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Der Pornograf V – 08

Auszug aus Band 5

(Hausfrauen, Nachbarn und andere Amateure)

Fortsetzung:

Ich ging in mein Büro. Berge von Post. Alles geöffnet, aber ordentlich aufgeschichtet. Das war Lis oder Kim. Es hätte ja etwas Wichtiges dabei sein können. Und – das war es auch. Obenauf lag ein Brief, offensichtlich aus Österreich. Ein roter Zettel klebte darauf: WICHTIG. Ich nahm den Brief zur Hand.

Werter Graf Paul.

Wir haben mit viel Freude das Heft über den Swingerklub im Schwarzwald gelesen. Über die Zentralzeitschrift derSwingerin Deutschland kamen wir an die Adresse und damit auch an ihre, sehr geehrter Graf. Wir hatten zwar ihre Postfachnummer, wollten aber nicht, einfach so, in der Anonymität der vielen Bewerber verschwinden. Um es für sie noch spannender zu machen, der Bericht über die Damen, die mittwochabends eine spezielle Freizeitgestaltung in einem Gasthaus haben, und durch eine 190 er Nummer zu erreichen sind, der gab letztendlich den Ausschlag.

Puh. Das war das Schwierigste, jetzt kommt der einfach Teil: Auch wir haben einen Swingerklub. Wir, das ist mein Mann und ich. Wir haben vor Jahren ein altes Schloss geerbt. Riesig. Als Wohnhaus für zwei Personen gänzlich ungeeignet. Mit dem Erbe kam auch Bargeld. Sehr viele Schillinge. Da saßen wir nun. Josef, mein Mann, hatte eine brauchbare Idee: Wir luden unsere Freunde – und das sind sehr viele – zu einem Grillnachmittag im Schlosshof ein.

Und alle, alle kamen. Auch die, die nicht geladen waren. Ich muss dazu sagen, mein Mann und ich sind Immobilienmakler. Da wir uns bemühen, ehrlich zu Makeln, haben wir dadurch mehr Freunde als Feinde. Genau genommen, haben wir nur einen Feind: das Finanzamt.

Wir hatten natürlich auch Hintergedanken: Das Schloss war zu groß um es zu verkaufen. Wir wollten testen, ob, entsprechend renoviert, die Möglichkeit bestand, es in kleinere Wohneinheit aufzuteilen, sprich, Eigentumswohnungen daraus zu machen.

Was Josef befürchtete – es war einfach zu weit weg von der Stadtmitte.

Wir hatten einen eisernen Ring um den Hals, der drohte uns zum Boden zu ziehen. Das Haus, belegt mit Bestimmungen der Baubehörde, war einfach nicht zu verkaufen. Auch nicht für den berühmten einen Schilling.

Dann kam, wie ein Gottesgeschenk, das Heft über den Swingerklub. Nicht, dass wir außer Haus so – rumvögeln wäre wohl das richtige Wort, sagt Josef, aber genaudazuist das Haus ideal geeignet.

Das Geld hatten wir – zum Investieren, bevor das Finanzamt es … doch was erzähle ich ihnen. Diese Probleme müssen ihnen ja bekannt sein. In Deutschland ist es mit dem Fiskus noch schlimmer als bei uns. Nun, wir fragten Freunde, Bekannte, Leute, von denen wir annahmen, dass Interesse besteht, und sie da – es war vorhanden.

Ich denke, die finanziellen Dinge gehören nicht hierher. Nur so viel: Wir teilten das Haus auf in Shares, mit vollem Nutzungsrecht und Gewinnbeteiligung.

Dann gibt es noch Valued Guests, die sind quasi zur Miete da. Dann natürlich noch die Gäste. 500 Mark am Tag, einschließlich Essen, Trinken und einem Gästezimmer. Wir waren selbst erstaunt, welches enorme Interesse das Angebot fand. Bei diesem Preis. Dafür tun wir aber auch etwas.

Hier kommt die Sache mit den Freizeitdamen zum Zuge. Ich will hier mal völlig emotionslos erzählen: Österreich, Wien, ist und war schon immer bekannt dafür, dass seine Huren die Besten im weiten Umkreis sind.

Es gab da ja sogar Fürsten … Nun, eine derartige Dame ist in dem oben genannten Preis mit drin. Das Ganze ist nun natürlich kein Edelpuff. Zwar irgendwie schon, aber es geht bei uns zwanglos zu. Geld? Nein, mit Geld wird in unserem Hausnichtumgegangen. Hier könnte jemand nackert reinkommen und trotzdem das ganze Programm bekommen – wenn er es im Voraus bezahlt hat. Dazu bekommt er alle möglichen Boni. Geile Theatervorstellungen, private Aufführungen der Damen, wir hatten auch schon klassische Konzerte; sehr Gute sogar, allerdings mit einer nackten Pianistin am Flügel.

Wir haben halt Kultur, sagt mein Mann.

In der Kürze der Zeit war es natürlich nicht möglich die gesamte Immobilie fertig zu haben. Nun zeigt es sich jedoch an, feierliche Eröffnung ist der 1 . März. Bis dahin läuft der Betrieb auf Sparflamme, sozusagen im Testmodus. Ja, und nun bin ich soweit für unsere Frage: Hätten sie Interesse? Ich denke wir könnten schon einiges Bieten und dies in bester Umgebung. Ein wenig Werbung kann uns nur gut tun, die wir mit einer Anzeige unseres Hauses – ohne Adresse aber mit Telefonnummer – unterstützen würde.

Ich kann auf alle Fälle versprechen, die Leser werden mit dem Gebotenen zufrieden sein. Rufen sie mich doch mal an. Ihre Sissi Poldinger.

Na das hörte sich doch mal ganz gut an. Da sonst nichts wirklich Wichtiges vorlag, rief ich Mikel an. Mein Bericht von Indien war sowieso fällig. Er sah die Sache mit den Inderinnen nicht so dramatisch. Wie Pop, vertrat auch er die Auffassung, es sei unnormal immer und jedes Mal eine Steigerung zu erhoffen.

Es war ein Versuch, er sei ja auch gewarnt gewesen. „Nun, ihr habt es mit den geringst möglichen Kosten über die Bühne gebracht, warten wir einfach mal ab. So schlimm wird es schon nicht werden – im Übrigen soll sich halt, abwechslungsweise, mal die Redaktion etwas einfallen lassen. Kommen Notizen von Beatrix mit?“

„Wir haben alles abgeliefert, da sollte sie schon etwas daraus machen können. Das geht alles, Montag an dich raus.

Samstag und Sonntag will ich meine Ruhe – ich muss mich um meine Familie kümmern. Ich fürchte, sonst kommt dir Lis oder Kim auf den Hals. Ach ja, hast du was von Gerlinde und Jürgen in Hamburg gehört?“

„Ich habe die Filme der ersten Woche. Die Zwei haben gut gearbeitet. Jürgen ist da was Tolles eingefallen, ein Bericht über das Rotlichtviertel, ganz privat und intim. Sozusagen aus dem Privatleben der Huren.

Mit Bilder natürlich. Da fehlt noch ein wenig Material, das gibt aber jetzt schon ein Sonderheft. “

„Na das freut mich doch. Mit Jürgen haben wir wohl keinen so schlechten Fang getan. Apropos Fang. “ Ich übersetzte ihm den Brief von Sissi Poldinger. Keine Frage, ich bekam grünes Licht. Ich soll mit großer Mannschaft und Jürgen hin. Gerlinde fliegt bereits Montag nach L. A. zurück. Sie hat Aufträge von Don Esmeraldo.

Ich werde sie erst wieder zu den Seminaren in Italien sehen, sie und ihre beiden Eulen. Sie fliegen auf dem Rückweg von Frankfurt aus.

Ich rief in Wien an. Sissi hatte sich schon Sorgen gemacht, der Brief kam vor 10 Tagen. Nun war sie glücklich, dass alles doch noch klappte. Das Schloss liegt gut eine Stunde von Wien weg. Mit wirklich guten Gästezimmern für 8 Personen sah es leider noch schlecht aus, da gäbe es aber ein nettes Hotel in der Nähe.

„Ach Sissi, wir waren gerade in Indien auf Fototour. Da muss ich meinen Mitarbeitern mal wieder was Exklusives bieten. Wir werden einfach im Sacher wohnen, mit dem totalen Service. Was mich aber hauptsächlich interessiert, ist weniger die Immobilie, als die Models die ich vor die Linse bekomme. Ich bin halt weniger Architekturfotograf als ein guter Pornograf. “

Sissi lachte: „Pornograf, diese Berufsbezeichnung habe ich ja noch nie gehört.

Aber im Ernst, uns war natürlich schon klar, dass es denNachbarnhauptsächlich um geile Fotos geht. Ich denke, da können wir entscheidend mehr bieten, als der Swingerklub im Schwarzwald. Ich kann – bitte das ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, ich kann auf knapp 200 gut aussehende, gut gekleidete und für gewisse Dinge voll talentierte Damen zurückgreifen. Die meisten davon verheiratet; denen kommt es nicht so sehr auf einen gewissen Zuverdienst an, sie brauchen einfach hin und wieder eine Abwechslung.

„Und die Ehegatten wissen das?“, fragte ich.

„Meistens ja. Meist gehen die Paare sogar gemeinsam dem Abenteuer nach. Das ist ja auch der Sinn eines Swingerklubs. Ich habe, um auch hier korrekt zu sein, mit etwa hundert der Damen gesprochen, als ich ihnen das Angebot unterbreitete. Ich bekam nur eine Absage. “

„Das hört sich ja gut an. Ich überlege gerade – Sissi, sind sie Sonntag in Wien? Könnte ich sie besuchen und – und vielleicht ein paar der Damen sehen und die Location, um die es geht?“

„Ja sicher nur, ahm, mein Mann ist leider nicht da, er ist in den Bergen, Immobilien verkaufen, da ist jetzt Hochsaison.

Das Schloss ist allerdings fast völlig mein Aufgabengebiet. Würden erst mal vier Damen reichen?“

„Na sicher. Ich lass gleich mal prüfen, wie das mit einem Flug und einer Übernachtung ist. Ich fliege Montagmorgen wieder zurück. Nach der Besichtigung, würde ich sie gerne zum Dinner einladen, mit den jungen Frauen. Kann ich zurückrufen, in einer Stunde etwa?“

Natürlich konnte ich. Ich suchte meine Frau. Die war bei den Babys.

Sie war sofort einverstanden mitzukommen. Ich rief bei AMEX an. Flug ab Stuttgart um Neun, Rückflug ab Wien um 8:30 Uhr. Suite im Sacher. Reservierung für 8 Personen zum Dinner. Limousine mit Chauffeur am Flughafen. Einer der sich auskennt.

Rückruf bei Sissi Poldinger. Alles klar. Dann suchte ich Kim. Es war höchste Zeit ihren Buddha zu begrüßen. Wir schmusten ein wenig; mehr war heute nicht drin. Unser Timing war schlecht.

Doris kam um Fünf. Sie hatte die bereits entwickelten Filme dabei. Tüchtig wie sie nun mal ist, rief sie bei Roland an und bat ihn die Filme bei ihr abholen zu lassen und sofort zu entwickeln.

