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Das Kartenhaus 02

Das Leben geht immer weiter. Irgendwie.

Danke für die zahlreichen Feedbacks zum ersten Teil meiner Biographie. Ein zweiter Teil war an sich nicht geplant. Offensichtlich gibt es aber ein großes Interesse an meinem weiteren Lebenslauf. Das freut mich und mein Anhängsel, dieses mickrige Ego, natürlich sehr. Danke.

*

Natürlich ging das Leben nach dem Zusammenbruch meines Kartenhauses weiter. Es musste ja irgendwie weitergehen.

Mit Hilfe einer Maklerin fand ich eine kleine, preiswerte Wohnung, die ich mit neuen Möbeln komplett neu einrichtete.

Gardinen, Möbel, Teppichboden, Laminat, Geschirr und Besteck. Selbst die Übertöpfe für die Zimmerpflanzen und den Zahnputzbecher habe ich neu gekauft. Alles, wirklich alles, was ich in meiner neuen Wohnung brauchte, wurde neu angeschafft. Alles, was ich in den Jahren meiner Ehe in das Haus eingebracht und verbaut hatte, ließ ich bei Dieter.

Ich wollte von keinem Stück an mein altes Zuhause erinnert werden.

Für die neue Einrichtung gingen fast meine gesamten Ersparnisse drauf. Doch das war es mir wert.

Es machte mir Spaß, die Gardinen aufzuhängen, das Sideboard zu dekorieren, die Kissen auf der breiten Couch zu platzieren und das Geschirr in die Schränke einzuräumen. Alles, was man so macht, wenn man in eine neue Wohnung einzieht.

Ich fühlte mich wohl.

Und irgendwie freier, als ich es bisher jemals war.

Es brauchte einige Zeit, um mich daran zu gewöhnen, statt in einem großen Haus in einer kleinen Mietwohnung zu leben. Es brauchte einige Zeit, um mich von meinem gewohnten Rhythmus zu verabschieden. Es brauchte einige Zeit, um mich daran zu gewöhnen, nun allein zu leben.

Meine Kinder gingen ihrer eigenen Wege.

Ralf hat sich eine eigene Wohnung gesucht und wohnte in der Nähe des Standortes seiner Einheit.

Marietta blieb bei ihrem Vater. Zumindest blieb sie dort amtlich gemeldet. Tatsächlich wohnte sie bei ihrem neuen Freund. Diesmal schien es ihr wirklich ernst zu sein. Hoffentlich.

Nachdem ich mich halbwegs eingelebt hatte, lud ich meine Kinder und meine Chefetage, wie ich Mark und Lisa gerne nannte, zum Essen in mein neues Reich ein.

Es machte mir Spaß, meine Gäste zu bewirten und einen wirklich schönen Abend mit ihnen zu verbringen.

Marietta wollte mir noch dabei helfen, das Geschirr in die Spülmaschine einzuräumen und meine kleine neue Wohnung in ihren Urzustand zu versetzen.

Das habe ich strikt abgelehnt. Ich gab meiner Tochter einen Kuss und schob sie zur Tür hinaus.

„Mein Liebling. Versteh es bitte nicht falsch. Ich muss und vor allem will ich alleine klar kommen. Es ist mir sehr wichtig, meinen Haushalt auf eigene Beine zu stellen.

Marietta lächelte, als ob sie mich wirklich verstehen würde und verabschiedete sich mit einem Kuss auf meine Lippen.

„Mami, du schaffst das!“

Nachdem ich meine Wohnung auf „Reihe“ gebracht hatte, setzte ich mich auf meine Couch und ließ den Abend Revue passieren.

Das ich die Einweihung meiner ersten eigenen Wohnung mit nur 4 Gästen feierte, gab mir dann doch zu denken.

Mit wurde schmerzlich bewusst, dass ich zwar einige Männerbekanntschaften, aber keine wirklichen Freunde hatte. Von einer sogenannten „besten“ Freundin ganz zu schweigen. Noch schmerzlicher wurde mir bewusst, dass ich in meinen Ehejahren auf jedes gesellschaftliche Leben verzichtet hatte.

Ich war noch nie in einem Theater. Habe bisher weder eine Oper noch ein Musical besucht. Wenn ich nicht ab und zu mit meiner Tochter ins Kino gegangen wäre, wüsste ich nicht einmal, dass es schon Filme mit Ton und in Farbe gibt.

Das Interesse meiner bisherigen Männerbekanntschaften galt offensichtlich nur meinem willigen Körper. Nicht einer kam jemals auf die Idee, mich wenigstens einmal elegant auszuführen. Weder in ein Restaurant und erst recht nicht in eine gesellschaftliche Großveranstaltung. Ich hätte es vor meinem Mann einrichten können. Im Erfinden von Ausreden hatte ich mich zu einer Meisterin entwickelt.

Der Einzige, der wirklich daran interessiert war, möglichst viel Normalität in unser ehebrecherisches Verhältnis zu integrieren, war Michael.

Mit ihm war ich, trotz meines vergleichsweise „hohen“ Alters in Discotheken und bei Konzerten mir völlig unbekannter Rockbands. Ich hatte trotz der wahnsinnigen Lautstärke und der drangvollen Enge meinen Spaß. Wir haben Galerien und Museen besucht. Er lud mich auch gelegentlich zum Essen ein. Soweit es sein Gehalt zuließ. Getrennte Kasse lehnte er rigoros ab. Einmal waren wir sogar bei einer Modenschau. Für Michael war das eine Zumutung. Mein Liebling hielt mir zuliebe tapfer durch.

Am folgenden Wochenende, als mein Mann mal wieder irgendwo den Schiedsrichter spielte und ich mir den ganzen Nachmittag für Michael freimachen konnte, entschädigte ich ihn mit einer sehr privaten Modenschau. Mit Dessous und High Heels, von denen ich mir sicher sein konnte, dass ich sie nicht ausziehen durfte, wenn wir in sein Bett gingen.

Wie ein Hund das Wasser aus seinem Fell schüttelt, schüttelte ich den Gedanken an Michael sofort ab.

