Der Pornograf V – 13
Veröffentlicht am 01.02.2025 in der Kategorie AllgemeinGeschätzte Lesezeit: 45 Minuten, 57 Sekunden
Auszug aus Band 5
(Hausfrauen, Nachbarn und andere Amateure)
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This is what I originally submittet. I don’t know
how you could mix it up!
I will send it as a copy & paste under the number V-13
If my original is found, you may delete this (not approved)
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Fortsetzung:
Der Royal Wing — königlicher Aufenthalt
Montag.
Wir hatten eine sehr gemütliche Fahrt nach Zürich. Abflug in einem Jumbo, am frühen Nachmittag. Service, wie es nur asiatische Airlines bringen. Die alten Flughasen schliefen nach dem fulminanten Abendessen. Sara hatte in bewährter Weise den Purser durcheinander gebracht. Nur Mom war etwas aufgeregt. Lis kümmerte sich um sie, Doris übernahm, als Lis ihren reservierten Schlafplatz einnahm. Sara trieb sich bei den Stewardessen rum, Kim saß neben mir. Händchen haltend – und etwas verschmust.
Das Frühstück war heiß, ohne Tomate und ohne Wurst. Die Croissants waren knusprig. Ich war nicht im Dienst, so gönnte ich mir mit Lis sogar ein Gläschen Champagner. Mom fand das gut, der Rest meiner Frauen wollte Orangensaft dazu.
Die Einwanderung ging flott und der Zoll wollte nichts von uns. Nur Doris kam sich ein wenig überflüssig vor, wir hatte ja keine Ausrüstung dabei, die womöglich Stück für Stück kontrolliert wurde.
Am Ausgang ein junger Thai mit Schild: Royal Wing. Das war neu für uns, sonst steht da meist unser Name. Lis flüsterte neben mir: „Das ist wenigstens diskret. “ Da hat sie nun auch wieder recht. Unsere Namen wurden mit einer Liste verglichen. Wir waren die Richtigen.
„Mein Name ist Jang. Ich bin ihr Butler. „
Jang ist einer dieser Thais, mit offensichtlich chinesischen Wurzeln, wie Arena, die Haushälterin von Onkel Franz.
Sie sind eine sehr große Minderheit in Thailand. Vor allem die jungen Mädchen dieser Völkermischung, glänzen durch besondere Schönheit — bei den Jungs kann man das nicht unbedingt so sehen.
„Ist das ihr gesamtes Gepäck?“, wollte er von uns wissen.
Mir fiel auf, was für einen abartigen Überhang an Gepäck, wir sonst dabei haben. Doris umkreiste den Karren des Gepäckträgers, fast wie ein Hund die Schafherde.
Sie zählte, sah mich hilflos an. Dann gab sie dem Butler die Freigabe. Ein bequemer kleiner Bus. Es kamen noch zwei Paar dazu; auch für den Royal Wing. Los. Die altbekannte Straße entlang. Es eilte. Wir landeten um Sieben, um Neun beginnt in Bangkok das tägliche Verkehrschaos. Jang hing den Damen Blumenkränze um. Die beiden Paare im Hintergrund schauten ein wenig dumm, als wir auch Champagner und Obst bekamen und sie nichts. Baronin Kim sprach mit dem Butler.
Thailändisch
Sie und Sara nahmen danach ihre Kränze ab, der Butler servierte den beiden Paaren nun ebenfalls Champagner und reichte Obst. Das ebenfalls mitfahrende Mädchen, aus dem Cliff, hing den Frauen die Kränze von Kim und Sara um.
Ich vermute Kim ist nicht sehr freundlich mit dem armen Jang umgesprungen. Nun, er kann bestimmt nichts für diese kleine Ungeschicklichkeit des Hotels. Sie setzte sich zu den Paaren.
Die waren verblüfft, dass Kim deutsch sprach. Jetzt wissen die Vier auf alle Fälle, dass wir wer Besonderes sind und in der Royal Suite wohnen. Wir würden uns ja dann sehen …
Ankunft. Großer Bahnhof. Wir wurden gleich auf die Suite verschleppt. Auch Sara. Mom war begeistert, die kleine Sara hing an ihrem Arm und deutete flüstern auf die Wandschnitzereien, das enorme Blumengesteck im riesigen Glasfenster, die bequemen Möbel. Ich fürchte unsere Sara war selbst ein wenig überwältigt.
Unser Butler servierte kühle Drinks aus der Open Bar. Wir saßen in bequemen Sessel im Wohnbereich. Der Raum war nur durch eine halbe Wand vom Essbereich getrennt. Ein großer runder Tisch für sechs Personen. Darauf ein enormer Obstkorb und eine Schale mit Pralinen. Kim konnte nicht umhin, sich sofort eine in den Mund zu stecken. Der junge Manager des Wing, machte mit mir den Bürokram fertig. Passnummer und Einwanderungs-ID, Nummer der Kreditkarte, Namen und Unterschriften von allen die Rechnungen abzeichnen dürfen.
Sara strahlte schon mal im Voraus, als sie sah, dass auch sie wieder im Kreis der Berechtigten war. Nur Mom bestand darauf, dass alle Nebenkosten ihres Zimmers, auch auf ihre eigene Karte gehen.
Ein junger Thai kam herein, wechselte ein paar Worte mit dem Manager. „Sara Wongsawa bitte?“, fragte er dann in den Raum.
„Das bin ich“, meldete sich Sara.
„Würden sie bitte mit mir kommen, gnädige Frau? Ihr Zimmer ist bereits fertig.
Darf ich ihr Gepäck sehen? Es steht bereits alles vor der Türe. Entschuldigen sie den Aufstand. “ Sara entschwand hoheitsvoll.
„Darf ich ihnen bitte jetzt ihre Zimmer zeigen?“, fragte der Manager bescheiden.
„Das finde ich eine gute Idee“, lachte Lis. „Nach der Beschreibung in dem Fax, ist da alles klar. Unsere Mutter, Beatrix Mai, bekommt die Queen Suite. Kim und Doris, bekommen die Juniorsuite und wir residieren, wie es sich gehört, in der Mitte.
„
„Sehr wohl Gräfin Elisabeth. Ach da sind ja auch schon ihre Zimmermädchen. Frau Beatrix Mai, Ana ist ihnen zugeteilt. „
Ana verbeugte sich, gefaltete Hände vor dem Gesicht. Sie ging vor. Dann kamen wir dran. Prächtig. Ein urgemütliches Wohnzimmer mit Sessel, um darin zu versinken. Auf dem Tisch ebenfalls ein Obstkorb, ebenfalls eine Schale mit Pralinen. Eine Flasche Champagner stand auf Eis, zwei Gläser dabei. Das Schlafzimmer war ähnlich wie im Gemeinschaftsraum, halb offen.
Das Bett knapp 3 Meter breit. Ich sah Lis schmunzeln. An der Rückwand ein akzeptables Bad, wenn auch kein Whirlpool, aber zwei Waschbecken.
Vom Schlafzimmer aus ging eine weitere Türe. Der Manager ging vor, Jang trieb Kim und Doris uns nach. Ein nettes Wohnzimmer, mit Sitzgruppe. Auf dem Tisch ebenfalls Wein, Obst und Pralinen; verschwenderisch viele Blumen, wie in allen Zimmern. Auch in den Bädern. Noch eine Türe, ein Schlafzimmer.
Geräumig, hell. Das Bett hatte Normalmaß, 2 Meter.
„Prima“, sagte Kim. „Was meinst du Doris – da können wir doch gut unser armseliges Nachtquartier zusammen aufschlagen. Ich hoffe nur, du schnarchst inzwischen nicht?“
„Tue ich nicht. Wir haben zwar schon besser gewohnt, für die paar Tage geht das schon“, sagte Doris todernst im Gesicht. Der Manager wurde bleich. „Wenn wir aber täglich so mit Obst versorgt werden und — vor allem — auch mit Pralinen, dann fehlt eigentlich nur noch Eis und Wasser, um auch dieses Hotel zu überleben.
„
„Aber gnädige Frau!“ Er zog Doris vorsichtig zum eigentlichen Zimmereingang, vom Flur her. „Sehen sie hier, der Eiskübel wird zweimal gefüllt, und Jang ist jederzeit bereit ihn nachzufüllen. Und sehen sie hier, Gläser und immer genug Wasserflaschen. Natürlich auch eine eigene Minibar. „
„Ach Herr Huber, ich habe nur einen Spaß gemacht. Es gefällt uns hier. Die Suiten, die wir jetzt gerade in Wien und in Indien hatten, waren vielleicht etwas größer, das bedeutet aber nicht, dass das nicht vom Charme des Hauses ausgeglichen würde.
Wenn ich morgen früh so ausgeruht aufwache, wie das Bett es verheißt, verspreche ich ihnen, nie wieder so snobistisch zu ihnen zu sein. Ich finde sie jetzt schon nett. Haben sie abends mal frei?“ Doris grinste hinterhältig. Meine Eulen sind einfach unmöglich geworden.
Es wäre mir eine Ehre“, stotterte der Manager. Zum Glück klopfte es an die Außentüre. Das Gepäck musste sortiert und auf die Zimmer verteilt werden. Doris kümmerte sich darum, wir gingen wieder ins große Wohnzimmer.
Noch ein Bursche wartet dort auf uns.
„Ich bin Jan, der Chef der Pool Butler. “ Er bat mich zum Fenster und deutete auf das parkähnliche Gelände um den Pool. „Wo hätten sie denn gerne ihre Liegen hingestellt?“
Es gab nur eine kurze Beratung, Halbschatten. Notfalls stehen offenbar genug Sonnenschirme zur Verfügung.
Ich klopfte bei Mom. Keine Antwort. Ich trat einfach ein. Lis und Kim folgten auf dem Fuß.
Ein Wohnzimmer, ähnlich dem, in der Juniorsuite, nur noch viel prächtiger. Auch hier ein Kühler mit Wein; Obst und Pralinen schienen obligatorisch. Doris schaute zur Flurtüre – Eis und Wasser. Versorgt wurden alle drei Suiten offenbar gleich.
Nächste Türe, wohl das Schlafzimmer. Kim klopfte, leise Antwort, sie trat ein, wir drängten nach. Mom lag auf dem Bett, Schuhe aus. Sie beobachtete, wie das Mädchen ihren Koffer auspackte.