Wir verzogen uns in mein Büro und prüften alles in Stichproben durch. Ein paar Filme zog ich raus, für die Cocktailstunde. Hauptsächlich die Privatfilme mit der kleinen Kamera. Taj Mahal, Rotes Fort, Freitagsmoschee und so.

Auch unsere Gemächer. Dann war es auch schon Zeit. Die Familien Bronner und König läutete unten. Die übliche Neugierde – aber wohl auch der Wunsch nach Abwechslung. Teppichhändler haben halt kaum so ein aufregendes Leben wie wir Pornografen. Obwohl, an heißen Bildern ist längst keiner mehr interessiert. Nur unsere privaten Abenteuer fanden Interesse.

Sara hatte wohl alle ihre Quellen ausgeschöpft, es gab indische Snacks. Da mussten alle Feinkosthändler ran, mit Rat und Tat.

„Sara“, sprach ich sie an. „Soll ich mal ganz ehrlich sein?“

„Na des hoffe doch. “ Sie sah mich interessiert an.

„Deine indischen Snacks sind fast besser als in Indien. Gegen das frische Obst dort, kann deines natürlich nicht anstinken, aber sonst – Lecker! Was meint ihr, Doris, Gina?“

„In Indien etwas mehr scharf“, erklärte Gina. „Was Sara haben aber besser bei Kälte in Deutschland.

Sehr gut, Sara. “

„Bei Sara bin ich mir wenigstens ganz sicher, dass nicht doch ein Regenwurm dazwischen schlüpfte. Vor allem aber, es ist nicht mit ranzigem Butterfett gekocht. Sara, du bist Spitze“, sagte Doris.

„Ih woiß“, antwortete sie cool. Vor Stolz aber doch leicht errötet.

„Was mir da einfällt. “ Ich wechselte zu Französisch. „Wie war es denn in Paris? So wie du es dir vorgestellt hast?“

„Besser!“ Sie strahlte und kam auf mich zu.

Das konnte nicht ohne einem saftigen Kuss abgehen – und genau so war es. „Es war ein Traum.Moi, Sara, durfte mit den großen Meistern kochen. An meinem vorletzten Abend war ich Küchenchef in einem großen Bistro. Zuständig für alles: Menü, Einkauf, Küche. Ich war nahe daran mich krank zu melden. Dann habe ich an dich, Paul, gedacht. Auch an Renate natürlich, die da wohl viel mitgeholfen hat. Ich zog, du wirst lachen, ich zog meine Teamuniform an.

Das Menü hatte ich mir in der Nacht überlegt. Nun hieß es einkaufen. Die richtige Ware, frische Ware. Ich hatte genau aufgepasst. Es half auch, dass einChefmitkam. Nicht zum Kontrollieren – zum Helfen, wenn ich sprachlich Probleme haben sollte. Hatte ich nicht. Ich sah aber wohl, dass er etwas verblüfft war, als ich einiges nicht nahm. Es war definitiv nicht frisch, da haben mich meine Lieferanten, hier in Stuttgart, schon versucht reinzulegen.

Was frisch ist, das habe ich in Thailand und Italien gelernt. Es gab nicht alles, was ich wollte, also nachdenken, was sonst? Es klappte. Dann schiss ich mir meine Mannschaft zusammen. Auch das klappte. Wir bekamen ein Menü – Paul, das hätte dir bestimmt geschmeckt. Es kamen 6 Küchenchefs, fünf davon schmeckte es, einer war ganz schlicht neidisch. Er behauptete, der Fisch sei nicht frisch. Die Seezungen lebten fast noch, als ich sie aussuchte.

Nun, es hat alles bestens geklappt. Sogar der vorgegebene Preisrahmen stimmte. “

Sie ging an ein Bücherregal und zog ein Dokument hervor: Sara war in die Gilde der Spitzenköche aufgenommen. Unsere Sara. Ich glaube, nicht nur ich war stolz auf sie. Auch Paolo, unser Koch in Italien konnte es sein. Bei ihm hatte Sara gelernt. Fast nebenbei. Aber wie bei Vielem, hier zählte halt hauptsächlich die Liebe zum Beruf. Ich gab ihr noch einen festen Schmatz.

Pop übrigens auch, inzwischen mag er unseren kleinen Floh fast noch mehr als damals Kim, als diese zu uns kam. Die ist im inzwischen zu sehr Erwachsen, zu sehr Dame. Als Dame hat er Mom, da braucht er keine Andere, als große Tochter war ihm Sara gerade recht. Pele hatte das Pech einfach noch zu klein für eine sinnvolle Unterhaltung zu sein. Aber auch das würde sich noch ändern. Da war ich mir ganz sicher.

Unsere Erzählungen aus Indien fanden natürlich reges Interesse. Papa Bronner hatte zwar auch schon davon gehört, dass das große Indien mit dem kleinen Iran nur wenig zu tun hatte, man konnte ihm aber sehr wohl ansehen, dass er froh war, mit den sauberen Persern sein Geschäft gemacht zu haben. Für uns fand er sogar Worte des Bedauerns. Die gezeigten Bilder – ich hatte nur vom Besten herausgesucht – fand er aber doch ganz ansprechend.

Im Bett wurde ich ausführlich vernommen. Meine Frauen konnten es immer noch nicht glauben, dass da so wenig lief. Am Bericht von Gina wollten sie natürlich nicht zweifeln. Es tauchte die Frage auf, ob sie vielleicht nicht die geeignete Begleitung ist. Da konnte ich sie allerdings

Dann kamen wir auf Wien zu sprechen. Das war nun wieder mal ein ganz anderes Thema. Wien, die Hauptstadt des Charmes.

Lis war bereits etwas hippelig, eine Nacht in Wien stand ihr bevor. Dass wir tagsüber reichlich Arbeit haben würden? Das konnte ihre Vorfreude nicht schmälern. Dann gebar sie mal wieder eine Idee: Wie es schien, würden wir dienstags anreisen, Mittwoch bis Freitag fotografieren, am Samstag soll die große Eröffnung sein. Da waren nur noch Informationsfotos gefragt, wenn überhaupt. Die konnte Jürgen auch alleine machen. Ich dagegen hätte gefälligst mit Kim, die am Freitag einfliegen würde, ein schönes Wochenende in Wien zu erleben.

Rückflug am Dienstag. Kim wäre ganz einfach mal wieder für einen Kurzurlaub dran. Sie, Lis, wolle sich um Theaterkarten kümmern. Punktum. Ein Ehemann hat sich zu beugen.

Wien, Wien nur du allein

Wir fuhren mir dem Taxi zum Flughafen. Die Tickets waren am Lufthansaschalter hinterlegt. Der Flug war kurz und ereignislos, es gab eine Tasse Kaffee und einen Rosinenkringel. Gräfin Elisabeth wollte dazu Champagner. Es gab einen fürchterlichen Aufstand deshalb, ihr Wunsch wurde jedoch erfüllt – 10 Minuten vor dem Anflug auf Wien.

Sie mussten den Champagner erst kühl kriegen.

Im Sacher gab es keine Probleme. Es war Nebensaison. Wenn der VIP-Service von AMEX anruft, bekommt man meist auch ungewöhnliche Check-in Zeiten. Von unserer netten Suite aus, rief ich Sissi Poldinger an, eine Viertelstunde später war sie da. Sie ist eine dieser hübschen großbusigen Blondinen, wie sie zu Hunderten rumlaufen. Um die dreißig. Es gibt viele Männer, auch einige meiner Freunde zählen dazu, die völlig verrückt auf diesen Typ Frau sind.

Barby Mädchensagen meine Frauen dazu. Nur durch die Kleidung zu unterscheiden, wie diese Puppen. Manchmal nicht einmal dadurch.

Auf der Fahrt zum Schloss plauderten wir über dies und das. Schmäh, wie die Österreicher dazu sagen. Nichts Substanzielles, noch weniger gar etwas Wichtiges. Dass der Fahrer einer Limousine diskret ist, nehme ich schon an, aber Neugierde unnötig zu schüren finde ich völlig daneben. Meine Frau fühlte sich jedoch sichtlich wohl, in ihrer Rolle als Frau Gräfin.

Gnädige Frau hintern, gnädige Frau vorne. Schon im Hotel. Ich war natürlich auch nicht mehr der Herr Ingenieur, wie ehemals mit Renate. Der Leser mag sich erinnern.

Nach gut einer Stunde erreichten wir das Schloss. Ein Riesending in einem Riesenpark. Es war frisch in Ocker und Weiß gestrichen. Offensichtlich wurde noch gebaut, Bauwagen standen vor der Hintertreppe; fünf sichtlich frierende Mädchen am vorderen Eingang. Ein hässlich kalt feuchter Wind blies uns entgegen, als wir ausstiegen.

Ich sagte dem Fahrer, wir hätten etwa zwei Stunden zu tun, bevor wir zurück nach Wien wollten. Er parkte etwas abseits.

Sissi schloss eine Seitentüre auf, heute, Sonntag, ruhte die Arbeit. Die jungen Frauen kamen angetrippelt, alles drängte ins Haus. Da war es halbwegs warm, vor allem der grässliche Wind fehlte.

Große Vorstellung, Kimmi, Natalie, Rosie, Dorothee, Marie, inzwischen aus ihren Mänteln geschält, entpuppten sich ebenfalls als wirklich schöne Gestalten.

Zwei davon Blondinen wie Sissi, dazu je eine Rothaarige, Brünette und eine Schwarze.

„Guten Tag meine Damen. Ich bin erfreut, in ihnen wirklich schöne Vertreterinnen ihres Landes zu sehen“, begrüßte ich sie. „Dies ist meine Frau, Gräfin Elisabeth. Wir sind gekommen, um, wie man so schön sagt, das Terrain zu sondieren. Zuerst natürlich sie, meine Damen, die Models. Sissi gibt es hier einen wärmeren Raum? Ich bin so frech und möchte alle Damen bitten, doch nachher kurz, etwas freizügiger zu posieren.

Ich habe da so eine Ahnung, dass wir hier in eine Goldgrube gestolpert sind. Kein Wespennest – wenn sie die Anspielung verstehen. Die Damen schauten etwas verwirrt, nur Sissi lächelte. Sie hatte verstanden, dass ich auf den Swingerklub im Schwarzwald anspielte. Die schwarzhaarige Dame lächelte ebenfalls.

„Unser Salon ist bereits fertig. Oben habe ich auch heizen lassen“, erklärte Sissi. „Hier entlang bitte. “ Sie führte uns eine Freitreppe hoch, in den ersten Stock.

Eine riesige Doppeltüre öffnete sich zu einem gewaltigen Salon. Vier enorme Lüster hingen an der hohen Decke, gemütliche Stuhl- und Sesselgruppen, vor kleinen Tischen, füllten den Raum. Bilder hingen an den Wänden, einige Teppiche lagen auf dem Parkettfußboden. Alles sah noch ein wenig unfertig aus. Es fehlte noch an … ja, das war es, der Raum war noch unbewohnt. Er erinnerte mich mehr an eine Location im Fotopark, als an einen Wohnraum. Vom Standpunkt des Fotografen in mir, war mir das jedoch völlig egal.

