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Liebesbrief an … Alle!

Lieber Du, der du das hier jetzt gerade liest.

Du bist ein Teil von ### und ### war zeitweise ein wichtiger Teil meiner … Ausbildung, will ich es mal nennen. Du bist einer der Leser hier. Vielleicht einer derjenigen, die nie ein Wort sagen und nie eine Bewertung vornehmen. Oder einer derjenigen, die sich vornehm zurückhalten und selten zu Wort melden. Oder einer von denen, die öfter einen Autoren mit Feedback beehren und sagen, ob ihnen was gefallen hat oder nicht.

Ja, vielleicht bist du sogar einer der selbsternannten Kritiker, die hier andere Schreiber mal mehr mal weniger harsch in ihre Schranken zu weisen versuchen. Oder am Ende einer der Trolle, die eigentlich nicht wirklich Konstruktives von sich geben mögen oder ein Hater, der seinen Frust ablassen will.

Es spielt aber keine Rolle, welcher Kategorie du sich zuordnen würdest – oder welcher ich dich davon abweichend vielleicht zuordnen wollen würde. So oder so bin ich dir letztlich zu Dank verpflichtet.

Als ich vor über fünf Jahren hierherkam, war ich mir meiner selbst nicht wirklich sicher. Ich wusste, dass ich ein Geschichtenerzähler sein wollte und irgendwie auch sein könnte. Aber meine diesbezügliche Reise hatte doch gerade erst begonnen. Ich war Anfang dreißig und hatte schon viel geschrieben. Aber gewisse, weit zurückreichende Blockaden hatten mich immer davon abgehalten, es so richtig und ernsthaft mit der Erschaffung von Unterhaltungsliteratur zu versuchen.

Meine ersten Gehversuche hier und bei Sevac brachten mir so einige ermutigende Kommentare und überaus fruchtbare Korrespondenzen ein.

Und … eine ziemliche Menge Tiefschläge von Leuten, die ich mit meiner großen Klappe dann auch noch weiter anspornte, mich schön im Fadenkreuz zu behalten.

Heute weiß ich, dass ich damals noch viel zu lernen hatte. Hindsight is 20/20. Aber heute weiß ich auch, dass ich schon damals nicht übel war. Recht ungeschliffen und gewiss kein Diamant, aber wer will schon durchsichtig sein. Da es meine Lieblingsfarbe ist, betrachte ich mich lieber als Aquamarin, denn Blau macht schließlich glücklich.

Den Schliff, der nun dafür sorgt, dass ich mich Schriftsteller nenne, erhielt ich nicht zuletzt hier. Hier lernte ich Leute wie MagnoliaS, MaitreNuit, PastPerfect und KrystanX kennen, um nur einige zu nennen, denen ich unendlich wertvolles Feedback verdanke und mit denen ich mich großartig unterhalten habe. Eine erschöpfende Liste dieser durchweg von mir positiv wahrgenommenen Menschen kann es nicht geben, aber meine Favoritenliste gibt so einige preis, die selbst hier veröffentlichen.

All diesen Menschen gilt mein ganz besonderer Dank.

Hier lernte ich auch, wie unfair, niederträchtig und hasserfüllt manche Menschen mit anderen im Schutz einer gewissen Anonymität umgehen. Nicht, dass ich nicht vorher auch schon das Internet kannte, aber immerhin ging es diesmal um meine Geschichten, in denen immer auch Herzblut steckt. Da schmerzt es dann besonders, wenn Kritik ausgeteilt wird und es ist umso leichter, gewisse Dinge persönlich zu nehmen.

Aber auch das war Teil der Lektionen, die ich hier lernte. Und deswegen bin ich Leuten wie beispielsweise Rosettenfreak und Auden James auch in gewisser Weise dankbar.

Eigentlich bin ich diesen selbsternannten Experten in Sachen Qualität erotischer Literatur sogar sehr dankbar. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Ich habe mich auf zahllose, völlig sinnbefreite und unnötige Streitgespräche mit Menschen einlassen müssen, die nie etwas anderes wollten, als mir irgendwie in die Klöten zu treten, bevor ich endlich lernte, was ich unbedingt lernen musste – Haters gonna hate.

