen. Schock. Ich sah Marni. Wieso war sie hier? Mit Mann. Lis schluckte deutlich, dann quetschte sie heraus „Renate und Hans. “ Rama mit Gefolge, das war erwartet. Schulfreunde, war das nicht gar … es konnte nicht sein. Was sollte sie hier, wer wusste was. Wer zum Teufel hat sie eingeladen.

Lis und ich waren völlig durch den Wind.

Die Zeremonie bekamen wir nur in Teilen mit. Beinahe verpasste ich meinen Einsatz. Beim Küssen blickte ich in die Menge. „Scheiße“, flüsterte ich in das Ohr meiner Frau. „Die haben wirklich alle eingeladen, die wir lieben und mögen. Alle!“
„Ich hab es gesehen. Ich werde Papa wieder hassen, dass er uns das antat“, flüsterte sie zurück. „Ich wollte doch nicht heulen, da komme ich jetzt aber wohl kaum mehr drum rum. „

Das Fest, im Ballraum des Inselhotels, rauschte.

Lis war jetzt gelassener als ich. Zu viele alte Erinnerungen überschwemmten mich. Meine, unsere, Jugend konnte ich in Gedanken kaum verdrängen, da alle meine Sünden da waren. Ich stellte bei mir fest: Unsere Familien sind eine Plage. Wir hatten zu viel erzählt und die Familie hatte sich alles gemerkt – vor allem, alle meine Sünden.

Zuerst kam die Familie Radama zum Gratulieren. Erst Rama, dann Marni. Wir damals bei Renate, war die Hochzeitsgabe des Hauses, eine ganz kleine Villa – das Schloss bei Neapel.

„Deswegen solltest du sie nicht kaufen. Wir hatten deinen Pop beauftragt, herauszubekommen, was ihr euch wünscht“, sagte Marni.

„Ich hören, Haus nix gut Möbel. Papa Bronner und ich, werden viel möblieren nach euere eigene Wunsch“, bekundete Rama.

Von Pop kam ein selbst gemaltes Bild, wie damals bei Kristin. Drei Putten schwebten über einem großen Bett. Die Gesichter war die von Renate, Kim und Kikki; im Bett schliefen Lis und ich.

Es war ein riesiges Gemälde. Pop wurde prompt von Lis abgeküsst. Kikki und Mitzi standen in der Reihe der Gratulanten. Nur ein kleines Stadtauto für Lis. Das Küssen durfte hier ich übernehmen.

Wir waren überwältigt von so viel Anteilnahme. Tante Rösle und Onkel Franz waren da, ebenso wie Familie Hartmann. Hellen mit Mann. Dorle und Inge aus Stuttgart. Rosa mit Mann. Auch Toni, inzwischen verlobt. Mein erstes Opfer. Schulfreunde. Dr.

Ottmar, im Namen des Kollegiums. Mikel und Willi mit Frauen. Das Mädchen, das die Blumen streute, ist die Tochter von Willi und Blondi. Es wurde wieder heftig. Renate und Hans überbrachten uns einen Gutschein. Lebenslang, zwei Wochen im Jahr in der besten Suite ihres Hotels. Da hatte auch Lis wieder jemand zum Küssen. Es lenkt zumindest ab.

Die Abendunterhaltung begann. Wer eigentlich sonst, fragte ich mich später: Terry und ihre Girls waren da.

Aus New York, vom Broadway eingeflogen. Sie müssen morgen wieder los, erfuhr ich. Neben dem Limbo hatten sie schon wieder ein paar neue Nummern drauf. Das Insel Hotel bebte vom Beifall. Ich sah die Angestellten, wohl alle, hinten an der Türe stehen. Sie wippten mit der Musik.

Es war eine Privatparty und ich hatte zuerst alle acht nackten Girls an mir hängen, dann verteilten sie sich völlig ungeniert im Publikum.

Ich sagte nackt, diesen String, den sie trugen, kann ich nicht als Kleidung akzeptieren. Die Limboboys hatten ebenfalls nur winzige Höschen. Sie gingen in der Menge der Damen unter, nachdem Lis von jedem geküsst wurde. Sie findet küssen, als Ehefrau, immer noch gut.

Sie und ich hatten uns inzwischen gefasst. Wir schüttelten Hände und Hände und Hände. Lisl hatte, mit allen meinen Mitarbeitern, eine neue Nummer drauf. Sondersolo, ich musste mich an Lis festklammern: Jutta Berger, blauäugig übernahm sie den Part auf Englisch.

Ich brauchte, Ende September am Abend, jetzt doch meine Sonnenbrille. Spanisch übernahm nicht Terry, nein: Diana aus Barbados war dran. Dass Heidi aus Martinique eine gute Stimme hat, das konnte ich zwar ahnen, dass sie den Part auf Französisch sang aber nicht. Ich hatte in der Kirche also richtig gesehen.

Die Party war ein Knaller. Meine Hand, Lis jammerte auch ein wenig, tat vom Händeschütteln weh. Mickimäuse – D-Girls, endlich, obwohl man es so ja auch nicht sagen kann, war sie zu Ende.

Sehr spät kamen wir in unsere Suite. Scheiße! Abdallah wachte in voller Kriegsausrüstung, mit Lanze, davor. Devote Begrüßung, aber ohne Knuddeln kamen weder ich noch Lis rein. Wer hat uns das nur wieder angetan? Dabei stand uns das Schlimmste noch bevor: Ich hatte mich nicht geirrt; ich glaubte sie in der Kirche und auf der Party zu sehen – Kitty.

Sie stand im Wohnzimmer unserer Suite. Sehr devote Begrüßung. Dann sagte sie, oh wie gut kannten wir die Worte: „Mögen Bad? Mögen Duft? Mögen Champagner? Mögen Kitty?“ Dann hing sie mir und Lis am Hals.

Lis war nun auch geschafft. So richtig heulte sie aber erst los, als wir in unser Schlafzimmer kamen. Damals, in Persien, bei ihrer ersten Nacht mit mir, als Es geschah, da war es ein Nichts. Hier heizten 101 rote Kerzen den Raum. Statt Orchideen gab es Rosen. Eine Tonne Blütenblätter lagen in unserem Bett. Weder Lis noch ich konnten einen klaren Gedanken fassen. Es war plötzlich wieder ihre erste Nacht. Wir hielten uns an die Regeln, wie wir sie lernten.

Kitty schnitt uns vorsichtig in den Daumen. Dann band sie ein Tuch darum und sagte: „Jetzt verheiraten wie alte Sitte und Brauch. „

Ich habe natürlich vieles Unterschlagen. Ich habe die erste Nacht mit Lis recht ausführlich beschrieben, die Hochzeitsnacht gehört nur uns. Lis arbeitete liebevoll jede Perle der grauen Perlenkette ab, wie sie es vor vielen Jahren versprach. Sie hatte es nicht vergessen. Die Dienste von Kitty wurden nicht mehr benötigt.