Alleine in diesem Raum gab es viele für ein Shooting geeignete Plätze, selbst wenn Jürgen gleichzeitig arbeitet.
„Ja, auch das gefällt mir“, sagte ich zu Sissi. „Sind auch schon Zimmer fertig? Ich habe sie doch richtig verstanden, dass es sich hier um die Räumlichkeiten eines Swingerklubs handelt. Ich nehme nicht an, dass die Klubmitglieder gemeinschaftlich … sie verstehen, was ich meine? Oder muss ich deutlicher werden?“

Sissi lachte laut auf.

Auch die Damen schmunzelten. „Natürlich nicht, obwohl Gruppenspiele natürlich ebenfalls gefragt sind. Im Allgemeinen spielt sich das Liebesleben aber schon auf mehr oder weniger privatem Niveau ab. Bitte folgen sie mir, Graf Paul. “

„Ach. Wir haben es in unserem Prospekt so geschrieben, und ich möchte es gerne so beibehalten, auch in einem Schloss. Ich duze meine Models und meine Freunde; diese duzen mich und meine Mitarbeiter. Meine Frau natürlich auch.

Ich bin Paul, sie ist Lis. Gibt es in Österreich dagegen Einwände?“, fiel mir dann noch ein.

„Natürlich nicht. “ Sissi lachte laut auf. „Das klang allerdings jetzt gerade wie: &#8218 ;ich Tarzan, du Jane. ’“

„Oh Scheiße“, erklärte die blonde Rosie. „Ich darf einen Grafen duzen. Wenn das meine Mutti hört. “

„Ein Graf ist auch nur ein Mann“, sagte Marie. „Meist sind solche Typen impotent oder Pervers.

Ja, und Geld haben sie auch keines. Bilde dir also nicht zu viel darauf ein. “

Jetzt wurde Lis böse. „Paul ist keinesfalls impotent, wir haben immerhin vier Kinder. Kinder vonihm. Arm sind wir auch nicht gerade, mit Schandmäulern kommen wir aber gut zurecht. “ Sie sah zu Marie, die sichtlich erschrocken war, dann fügte sie freundlich hinzu. „Ausnahmen bestätigen aber nur die Regel. “

„Was soll das?“, knurrte ich.

„Wir wollten uns jetzt eigentlich die Zimmer ansehen. Sissi, auf gehts. “

Eine weitere Treppe hoch, ein Flur, der mich sehr an das Katzenhaus in Pforzheim erinnerte. Sissi öffnete eine Türe. Eine Sitzgruppe, ein breites Bett, ein Sideboard und eine Menge Firlefanz. An den Wänden diese neuen Tapeten, wie sie Jürgen auch schon in Italien hatte. Buntscheckig, relativ dunkel, abwaschbar. Das Bad, modernst, geräumig, hell. Kein übertriebener Komfort, das Bett schien bequem und gemütlich.

Die Einrichtung reduziert auf das Wesentliche, für zwei Menschen, die in diesem Zimmer nur schmusen wollen, nicht gemütlich wohnen. Was es gab, war jedoch von höchster Qualität.

Ich besah mir mehrere der Zimmer, alle sehr unterschiedlich eingerichtet, teils gleiche, teils ähnliche Tapete. Teilweise gab es aber auch diese Art des Tapezierens, wie ich sie erstmals in Italien sah. Sie kam über Pippina. Der Raum ist oben in meist heller Farbe gestrichen, dann nur halbhoch von unten tapeziert.

Die Tapete wird von einer Art Fries abgeschlossen, das irgendwie ein mäanderförmiges oder wellenartiges Muster aufweist. Ich hatte gesehen, dass Pippina das auch mit einer Schablone direkt auf die getünchte Wand aufmalte. Das sah nicht einmal schlecht aus und war fast schneller gemacht, als die entsprechenden Tapetenstreifen anzukleben.

„Woher kommt diese Art des Tapezierens?“, wollte Lis auch prompt wissen. Wir führten einmal eine lange Diskussion über diese Form des Raumschmuckes.

„Soweit ich weiß, kommt es aus dem Osten, viel Polen, viel Tschechoslowakei. Das kann bis nach Russland in der Zarenzeit zurückgehen. Wir haben alle für uns tätigen Maler beauftragt, die Zimmer individuell zu gestalten. Sozusagen als Musterhaus. Während des Tages, wenn hier nichts los ist, wollen wir ja unsere Kunden hierher führen, um ihre Fantasie anzuregen. Wir hoffen sehr, dass es uns das sehr viel einfacher macht, ihren Wünschen, bei der Ausgestaltung ihrer Eigentumswohnungen, nachzukommen“, antwortete Sissi.

„Daher wohl auch die relativ vielen Antiquitäten und Dekoteile, die ich in fast allen Zimmern sah. Auch die Vorhangstoffe, selbst die Bettbezüge sind recht eigenwillig“, stellte ich fest. „Entspricht das dem Geschmack der Österreicher, der Wiener?“

„Zum größten Teil ja. Aus dem genannten Grund, gibt es natürlich auch fantasievolle Neuschöpfungen unserer externen Mitarbeiter. Wir haben auf diesem Stockwerk 12 Zimmer, mit Nebenräumen und im nächsten Stock ebenfalls 18 Zimmer.

Das Dachgeschoss ist für dieValued Guestsausgebaut. Appartements und kleine autarke Suiten. Dieser Bereich ist nicht frei zugänglich. Die meist zweigeschossigen Wohnungen, dort, sind allerdings noch nicht fertig, da wird noch die ganze Woche daran gearbeitet. Wir hoffen, pünktlich zu sein. Zwei unserer Shareholder sind übrigens Antiquare, sie waren eben so froh ihre Ware hier ausstellen zu dürfen, wie unsere Kunsthändler und die Galeristen. Alle versprechen sich natürlich ein Geschäft davon.

„Das lässt sich denken“, grinste Lis. „Auf alle Fälle ist es die richtige Einstellung; Geschäft mit Vergnügen zu verbinden. Wie wollen sie das Ganze denn dem Finanzamt vermitteln?“

„Natürlich als Unkostenfaktor, als permanente Ausstellung. Wenn wir abends das Schloss zu Besprechungen, Betriebsfeiern oder so was nutzen, da sind wir schon bereit, eine Art Nutzungsgebühr zu bezahlen. “ Jetzt grinste Sissi auch. „Wir sind halt Immobilienhändler und können nicht aus unserer Haut.

Diese Information habe ich allerdings nie gegeben. “ Sie sah mich ernst an.

„Welche Information? Ach ja, Musterhaus. Ganz prima! Könnte mein Verlag das Haus wohl mieten, um darin ein paar freche Bilder zu machen? Wir würden da so tun als sei es ein Swingerklub. Das ist so ähnlich wie mit dem Fotopark, den wir in Italien haben. Da gibt es manchmal auch Berichte, gnädige Frau, sie würden sich vor Ekel schütteln.

Es gab da schon Massenorgien, Kopulationen noch und noch, dabei ist es meist ein völlig friedlicher Ort und steht jungen Paaren, die sich mögen, für freizügige Bilder zur Verfügung. Nur die Pflege des Parks, steht noch in keinem Verhältnis zum Verdienst mit ihm. Auch er ist eine Art Abschreibungsobjekt. “

Sissi sah mich groß an. Lis grinste schon wieder als Sissi endlich dahinter kam, welches Angebot ich ihr da gerade machte: das Schloss als Mietobjekt, für einen zweifelhaften Magazinbericht, der sowieso kaum seinen Weg in ein österreichisches Finanzamt finden wird.

Und wenn? Eine Woche Miete? Die paar Mark konnte man locker als Unkosten verbuchen.

„Habe ich das richtig verstanden, der Verlag würde unserer Vorstellung dergestalt entgegenkommen, dass er das Schloss für eine Woche mietet und daraus einen Klub,nur für dieses Magazin, macht? Auf die Idee muss man erst mal kommen. Ich sehe, wir sind in den Händen erfahrener Profis gelandet. Denn genau hier lag bisher noch unser Problem. Wir waren schon nahe daran, der Steuer gegenüber mehr zuzugeben als wir wollten; das Objekt Swingerklub hat halt sehr viel Interesse gefunden.

An welche Miete dachten sie … dachtest du denn, um mal ganz frech zu sein?“

„Das hängt natürlich von der Menge der uns zur Verfügung stehenden Models ab. Ich denke, ein Pauschalbetrag von 200 Mark pro Model, sind für den Verlag schon drin. Was mit den Bildern geschieht? Für das Finanzamt muss da ja alles abgedeckt sein. In London wird es ja kaum die Möglichkeit haben zu prüfen, dass er im Durchschnitt etwas 200 Mark pro veröffentlichtes Bild bezahlt.

Aus Zweitnutzung und Weiterverkauf kann da pro Bild locker nochmals der gleiche Betrag herauskommen. Kann, wohlgemerkt. Das ist, wie auf dem freien Markt so üblich, eine Sache von Angebot und Nachfrage. Darüber seit ihr aber wohl bereits durch unsere Broschüre informiert, wenn ihr sie gelesen habt. “

„Im Prinzip ja. Wir haben auch mal die Bilder in dem bewussten Magazin gezählt. Da kommt schon eine Menge zusammen“, lächelte Sissi versonnen. Da bestand schon Interesse am Geld.

„Nach meinen Informationen, war dort der Nebenverkauf etwa dreimal so hoch – und er läuft immer noch“, sagte Lis bescheiden. Sie hatte sich informiert. Es kommen immer wieder die gleichen Fragen.

„Nun meine Damen, über solche Sachen können wir heute beim Dinner reden. Jetzt möchte ich, brutal gesagt, jetzt möchte ich nackte Tatsachen sehen. Damen wie ihr, haben sicher kein Problem jederzeit ihre Unterwäsche zu zeigen.

Ich mache, ohne viel Tamtam, mit jeder von euch ein kleines Shooting. Es dient dem Verlag und mir der Vorbereitung. Wenn wir einmal loslegen ist alles zu spät, dann rollt die Maschinerie gnadenlos. Wie ihr wisst, bringen wir Visagistinnen, Friseure und Maniküren mit. Wir werden auch, den Umständen angepasst, Wäsche dabei haben. Perücken, abwaschbare Tattoos, zur Unkenntlichmachung, wo gewünscht. Unsere Assistentinnen werden sich dann um jedes einzelne Model kümmern. Wir sind zwei Fotografen, ihr werdet aber nie mit einem alleine im Zimmer sein, also keine Angst.

Wir arbeiten im 90 -Minutentakt, dann ist eine kurze Pause. In 90 Minuten verbraten wir, um es mal grob zu sagen, zwischen 6 und 18 Models. Je nach Begabung und Motiv. In dieser Zeit hat nur der jeweilige Fotograf das Sagen. Wir brechen ab, wenn ein Model rumeiert. Unsere Arbeitszeit ist für den Verlag kostbar und, vor allem sehr teuer. Da muss einfach alles klappen. “

Es sah etwas automatenhaft aus, wie die Damen unisono nickten.

Ob alle verstanden hatten, was ich sagte? Ich wagte es, daran zu zweifeln. „Nun, meine Damen, verteilt euch in die nächsten Räume. Ich werde nur einfach Blitzen, es geht nicht um die Schönheit meiner Bilder, ich will die Schönheit von euch bewerten. Ihr können dabei auch unsere Arbeitsweise erkennen. Lis ist heute meine Assistentin. Sie wird mit euch vorher auch die Papiere fertig machen, die das Gesetz nun mal verlangt, Name, Altersklärung, Abtretung des Copyrights und Freigabe zur Veröffentlichung.

