Levelworld
Veröffentlicht am 18.12.2024 in der Kategorie AllgemeinGeschätzte Lesezeit: 31 Minuten, 10 Sekunden
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Vorwort allgemein _ Es ist an der Zeit, meinen Nachlaß zu ordnen. Aus den verschiedensten Gründen standen meine Geschichten auf unterschiedlichen Seiten mit wechselnden Pseudonymen. Nun möchte ich die Arbeit von Jahren bündeln. Eine Nachbearbeitung findet nur rudimentär statt.
Alle Personen in dieser Story sind über 18 Jahre alt
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Vorwort speziell _ Keine Ahnung, wann ich das geschrieben habe.
Online war das jedenfalls noch nie.
Könnte auch in ‚Romantic‘ oder ‚Lesbos‘ stehen. Sehr leise geschrieben, mit viel Gefühl halt.
Wer den harten Sex sucht sollte hier abbrechen.
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Prolog
Über Nacht war der erste Schnee gefallen. Gnädig hatte er sich über das Grau der Stoppelfelder gelegt, balancierte auf den Ästen kahler Bäume, und auf den zerschlissenen Sitzen von Wippen und Schaukeln thronten plötzlich blütenweiße Kissen.
Hannahs Blick glitt über den Kinderspielplatz hinweg, der an Besuchertagen von übermütigem Kindergeschrei und besorgten Elternrufen erfüllt war. Am Ende der Tals, bis weit den Berg hinauf, der Ort, dem das Haus seinen Namen verdankte; Seniorenheim Glücksdünken.
Vorsichtig tastete sich Hannahs Hand an einem Kabel entlang, bis sie am Ende das Kästchen mit den verschiedenfarbigen Knöpfen erreichte. Ein Druck auf die mittlere Taste richtete unter leisem Brummen das Kopfteil ihres Bettes auf.
Jenseits der Zimmertüre erwachte der Tag. Hannah hörte gedämpfte Stimmen, das Klappern von Geschirr und das Stakkato von Absätzen. Bald würde ihre Zimmertüre aufgerissen, eine der Schwestern würde hereinwehen, ihr sagen, wie gut sie heute Morgen doch aussähe, das Frühstückstablett auf dem Tischchen abstellen und über sie schwenken. Hannah hustete trocken. Flüssiges Feuer brannte in ihren Lungen und langsam neigte sich ihr Kopf zur Seite. Auf dem Nachttischchen stand ein gerahmtes Bild von Viktor.
Ein schwaches Lächeln zog über Hannahs Gesicht. ‚Nicht mehr lange, Viktor. Dann sehen wir uns wieder‘, dachte sie und schloß erschöpft die Augen.
Eine Stunde später befand sich Hannah auf dem Weg zum grünen Salon. Die Gäste, so nannte man die alten Damen im Seniorenheim, wußten nichts von der Existenz dieses Raumes, wenngleich sie davon ahnten. Zwei starke Pfleger hatten Hannah auf ein einfaches Bett gelegt und den ausgezehrten Körper der 92 jährigen mit einer blütenweißen Decke zugedeckt.
Während die Schwestern die Gäste ihn ihren Zimmern hielten, schoben die Pfleger Hannah zum Aufzug. Der grüne Salon war unmöbliert und die Klimaanlage verteilte eiskalte Luft. Der Atem der Männer gefror zu kleinen Wölkchen.
1
Wildblumenwiesen hatte Hannah schon immer gemocht. Das Nebeneinander verschiedenster Formen und Farben, im Chaos nur der eigenen Ordnung gehorchend, symbolisierten sie auch ein wenig Hannahs Leben. Langsam und vorsichtig richtete sich die Greisin auf.