„Paul, was hast du da nur wieder gebucht.
Das ist ja eine ganz reizende Suite. Hast du bemerkt, im Wohnzimmer ist sogar ein Schreibtisch? Hast du mal aus dem Fenster gesehen? Natürlich, ihr ward ja schon hier. Hier kann ich es aushalten. Schade, dass mein Brummbär nicht dabei sein kann. Es wird auch so schön werden. „
„Es freut mich, wenn es dir gefällt. Lass dich einfach in die Traumwelt Thailand fallen“, antwortete ich.
„Jetzt ist es Zehn“, unterbrach Kim.
„Ich schlage vor, wir trinken unsere Drinks aus, Jang besorgt uns Brot aus der Bäckerei, wir futtern ein wenig Obst dazu, dann ziehen wir uns in unsere Gemächer zurück. Bis Drei. Dann fahren wir in die Stadt. „
Wir zogen los ins große Zimmer, Jang entschwand; Brot holen. Ich vermute er erkannte sehr wohl, dass wir jetzt ein wenig unter uns sein wollten. „Nun hat wohl inzwischen meine Nachricht bekommen.
Ich habe mir erlaubt sie zu bitten, für uns ein Abendessen in unserem Fischmarkt zu arrangieren. Sie weiß also, dass wir 6 Personen sind. Ich habe es mit Freundinnen von Sara noch aufgestockt, dass wir 12 Personen sein werden. 200 Dollar soll die Küche beflügeln nur das Beste zu beschaffen. Sara wird sowieso die Köche wieder durcheinander bringen. Ich sehe mich nicht mehr in der Lage, das zu verhindern. „
Sie wollte wohl noch etwas sagen, da flog die Türe auf.
Sara. Zwei Meter vor mir setzte sie zum Sprung an, dann hatte ich sie am Hals. Halb heulend, halb lachend. Sie war offensichtlich mit mir sehr zufrieden, sonst hätte sie jemand anders angefallen. Sie wollte geschmust werden, sie schlabberte. Nach fast zwei Minuten, wurde das Rätsel ihrer Zufriedenheit gelöst:
„Paul. Liebschter Paul, denk der, die han mir doch tatsächlich euere alte Suite gebe. Komplett, mir alloinigs. D’Bar isch gefüllt, Saft und thailändische Snacks in Massen, riesiger Obschtkorb, ih könnt a ganz Armee einlade.
Ih han sogar a eignes Mädle. Nur Butler han ih koin. S’Mädle sagt, sie ko des au no mache. Von den Jungs traute sich koiner. War ih denn so an schlimmer Feger?“
„Ich sehe, dein Gesicht, ist deiner Leistung angemessen ausgestattet worden. Vielleicht könntest du und deine Freundinnen es durch verminderten Lärm honorieren, um die anderen Gäste nicht allzu sehr zu stören“, schlug ich, wohl völlig nutzlos, vor.
Die alte Sara kam hervor.
Der Schalk sprühte ihr aus den Augen. „Net netig. S’Mädle sagt, auf dem Flur wird renoviert, wir sind d’Einzige und drunter wohnt au koiner. „
Ich nahm sie noch mal fest in den Arm und drückte sie. „Sara, ich fürchte, wir werden wieder wenig von dir sehen. Arrangiere dir deinen Urlaub halt, wie du möchtest. Heute um Drei, fahren wir zu deiner Mutter, da kommst du aber bitte mit. Rufe bitte fünf Freundinnen an, am Abend gehen wir zu dem Fischmarkt, wo wir immer waren.
Nun reserviert das. Sonst, wie gehabt. Du meldest dich hin und wieder. Einmal gehen wir wieder zum Foodmarket, da kannst du … na sagen wir mal, ein Dutzend Freundinnen und Freunde mitbringen. Dann kannst du sie anschließend in den Tanzsaal einladen, bis der Laden zumacht. Im Übrigen kannst du in deinen Räumen bestellen, was du möchtest. Ich weiß, dass du genug Vernunft hast, das Geld nicht rauszuschmeißen. Zeige deinen Freunden aber, wer du bist: Sara, unser geliebter Küchenzwerg.
Das soll die Belohnung sein, dass du in Paris zu gut gearbeitet hast und uns so gut versorgst. “ Ich gab ihr noch einen Schmatz, dann kam auch schon Jang mit dem Brot.
Alles verzog sich auf die Zimmer. Na ja, Kim zog es vor, bei Mom zu ruhen. Sie hatte wohl etwas zu besprechen oder wollte Mom besser auf Nun vorbereiten. Vielleicht hatte sie auch einfach Lust dazu. Doris kam Viertel nach Zwei zu uns geschlüpft.
Nicht, dass sie alleine Angst hatte, sie kuschelte noch ein paar Minuten an Lis. Ich vermute, Uschi fehlt ihr. Beiden hingen nun viele Jahre zusammen, plötzlich war Uschi nicht mehr da. Das kann schon ein Schock sein.
Pünktlich um Drei waren wir in der Halle des Wings. Sara kam aus einem Seitengang angerannt. Kim schlug vor, wir sollten doch mit einem Pick-up zu Nun fahren. Das würde vor ihrem Laden nicht so sehr auffallen.
Gesagt getan. Kim handelte den Preis aus, drei Mark für den ganzen Wagen, Mom wurde nach vorne gesetzt, gut 10 Minuten später hielten wir vor dem Haus von Nun. Das Rollgitter war halb unten, ein Karren stand vor dem Haus. Das Nötigste für die Nachbarn. Das kannte ich schon. Sara sauste vor, unter dem Rollgitter durch. Gekicher. Kim folgte.
„Lasst sie einen Augenblick alleine“, bat ich Mom, Lis und Doris.
Letztere untersuchte schon mal, was da auf dem Wagen lag. Die kleinen Bananen hatten es ihr angetan. Sie legte Geld in eine Schale und nahm sich zwei der Däumlinge. Mom schaute interessiert die Straße auf und ab. Nebenan war jetzt ein Gewürzhändler. Er grüßte freundlich. Auf der anderen Seite war ein Laden der Kochtöpfe, Woks, verkaufte. Auch hier grüßte eine Frau sehr freundlich. In Moms Kopf rollten wohl schon wieder die ersten Geschichten ab.
Das Rollgitter ging hoch, Nun kam heraus, ihr runzeliges Gesicht lächelte. Sara wich nicht von ihrer Seite. Es war Kim, die das Gitter hochzog. Wir traten ein, Rollgitter runter. Herzliche Begrüßung. Lis und ich waren bekannt, die Umarmung war herzlich wie immer. Dann war Mom dran. Die zwei Frauen beäugten sich. Neugierde, kaum verwunderlich, Mom trat ja an die Stelle von Nun, als Pflegemutter. Kim zog Lis, mich und Doris nach oben.
Sara blieb bei Mom und Nun. Sie spielte Dolmetscher; Kim die ältere Tochter. Oben waren, auf dem blitzblanken Fußboden Teller verteilt. Obst gab es reichlich. Kim schenkte Tee ein. Dann schaffte sie einen Hocker bei. Mit Sicherheit für Mom. Auf dem Fußboden zu sitzen ist für ihre künstlichen Knie nicht die größte aller Wohltaten.
Es dauerte lange, bis Mom, Nun und Sara hochkamen. Sara hatte etwas verweinte Augen, Mom sah so zufrieden aus wie Nun.
Dann wurden beim Buddha Kerzen angezündet. Das übliche Ritual. Es dauerte aber nicht lange, da tauchten die ersten Freundinnen von Sara auf. Auch eine Freundin von Kim stand plötzlich da. Doris wurde von Nun in Beschlag genommen. Mit Händen und Füßen, manchmal verbal von Kim oder Sara unterstützt, wurde Doris eindringlich vernommen. Wenn wir sie mitbrachten, dann war sie ein Familienmitglied. Als solches, muss man doch wissen, wie es ihm geht. Doris fühlte sich offensichtlich wohl in dieser für sie neuen Umgebung.
Das Essen im Fischmarkt war wieder einmal der ultimative Kick. Eine blumengeschmückte Tafel erwartete uns, nachdem wir unsere Fische, Garnelen und Langusten, unter der tatkräftigen Hilfe von Sara, ausgesucht hatten. Da wurden die Kiemen überprüft, gerochen, begutachtet, Ware von oben kam schon gleich gar nicht in die engere Wahl. Die musste weg, daher lag sie oben. Dann kam das Gemüse dran. Die Art der Zubereitung wurde besprochen.
Man muss sich das so vorstellen, die Küche ist zur Straße hin offen.
Jeder soll sehen, was da zubereitet wird. Daneben sind die Stände mit dem frischen Fisch, dem Gemüse und dem Obst. Dazwischen wir. Palaver, Palaver. Auf der Straße Touristen und Thais. Höchst interessiert an dem was vorging. Der Chefkoch fuchtelte aufgeregt mit den Händen unserer kleinen Sara gegenüber. Sie hatte eine Kopie ihres Zeugnisses aus Paris. Der Koch erkannte das Signet. Er wurde leiser. Lis zog mich ins Lokal. Mom folgte lächelnd, Doris konnte sich von dem Theater nicht trennen.
Sie verstand zwar kein Wort, dass es aber darum ging, dass Sara hier mitzureden hat, das hatte sie sofort erkannt. Einen Kopf größer, stand sie hinter unserem Zwerg. Bereit sofort zu Hilfe zu eilen, wenn da womöglich jemand handgreiflich wird.
„Die haben das Menü schon fast durch, Sara will mit dem Dämpfen etwas versuchen. Sie sind jetzt schon beim Gemüse“, lachte Kim. „Lasst uns lieber die Getränke aussuchen. „
Das taten wir dann auch.
Ich wollte wieder diesen kalifornischen Weißwein, meine Frauen stimmten zu. Es gibt viel Besseren, aber nicht hier. Nun und ihr Freund, immer noch der Alte, trinken Mekong mit Eiswasser, eine der Freundinnen auch. Vier wollten ein Bier. Immer noch der totale Luxus für sie.
Dann rollte das Essen an. Mit ihm auch Sara, zwei Meter groß. Mom lächelte nur, dann befragte sie, über Sara, deren Freundinnen. Gelächter drang zu mir rüber.