Die Bürokratie halt. “

Die Damen entschwanden. Lis ging mit ins erste Zimmer. Auch Sissi fühlte sich angesprochen. Warum auch nicht. Ich öffnete meine Fototasche. Die Kamera war gefüllt, ein paar Extrafilme in die Hosentasche, das Kabel mit Stecker und Fassung, die 500 Watt Fotolampe einschrauben. Der Stecker? Oh Doris, hast du nachgefragt, ob der auch in Österreich passt? Doris hatte natürlich. Der Nachname meiner Eulen ist Zuverlässigkeit. Ohne sie bin ich einfach aufgeschmissen.

Das erste Zimmer. Die blonde Dorothee saß nur in Minislip und einen gestrickten Oberteil auf der Couch. Das Haar, vorher streng gekämmt, war gelöst. „Was soll ich machen?“, fragte sie.

„Schön aussehen, das ist wichtig. Zeig mir deinen Busen, dann ziehe das Höschen aus, wenn man zu diesem Stoffteil so dazu sagen kann. Mach mich an, versuche mich zu verführen. “

„Hab ich mir’s doch gedacht.

Die Verführungsnummer. Kann ich die Stiefel anlassen? Ich bin froh, dass ich drin bin. “

„Na klar. Dorothee, nur mit Stiefel bekleidet? Das hat bestimmt was. Fertig? Ja, so ist es schön – du siehst gut aus, also … Action!“

Dorothee brauchte 7 Minuten, bis sie mir, zum Abschluss, ihre wenig behaarte Muschi vorführte. Klick. Klick. Klack.

„Danke Dorothee, das war’s schon. Du bist prima.

Ich wechselte das Zimmer. Marie, mit ihrem schwarzen Bubikopf, hatte einen goldfarbenen Body mit schwarzer Spitze an. Ihre grünen Augen blickten mich bereits verführerisch an.

„Ich nehme an, du willst mich nackt sehen. Für 100 Mark kann man das wohl verlangen. Ist es verboten, dabei heiße Hintergedanken zu haben? Eigentlich sollte ich jetzt bei meinem Freund sein. “

„Du kannst tun, was immer du willst, denken natürlich auch.

Nur der Fotograf und die Assistentin sind tabu. Bist du bereit dazu?“

Marie nickte und stellte sich vor die helle Wand. Aufreizend.

„Action!“

Sie posierte ein wenig, dann ergriff sie Besitz von einer roten Couch mit Goldrand. Ludwig der Vierzehnte lässt grüßen. Nachgeahmt? Echt antik? Marie ließ mir keine Zeit zum Nachdenken, sie strippe sich aus dem Body. Hübsche Brüste kamen zum Vorschein, nicht zu klein, nicht zu groß.

Auch sie ließ die Stiefel an. Den Body zog sie elegant darüber runter. Marie war ebenfalls eine Nummer eins.

„Danke mein Schatz. Das hast du richtig professionell gemacht. “

„Ich bin trotzdem keine Professionelle, ich mach es nur aus Spaß. Wie die meisten von uns“, maulte sie etwas.

„Entschuldige“, sagte ich, schon im Gehen. „Ich meinte professionell nicht als Berufsbezeichnung, sondern als Gütewertung.

„Kompliment zurück, das Shooting war eine Freude. “ Sie lächelte mich wieder freundlich an und ging ins Bad.

Rosie trug ein gelbes Spitzenunterteil, darunter einen weißen BH und einen weißen Slip. Sie räkelte sich auf einem grünweißen Bettüberwurf. Sie räkelte sich aus Spitzenunterteil, BH und Slip. Gekonnt langsam, wo es darauf ankam, schnell, wenn es nur um das Abstreifen lästiger Wäsche ging.

Was ist los mit den Wiener Damen? Noch eine Nummer eins.

Lis hatte es auch erkannt, sie grinste mich an. Dass auch Rosie die Stiefel anließ? Ich sah es eigentlich erst, als ich in Stuttgart die Bilder vorzeigte. Ich schaue halt meinen Models nicht dauernd auf die Füße.

Die rothaarige Kimmi reihte sich nahtlos an ihre Vorgängerinnen an. Die brünette Natalie ebenfalls, auch sie war eine Nummer eins. Da wird mein innerer Schweinehund eine Woche lang sein Vergnügen haben und die arme Gina wird darunter leiden müssen.

Jetzt stand nur noch Sissi aus – sie hatte tatsächlich ebenfalls Lust dazu.

Sissi hat ausgestopfte Brüste. Sie waren zum Glück aber noch im Rahmen dessen, was ich akzeptieren konnte. Ich merkte es erst gar nicht, wenn mir auch gleich die regelmäßige Puddingform auffiel und, dass sie keinen Millimeter hingen. Das Oberteil und der Slip waren längst gefallen. Stiefel hatte sie nicht an, dafür weiße Wollsocken. Österreichische Mädchen sind auf den Winter vorbereitet; von Lis erfuhr ich, sie hatten allesamt warme Unterwäsche an.

Das, was sie mir vorführten, kam aus der Handtasche. Die Wollwäsche blieb diskret im Bad. In diese Handtasche, passten wohl nur keine Schuhe mehr.

Ich brachte Sissi dazu, sich auf dem Bett etwas zu räkeln, ich wollte es genau wissen und – sie fiel darauf herein, ich konnte einen Blick, auf die pralle Unterseite ihrer Möpse erhaschen.

„Die Brustoperation ist gut gemacht, Sissi. Man sieht es kaum.

Da habe ich in den USA ganz schlimme Dinge gesehen. “

„Ach, du hast es bemerkt?“, sagte sie völlig unaufgeregt. „Wir haben da in Ungarn einen Spezialisten, der versteht wirklich seinen Job. Er weigert sich allerdings, Luftballons einzubauen und es muss einen gewichtigen Grund geben, dass er überhaupt tätig wird. Meine linke Brust war 100 Gramm leichter als die Rechte. Das sah für ihn blöd genug aus, um etwas für mich zu tun.

„Ich hätte es gar nicht bemerkt, Paul ist da halt Spezialist. Darf ich mal genauer hinschauen?“, ließ sich Lis vernehmen. Busen sind ein konstantes Thema für sie. Ich glaube sie leidet immer noch ein wenig an ihrer, ihrer Meinung nach, zu klein geratener Brust.

„Warum nicht?“, fragte Sissi und zog ihre Wonnekugeln hoch.

Lis besah sich die Sache, dann fragte sie, ob sie mal anfassen dürfe, sie sah mich an.

Kopfschütteln. Sie wusste aber auch ganz genau, zu so etwas hätte sie nie die Erlaubnis der Familie bekommen.

„Gibt es hier etwas zum Trinken?“, fragte ich Sissi, nachdem auch dieses Shooting durch war. „Irgendwie habe ich, bei der Arbeit, einen Mordsdurst bekommen. “

„Ja mei (Oh je), ich glaube nur noch eine halbe Kiste Bier ist hier. Auf Gäste sind wir ja noch nicht vorbereitet. Ich laufe schnell und hol eine … oder, darf ich euch alle einladen, im Schwanengarten, nur fünf Minuten von hier, zu einem kleinen Imbiss?“

„Du darfst.

Du hast es ja selbst gesehen, ein Shooting ist harte Arbeit. Da verbrennt so einiges an Kalorien. Aber zuerst würd ich gerne noch die unteren Räume sehen, soweit sie fertig sind. “

Die fünf Damen zogen schon mal los. Wir wurden herumgeführt. Im ersten Stock, der belle Etage wie bei uns in Stuttgart, gab es noch ein Herrenzimmer mit Bar, ein gemütliches Esszimmer, das offensichtlich aus einem zukünftigen Buffet gespeist wird, sowie einen schönen, ebenfalls fast fertigen Saunabereich, Finnisch und Dampf, der schon etwas zu bieten hatte.

Dazu zwei kleinere Räume mit einer Art Bühne und waghalsiger Dekoration, die für kleine Theatervorführungen oder private Partys bestimmt waren. Zwei große Räume waren noch kahl. Ich erfuhr, die Gestaltung sei noch unklar.

Im Untergeschoss, so stellte sich heraus, war die Grundidee des Musterhauses bis zum Exzess erfüllt. Hier hatten dieShareholderihre zukünftigen Büros und auch einige derValued Guestshatten sich hier mit kleinen Läden eingekauft.

„Erwartet ihr denn so viel Besucher hier?“, fragte Lis höchst interessiert.

Kochte sie da was aus?

„Wir werden täglich zwei Busse, von der Oper nach hier, fahren lassen. Aufenthalt drei Stunden. Dazu haben wir einen riesigen Parkplatz hinter dem Schloss. Es kam vielleicht nicht so gut rüber, aber das Schloss ist hauptsächlich zur Förderung des Verkaufs von Immobilien und allem was damit zusammenhängt gedacht. Da es hier nur um höchstwertige Dinge geht, lohnt sich der Aufwand. Der Obermair, ein Shareholder, hat in der Innenstadt einen großen Laden, nach dem Motto: alles fürs Bad.

Er sagte, für ihn sei es wesentlich billiger, hier alle Bäder, natürlich unterschiedlich, einzurichten, als sie in Wien in seinem Laden auszustellen“, lachte sie laut auf. „Vor allem, da die Montagekosten natürlich das Haus übernommen hat. “ Wieder ein fast freches Lachen. „Und hier, hier könnten die Kunden ja sogar Probebaden, wenn sie Lust darauf haben. Wenn jemand einen Whirlpool für 10000 Mark kauft, sind die paar Mark besser angelegt, als wenn der Kunde nachher sagt, das sei überhaupt nicht das, was er eigentlich wollte und alles wieder abreißen lässt.

Auch die Firmen haben da mitgespielt und kostenlos geliefert. Du wirst es kaum glauben, alleine die Bäder, einschließlich Saunabereich, haben einen Wert von mehr als 3 Millionen Mark. Die Handwerker haben die Räume im Wert von über 280000 Mark renoviert. Für einen Pauschalbetrag von jeweils 1000 Mark. Dafür haben sie das alleinige Recht, die entsprechenden Aufträge zu bekommen. Von den drei Möbel-Shareholdern will ich gar nicht reden. Die Betten sind nur geliehen, die Vorhänge kostenlose Muster der Webereien, die Bettwäsche ist geschnorrt.

Es ist das Zeug, das jeder Wohnausstatter zu Massen von seinen Lieferanten bekommt. Die Ware verkauft sich ja nicht von selbst, der Kunde will etwas sehen. Dann wechselt natürlich auch noch das Angebot zweimal im Jahr. Die alten Stücke kommen sonst auf den Schrott, wir werden einen Ausverkauf machen. Ein weiteres Event, zweimal im Jahr. “
„Ich sehe schon, da hat jemand eine Riesenidee gehabt – mit dem Musterhaus. Ich kann mir schon vorstellen, dass das Interesse sogar über die Grenze hinausgeht, aber die schärfste Idee finde ich, die Doppelnutzung, über einen Swingerklub“, grinste ich.