Erst als sie aufrecht inmitten der Farbenpracht saß, wurde sie sich der Trabweite ihrer Tat bewußt. Seit Jahren hatte sie keine Kraft mehr gehabt, sie so zu bewegen. Und jetzt das! Langsam schweifte ihr Blick über das unendliche Farbenmeer. Hannah erfreute sich am Duft der Blüten und Gräser, und als sie ihre Lungen mit der Würze füllte, blieb das angstvoll erwartete Brennen aus. Erschöpft von diesen Eindrücken ließ sie sich wieder auf das Bett aus Gras sinken.
Mit einem wohligen Seufzer aus tiefstem Herzen wurden ihre Lieder schwerer und schwerer bis der Schlaf sie zu sich holte.
2
Auf den eigenen Beinen zu stehen war für Hannah so überwältigend, daß sie die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. Minutenlang lies sie sich von der Euphorie tragen, hob die Arme und legte den Kopf in den Nacken. Der Himmel war tiefblau, nur vereinzelt zeigten sich Kumuluswolken, kleinen Wattebäuschchen nicht unähnlich.
Leise drang das Plätschern von Wasser an ihr Ohr. Vorsichtig, jeden Schritt sorgfältig planend, bewegte sich Hannah auf das Geräusch zu.
Der Blick auf ihr nacktes Spiegelbild im seichten Wasser ließ die Greisin aufstöhnen. Schlaff hing die Haut an Beinen und Armen herab und vor dem Bauch schien sie eine Schürze zu tragen. Wieder stiegen Hannah Tränen in die Augen, diesmal vor Scham vor ihrem eigenen Abbild. Sachte berührte sie ihre Brüste, auf die sie in jungen Jahren so stolz gewesen war.
Schwer wog das schlaffe Fleisch in ihren Händen.
Hannah lies sich langsam in den weißen Sand sinken und schöpfte mit den Händen etwas Wasser. Es war kühl, kristallklar und schmeckte köstlich. Schnell war ihr Durst gestillt und sie blickte sich neugierig um.
Etwa zehn Meter entfernt befand sich eine Gruppe von halbhohen Büschen. Hannah stand auf und betrachtete interessiert die hellgrünen Früchte. Ohne einen Gedanken an die Genießbarkeit zu verschwenden, pflückte sie eine der tomatengroßen Früchte, und zu ihrer Freude war sie weich und ließ sich mit der Zunge am Gaumen zerdrücken.
Der Verlust ihrer Zahnprothese traf Hannah mit voller Wucht. Hatte sie bisher beharrlich vermieden, sich mit ihrer Situation in der sie sich befand auseinanderzusetzen, riß die Banalität fehlender Zähne sie schmerzhaft in die Realität zurück. Realität, fragte sich Hannah zweifelnd. Nichts von alledem kann real sein! Gleichzeitig aber rann etwas Saft aus dem Mundwinkel, tropfte von Kinn herab, und verschwand dort, wo einst blondes Kraushaar ihre Scham bedeckte.
Überwältigt von ihren Gefühlen ließ sich Hannah in den Sand sinken.
Noch einmal streckte sie den Arm aus, und während sie ihren Hunger stillte, versuchte sie sich an den Namen der Frucht zu erinnern. Sie war sich aber sicher, niemals zuvor davon gekostet zu haben.
3
Hannah hatte jegliches Zeitgefühl verloren, und so konnte sie weder sagen ob Vormittag oder Nachmittag war, noch wußte sie, wie viele Tage sie schon in diesem schier endlos erscheinenden Grasland weilte. Sie schlief viel, und jedes Mal wenn sie aufwachte, fühlte sie sich besser.
Etwas ging mit ihr vor, ohne daß sie aber genau sagen konnte, wie das geschah. Und vor allem, warum?
Auffällig waren ihre körperlichen Erfolge. Hannah schätzte die Strecken, die sie inzwischen zurücklegen konnte, auf mehrere hundert Meter. Auch schien sich ihr Körper zu festigen, und ein leichtes Ziehen in den Brüsten deutete auf eine Straffung der Haut hin. Hingen sie nicht schon deutlich weniger? Das ihr inzwischen die letzten Büschel Schamhaare ausgefallen waren, fiel dagegen nicht ins Gewicht.
