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Der Flaschengeist Teil 10

Der unvermeidliche Disclaimer

Diese folgende Geschichte ist geistiges Eigentum des Autors der in dieser Community das Pseudonym „Drachenwind“ trägt und von ihm frei erfunden, Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen und/oder Orten sind rein zufällig.

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Für Personen unter 18 Jahre ist diese Geschichte nicht geeignet…

Ich gebe aber auch von vorn herein, zu, die Grundidee für diese Geschichte habe ich aus dem www.

von einem Comic abgekupfert. Als ich dieses Comic mir durchgelesen habe, gab mein Kopfkino keine Ruhe mehr und eine Geschichte war geboren. Der Autor dieses Comic möge mir dieses verzeihen aber seine Fantasie hat meine stark beflügelt. Über manche, etwas nicht ganz stubenreine Ausdrücke möge der Leser auch wohlwollend hinweg sehen, aber ich bin der Meinung, das nur Sie gerade an einigen Stellen in diese kleine Geschichte passen.

Noch eines am Rande: Hinweise, Kritiken, Meinungen und Vorschläge sind von Seitens der Leser ausdrücklich erwünscht.

Sie helfen den Autor seine Geschichte zu verbessern.

Drachenwind

*

Hier nun meine neueste Geschichte. Wer nun seitenlange Sperma triefende Beschreibungen von aneinander gereihten Sexualpraktiken erwartet, sollte nicht weiter lesen. Dieses Thema Nr. 1 ist aber hintergründig Bestandteil der nicht unbedingt ernst zu nehmenden Geschichte und gelegentlich kommen sexuelle Spielereien vor.

Der Flaschengeist

Teil 10

Geschrieben von Drachenwind

Die letzte Fortsetzung endete wie folgt:

Irgendetwas kneift in der Hose.

„Das ist doch normal, du musst dich nur entscheiden ob rechts oder links. „

„Rechts oder links? Was meinst du denn damit?“

„Na Rechts- oder Linksträger. „

„Ups! Habe ich etwa…?“

„Du weißt es doch, halbe Sachen mache ich nicht. „

„Könnte ich jetzt auch mit dir als Jeanie spielen?“

„Theoretisch schon, aber so weit bin ich bei dir nicht gegangen, Es ist zwar alles da, was kneifen kann, aber nicht so richtig funktionstüchtig, die nötigen Hormone fehlen, aber für die Toilette reicht es aus.

Erstens wollte ich dich nicht überfordern und zweitens ein Macho reicht mir heute Nachmittag. „

„Mann, Jeanie, du gehst aber mit Siggi ganz schön hart um. „

„Nööö, eigentlich nicht. Er braucht nur mal wieder einen kleinen Dämpfer, ich mag solche Typen ganz und gar nicht. „

„Was ist denn bei dir ein Macho?“

„Ist doch ganz einfach, es ist ein überheblicher Typ, der sich einen blasen lassen will, keinen hoch kriegt und dann auch noch die Frau fragt „Passiert dir so was öfters?“ Ist doch wahr, kaum streichelst du einen Kerl, schon wedelt er gleich mit seinem Schwanz.

Die mag ich deswegen ganz besonders nicht. „

„Ich auch nicht. Du hast recht, irgendwie hat Siggi sich auf dem Heimweg wie ein eitler Gockel benommen. „

„Siehst du, deswegen braucht er mal wieder etwas Nachhilfe, für ihn war sein Verhalten hormonbedingt selbstverständlich, aber auch mit unserem normalen Aussehen kein Wunder. „

„Wie schaffst du es, dass er sich nicht darüber aufregt?“

„Erstens gebe ich ihm den passenden Charakter für seine neue Erscheinung mit und zweitens weiß er ganz genau, wenn er meckert wird’s schlimmer.

„Mach aber bloß nicht mit mir auch noch solche Spielchen. „

„Nööö, Moni, oder denkst du, du hast es auch nötig?“

„Na, bei dir bin ich mir neuerdings nicht mehr so ganz sicher. „

„Wirklich, Moni, du brauchst vor mir keine Angst zu haben, ich liebe dich doch noch immer. „

„Und Siggi?“

„Da bin ich mir nicht so ganz sicher, ich weiß es nicht und ich kann meine Gefühle noch nicht so richtig einordnen.

Er hat Seiten, die mir gefallen und mich reizen, aber manchmal knallt er ganz schön durch, wenn seine Hormone verrückt spielen, und ich muss, wie heute, immer etwas nachhelfen und ihn von der Palme holen. „

„Das Knutschen mit ihm macht dir aber ganz schön Spaß, es ist nicht zu übersehen. „

„Sieht man es so deutlich?“

„Ja“

Das tiefe Gespräch über Beziehungen wird von Minna unterbrochen, die den Kaffee serviert und mit einem Knicks anschließend den Raum wieder verlassen will, wird von Moni zurück gerufen.

„Minna, komme mal zu mir. „

„Ja, gnädiger Herr. “ antwortet Minna und Knickst erneut. So ganz weiß sie nicht, was sie davon halten soll.

„Umdrehen!“

Als Minna ihre Kehrseite zeigt, greift Moni einen Straps und lässt ihn zurück schnipsen.

„Sexy, sehr sexy Minna, ich könnte dich als Nachtisch so richtig vernaschen. Nun du kannst gehen.

Mit einem Klaps auf Minnas Hintern wird sie aus dem Zimmer gescheucht. Mit hoch rotem Kopf macht sie ihren vorgeschriebenen Knicks und stürmt regelrecht aus dem Zimmer.

Mit einem weiteren „Zieeeeeep“ sitzen statt der jungen Männer wieder Moni und Jeanie im Zimmern und halten sich vor Lachen ihren Bauch.

Nach einer Weile betritt Minna wieder das Zimmer, knickst und meldet mit einem traurigen Gesichtsausdruck, dass ihre Arbeit in der Küche fertig ist.

Jeanie hat mit Siggi Erbarmen und stellt wieder mit dem bekannten „Zieeeeeep“ den normalen Zustand blinzelnd her. Monika, Jeanie und Siggi haben wieder ihr normales Aussehen. Siggi ist erleichtert, aber mal wieder leicht angesäuert. Wenigstens darf er jetzt auch eine Tasse Kaffe zusammen mit den beiden Mädels trinken.

„Der Straps hat weh getan. “ kommt es schmollend von Siggi.