Ich wollte nicht an ihn denken.

Ich ging mit dem Vorsatz ins Bett, meinem gesellschaftlichen Leben ganz neue Impulse zu verleihen.

Vielleicht würde sich dabei auch die eine oder andere Bekanntschaft ergeben. An eine Freundschaft verschwendete ich keinen Gedanken. Freundschaften entwickeln sich erst in Jahren.

Gleich am nächsten Tag stand ich in der langen Schlange vor der Konzertkasse. Die besten Plätze waren schon vergeben, als ich endlich am Schalter stand.

Ich wählte einen der letzten Plätze im Parkett.

Nicht das, was ich mir für meinen ersten Opernbesuch gewünscht hätte. Einen besseren Platz hätte ich mir durchaus leisten können. Aber egal. Ich war dabei. Das zählte.

Ich war aufgeregt wie ein Kind vor seinem ersten Schultag.

Schon am frühen Vormittag begann ich die Vorbereitungen für meine Premiere in der Welt der kulturell gehobenen Gesellschaft.

Mein einziges langes Kleid war jenes, das ich seinerzeit bei der Weihnachtsfeier im Sportheim getragen hatte. Soweit ich mich erinnern konnte, hatte ich versäumt, es reinigen zu lassen. Es könnten also noch Spermaspuren von meinen Quickfick mit dem namenlosen, jungen Spieler in ihm kleben. Das kam also nicht in Frage.

Ich stopfte es auf Nimmerwiedersehen in die Altkleidertüte und machte mich auf den Weg in eine stadtbekannte Boutique.

Für meinen ersten Opernbesuch würde ich tief in die Tasche greifen müssen.

Was soll´s? Wenn schon, denn schon. Ich wollte mir ein unvergessliches Erlebnis gönnen.

Nach gut einer Stunde Anprobe eines Dutzend Kleider war ich mir sicher, endlich das perfekte Kleid gefunden zu haben.

Ein dunkelblauer Traum. Knöchellang, mit kurzen Ärmeln, weit geschnitten und dennoch die Figur betonend. Es saß wie maßgeschneidert.

Selbstverliebt drehte ich mich lächelnd vor dem großen Spiegel.

Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich mich in einem Spiegel als eine Frau, die ihr eigenes Leben führen will. Ich fühlte mich in diesem Kleid frei und unabhängig. Was ich nun ja auch war.

„Es steht ihnen phantastisch“, sagte die geduldige Verkäuferin. Sie lächelte mich an. „Verstehen sie mich bitte nicht falsch.

Das sage ich nicht nur so, weil ich es verkaufen will. Ich bin wirklich überzeugt. „

„Das glaube ich ihnen auf Anhieb“, erwiderte ich ehrlich. „Ich bin es ja auch. „

Die junge Frau sah mir direkt in die Augen. Ihr Lächeln wirkte jetzt eher schüchtern.

„Sie sind wirklich eine sehr attraktive Frau. Ihr Begleiter darf sich glücklich schätzen“, sagte sie leiser, als ich es von einer Verkäuferin gewohnt war.

„Danke. “ Ich lächelte zurück. „Aber ich habe keinen Begleiter. „

Sie sah mich ungläubig an.

„Sie gehen allein die Oper?“

„Ja. Ist das denn ungewöhnlich? Ich weis es nicht. Ich war noch nie in einer Oper“, lachte ich.

„Ich weis es auch nicht. Ich war auch noch nie in einer Oper. “ Die junge Frau lachte und wies mir den Weg in die Kabine.

„Aber ich würde gerne mal eine besuchen. „

Ihr letzter Satz kam so leise, dass ich ihn als ausgesprochenen Gedanken wahr nahm.

Ich ging in die Umkleidekabine zurück und zog das Kleid aus.

Der Vorhang öffnete sich zu einem kleinen Spalt.

„Kann ich ihnen behilflich sein?“

„Danke. Ich bin gleich soweit. Das Kleid können sie schon mitnehmen.

“ Ich reichte es ihr. „Ich komme gleich zur Kasse. „

„Gerne. „

Ich ging zur Kasse und reichte ihr meine Bankkarte.

Sie warf einen kurzen Blick drauf.

„Danke, Frau E. “ sagte sie und schob die Karte in den Terminal.

„Wenn sie nun schon meinen Namen kennen, darf ich dann ihren auch erfahren?“

„Oh, entschuldigen sie.

Natürlich. Selbstverständlich. “ Sie war wirklich erschrocken. „Entschuldigen sie nochmals. Eigentlich ist es in diesem Laden üblich und selbstverständlich, mich den Kundinnen sofort mit meinem Namen vorzustellen. Ich kann es mir nicht erklären, warum ich es ausgerechnet bei ihnen versäumt habe?“ Sie war nun wirklich verlegen.

„Macht doch nichts“, beruhigte ich die junge Frau. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Mir war unerklärlich, warum diese junge Frau derart verlegen und aufgeregt war? So teuer war das Kleid ja nun auch wieder nicht.

„Also?“

„Ach ja. Mein Name ist Lara. Ich kann nichts dafür. Meine Eltern haben sich wohl von „Doktor Schiwago“ inspirieren lassen“, sagte sie mit einem breiten Grinsen.

„Das ist doch ein sehr schöner Name. “ Er gefiel mir wirklich.

Die junge Frau lächelte, während sie mein neues Kleid sorgsam gefaltet in die große Papiertüte drapierte. „Finde ich ja auch“ Darf ich sie etwas fragen?“

„Natürlich!“ Ich zog unmerklich die Augenbrauen etwas hoch.

Was sollte das für eine Frage sein?

Geschäftlich war alles erledigt.

„Ich würde mir gerne mal eine Oper ansehen und vor allem anhören. Aber allein wollte ich nie ins Theater gehen. „

„Sie haben keinen Partner oder Begleiter?“ Ich war etwas erstaunt. Lara war eine bildschöne Frau. Ihr müssten die Männer reihenweise zu Füßen liegen.

„Nein. Habe ich nicht“, erwiderte sie resolut.