Seit gestern hatte sie zudem leichte Zahnschmerzen. Als sie mit dem Finger die Stelle abtastete, schüttelte sie verwundert den Kopf. Sie hatte die ersten, zweiten und die dritten Zähne erlebt. Von den vierten hatte Hannah beim besten Willen noch nicht gehört. Aber das was sich da aus ihrem Kiefer drückte, war ganz eindeutig ein neuer Zahn.
4
Seit Tagen ging Hannah flußabwärts. Nicht das sie einen Plan gehabt hätte, sie hatte ja noch nicht einmal eine ungefähre Zeitvorstellung.
Noch nie hatte sie so etwas wie Nacht erlebt. Es war immer gleich hell, egal wann sie aufwachte. Pragmatisch wie Hannah war, hatte sie die Zeit zwischen zwei Schlafphasen kurzerhand als Tag definiert. Das Wetter war konstant, wenn man einmal von den kleinen Regenschauern absah, die sich ungefähr alle drei Tage wiederholten. Die Temperatur war mit geschätzten 25 Grad angenehm, die Luftfeuchte ebenfalls.
Hannah schritt kraftvoll aus. Ihre Leistungsfähigkeit erinnerte sie an die Zeit als sie fünfzig war.
Längere Wanderungen mit ihren Freundinnen waren damals an der Tagesordnung, und als passionierte Freikörperkulturanhängerin war das Nacktsein, zumal unter diesem Vorraussetzungen, eine Wohltat für Körper und Geist.
Inzwischen hatte sie eine ganze Reihe von Früchten gekostet, eine köstlicher als die andere. Selbst die etwas härteren Äpfel — Hannah nannte die Früchte Äpfel, weil die denen am nächsten kamen — konnte sie mit ihren nachgewachsenen Zähnen gut essen. Manchmal überlegte sie, ob im Wasser nicht irgendwelche Stoffe waren, die sie in einen permanent euphorischen Zustand versetzten.
Hannah fühlte sich von Tag zu Tag großartiger. Nur was hier eigentlich mit ihr geschah, davon hatte sie nicht den Hauch einer Ahnung.
5
Nach Luft schnappend blieb Hannah ruckartig stehen und beugte sich nach vorne. Über die Schulter blickte sie zurück, konnte den Baum, an dem sie ihren Lauf gestartet hatte, aber nicht mehr sehen. Zufrieden erhob sie sich, streckte die Arme dem Himmel entgegen und hüpfte leicht auf der Stelle.
Seit Tagen fühlten sich ihre Brüste wie zwei Kokosnüsse an. Prall standen sie von ihr ab, die kecken fleischigen Warzen wie Dochte vornweg. Ihre Haare wuchsen dichter und reichten ihr inzwischen bis zur Rückenmitte. Die Beine fest und muskulös, die Arme schlank und kraftvoll, so zeigte sich ihr Spiegelbild, wenn Hannah in das klare Wasser schaute. Hannah sah nicht nur aus wie Mitte zwanzig, die fühlte sich auch so. Am Abend zuvor war ihre Hand wie von selbst zwischen ihre Schenkel gewandert, bis die kehligen Schreie ihrer Lust die Luft erfüllten.
6
Drei Monate? Vielleicht war es aber auch erst einer, oder doch schon drei? Hannah hatte aufgehört sich darüber Gedanken zu machen. Auch dachte sie immer weniger darüber nach, was mit ihr geschehen war. Der Himmel jedenfalls konnte es nicht sein, denn Hannah war nicht vermessen genug, sich vorzustellen, nur sie allein wäre auserwählt worden. Da sie an die Hölle aus Prinzip nicht glaubte, bliebe nur eine noch nicht entdeckte Region der Erde übrig.