„Ich vermute, da werden die finanziellen Verluste wieder wettgemacht. “

„Lass es mich mal so sagen“, meinte Sissi. „Der Klub soll die Schmerzen dämpfen. Du, als ebenfalls arbeitenderMittelloser, wirst es ja sehr wohl wissen, Arbeit ist nur das halbe Leben. Etwas Freude muss doch auch aufkommen, das verdiente Geld wieder auszugeben. “

Jetzt hatte sie Lis am lachen. Ich grinste zumindest noch breiter, denn wir konnten nicht sagen, dass sie unrecht hat, die Sissi.

„Ist denn noch ein Share frei, hier untern?“, fragte meine Frau urplötzlich. Also doch, sie kochte etwas aus.

„Noch zwei Kleinere. Einen Laden von 30 qm und ein Laden, mit Büro, von 60 qm, jeweils mit Toilette und kleinem Abstellraum. An Fotografen haben wir allerdings nicht gedacht. “

„Ich habe es doch recht verstanden, das ist in diesem Fall wichtig, sehr wichtig, hierher kommen doch hauptsächlich gut Betuchte.

Meist mit Gattin oder … Na, ja. Die wollen ein Wolkenkuckucksheim gründen oder neu einrichten. Abends und am Wochenende kommen dann die Swinger. Da dürfte auch keiner zum verarmten Adel gehören, wie Marie meinte. Stimmt das so, Sissi. Bitte ganz ehrlich. “

„Ich bemühe mich immer, ehrlich zu sein. “ Sie war etwas pikiert. „Aber es stimmt, genau so, wie du es sagtest. “

„Ja“, seufzte meine Frau.

„Was würdest du von einem Laden halten, der exklusive Unterwäsche ausstellt, und verkauft. Auf Bestellung, Unterwäsche mit Monogramm. “ Sie erdreistet sich, ihre Bluse zu öffnen. Sie zeigte ihren edlen BH aus Spitze, mit Monogramm und Grafenkrone. Sie zog den Rock runter; Slip mit Monogramm. Diese Wäsche hatte sogar ich schon lange nicht mehr gesehen. Abends im Bett hat sie nie so was an. „Am späten Abend und am Wochenende, könnte der Laden sehr wohl auch nette Dinge zum Hausgebrauch auf Lager haben.

So Swinger haben es doch schwer, gerade das, auf was man plötzlich Lust hat, ist nicht vorhanden. “ Sie griff in ihre Handtasche. Ein bekanntes Päckchen. „Hattest du schon mal die Freude mit Fingerlingen und einem Mann, der sie anwenden kann?“

Ich fürchte, ich wurde bleich. Mein Biest versuchte doch hoffentlich nicht, mir Sissi einzureden. Ich finde sie zwar nett, aber mein Typ ist sie überhaupt nicht.

„Das ist ja eine herrliche Idee.

Hättest du da jemand, der das machen wollte? Wir haben so was natürlich auch in Wien – eigentlich nur nicht die Idee dazu. Aber ein Share verkaufen, würden wir nur zu gerne. Ich kann es mir auch gut vorstellen: Die Kunden kaufen ein, sind glücklich wegen des neuen Heimes und dann, für den Abend, der Herr Geliebter fällt noch im Wäschegeschäft ein. Die Nacht ist gerettet. Würde der Laden denn auch zu Klubzeiten offen haben? Ja mei! Womöglich auch vergessene Kondome, sonstige nette Dinge, für das Vergnügen zu zweit.

Das wäre sicher ein Geschäft. “

„Ich werde, zurück im Hotel, einen Anruf tätigen. Was kosten die Shares? Das müsste ich vorher noch wissen.

„3950 Mark pro Quadratmeter. Pro 30 qm enthält er das Recht, für zwei Personen, kostenlos an allen Einrichtungen zu partizipieren. Dienstleistungen aller Art natürlich extra, Buffet pauschal 100 im Monat oder 18 je Besuch“, antwortete Sissi völlig professionell. Sie hat es schon gut drauf.

„Energie, Wasser, Reinigungsdienst und Bewachung sind natürlich auch Exklusive. “

„Also rund 120000 für den kleinen, und 240000 für den großen Laden. Mhm, Mhm, Mhm. Paul, der kleine Laden? Denke mal an den Fotopark, kannst du dir vorstellen so was läuft hier auch? Ich meine Einmalkameras, entwickeln. Tagsüber auch – die Kunden wollen sich ja womöglich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild machen? Und nachts, ich könnte mir vorstellen, da gibt es ebenfalls Interesse.

“ Sie schwieg einen Augenblick. Ihre Schläfen arbeiteten. Ich sagte nichts. Das war jetzt nicht angebracht. Dann sprach sie weiter. „Der große Laden, müsste doch für Willi ein Fressen sein. Exakt seine Kundschaft. Kim, sie verdient zwar als Großhändlerin Europa schon genug damit, aber warum soll es den Österreicher nicht Spaß machen, ebenfalls Kamine zu reinigen, wie Pop zu galant dazu sagte. Das andere Zeugs, Kondome, Toys und so, im kleineren Rahmen? Da können wir durch Großeinkauf auch davon profitieren.

Wir sind nun mal im Pornogeschäft und das Zeug ist immer gefragt. Was hältst du davon, mein Lieber? Geld muss man ja nicht auf der Straße liegen lassen. “

„Weib! Wir begucken uns schnell die Läden, dann zischen wir los in diesen Schwanengarten. Ich verdurste und verhungere!“

„Oh Paul, mein Schatz. Ich Blöde. Sissi, auf gehts. “

Es waren wirklich nur 5 Minuten, nachdem wir uns eine Viertelstunde die Läden, im Souterrain und Erdgeschoss beguckt hatten.

Ich sagte dem Herrn Chauffeur er möge sich eine Brotzeit bestellen. Es würde noch etwas dauern. Er schien solche Wartezeiten jedoch gewohnt zu sein. Die Brotzeit lehnte er selbstverständlich nicht ab.

Zuerst ein kaltes Bier, dann ein Brett mit durchwachsenem Speck am Stück und deftigem Brot, meine Laune steigerte sich schlagartig. Lis bestellte sich einen Topfenpalatschinken, dazu Sekt. Champagner gab es nicht. Sissi kannte sich aus, sie aß einen Hamburger.

Für sie war das halt was Modernes, etwas dasinist. Dann kam mir Sara irgendwie in den Sinn. Gourmetmäßig. Österreich. Spezialitäten. Ja.

„Herr Ober, bringens mir bitte einen Mirabell. Doppelt. “

Der Ober brachte, Lis lachte, ich trank. Dann hustete ich. Das Zeug schmeckt, dass essostark war, das ahnte ich nicht mal. Lis leckte danach den letzten Tropfen aus. Es schmeckte ihr ebenfalls. Einen Ganzen? Natürlich nicht.

Ich sah aber, dass sie in ihr kleines Diktiergerät sprach. Wie schon oft heute. Notizen für die und den. Gerade hieß es wohl für Sara: Mirabellengeist vormerken.

Die fünf Damen saßen natürlich auch bei uns; sie hatten vielmehr die Plätze für uns freigehalten. Jetzt wurden sie irgendwie unruhig. Sie wollten nach Hause. Nur zwei hatten Zeit, heute mit uns und Sissi im Sacher zu dinieren. Drei hatten Termine. Lis gab allen einen Umschlag.

Das Honorar für das Shooting. Auch Sissi bekam einen Umschlag. Das ist Routine beiNachbarn.Die Damen quittierten.

„Kannst du noch zwei Damen besorgen? Die Plätze sind bestellt und ich bin sowieso neugierig auf Wiener Maderln“, bat ich Sissi.

„Kein Problem“, behauptete sie. „Kein Problem, wenn du sie auch als Models für nächste Woche haben willst. Sonst wollen sie schon ein paar Schilling die Stunde.

„Ops. Mir kommt da ein Verdacht, liebe Sissi. Aber das ist schon okay. Wir sprechen später darüber. Beschaffe erst mal die Girls. “

Sissi ging telefonieren. Die Damen zogen los. Zwei würden wir später wieder sehen. Ich sah zu Lis, sie schien mir äußerst zufrieden. Dann fiel mir ein, es war ein Geschäftstermin, den wir da hatten. Da reagiert sie völlig anders als wenn wir einen – oh wie reimte sich das so schön, Geschlechtstermin hätten.

Mein innerer Schweinehund meldete sich urplötzlich. Ich erklärte ihm ausführlich, er hätte sich noch zurückzuhalten. Noch sei Geschäftszeit. Er zog sich zurück, später im Bett würde er sich sicher wieder melden.

Die Rückfahrt ins Sacher ging etwas flotter. Der Verkehrsstau bewegte sich jetzt aus der Stadt hinaus. Ich bat Sissi, mit auf die Suite zu kommen, die sie erst mal bewunderte. Sie war zwar schon oft im Sacher, gewohnt hatte sie hier jedoch noch nie – warum auch?.

Ich bestellte Champagner. Lis war inzwischen im Schlafzimmer. Telefonieren. Ich würde sie nachher ablösen, mir war eine Idee gekommen, über die ich mit Mikel sprechen musste. Auch wenn Sonntag ist. Zuvor aber war noch Sissi dran.

„Sissi, woher nur hast du so gute Verbindungen zu geeigneten Models? Ich habe da zwar einen gewissen Verdacht, würde es aber gerne von dir hören. “

„Ich denke schon, dass du es ahnst.

Nun gut, ich habe einige Jahre für einen Begleitservice gearbeitet. Meine Kontakte dazu sind immer noch gut. Die drei Besitzer und ich sind gute Freunde. “

„Genau das habe ich vermutet. Diese Art Models, die ja nur begabte Amateure sind, mit Lust an der Sache als solche, habe ich in Asien oft über solche Agenturen bekommen. In Europa hätte ich zwar nie daran gedacht, das hängt wohl auch damit zusammen, dass man hier nicht ständig über eine entsprechende Werbung stolpert.

Sissi lächelte wieder mal. „Ich glaube keine bedeutende Großstadt kann ohne einen solchen Service auskommen.Dein Freund, so heißt die Agentur, sie steht im Telefonbuch, vermittelt im Schnitt täglich ein Dutzend Damen und Herren, für völlig profane Begleitdienste, zu privaten Stadtführungen oder einfach auch zum Shopping. Zwei, drei Personen werden fast täglich zu festlichen Abendessen geladen, weil ein Gast ausgefallen ist oder, so lächerlich das klingt, weil sonst 13 Personen am Tisch säßen.

Das sind natürlich beliebte Aufträge, wie du dir denken kannst. “

„UndDein Freundvermittelt natürlich nur zu hochanständigen Zwecken. Was die einzelne Dame oder der einzelne Herr, darüber hinaus tut, ist alleine Privatsache“, lachte ich.

„Im Vertrag wird genau geregelt, wie weit der Dienst am Kunden gehen darf. Genau betrachtet, kann dieser Vertrag eine weitergehende Vereinbarung zwischen Kunde und Hostess, wie die Damen sich nennen, natürlich nicht verhindern.

Er legt nur die Grenzen fest, in wieweit diese Dienste bezahlt sind. Der Arbeitsvertrag einer Sekretärin erstreckt sich ja auch nicht auf eine Dienstreise am Wochenende. Vor allem nicht im Bett des Chefs. Das ist dann privat. Ich gestehe, als ich noch tätig und ein Kunde mir sympathisch war, da schlug ich schon mal über die Stränge, auch kostenlos. “ Sie lächelte.