Als müsste sie sich mir gegenüber rechtfertigen.

„Und nun? Was haben sie vor?“

„Nun ja. Ich dachte, vielleicht könnten wir zusammen in die Oper gehen? Verstehen sie mich bitte nicht falsch. Es ist wirklich nicht meine Art, Kundinnen so privat anzusprechen. „

Sie sah mich an, als würde es ihr schon wieder leid tun, die Grenze zwischen Kundin und Verkäuferin überschritten zu haben.

„Natürlich nur, wenn es ihnen wirklich recht ist?“

Meine Mundwinkel begrüßten endlich mal wieder meine Ohrläppchen.

„Das ist eine der besten Ideen, die ich in den letzten Tagen gehört habe. Es würde mich wirklich riesig freuen“, entgegnete ich, ehrlich begeistert.

Die Frau war mir von erstem Augenblick an sympathisch. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, eine Oper mit ihr zu besuchen.

Wir buchten sofort über das Internet einen der letzten Plätze im Theater.

Leider war er von meinem Platz sehr weit entfernt.

In der Pause trafen wir uns an der Sektbar.

„Carmen, das ist wirklich der Hammer. Die Oper ist so wunderschön. “ Sie war restlos begeistert. Genau wie ich von meinem ersten Opernbesuch. „Ich weis jetzt, dass ich sehr viel versäumt habe!“

„Geht mir nicht anders, Lara. „

Wir sind nahtlos zum Du übergegangen.

Genauso nahtlos hat mich Lara nach dem Opernbesuch in ihre Wohnung eingeladen.

Ich nahm die Einladung gerne an. War ich doch von diesem kulturellen Highlight viel zu aufgewühlt, um den Rest des Abends gesprächslos in meiner Wohnung zu verbringen.

Lara war ganz sicher kein Notnagel, um mich wieder

Lara‘ s Wohnung war das Gegenteil ihrer schnörkellos eingerichteten Boutique.

Sie strahle Wärme, Geborgenheit und Ruhe aus. Ich war überrascht.

„Du hast es sehr schön und gemütlich“, gab ich anerkennend zu.

„Danke. Es freut mich, wenn es dir gefällt. “ Lara ging an eine uralte Truhe und öffnete den Deckel. Im beleuchteten Korpus der Truhe befand sich eine gut gefüllte Hausbar.

„Darf ich dir etwas anbieten?“ Lara genoss mein Erstaunen.

„Wenn es dir nichts ausmacht, vielleicht einen Kaffee?“

Ich wollte nichts Alkoholisches trinken. Die 2 Gläser Sekt im Foyer des Theaters waren mehr, als ich meiner Kontrollfähigkeit zumuten durfte. Ob ich mich wirklich kontrollieren wollte, wusste ich nicht.

Ich glaubte kaum mich zu irren, als ich in Lara` s Gesichtszügen so etwas wie einen kleinen Funken der Enttäuschung lesen konnte.

„Gerne.

Setzt dich bitte. “ Sie wies auf die breite Couch.

„Danke. “ Ich war mir nicht mehr unsicher, wie ich die Frau einschätzen sollte.

Sie war eindeutig lesbisch. Auch wenn ich bisher noch nie eine lesbische Frau kennengelernt habe, war ich mir dennoch sehr sicher.

Zu meiner eigenen Verwunderung fand ich diese Situation höchst interessant. Sogar reizvoll. Ich war neugierig, was mich erwartete.

Lara ging in die Küche und kam wenig später mit einem Tablett zurück.

Sie setzte sich neben mich und stellte die feinen Porzellantassen auf den Tisch. Ohne auch nur einen Tropfen zu vergießen oder ein Wort zu verlieren, schenkte sie uns den Kaffee ein.

Sie setzte mich neben mich auf die Couch.

Nach gefühlten 1000 Minuten, während derer ich auf ein Wort oder eine Reaktion von Lara wartete, kam sie endlich zur Sache.

„Du weißt, dass ich Frauen liebe?“ Die Frage kam so direkt wie unerwartet.

„Ich dachte es mir“, antwortete ich ebenso direkt. Dabei fühlte ich mich nicht wie das Kaninchen vor der Schlange. Ansonsten hätte ich die Wohnung umgehend verlassen.

Diese Situation war absolut neu für mich.

Mir war klar, das Lara Sex mit mir haben wollte. Mir war noch nicht klar, wie ich dazu eingestellt bin.

Sex mit einer Frau?

Bisher habe ich noch nie einen Gedanken daran verschwendet.

Nicht, weil er mir als zu absurd erschien. Ich hatte nur noch nie Kontakt zu einer lesbischen Frau.

Schon von daher hatte ich mich nie mit der Vorstellung befasst, mit einer Frau zu schlafen. Ich war von Grund auf Hetero. Dachte ich jedenfalls.

Ich habe gleichgeschlechtliche Liebe niemals als abwegig oder gar pervers gesehen.

Ich habe sie schlicht nie zur Kenntnis genommen. Ich wusste, dass es Frauen gab, die Frauen lieben. So wie es auch Männer gab, die Männer lieben. Das war auch schon alles, was ich wusste.

Vielleicht hat Lara den Stachel der Neugier bei mir angesetzt? Wie würde der Sex mit einer Frau sein? Abgeneigt, es zu erfahren, war ich jedenfalls nicht.

Ich stellte die Kaffeetasse ab und lehnte mich in die bequemen Polster.

Dabei sah ich Lara voller Erwartung an.

Wieder 1000 gefühlte Minuten später.

Lara nahm meine Hand. Ohne mich anzusehen oder ein Wort zu sagen, streichelte sie ganz zärtlich meine Finger. Einen nach den Anderen.

Sie führte meine Hand an ihren Mund und küsste nacheinander jeden einzelnen Finger. Sie ließ sich Zeit. Sehr viel Zeit.

Ich konnte nicht anders, als es einfach zu genießen.

In mir kam eine Ruhe auf, die mir noch kein Mann jemals zuvor gegeben hat. Von der Zärtlichkeit ganz zu schweigen.