Aber wo sollte es so etwas noch geben? Sich an einen Roman erinnernd, überlegte Hannah kurz das Vorhandenseins eines Paralleluniversums, aber die Idee war genau so spinnert wie der Gedanke, auf einem fremdem Planeten gelandet zu sein. Viel wahrscheinlicher war es das letzte Aufblitzen elektrischer Ladungen, die sich in ihrem Gehirn abspielten, und ihr eine Traumwelt vorgaukelten. Sie rechnete fest damit, daß eines Tages alles vorbei wäre, und sie für immer einschlafen würde. Seltsamerweise machte Hannah diese Vorstellung keine Angst.
Sie hatte sich vorgenommen, ihren Traum bis zum Ende zu genießen.
7
Hannah hatte sich angewöhnt jeden Abend auf die andere Flußseite zu schwimmen. Was sie sich davon versprach wußte sie selbst nicht, aber das Schwimmen war eine willkommene Abwechselung zum täglichen Marschieren. Außerdem erfrischte es und Hannah sah es zudem als tägliches Bad. Vor ein paar Tagen hatte sie die ersten Fische gesehen. Neben den Eichhörnchen — ob es wirklich Eichhörnchen waren, wußte Hannah allerdings nicht – waren die Fische die ersten Lebewesen, die sie sah.
Als Hannah die kleine Baumgruppe auf der anderen Seite des Flusses sah, wußte sie, daß das ihr Lagerplatz für die Nacht werden würde. Nacht war, wenn sie müde wurde, denn dunkel wurde es an diesem merkwürdigen Ort offensichtlich nie, wie Hannah inzwischen genau wußte. Sie machte ein paar Schritte ins Wasser, warf sich dann mit einem Hechtsprung nach vorne und schwamm mit kräftigen Armzügen der anderen Seite entgegen.
Diese Art von Bäumen hatte sie bis jetzt nicht gesehen.
Nicht sehr hoch gewachsen, bildeten ihre weit ausladenden Äste ein natürliches Dach und spendeten einen angenehm kühlen Schatten. Als sie dann die Früchte sah, die schwer an den Ästen baumelten, prustete sie los, bis sie, sich über sich selbst wundernd, die Hände vor den Mund hielt. Irdischen Flaschenkürbissen nicht unähnlich, glichen die mattschwarzen Früchte einen Fußball, dem eine Phallus gewachsen war. Als Hannah eine der Früchte anfaßte, zuckte sie zusammen. Die Auswüchse sahen nicht nur so aus, sie fühlten sich auch so an! Dann bemerkte Hannah einen leichten, längst vergessen geglaubten Geruch zu erkennen.
Sie hob eine der geplatzten Früchte vom Boden auf und roch daran. Ein leichter Alkoholduft stieg in ihre Nase. Unverkennbar! Vorsichtig kostete Hannah das pinkfarbene Fruchtfleisch.
Hannah fühlte sich gut. Saugut! Stark wie niemals zuvor, attraktiv und begehrenswert, wie zuletzt in ihrer Sturm- und Drangzeit. Frei und unbeschwingt, und wie das Ziehen in ihrem Unterleib unmißverständlich signalisiert; spitz wie sonst was. Laut kichernd hockte sie sich auf den Boden, kullerte einen der Kürbisse zwischen ihre Schenkel, und sog hörbar Luft ein, als der phallusartige Auswuchs der Frucht ihre Lippen teilte.
Es brauchte noch drei weitere Kürbisse, bis ihre Lust gestillt war und sie in einen tiefen traumlosen Schlaf fiel.
18
Paradies hin oder her, die Wirkung von Alkohol auf den menschlichen Körper schien überall die Gleiche zu sein. Hannah erwachte und schloß sofort wieder ihre Augen. Zu grell das Licht, zu laut das Kratzen der Eichhörnchen, die mit ihren kleinen Pfoten in den zerbrochenen Hüllen der Kürbisse gruben.