Doris saß auch bei diesem munteren Völkchen. Wir speisten, wir schlemmten, wir fraßen.
„Endlich mal wieder frischen Fisch“, seufzte Lis dankbar.
Die Sonne ging neben Koh Larn unter. Die Unterhaltung verstummte für ein paar Augenblicke. Dann ging sie um so lauter und fröhlicher weiter. Auch Nun und Freund fühlten sich wohl. Es war ja auch irgendwie ihre Familie, die hier feierte.
Zurück ins Hotel, zwängten wir uns wieder in einen Pick-up.
Mit den Freundinnen von Sara. Der Preis war der Gleiche. Er fuhr vor dem Haupteingang des Cliff vor. Man kann ein gutes Hotel schon alleine daran erkennen, ob die Angestellten Gäste wiedererkennen. Sara kann, so klein, wie sie ist, schnell übersehen werden. Heute war sie alleinige Bewohnerin einer großen Luxussuite. Sogar das Gekicher der Freundinnen wurde leiser als Sara zur Rezeption ging. Ein junger Bursche kam ihr schon entgegen. Mit einer tiefen Verbeugung übergab er Sara den Schlüssel, rief den Aufzug herbei, bat die Freundinnen hinein.
„Was ist das wohl für eine Frau?“, hörte ich jemand sagen. „Das ist doch eine Thai? Und so viele junge Mädchen dabei?“
„Du, vielleicht eine Prinzessin mit ihren Gespielinnen?“, sagte eine weitere weibliche Stimme. „
„Huren können es auch sein, bei den Preisen?“, murrte ein Mann.
„Die nicht. So hoheitsvoll, wie die behandelt wurde? Hat dir schon einmal einer den Schlüssel entgegenbracht?“, kam die Antwort.
„Täten täte ich es aber schon mal mit ihr“, meinte der Mann.
Ein Klatschen ertönte, ein unterdrückter Schmerzlaut. „Komm du mir aufs Zimmer, du, du … du geiles Arschloch. „
„Oh, die gräfliche Familie?“, tönte eine weiter dunkle Stimme. Es war der General Manager. „Diesmal voll versammelt? Ich sah gerade Fräulein Tochter auf ihre Suite entschweben. Wir haben uns da etwas einfallen lassen.
Ich hoffe es war ihnen recht, Frau Gräfin, Baronin, Graf Paul. Auf alle Fälle schön, sie mal wieder hier zu haben. „
Lis und Kim bekamen einen Handkuss, ich nur die Hand.
Die Stimme im Hintergrund nahm kreischende Züge an. „Von wegen Hure. Du und deine Menschenkenntnis. “ Ein typisches Touristenpaar ging zum Fahrstuhl. Er dick und schwitzend, sie viel zu Bunt angezogen. Nichts gegen Bunt, aber Blau zu Giftgrün ist arg gewagt.
„Ich fürchte, unsere Sara wird wieder über die Strenge schlagen. Sie hat vor kurzem ein Diplom der Chaîne de Rôtisserie in Paris erworben, da konnten wir nicht umhin, sie zu belohnen. „
„Oh? Sie meinen diese kleine … Entschuldigung, ich meine das wirklich nur von Statur her, im Umgang mit meinem Personal ist sie mindesten zwei Meter groß. Und sie hat wirklich das Recht dieses begehrte Wappen zu zeigen? Kann ich sie abwerben, ohne in völlige Ungnade bei ihnen, Herr Graf, zu fallen? Wir haben drüben im Wing ja jetzt dieses Edelrestaurant.
Der Schweizer Koch ist sehr gut und sein Team wirklich bewundernswert. Aber ein Mädchen? Das könnte unseren Thaimädchen viel Stolz einimpfen. Die thailändischen Frauen sind gut, aber ganz einfach zu unterwürfig. Entschuldigen sie, Baronin Kim, von ihrer Sara kann man das aber nicht sagen. Sie kann Weinkrämpfe bei gestandenen Etagenkellnern verursachen. „
„Abwerben? Sara? Fragen sie einfach“, lachte Lis. „An ihren Weinkrämpfen tragen wir dann keine Schuld. Obwohl, Sara hat da völlig freie Hand, allerdings auch einen völlig freien Willen.
Da wir ihr nie dazwischen reden — einfach, weil es nichts fruchtet — ist sie gerne bei uns. In einem Hotel müsste sie sich unterordnen. Dazu ist sie nur bei unserem Chefkoch, in Italien, bereit; bedingt bereit. Wenn sie etwas besser weiß, dann wird es auch so gemacht. Einzig unsere Mom, die Schriftstellerin Beatrix Mai, sie kennen sie vielleicht“, stellte Lis nun auch Mom vor, die etwas abseits stand und einfach das Leben in der Halle bestaunte.
„Einzig sie hat keine dummen Bemerkungen von Sara zu erwarten. „
„Erfreut gnädige Frau“, wurde Mom begrüßt. „Meine Gattin hat da ein paar Bücher von ihnen im Schrank — ach — schreiben sie nicht auch für die Fiesta? Ich habe sie abboniert, seit diesem netten Artikel über Thailand, seinen Mädchen und den schönen Bildern von unserem Hotel. Doch bitte, lassen sie uns nicht in der Halle rumstehen. Haben sie schon gespeist? Oh, sie kommen ja wohl aus der Stadt.
Die Fischmärkte dort sind einfach beliebter als unserer, oben in der Anlage. Dabei haben wir sicher beste Küche, beste Köche und sauberste Umgebung. Aber halt nicht das Flair, das der Thailandkenner liebt. Nun ja, wir überleben. “ Er lachte schmetternd. Ein Page kam geduckt an. Nein, das war kein Protest wegen schlechter Arbeit. Er hat gelacht, der Boss der Bosse. Wir hatten es schon oft erlebt, wie er morgens durch die Anlage zieht, die passenden Unterbosse um sich.
Jeder Papierfetzten löste seinen lauten Protest aus, gar eine übersehene Flasche im Gebüsch, trockene Blüten an einen Strauch, Kaugummi auf den Fliesen, da konnte er zum bösen Geist werden. Sein Hotel ging ihm über alles — das merkte man aber auch. Wir sind gerne hier.
„Einen Drink, meine Damen? In der neuen Pianobar? Das können sie doch gar nicht ablehnen. Wir haben jetzt einen Barmixer, der war im Raffles, kennt den Original Singapur Sling.
Darf ich?“
„Wer könnte ihrem Charme schon entfliehen?“, sülzte Lis.
„Wie aufmerksam“, bedankte sich Mom.
„Was ist ein Singapur Sling?“, fragte Doris.
Ich stellte sie auch erst mal vor. Als meine Chefassistentin, wie es sich gehört. Beinahe hätte ich Obereule gesagt. Doris hätte es akzeptiert, der Generalmanager aber nicht verstanden. So bekam sie auf alle Fälle ebenfalls einen Handkuss ab.
Wir zogen los. Der GM schob seine 3 Zentner Richtung Bar. Der Sling war gut, der übliche Smalltalk, eben üblich. Dann wurde er abberufen. Ich wusste, dass so wichtige Leute wie er, da Bremsen eingesetzt haben. Sie werden dauernd abgerufen. Wenn ihre momentane Mission beendet ist, folgen sie dem Abruf, sonst wird der Abrufer halt abgewimmelt. Da muss ich in Italien auch mal dran denken.
„Du Paul? Ob Sara wohl etwas dagegen hätte, wenn ich sie jetzt noch besuche? Ich bin neugierig und – überhaupt“, fragte Doris völlig unvermittelt.
„Ich bin wohl auch ein wenig aufgeregt. Ich habe nichts zu tun – das ist … Ach du verstehst schon. „
„Ruf sie doch einfach an, Moment, zuerst null und dann die Zimmernummer, also 01201 . Ist eine Thai dran, sag einfach Sara. „
„Du kannst auch bei mir schlafen, wenn dir die Decke auf den Kopf fällt“, bot Mom an.
„Sonst bist du bei Morgengrauen bei uns im Bett“, befahl Lis.
Doris verschwand. Wir zogen uns noch einen zweiten Singapur Sling rein, dann ließen wir uns den kürzesten Weg zum Wing zeigen. Sara kannte in ja schon, wir jetzt auch.
„Doris macht mir eine wenig Sorgen“, behauptete Lis im Bett. „Sie reißt sich schwer zusammen, aber jetzt fehlt ihr nicht nur Arbeit, es fehlt ihr vor allem Uschi. Ich dachte, wenn wir sie mitnehmen, wird sie etwas abgelenkt, es scheint mir aber eher schlimmer zu sein.
„
„Ich habe es auch gemerkt“, sagte Kim. „Hier haben wir sie aber unter Kontrolle. Paul, was meinst du, würde ein Urlaubsfreund vielleicht helfen? Ich bin bereit, morgen alle Badehosen im Pool zu inspizieren, für unsere Doris. „
„Das würde sie sicher ablenken. Ich glaube, ich kenne sie aber besser. So eng ist ihr Verhältnis zu Sara nun ja auch nicht, Neugierde ist ebenfalls keines ihrer herausragenden Merkmale.
Sie hat beim Essen viel mit den Freundinnen gequatscht, wetten, dass sie genau weiß, was sie tut? Und Sara ist kaum diejenige, die ihr entsprechende Hilfe verweigert. Ich fürchte die Juniorsuite nebenan, ist bald nur noch Tagesaufenthalt. Mir ist allerdings etwas eingefallen, als wir bei unserem Schneider vorbeifuhren. Ich werde Doris beauftragen, für das ganze Team Safarianzüge, in unseren Farben und Logos, zu beschaffen. Das soll sie völlig alleine machen, du Kim gibst ihr tausend Dollar.
Das richtet ihr Ego wieder auf, sie ist halt ein volles Arbeitstier geworden. Wir bringen sie in Stress. Dann muss Mom Bangkok sehen, Doris auch, wir kennen es. Doris soll das organisieren. „
„Das ist auf alle Fälle schon mal eine gute Idee“, erkannte Kim. „In der großen Seitenhalle sind ja immer reichlich Agenten für solche Reisen, sie soll sich kundig machen und uns berichten. Damit auch sicher alles passt. „
„Das hört sich vernünftig an“, erkannte Lis.