Männer haben meinen Körper genommen und sich und mich befriedigt. Das war auch ok. So, wie ich es bisher kannte. Doch jetzt war alles anders.

In den Armen dieser jungen Frau fühlte ich mich in Wärme und Geborgenheit versunken.

Lara streichelte zärtlich meinen Hals und über meine Haare.

Es war ein eigenartiges Gefühl, als sie ihre Lippen an meinen Mund legte. Der Mund einer Frau an meinen Lippen. Bisher unvorstellbar.

Ich ließ es zu. Und öffnete bereitwillig meinen Mund, um ihre Zunge zu spüren.

Ab jetzt war es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich den ersten Sex mit einer Frau haben würde.

Lara nahm einfach meine Hand und führte mich in ihr Schlafzimmer.

Lara ließ sich alle Zeit der Welt, um mir langsam jenes Kleid auszuziehen, das ich am Vormittag in ihrer Boutique gekauft hatte. Dabei küsste sie jede Stelle meiner nackten Haut. Es war ein irres Gefühl, ihre Lippen und ihre Zunge auf meinen Körper zu spüren. Soviel Zeit hat mir noch kein Mann geschenkt.

Sie dirigierte mich auf ihr breites Bett. Sie wusste, dass ich Neuland betreten sollte.

Wenn ich bisher glaubte, dass nur ein Penis eine Frau befriedigen kann, hat mich Lara eines Besseren belehrt.

Wir sind miteinander verschmolzen. In allen denkbaren Stellungen haben wir unsere Orgasmen erlebt. Das schönste war die Zeit, die wir uns schenkten, um sie zu erreichen. Keine Spur von Hektik oder gar Druck. Lara setzte sich nicht unter Druck, um uns möglichst schnell zu möglichst vielen Orgasmen zu bringen.

Wie es Männer leider zu oft tun, um sich oder einer Frau etwas beweisen zu wollen.

Durch Lara bin ich in eine neue Welt geglitten. Geglitten ist nicht der passende Ausdruck!

Ich bin in diese neue Welt gestürzt. Im freien Fall habe ich den ersten Sex mit einer Frau erlebt.

Und der war alles andere als unbefriedigend.

Lara plante nicht.

Sie gab sich so, wie sie war. Als leidenschaftliche Frau.

Der neue Tag kündigte sich mit der Morgendämmerung an, als wir die Bettdecke über uns zogen und uns aneinander schmiegten.

„Wie fühlst du dich?“ Lara streichelte mein Gesicht.

„Einfach nur gut“, sagte ich voll befriedigt und ehrlich.

Ich beugte mich zu Lara und küsste sie.

„Lara, es war wirklich schön und das Zärtlichste, was ich bisher erlebt habe.

Meine Geliebte lächelte.

„So erging es mir auch, nachdem zum ersten Mal mit einer Frau geschlafen habe. “ Lara umarmte mich und gab mir einen Kuss. „Seither habe ich mit Männern nichts mehr am Hut!“

Nun gut. Das war Lara`s Erfahrung. Ich war noch nicht soweit, mich endgültig von den Männern zu verabschieden. Und bin es bis heute noch nicht.

Lara wurde zu meiner Freundin und Geliebten.

Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob sie für mich mehr die Freundin oder die Geliebte war? Wahrscheinlich hielt es sich in der Waage?

Auch von ihrer Seite. Sie forderte nie mehr, als ich ihr von mir aus zu geben bereit war.

Lara übte sich in Geduld. Sie ließ mir die Zeit, mich an diese neue Situation zu gewöhnen.

Wir lebten uns in den folgenden Wochen zusammen.

Wir hielten uns abwechselnd in unseren Wohnungen auf, wir schliefen zusammen, und verbrachten die Tage wie ein ganz normales Paar. Arbeit, Haushalt, Shoppen und Ausgehen.

Irgendwann habe ich auch die anfängliche Scheu überwunden, Hand in Hand mit Lara durch die Stadt zu schlendern. Es war mir nicht peinlich, wenn Lara im Cafe meine Hand streichelte. Oder mir sogar einen schnellen Kuss auf die Lippen hauchte. Lara wollte ihre lesbische Neigung nicht provokant zu Schau stellen.

Dessen war ich mir absolut sicher. Sie schien mich wirklich zu lieben.

Während ich noch Zweifel hatte. Sex und Leben sind die eine Sache. Liebe ist eine ganz andere Hausnummer.

Dessen ich mir schmerzlich bewusst wurde, als ich mit Lara bei Antonio, unserem Lieblingsitaliener saß.

Wir hatten gerade unsere Tortellini auf dem Tisch, als sich die Tür öffnete und Michael mit einem jungen Mädchen hereinkam.

Es war die Frau, mit der er damals durch die Stadt geschlendert ist.

Mit einem einzigen Blick registrierte mein Gehirn in Bruchteilen einer Sekunde Michael, seine Begleiterin und den Gesamteindruck, den sich auf mich hinterließen.

Michael trug einen Anzug. Und ganz sicher keinen Billigen. Der saß wie angegossen. Das allein war für mich schon verwunderlich. Zu „meiner“ Zeit hätte er einen Anzug nur unter Androhung massiver Folter angezogen.

Eine Krawatte, diesen überflüssigen Kulturstrick, war für ihn nie ein Thema. Jetzt trug er Eine.

Seine eleganten Lederschuhe waren auf Hochglanz poliert. Die Turnschuhzeit hatte er wohl hinter sich.

Himmel. Der junge Mann sah einfach umwerfend aus.

Seine Begleitung stand ihm in keinster Weise nach.

Sie war etwas kleiner als Michael. Schlank, sportliche Figur, handlicher Busen, ewig lange Beine und Haare, die mich vor Neid erblassen ließen.

Blond, lockig und bis zum Po reichend.
Ihr Kleid und ihre Schuhe waren für mich schon fast eine Provokation.

Lady in Red dürfte es wohl am ehesten treffen. Ich kochte vor Eifersucht.

Während sich Michael ganz souverän gab.