Inzwischen hat meine Frau genug eigene Erfahrung. Am Morgen, die Amsel sang noch ein letztes Lied im Herbst (nur für uns, sagte Lis), kamen wir zu dem Schluss, dass wir verdammt viele und verdammt liebe Freunde haben. Über die Diskussion zum Thema schlief sie ein. Kurz davor murmelte sie noch: „Wo ist eigentlich Kim? Ich vermisse sie. „

Ich ging zum Telefon und rief sie. Lis kuschelte sich am Morgen genüsslich an sie, keiner von uns fand es seltsam.

In der Hochzeitsnacht! Obwohl – diese war schon vorbei, als Kim gerufen wurde. Sie schlief heute auch auf der anderen Seite von Lis, nicht neben mir. Später sagte sie, sie benötige dringend neue Kerzen für ihren Buddha. Für diese trivialen Dinge hält sie immer noch ihre Familie für zuständig, es gehört für sie zum Haushalt. Zu Hause musste dann auch Lis mit. Sie schrieb uns auf, was sie von Buddha für uns erflehte. Auf Thai.

Wenn wir nach Thailand kommen, sollen wir es einem Priester geben. Der würde dafür sorgen, dass alles in die richtigen Wege geleitet wird. Lis liebt meine Schwester Kim. Dass ich Kim auch liebe, daran habe ich wohl keinen Zweifel gelassen. Sie ist jetzt meine Nummer Zwei, seit Renate verheiratet ist.

Das Tuch, jenes berühmte, hatte blutrote Flecken, als es Kitty mit zum Frühstück brachte. „Ich bezeugen, dass die Ehe würdevoll vollzogen ist“, rief sie und zeigte das Tuch.

„Frau Elisabeth Oktober war Jungfrau. Sie gehörte nur ihrem Mann!“ Sie hatte es auf Deutsch gelernt. Sie hatte auch nicht gelogen, nur der Termin stimmte nicht. Die paar die es wussten, klatschten am lautesten Beifall. Lis heulte.

Axel ging raus. Wie sagte er mal? „Ich kann heulende Weiber einfach nicht sehen. Gleich gar nicht in dieser Menge. “ Ich konnte leider nicht mit, es war ja meine, unsere Hochzeit. Da muss der Bräutigam wohl bleiben.

Unsere Freunde aus Teheran mussten zurück. Marni küsste mich, als sei ich ihr Mann. Der küsste Lis, als sei ich gar nicht da. Renate und Hans lösten die beiden ab. Wir sind wirklich eine große Familie, mit viel Liebe im Herzen. Nur Kitty blieb verschwunden. Ich hörte später, sie wollte keinesfalls unseren Status kränken, indem sie vor uns in Tränen ausbricht. Und, sie hätte leider vergessen den Dank ihrer Schwester zu überbringen, von Gillian der Hure.

Lis wird schimpfen, wenn sie dies liest. „Es ist ein Scheißberuf, aber einer muss es machen. Kitty sagt, auch dabei kann man seine Ehre bewahren, wenn man es ehrlichen Herzens tut. “ Hat sie mir halt mal gesagt, und ich denke, ich kann ihr nur beipflichten.

Lis Oktober, meine Frau, hasst ihren geliebten Vater natürlich nicht. Sie bedankte sich aber überschwänglich bei ihm, für die Ausrichtung der Hochzeit. Ich natürlich auch.

Papa schien irgendwie gerührt: „Ach ihr beiden, ich bin ja so froh, dass meine Kleine gut versorgt ist. Wenn sie als Zweitgeborene schon kein großes Erbe erhoffen kann, hat sie doch einen guten Mann und der hat wohl auch schon ein paar Mark gespart. Wenn du, Elisabeth, trotzdem Geld brauchst, dann komme zu deinem Vater, er ist immer für dich da. Das Hochzeitsfest habt ihr aber auf alle Fälle verdient. Ohne Paul hätte ich es mir in dieser Größe nicht leisten können.

Mit Paul, kann ich mir sogar noch die Taufe eueres ersten Nachwuchses leisten. Dann wieder im Bären. „

Zu Hause hatten wir reichlich damit zu tun, unsere Geschenke zu verstauen. Wegen dem Auto von Lis, muss eine Doppelgarage her. Das Bild von Pop muss auch angebracht werden. Roland half, er wusste zwar ein wenig Bescheid, so manches hat er wohl auch meinen privaten Bildern entnommen. Seine dumme Bemerkung musste ich trotzdem hinnehmen.

Nun ja, er ist ein Freund.

Dann, es blieb uns nicht anderes übrig, kam die Arbeit wieder auf uns zu. Keine Schule zwar, aber Hausfrauen, Nachbarn, Nachbarn. Die relativ wenigen Studioaufnahmen, fielen kaum mehr ins Gewicht, höchstens soweit es meine — unsere Einnahmen anging.

Der Termin für Russland stand auch schon fest. Das Visum war da. In einer Woche soll es losgehen. Kim war aufgeregt. Ich erwischte sie mit einem Lehrbuch für Russisch.

*** Moskau ***

Die BOAC brachte uns von Frankfurt direkt nach Moskau. Der Flug war erstaunlich gut, die erste Klasse nur mäßig belegt. Kim war darauf vorbereitet, dass in Russland die Wände Ohren haben könnten. Lis sagte, das sei sicher noch schlimmer als in Persien. Dort war es mehr Neugierde, in Russland kann es Folgen haben. Also, keine dummen Bemerkungen über die Menschen, wurde uns auferlegt. Dumme Bemerkungen hatten wir sowieso nicht vor.

Warum auch?

Und wirklich, wir bekamen VIP-Behandlung. Direkt an der Treppe aus dem Flugzeug, stand eine kleine Delegation. Drei Männer, drei Frauen, zwei davon sogar hübsch. Ich hatte irgendwie Pelzkappen und Filzstiefel erwartet. Sommerkleider und leichte Anzüge, wenn auch arg geknautscht, waren aber eher angesagt. Ich hoffe, meine Frau hat mir das Richtige eingepackt. Es war noch warm. Sehr warm.

Wir gingen auf die Gruppe mit dem Schild Oktober, zu.

Ich stellte mich vor. Kim sagte etwas Russisches. Wir waren richtig. Die Hübscheste von den drei Damen sagte auf Deutsch: „Willkommen, Herr Paul Oktober. Willkommen Frau Kim Oktober. „

Kim nahm es gelassen, ihr Pass lautet nun mal auf diesen Namen.