„Ich sagte ja, ich kenne mich aus mit einem Begleitservice.

Was mich jetzt interessiert – wenn ich eueren Laden eine ganze Woche miete, wie viel Models kannst du mir beschaffen? Gehen auch ein paar Teenager, über 18 natürlich, und sind auch Männer und Pärchen möglich? Ich denke, ich könnte hier in Wien, die totale Bandbreite für ganz Österreich abdecken. In dem Schloss gingen auch Hausfrauen, fürNachbarn. Da finden sich sicher Location, und sei es in den Bädern oder im Salon. “

„Vor der Eröffnung, darüber haben wir ja schon gesprochen, kannst du natürlich die ganze Woche mieten.

Da werden zwar noch Handwerker rumlaufen, die kommen aber durch die Hintertüre und sind sicher in den Griff zu bekommen. Sonst, Damen und Herren, auch Teenager, wie viel bräuchtest du denn?“

„Lass rechnen: 3 Doppelstunden sind 30 Filme. Sonst kommt halt noch Zeit dazu. Mein Co-Fotograf macht einen zweiten Satz Bilder mit den gleichen Models. Das heißt 30 Models am Tag, gut 200 Models in der Woche, dazu 18 Männer, die sich nicht scheuen, mit ebenfalls furchtlosen Damen, das zu tun, was sie ohne Fotograf sowieso am liebsten tun.

Bumsen. Das Honorar, wie bereits angedeutet, 100 Mark pro Model, das sich nackt der Kamera stellt. Der gleiche Betrag an den Vermieter der Räumlichkeiten. Dazu, ich denke das geht, würden wir gerne ein Buffet für uns, in den Pausen und zum Mittagessen bezahlen. Auch Getränke natürlich. Weitere Kosten entstehen uns nicht, soweit es das Schloss und die Agentur angeht. Wir sagen zu, dass die Models ein Honorar zwischen 100 und 300 Mark pro veröffentlichtes Bild bekommen.

Das mit dem Honorar, steht ja ausdrücklich im Vertrag, den jedes Model unterzeichnen muss, wie ihr es heute ja auch getan habt. Lässt sich darüber reden?“

Sissi schaute ein wenig stier an die Decke, sie überlegte. Lis kam aus dem Schlafzimmer zurück. Lächelnd. Als sie Sissi so überlegend sah, schwieg sie und setzte sich neben mich.

„Gut. Das ist ein guter und vernünftiger Deal“, sagte Sissi, plötzlich entschlossen.

„Ich möchte mich nur schnell rückversichern, ob in der Woche nicht eine besondere Veranstaltung stattfindet, die uns Leute klaut. Darf ich mal?“ Sie griff zum Telefon. Herzliche Begrüßung, Geschnatter auf wienerisch. Das ist wirklich eine Fremdsprache, ich verstand kaum etwas. Dann legte Sissi auf. „Alles klar. Wir können den Vertrag abschließen. Die Agentur wird 300 Leute informieren, davon sind mit Sicherheit zweihundert zu allem bereit. Gelangweilte Hausfrauen, Studentinnen die etwas zuverdienen wollen, unser üblicher Stamm halt.

Ach ja, und Schülerinnen ab Achtzehn. “

„Na prima“, freute ich mich. „Jetzt rufe ich nur noch schnell meinen Verlagsleiter in London an. “

„Sonntags?“, fragte Lis überrascht.

„Sonntags. Wennichsonntags arbeiten kann, dann kann Mikel es auch. Der soll sich nicht so haben. “ Ich schnappte mir das Telefon.

Der Ruf ging durch, eine Frauenstimme meldete sich. „Hallo Jane, wie geht es denn? Hier ist Paul.

Ich rufe aus Österreich an. “

„Wer sonst würde es wagen, am Sonntag anzurufen. Bei uns ist alles klar, Mikel sitzt, völlig gentlemanlike, in Socken vor der Glotze, in der Hand einen Whisky und guckt Sport. Rasiert hat er sich auch nicht. Er entspannt. Soll ich ihn wirklich stören?“

„Frag ihn, ob er Interesse an mindestens 250 Filmen aus Wien hat. Wenn er den Kopf schüttelt, lege ich auf.

Ich hörte sie fragen, dann kam Mikel.

„Paul, du Ungeheuer. Natürlich habe ich Interesse. Was gibt es?“

Ich erzählte ihm, was ich vorfand und was ich daraus machen wollte. Ich hörte nur sein aufgeregtes Schlucken, als ich referierte.

„Und die Models waren gut?“

„Ich fand sie noch besser als bei Don Eusebio. Vor allem, nicht so aufgeblasen, ein wenig schon, aber noch im Bereich der Ästhetik.

„Kann ich morgen rüberkommen oder wo bist du?“

„Ich bin noch mit Lis in Wien. Wir fliegen morgen zurück, um Zwölf sind wir aber schon zu Hause. “

„Dann komme ich, Bilder gucken. Müssen wir mit den Leuten einen Vertrag machen, es geht ja um recht viel Geld?“

„Ich mache einen Vorvertrag hier, Doris macht den eigentlichen Vertrag morgen fertig, dann kannst du gleich gegenzeichnen.

Das Theater beginnt dann am nächsten Wochenende. Als dann, bis morgen. Ärgere mir Mom nicht zu sehr, und lass die Finger von Kim. “

Sissi hatte nichts verstanden, entnahm aber meiner Miene, dass alles nach Wunsch verlief. Ich bestellte noch eine Flasche Taitinger, dann schrieb ich den Vorvertrag auf einem Briefbogen des Hotels nieder. Das Ganze zweimal, einmal für uns, einmal für Sissi. Wir unterschrieben, der Fall war in trockenen Tüchern.

Lis berichtete, Willi hätte angebissen. Er würde sich die Genehmigung des Vorstandes holen und selbst herkommen, wenn wir dann übernächste Woche tätig sind. Dann besprachen wir das mit dem Fotoladen. Zwei Automaten in Stuttgart mussten sowieso durch noch Größere ersetzt werden, die Alten sollten nach Italien, da konnte natürlich auch einer nach Wien. Das Problem war nur, einen geeigneten Verkäufer zu bekommen. Notfalls die rechte Hand von Roland. Der würde zwar fluchen, aber eine Möglichkeit war das schon.

Es gibt aber sicher auch noch andere Quellen. So jemand wie Jürgen musste her. Hatten wir da nicht einen im Seminar der … Das hatte Zeit. Wir baten Sissi, uns die beiden Shares bis zum nächsten Wochenende zu reservieren. Das sagte sie gerne zu.

Sissi ging; umziehen für das Dinner. Lis und ich unterhielten uns noch ein Weilchen, bevor wir ein wenig schmusten, dann duschten und uns ebenfalls umzogen. Es wurde Zeit zum Abendessen.

Die geladenen Damen benahmen sich, wie es sich für Damen eines Begleitservices gehört. Die Intelligenz lag allerdings eher an der Untergrenze. Die Fremdsprachenkenntnisse beschränkten sich auf wenige Worte in Englisch und ein akzeptables Deutsch, wenn auch mit deutlicher Klangfärbung, wie bei uns Schwaben. Ihre Tischmanieren waren jedoch einwandfrei. Alles was Wien betraf, schien ihnen ebenso geläufig, wie die neueste Mode und der neueste Tratsch. Es waren halt die typischen gelangweilten Weibchen, die nur von ihrer Schönheit zehren.

Sex stand ganz oben auf ihrem Programm, nicht aus Geldgier, ganz einfach aus Lust daran. Ich sah da kein Problem darin, mir brachte das ganz einfach gepflegte Models.

Jetzt quetschten wir erst mal jedes Quäntchen Wissen über Wien raus. Sehenswürdigkeiten, wo nicht der Massenrummel hingeht, die richtigen Kneipen mit gutem Essen. Da seien die Ungarn gut. Kaffeehäuser, wo nicht der Bär steppt, sondern Wiener ihre Zeit totschlagen. Dann kamen wir unter viel Gelächter zu den Wiener Maderln.

Was sie auszeichnet, was sie unterscheidet? Irgendwie waren wir doch eine fröhliche Gesellschaft. Ich, der Hahn im Korb von 6 Hennen. Sex Hennen? Schweinehund meldete sich schon wieder, vor dem Nachtisch. Frau Gräfin schien es zu ahnen, sie lächelt, fatalistisch, wie mir schien. Immerhin hatte ich heute, vier Nummer Eins Damen vor der Kamera. Das gab es bisher nur in L. A., an einem Tag. Das ließ hoffen oder … Ich hatte dann janurGina dabei.

Nein,nurzu sagen, ist gemein. Sie wird es aber schwer haben mit mir, wenn noch viele der Wienerinnen so gut aussehen. Ich kleckerte mit dem Nachtisch. Ein Ober eilte herbei, mit heißem Wasser. Der Schaden war schnell behoben. Meine Tischgesellschaft übersah meinen Patzer.

Große Verabschiedung. Auch Sissi zischte ab; zu meiner großen Erleichterung. Lis hatte also nicht zugeschlagen. Dafür ich, bei ihr.

Am Morgen klärte ich mit dem Manager, unsere genauen Bedürfnisse, von kommendem Samstag an.

Wir hatten ab Dienstag ja schon vorgebucht, die fehlenden Tage passten aber noch gut rein. Nebensaison und Pause im Theater. Sehr zum Ärger von Lis, die eigentlich Kim und mich dort hinschicken wollte. Dafür hatte sie eine andere Idee, die sofort in die Tat umgesetzt wurde. Im Sacher gibt es einen kleinen Laden, von dem aus die Original Sachertorten in alle Welt verschickt werden. Dort orderte sie gleich drei Große, direkt an Sara, unsere Küchenmaus.

Als Absender vermerkte sieKaiser Josef. Ich vermute allerdings, Sara wird sehr wohl wissen, wer ihr den Streich spielte. Ich hoffe nur, sie kommt gleich auf Lis und nicht auf mich.
Die Hotellimousine brachte uns zum Flughafen. Ab Stuttgart gab es ein Taxi. Zum Laden; die Filme sollen Schnellsten zu mir.

Mikel war, wie zu erwarten, bereits da. Er hockte grinsend bei Mom. Eine Tüte Tonbänder vor sich.

Ausbeute für Daniella. Ich berichtete erst das Wesentliche, dann ging ich zu Doris. Den Vertrag umreißen, den sie schreiben sollte. Danach kamen die Kinder dran.

Kim bekam vielleicht einen zu heftigen Schmatz, ich stellte mir irgendwie vor, wie es mit ihr in Wien sein würde. Sie lächelte nur. Ich fürchte sie ahnte meine Gedanken.

Die Filme kamen. Mit Kopie. Die hatte ich zwar nicht bestellt, Roland macht aber immer Nägel mit Köpfen.

Wir setzten uns in die Bibliothek. Mom und Doris kamen mit. Es war nichts Gewaltiges, was ich da geleistet hatte, da ging es auch gar nicht darum. Die Models waren gefragt und die hatten es wirklich in sich.

Unser cooler Engländer stieß einen Pfiff aus. „Du hast recht Paul“, sagte er danach. „Wenn wir davon ausgehen, dass diese Sissi nicht die Creme de la Creme bestellte, scheint Wien wirklich ein Honigtopf zu sein.