„Hi, hi, hi! Da saß er ja richtig.

“ sagt Moni mit einem Grinsen.

„Musste das eben sein, Jeanie?“

„Ja, sonst lernst du nichts, merke dir endlich, immer wenn du den Macho rauskehrst, kriegst du von mir einen Denkzettel. Jetzt weißt du, wie sich eine Frau als Sexobjekt fühlt. Also überlege in Zukunft vorher, wie du uns gegenüber auftrittst. „

„Immer ich! Ich kenne es doch schon aus dem Stripteaseclub, schon vergessen? Vor allem bei den einen Mal, an dem du mich einen Table-dance hast tanzen lassen.

Wie die ollen Kerle geglotzt haben. Ich dachte, dass du so etwas nicht mehr mit mir machen kannst, weil deine Mutter jetzt die Flasche besitzt. „

„Na und? Wie du gesehen hast, kann ich es noch immer, also benimm dich und lass den Macho in dir verschwinden, sei einfach Mensch und du gefällst uns besser. Und wenn wir dich nicht mögen würden, so würden wir dir deine Fehler nicht zeigen. „

„Du hast leicht reden!“

„Jeanie, Ruth hat mich heute schon wieder gelöchert, die hat sich wie ein Terrier festgebissen und will unbedingt die Wahrheit wissen.

„Ich habe da so eine Idee, aber ich werde erst einmal mit meiner Mam darüber reden. Ich brauche dafür dann auch deine Hilfe, Moni. „

„Geht klar. „

„Und wo bleibe ich?“

„Eifersüchtig Siggi? Du hast bestimmt auch noch Gelegenheit dich richtig irgendwann als mein Freund zu beweisen. „

„Mal so ganz nebenbei, was meintet ihr eben mit mögen und so?“

„Dass du zum Beispiel mein Freund bist.

“ sagt ihm Monika, „Vorher musste ich dich mit in Kauf nehmen, weil du Diets Freund warst und eure Freundschaft echt war, also nichts Gekünsteltes und jetzt bist du eben auch mein Freund. „

„Ich mag dich doch auch Siggi! Manchmal gehen bei mir meine Gefühle weiter als nur bei einer Freundschaft. Ich weiß es noch nicht genau, aber wenn ich mir klar bin, sage ich es dir. Wir sind schon zu lange Freunde, haben gemeinsam unsere Windeln gefüllt.

Ich bin dein Freund erst als Diet und jetzt mit mir als Jeanie deine Freundin. Das ist bei mir der einzige Grund, warum ich dir gegenüber durcheinander bin, meine Gefühle rauf und runter gehen, und ich dir noch nichts eindeutig sagen kann. Hab noch etwas Geduld. Mein Freund bist und bleibst du jedenfalls. „

Alle drei gehen in Siggis Zimmer und machen zusammen die Hausaufgaben. Jeanie informiert sich dabei über die Neuigkeiten im Lehrstoff, sie möchte schließlich auf dem Laufenden sein, findet aber nicht viel neues.

Als sie fertig sind, hören sie die neuesten Schlager und plaudern munter weiter. Nur Siggi hat mit seiner zu engen Hose Probleme, die er versucht zu tarnen. Seine Natur kann er eben auch nicht leugnen. Beide Mädels bemerken natürlich seine Reaktion und denken sich lächelnd ihr Teil.

Am Abend verabschieden sie sich und die zwei Grazien gehen nach Hause aber nicht ohne einen heftigen Abschiedskuss, Moni nur auf Siggis Wange und Jeanie mit Zunge.

Auf dem Heimweg wird es Jeanie doch ein bisschen mulmig, wenn sie an ihre Beichte bei ihrer Mutter denkt. Sie überlegt, wie sie es ihr am Besten sagen kann, findet aber keine ideale Lösung.

Jeder Weg ist mal zu Ende und etwas nervös betritt sie die Wohnung. Glück gehabt, denkt sie, ihre Mutter ist noch nicht zu Hause. Jeanie hat eine Galgenfrist, nutzt die verbleibende Zeit und deckt schon mal den Abendbrottisch.

Als Jeanies Mutter nach Hause kommt, bemerkt sie natürlich sofort die kleinen aber feinen Änderungen an Jeanie.

„Hallo Kleines, gut sieht du aus. Hast du etwas nachgeholfen? Hast du deine…. „

„Nein, Mam, dafür nicht. Es ist das Werk einer echten Kosmetikerin. Schau mal, meine neuen Fingernägel. Sehen die nicht chic aus?“

„Du warst im Kosmetikstudio?“

„Ja, Mam.

Ich musste heute Vormittag viel Zeit tot schlagen und die Wohnung war in Ordnung. Es gab doch nichts zu tun, da bin ich eben etwas spazieren gegangen und wollte eigentlich shoppen. „

„Und bist dabei zufällig zur Kosmetikerin gestolpert. Kind, wie schaffst du es nur in so kurzer Zeit, dir ständig neue weibliche Tugenden anzueignen, die dir keiner gezeigt hat. Das war bestimmt teuer, ich muss wohl dein Taschengeld erhöhen. „

„Dagegen habe ich nichts, Mam, aber teuer war das Ganze auch nicht.

Ich habe nämlich nichts bezahlt. „

„Jeanie!!! Hast du etwa doch deine Magie angesetzt?“

„Nein, Mam, dafür nicht. „

„Also hast du doch deine Magie angewendet!“

Wie ein kleines Kind steht Jeanie nun vor ihrer Mutter, blickt schüchtern nach unten und scharrt mit ihrem Fuß herum. Zögernd antwortet sie ihrer Mutter.

„Na… jaaaaaa, …ähm ja… Da war so ne blöde Situation, die Bullen waren da… da musste ich es eben mal machen.

„Höre auf, herum zu stotternd und erzähle der Reihe nach, ich reiße dir schon nicht gleich den Kopf ab. „

„Von der Kosmetikerin habe ich dir schon erzählt. Sie hat mich umsonst hergerichtet und als Gegenleistung wollte sie, wie von einem Model, nur ein Foto von mir, das sie als Werbung in ihrem Laden aufhängen möchte. Morgen hole ich mir einen Satz Abzüge für mich ab, dann kannst du die Bilder auch sehen.