„Wir bringen sie jetzt gleich ins Hotel. Zuerst müssen wir jedoch noch durch die Passkontrolle, dann holen wir ihr Gepäck, um es durch den Zoll zu bringen.

Die Passkontrolle war relativ einfach. Wir waren die Ersten die rauskamen. Einer der Herren zeigte einen Ausweis, dann einen Schrieb; wir wurden begutachtet, die Pässe abgestempelt, fertig. Ich hatte mehr erwartet. Unser Gepäck war nach wenigen Minuten da, vollzählig. Der Ausweis und der Schrieb wurde wieder gezeigt, unser Presseausweis erfragt, dann lieferte ich meine Deklaration ab, ein kurzer Blick, fertig. Da hatten wir schon sehr viel mehr am Zoll erlebt.

Ich war geneigt, den Russen Abbitte zu tun, wegen dem was ich mir vorstellte. Draußen warteten zwei Wagen. Ein wenig altmodisch, sie rochen sehr nach Zigarre, aber auch da gibt es viel Schlimmeres. Im Hotel, an der Rezeption vorbei, wurden wir sofort in eine, und hier staunte ich nun wirklich, in eine Suite gebracht. Altmodisch, vor allem die Tapeten, aber gemütlich verwohnt, Wohnzimmer und Schlafzimmer. Das Bad war ein wenig kläglich, vor allem verrostet.

Ob Wasser läuft, außer dem, was aus den Hähnen tropft? Wir werden sehen. Es klopfte, ein Mädchen brachte einen Samowar mit Tee und Tassen. Der Zucker kam in der Tüte und zwar aus der Tasche eines der Mädchen.

„Ich bin Julia Tomarowa“, stellte sich nun erst die Hübsche vor. „Dies ist Boris Kuschow und das Igor Blaski. Sie sind die beiden Fotografen, um die es geht. Ich bin ihre Reiseleiterin und auch gerne ihr Model.

Die beiden Damen, Verona und Irma sind ebenfalls Models, für hier in Moskau. Der dritte Herr will ungenannt bleiben, wenn sie keine Einwände haben. Es ist von der Staatssicherheit und ist lediglich für den korrekten Ablauf der Reise verantwortlich. Er wird sie jetzt, im Namen der Regierung begrüßen, dann werden wir ihn wohl erst wieder sehen, wenn sie abreisen. „

So war es dann auch. Zu meiner Freude, konnten die Fotografen gut Englisch, wenn die Aussprache auch sehr guttural war.

Aussehen taten sie wie normale Menschen. Die Frauen konnten etwas Deutsch. Sie waren längere Zeit in der Ostzone. Als was, bekam ich nicht raus. So im Nachhinein denke ich, als Huren für die Offiziere. Ich schloss das aus der Freizügigkeit, mit der sie mir später posierten. Es kann aber sehr wohl sein, dass russischen Frauen immer so freizügig sind. Ich wollte und konnte mich da nicht festlegen.

Wir tranken Tee und aßen einen viel zu süßen Kuchen.

Dabei erläuterte ich den Herren, wie ich arbeite. Sie verstanden mehr Bahnhof, als um was es mir ging.

„Julia, so kommen wir nicht weiter. Das Beste ist, wie immer, die Praxis. Könnte eine oder beide der Damen vielleicht posieren?“ Ich legte eine Teens auf den Tisch, um zu zeigen, was ich erwarte. Boris schnappte sich das Heft zuerst, er fand es absolut geil. Die Mädchen auch. Eine Diskussion brach aus.

Dann waren die Frauen bereit.

Kim hatte inzwischen Kamera, Blitz und Lampen rausgekramt und schon waren wir mitten in einem Shooting. Ich war verblüfft, die Frauen waren wirklich gut. Sie hatten schneller erkannt, als die Fotografen, um was es mir ging. Nach dem ich mit der Ersten durch war, gab ich die zweite Kamera Igor. Er sah mir pfiffiger aus. Ich sagte ihm, er könne jetzt erst einmal ohne Film üben.

Dann würden wir den Versuch starten. Wie erwartet, war er nicht schlecht. Er konnte mit einiger Übung sicher bald ein guter Fotograf werden.

Boris, kam als Nächster dran. Verona und Irma hatten kein Problem, sich noch einmal auszuziehen. Sie wurden sogar langsam erst so richtig warm. Julia wurde etwas kribbelig. Ich fühlte, sie will auch posieren. Boris war, da hatte ich mich voll getäuscht, der Bessere von den beiden. Er erkannte schneller den Rhythmus, in dem die Frauen sich auszogen.

Sicher müssen sie noch viele Filme durchziehen, üben, üben, aber deshalb war ich ja da. Nach zwei Stunden hatten sie immerhin fünf Filme voll.

„Julia. Ich möchte, dass du zauberst (wir waren längst wieder beim bewährt du). Ich will, dass diese Filme sofort entwickelt werden. Die Dias sollen nicht geschnitten und nicht gerahmt werden. Wenn es geht, nur Papier beim Einrollen, zwischen die Schichten. Einpacken in Zellophan ist mir am liebsten.

„Kein Problem. Wir haben so etwas erwartet. Unten im Hotel ist ein Kiosk von Kodak. Der kann entwickeln und steht bereit. Die Amis können so etwas, wenn der Besitzer auch Russe ist. Deshalb haben wir ja auf Kodakfilm bestanden. Wir gehen jetzt zum Essen, um Acht sind die Filme dann sicher fertig. „

Das Essen war, nun, Kim hatte den rechten Ausdruck, international. Es war auf jeden Fall genießbar.

Der Sekt war fast zu süß, wie der Nachtisch. Ich hatte jedoch auch hier Schlimmeres erwartet. Im Koffer wartete eine Salami und deutsches Brot. Das mag Kim inzwischen gerne. Wir waren wieder oben auf dem Zimmer. Die Filme kamen um Halbneun. Ich warf den Projektor an, den aus Tokio, und wir sahen die Ergebnisse. Igor war von sich selbst begeistert. Über die Hälfte der Bilder war leicht unscharf und die Bildmitte passte nicht. Es war aber mehr als drei Klasse besser, als das, was ich in dem russischen Magazin sah.

Boris war besser. Von seinen Bildern, könnte man gut zehn, auch im Verlag verwenden. Seine Ausfallquote lag bei 25 %. Ich zeigte meine Bilder. Ah’s und oh’s. Ausfall: ein Bild. Da hatte sich Verona zu schnell bewegt, es war unscharf. Igor meinte, selbstkritisch, wenn er schon mal halb soweit wäre, sei er mehr als nur froh.