Er ließ sich von dem Kellner an einen freien Tisch führen. Der stand nur wenige Meter von unserem Tisch entfernt.

Erst als er saß, nach der Karte griff und den üblichen Rundumblick durch das Lokal startete, bemerkte er mich.

Unsere Blicke trafen sich.

Michael verzog keine Miene. Er zog lediglich eine Augenbraue etwas an. Er hat mich immerhin erkannt. Sein Blick tendierte zwischen eiskalt und gleichgültig. Demonstrativ griff er nach der Hand seiner Begleiterin und hauchte einen Kuss auf ihre Finderspitzen. Um sich dann der Speisearte zu widmen.

„Kennst du ihn?“ Lara wäre nicht Lara, wenn sie meinen Blick zu Michael nicht bemerkt hätte.

„Ja. Bitte entschuldige. “ Ich nahm Lara´s Hand und knetete sie gedankenverloren.

„Tu mir ruhig weh, wenn es dir gut tut“, sagte sie leise. Lara gab ihre Hand als Opferlamm für mein erstes Wiedersehen mit Michael nach über 4 Monaten.

„Entschuldige bitte. Verzeih mir. “ Ich sah meine Freundin verzweifelt an. „Ich kann es einfach nicht verhindern. „

„Du liebst ihn?“

„Ich glaube, er ist der einzige Mann, den ich jemals wirklich geliebt habe.

Oder das, was ich für Liebe hielt. „

„Er ist sehr jung?“ stellte Lara lakonisch fest.

„Er ist 18 Jahre jünger als ich. Wir waren dennoch über 3 Jahre zusammen. „

Lara zog die Brauen hoch. „Trotzdem du verheiratet warst?“

„Ja. „

„Alle Achtung. “ Ich weis, dass Lara es nicht ironisch meinte. „Du hast mir nie von ihm erzählt.

Ich zuckte kurz mit den Schultern. „Ich wollte nicht mehr an ihn denken. „

„Wollen wir essen oder lieber gehen?“ Lara schob sich vorsichtshalber einen Tortellino in den Mund.

Ich sah meine Freundin erstaunt an. „Wir bleiben selbstverständlich zum Essen. “ Mein Lachen war nicht so leise, wie es sich für ein Restaurant dieser Klasse gebührte.

Mir wurde schnell klar, dass es albern war, Michael durch ausgelassene Heiterkeit zu demonstrieren, wie wohl ich mich fühlte.

Er kannte mich gut genug, um zu wissen, dass es nicht so war.

Ein einziger Blick in meinen Augen hat ihm gereicht, um zu wissen, dass mein Lachen eine Show war.

„Essen oder gehen?“ Lara blickte einmal kurz zu Michael. Und dann wieder in mein Gesicht.

„Essen! Ich fliehe nicht vor ihm“, behauptete ich und legte mir eine der gefüllten Nudeln auf die Gabel

„Schön.

Dann guten Appetit. “ Herzhaft, aber dennoch elegant, aß Lara eine gefüllte Nudel nach der anderen. Meine Freundin schien erleichtert zu sein, doch noch ihre Portion verspeisen zu können.

„Den wünsche ich dir auch“, lachte ich diesmal leise. „Mach dir keine Sorgen. Du kannst es dir locker leisten. „

Lara sah mich mit strahlenden Augen an.

„Danke, mein Engel. Diese Diät war wirklich der absolute Horror.

„Du hättest sie nicht machen müssen“, sagte ich mit ehrlicher Bewunderung für Lara`s schlanke Figur.

Wir schwenkten ganz einfach, wie selbstverständlich, von Thema „Michael“ zu Thema „Wir Beide“ um.

Ich bemerkte nicht einmal, dass Michael und seine Freundin schon gegangen waren, als Lara den Kellner rief, um die Rechnung zu bezahlen.

„Du warst nicht ganz bei der Sache“, stellte Lara sachlich fest, als wir uns unter der Bettdecke eng aneinander kuschelten.

„Du warst mit den Gedanken weit weg. „

Meine Geliebte war keineswegs enttäuscht oder gar böse, weil ich unseren Sex nicht mit der gewohnten Leidenschaft wahrnahm.

Was sollte ich entgegnen? Sie hatte ja recht.

In meinen Gedanken war es nicht Lara, sondern Michael, der mich an diesem Abend zum Orgasmus leckte.

„Es tut mir leid, Lara“, gab ich zerknirscht zu.

„Ich will dich nicht verletzen. „

Lara gab mir einen Kuss und streichelte sanft über meine Haare.

„Das tust du nicht. Ich weis, dass es nicht leicht ist, die Vergangenheit ganz einfach abzuwerfen. Wie einen alten Mantel. Ich weis auch, dass du keine Lesbe bist. Ich will dich nicht überzeugen. Wir hatten bisher eine sehr schöne und reizvolle Beziehung. Ich habe mich in dich verliebt. Daran kann ich nichts ändern.

Das ist nun mal so!“ Lara drückte sich an mich, als wäre es das letzte Mal.

Was es dann auch war.

Wir blieben Freundinnen. Beste Freundinnen. Bis heute. Ohne jemals wieder Sex miteinander zu haben.

Lara hat später eine andere Frau kennengelernt und mich ihr vorgestellt.

Susanne passte wirklich perfekt zu „meiner“ Lara. Schon deshalb, weil sie mich akzeptierte und mich nicht als Nebenbuhlerin sah.

Nun hatte ich nicht nur eine, sondern gleich 2 „beste“ Freundinnen, bei denen ich immer ein willkommener Gast war.

Das war sehr beruhigend und für mein schwaches Ego von größter Bedeutung. Ich durfte die Beiden anrufen, wann immer mir ein Problem zu schaffen machte. Und Probleme hatte ich derzeit reichlich.

Falsch. Eigentlich hatte ich nur ein Problem. Und das hatte einen Namen.

MICHAEL.

Der Mann geisterte von morgens bis abends durch meine Gedanken. Als wäre das nicht genug, drang er in der Nacht auch noch in meine Träume ein.