„Aha, und wann hast du deine Magie nun angewendet?“

„Ich war Zeugin bei einem Unfall und die Bullen wollten einen Ausweis von mir sehen. Leider waren nicht beide Männer, den Zweiten, die Frau, konnte ich nicht mit meinem Aussehen so beeinflussen wie Männer. Sie wollten unbedingt meinen Ausweis sehen, den brauchen sie für ihren Papierkrieg. Ich habe doch noch kein offizielles Dokument als Jeanie, so habe ich mir einen herbei gezaubert, aber nur den Ausweis!“

„Hat jemand was gemerkt?“

„Nein, Mam, ich war vorsichtig!“

„Na, da hast du dich geschickt mit deiner Magie aus der Affäre gezogen.

„Aber da war noch was, Mam. „

„So? Was denn?“

„Na der erste Bulle hat mich dermaßen angesabbert und auf offener Straße aus mir eine Wichsvorlage gemacht. Jeder konnte es sehen. Da habe ich mich so… so voll beleidigt gefühlt. Es hat nicht viel gefehlt und er hätte sich beinahe vor allen Leuten selber einen abgerubbelt. „

„Ach Kind! Jeanie an so etwas musst du dich als junge, attraktive Frau gewöhnen.

„Aber wenn es so offensichtlich ist?“

„Auch dann! Erzähle weiter, was hast du mit ihm angestellt?“

„Och… nicht viel, Mam, Ich habe ihm nur geholfen, sein gewünschtes Ziel ohne Anfassen zu erreichen. Glaub mir Mama, viel war dafür gar nicht notwendig, nur so ein ganz kleiner Stups. Er hat dabei nur eine feuchte Hose und einen knallroten Kopf bekommen. „

Jeanies Mutter hat arge Probleme, ernst zu bleiben, als sie sich alles bildlich vorstellte.

Jeanies Beichte im Kleinmädchen-Stiel hat nur alles schlimmer gemacht. Jeanie ist das schlechte Gewissen, wie bei einem Kind, anzusehen.

„Ach Jeanie, du sollst doch nicht die Menschen so manipulieren. „

„Habe ich doch gar nicht Mam, ich habe ihm doch nur seinen sehnlichsten Wunsch erfüllt. „

„Jeanie, höre bitte auf, ich kann nicht mehr. „

„Was denn Mam?“ kommt es unschuldig klingend von Jeanie.

„Das weißt du doch genau. “ kommt es mit einem Kichern von ihrer Mutter.

„Mam, hast du das vorhin mit der Taschengelderhöhung ernst gemeint?“

„Mal sehen, lass dir nicht einfallen, dein Taschengeld durch die Magie selber zu erhöhen, das wäre Betrug. „

„Aber Mama, was hältst du denn von mir?“

„Na, dann ist ja gut. „

„Du…uu Mam, da ist noch etwas!“

„Was hast du noch angestellt?“ So ganz kann sich dabei Jeanies Mutter noch immer nicht das Schmunzeln sich verkneifen.

„Nun ja, der Siggi hat heute zu Mittag Essen gekocht, Moni und mich dazu eingeladen. Nach dem Essen hat er mal wieder seinen Machokoller bekommen und meinte, dass nur Frauen zum Abwaschen da sind. „

„So, so und was hast du angestellt?“ Sie hat es jetzt wirklich sehr schwer ernst zu bleiben.

„Och, nichts Schlimmes, ich habe ihn nur zur Minna gemacht. „

„Ach, wenn es weiter nichts ist.

“ sagt ihre Mutter erleichtert.

„Du verstehst es falsch, Mam, er wurde zur Zofe Minna mit großer Oberweite, Korsett, schwarzem Kleidchen mit Häubchen und Servierschürzchen, so richtig sexy. Aber wirklich nur ganz kurz, bis er abgewaschen und uns einen Kaffee gemacht hat. Na ja, Moni hat noch ein kleines Späßchen mit ihm gemacht wovon er nur einen roten Kopf bekommen hat. „

„Aha, und was noch?“

„Nichts weiter, Mam.

Bei ihrer Beichte sieht Jeanie ihre Mutter noch immer wie ein kleines Mädchen mit unschuldigen Augen an, das vom Pudding genascht hat und dabei erwischt worden ist. Jeanies Mutter kann nicht mehr ernst bleiben und fängt herzhaft an zu lachen.

„Du bist gut, Jeanie. Hi, hi, hi! Aber ist das für Siggi nicht etwas zu heftig… hi, hi, hi… ihn in eine Frau und Zofe zu verwandeln?“

„Nöö Mam, er ist es schon so langsam gewöhnt.

„Daran gewöhnt? Ha, ha, ha… Wie oft hast du den Siggi denn schon verwandelt?“

„Na so einige Male, ich habe nicht mitgezählt, aber immer nur dann, wenn er zum Macho und Schnösel wurde. „

„Ist auch eine Variante, sich einen Mann zu erziehen, aber du hast mir versprochen, deine Magie nicht so oft anzuwenden. Und außerdem kannst du nicht so mit Menschen umspringen, das habe ich dir doch schon einmal gesagt.

„Das mache ich doch gar nicht so oft. Es war doch heute nur dreimal in der ganzen Zeit seit deinem Wunsch, dass ich in den letzten Tagen meine Magie angewendet habe. „

„Aha, nur dreimal!“

„Und außerdem muss ich doch in Übung bleiben, damit ich die Magie richtig beherrsche. „

Jeanies Mutter hat Tränen gelacht und trocknet sich erst einmal ihre Augen, nachdem sie sich beruhigt hat.

„Typisch Teenie, um eine Ausrede nie verlegen! Trotzdem zaubere nicht so viel durch die Gegend. „

„Ist ja schon gut, Mam. Wann gehst du morgen zum Schulamt?“

„Gleich am Vormittag! Noch eines, Kleines, deine Ablenkungsmanöver fallen auf. „

„Schade, aber kann ich mitkommen?“

„Diese Idee von dir finde ich nicht so gut, weil dann wohl die Dermatologen in der Umgebung vom Schulamt zu volle Praxen bekommen würden.

„Typisch, immer das Schlechteste von deiner Tochter denken, dabei bin ich doch eine liebe Dschinni. „

„Ja, ja, lieb und frech!“

„Du kannst Behauptungen aufstellen. Und was mache ich nun morgen den ganzen Tag? Da steht schon wieder das öde Alleinsein auf dem Programm. „

„Du könntest doch mal in deine Schulbücher rein schauen, damit du nachher nicht so viel nachholen musst.