Dann kam ein Schock: Julia bat um alle Filme. „Ich möchte sie gerne im Ministerium zeigen, die Herren sind sehr gespannt.

Ich glaube, aus diesen Filmen kann man gut erkennen, was das Ziel ist und wie weit Boris und Igor sind. Die alten Arbeiten der beiden sind bekannt. Glaube mir, sogar ich, kann da schon ein Unterschied zu früher sehen. Ich denke, die Reise wird ein Erfolg. Wir sehen uns morgen Früh, ich hole euch um Sieben zum Frühstück ab. Wir fahren in den Verlag, dort warten neue Models. Bis dann. „

Wie gingen zu Bett.

Die Dusche brachte zwar heißes, aber sehr rostiges Wasser. Die Zähne putzen wir lieber mit dem Wodka, der im Wohnzimmer stand. Im Bett sprachen wir über die Models und die Fotografen. „Was hältst du von den Mädchen, Kim, wie erwartet?“

„Ich hatte keine Erwartung. Die Models sehen aber gut aus und, sie wissen, wie man flott agiert. Die Unterwäsche könnte schöner sein, aber da gibt es hier wohl nicht viel.

Die Fotografen? Ich habe auch da keine Meinung. Den Sittenkodex, den du hast, den haben sie nicht. Beide wurden steif, als ihnen eine Muschi präsentiert wurde. Da solltest du vielleicht mal mit ihnen reden. „

„Das mache ich, mein Schatz. Und wie geht es dir sonst?“

„Prächtig. Ich schäme mich ein wenig, weil ich, fast wie Lis, so glücklich neben dir liege und es auch noch genieße.

Ich möchte ihr nichts wegnehmen. Ich glaube das tue ich auch nicht. Inzwischen kenne ich dich und Lis. Und ihr mich. “ Ich nahm sie in den Arm, wir kuschelten und schliefen darüber ein.

Das Frühstück war normaler Standard vom Buffet. Es gab sogar einen Eierkoch. Julia frühstückte mit uns. „Das werde ich mir doch nicht entgehen lassen“, meinte sie nur.

„Und was meint das Ministerium?“, wollte ich doch wissen.

„Waren sie mit den Bildern zufrieden?“

„Alles klar. Die Herren sind sehr angetan von den Bildern. Sie sagen, du sollst die Fotografen auf dein Niveau bringen. Dass das nicht so einfach geht, ist ihnen schon klar. Hier sind übrigens deine Filme. Mit Dank zurück. “ Sie holte sie aus der Tasche. Alle waren da.

Dann ging es in den Verlag. Es war ein sehr seltsamer Verlag.

Im Erdgeschoss eines Backsteinhauses, gab es da mehrere Zimmer, doch eigentlich sah nur eines davon nach Verlag aus. Der Rest war eine Ausstellung von Tapeten, ornamentalen Holzleisten, Teppichmuster und was weiß ich. An den Wänden hingen englische und amerikanische Plakate. Dazwischen standen Sessel und Sofas, dass es mehr wie ein Wohnzimmer aussah. Eine gewisse Ähnlichkeit zu meinem Atelier war allerdings vorhanden. Mom hat mal was von polnischer Wirtschaft erzählt. So unordentlich wie es hier aussah, hat sie wohl nur das Land verwechselt.

Als ich damals anfing, mit dem Fotografieren, sah es so nie bei mir aus, höchstens im Fundus vielleicht.

Es stellte sich heraus, dass der Verlag vier Männern gehörte. Zwei davon sind die beiden Fotografen. Um das notwendige Geld zu haben, der Verlag warf noch sehr wenig ab und die Unkosten waren hoch, haben sie, für ausländische Firmen, so eine Art Ausstellung arrangiert. Daher die Muster. Wer wollte, konnte sich die Ware anhand der Muster aussuchen, dann konnte sie über eine Importfirma, mit Dollar, bestellt werden.

Teilweise dienten die Räume als Fotoatelier, wurden aber auch gerne für Partys genutzt, wie Boris gestand.

Auf jeden Fall warteten schon ein paar junge Frauen auf uns. Katja und Julia stellten sich zu ein paar netten Fotos. Ich zeigte meinen Schülern, wie man so etwas ausleuchtet. Jana, die Sekretärin im Verlag, gab dann schon etwas mehr von sich preis. Ich stellte erneut fest, dass Russinnen schon etwas zu bieten haben.

Wir machten eine Pause, drei Filme hatte ich schon wieder voll. Boris und Igor je einen. Beide arbeiten heute mit der eigenen Kamera, Igor hat eine alte Leica. Wir tranken Tee und redeten. Da fiel mir ein, was Mikel sagte: Die Kunden schreien nach Lesben. Gleich zwei nackte Frauen seien besser als nur eine. Irgendwie verstand ich das auch, mir ist es auch lieber, wenn ich Lis und Kim bei mir habe.

Den Kunden heizt es wohl mehr ein, wenn sie gleich zwei Muschis sehen.

Ich fragte unsere Reiseleiterin: „Julia, gibt es in Russland eigentlich auch Lesben? Du verstehst mich?“

„Die gibt es sicher. Wir kennen zwar keine, aber vorspielen können wir dir das ganz gut. Weißt du, unsere Winter sind lang und kalt. Der Alkohol ist billig, in den Kinos gibt es fast nur uralte oder Propagandafilme. Die meisten unverheirateten Frauen finden da halt an Sex mehr Vergnügen.

Ob Mann oder Frau oder beides – ich würde sagen, wir sind alle bisexuell und geil. Auch unsere Männer. Wenn du Bilder von zwei Frauen haben willst, kein Problem. Das bekommen wir hin. „
„Das gilt für alle Frauen?“, wollte Kim wissen,

„Nein. Das zu sagen wäre unehrlich. Ich schätze höchstens 10 % der Frauen in Russland sind so … wie kann ich es ausdrücken …“

„Bereit ihr Sexleben auszuleben?“, half Kim.

„Ja, so kann man es vielleicht sagen. Sie haben Spaß daran und tun es gerne. Ich denke, ein großer Teil davon ist auch gerne bereit es für Geld zu tun, für Dollar am liebsten. Wenn Paul also … die Frauen die du kennen lernen wirst, wären alle bereit dazu. „

„Oh wie schön für mich“, konnte ich es mir nicht verkneifen. Kim sah mich überrascht an. „Leider, kann ich das Angebot nicht annehmen, meine Frau schneidet mit sonst den Schwanz ab.