Das konnte so nicht weitergehen. Mein Nervenkostüm war zum bersten gespannt. Ich tat etwas, was jenseits aller Vernunft lag. Dabei vertraute ich auf die Waffen der Frau, auf das Insiderwissen und darauf, dass ich wirklich den passenden Moment erwischen würde.

Ich nahm mir eine Woche Urlaub und setzte ein kleines Vermögen auf eine Karte. Friseurin, Kosmetikerin, Nagelstudio und natürlich Lara`s Boutique.

Ich gönnte mir ein leichtes, enganliegendes Neckholderkleid mit einem recht gewagten Ausschnitt. Dazu Heels mit 10 cm Absätzen. Michael mochte es, wenn ich mich sexy kleidete. Ich drehte mich vor dem großen Spiegel und ich gefiel mir.

„Du siehst traumhaft aus. Jetzt willst du es aber wissen?“ Lara grinste breit.

„Ja. Ich hole ihn mir zurück“, erwiderte ich kampflustig.

Eine Stunde später stand ich vor seiner Wohnungstür. Aufgebretzelt wie ein Filmstar bei der Oscar-Verleihung.

Meine Fingerspitze kreiste um den Klingelknopf, auf dem nur Michaels Name stand. Offensichtlich wohnte er nicht mit diesem Mädchen zusammen.

Warum zögerte ich? Aus Angst vor der eigenen Courage?

Wie würde er reagieren? Es gab nur zwei Möglichkeiten.

Entweder er ließ mich vor der Tür abblitzen. Oder er würde mich in die Wohnung bitten. Was ich für wahrscheinlicher hielt. Michael war viel zu höflich, um mich abzukanzeln.

Ich drückte den Knopf. Das mir so vertraute Ding Dong erklang.

Ich zählte leise bis 27, als sich die Tür öffnete.

Michael stand in einer Jogginghose, einem weißen T-Shirt und nassen Haaren vor mir.

Er sah mich ungläubig, aber nicht unfreundlich an. Sein Blick wanderte an mir hinab. Ich glaubte, eine leichte Bewunderung bemerkt zu haben. Das wertete ich als Teilerfolg.

„Darf ich reinkommen?“, fragte ich leise.

Ohne ein Wort zu sagen, öffnete er die Tür noch weiter und gab mir mit einer Armbewegung den Weg in seine Wohnung frei.

Zielstrebig ging ich in das Wohnzimmer.

Ich kannte mich in seiner Wohnung bestens aus.

„Setzt dich doch“, waren die ersten Worte, die von Michael kamen.

„Danke“. Ganz bewusst setzte ich mich auf die bequeme Couch. In der Hoffnung, das er sich neben mich setzen würde.

„Magst du einen Kaffee?“

„Ja gerne. Wenn es dir keine Umstände macht?“

„Macht es nicht.

Michael ging in die Küche und kam wenig später mit 2 Kaffeepötten zurück.

„Wenig Milch und 2 Löffel Zucker“, sagte er, während er die Tassen auf den Tisch stellt.

Zu meiner kleinen Enttäuschung setzte er sich mir gegenüber in den Sessel.

„Warum bist du gekommen?“ Die Frage kam ganz ruhig. Er nippte vorsichtig an dem heißen Kaffee

und sah mich geduldig an.

„Warum soll ich lange um den heißen Brei reden? Weil ich dich noch immer liebe“, antwortete ich leise. Dabei sah ich Michael offen in die Augen.

Er ließ sich viel Zeit mit einer Antwort.

„Noch immer? Hast du mich jemals wirklich geliebt?“

„Ja. Ja. Das habe ich“, beteuerte ich wahrheitsgetreu. Dabei versuchte ich, meine aufgeregten Hände im Zaum zu halten.

Er ließ sich wieder unendlich viel Zeit.

Es war seine Art, mit Bedacht zu antworten. Und damit seinen Gegenüber schmoren zu lassen.

„Dann frage ich dich, warum du noch mit anderen Männern Sex hattest?“ Er sprach so ruhig wie immer. Ohne die Stimme zu erheben oder gar eine Anklage in sie zu legen. „Ist das für dich normal, wenn man jemanden liebt? Ich will übrigens nicht wissen, wer diese Männer waren.

Es interessiert mich nicht mehr. Das es nicht dein Ex-Mann war, setze ich voraus. „

Ich spürte, dass er mich in die Enge trieb. Die Unterhaltung lief in die völlig falsche Richtung. Jeder seiner Sätze war wie ein Peitschenhieb. Zu allem Überfluss konnte ich die ersten Tränen nicht unterdrücken.

Michael schien das keineswegs zu beeindrucken. Er sah mich an und wartete geduldig auf meine Antworten. Antworten, die ich einfach nicht fand.

Nach einer gefühlten Ewigkeit ersparte er mir die Suche nach den passenden Antworten.

„Carmen, was auch immer du dir von diesem Besuch erhofft hast, es ist zu spät. Ich werde in 2 Monaten Julia heiraten. Das Mädchen, mit dem ich bei Angelo war. „

Er musste meinen entsetzten Blick bemerkt haben. Ging aber mit keiner Silbe darauf ein.

„Ich habe also wirklich verloren“, fragte ich naiv, nachdem ich diesen Schock verdaut hatte.

„Ja. Du hättest damals gleich reinen Tisch machen sollen. Ich habe dich wirklich geliebt und war durch unsere Trennung am Boden zerstört. Ich hätte zwar nicht vergessen, aber verzeihen können.

Du hast dich in den Jahren immer geweigert, dich wegen mir scheiden zu lassen. Du hast den Altersunterschied nur vorgeschoben. Tatsächlich wolltest du nichts von dem aufgeben, was du in das Haus investiert hast. Carmen, was ist dir jetzt geblieben? Nichts.

Du musstest ganz neu anfangen. „

Er sagte das ohne die Spur von Häme. Michael sah mich fast mitleidig an. Mein Part in seinem Leben war nun endgültig beendet. Das musste ich endlich akzeptieren.