Selbst wenn sie eine Ehemalige ist, ich glaube nicht, dass sie weiß, was ein Magazin braucht. Und sie sagt, sie könne 200 solche Models beschaffen? Paul?“

„Sagt sie und ich glaube ihr. Selbst wenn es nur 150 Models werden, ein paar treiben wir sicher auch noch auf. Notfalls auf der Straße. Wenn ich mir vorstelle, welche teueren Reisen wir machten, um 100 gute Filme zu bekommen, dann ist Wien offensichtlich der volle Jackpot.

Ich habe auch erfahren, von Sissi, dass es in Budapest eher noch besser aussieht. Gegen Devisen läuft dort alles. Du solltest dich dort mal kundig machen, Mikel. “

„Richtig, da habe ich auch schon Gerüchte gehört …“

Weiter kam er nicht. Die Hölle brach los. Pop kam von der Uni. Er brachte Willi mit, er kam auch gerade an. Ich hatte noch nicht guten Tag gesagt, da läutete es Sturm.

Jürgen, Pippina, die Resteulen und Luigi heischten Einlass.

Sara schüttete ihren Zorn über uns aus. Sechs zusätzliche Personen zum Mittagessen. Montags, wo kein Metzger gutes Fleisch hat. Unser Irrwisch musste umorganisieren. Es gab Thai Food. Die Koteletts wurden klein geschnitten, das Gemüse auch. Mit weiß der Teufel was und woher aufgemotzt, und plötzlich stand der Tisch voll mit den köstlichsten thailändischen Delikatessen. Sogar die Knochen gaben noch eine gute Suppe ab, mit kleinen Gemüsesternen und diesen teuflischen Pfefferschoten, heizte sie den Appetit an.

Heute klatschte ich ihr wirklich, dankbar, auf den Po. Sie sah mich strafend an, ihre Augenwinkel zuckten aber lächelnd. Sie hat es tatsächlich als Lob erkannt und schlug nicht zurück.

Es gab danach natürlich reichlich zu erzählen. Wir hockten, nach dem Essen, alle in unserer Lounge. Als Besprechungsplatz war die bestens geeignet. Als ich dann Jürgen bat, doch noch bis Ende Februar zu bleiben, hatte ich in seiner Frau Pippina eine ganz besondere Freundin gewonnen.

Sie traute sich sogar, an mir herumzuschlabbern. Für sie bedeutete das nämlich, sie konnte noch eine weitere Einkaufsorgie in Stuttgart abhalten. Luigi entschloss sich, auch noch da zu bleiben. So hatte ich es mir allerdings auch erhofft.

Jetzt war Doris gefordert, der Termin am Mittwoch musste erweitert werden, der am Freitag auch. Samstag sollte es schon um Sechs in der Frühe losgehen. Das regte keinen auf, schon gar nicht Luigi.

Er hatte sich inzwischen eine goldene Nase verdient. Zusammen mit Pippina und Anna, war er inzwischen Meister der Notdekoration. Er und Anna verstanden sich auch privat immer noch gut, das Gegenteil hätte mich allerdings sehr gewundert. Anna ist längst keine Frau mehr, die man von der Bettkante weist. Die graue Maus war inzwischen ein Schwan, wie Gina auch. Die Erfahrung hat meinen zwei Schleiereulen gut getan. Sie waren längst unverzichtbare Mitarbeiter. Die Sache mit dem Selbstvertrauen haben sie, zu meinem Leidwesen, auch kapiert – sie ähnelten immer mehr den Ureulen.

Mit Mikel war alles klar, jetzt hatte ich Willi am Hals. Er hatte gestern noch rumtelefoniert. Es gab Streit. Nicht wegen, sondern weil.Jederwollte denLaden. Dann gab es eine Einigung – IGDuM kauft den Share und vermietet ihn monatsweise an die Mitglieder, die etwas Besonderes zu bieten haben. Es wurde auch an Testverkäufe zur Markteinführung gedacht. Sie rüsten den Laden aus und schicken zwei oder drei Verkäuferinnen. Klappt alles, wie geplant, ist alles gut, sonst wird der Laden halt wieder verkauft.

Notfalls mit Verlust; sowieso geplant als Abschreibungsgeschäft. Was konnte da passieren?

„Und wer fängt an? Möglichst schon zur Eröffnung?“, plagte mich nun doch die Neugierde. „Noch toller wäre es, wenn wir diesmal nicht allzu viel mit Wäscheverteilung zu tun haben. Ich fürchte es kommt genug Arbeit auf uns zu.

„Ganz einfach – wir lassen erstmal unseren gemeinsamen IGDuM Messestand dorthin schaffen. Volles Programm mit der Messemannschaft und allen neuen Exponaten.

Dann werde ich mich rumhören, die Experten sind ja wohl im Haus, wie wir später am besten Dekorieren. Die Bosse tauchen natürlich auch auf. Dann können sie sich die Köpfe einschlagen. Soviel habe ich aber schon rausgeschlagen, für dich, alle Models bekommen mit der Laufkarte, ich gehe davon aus, dass ihr sie wieder benutzt, da bekommen sie von uns einen Gutschein für ein Wäscheensemble. Unsere Verkäuferinnen können helfen. “

„Gut. Das bringt bestimmt Freude ins Haus.

Wenn sie mal unterschrieben haben, dann wollen sie auch Bilder machen. Von der Wäsche, hat dann zwar erst der zweite Fotograf etwas – und damit du“, erkannte ich. „IGDuM lässt wirklich nichts aus. “

„Es geht aber noch weiter, der Gedanken lag mir schon lange auf der Seele; die Damen bekommen auch einen Einkaufsausweis, wenn sie ihren Bon einlösen. Der berechtigt sie, in dem Messeladen, beliebige Mengen mit 20 % Rabatt einzukaufen.

Das wird den Einzelhandel in Wien vielleicht stören, das lassen wir aber, erst mal, auf uns zu kommen. Ich vermute, die sind dumm genug, das gar nicht zu merken. Uns kostet das weniger, als der Einzelhandel verdient. “

„Oh Jammer, ihr werdet auch immer hinterhältiger. Ich würde aber auf jeden Fall darauf achten, dass nur das Beste dorthin kommt. Baumwollhöschen gehen vielleicht auch mal, für Notfälle, aber ein Verkaufsschlager werden die eher nicht“, meinte Lis, die auch bei uns saß.

Die Babys hatten gerade Schlafenszeit.

„Du wirst lachen, Gräfin. “ Neuerdings benutzt er den Titel, wenn er Lis ein wenig aufziehen will. Zu Kim sagt er dann Baronin. Meine Frauen nahmen das überhaupt nicht zur Kenntnis. „Ich habe mit dem Konsortium gesprochen, denn ich erinnerte mich einer Geschichte, die mir Gerlinde erzählte. Don Eusebio hat doch auch solche Slips vorrätig, wenn Damen von einem Unglück betroffen werden.

Wir verkaufen dort Slips, an Klubmitglieder zu 1 Mark für 2 Stück.

Billigware aus Fernost zum Selbstkostenpreis. Ab 50 Mark gibt es so eine Packung dazu. Wir müssen ja auch eine Umkleidekabine haben, dann, die teuere Wäsche auf nackter Haut? Das war schon immer ein Problem. Wir haben uns bei den Höschen mit Plastik beholfen. Was glaubst du, was das kostet? Einen dünnen Baumwollslip darunter – das Problem ist gegessen. Wir haben es mit einer Kamera getestet, die Frauen nehmen das als völlig selbstverständlich an. “

„Du meinst ihr habt – Ferkel“, schimpfte Kim.

„Da werde ich ab jetzt besonders darauf achten, obwohl?“ Sie grinste.

„Obwohl ich mir kaum vorstellen kann, dass du zum Kauf von Wäsche in einen Laden gehst? Richtig?“, lachte Willi auf.

„Ertappt. Ich gebe es zu. Trotzdem. “

„Da saßen natürlich keine lüsternen Knaben am Monitor, du furchtsames Ei, sondern altgediente Verkäuferinnen. “

„Dann hängen nur wir noch ein wenig in der Luft, mit unserem Laden.

Ob ich doch Erwin von Roland abziehe?“

„Was für ein Laden?“, wollten Mikel und Willi unisono wissen.

„Ach – Lis hatte die Idee eines Mini Fotoparks. Dann wollen wir da noch ein wenig Pornokram, soAfter Hoursverkaufen. Fingerlinge von Kim, Toys, Kondome und so. Lis meint, wenn der Spaß bei den Swingern losgeht, haben die schnell mal was vergessen. Ansonsten gehen halt ein Berg Einmalkameras und ein Automat dorthin.

Lis sagt, tagsüber können die Kunden rum fotografieren, um es sich daheim in Ruhe noch mal ansehen zu können; abends können sie Schweinereien aufnehmen. Wir entwickeln diskret und sauteuer. Wenn es sich nicht lohnt, verkaufen wir den Laden weiter. Kim hat grünes Licht gegeben, ähnlich wie bei Willi. Abschreibung. Nun suche ich noch jemand, der Lust hat, dort, erst mal für ein halbes Jahr und probehalber, zu wirken. Wenn es klappt – nur zu.

Jede Mark zählt. “

„Ich glaube, da habe ich jemand“, freute sich Mikel. „Wien ist sowieso ein weißer Fleck auf unserer Pornokarte. Wir haben, und wenn ihr jetzt noch so lacht, die Bewerbung eines jungen Fotografen aus Wien, für uns zu arbeiten. Er schickte die Kopie eines Zeugnisses der Uni München. Er hat dort studiert und, das war überhaupt der Auslöser, dass ich aufmerksam wurde, bei dir Paul, in Italien, mit einemGutabgeschnitten.

Er stand sowieso heute auf dem Programm. “

„Alois Huber, viel zu groß, um sich ständig zu den kleinen Models zu bücken, ein wenig behäbig, aber er hat Ideen“, fiel es mir schlagartig ein. „Ja, das ist ein Jürgen Faust, entschuldige Jürgen (wir saßen natürlich alle zusammen). Ein Praktiker, der seinen Job tut und dabei lernt. Nach einiger Zeit kann ihm kaum einer mehr was vormachen. Hast du die Adresse dabei?“

„Ja doch“, grunzte Mikel.

Er wird sofort sauer, wenn man an seiner Kompetenz zweifelt. Dabei war das doch einfach nur eine Frage. „Dann ruf ihn an. Er soll morgen herkommen. Ich zahle ihm 1500, wenn er den Laden hütet. Dazu kommen 10 % Verkaufbonus. Willi soll seinen Kunden anbieten, Alois könneNachbarn-Aufnahmen von ihnen, gleich vor Ort, machen. In einem der vielen Zimmer oben. Das quatsche ich in Sissi auch noch rein. Abends dann ein paar Toys auf die Theke zu legen, wird ihm kaum den Schlaf rauben.

Wenn er es bringt, kommt er da schnell, auf ein paar Tausend Mark im Monat. Wir haben alle klein angefangen. “

„Ich gehe und rufe. Bevor ich das tue, eine harmlose Frage, hättest du, Willi, oder du, Paul, etwas dagegen, wenn in eueren Läden ein paar Magazine ausliegen? Passend zum Laden, einen großen Vorrat im Hinterzimmer. 25 % des Verkaufspreises als Bonus?“

„Gibt das kein Ärger?“, fragte Kim.