Wir haben da eine klare Vereinbarung. Dollar könnt ihr aber trotzdem verdienen. Ich zahle 18 Dollar für eine schöne nackte Frau, 20 Dollar für eine gute Lesbenszene. Nur, noch einmal ganz klar, weder ich noch Kim stehen zur Verfügung. „

Kim strahlte mich an. Sie war beruhigt. Eigentlich sollte sie mich ja auch besser kennen und wissen, was bei mir läuft. Dazu kam der Wunsch von Lis, mich von Russinnen fern zu halten.

Ein Wunsch meiner Weiber war und ist mir Befehl.

„Du meinst das wirklich so?“, fragte Julia zurück. „Ich kann dir gleich eine Lesbenszene und dann noch mal mich alleine vorführen. Ich habe da im Intershop etwas gesehen, dass ich haben will. „

„Na, dann leg mal los. Wo? Kim, ausleuchten. Wir sind nicht nur zum Teetrinken da. “ Ich hatte wieder meinen Befehlston, obwohl mich Kim dann nicht so richtig ernst nimmt.

Auch Lis nicht.

Die Fotografen, die natürlich das Schauspiel ebenfalls fotografieren durften, hatten schon etwas gelernt. Eine bunte Decke kam an die Wand, ein Rest roter Auslegeware auf den Boden, Julia und eine nette Rothaarige legten los. Erstaunlich. Am Schluss dienten die Griffe eins Hüpfseils gar als Dildo. Darnach präsentierte sich Julia, in schwarzer Unterwäsche, auf einem kleinen Tisch. Die Show war heißer als ich erwartete. Dann, nicht faul, agierte sie sich noch einmal mit der Rothaarigen, diesmal vor einem Hintergrund, der mich sehr an Wespen erinnerte.

Gelb, schwarz gestreift. Nahtlos ging sie dazu über, mir noch eine russische Frau in Uniform vorzuspielen, wobei die Uniform nur den Zweck hatte, ausgezogen zu werden.

Ich hatte nach kaum einer Stunde vier Filme durch. Julia war einfach gut. Ihre kleinen Brüste waren zwar etwas eigentümlich, aber sehr sexy. Die Brustwarzen wirkten, als seien sie von einer Wespe gestochen worden, irgendwie geschwollen. So eine Art Brust auf der Brust. Durchaus reizvoll anders als normal.

„Jetzt ist alles zu spät“, sagte Julia danach. Sie schnappte sich Boris. „Komm, jetzt brauche ich dich. Aber, bitte, das ist für mich, nicht für die Kamera. “ Damit verschwand sie im Nebenzimmer. Die Geräusche waren eindeutig. Die Gesellschaft am Tisch feixte. Kim kuschelte sich an mich. „Du kannst bestimmt bis zum Abend warten, Paul?“ Natürlich konnte ich.

„Wisst ihr“, sagte Igor zu uns. „Julia und Boris sind schon lange zusammen.

Auch meine Freundin werdet ihr kennen lernen. Wir sind eigentlich zu sechst und, wie Julia schon sagte, wir haben lange Winter. Da wird schon mal getauscht. Bei unseren Spielen kamen wir auf das Fotografieren und dann hatte einer die Idee mit dem Magazin. Es soll vor allem den Männern in den Minen und Bergwerke helfen. Das hat dann wohl auch der Staat erkannt. Das hat uns sehr verblüfft. „

„Kim bemerkte gestern, dass ihr, beim fotografieren etwas erregt wurdet.

Hat sie das richtig gesehen?“, fragte ich sie dreist.

„Was mich angeht schon. Eine nackte Muschi schafft mich. Das muss aber nicht heißen, dass ich sie unbedingt haben muss. Für uns ist dieser Fotojob noch sehr neu. Wir müssen noch viel lernen. Beherrschung gehört sicher auch dazu. Ich habe dich beobachtet. Wir haben ganz sicher die schönsten russischen Muscheln in unserem Teich, dich scheint es aber nicht berührt zu haben.

Ich meine, schwul bist du doch nicht, wo du doch mit so einer hübschen Frau kommst?“

„Nein, sicher nicht“, lachte Kim. „Paul reagiert sich im Nachhinein bei seiner Frau ab. Da ist er ganz Mann. „

Die anderen interpretierten das natürlich so, dass Kim meine Frau ist. Unser Familienleben geht die Russen bestimmt nichts an. Gelogen hat sie auf jeden Fall nicht. Frau ist Frau, angetraut oder Nebenfrau.

Am Nachmittag kamen noch ein paar Mädchen. Models, Tänzerinnen, Schauspielerinnen. Sie waren vom Ministerium bezahlt. Dollars verdienten sie sich gerne dazu. Auf der Couch mit den schwarzen Karos, an der Wand und in einem Bett, im Nebenraum fanden sie eine geeignete Bühne. Ein Schauspieler war auch gerne bereit sich mir nackt zu stellen. Er war recht ordentlich gebaut, da gibt es nichts zu beschönigen. Eines der Mädchen hatte auch nichts dagegen, mit ihm zu schlafen, vor der Kamera.

Allerdings nur für mich und Kim, im Nebenraum. Völlig öffentlich wollte sie es dann doch nicht tun. Kim zahlte heute 160 Dollar aus. Mein Tagewerk war getan, ich hatte eine wilde Mixtur auf meinen Filmen, da gab es nur einen roten Faden: Russland. Soll Mikel damit machen, was er will.

Am nächsten Tag ging es mit einem klapprigen Bus weiter, nach Luberzy. Julia Tomarowa erklärte uns, das Programm schreibe vor, dass ich in der Großstadt Moskau, in einer Kleinstadt, Luberzy, und in einem Dorf fotografieren solle.

Boris und Igor natürlich auch. Der Plan sehe auch vor, dass gelernt werden müsse, zu improvisieren. „Eine der wenigen Tugenden der Russen“, lachte sie. „Es heißt für uns fast ständig, aus der Not eine Tugend machen. „

Die Unterkunft in Luberzy war sauber, aber sehr schäbig. Kim meinte, ich solle die Klappe halten, in Russland sei das halt so. Da es ein Bad und ein WC gibt, sei es sicher noch viel besser als die meisten Wohnungen vor Ort.

Das war wohl war. Wir hatten eine Wohnung, mit kaum Möbel drin, aber drei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, Küche und Bad. Julia schlief bei Boris, Igor bei seiner Freundin Nadja. Nach einem einfachen Mittagessen, das die Frauen selber machten, eingekauft hatten wir schon unterwegs, kam der erste Besuch. Ich habe die vielen Namen vergessen, sie tun hier ja auch nichts zur Sache.

Ich hatte gerade ein Model, nur mit Kim zusammen, vor der Linse.