„Hab ich doch schon längst erledigt Mam, als Moni und Siggi ihre Hausaufgaben gemacht haben. Im Moment machen die wohl nur Wiederholungen vom vergangenen Schuljahr. Die Lehrer können es eben nicht besser. „

„Das könnte dir auch nicht schaden, Kind. „

„Dachte ich auch, aber als ich mir die Aufgaben vorgenommen habe, war ich in fünf Minuten schon fertig und zwar ohne Magie! Ich glaube fast, dass Oma auch daran etwas gedreht hat.

Ich finde es nur von ihr komisch, dass sie nicht mal wieder vorbei kommt, sie war doch kurz nach meiner Verwandlung so neugierig. Und mein Erzeuger könnte sich auch mal so nebenbei blicken lassen und sich bei dir entschuldigen. „

„Die beiden möchte ich unbedingt auch mal kennen lernen und sie mir so richtig zur Brust nehmen. „

„Mama! Was ist denn neuerdings mit dir los? Seit dem ich Jeanie bin, bist du ja richtig kämpferisch, wie eine Walküre! Ich bedaure schon jetzt die Aktenwälzer morgen im Schulamt.

„Eben, weil du jetzt Jeanie bist, muss ich handeln. „

„Och und für Diet hättest du es nicht gemacht?“

„Doch, aber da war es noch nicht nötig. Er hatte nicht solche Probleme wie du jetzt. „

„Welche Probleme, Mam?“

„Du kannst mir doch nicht erzählen, dass dir alles, was mit dir in den letzten Tagen geschehen ist, so gar keine Probleme macht.

„Eigentlich, Mam, wenn ich ehrlich bin, sehe ich keine Probleme. Ich habe nur den Eindruck, dass du dir selber die ganzen Probleme aufhalst, dabei kann doch alles so einfach sein, ich könnte wieder zur Schule gehen und wäre auch keine so genannte illegale Person. Das Wichtigste dabei aber wäre dann auch, das ich nicht die ganze Zeit nur so herum hänge. „

„Ach Kind, fängst du schon wieder davon an? Ich möchte nicht, dass du deine neue Existenz mit Magie begründest, dass weißt du doch ganz genau.

„Aber Mama, durch die Magie bin ich doch Jeanie geworden! Warum kann sie uns nicht auch im Kampf mit den Bürohengsten helfen. Es regt dich doch alles nur unnötig auf. „

„Ist schon gut, Kleines. Es macht mir auch Spaß diese Typen auf Trab zu bringen. Das Einzige, was mir Sorgen macht, ist die Begründung warum du jetzt Jeanie, eine junge Frau, bist. „

„Das braucht es nicht, Mam, dein Doktor wird es schon richten.

Seine Ideen waren gar nicht so schlecht. „

„Woher weißt du das denn?“

„Schon vergessen? Ich bin ein Flaschengeist und kann vieles, was sich ein normaler Mensch nicht vorstellen kann. „

„Da bin ich aber gespannt. „

„Du Mam, da gibt es noch ein kleines Problem. „

„Was hast du heute noch so angestellt?“

„Na nichts weiter, Mam, ich habe dir alles gesagt aber ein Mädchen, unser Klassendetektiv schlägt wieder zu.

Wenn sie was findet, beißt sie sich wie ein Terrier fest. Ihr ist meine Ähnlichkeit mit Diet aufgefallen und lässt nun nicht mehr locker. Ich will den Gerüchten nun gegensteuern. „

„Und was willst du machen?“

„Ein kleines Treffen mit den Mädels bei Moni organisieren und zumindest ihnen bereits sagen, dass ich mal der Diet war, natürlich ohne zu sagen, dass ich eine Dschinni bin. „

„Und wie willst du es sagen?“

„Na so ganz locker, auf Frauenart bei Kaffee und Kuchen oder besser am Pool.

„Warum gerade am Pool?“

„Da hat man normaler Weise wenig oder gar nichts an. Ein unbekleideter Körper hat eine hohe Beweiskraft. Alle können sehen, das ich jetzt Jeanie bin und nicht mehr Diet. „

„Nicht schlecht gedacht, aber warum zuerst nur die Mädchen?“

„Na, mit ihnen komme ich doch in Zukunft viel näher in Kontakt als mit den Jungs, zum Beispiel beim Sport, in der Dusche oder auf der Toilette.

„Und wie willst du deine Verwandlung begründen?“

„Ich probiere einmal die Idee vom Doc aus, wenn unser Klassenschnüffler es akzeptiert, dann können wir die Sesselfurzer in den Ämtern auch überzeugen, da gibt es doch nur geistige Tiefflieger. Bist du damit auch einverstanden?“
„Versuche es, Jeanie. „

Das waren die letzten schweren Probleme, die Jeanie und ihre Mutter an diesem Abend besprachen. Der Rest bis zum Schlafen gehen war wieder ein intensiver, gemütlicher Plausch über viele interessante Themen.

Jeanie lernt ihre Mutter von einen ganz neuen Seite kennen. Durch ein Ankuscheln an ihre Mutter kann sie ihre Gefühle nun erneut wieder richtig zeigen und fühlt sich selber sehr wohl dabei.

Als Jeanie am nächsten Morgen aufsteht, ist ihre Mutter schon wieder weg. Gerne hätte sie mit ihr zusammen gefrühstückt. Nachdem sie die Küche und den kleinen Rest in Ordnung gebracht hat überlegt sie angestrengt, wie sie die folgende Zeit totschlagen kann.

Jeanie schaut aus dem Fenster und muss feststellen, dass es regnet und sie somit keinen Spaziergang machen kann.

Gelangweilt macht sie es sich mit Musik und einem Buch auf ihrem Sofa bequem und beginnt zu lesen. Aber selbst diese Beschäftigung ist nicht so kurzweilig, wie erhofft, und sie überlegt, was sie anderes tun kann. Lernen? Nur was? Das, was sie gestern bei Moni und Siggi gesehen hat, kennt sie schon.

Etwas wundert sie sich doch darüber. Ob ihre Vermutung stimmt, dass ihre Großmutter auch daran gedreht hat? Nach einigem Grübeln hat sie eine Idee. Zweimal ist das „Zieeeeeep“ zu hören. Mit dem ersten „Zieeeeeep“ hat Jeanie wieder ihre zartrosa, leicht transparente „Dienstkleidung“ an und mit dem zweiten ist sie aus ihrem Zimmer verschwunden.