Ich tupfte mit einem Taschentuch die Tränen ab und stand auf. Es gab nichts mehr zu gewinnen. Mit jedem weiteren Wort konnte ich nur noch mehr verlieren. Schlimmstenfalls den letzten Rest meines Stolzes.

„Ich wünsche dir und deiner Julia viel Glück und Freude für eure Zukunft“, sagte ich zitternd. „Wenn ihr euch das wünscht, auch viele, liebe Kinder?“ Ich zwang mich zu einem Lächeln.

Michael stand auf und brachte mich zur Tür.

„Danke. Dir wünsche ich auch alles, alles Gute. „

Er umarmte mich und gab mir 2 Küsse auf die Wangen.

Zum zweiten Mal schlich ich die Stufen im Treppenhaus wie ein begossener Pudel hinunter.

Vor dem Haus holte ich mehrmals tief Luft.

„Carmen, was nun?“

Scheinbar ziellos schlug ich eine Richtung ein. Langsam schlenderte ich durch das Wohngebiet, gelangte auf die breite Hauptstraße, unterquerte die ewig breite Eisenbahnbrücke und ging einfach weiter.

Ich war völlig in meinen Gedanken versunken, als ich plötzlich vor meinem alten Zuhause und vor Heintzes Grabsteinhandel stand.

Es war ja nur 3 km von Michaels Wohnung entfernt.

In den Monaten seit meinem Auszug hat sich fast nichts verändert. Na gut. Das Unkraut wucherte am Rand der Hofeinfahrt. Die Fenster hätten es auch mal wieder nötig, geputzt zu werden. Die Gardinen in der ersten Etage waren zugezogen. Am helllichten Tag. Ich mochte mir nicht vorstellen, wie es in der Wohnung aussah.

Dieter war noch nie vom Putzteufel besessen.

Hausarbeit war für ihn Frauensache. Offensichtlich hatte er noch kein neues Dummchen gefunden, das ihm den Haushalt wirft.

Ich machte einen leichten Schwenk und ging, dank der hohen Heels, mit wiegenden Hüften in

Heintzes Laden.

„Carmen. Carmen. Welch eine Freude?“ Er sprang von seinem Bürostuhl auf, kam lachend auf mich zu und umarmte mich.

„Ich freue mich, dass du dich endlich mal wieder blicken lässt.

Wie geht es dir?“

„Das willst du nicht wirklich wissen“, antwortete ich emotionslos.

„Also beschissen. “ Heinz kannte mich gut genug, um meine Gefühlslage jederzeit präzise zu bestimmen.

„Kann man so sagen. „

„Dafür siehst du aber richtig gut aus. Richtig geil und sexy!“

Wie in alten Zeiten legte er seine Hände ganz selbstverständlich auf meine Brüste und massierte sie.

Ich hatte es nicht anders erwartet. Sogar damit gerechnet. Also ließ ich ihn gewähren.

„Was habe ich dich vermisst“, schnurrte er lüstern und schob die Träger des Kleides etwas zur Seite, um meine Brüste freizulegen.

„Schließ wenigstens die Tür ab und lass die Jalousie runter“, forderte ich ihn auf.

„Ja klar. Klar. “ Er hauchte zwei schnelle Küsse auf meine Brüste und eilte zur Ladentür.

Als er zu seinem Schreibtisch zurückkam, hatte ich den teuren Fummel schon ausgezogen und stand in Strapsen, Seidenstrümpfen und Megaheels vor ihm. Den BH hatte ich auch schon abgeschnallt.

Wie immer, wenn Heinz mich so sah, bekam er Schnappatmung.

„Du bist die geilste Frau, die ich mir vorstellen kann“, japste er und öffnet noch im Gehen seine Hose.

„Du geiler Bock wirst dich nie ändern“, lachte ich und ging vor ihm in die Knie.

Heinz muss wohl ziemlich lange enthaltsam gewesen sein. Anscheinend waren die Witwen nicht mehr so lustig und zahlreich. Jedenfalls die halbwegs attraktiven. Nach wenigen Minuten spritzte er in meinem Mund ab.

„Heinz, was ist los? Hast du dich nicht mehr unter Kontrolle? Du bist doch kein Teenager mehr“, lachte ich ihn an. Nicht aus. Ich nahm es ziemlich gelassen. Erfahrungsgemäß würde sich sein Schwanz schnell wieder erholen und mir zu meinem Recht verhelfen.

„Carmen, ich bin von der Wiedersehensfreude einfach überwältigt“, grinste er. Von Verlegenheit keine Spur. So ist er nun mal.

Er drehte mich um 180 ° und beugte mich über seinen Schreibtisch.

Und richtig. Er ließ sein halbsteifes Glied einige Male durch meine Pobacken gleiten und schon Sekunden später hatte es wieder seine volle Größe.

„Vorne oder hinten?“ Ich spürte, wie er seine Eichel abwechselnd an meine Schamlippen und an meinen Anus drückte.

Dabei hinterließ er eine feuchte Spur auf dem Damm.

„Steck ihn mir hinten rein. Aber vorsichtig“, verlangte ich.

In Erwartung des kleinen Schmerzes krallte ich mich vorsichtshalber schon mal an der Tischkante fest.

„Entspann dich. Ich werde dir sicher nicht wehtun“, sagte Heinz ganz ruhig und schob mir seinen Schwanz ganz langsam durch den Muskel.

Es tat wirklich nicht weh.

Als sein Glied in voller Länge in meinem Darm steckte, gönnte er mir einige Sekunden der Gewöhnung. Die brauchte ich auch. Es war seit Monaten der erste Schwanz, der in meinem Unterleib war.

Erst langsam und dann immer schneller und härter fickte er meinen erregten Körper.

Gleichzeitig legte er seinen Arm unter meinen Bauch und tastete sich abwärts zu meinem Kitzler.

„Von wegen nicht unter Kontrolle“, gab mir Heinz die Retourkutsche, als er spürte, dass ich nur noch wenige Stöße brauchte, um meinen Orgasmus zu bekommen.