Da ging die Türe auf. Nadja stand im Türrahmen. Sie kam auf meinen Wink ganz herein und sah zu. Minuten später kam Igor. Die Zwei waren sichtlich angetan, von der Vorführung des Models. Dies spielte anstelle eines Dildos, mit einer Gurke. Agurki ist hier wohl leichter zu bekommen als ein Dildo. Igor fotografierte und Nadja beschäftigte sich mit sich selbst. Also Hemmungen, nein Hemmungen kennen, zumindest die Leute, die wir trafen, nicht. Die Mädchen sind genau so wild, wie vor einiger Zeit die D-Girls im Remstal.

Ich hatte nichts dagegen. Mikel wohl auch nicht.

Im Laufe des Tages sahen wir noch eine Rotarmistin, einen weißen Pullover mit schwarzem Rock und ein schwarzes Kleid mit gelben Zitronen. Made in USA, neu aus dem Intershop. Zwei Vollbusige, eine konnte sich nicht von einer Strickkappe trennen, eine dünne Strumpfhose, mit Stolz getragen, und eine Sicherheitsbeamtin, die mit Boris eine heiße Nummer abzog. Die dritte Freundin im Bunde. Ich fragte mich, was für seltsame Spiele da wohl im Winter getrieben werden.

Eines war klar, im Gegensatz zu unseren sonstigen Shootings, stand gemeinsamer Sex weit im Vordergrund.

„Diese Russen sind irgendwie animalisch“, sagte Kim, abends im Bett. „Sex ist für die eine Ersatzbefriedigung für … was weiß ich. Die Frauen halten ihr Ding hin, die Männer stecken ihr Ding rein, das kann doch kaum etwas mit Liebe zu tun haben. Ist dir nicht aufgefallen, dass es keine Küsse gibt, kein Streicheln, kein Schmusen? Nur bumsen.

Höchstens blasen und die Finger reinstecken. Weißt du Paul, wenn es bei uns auch so wäre, ich glaube, dann könnte ich sehr gut auch ganz darauf verzichten. „

„Kim, mein Schatz, das ist mir auch aufgefallen. Nicht gleich, das gebe ich zu. Etwas passte nicht, das hatte ich mehr im Gefühl als im Kopf. Meine Gedanken kehrten nach Bali zurück, auch an meine eigenen verschiedenen Abenteuer musste ich denken. Küsse gab und gibt es immer.

Obwohl ich bei Kitty am Anfang noch zögerte, bei Kikki nie. Wenn ich nicht schmusen kann, ich glaube dann habe ich Ärger damit, dass Klein Paul überhaupt aufsteht. „

„Du meinst, wenn ich jetzt mit dir schmuse und Klein Paul küsse, dann würde er aufwachen?“, grinste Kim.

„Du brauchst ihn nur zart in die Hand nehmen, dann schwillt er zu Rekordgröße. Tue nicht so, als wenn du das nicht wüsstest.

“ Sie tat es. Dann schliefen wir. Am Morgen, in Russland gibt es übrigens keine Amseln, stellten wir fest, na ja, es ist ja auch Herbst, vielleicht sind sie weggezogen in den Süden.

Ich setzte das Thema von gestern fort: „Was mich sehr verblüfft, die russischen Frauen, zumindest die, die wir sahen, machen vor allem da unten, du weißt schon, einen sehr sauberen Eindruck. Wäsche, nun ja, das kann man hier weniger erwarten, Mittel zur Körperpflege wohl auch nicht.

Die Seife stinkt, trotzdem sind sie sehr sauber. „

„Du hast Recht. Mir fiel das auch auf. Ich bin einmal gespannt, wie das auf dem Dorf ist. Ich fürchte, dort sind sie ein Jahrhundert zurück. Gab es in Europa damals eigentlich schon Seife?“, gab Kim grinsend ihren Kommentar dazu.

Wir bekamen ein nunjaso Frühstück. Um Zehn kamen weitere Damen, genug für eine gute Tagesausbeute. Am Abend gab ich eine Runde Champagner aus, Kim liebt das Zeug inzwischen auch.

Obwohl sie ein Süßzahn ist, den Krimsekt mag sie nicht, er ist ihr zu süß. Ich hatte mir, noch in Moskau, einen Vorrat beschafft, gegen Dollar. Eine Kiste Taitinger, dazu eine Kiste Wodka. Das einheimische Zeug war mir zu unsicher. Es war selbst gebrannter Wodka, wer weiß woher und aus was. Ich hatte da schon Ding gehört …

Wir hatten eine fröhliche Party. Feiern, vor allem mit Alkohol, scheint den Russen zu liegen.

Scheu vor Fremden haben sie keine, Respekt aber sehr wohl. Wir wurden nicht belästigt, auch nicht, als die Wogen sehr hoch gingen. Am nächsten Tag gab es noch mal volles Programm. Kim musste reichlich Dollar löhnen.

Die Rückfahrt war schon bald angesagt. Jana, das Mädchen aus dem Verlag, war auch plötzlich wieder da. Ich hatte den Verdacht, dass da auch die Dollars lockten, wie bei vielen der Damen. Wir hatten auch ein paar weniger hübsche Damen, die lieblos ihren Job machten.

Die waren eher vom Ministerium, davon war Kim völlig überzeugt. Mir war es egal, mein Spesenkonto war gut. Jana auf jeden Fall, posierte für mich an dem Fluss, gegenüber einer Stadt. Wohl der, wo wir herkamen. Später auch noch vor einer Datscha, in dem Dorf wo wir hinfuhren. Sie ist ein nettes Mädchen, dem Anschein nach nicht so wild wie die anderen.

Im Dorf bekamen wir ein akzeptables Zimmer. Das Klo war draußen, ich sage nur: Plumps.

Kim und ich haben es überlebt, beide pinkelten wir aber lieber an die Hecke im Garten.

Schon auf der Herfahrt hat mich Julia gefragt, ob wir normal oder gut essen wollten. Was für eine Frage? Sie wollte 50 Dollar. Dafür bekamen wir ein frisch geschlachtetes Schwein, drei Hühner, Kukuruz, Tomaten und Gurken sowie einen trinkbaren Wein. Natürlich wurde das Essen gekocht und reichte für den ganzen mitreisenden Verein. Für unsere Gastgeber blieb der Löwenanteil übrig.

Als ich noch ein paar Flaschen Wodka dazugab, war die Orgie perfekt. Kim fühlte sich inzwischen sicher genug, dass sie mitfeierte. Ich machte hin und wieder ein paar Schnappschüsse, mit der kleinen Kamera. Als ich sie beim Zubettgehen neu lud und dann einpackte, überkamen mich plötzlich ein paar wehmutsvolle Erinnerungen an Renate. Von ihr bekam ich diese Kamera ja einmal geschenkt. Lang, lang ist’s her und Renate inzwischen verheiratet, mit Hans Meise.