„Hallo, Oma! Warum hast du dich nicht mehr gemeldet?“

„Huch, Kind, hab ich mich erschreckt.

Du kannst doch nicht so überraschend hier bei mir erscheinen?“

„Du siehst es doch, ich kann es, das ist wohl bei uns Familientradition! Du machst es auch so, aber erschrecken wollte ich dich nicht. „

„Es hat einige Zeit gedauert, bist du endlich kommst. Ich dachte, du kommst viel früher. „

In dem Moment ist ein lautes Kreischen aus dem Garten vor dem Fenster zu hören.

„Nanu, der lebt ja noch, ich dachte, der alte Pfau ist längst im Kochtopf gelandet. „

„Erstens ist der alte Vogel viel zu zäh und zweitens war er doch mal der Sultan. „

„Zurück verwandeln kann ich ihn wohl nicht, weil es seine Magie war, verstärkt durch den Ring. Kann er sich eigentlich noch an sein anderes Leben erinnern?“

„Nein, nur die ersten Tage, jetzt ist er nur ein alter, gerupfter Pfau.

Deshalb kümmere ich mich um ihn. Ich sehe, der Ring hat dich akzeptiert. „

„Was hat es denn nun mit diesem Ring auf sich?“

„Er verstärkt jetzt deine Magie und außerdem ist er das Zeichen deiner Herrschaft. „

„Äh, welche Herrschaft?“

„Deine Herrschaft über die Dschinns. „

„Das hättest du mir vorher sagen können, bevor ich den Ring nicht mehr vom Finger bekomme.

Ich habe ihn doch nur aus Trotz meinem Erzeuger nicht gegeben, weil er so gierig auf ihn war und ich ihn nicht kannte. „

„Eigentlich sollte er ja der Nachfolger vom Sultan sein. „

„Bin ich etwa auch mit dem Pfau irgendwie versippt?“

„Nur um fünf Ecken, er ist in gewisser Hinsicht so ein Ur-, Ur-Großonkel von dir. „

„Um fünf Ecken?

„So ungefähr.

Im Augenblick geht es hier drunter und drüber, weil kein Herrscher auf dem Thron sitzt. „

„Äh, was? Das kannst du dir abschminken, dass ich mich auf diesen Kissenberg fläze und die Girlies halbnackt vor mir rum hüpfen lasse, damit die alten Knacker was zu sabbern hat. „

„Ha, ha, ha Kind! Das brauchst du gar nicht, wenn du es nicht willst. Aber für Ordnung musst du als Herrscherin schon sorgen.

„Und wie?“

„Ernenne doch deinen Erzeuger und Vater zum Großwesir, also zu deinem Regenten. „

„Und die Puppen nach seiner Pfeife tanzen lassen. „

„Das musst du natürlich auch regeln. „

„Mam will dich kennen lernen, ihn natürlich auch. „

„Mal sehen, was sich machen lässt. „

„Eigentlich wollte ich von dir lernen, meine Magie richtig zu beherrschen.

„In Wirklichkeit brauchst du nichts zu lernen, sondern nur zu üben. Du kannst sie doch schon richtig verwenden, sonst wärst du nicht hier. „

„Mam will nicht, dass ich meine Magie allzu oft anwende, am liebsten gar nicht. „

„Typisch, dass wollte Gudrun früher bei deinem Vater auch nicht, da hat sie sich nicht verändert. „

„Dann gib ihr wenigstens ihre Erinnerung zurück, damit sie sich an meinen Erzeuger erinnert.

Sie ist manchmal aus unbestimmten Gründen so traurig. Es stört mich ungemein meine Mutter so zu sehen, normaler Weise ist sie immer fröhlich und sehr stark. „

„Das mit ihrer Erinnerung kann ich nicht, dein Vater muss sich ihr wieder nähern. War ihre Liebe wirklich so groß, wie er selber sagt, wird es zwischen den beiden wieder funken und sie kehrt zurück. Aber warum nennst du deinen Vater immer wieder nur dein Erzeuger?“

„Vater kann ich ihn nicht nennen, dazu hätte er sich um mich und auch vor allem um meine Mutter kümmern müssen, auch wenn meine Existenz verschwiegen werden musste.

Wege gibt es immer. „

„Ich glaube, da bin ich schuld. Ich habe ihm geraten, keinen Kontakt zu euch aufzunehmen. „

„Aber für uns sorgen hätte er können, auch dafür gibt es viele Wege und Möglichkeiten, gerade als Dschinn. „

„Ich dachte, dass er es macht. „

„Männer! Typisch! Das hättest du doch wissen müssen. Meine Mam hatte es anfangs sehr schwer für uns beide zu sorgen und musste viel arbeiten, bis sie ihre heutige Stellung erreicht hat und es uns besser geht.

„Das wollte ich so nicht, Kleines, du musstest am Leben bleiben und hier gerade mit deiner jugendlichen Unbekümmertheit endlich das Leben verändern, es wird langsam Zeit dafür. „

„Und das soll ich können?“

„Du tust es doch bereits schon oder warum laufen Fatima und Mahsud zusammen gekettet hier herum?“

„Eigentlich wollte ich nur Fatima bestrafen, weil sie, statt mir, meinem Freund aus Rache den Arsch versohlen wollte und weil sie durch ihre Lebensweise so gemein und fett geworden ist.

„Ja, ja, deine Anmerkung über das Attest und den Pferdearsch hat ganz schnell seine Runde durch den Palast gemacht. Pferdearsch, einfach herrlich, was für ein Ausdruck!“

„Du, Oma, sag mir mal, ist es normal, dass die Männer, sobald sie mich sehen, ihren Verstand abschalten, mit achtziger Kesselnieten mich sabbernd anstarren und selbst die Frauen so einige Probleme mit meinem Aussehen haben?“

„Das ist bei dir ganz normal, Kind.

Da du sehr selten in deiner Flasche gewohnt hast, konnte sich deine magische Aura voll entfalten, der Ring ist daran auch nicht so ganz unschuldig. Alle Menschen werden davon beeinflusst und da du eine junge weibliche Dschinni bist haben eben Männer, je nachdem wie sie sich beherrschen können, bei dir besondere Probleme.