Als Hannah das nächste Mal aufwachte, war ihr Kopf wieder klar. Ein sorgenvoller Blick zwischen ihre gespreizten Schenkel beruhigte sie. Alles war in Ordnung, wenn man von einer leichten Rötung absah, die ihre Schamlippen überzog. Über sich selbst lachend sprang Hannah auf und lief zum Wasser, in das sie mit einem eleganten Hechtsprung eintauchte. Während sie das gegenüberliegende Ufer anvisierte, versprach sie sich, nie wieder von diesen Früchten zu kosten.
Über das Andere könnte man dann ja gegebenenfalls erneut nachdenken. Wenn sich denn die Gelegenheit überhaupt noch einmal anbieten würde.
18
Die Stimmen trafen sie völlig unvorbereitet. Hannah hatte sich ein ganzes Stück von Fluß entfernt, um sich eine Baumgruppe näher anzuschauen. Es handelte sich um eine Art Palme, und die Früchte waren ähnlich den irdischen von einer harten, fast undurchdringlichen Schale umgeben. Langsam drang Hannah immer tiefer und tiefer in den Palmenwald ein, bis helles Rufen und Lachen sie erschrocken in die Hocke gehen ließ.
Tausend Gedanken wirbelten in ihrem Kopf herum. Hannah versuchte etwas von den Rufen zu verstehen, aber diese waren zu weit weg als das sie auch nur ein Wort verstehen konnte. Außerdem, wer sagt, daß sie meine Sprache sprechen, dachte Hannah über ihre eigene Arroganz erstaunt. Nach einer Weile siegte dann doch ihre Neugier über ihre Furcht, und vorsichtig, auf jeden Schritt achtend, brachte sie sich näher an die Quelle der Geräusche heran.
Es war eine Gruppe von ungefähr zwanzig Frauen, die sich dort voraus in einem smaragdgrünen See tummelten.
Was heißt tummelten? Während eine Gruppe auf dem Rücken treibend träge mit den Armen wedelte, und eine andere Gruppe ganz offensichtlich mit der Körperhygiene beschäftigt war, gaben sich vereinzelte Pärchen ungehemmt ihrem Liebesspiel hin. Männer sah Hannah keine. Die Frauen waren jung, höchsten Mitte Zwanzig. Alle waren schlank und hatten durchtrainierte Körper. So unterschiedlich ihre Oberweiten, so gleich ihre Haare. Pechschwarz, lang bis zum Poansatz. Wie inzwischen bei Hannah, fehlte auch ihnen ansonsten jede Körperbehaarung.
Es war ein lustiges Völkchen, das sich ständig gegenseitig neckte, mit Wasser bespritzte und übermütig stupste.
Bis eine der jungen Frauen Hannah entdeckte. Sie stieß ein vogelähnliches Zwitschern aus, das jede der Bewegung der anderen erstickte. Alle schauten gebannt auf Hannah, die nicht wußte wie sie sich verhalten sollte. Feindlich erschienen ihr die Frauen nicht, und so verharrte sie in ihrer Position auch dann noch, als die Gruppe auf sie zukam.
„Bist du die Erste?“, fragte die Frau, die sich am Nächsten zu Hannah getraut hatte. Sie war etwas größer als Hannah, hatte sympathische Gesichtszüge und streckte die Hände aus, mit den Handflächen nach oben.
Hannah war so überrascht die Frau verstehen zu können, daß sie für einen Moment zu keiner Reaktion fähig war. Dann aber erhob sie sich, streckte der Fremden ebenfalls die leeren Handflächen entgegen und lächelte.
„Die Erste? Ich verstehe nicht was du meinst. „
Eine zweite Frau war an Hannah herangetreten und trat einen Schritt hinter sie. Vorsichtig griff sie nach Hannahs Haaren und nahm sie zur Seite. „Sie ist es! Sie ist es!“, rief sie aufgeregt dann kniete sie vor Hannah auf den Boden. „Sie trägt das Zeichen im Nacken“, rief sie den anderen zu, die nun ebenfalls auf die Knie gingen.
Hannah sah die Frauen vor sich knien und ihr wurde das Ganze sichtlich peinlich.