Die Models vom Dorf waren völlig anders.

Zuerst. Mit Blumenkränzen im Haar und bäuerlicher Kleidung posierten sie mir. Sie sahen richtig lieb aus. Aber sie hatten den gleichen Teufel im Leib, beziehungsweise unter dem Rock. Die Winter sind hier auch lange. Ganz tief in meinem Inneren, sagte mein innerer Schweinehund, dass er hier auch einmal eingeschneit sein wolle. Ich überwand sein Hervorbrechen, indem ich mich Kim zuwendete.

Zurück in Moskau, hatten wir noch Gelegenheit die Metro, das Gum und den Roten Platz zu sehen.

Wir kamen sogar in den Kreml. Ein Sekretär des Ministers, sprach uns seinen Dank aus. Der Minister hatte die Fortschritte der Fotografen gesehen, von meinen Filmen aber keinen mehr, er war wohl auch so zufrieden. Ich bekam vom Sekretär einen Orden zum Anstecken, im Namen des Volkes. Ich hoffe nur, dass ich den russischen Frauen nicht unrecht getan habe, mit meiner Meinung. Die ist halt leider voll abhängig von dem, was uns geboten wird.

Das wiederum war ganz anders als meine bisherige Erfahrung.

Abends, im Bett mit Kim, fiel mir dann aber doch noch etwas ein. „Weißt du was, mein Schatz? Die Russinnen sind wie die Amifrauen. Die, die ich kennen gelernt habe, sind genau so gierig, geil und unersättlich. Nur, die meisten davon sehen nicht so gut aus wie die Russinnen. Sie sind Fett, verlebt oder beides. Die bekommen die Falten und die Möpse nur noch mit Kunstgriffen und Kunststoff hin.

Die Russinnen haben das nicht und brauchen das nicht. Ich hätte ja zu gerne, etwas mehr über ihren Charakter herausbekommen. Auf jeden Fall hat mich keine gefragt, ob ich mit ihr bumsen will, gegen Dollar. „

„Weißt du was, Paul?, mir ist das völlig egal. Ich habe erkannt, was wir an unseren deutschen Hausfrauen haben. Da gibt es zwar auch ähnliche Typen, aber nur sehr wenige“, erklärte Kim.

Ich glaube ich habe es schon einmal gesagt, Lis und Kim haben denselben Geschmack.

Ich liebe sie wegen ihres guten Geschmackes, der auch meiner ist. Nicht nur deswegen, habe ich sie mir ausgesucht.

***

Der Heimflug war ganz prima und wir freuten uns auf unsere Lieben. Die Zeit in Russland verging zwar wie im sprichwörtlichen Fluge, aber jetzt reichte es. Wir wurden wie Schiffbrüchige empfangen, als ob wir vom Ende der Welt oder gar aus dem Gefängnis in Sibirien kommen würden.

So fühlten wir uns nun auf keinen Fall.

Meine Frau hing an meinem Hals. „Geht es dir wirklich gut? Hast du Hunger? Darf ich dir was Spezielles kochen?“

„Nun, meine kleine Kim, hast du alles unbeschadet überstanden? Wenn du gleich baden willst, dafür habe ich vollstes Verständnis“, sagte Mom

„Hattet ihr irgendwelche Probleme? Muss etwas unternommen werden? Konntest du gut arbeiten?“, wollte Pop wissen.

„Das mit dem Baden ist eine gute Idee. Das fehlt uns wirklich. Auf der nächsten Reise, empfehle ich vor allem Seife und Duft mitzunehmen. Es ist noch zu früh fürs Mittagessen. Wir gehen hoch und genießen die große Wanne. Kommst du mit, Lis?“, fragte Kim.

Natürlich kam Lis mit. Nach einem ausgedehnten Bad, ging Kim nach oben. Ihr Buddha hatte ein Anrecht von ihr begrüßt zu werden.

Ich ging mit Lis ins Schlafzimmer. Sie hat auch gewisse Anrechte, denn sie ist meine Frau.

Zum Mittagessen, es war Mittwoch, gab es meine Leibspeise. Nein, meine alleine ist es nicht, die ganze Familie einschließlich Kim, mochte sie: Rostbraten, Spätzle und gemischten Salat. Pop rückte auch heute seinen Trollinger raus. Ohne ihn ist der Genuss nur halb so groß. Kim trinkt inzwischen, ohne Folgeschäden, bis zu zwei Gläser davon. Die zweite Flasche war heute also auch fällig.

Wir schmausten ausgiebig.

„Nun mein Knuddel …“ Pop redete sie, glaube ich, als Erster so an. Ich fand den Ausdruck passend und übernahm ihn. „… nun, wie hat es dir denn gefallen? War Paul lieb zu dir? Sonst müsste ich ihm womöglich ein paar Ohrfeigen geben. Was hast du erlebt?“

Das mit den Ohrfeigen würde sich Pop sicher noch einmal überlegen. Ich war längst ein halber Kopf größer als er.

Dass es aber auch nur eine dialektische Drohung war, ist mir schon klar.

„Paul? Die Frage ist dumm. Er ist zu seinen Frauen immer lieb“, antwortete Kim auch prompt. „Diesmal sogar besonders. Ich glaube wir brauchten uns beide, als Erlösung von der Spannung des Tages und aus Liebe. „

Lis ging zu ihr, gab ihr einen Kuss und bedankte sich. Mom sah es mit Wohlwollen.

„Probleme gab es nie, auch nicht in der Art, wie wir es befürchteten, von Staats wegen.

Paul hat von Anfang an klargestellt, dass er Fotos jeden Genres machen würde, dass, wenn es auch noch so heiß zugeht, weder er oder gar ich zur Verfügung stünden. Er drohte nicht, er sagte es nur in aller Deutlichkeit. Danach war auch dieses Problem vom Tisch. Ich hätte mich zwar sicher nicht in ein fremdes Zimmer gewagt, aber sonst hatten wir völlig unsere Ruhe. “ Sie lächelte kurz. „Eines, muss ich aber gestehen, Lis, diese 10 Tage, mit Paul ganz alleine für mich, ist etwas, was ich sicher nie vergessen werde.

Er war, und das tut mir sehr Leid für dich, er war ganz für mich da. So etwas spürt man. Zweimal sprach er mich zwar als Lis an und einmal hat ihn, im Schlaf, arg die Erinnerung an Renate gepackt, sonst gab es nur mich. Kannst du uns das verzeihen, Lis?“

„Na sicher. Das kennen Renate und ich schon von Anfang an“, antwortete Lis, und ich wurde rot. „Paul hat es uns selbst einmal gestanden: Ist er mit einer von uns alleine, bekommt sie seine ganze Liebe.