„Genau. Dann möchte ich noch, dass wir alle, auf den Berg da oben gehen, du weißt schon. Ich glaube ein Segen bei Sonnenaufgang kann uns nicht schaden, geliebte Kim“, fügte ich noch hinzu.
„Du bist wirklich ein Satan. Das tust du doch nur mir zuliebe. „
„Irrtum mein Schatz. Uns zuliebe. Auch Sara muss mit. Ich hatte es jetzt schon mit vielen Göttern zu tun: Gott, Christus, Allah, Mohammed, Buddha und tausend Nebengötter.
Alle sind jemand heilig, wenn der Eine oder der Andere auch von sich sagt, er sei der alleinige Gott. Da kann ich genauso gut sagen, ich bin für meine Familie zuständig. Was wir glauben, das bestimmen wir. Jeder Gott zu seiner Zeit, ist meine Devise. Jedem gebührt sein Respekt. Dafür sind es Götter. Ist es in Italien der Papst, dem ich indirekt Einlass in mein Haus gewähre, kann es hier auch Buddha sein, dem wir die selbstverständliche Ehre erweisen.
Es würde sonst keinen Sinn machen, dass ich mich auf Hawaii vor Pele verneigt habe. „
„Ach Paul“, seufzte Lis schon wieder mal. „Ich entdecke immer neue Facetten an dir. Lass es uns tun, rauf auf den Berg gehen. Mom muss natürlich mit, und Doris auch. „
„Ich werde morgen hochgehen und euch anmelden. Es soll so werden, wie es werden muss“, bestätigte Kim.
Dann schliefen wir.
Brav wie Kirchenmäuse. Morgens lag Doris neben Kim. Ich hatte nichts gehört, aber prima geschlafen. Ein Blick auf die Uhr. Kurz nach Sechs. Morgenröte. Blauer Himmel.
„Raus!“, rief ich. „Doris, wo ist der Butler?“ Lis wo ist meine Badehose? Kim wecke Mom. In 10 Minuten geht es in den Pool. Erst dann gibt es Frühstück in der Sala. Raus!“
Verschlafene Gesichter. Doris taumelte aus dem Bett, zog sich ihr Kleid über, taumelte aus dem Zimmer.
Kim schüttelte energisch den Kopf, dann wankte sie Richtung Wohnzimmer. Lis saß da, stierte zum Fenster, dann sagte sie „Sklaventreiber!“ Aber sie stand auch auf, öffnete den Schrank, wühlte kurz, dann warf sie mir eine Badehose an den Kopf.
Doris kam wieder rein. „Was soll Jang denn?“
„Badetücher am Pool. Dann Frühstück bestellen. Mit allem Drum und Dran. Für 18 in der Sala. „
„Acht?“, kreischte Lis.
„Wie spät ist es denn jetzt?“
„Zu spät. Wir wollen unseren Urlaub doch nicht verschlafen. „
Mom war schon wach. Sie saß auf dem Balkon und genoss den frühen Morgen. Die Luft war erfüllt mit dem Geschrei der Beos. Sie war nicht ganz so korrekt gekleidet, wie es sich für einen frühen Herrenbesuch gehört. Das genierte aber keinen von uns. Baden fand sie gut. Voller Bikini? „Wenn es denn sein muss.
„
Wir hatten den riesigen Pool für uns alleine. Erschrockene Pool Butler, für die normalen Gäste, tauchten auf. Jang trieb ein paar Jungs aus der Küche vor sich her in die Sala. Wir badeten. Der Pool war klasse, das Wasser hatte genau die richtige Temperatur. Wir drehten unsere Runden. Mom fischte ein paar Blüten des Tulpenbaums heraus, die auf dem Wasser trieben. Es wurde nichts gesprochen, nicht laut geplanscht. Jeder hing seinen Gedanken nach.
Nur die Beos lärmten ununterbrochen weiter. Der Duft von Frangipani trieb übers Wasser. Es war wie in einer anderen Welt.
Jang und ein Pool Butler stand am Beckenrand, als Mom als Erste herauskam. Handtücher in der Hand. Wir wurden zu unseren Liegen geführt; jede mit zwei Handtüchern bedeckt, ein drittes Handtuch war zum Kopfkissen geformt. An jeder Liege ein Schild: Besetzt. Ein Namensschild besagte von wem. Auf den Liegen der Damen lag eine Orchidee.
Das ist Service. Ein leiser Wind kühlte die noch nasse Haut. Gerade so, dass es noch nicht unangenehm war. Jang stand etwas abseits, bereit seine wie immer geartete Pflicht zu tun.
Ich sprach mit Doris über ihre Aufgabe: Die Fahrt nach Bangkok, zusammen mit Mom, zu organisieren, nannte ihr die Höhepunkte die besucht werden sollen. Sie notierte sich nichts, sie hat ein trainiertes Gedächtnis. Wir entspannten, da kam plötzlich Sara mit vier Freundinnen.
Die waren wohl über Nacht geblieben. Ein fröhliches „Guten Morgen“, dann wurde es im Pool etwas lauter. Aber nur wenig, eigentlich war es nur das Geplanschte der Mädchen. Jang kam zu mir und sagte, er wisse Bescheid, es dürften aber nie mehr als 5 Gäste sein, sonst verlange die Direktion 200 Baht pro Gast. Im ersten Moment dachte ich, das sei kleinlich, dann dachte ich an den Trubel an den anderen Pools zurück — hier war Ruhe, die Privatsphäre blieb gewahrt.
Das war ein VIP-Bereich und das ist gut so. Ich bat Jang aber, festzustellen, ob die Girls zum Frühstück bleiben. Sie blieben nicht, erfuhr ich. Sie frühstücken an den Essensständen neben dem Hotel. Thailändisch. Mit thailändischer Unterhaltung.
Unser Frühstück war enorm. Die Sala ist ein offenes Holzhaus, dominiert von einem Tisch für 6 Personen. Seitlich eine kleine offene Küche mit zwei Kühlschränken. Wurstwaren, Käse, Marmeladen, Butter, Brötchen, kleine Kuchen, Säfte — alles, was man zum Frühstück braucht.
Auch Champagner stand in Eis. Ein Eierkoch war bereit zur Arbeit, ein Holzkohlegrill war angeheizt. Kleine Steaks lagen appetitlich unter einer Glasglocke. Ein freundlicher junger Ober und zwei noch freundlichere Mädchen, in den schönen Thaikostümen, waren bereit, uns jeden Wunsch von den Augen abzulesen.
Zum Meer hin standen 6 bequeme Liegen. Ebenfalls mir Handtüchern bedeckt. Aber keine Namensschilder. Das war auch unnötig, zu den zwei Salas, haben nur die Bewohner der Royal Suiten Zugang.
Auch das fand ich gut. Die zweite Sala war nicht belegt.
Ich habe mit Sicherheit zu viel gegessen. Ich hatte ja nicht vor, hier zu arbeiten. Arbeiten? 25 Filme. 50 schlummerten in meinem Koffer. „Lis, was meinst du? Einen Tag Insel? Das müsste reichen. Ich denke faulenzen, an diesem herrlichen Pool, das bring auch was. „
„Die Insel kennen wir. Einen Tag, dass Mom auch was davon hat.
Übermorgen, als Kontrast zu Bangkok. Wenigstens einen Tag mal die Sonne an den ganzen Körper lassen. Vorher auf den Berg, bekommst du das hin Kim?“
„Na sicher. Doris, du solltest jetzt aber los. Such was Gutes aus für euch. Bangkok an einem Tag, ist zwar kaum zu machen, aber Mom und du habt ja Erfahrung. Da muss nicht alles beguckt werden. „
„Ich bin schon weg. Ist die Safenummer die Übliche, Paul? Ich brauche da sicher nicht nur ein paar Mäuse.
„
„Die Übliche. Sonst hätten wir uns sicher mal ausgeschlossen. „
Mom wollte schon wieder ins Wasser, Lis und Kim auf die Liege unter den Flametrees. Ich war erst unentschlossen. Dann ging ich mit Mom. Jang brachte meine Weiber zu den Liegen. Die Sonne stand jetzt schon hoch. Es wurde warm, jetzt um Neun.
Nach knapp zwei Stunden war Doris wieder da. Sie hatte einen Superausflug gebucht.
Morgen Früh um Fünf geht es los. Fahrt nach Bangkok: Floating Market und Bootsfahrt auf den Klongs. Wat Arun, der Tempel der Morgenröte. Dann der große Zentralmarkt am Chao Phrya. Kleines thailändisches Frühstück. Die Zwei werden sich wundern, das heißt kalte Spiegeleier. Dann Grand Palace und Wat Po. Mittagessen mit thailändischen Tänzen, danach Bummel durch den Textilmarkt von Pratunam. Kleiner Rundgang durch China Town, Besuch des goldenen Buddha, dann Fahrt mit einer Reisbarke, den Chao Phrya hinunter.
Die beiden werden dann aber nicht zurückfahren, mit den Anderen, sie werden von einem Schnellboot abgeholt, das sie zum Sonnenuntergang wieder im Royal Wing abliefert.
Doris hatte ihre Pflicht getan. Sie hat sich alles gemerkt, was wir ihr als lohnenswert empfahlen. Dann hat sie die Angebote von sechs Agenturen gemixt, bis es passte. Die Thais waren selbst fasziniert davon, was da für eine tolle Tour rauskam. Doris lachte und meinte, sie wollten diese Tour in Zukunft als Royal Tour anbieten.
„Wir handelten einen Preis aus, der ihnen scheinbar entgegenkam. Ich dachte mir, es hat keinen Zweck die Daumenschrauben anzuziehen. Das holen sie doch nur als Minderleistung wieder raus. Ich habe übrigens noch 18 Dollar draufgelegt, dafür haben wir ständig einen Jungen bei uns, der sich nur um uns kümmert. Unser eigener kleiner Butler. „
„Das hast du gut gemacht meine Lieblingseule. Mom, ihr müsst zwar früh raus, aber diese Tour – ich hätte fast Lust sie mitzumachen.
Merken werde ich sie mir aber auf alle Fälle. Euch kann ich da nur viel Vergnügen wünschen“, freute ich mich.