Als Nebeneffekt lernte ich dann dabei auch, dass es immer Leute geben wird, denen einfach nicht gefällt, was ich verzapfe. Und dank der teils neidgeborenen, teils auch einfach von allgemeinem Welthass angetriebenen Angriffe konnte ich diese andere Kategorie derer, die meine Werke nicht ausstehen können, mit sehr viel mehr Verständnis ertragen lernen.

Wie ich heute weiß, ist das eine unheimlich wertvolle Gabe, denn andere verzweifeln bereits an einfacher, geschmacksbasierter Ablehnung und stellen dann auch durchaus mal sich selbst in Frage.

Ich kann hingegen mit den Schultern zucken und mir denken: ‚Better luck next time. ‚ Es kann nämlich einfach niemals allen gefallen. So ist das nun einmal mit Kunst gleich welcher Art.

Ich habe mich dieser Art von Hass mit meiner mir eigenen Dickköpfigkeit entgegengestellt und das Feuer auch durchaus geschürt. Wer alte Kommentarschlachten ausgräbt, die nicht teilweise gelöscht wurden, kann durchaus sehen, dass ich kein Engel war. Ich war bestimmt nicht der nachgebende Klügere, sondern eher der tierisch angepisste, räudige Steppenköter, der vielen Angriffen mit Gegenangriffen begegnete.

Ich bin nicht unbedingt stolz darauf, aber ich schäme mich auch nicht dafür. So bin ich eben.

Aber ohne eine dritte Gruppe hier bei Lit hätte ich dieses Dauerbombardement mit schlechter Laune und selbsthass-getriebener Aggression nicht auf Dauer widerstehen können. Zu viel Ablehnung zieht nämlich auch den optimistischsten Sonnenschein runter und zerstört letztlich auch die Motivation. Aber glücklicherweise gab es ja auch noch die Masse mehr oder minder anonymer Leser, die mir zeigten und auch bis heute noch weiter zeigen, dass sie meine Geschichten ziemlich gut finden.

All diejenigen, die mir Kommentare und Mails schreiben und meine Bewertungen trotz zeitweise wirklich massivem Downvoting recht weit oben halten. All diejenigen, die mir zeigen, dass trotz und wegen irgendwelcher angeblichen Schwächen in meinem Stil meine Geschichten genau so sind, wie sie die haben wollen.

Ich will es ganz offen und ehrlich sagen: Ohne diese dritte Gruppe hätte ich vielleicht irgendwann das Handtuch geworfen. Unabhängig davon, dass mir Einzelne, die ich näher kannte, immer wieder sagten ich sei doch ziemlich gut, hätten die Hater mich vielleicht weit genug runtergezogen.

Es gab Zeiten, wo ich von Lit so dermaßen die Schnauze voll hatte … Und Sevac war einfach nicht das Gleiche, denn da ist der Leserkreis nun einmal kleiner.

Aber wenn ich down war, musste ich mir nur ansehen, wie viele Leute die Meinungen der insgesamt ja nicht einmal sehr zahlreichen, sondern nur lautstarken Trolle NICHT teilten. Und wenn ich diese Zahlen miteinander verglich, konnte ich mich der Tatsache nicht verschließen, dass es offenbar so einige Leute gab, die meinen Stil und meine Geschichten mochten.

Auch das war eine Lektion, die als unbezahlbar gelten dürfte: Nicht das lauteste Feedback ist das Wichtigste, sondern was die leise Masse denkt. Etwas, worauf zu achten und das zu verstehen ich erst lernen musste.

Tja, und nun stehe ich gewissermaßen am Beginn meines nächsten Lebensabschnittes. Ich bin Schriftsteller. Ich verdiene Geld mit meiner Schreiberei. Ich verkaufe eBooks über Amazon und das ist erst der Anfang.

Als Selbstständiger kann ich durchaus realistisch kalkulieren, Produktionszeiten und Wertigkeiten abschätzen und Prognosen erstellen. Wie ich es drehe und wende, ich wäre ein kompletter Vollidiot, würde ich diesen Weg nicht endlich mit aller Kraft gehen. Der Dank für den letzten, entscheidenden Arschtritt, um mich in diese Richtung endlich in Bewegung zu setzen, gebührt übrigens Krystan, der allen Kritikern zum Trotz bereits seit geraumer Zeit Schriftsteller ist.