Die andere hat sich ganz ruhig in einem Winkel seines Herzens zurückgezogen, sagt er. Sie kommt erst hervor, wenn sie wieder um ihn ist. Ich finde das gut. Das macht mir auch keinerlei Sorgen, die hätte ich mir gemacht, wenn es nicht so gewesen währe. „

„Ja, ich glaube, wenn die Russen einen Vertrag eingehen, dann halten sie ihn auch“, lenkte ich von diesem Thema ab. „Ich hatte, nach zwei Tagen kein Problem mehr.

Kim war immer in meiner Nähe, ihr konnte also auch nichts geschehen. „

„Was nun die Fotografen angeht“, fuhr Kim fort. „Die haben gelernt. Wie ich so sah, wurden sie ganz gut. Einen Paul können sie aber in Dezennien noch nicht ersetzen. Ich glaube, das ist auch gar nicht ihr Ziel gewesen. Was meinst du Paul?“

„Nein. Guter Durchschnitt ist für sie völlig ausreichend. Die Frauen, da war ich doch sehr überrascht, die waren toll.

Einige ganz sicher eine Nummer eins, ihr wisst, was ich meine. Und gleich dazu, NEIN. Ich habe es nicht getan. Aus Gehorsam und aus Neigung. “ Ich sah, wie Lis und Mom aufatmeten. „Und unsere Kim natürlich auch nicht. “ Das hatte wohl auch keiner erwartet. Pop lächelte nur. „Was unser kleines Schlitzohr aber tat, könnt ihr euch denken. Sie kassierte wieder ein paar der Dollar ab, im Tausch gegen Tattoos. Auch die Herren bekamen etwas davon ab.

Aber immer im großen Kreis der Gemeinschaft. Kim, erzähle du weiter, ich rufe schnell Roland an. In London wird die Neugierde überkochen. Willi ist ja diesmal draußen. „

Ich ging telefonieren, Roland wollte gleich Lisl vorbei schicken. Er hatte Bilder für Onkel Franz im Automaten und konnte nicht selbst kommen. Als ich zurückkam, war Kim dabei, Mom von den Mädchen und Frauen zu erzählen. Dass sie soviel Intimes und Privates herausbekommen hatte, das hatte ich nicht so ganz mitgekriegt.

Sie hatte die Zeit gut genutzt, in der ich Bier und Wodka mit den Jungens trank.

Mom schrieb wieder. Das kannte ich inzwischen nur zu gut. Lis kuschelte sich an mich. Sie hatte mich sicher vermisst. Ich erfuhr, dass am Abend Party bei Axel ist. Mama und Papa kommen auch. Mom meinte, es sei kein Problem zu laufen. Wenn Pop zu viel trinken würde, dann könne sie ihn jetzt auch nach Hause rollen.

Kim nahm Pop prompt in Schutz, sie schlug vor, er könne dann ja dort im Gästezimmer schlafen. Ich fand, das war nun wieder alleine das Problem von Pop, dass Mom wieder laufen konnte, das fand ich sehr viel besser.

Die Party war natürlich nur zusammengerufen, weil unsere Großfamilie neugierig ist. Also, erzählen. Roland hatte die Bilder fertig. Ich machte mir einen Spaß daraus, einige aus unserem Satz mitzunehmen. Mama und Papa waren etwas verwirrt, sie hatten zwar alle Fiestas gesehen, die wollte ihnen Lis dann doch nicht vorenthalten, aber so Hardcore, wie ich sie in Russland machte, noch nie.

Kim übernahm die Beruhigung. Papa lachte bald, Pop sowieso. Kristin machte sich sichtlich Sorgen um ihre Gläser. Mama beruhigte sich dann auch.
„Weißt du, Mama, so auf den Bildern sieht das unheimlich … wie will ich sagen, schlimm aus“, lachte ich. „Viele Bilder dieser Art, sind getürkt. Da geschieht in Wirklichkeit gar nichts. In Russland schon. Kim sagte zu Recht, das war so animalisch, es könne sie so wenig erregen, wie wenn ein Hund auf der Straße auf eine Hündin aufhüpft oder der Gockel auf die Henne.

Und sie hat recht. Wir auf jeden Fall, wir schliefen ganz prima, ohne jegliche Probleme. „

Mama weiß natürlich, wie unser Verhältnis ist. Lis ließ da nie Zweifel aufkommen, denn sie findet es inzwischen einfach normal. Obwohl, ich glaube so ganz normal ist es sicher nicht. Das gilt aber wohl für das ganze Haus Oktober und auch für meinen Beruf. Ein Pornograf kann einfach nicht ganz normal sein — warum soll es dann seine Familie sein.

*** Ende von Band 2 ***

*** Wie geht es weiter, mit Lis und Paul ***

Für Lis und Paul, steht nun natürlich die große Hochzeitsreise auf dem Programm. Es wäre fast unnatürlich, wenn sie in ruhigen Bahnen ablaufen würde. Es gab Weiterungen, die Lis schon vor Beginn der Reise ankündigte. Davon mag der geehrte Leser sich überraschen lassen.

Unausbleiblich wurde auch der romantische Platz gefunden; auf Maui, im Haus der Sonne.

Wer wollte also schon überrascht sein, dass Lis, schwanger zurückkehrt.

Die größte Überraschung aber hatte Pop parat, als sich Paul, auf neue Arbeit in Stuttgart, gefasst machte: Er hatte ihn bereits zum Meisterkurs angemeldet. Auch dies, konnte nicht ohne Verwicklungen abgehen — die Paul, mit größter Bravour, im wahrsten Sinne des Wortes, meisterte.

Ja, und dann, im Spätsommer, kam der Nachwuchs, der Wunsch von Renate erfüllte sich — der von Lis auch.

Die Familie war komplett und der berufliche Werdegang von Paul vorgezeichnet. Ach ja, neue Hilfen, im Haushalt und in Pauls Laden, gab es auch … Was sonst noch so geschah — und das reichlich …

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*** Wichtig***

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Ich denke, es hängt nun an Dir, treuer Leser, ob Du noch mehr vom Pornografen lesen willst.

Ich habe ja viele 0 -votes und passende Kommentare bekommen, die meinen eine derartige Geschichte gehöre nicht hierher — zu wenig Sex –.

Ich meine dies ist ein Erotikforum. Und da, gehört mein Roman schon rein — denn, man kann mir alles vorwerfen; trotzdem ist mein Roman nicht jugendfrei. Dazu kommt, Paul ist jetzt Voll jährig — das sowieso, das Alter von einundzwanzig wurde inzwischen auf Achtzehn gesenkt — und auch Lis ist jetzt verheiratet;

Da muss es doch … Es liegt an Euch.

E N D E.

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