„Kann ich das irgendwie ausknipsen?“

„Nein, Jeanie, dass gehört nun zu dir. „

„Mist! Wo sind wir hier eigentlich?“

„Na, Dummerchen, im Palast natürlich,“

„Nein, ich meine wo befindet sich der Palast?“

„In unserer Welt natürlich.

„Welche Welt meinst du denn?“

„Na, die Welt der Dschinns!“

„Ach lass es! Du verstehst es nicht, ist auch egal. Wo finde ich denn nun meinen Erzeuger?“

„Der schwirrt hier irgendwo im Palast herum, du brauchst ihn doch nur einfach zu rufen. Er muss dann zu dir kommen. Kind, du hast doch den Ring!“

„Und wie mach ich das?“

„Oh, diese Jugend! Einfach nur an ihn denken und an deinen Wunsch ihn zu sehen.

„So einfach?“

„Ja, so einfach ist die Magie!“

„Ich versuche es mal. Mmmm… Mal sehen…“

„Zieeeeeep“

„Verdammt! Was soll das! Mutter, …duuuuu?“

„Hi, hi, hi…!“

„Hallo, Paps! Ich bin’s, Jeanie, deine Tochter!“

„Duuuu? Verdammt, der Ring!“

„Genau, Vater, jetzt kriege ich ihn nicht mehr vom Finger.

„Hilfe, das Reich der Dschinns geht unter! Eine Frau ist der neue Herrscher!“

„Du meinst Herrscherin! Aber Papa, was denkst du denn von deiner lieben Tochter!“

„Ich?“

„Klatsch!“ Nach der letzten dummen Frage hat er mit der Hand seiner Tochter im Gesicht Bekanntschaft gemacht, Ein Handabdruck blüht in seinem Gesicht auf, die fünf Finger sind deutlich zu erkennen.

„Au! Was soll das? Ich bin schließlich dein Vater!“

„Na und? Aber nur aus Versehen.

Das war übrigens für Mam, weil du sie alleine gelassen hast. Andauernd kannst du immer nur immer ich, ich, ich, ich blöken. Nie denkst du an andere, noch nicht einmal an deine Tochter, geschweige denn an ihre Mutter! Dabei hätte sie dich so dringend gebraucht. Du kannst dich nur an halbnackten rumhüpfenden Mädchen aufgeilen. Wohl möglich lässt du dir von ihnen einen blasen und fragst dann noch hinterher „Na Mädel, war ich gut„, wie so ein oller Macho.

„Jeanie, wie wagst du es mit mir, deinem Vater, zu reden? Wo bleibt denn da der Respekt?

„Pah“ Respekt! Dir haben sie wohl deinen Turban mit Reiszwecken angetuckert. Respekt muss man sich auch als Vater erst verdienen und nicht glauben, dass dafür einfaches Schwanzwedeln reicht, denn das reicht gerade mal um nur als Erzeuger bezeichnet zu werden. „

„Was habe ich da bloß gezeugt? Ich verstehe die Frauen nicht mehr.

„Genau das meine ich doch. Manche Männer versuchen ein Leben lang die Frauen zu verstehen und scheitern, da beschäftigen sie sich viel lieber mit leichten Sachen, wie zum Beispiel die Relativitätstheorie. „

„Relativ…. Äh was?“

„Sag mal, kommst du vom Mond oder was ist mit dir los? Wird langsam mal Zeit, dass du bei den Menschen zur Schule gehst und dir das laufende, normale Grundwissen aneignest.

Dumme gibt es genug auf einen Haufen. „

„Weib! Wie redest du mit deinem Vater? Es widerspricht doch der Jahrtausende alten Tradition. Alle Frauen haben nur eine dienende und die Männern die herrschende Rolle. Frauen haben die Männer zu erfreuen. „

„Wo hast du denn bloß diesen idiotischen Müll her? Dann wird es Zeit, dass du mal den Kochtopf kennen lernst. Ich mache dich einfach zur Minna und du darfst dann als Zofe dienen.

Zu viel Staub hat sich hier, in dieser Welt abgelagert, er muss weg. „

„Untersteh dich! Ich ein Weib?“

„Hä? Was willst du dagegen tun? Mit deiner Magie rumpuffen und den Ring herausfordern. Mal auch zur anderen Hälfte des Lebens zu gehören würde dir ganz gut tun. Das würde dir mal helfen, die Welt aus anderen Augen endlich richtig zu sehen. „

„Das ist das Ende! Ja, ich sag euch, wahrlich das Ende aller Zeiten!“

„Siehst du, Oma, jetzt kommt er mit den alten Dichtern weil er nicht mehr weiter weiß! Mensch, ziehe bloß Leine, ehe ich mich vergesse.

„grummrlll grrrrrrr…..“

„Ha, ha, ha Jeanie, du bist gut, siehe mal, wie der abzieht!“

„Ja, ja, Männer sind eben wie Milch, lässt man sie mal stehen, werden sie gleich sauer!“

„Oh ja, Jeanie, du hast Recht! Ich habe lange nicht mehr so gelacht und ich glaube, du wirst hier den Jahrhunderte alten Staub aus dem Palast fegen. Darauf habe ich mich schon seit deiner Geburt gefreut.

Nur wer als normaler Mensch aufwächst, kann hier aufräumen. Du hast wenigstens dafür die notwendigen offene Augen, ohne Scheuklappen und siehst alles. „

„Also spiele ich doch den Revoluzzer?“

„Revoluzzer? Kind, deine Redeweise ist richtig drollig, so erfrischend. „

„Aber Oma! So sprechen die Menschen heute. Es wird nicht mehr so viel drum herum geredet oder umschrieben, sondern direkter gesagt. „

„Eines bedauere ich allerdings sehr, dass ich nicht erlebt habe, wie du aufgewachsen bist.

„Selber schuld! Dann nutze wenigstens jetzt die Zeit und nimm an meinem Leben teil. „

„He, Kleines, warte! Wo willst du hin?“

„Ich komme gleich wieder, Oma. Ich gehe nur mal ein bisschen Staub aufwirbeln!“

„Ja. Ja, bloß keine Zeit verlieren. „

„Bis gleich, Oma!“

Jeanie hat einen Entschluss gefasst und will ihn sofort verwirklichen.