„Ich werde heute faulenzen, dass die Schwarte knackt. Keine Zeile kommt über meine Lippen. Kannst du mir aber für morgen die kleine Kamera mitgeben? Ich denke ich kann da vielleicht – nun ja, die Eindrücke werden sicher gewaltig sein, wenn ich so an euere Erzählungen zurückdenke“, meinte Mom.
Eine weitere Runde Pool war angesagt.
Dann brachte uns Jang duftende feuchte Tücher, Jan der Oberbutler brachte Eistee. Später eine Notiz von Sara, sie käme heute erst spät. Fest in ihrem alten Dorf.
Ich wollte durchgeknetet werden. Jang rief eine zierliche Thai. Die hatte noch kräftigere Hände als Kim. Sie macht den Job aber auch täglich. Meine Muskeln freuten sich, nachdem der erste Schmerz weg war – nach einer Stunde etwa. Mom hatte ihre Ankündigung wahr gemacht, sie schnarchte leise.
Lis las, Kim träumte vor sich hin.
„Hast du gestern denn Spaß gehabt, bei Sara?“, fragte ich Doris.
„Das geht dich nichts an“, lachte sie. „Ich wurde so sehr an unsere verrückte Jugend erinnert. Die Mädchen hatten sichtlich ihren Spaß. Als ich kam, war in beiden Badezimmer die Hölle los. Das war ein wenig wie in Indien, aber da stand der Spaß, das schwelgen in Luxus im Vordergrund.
Es war nicht der Mangel an Wasser, es war die Freude am Leben. Ich verstehe es nicht, aber plötzlich war ich mittendrin. Genauso nackt wie die andern. Das große Fenster war weit auf, die milde Nachtluft kam in die Räume. Die Klimaanlage war abgeschaltet. Zwei der Mädchen können etwas Englisch, der Rest nur einige Worte. Ich weiß nicht wie, wir unterhielten uns doch. Frag nicht über was für irre Themen. Natürlich auch über Thema eins.
Was mich erst verblüffte, war die Natürlichkeit, wie die sich gaben. Und ich, wie gesagt, mitten drin. Das sind mit Sicherheit keine Lesben, aber so ganz leger mal den Busen der Nachbarin streicheln, auch mal an empfindlichere Stellen zu greifen. Das geschah einfach so, beim Reden, beim Erinnerungen austauschen. Ich fühlte mich wohl und vor allem akzeptiert“, sie klapperte etwas mit den Augenliedern. „Ich habe gar nicht an Uschi gedacht. „
„Sie fehlt dir wohl sehr?“
„Ja.
Ich kann mir jetzt vorstellen, wie es einer Mutter geht, wenn die Tochter aus dem Hause auszieht. Früher habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht. Nun, ich muss mich halt arrangieren. Einen festen Freund werde ich mir deshalb aber noch lange nicht suchen. Nun, man soll nie, nie sagen. Aber er müsste dann zum Team gehören. Auf keinen Fall möchte ich ein halbes Jahr so, und ein halbes Jahr so, leben. Uschi bringt das offenbar, ich will so was nicht.
Nun, kommt Zeit kommt Rat. Ach ja, Sara – Diese Bekloppten, gestern Abend in der Halle, von wegen Prinzessin. „
„Ha, ich erinnere mich“, lachte ich in Erinnerung daran.
„Also irgendwie, die Freundinnen … Du wirst lachen, Sara ist sicher noch die alte Freundin, sie wird aber mit Achtung – nein, das auch, das ist es aber nicht, sowenig wie es Respekt ist. „
„Doris, schon als wir das letzte Mal da waren, als Sara auch schon ein großes Gesicht hatte, du weißt was ich meine, da hatte ich ebenfalls diesen Eindruck.
Kim und ich sprachen darüber und Kim meinte, das sei nichts anderes als Liebe. Liebe zu einer alten Freundin, die nicht hochnäsig geworden ist, sondern die alte Freundin blieb. Ja, die sie an ihrer Wichtigkeit teilhaben lässt“, unterbrach ich sie.
„Ahm, ja, so ist es. Wenn ich es mir überlege, scheint das ein Wesenszug im Hause Oktober zu sein. Man fühlt sich nicht nur respektiert, man fühlt sich zugehörig. Geliebt.
„
***
Zum Abendessen ließen wir uns auf der Suite verwöhnen. Die Mannschaft vom Morgen betreute uns wieder, in unsere Küche innen, und auf dem Flur draußen, wurde geschmurgelt. Köstliches kam auf den Tisch, 5 Gänge, nicht zu viel, jedoch reichlich genug. Die Speisen waren angerichtet, wie man es so nur in Thailand bekommt. Es war unmöglich mit einem reichlichen Bakschisch zu geizen.
Um Zehn waren wir im Bett.
Von Sara sahen wir nichts. Doris schlief bei Mom, da braucht morgen früh nur ein Zimmer geweckt zu werden. Als wir zum Baden gingen, waren sie längst weg.
Faulenzen am Pool. Ich hatte die Kamera mit. Herr Huber, der Wing Manager kam auf einen Sprung vorbei. Smalltalk. Ich fragte ihn, ob er mir nicht zwei- drei seiner hübschen Assistentinnen schicken könne. Für ein paar Bilder. Er war vom Oberboss vorgewarnt.
Probleme gab es keine, wenn die Mädchen auch recht schüchtern waren. Dann trieb Kim auch noch ein paar Mädchen auf. Oben in der Suite gingen die sogar etwas aus sich raus. Dann hatte plötzlich Kim Lust, mir zu posieren. Lis blieb am Pool und schäkerte mit Jan.
Viertel vor Sechs. Meine Frauen und ich saßen in der Sala. Jang servierte gerade kühle Longdrinks und eines der zauberhaften Mädchen bot uns herrliche Kanapees an.
„Paul. Guck mal. Wenn das nicht Mom und Doris sind“, forderte Lis meine Aufmerksamkeit.
Draußen auf dem Meer, man sah das in einer Bucht liegende Pattaya zwar nicht, aber die Landzunge, die Bangkok verdeckt. Auf dem Meer ein kleiner dunkler Punkt, von einer enormen weißen Gischtwolke umgeben. Der Punkt hielt genau auf das Cliff zu, kam näher und näher, kurvte auf den kleinen privaten Strand des Wing zu.
Die Gischtwolke fiel in sich zusammen, dann sah ich zwei Frauen fröhlich winken. Mom und Doris.
Der Bootsführer blieb im Boot. Doris gab ihm etwas, ein Trinkgeld wohl. Ein frecher kleiner Thai, ich schätze zwölf, schleppte einige Einkaufstüten. Mom knuddelte ihn, Doris auch. Dass sie ihm nicht über den Kopf streichen durften, wussten sie. Dann gab es wohl auch für ihn ein Trinkgeld. Jang und Jan eilten zur Anlegestelle. Die Tüten wurden abgenommen, die Damen zu uns geleitet.
Der Junge ging zurück zum Boot. Das Boot rauschte wieder ab.
„Puh“, sagte Mom als Erstes. „Jang, zwei große, eiskalte Drinks ohne Alkohol. Bitte!“ Erst dann wurden wir begrüßt. „Es war wundervoll, fantastisch, zauberhaft, aufregend – mir fehlen die Worte. „
„Es war ein Höllentrip, von dem ich keine Sekunde missen möchte“, klagte Doris lachend. „Jede Sekunde haben wir genossen. Aber ihr hattet recht, ohne Reiseerfahrung wäre es zu viel gewesen.
Man hätte sich in den Eindrücken verloren. Diese Tempel …“
„Einen Tag hätte man für jeden gebraucht“, übernahm Mom wieder. „Wir hatten nur Zeit genug, das große Ganze innerlich aufzunehmen. Diese Rama Geschichte im Wat Pra Keo, für jedes Bild ist eine Stunde zu wenig, will man sich damit beschäftigen. Kim, kannst du mir ein Kunstbuch darüber, auch über die Geschichte dieser Leute, beschaffen?“
Jang brachte die Getränke.
Aus der Pool Bar. Groß und lecker. Mom räumte die Obstdekoration ab und setzte an. Das war echter Durst. Doris war kein Deut besser. Es stellte sich heraus, die beiden hatten wenig getrunken, die Fahrt mit dem Schnellboot dauerte fast eine Stunde und auf dem Schnellboot gibt es kein Klo.
„Das hat gut getan“, seufzte Mom abgrundtief. Dann quasselten sie und Doris an einem Streifen. Kim lächelte, Lis grinste. Ich wusste aber nur zu gut, wie beeindruckt sie selbst bei ihrem ersten Besuch in Thailand war.
Damals im Indra Regent.
„Ich habe allerdings auch gesündigt“, gestand uns dann Mom. „Ich habe alle Kassetten voll gesprochen und …“
„Ich durfte 18 weitere für sie beschaffen. Zwei Filme habe ich auch. Belichtet. Endlich mal wieder Bilder, wo keine Mädchen drauf sind. Zumindest keine Nackten. Ein paar Tempeltänzerinnen wohl“, lachte Doris.
„Ich sehe, der Tag hat euch gut gefallen“, freute ich mich. „Und das ist die Hauptsache.
Wir haben gefaulenzt, ich habe 18 Filme gemacht, sie liegen auf dem Schreibtisch in unserem Zimmer, Doris, und jetzt würde ich sagen, wir gehen erst mal in den Pool. „
„Euere Bikinis habe ich hier“, sagte Kim. „Dort vorne sind Umkleideräume, Jang soll euer Zeug hoch schaffen lassen. „
Gesagt, getan. Dann servierte uns die Küchenmannschaft ein kleines, leichtes Abendessen in der Pool Bar. Bei Kerzenlicht. Kim rief Sara an.
Sie war da, mit Freundinnen. Ja, sie würde sich morgen früh wecken lassen. Halbsechs Abfahrt auf den Berg, danach Koh Larn, mit 18 Freundinnen. Kein Problem.
Mom war erst weniger begeistert als ich ihr sagte, dass sie morgen schon wieder früh aufstehen muss. Als ich ihr andeutete, dafür gehe es nach dem Tempelbesuch auf unsere Lieblingsinsel, Koh Larn, kam aber doch Freude auf. Sie verschwand aber schon um Neun in ihre Gemächer.
Doris hat da sehr viel weniger Probleme, bei der Arbeit haben wir oft verrückte Arbeitszeiten, vor allem auf Reisen.