Schriftsteller im Sinne von jemandem, der hauptberuflich Autor ist, übrigens.

Jemand, der seinen Lebensunterhalt mit der Schreiberei bestreitet. Jemand, der damit sein Geld verdient.

Das ist es, was ich nun auch tue. Was ich nun auch bin. Und dafür muss und will ich ALLEN Leuten bei ### meinen Dank aussprechen. Lit hat mich unheimlich viel gelehrt. Und dabei habe ich noch gar nicht über den ganzen englischsprachigen Bereich gesprochen, in den ich mich langsam ebenfalls hineinbewege. Hier habe ich unheimlich viel gelernt und deswegen werde ich lit auch nicht den Rücken kehren.

Wer über meine Pläne mehr erfahren will, findet in meinem Profil hier den Link zu meinem Blog, wo ich darauf eingehe. Kurz gesagt werde ich auch weiterhin kostenlose Geschichten schreiben und auch begonnene Projekte beenden. Einige dieser Geschichten werde ich AUCH zum Verkauf anbieten, aber wer will, kann sie eben einfach kostenlos genießen. Nennen wir das meinen Dank an all die Leser, die mir auf diesem Weg so toll mitgeholfen haben.

Ich wünschte, ich könnte eine Liste all der Leute zusammenstellen, denen ich besonders dankbar bin. Da sind so einige Namen von Autoren oder Lesern hier, die mir sofort in den Kopf kommen. Aber ich würde einfach zu viele vergessen, die auch eine Erwähnung verdient hätten. Und deswegen versuche ich es gar nicht erst.

Wer immer vermutet, ich könnte ihm oder ihr ganz besonders dankbar sein, hat vermutlich absolut Recht damit und darf sich breit grinsend darüber freuen.

Ich sage immer, dass sich jeder den Schuh anziehen soll, wenn er ihm passt. Das gilt auch in diesem positiven Zusammenhang!

Wer immer sich nun über mich ärgert und sich auf die Zehen getreten fühlt, dem kann ich dabei nicht wirklich weiterhelfen. Ich bin einer ganzen Reihe von Leuten hier auf eine Weise dankbar für ihre Beteiligung an meinen Lektionen, die eher der Dankbarkeit eines Mannes gegenüber der ersten Frau ähnelt, die ihn übel verladen hat, weil er dank ihr gewisse Fehler nicht mehr wiederholt.

Es ist eine grimmige Dankbarkeit, die nicht wirklich freundschaftliche Gefühle beinhaltet. Aber sie ist auch frei von Hass. Jegliche Hassgefühle, die ich dahingehend mal gehabt haben mag, sind in Mitgefühl ersoffen, weil ich so meine Ahnungen habe, was diese Trolle und Hater fertigmachen mag.

Mein Dank ist also ehrlich gemeint und manchmal kommt er auch zusammen mit einem widerwilligen Respekt daher. Naja, ein spezifisches Mal, genaugenommen, denn wenn ich Auden James auch weiterhin nicht leiden kann, ist er doch der konsequenteste Troll, der mir bisher untergekommen ist.

Es tut mir tatsächlich leid, dir einmal einen blutigen Unfalltod gewünscht zu haben, Auden. Du bist zwar ein Arschloch, aber immerhin stehst du auch ganz offen dazu und gibst dich nicht anders, um einem dann den Dolch in den Rücken zu rammen. Du kommst schon mit dem Ding in der Hand auf einen zu und das muss ich anerkennen.

So, nun aber langer Rede, kurzer Sinn:

Danke ###.

Danke an alle Leser, Kommentatoren und Autoren. Jeder hat auf seine Weise dazu beigetragen, mir ganz persönlich weiterzuhelfen und ich wünsche tatsächlich jedem ein Stück vom Glück – falls noch jemand Herrn Rossi kennt.

Ich widme mich jetzt wieder meinem Stück davon. Bis zur nächsten Geschichte von mir hier. Man sieht sich. Oder eben auch nicht. ;-).