„Nein.

Sicher nicht. Englische Verlage haben da ausgehandelt, dass sie eigene Vertriebswege in Österreich gehen dürfen. Nur geht die keiner, weil keiner weiß, wie er sie gehen könnte. “

„Keine Einwände“, sagte Kim.

„Wie sieht das mit deutschen Ausgaben aus?“, fragte Willi.

„Soweit sie von euch gesponsert sind, könnt ihr die doch als Werbeprospekte, mit Schutzgebühr, verteilen. Das hat nichts mit Verlagsware zu tun.

„Der Tag sei gesegnet, an dem ich ein paar Maiden zum Sommerfest schickte, und Paul, wegen Krankheit des Fotografen, seine Kamera zur Hand nahm. Auch für uns ist Österreich eine Oase. Nun scheint es, wir können endlich aus der Quelle trinken. Paul, kannst du Sara rufen? Ich möchte eine halbe Kiste deines besten Champagners auf den Markt werfen. Cash, ohne Quittung, bar auf Saras Hand. “

Sara kam, Sara kassierte, Sara servierte.

Ein paar Häppchen warf sie auch schon auf den Markt. Wochentags gibt es nämlich keinen Kaffee. Dass das kassierte Geld in der Haushaltskasse landet, das war für keinen eine Frage. Nicht mal die in Gelddingen stets misstrauische Kim achtete auf die Transaktion.

Das Geschäftliche war abgehandelt. Alois wollte morgen herfliegen. Luigi wird ihn abholen. Zuvor wird er Gina und Anna noch zum Theater bringen. Sie hatten immer noch ihre Unterweisung in Maskenbildnerei dort.

Sie gehen auch immer noch gerne dorthin.

Cocktail. Pop war jetzt auch da. Privates wurde bequasselt. Aus der REHA in Italien, hatte Uschi gute Nachrichten. Ihr Cesare war ganz eindeutig auf dem Weg, wieder ein normaler Bürger zu werden. Sie rastete fast aus, als ich ihr gestattete, mit Luigi und Familie Faust, neben dem ganzen Kram den Pippina kaufen würde, nach Italien zu fahren. Erst, nachdem Wien gelaufen ist, natürlich.

Wir würden hier dann nur in kleiner Besetzung zu den Nachbarn fahren, bis im April wieder Italien für die ganze Familie anstand. So lange konnte ich sie gut entbehren. Dass sie in dieser Zeit aufNormallohnabgesenkt wurde, ich fürchte meine Eulen haben inzwischen genug Geld verdient, dass sie so was nicht mehr im Geringsten tangiert. Ich hörte nur noch, dass Uschi mit Kim sprach; über die Absetzbarkeit mancher Dinge für das Finanzamt. Pflege eines Rekonvaleszenten, Unkosten bei Umzug, Wohnungseinrichtung.

Meine Eule machte ernst.

„Willst du denn in die Stadt ziehen, Uschi?“, fragte ich sorgenvoll. Dass sie weiter für mich arbeitet, hatte sie versprochen.

„Teils, teils. Genau gesagt, montags bis donnerstags schlafe ich in unserer Suite, wie geplant. Freitag bis Sonntag bei Cesare. Liegt etwas an, fahre ich morgens mit Luigi raus, notfalls mit dem Bus. Es steht allerdings an, ob wir uns ein passendes Auto kaufen.

Cesare möchte gerne mobiler sein. Ich bestehe aber darauf, dassernicht mehr selbst fährt. So eine Scheiße will ich nicht mehr haben. Er hat zugegeben, er sei ein Raser. Einmal Raser, immer Raser. Da sind wir noch auf dem Weg des konstruktiven Streites. Marie, seine Mutter, vertraut mir da voll und ganz. Cesare darf das Auto nicht mal mehr aus der Garage herausfahren, sonst gibt es Zunder. Basta!“

Ich konnte mich eines Lachens nicht erwehren.

Meine Weiber allerdings auch nicht. Nur Mikel guckte etwas dumm. Er kennt allerdings die italienischen Ehefrauen nicht. Meine Uschi war auf dem besten Wege dazu, eine solche zu werden. Armer Cesare.

Willi brachte Mikel, auf dem Wege zurück nach Radolfzell, zum Flughafen. Beim Abendessen wurde es etwas ruhiger. Saya hatte sich irgendwie über Wien informiert. Sie tut so was neuerdings, um ihr Wissen an PH und Pele abzugeben. Beim Abendessen wurde ich von PH prompt wegen des Riesenrades gelöchert.

Wir hatten dazu natürlich keine Zeit; ich, damals mit Renate, allerdings schon. Ich schilderte genau, wie diese komischen Gondeln, die aussehen, wie abgebrochene Güterwagen, ganz langsam ihre Runden drehten.

Dann war Pele dran, der Süßzahn. Da hätte sie eher eine Tochter von Kim sein können. „Papa, hast du uns eine Sachertorte mitgebracht? Du hast doch in der Bäckerei gewohnt, sagt Saya. “

Beinahe hätte ich geplaudert. In letzter Sekunde fiel mir der geheime Versand der Torten ein.

„Mein Schnuckelchen, das Sacher ist keine Bäckerei, sondern ein Hotel. Sie haben aber eine Spezialität, eben diese Sachertorte. Die wird dort natürlich gebacken. Papa und Mama haben aber keine Torte gegessen. Wir hatten keine Zeit dazu, denn wir hatten viel Arbeit. “

„Schei … Ups. Blöde Arbeit. Dabei wollte ich doch so wichtig wissen, wie die Torte schmeckt. Saya hat, als sie uns davon vorlas, eine ganze Tafel Schokolade rausgerückt. Sonst gibt es höchstens eine Halbe.

Peha und ich sind uns einig, Sachertorte muss was ganz besonders Tolles sein. “

Lis grinste impertinent. Sara hatte zwar zugehört, unsere Diskussionen sind ja für alle, aber Kommentar kam keiner.

„Papa wird ab dem Wochenende eine ganze Woche in Wien sein. Ich werde, wenn ich auch nur die kleinste Chance habe, für Peha ein paar Bilder vom Riesenrad machen und für euch, nur für euch und Saya, werde ich sogar eine Sachertorte mitbringen.

Wäre dir das recht, Saya? Vielleicht kannst du sie vierteln, dass Sara auch was zum Probieren abbekommt? Sie ist schließlich unser Gourmetverwalter. “

„Aber ja, Paul. Es klang so lecker … Entschuldige“, sagte Saya.

„Ih kenn’s Rezept. D’Bäcker han aber wie d’Köch ihre Geheimrezepte. Und an der Sachertort, da muss scho was dran sein“, erkannte unser Wicht sofort das Problem. Sie wird sich noch wundern, wenn die Post von Kaiser Josef ankommt.

Alois kam kurz vor dem Mittagessen. Er hat einen schlecht bezahlten Job in einem Fotoladen. Beratung und Verkauf, nannte es sich, er war jedoch mehr der Bursche für alles. Das Geld zum sich selbstständig machen hat er noch nicht. Mein Angebot war besser als der Job im Laden, auch wenn das Hin- und Herfahren anstand. Der zusätzliche Verdienst, war ein echter Anreiz und abends Überstunden? Das sei überhaupt kein Problem, er würde halt einfach morgens später anfangen, so um Elf.

Vorher würden ja doch keine Leute da sein, wie er zu recht vermutete.

Nach dem Mittagessen stand die geplante Einrichtung an. Vorerst nur das notwendigste. Bei Roland standen noch Teile der alten Ladeneinrichtung im Keller. Aus dem nicht mehr genutzten Atelier von Onkel Franz, war noch der Portraitplatz mit alten Scheinwerfern da. Ich kauften bei unserem Großhändler 250 Kodak-Einmalkameras. Da hatte Jürgen im Fotopark schon gute Erfahrungen damit gemacht. Die Linsen sind zwar schlecht, die Ergebnisse verleiten aber dazu, vielleicht doch mal einen Profi ranzulassen.

Das klappt sogar in 50 % der Fälle. Am späten Nachmittag hatten wir alles zusammen, einschließlich eines LKW von Maurer, dem zuverlässigen Transporteur aus Stuttgart. Roland trennte sich zwar nur ungern von einem der Automaten, die Neuen kommen erst nächste Woche, und Arbeit gibt es reichlich, dann gab er Alois aber noch Entwickler und Papier mit.

Kim hatte mit Sissi inzwischen alles klar gemacht. Das Geld bekam Alois auch mit. Die Schlüssel würden ausgehändigt, der Vertrag könnte in aller Ruhe am Wochenende unterzeichnet werden.

Vertrauen um Vertrauen. Vorab wurden die Verträge aber schon mal per Fax ausgetauscht. Etwas will Kim immer gerne in der Hand haben.

Mittwoch:Nachbarnin viel zu großer Besetzung. Wir waren in zwei Stunden durch. Donnerstag war für Jürgen nochmals Großeinkaufstag. Er kassierte zuvor sein Honorar für Hamburg, bei Kim, für 120 Filme. Es gibt genug Leute in Deutschland, für die ist das ein Jahresverdienst. Leider braucht es dazu halt bestimmte Voraussetzungen.

Können zum Beispiel, um nur das wichtigste zu nennen.

Nun schwelgte Pippina in Gardinen, Vorhängen, Tisch und Bettwäsche. Im Herbst noch unvermutet, war jetzt auch Babywäsche dran. Den Kinderwagen wird ihre Mama spendieren. Das Gekaufte, musste von allen Frauen im Hause Oktober, beim Cocktail, bewundert werden. Eine Tischdecke wurde gemeinsam als unschön bezeichnet. Pippina sah es ein. Sie würde sie morgen umtauschen. Mit zu denNachbarnbrauchte sie da nicht.

Freitag noch einmalNachbarn. Das gewohnte Bild, zum Glück oberer Durchschnitt. Jessica, die junge Frau mit der guten Figur, die sich in Unterwäsche so fantastisch bewegen konnte und dabei ihren Mann zur Rotglut brachte. Die Lustschreie aus dem Schlafzimmer hörten wir noch im Bus, als uns Luigi wieder heimfuhr.

„Seit wann bischt du koin Graf mehr?“, wollte Sara wissen, als sie mir einen Gin Tonic servierte.

„Was ist los? Kein Graf? Wie kommst du da drauf?“ Dann fiel es mir ein: Das Paket von Kaiser Josef war da.

„Oh, ich verstehe. Hat es dir wenigstens eine kleine Freude bereitet? Es war aber Lis die diese Idee hatte. Mit dem Kaiser meine ich. “

„Zum Nachtisch kriegt jeder a Stück. Du derfscht mehr davon mitbringen. Dös Zeug schmeckt wirklich. Jetzt muss ih mih no schnell bei der Lis bedanken, wenn du’s schoh net warscht. “

Lis war die Einzige am Tisch, die noch ein zweites Stück bekam.

Das gab sie später an Pele weiter, die es mit Saya teilte. Das entband mich natürlich nicht von meinem Versprechen, eine ganze Torte für das Kinderzimmer mitzubringen.

Fortsetzung folgt.
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