***
Es war immer noch der alte Priester, der schon meinen beiden Frauen und mir den Segen gegeben hatte. In einen fantastischen Sonnenaufgang hinein, wurden wir nun wiederum feierlich gesegnet. Vier orangerot gekleidete Mönche saßen im Hintergrund und brummten religiöse Texte. Der alte Priester bespritzte uns mit Wasser, wir bekamen wieder eines dieser geflochtenen Armbänder um das Handgelenk.
Dann durften wir den ortsansässigen Buddha mit Blattgold verschönen. Alle bekamen noch ein Amulett aus Ton, dann war meine Spende fällig. Der alte Priester verzog keine Mine, als ich 100 Dollar in den Spendentopf warf. Nur seine Hand zitterte ein wenig. Kim und Sara traten noch zu einem anderen Altar, knieten nieder, beteten und steckten Räucherkerzen an, klatschten in die Hände. Dann fiel mir ein, der Tempel hier war ja mehr oder weniger ihre Hauskapelle.
Sie waren in einem Dorf, nur eine halbe Stunde von hier, aufgewachsen.
Wir liefen zurück zur Straße. Unser Pick-up wartete noch. Im Hotel warteten 18 freche junge Thaimädchen. Drei meinte ich zu kennen. Jang und unser Zimmermädchen warteten ebenfalls auf uns, sie wollten aber nicht mit, sie brachten nur Badetücher, Ausrüstung und Verpflegung. Edi, der Sohn von dem alten Ehepaar, dem unsere Bucht auf Koh Larn gehört, grinste mich aus seinem Motorboot unten am Strand an.
Wir wateten hinaus, kletterten in die Boote. Ich half Mom, sie hatte aber den Trick raus; auf die Kante setzten, die Beine hoch, rumschwenken, einsteigen.
Mit drei Motorbooten brummten wir los. Das alte Ehepaar winkte uns zu, als wir in ihre Bucht einbogen. Die Boote verschwanden. Um Sechs würden sie uns abholen, bis dahin hatten wir die Bucht für uns. Nach der Begrüßung und einer ausführlichen Verhandlung von Kim und Sara, bei der das Mittagessen bestellt wurde, waren zuerst der wundervolle Strand und das herrliche Wasser dran.
Um Badewäsche kümmerten wir uns erst gar nicht. Einige der Thaimädchen kicherten aufgeregt — wohl wegen mir. Die anderen schnatterten. Die waren schon mit uns auf der Insel gewesen, kannten sich aus. So richtig auseinander halten kann ich sie sowieso nicht. Bekannte haben da manchmal schon Schwierigkeiten, Kim und Sara auseinander zu halten. Besonders wenn Kim glücklich ist, wie zurzeit. Dann sieht sie wieder wie eine Sechszehn jährige aus. 18 Jahre jünger. Sie und Sara könnten dann fast Zwillinge sein.
Nun ja, irgendwie verwandt sind sie ja wohl auch.
Nach dem Baden machte ich Bilder. Den Girls machte es Spaß. Noch mehr Spaß machte, es gab jetzt 30 Dollar pro Shooting. Die Mädchen waren frecher geworden. Ob es an der Nahrung liegt oder an der Pille? Die Busen waren knackiger. Sie waren aber nicht ausgestopft, das hätte ich gesehen. Man weiß ja Bescheid.
Sara trieb sich in der offenen Küche hinter dem Haus herum.
Sie packte auch mit an. Das Essen war einfach – einfach köstlich.
Wir hatten alle einen leichten Sonnenbrand, obwohl wir uns dick eingecremt hatten. Am Pool hatten wir zwar schon vorgebräunt, aber was BH und Höschen verdeckte, war halt sehr empfindlich. Die Thaimädchen hatten bei dem Ehepaar, das wieder hinter der Hütte saß, sehr beim Reismehl geplündert. Es sah schon sehr lustig aus, wie sie da dick gepudert, sonst nackt oder mit kleinstem Slip, im Schatten lagen.
So fotografieren durfte ich sie aber nicht. Das sei ungehörig. Sich so sehen zu lassen nicht? Ich habe längst noch nicht alles der thailändischen, der asiatischen Mentalität begriffen.
Abends fiel Lis ihre Hochzeitsreise ein, als sie damals einen Sonnenbrand an dieser gewissen Stelle bekam und ich sie mit kühlendem Balsam behandelte. Mit Tigerbalsam. Kim schlief heute in ihrem Zimmer, mit Doris. Nach Mitternacht jagte mich Lis los, Doris zog zu ihr, ich zu Kim.
Die Beos kreischten schon, als ich morgens mit allen drei im großen Bett aufwachte. Ich fürchte irgendwas habe ich auch mit Doris noch angestellt. Sie schmuste sich gerade an mich, da weckte ich die Bande. Der Pool zog mich magisch an. Dann Frühstück, danach eine Massage. Bilder? Heute nicht. Oder doch?
Mom war schon im Pool, Jang begrüßte uns freundlich. Die Liegen waren bezogen, die Sala mit dem Frühstück bestückt. Mom lächelte nur.
Einen kleinen Sonnenbrand hatte sie aber auch.
Gegen Zehn kam Sara. Sie entführte Doris. Wir sahen sie erst zum Cocktail wieder. Ihre Augen sprühten Funken. Nachts war sie weg, bei Sara, angeblich. Was los war, wurde mir am nächsten Abend klar. Großes Essen im Food Market des Hotels. Reichlich Freundinnen von Sara. Alle schick gekleidet, es ging ja später zum Tanz. Vier Jungs waren auch dabei. Einer, ein wirklich passabler Bursche, saß neben unserer Doris.
Selbstbewusst, sauber und höflich kümmerte er sich um sie. Wir waren ihm völlig egal.
„Er isch in ner Bank. Gute Familie, b’stimmt g’sund. Im Übrige geht’s di nix ah“, flüsterte mir Sara ins Ohr. Ich griff sie mir und gab ihr einen Kuss. Sie wehrte sich nicht.
Dann sprach sie wieder mit den verschiedenen Köchen, die da original thailändische Küche vor den Gästen zelebrierten. Was auf unseren Tisch kam, war original gewürzt.
Nicht auf den Geschmack der Langnasen abgestimmt. Hot — scharf. Grüne Pfefferschoten wie Schnittlauch über ein Gericht gestreut. Rote Pfefferschoten als Dekoration. Nam Prik, diese teuflische Gewürzsoße, die am nächsten Tag noch am Ausgang brennt. Da mussten wir durch. Kein Problem für Familie Oktober. Eines der Ehepaare, die mit uns kamen, saß kurz an unserem Tisch. Sie bekamen die volle Ladung. Sara sprang helfend ein. Kein Wasser, das macht es schlimmer. Sie besorgte Kokosnussmilch, Papaya und Limette.
Das Brennen verging, das Paar verduftete.
Kim flüsterte doch einmal mit Doris. Dann erklärte sie mir, wenn ich heute mit Lis alleine sein wolle, würde sie bei Mom schlafen. Ich hatte recht behalten, Doris weiß sich inzwischen zu helfen.
Wir schauten um Elf bei den Tanzwütigen rein, ich wagte mit Lis und Kim sogar ein Tänzchen. Mom plauderte mit einem gehobenen Hotelangestellten an der Bar. Saras Freundinnen und meine Eule waren noch da.
Außer Doris, tanzten die Mädchen reihum. Auch mit Gästen des Hotels. Wenn ich es richtig erkannte, wurde eines der Mädchen, von einem Gast abgeschleppt. Doris blieb bei ihrem Begleiter.
Am nächsten Morgen war sie die Erste am Pool. Mit Freund. Sara hatte ihnen das zweite Schlafzimmer ihrer Suite überlassen. Ihre Augen leuchteten friedlich. Der Freund wurde vorgestellt. In Badehose. Kim brauchte keinen Inspektionsgang mehr zu unternehmen. Der Junge kann sogar reden, auch gesittet essen.
Ich meine nach europäischer Sitte. Doris brachte ihn auch mit zum Frühstück. Selbst das schien ihm zu munden; da tun sich manche Thais schwer.
Um Zehn verschwand er wieder. Doris war wieder die Alte und machte den Schneider schlank, der an den Safaris arbeitete.
***
Unten am Pool muss es gestunken haben, so faul waren wir, genossen aber jeden Augenblick. Sara, mit den erlaubten 5 Freundinnen, tauchten nach dem Mittagessen auf.
Der Geräuschpegel stieg etwas, es kamen jedoch keine Beschwerden. Ich fragte Jang extra danach. Er verstand gar nicht, was ich wollte. Zwei jüngere Burschen, ein Engländer und ein Deutscher, Söhne von Wing Gästen, mischten sich unter die Horde fröhlicher Girls. Irgendwie gingen sie fast unter darin. Sie wurden einfach mit aufgenommen, absorbiert.
Ich hörte in der Ferne einen kleinen Streit: „Lass mal den Hans in Ruhe. Die Mädchen werden ihn schon nicht beißen.
Die Begleitung eines Grafen … nur du hast wieder Hintergedanken. Das kommt von deiner üblen Fantasie. “ Die bunte Frau von dem dicken Mann.
Nachts um Elf ging das Telefon. Die bunte Frau. Der Sohn war noch nicht da. Kim sagte brutal, das sei nun aber ihr eigenes Problem, dann rief sie aber doch Sara an. Der Junge schickte eine Notiz durch einen Pagen. Gesehen wurde er erst wieder am frühen Morgen am Pool.
Alleine. Vielmehr mit dem jungen Engländer alleine. Saras Truppe kam erst wieder gegen Zwölf. Vom thailändischen Frühstück, aber mit einem Riesendurst. Ich hätte zu gerne Mäuschen gespielt, was da los war. Doris konnte nichts petzen, sie schlief brav in ihrem Zimmer und weckte uns heute Morgen.
Ich brachte fünf ausgeruhte, voll entspannte und sehr zufriedene Frauen mit zurück nach Stuttgart. Zwei Extrakoffer mit Safaris und Kram, den diese Frauen kauften, dazu 40 Filme für Mikel und Willi.