„Du meinst das Muttermal? Das ist doch kein Zeichen. Nur ein Muttermal halt. „
„Dein Name ist Hannah. Nicht wahr?“, fragte die forscheste der Gruppe. „Dein Name muß Hannah sein. „
„Ich heiße tatsächlich Hannah“, stammelte Hannah erstaunt. „Woher wußtest du das?“
„Nur die Erste darf den heiligen Namen tragen“, antwortete die junge Frau und alle um sie herum nickten zustimmend. „Außerdem bist du die erste Frau mit goldenen Haaren, die ich je gesehen habe.
Und du trägst das Zeichen! Du bist die Erste!“
„Und wie ist dein Name?“, fragte Hannah neugierig.
„Mira. Mein Name ist Mira. Und ich bin deine Führerin. Wie die alten Überlieferungen es vorsehen. Ich habe dich zuerst gesehen“, fügte sie nicht ohne Stolz hinzu.
„Natürlich darfst du mich führen“, versuchte sich Hannah in Diplomatie. Sie verstand zwar nichts von dem was Mira sagte, aber immerhin schien ihr kein Leid zu drohen.
„Bringst du mich jetzt in deine Stadt?“
„Stadt?“
„Dorthin, wo ihr lebt. Zu euren Anführern. „
„Anführern?“
Hannah war mit ihrem Latein am Ende. Da aber alles friedlich verlief, lies sie sich von der Gruppe in die Mitte nehmen, und lächelte jede der Frauen höflich an. Einige berührten vorsichtig ihre blonden Haare. Dabei zwitscherten sie aufgeregt wie junge Vögelchen.
–
Nach einem halbstündigen Marsch trat die Gruppe aus dem Wald hinaus und Hannah sah sich plötzlich inmitten einer Ansammlung aus einfachsten Behausungen.
Genau betrachtet waren es kunstvoll geflochtene Dächer aus Palmwedeln, die von dünnen Stämmen getragen wurden und ausreichend Schutz vor Sonne und Regen boten. Richtige Hütten mit Wänden suchte Hannah vergebens. Von Intimsphäre scheint man hier nicht viel zu halten, dachte Hannah und sah sich genauer um.
Zuerst fiel Hannah auf, daß sie nur Frauen sah. Ein paar Mädchen mit Blumenkränzen in den Haaren spielten mit gefochtenen Ringen, die sie wie Hula-Hoop-Reifen um die Hüften kreisen ließen.
Eine Gruppe erwachsener Frauen saß im Kreis und pflückte Beeren von langen Ästen. Eine weitere Gruppe brach die harten Schalen der Kokosnüsse und schälte das weiche Fleisch heraus. Eine Schwangere wurde von zwei Frauen mit einer öligen Substanz eingerieben, während eine dritte die Haare der Frau zu einem dicken Zopf flocht. Alle Erwachsenen schätzte Hannah auf Mitte Zwanzig. Sie ähnelten einander so sehr, das Hannah sofort an Schwestern dachte. Obwohl das bei der Vielzahl der Frauen mehr als unwahrscheinlich ist, dachte Hannah sofort.
Ihr fiel auf, das alle Frauen dichtes, pechschwarzes Haar hatten, das sie allerdings zu den unterschiedlichsten Frisuren arrangiert hatten. Bei keiner konnte Hannah auch nur die Spur von Körperhaaren entdecken. Die Frauen trugen keine Kleidung, waren aber durchweg mit Schmuck behangen und kannten sich offensichtlich mit Körperbemalung aus.
Mira hatte Hannahs Hand genommen und zog sie sanft unter eines der Dächer. Die Frauen, an denen sie vorbeigingen, lächelten Hannah freundlich zu.
Die Kinder winkten, ohne ihr Spiel zu unterbrechen.
„Bist du durstig? Oder möchtest du etwas zu essen?“, fragte Mira, nachdem sie sich auf den Boden niedergelassen hatten.