Hurtig, wie ein Wirbelwind fegt sie durch die Gänge des Palastes. alle die ihr begegnen werden wie Laub im Sturm beiseite gewirbelt. Sehr viel Unruhe verbreitet Jeanie. Erst von den Wachen vor dem Thronsaal wird sie aufgehalten.

„Halt, Dienerin, wohin willst du?“

„Na da rein, wohin sonst?“

„Sag mal, dir geht es wohl nicht gut? Wie kannst du nur solches vermessene Ansinnen haben?“

„Och mir geht es gut und außerdem habe ich einen Schlüssel für alle Türen! Siehe mal genauer hin.

Jeanie zeigt den Wachen die Hand mit dem Ring. Als sie diesen sehen, treten alle respektvoll zur Seite und verneigen sich vor Jeanie, eigentlich aber nur vor dem Symbol der Macht, vor dem Ring.

Ihnen ist es egal, wer ihn trägt. Sie sind und bleiben eben nur Wächter. Ehe sie wieder reagieren können, stößt Jeanie die Tür zum Saal mit einem lauten Krachen auf und erblickt das, was sie erwartet hat.

Alle 18 Greise sitzen wieder im Halbkreis vor dem leeren Thron auf ihren Kissen und geifern erneut halbnackte, tanzende Mädchen an. Dummer Weise haben ihre Frauen sie von ihren Tugendwächter zu schnell befreit. Wie ein Fuchs im Hühnerstall stürmt Jeanie zwischen die Mädchen und scheucht sie aus dem Saal.

Ein Knäuel leicht bekleideter Mädchenleiber mit wehenden Gewandresten verlässt eilig kreischend den Saal.

Ihre Hände in die Hüfte gestemmt, blickt sich Jeanie im Saal um.

Sie steht auf fast demselben Platz wie vor einigen Tagen schon einmal, nur die Vorzeichen sind heute anders. Die Wesire sehen den Ring an ihrer Hand und ahnen nichts Gutes, sie sollten Recht behalten.

„Genau so habe ich es mir vorgestellt. Statt eure Aufgaben als Wesire zu erfüllen, sitzt ihr hier im Saal auf euren dicken Hintern herum, fresst und sauft euch die Wampen voll. Aber nicht nur das, ihr sabbert wieder hinter jungen Frauen her und zwingt sie eure Perversitäten zu erfüllen.

„A…aaaa… aber das ist doch die Bestimmung des Weibes, ihrem Herren in allem zu dienen. „

„Unsinn!“

„Du sprichst doch nur so respektlos mit uns, weil du Weib den Ring trägst. „

„Du hast Recht, ich trage den Ring und er hat mich angenommen. Kraft des Ringes und der Herrschaft über die Dschinns seid ihr ab sofort auf Rente gesetzt. Legt alle sofort eure Symbole der Ämter vor euch ab und verlasst mit flinken Füßen den Palast.

Wagt es nie wieder hier zu erscheinen. „

„Aber Herrin…!“

„Was soll denn das bedeuten?“

„Nichts weiter, es ist nur Revolution und die Dinge werden endlich zurecht gerückt. „

„Hilfe, das ist endgültig der Untergang!“

„Gnade!“

„Seid ihr alten Schnösel immer noch hier? Wache! Zeigt ihnen, wo der Ausgang ist! Alles raus! Sofort! Sonst…. „

„Erbarmen!“

„Nein, nicht!“

„Ah, ehe ich es vergesse!“

„Zieeeeeep“ und alle alten Knaben haben von Jeanie diesmal ein versiegeltes Abschiedsgeschenk bekommen, ein bequemes, unbequemes Höschen aus Metall vom Typ „Siggi-Spezial“, das ihre Männlichkeit wegsperrt.

Dank der Erfahrung von Siggi, kühlen diese Spezialanfertigungen immer wieder das Teil, was sich erregt aufrichten will.

„Die ersten stählernen Höschen hättet ihr lieber behalten sollen. Ich hätte eben dafür sorgen müssen, das ihr sie durch eure Frauen nicht schon nach einigen Stunden wieder los werden konntet. Ich hätte sie so dauerhaft wie eure neuen Tugendwächter gestalten sollen. Sagt euren Frauen Bescheid, wenn sie den Inhalt eurer Neuerwerbung nutzen wollen, sollen sie zu mir kommen und sich die Schlüssel holen, diesmal verschwinden sie nicht von selber mit Hilfe eurer Frauen!“

Fluchtartig verlassen alle jammernd vor Angst breitbeinig gehend augenblicklich den Saal nachdem sie die Symbole ihrer Macht abgelegt haben.

Ihre Flucht wird mit einem Lächeln von Jeanie begleitet. Eine dunkel gekleidete Gestalt tritt auch diesmal wieder aus dem Hintergrund hervor.

„Jeanie, Tochter! Was machst du? Du kannst doch nicht alle Wesire entlassen. Wer soll denn regieren und für Ordnung sorgen?“

„Na, ich zusammen mit den Wesiren! Und du auch hier?“

„Welche Wesire? Sie sind alle weg!“

„Na und? Ich suche mir eben Neue!“

„Und wen?“

„Weiß ich noch nicht! Es werden sich schon welche finden.

„Du kannst doch nicht jedem Beliebigen diese Aufgaben in die Hände legen. „

„Warum nicht? Ihre Entscheidungen werden für die Menschen viel besser sein als die von den alten Knackern. „

„Tochter, aber…. „

„Ach, auf einmal bin ich deine Tochter? Wo warst du denn in den vergangenen 18 Jahren? Andauernd lauerst du nur im Hintergrund und versuchst Brosamen aufzusammeln, die dich nichts angehen, statt dich um deine Familie zu kümmern.

„Aber du weißt doch, es musste…“

„Ach halt deinen Schnabel! Du kannst jetzt gehen!“

„Ich will…“

„Schon wieder ich, ich? Geh endlich weg und denke mal gründlich nach!“

„Hi, hi, hi, Jeanie, ich sehe, du hast ganz schön Staub aufgewirbelt. „

„Mutter! Wie kannst du nur…“

„Ach, halt den Schnabel und tue, was deine Tochter gesagt hat.