5 weitere Filme hatte Mom gemacht, der Rest war leer. Sara hatte eine große Tasche dabei, Gewürze aus Thailand. Der Rückflug war lästig. Das lag aber kaum an der Thai Airways, das lag an uns. Rückflug von einem schönen Urlaub ist immer lästig. Pop hatte sich frei genommen, er erwartete uns — vielmehr Mom. Sie brauchte jetzt dringend Ruhe, nach dem langen Flug. Mit Pop.
Intermezzo
Die paar Nachbarn waren kein Problem.
Mit meinen verbliebenen drei Eulen und dem Mercedes klappte das ganz ausgezeichnet. Sogar ein Wochenende in Frankfurt war drin. Da hatte sich einiges angesammelt. Bis zur ersten Woche April hatte ich locker 100 Filme, 120 Hausfrauen. Nun ja, ein paar Hausherren waren auch dabei.
In unserem Stadthaus in Stuttgart aber, begann bereits wieder die Aufbruchstimmung sich breit zu machen. In den immer noch routinemäßigen LKW, kamen diesmal auch Kisten von Sara.
Delikatessen aus Deutschland und Trollinger für Pop. Seine Hausmarke.
Aus Wien hörten wir Horrorbotschaften von Willi. Das Geschäft lief wie verrückt. Die Partner der IGDuM kamen sich gewaltig in die Haare, jeder wollte daran teilhaben. Wie Lis schon vermutete, gerade die fast unverkäuflichen, weil zu teuere, Artikel liefen. Die Lager leerten sich. Der kleine Spezialitätenladen, der diese Fetischwäsche herstellt, hatte Lieferschwierigkeiten. Er muss Näherinnen einstellen.
Kim kam auch etwas blass von der Bank.
Abrechnung von Alois. 15000 Mark überwiesen. Gehalt für ihn, Annie und 125 Überstunden bereits abgezogen. Auch die Spielsachen bar bezahlt. Wien rechnete sich, vorläufig brauchen wir den Laden nicht abzustoßen.
Mikel persönlich, lieferte die neueste Girlfriends of Vienna und Swingerclub of Vienna ab. Überdicke Prachtexemplare. Eine Fiesta, eine Nachbarn und eine Underground waren noch in Arbeit. Die Teens hatten ordentlich abgestaubt und Girlz kam auch nicht zu kurz. Selbst die Boyz hatte 64 Seiten aus Wien.
Von Roland erfuhr ich, er hatte inzwischen ein volles Bilderbuch von Bildern aus Wien kopiert. Der Verlag war fleißig. Natürlich partizipierte auch Alois in Wien daran, er hatte innerhalb einer Woche jeweils 1000 Magazine verkauft. Der Verkauf überhaupt, boomte immer noch.
Bella Italia — was sonst
Die Familie reiste wieder einmal mir dem Zug nach Italien. Auch Sara kam diesmal mit. Wir alle betrachteten es als eine Art Erholungspause vor dem Sturm.
Nicht einmal auf die gewohnte Cocktailstunde mussten wir verzichten. Sara hatte alles Notwendige in einer Kiste. Sie tut alles, um ihr Gehalt auch wirklich zu verdienen.
Die Babys verschliefen einen Teil der Reise, PH und Pele versuchten zu nerven. Nicht mit Saya. Es müssen ganz fürchterliche Drohungen ihrerseits gewesen sein, die beiden Teufelchen auf alle Fälle wurden brav. Nur Pele meinte einmal zu Lis, ob Saya wirklich in der Lage sei, dem Papa, also mir, zu befehlen, dass der Whirlpool dieses Jahr gar nicht angestellt würde.
Lis bestätigte es, Saya grinste und meine Kinder waren sauer. Auf mich. Nun ja, wenn sie lieb sind, werde ich diese (nie von mir ausgesprochene) Drohung vergessen. Ich werde aber einen Teufel tun, Saya in ihre Erziehungsmethoden dreinzureden. Vor allem, nachdem sie darüber reichlich Literatur verschlungen hat. Ich denke, sie kennt inzwischen jeden Trick, um mit quengeligen Kindern umzugehen; ich vermute, sie wird sie auch gut über die Schulzeit bringen, denn sie und ihr Alessandro sind sich einig, die nächsten 5 Jahre zumindest, wird noch nicht geheiratet.
Uschi und Luigi langweilten sich schon eine Stunde auf dem Bahnhof, als wir endlich eintrafen. Uns selbst war die Verspätung gar nicht zu Bewusstsein gekommen. Uschi knutschte mal wieder jeden ab, auch PH und Pele, dann hing sie an Lis. Ich werde wohl abends erfahren, wie gut es Cesare geht. Jetzt hatten wir erst mal damit zu tun, unseren Waggon aus, vielmehr unsere Gepäck in den Bus umzuladen. Es war reichlich Gepäck, es musste teilweise sogar auf das Dach des Busses.
Wir hatten ja einen ganzen Waggon.
Es war unausbleiblich, dass ich feststellte, Anna und Luigi knutschten wie ein verliebtes Paar. Sollte er sich doch nicht zu alt für Anna fühlen? In Italien werden ja häufig ältere Ehemänner genommen. Was soll’s, ich wünsche Anna das Glück; beide werden auch kaum den Wunsch haben, mich, unser Team, zu verlassen.
Luigi hatte, den Winter über, sattes Geld verdient. Als unser privater Taxifahrer und als Mitglied des Teams.
Sein Bus hat sich gelohnt und er war ein wirklich geschickter Dekorateur geworden. Völlig selbstständig konnte er in Minutenschnelle, mit Hilfe von einigen Tuchballen, Bilder, Plakaten; mit Blumen und sogar drei kleinen Teppichen, die er irgendwo auftrieb, eine Location so völlig verändern, dass mehrere Shootings am gleichen Platz möglich waren. Das sparte unheimlich Zeit, da ein erneutes Ausleuchten entfiel. Während das eine Model sich anzog und das nächste Model sich fertig machte, agierte Luigi im Hintergrund.
Es war äußerst selten, dass die Dekoration nicht meinem Geschmack entsprach, in diesen seltenen Fällen aber ruckzuck geändert wurde, und — Luigi merkte sich seine Fehler und meine Sonderwünsche.
Doch ich schweife ab. Wir kamen gerade an. Die Fahrt in die Villa war etwas holperig, der Bus war überladen. Alberto und Marie, Paolo und Estefania, Hausmeister- und Kochehepaar, erwarteten uns bereits. Das erste italienische Buffet in dieser Saison auch. Estefania war zuerst etwas verblüfft, als unser Zwerg Sara, ihren Mann Paolo ganz gehörig abschleckte.
Als sie dann ihr Diplom aus Paris zeigte, war Estefania beruhigt. Gegen eine Danksagung von Sara hatte sie nichts einzuwenden; sie mochte unseren Kobold ja ebenfalls. Für mich stellte sich nur die Frage, wer mochte sie nicht? Da war ich mir mit meinen Frauen völlig einig darüber.
Das Buffet kam mir erst etwas zu überladen vor. Nach dem Alberto jedoch den Bürgermeister und den Pfarrer hereinführte, war mir sofort alles klar.
Der Bürgermeister brachte auch noch Eva, seine Frau, mit. Sie und Kim hatten sofort ein reges Gespräch – ein langer Winter ohne Freundin …
Ich angelte mir Alberto. Ja, der Don und Umberto Gusti, sie würden aber erst zum Cocktail kommen. Unsere italienischen Freunde waren offensichtlich froh, dass das Haus Oktober wieder geöffnet war. Nach dem offiziellen Segen von Padre Sebastian, war der Sommer in der Villa Rama Radama eingeläutet.
Kim brachte den Pfarrer dann aber doch etwas ins Schwitzen. Er musste mit ihr und Sara zu ihrem Buddha. Ich gebe gerne zu, ich rechnete es ihm sehr hoch an, dass er nicht zickte. Er ging sogar auch noch mit Sara in ihr Zimmer, zum zweiten Buddha im Haus. Dass danach Sara häufig in der Kapelle am Kap war, mag wohl keinen verwundern. Gerade sie stand auf dem Standpunkt: Ehre, wem Ehre gebührt.
Das fand auf alle Fälle Padre Sebastian seinerseits wieder gut. Er schloss wohl, innerlich, auch unsere beiden Thais in seine Gemeinde ein. Uns, Lis und mich, Mom, Pop und die Eulen zählt er ja auch dazu.
Umberto, der Baumeister, kam schon eine Stunde vor dem Cocktail. Wir gingen die Neuerungen ab, die er über den Winter gebaut hat. Jürgen und Pippina wohnten schon in ihrem neuen Haus, es wurde als Erstes fertig.
Natürlich gewollt. Lis meinte, es sei ein richtig kuscheliges Liebesnest geworden. Vor allem das Kinderzimmer war ein Traum und Pippina stolz auf ihre kleine Küche. Die modernste in Italien, behauptete sie. Und, ach ja, der Tochter ginge es gut, würde der Arzt zumindest behaupten. So gute Fotos wie ihr Jürgen könne er aber nicht machen. Sie zeigte mir das Ultraschallbild. Ich gab ihr Recht. Jürgen sagte, es sei ein Negativbild; da dieses Wesen keinen sichtbaren Schniedel hat, muss es eine Tochter sein.
Ich musste erst abends im Bett darüber lachen, erst da kam ich darauf, dass er die negative Auswahl meinte. Lis und Kim sagten, Machos gäbe es in Italien genug. Das brachte mich auf die Idee, dass wir am nächsten Tag unseren Cesare besuchen mussten. Doch ich schweife schon wieder ab. Kim zahlte, wie gewohnt, die angefallenen Rechnungen. Umberto brauchte nicht einmal seine gewohnte Jammerparade aufführen.
Minutenpünktlich, mit zwei Kisten Wein und einer Kiste bestem jungfräulichem Olivenöl, erschienen Don Rafael und Magdalena.
Für Saya am wichtigsten, natürlich mit ihrem Alessandro. Gina sprang ein. Außer meiner Chefeule war sie die Einzige, die nicht in irgendwelche Liebesdinge verwickelt war. Sara war ja noch im Dienst — sozusagen.
Nun, Rafael und Magdalena wurden natürlich so begrüßt, wie es sich gehört und wir wurden über den Wintertratsch unserer Sommerheimat informiert. Seltsamerweise fand ich das gar nicht mehr so dumm, wie es mir in den Jahren zuvor vorkam.