Er hämmerte seinen Schwanz mit brachialer Gewalt in meinen Hintern. Seine Finger rieben meinen Kitzler zur Weißglut.

Ich krallte meine Hände um die Tischkante und spürte mit jedem Stoß das Finale näher kommen.

„Heinz, mach dich fertig. Spritz ab. Ich kann nicht mehr“, schrie ich durch das kleine Büro.

Ich wollte gerne mit Heinz gleichzeitig zum Orgasmus kommen.

„Mach ich, meine Süße. “ Heinz machte noch einige kraftvolle Stöße und entlud sich dann in meinem Hintern.

„Das nenn ich Timing“, sagte ich lachend, nachdem sich meine Atmung wieder normalisiert hatte. Ich gab meinem Lover einen leidenschaftlichen Zungenkuss.

„Wir sind doch noch immer ein eingespieltes Team“, frotzelte Heinz und zog sich die Hosen hoch.

Auch wenn der Sex mit Heinz eine ziemlich emotionslose Sache war, schaffte er es immer wieder, mich wirklich zu befriedigen.

Ich legte mir den BH um und stieg in mein neues Kleid. Heinz schloss die Haken in meinem Nacken und küsste sanft meinen Hals. Während ich meinen Busen so drapierte, dass er unter den beiden Stoffdreiecken noch gut zu sehen war.

„Rufst du mir ein Taxi?“

„Natürlich. “ Heinz griff zum Telefon und wählte die Nummer der Taxizentrale.

„Wann sehen wir uns wieder?“ Heinz hielt meine Hand und sah mich mit seinem bekannten Dackelblick an.

„Heinz. Ich weis es nicht. Sieh meinen heutigen Besuch als Gastspiel. OK?“

Heinz war ein sehr verständnisvoller und geduldiger Mann.

„Ok. Du weist immer, wo du mich findest. Für deine Gastspiele halte ich dir jederzeit eine Bühne frei. “ Er wusste oder war sich fast sicher, dass ich bestimmt wieder einmal auf seiner Bühne auftreten würde.

Heinz ging zur Tür und zog die Jalousie hoch.

„Das Taxi ist da. Willst du wirklich schon fahren oder soll ich es wegschicken?“

„Kommt nicht in Frage. Tschüss Heinz. „

Ein kurzer Abschiedskuss für Heinz und ein kurzer Abschiedsblick auf das Nachbarhaus, in dem ich so viele Jahre gewohnt habe.

Ich setzte mich auf die Rückbank des Taxis und gab dem Fahrer mein Ziel an.

Bevor der Fahrer den Motor anließ, parkte vor dem Taxi ein Auto ein.

„Bitte warten sie einen Augenblick. „

„Ich muss aber den Taxameter einschalten. „

„Ja. Meinetwegen. Tun sie das“, antwortete ich etwas genervt.

Aus dem Auto vor uns stiegen meine Tochter, ihr Freund und ein mir unbekanntes Mädchen aus.

Es wäre naheliegend, sofort aus dem Taxi zu springen und meine Tochter zu begrüßen. Wir haben uns schon seit einigen Wochen nicht mehr gesehen.

Nur zusammen telefoniert.

Ich ignorierte diesen Reflex.

Marietta würde sich ganz sicher einen Reim drauf machen, wenn sich mich vor dem Haus antreffen sollte. Wie ich meine Tochter kannte, würde sie sich, mit Blick auf Heintzes Grabsteinhandel den richtigen Reim darauf machen. Diese Blöße wollte ich mir nicht auch noch geben.

„Sie können bitte fahren“, sagte ich dem Fahrer.

Meine Wohnung war am anderen Ende der Stadt.

Ich hatte also reichlich Zeit, mich schon im Taxi auszuheulen. Dass dabei meine Schminke verlief, sah ich nicht so dramatisch.

„Haben sie ein Problem? Kann ich ihnen vielleicht irgendwie helfen“, fragte der Fahrer.

Ich war so tief in meiner Gedankenwelt, dass ich etwas erschrak, als ich seine Stimme hörte.

Unsere Blicke begegneten sich im Rückspiegel. Der Fahrer hatte ein sehr sympathisches, junges Gesicht.

In seinen Augen paarten sich Besorgnis mit einer unverkennbaren Gier. Soweit es der Verkehrt zuließ, starrte er auf die Ansätze meiner Brüste.

„Danke. Sehr freundlich von ihnen. Ich komme schon klar. „

„Wirklich? Ich würde ihnen gerne helfen. „

„Das kann ich mir denken. Deine Art von Hilfe kann ich mir gut vorstellen“, dachte ich, lächelte ihn im Spiegel an und zog den dünnen Stoff soweit wie möglich über meinen Busen.

„Nein. Ist nicht nötig. Ich komme schon klar“, erwiderte ich.

Nach fast einer halben Stunde waren wir am Ziel.

„Was habe ich zu zahlen?“ Ich kramte meine Geldbörse aus der kleinen Umhängetasche.

Der Fahrer drehte mich zu mir um und lächelte.

„Nichts. Es ist in Ordnung. Ich stehe ihnen gerne zur Verfügung, wenn sie wieder mal ein Taxi brauchen?“

„Das kommt überhaupt nicht in Frage“, warf einen Blick auf den Taxameter und rundete den angezeigten Betrag von 25,60 € auf den nächsten 18 er auf.

„Das stimmt dann so“, bestimmte ich und drückte ihm die 3 Scheine in die Hand. „Wie ist ihr Name und welche Wagennummer haben sie? Ich fahre öfter mit einem Taxi“, log ich beim aussteigen.

Der Mann war offensichtlich angenehm überrascht.

Eilig reichte er mir seine Visitenkarte. Ich warf einen kurzen Blick darauf.

„Danke, Martin. Wir sehen uns bestimmt bald wieder“, verabschiedete ich mich mit einem freundlichen Lächeln.

Ich wusste, dass er mir solange hinterher sah, bis ich hinter der Haustür verschwunden war.
Ob ich mein Versprechen wahr machen würde, wusste ich nicht. Aber man weis ja nie, was kommt.

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