Übe dich mal ausnahmsweise im Denken. „

„Ich kann doch…“

„Geh mein Sohn, sonst muss ich meine Erziehungsmaßnamen wieder aufnehmen, auch wenn du vielleicht schon erwachsen bist, du bleibst mein Sohn, dem man den Hintern, äh wie sagtest du, Jeanie, so schön, den Arsch versohlen kann. „

„…so endlich ist er weg. Typisch Mann, ob er lernen kann?“

„Weiß ich nicht, Oma.

Jetzt muss ich neue Wesire finden. Ich muss mir was einfallen lassen. Einen Moment! Verdammt, schon so spät! Nanu? Warte! Mam, ruft mich, ich muss los. „

„Nein warte, Jeanie, hole sie doch auch her und kommt beide in meine Zimmer. „

„Du meinst… einfach so?“

„Natürlich, du bist doch eine Dschinni. Ich möchte mich mit ihr etwas unterhalten, die Zeit ist reif dafür. „

„O je, das gibt bestimmt Zoff.

Ein „Zieeeeeep“ und Jeanie ist wieder in den Räumen ihrer Großmutter.

„Zieeeeeep“ und Jeanies Mutter steht in einem kostbaren, festlichen Gewand neben ihr. Jeanie nimmt schnell die Hand ihrer Mutter, die sich etwas erschrocken umblickt.

„Entschuldigung Mama, es musste sein. Ich kann hier im Augenblick nicht weg, und du hast nach mir gerufen. Oma ist nebenan und will dich auch sprechen. „

„Jeanie! Wie konntest du mich nur so einfach …“

„Na wie immer, einfach mit einem „Zieeeeeep“.

„Jeanie! Was ist das für Kleidung, die ich trage, und warum wendest du deine Magie an?“

„Mam, du bist jetzt vorübergehend bei den Dschinns, hier muss ich sogar meine Magie anwenden. Ich habe dir auch ein traditionelles, festliches Gewand gegeben. Jeder, der dir hier begegnet soll wissen, dass du meine Mutter bist, dich zu ehren hat und deine Wünsche auch Gesetz sind. „

„Das ist alles so verwirrend.

„Macht nichts, du gewöhnst dich daran. „

„Ist er auch hier?“

„Du meinst meinen Erzeuger? Vielleicht! Jedenfalls war er noch vor einer Weile im Palast, jetzt schmollt er in irgendeiner Ecke. Ach, noch eines!“

„Zieeeeeep“ und eine sehr junge Dienerin steht neben Jeanie.

„Jeanie, du sollst doch nicht…. „

„Schon gut, Mam. Höre Mädchen.

Das hier ist meine Mutter. Du wirst stets an ihrer Seite bleiben, ihr helfen und alle ihre Wünsche erfüllen. Ach noch eines, ab sofort bist du keine Sklavin mehr. Du hast nun die Wahl, den Palast zu verlassen oder meiner Mutter aus freien Stücken zu dienen. „

„Herrin! Ich bleibe! Wo soll ich denn sonst hin? Eine Familie habe ich schon lange nicht mehr. „

„Gut, so sei es.

Knie dich das letzte Mal vor mich hin. „

„Herrin!“

Jeanie legt ihre Hand mit dem Ring auf das Sklavenmal an der Schulter des Mädchens. Ein kurzes Aufleuchten des Ringes begleitet das Verschwinden des Zeichens. Das Mädchen merkt einen kurzen Schmerz.

„Aua! Verzeihung, Herrin!“

„Schon gut. So, Dienerin meiner Mutter, erhebe dich nun, von jetzt an bist du eine freie Frau und kannst selber entscheiden ob und wem und wo du dienen möchtest.

Ich kann dir nur raten, vertraue dich ruhig meiner Mam an und kümmere dich um sie mit ehrlichem Herzen, so wirst du es gut haben. „

Noch einmal verneigt sich die Dienerin vor Jeanie.

„Ich höre und gehorche. „

„Jeanie, ich brauche keine Dienerin. „

„Doch Mam, hier im Palast brauchst du eine Hilfe und hier habe ich das Sagen. Du darfst, nein musst mich weiterhin darauf aufmerksam machen, wenn ich was Falsches mache.

Du darfst es, denn du bist und bleibst meine Mam! Mütter werden hier besonders geehrt und geachtet. Sie dürfen ihre Kinder zu jeder Zeit sehen und sogar zur Ordnung rufen, egal welche Stellung ihr Kind einnimmt. Genauso, wie eben, brauchst du mich nur zu dir zu rufen, und ich werde erscheinen, Diese gute Tradition behalte ich bei, Mütter haben die größere Lebenserfahrung als ihre Kinder, und ich kann von dir noch vieles lernen. Sprich am besten mit Oma.

Ich muss noch einiges in Ordnung bringen und anfangen, den Staub der Jahrhunderte zu beseitigen. Zumindest ist deine Dienerin die erste, die keine Sklavin mehr ist. „
„Und was ist mit all den anderen Sklaven?“

„Ich werde viel zu tun haben, bei allen Sklaven das Sklavenmal zu beseitigen. Ich muss dabei mit Bedacht vorgehen und vorher dafür sorgen, dass sie irgendwo gebraucht werden, ein Heim haben und dann auch ein nützliches und sinnvolles Leben führen können.

Ich kann nicht so pauschal Knall auf Fall alle Sklaven gleichzeitig vom Schandmal befreien. Du siehst es an deiner Dienerin, sie alle haben keine Familie mehr und würden mit leeren Händen dastehen, eben weil sie so lange Sklavinnen waren. „

Sprachlos sieht sie ihre Tochter an, die ihre Hände vor ihre Brust kreuz und sich vor ihrer Mutter verneigt.

„Mam!“ sagt Jeanie noch und mit einem „Zieeeeeep“ ist sie verschwunden.

„Hallo, Gudrun!“

„Sie? Sind sie die…..“

„Ja, ich bin Jeanies Großmutter und deine Schwiegermutter. So sagt man doch bei euch. Die Kleine ist gut, nicht war? Sie ist uns beiden gut gelungen. Komm, setz dich zu mir, wir habe viel zu besprechen. „

Jeanis Mutter macht es sich bequem, ihre Dienerin setzt sich hinter sie und erwartet ihre Befehle.

„Ah, ich sehe, deine Tochter sorgt gut für dich.

„Du meinst dieses junge Mädchen?“

„Ja, deine Dienerin. „

„Ich weiß gar nicht, was ich mit ihr soll, aber eine Sklavin ist sie seit eben nicht mehr. „

Fortsetzung folgt!.

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