Die Villa war uns irgendwie eine zweite Heimat geworden.
Paolo hatte nichts von seinen Kochkünsten verlernt. Sara muss aber schon tüchtig mitgewirkt haben. Jetzt wusste ich, wo zumindest ein großer Teil der Gewürze aus Thailand geblieben ist. Paolo ließ sich offensichtlich überreden. Seine hervorragende Küche bekam bei einigen Gerichten einen zusätzlichen asiatischen Touch. Das machte die Auswahl beim Buffet nur noch besser.
***
Am nächsten Tag besuchte Lis, Kim und ich Cesare.
Unserem Zwergenmacho liefen die Tränen, als wir in seinen Laden traten. Meine Weiber heulten ein Weilchen mit, ihn tröstend, ich hatte derweil Uschi im Arm. Dann schlurfte, so schlimm fand ich das gar nicht, Cesare in die Küche. Eine tiefgefrorene Flasche Grappa wartete. Mir fiel unser erstes Treffen ein.
„Meine Freunde, meine besten Freunde, bitte trinkt mit mir darauf, dass ich wieder gehen kann. Gehen? Na, auf alle Fälle habe ich keinen Rollstuhl mehr nötig“, sagte er.
Wir tranken ihm zu. Uschi hatte keinerlei Probleme damit, dass meine Weiber dann ein wenig an ihm herumschlabberten. Sie ließ sich von mir in den Arm nehmen.
„Nun, Paul“, sagte Cesare, nach dem sich die Lage beruhigt und wir noch einen zweiten Grappa intus hatten. „Mit was kann ich dir dieses Jahr an Besonderheiten dienen? Mit Uschi bin ich schon mal mein Revier abgefahren. Dieses Biest lässt mich allerdings nicht ans Steuer, da muss ich noch daran arbeiten.
Auf alle Fälle, mein Hühnerhaus ist inspiziert, mein Ziegenstall ausgemistet, wir sind bereit wieder für dich zu arbeiten. „
„Ich habe Signal aus London und Stuttgart, von der Uni, die Tarife werden um jeweils 18 Mark angehoben. Bei den Primemodels um 15 Mark. Dazu, fürchte ich, werde ich dieses Jahr noch ein paar Edelhuren brauchen, die ihrem Beruf nachgehen wollen. „
Das traf natürlich auf Erstaunen. So erzählte ich ihm halt, von meinem Plan mit der Bumshöhle nach Wespenart.
Umberto hatte ich schon überzeugt, als wir die Verlobung von Uschi feierten. Die Höhle war fertig bis auf die Klimaanlage. Die kommt nächste Woche.
Cesare brauchte, wie die Meisten, einen Augenblick, bis er begriff, was da los sein würde. Dann grinste er, typisch italienisch, und meinte „um das zu verstehen, muss ich das Selbst erleben. „
„Das, mein Schatz, verstehe ich“, sagte Uschi völlig nonchalant. „Aber nur mit mir! Du bekommst ein rotes Warndreieck auf den Hintern und wehe, ich sehe es an der falschen Stelle, und in die falsche Richtung wackeln.
Du hast deine zwei Notnägel, das wars. „
„Nur ein bisschen Grapschen? Mehr will ich ja gar nicht. Du darfst es ja auch, wenn du willst“, kam es fast kläglich zurück.
„Ich habe gesagt, wenn dein Arsch die falschen Bewegungen macht. Du solltest wirklich lernen zuzuhören oder ist mein Italienisch so schlecht. “ Uschi ist halt eine Eule. Jetzt eine italienische Eule.
Macho Cesare schlurfte zu ihr hin, nahm sie in den Arm und schmatzte ihr den Lippenstift von den Lippen.
Lis boxte mich in die Rippen und behauptete: „Die lieben sich wirklich!“ Bella Italia.
***
Ja, und dann kam die Einweihung unserer Lustgrotte. Es war selbstverständlich, dass ich, wie versprochen, acht Paare aus dem Wespenklub dazu einlud. Natürlich galten deren eigenen Regeln, meine Weiber, die Eulen und auch Luigi waren dabei. Auch Cesare, ohne Warndreieck. Ob es wirklich Mom war, die da herumgeisterte, ich weiß es nicht.
Dass sich alle gut amüsierten, das war aber sicher. Im Gegensatz zum Wespennest hatten wir eine zweite Hemmschwelle: Die Grenzen konnten verbal abgesteckt werden. Ein Nein musste genügen. Denn im Prinzip, galten ja ganz einfach die normalen Regeln unseres Zusammenlebens: Erst Fragen, dann handeln. Nun ja, angefasst werden durfte in der Höhle auch ohne nachfragen, aber zu bestimmten Tätigkeiten, kam es nur nach Erlaubnis. Die Wespen hielten sich wohl an ihre Regeln, ich fürchte nur Detlef und Doris, setzten sich darüber hinweg.
Mir blieb eine Sonderbehandlung, mit Fingerlingen, auch nicht erspart — mit Traute.
In der Folgezeit wurde die Grotte mit großer Begeisterung besucht, für sie und einen angeschlossenen Saunabereich, mussten wir sogar zwei Leute einstellen, zur Wartung und zur Reinigung. Im Laufe mehrere Cocktailabende legten wir dann die verbindlichen Regeln fest. Die Höhle konnte von einer Gruppe gemietet werden (200 Mark die Stunde), die dann mit ihren eigenen Bedingungen darin wirken konnte.
Die Studenten bekamen einen Sonderpreis von 100 Mark, das waren unsere Selbstkosten, für Energie, Wasser, Material und Personal. Mittwochs und samstags, hatten wir den Tag der offenen Türe. Da konnte jeder rein, auch die bestellten Edelnutten. Sie trugen ein rotes Halsband, wenn sie sich auf Spielchen einließen. Es kostete eine Perle von einer zuvor zu erwerbenden Kette. Der Eintritt für alle, belief sich auf 20 Mark, die Perle auf 100 Mark. Erstaunlicherweise mussten wir den Zugang der Edelhuren bald begrenzen, das Geschäft lief bombastisch.
Obwohl Kim 15 % bei der Einlösung der Perlen einbehielt.
Im Sommer weiteten wir den Tag der offenen Türe, auch noch auf Freitagabend aus, die Nachfrage war einfach überwältigend. Der Chef von Don Rafael hängte sich irgendwann auch rein, er wollte die Genehmigung, etwas Ähnliches in Neapel aufzubauen. Ich vermittelte ihm Kontakt zu den Wespen, die sich später sehr dafür bedankten. Ich nehme an, da wurden schon ein paar Mark verdient.
Ach ja, ich weiß wohl, das mit den Edelhuren ist ein anrüchiges Geschäft, aber irgendwie muss man in meinem Beruf auch Anreize schaffen, oder das Gegenteil, für Ausgleich der Gefühle sorgen. Auch dafür gab es bald genug Gelegenheit, Männliche und Weibliche.
Professionelle Damen und Herren, die den Ring trugen, kamen nur über Cesare, und zeigten immer, ungefragt, einen Nachweis vom Gesundheitsamt vor. Ich vermute sicher mit Recht, dass Cesare gewisse Kontakte zur ehrenwerten Gesellschaft hat, in diesem Fall war es nur gut für uns.
Die Gesellschaft hatte die Macht, faule Eier zu entdecken und zu entfernen. Es gab nie einen Krankheitsherd in der Grotte. Man sollte sich das Ganze bitte nicht als verkappten Puff vorstellen, auch nicht als Edelpuff. Hier ging es vordringlich um Spaß, es war absolut nicht die Regel, dass von allen gebumst wurde. Sehr freizügig miteinander umgegangen wurde allerdings schon. Bald stellte sich heraus, besonders bei den männlichen Gästen, herrschte eine rege Nachfrage, nach Hand Jobs und nach Blow Jobs.
Kim arrangierte es, dass spezielle Damen, zum halben Preis und mit gelbem Halsband, zur Verfügung standen. Um die weiblichen Gäste nicht zu kurz kommen zu lassen, gab es bald ein ähnliches Arrangement mit Papagalli, mit Fingerlingen. Kim gestand, sie hätte da nicht widerstehen können, das sei jedoch nur darum nötig gewesen, um sich zu überzeugen, dass so ein Auftrag auch ordentlich durchgeführt wird. Lis musste sich ebenfalls davon überzeugen, gestand sie mir. Neugierde, dein Name ist halt doch Weib.
Ich hatte nicht den Drang zu roten Halsbändern.
Meine wichtigen Mitarbeiter(innen) bekamen freien Zugang. Das löste viele Probleme, obwohl viele auch verblüffend oft zu Gruppenspiele eingeladen wurden. Ich bin nun halt mal von knusprigen jungen Frauen umgeben. Die Grotte war das Ventil für Vieles, das Ventil, nach dem wir schon lange gesucht hatten und vor allem, es war eben total anonym. Wer es so wollte, konnte sich dort vergnügen wie und mit wem er wollte, wenn er halt den geeigneten Partner fand.
Doris sagte mal: „Manchmal habe ich gesucht und keinen gefunden, zum Orgelspiel und Dauerlutschen reicht es aber immer. Ich will gar nicht wissen, wer mein Partner ist, da brauche ich am nächsten Tag auch nicht genierlich zu sein. Es gibt da allerdings einen, der passt zu mir, wir haben uns schon ein paarmal getroffen, er hat keinen Ring. Aber du glaubst es nicht, ich habe immer noch nicht herausbekommen, wer er ist, und weißt du was? Alleine, wenn ich daran denke, mit welcher Vorfreude ich ihn suche …“
Ach ja, unsere Strandpapagalli bekamen auch einen roten Ring und die Münzen für sie gab es günstiger.
Lis fand es nicht zu blöde, ihren VIP-Gästen ein paar dieser Münzen gratis zu geben. 50 Mark ist allerdings auch noch ein guter Preis und gute Leute, konnten da ganz ordentlich etwas dazuverdienen. Die Herren Papagalli sind gerngesehene Gäste, vor allem wenn private (Damen) Gruppen tätig werden.
Fortsetzung folgt.
Fetische dieser Sexgeschichte: Alkohol, Amateure, Arsch, Arzt, Badezimmer, Beine, BH, Bier, Bikini, Brutal, Bus, Champagner, Chef, CocktailAlle Fetische von A-Z »
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