Hannah nahm dankend einen Schluck, und stellte überrascht fest, daß dem Wasser etwas beigemischt war. Es schmeckte fruchtig und löschte ihren Durst sofort. Als sie zur Seite schaute, sah sie unter dem Dach, das dem ihren am nächsten war, zwei Frauen im Liebesspiel vereint.
„Wo sind denn eure Männer?“, fragte Hannah etwas irritiert.
„Männer?“
„Jetzt sag mir nicht, du wüßtest nicht wovon ich spreche“, grinste Hannah und deutete auf die Schwangere. „Das kommt schließlich nicht einfach so über Nacht. „
„Aber genau so ist es“, nickte Mira und sah Hannah mit einem Blick an, der aufrechter nicht sein konnte.
Hannah schüttelte den Kopf.
„Ich verstehe das einfach nicht. Wer seid ihr? Und was macht ihr hier. Wo ist eigentlich ‚hier‘?“
Mira schien nicht im Geringsten überrascht. „Ich dachte mir schon, daß du alles vergessen hast. Auch davon erzählen die alten Geschichten. „
„Ach ja?“
„Ja. Aber das ist nicht schlimm. Ich als deine Führerin werde dir alles erzählen was du wissen mußt. „
„Dann erzähle mir doch mal, warum du mich als die Erste bezeichnest.
Was steckt dahinter?“
Miras Gesicht nahm einen traurigen Ausdruck an. „Es tut mir leid, aber diese Frage kann ich dir nicht beantworten. Nur die Erste weiß die Antwort darauf. “ Sie zuckte mit den Schultern und fuhr fort. „Unsere Aufgabe besteht nur darin, auf die Erste zu warten. Sie allein weiß, was zu tun ist. „
Hannah war nun genau so schlau wie vorher. Sie gähnte.
„Bist du müde? Möchtest du dich ausruhen?“
„Ja.
Nein. “ Hannah strich sich über ihre von der Sonne gebleichten Haare. Strohblond hat mir schon immer am Besten gestanden, dachte sie, bevor sie Mira ansprach. „Magst du mich noch ein wenig herumführen? Ich weiß. Ich bin schrecklich neugierig!“ Hannah lachte.
„Natürlich führe ich dich herum“, antwortete Mira und nickte heftig. „Ich bin deine Führerin. Es ist meine Pflicht dir jeden Wunsch von den Augen abzulesen, und dir bei allem zu helfen was du tust.
“ Sie stand auf und reichte Hannah die Hand. „Ich könnte dir den Strand zeigen. Wenn du magst?“
„Hier ist ein See in der Nähe?“, fragte Hannah neugierig, während sie sich erhob.
„Ich weiß nicht was ein See ist“, zuckte Mira mit den Schultern. „Aber das Wasser reicht weiter als man schauen kann. „
„Habt ihr nie versucht herauszufinden, wie weit das Wasser reicht?“
„Warum sollten wir das tun?“, war Miras lapidare Antwort.
–
Der See, oder ‚das Wasser‘, wie Mira es nannte, reichte bis zum Horizont. Hannah sah, daß die Siedlung in einer geschützten Bucht lag. Links und rechts, in ziemlicher Entfernung, türmten sich dicht bewachsene Berge auf, die zum Meer abrupt abbrachen. Über den steilen Klippen sah Hannah die ersten Vögel kreisen.
„Ihre Eier sind eine Delikatesse“, schnalzte Mira mit der Zunge und verdrehte dabei die Augen.
Hannah lachte und sah Mira an. „Ich werde uns einmal ein leckeres Omelett machen. “ Als sie Miras fragenden Blick sah, fügte sie schnell hinzu: „Ich erkläre es dir später. Versprochen. „
Nebeneinander gingen sie durch den puderigen schneeweißen Sand, bis sie am Wasser angekommen waren und Hannah leise aufstöhnte. „Ich das schön!“ Das Meer war kristallklar und selbst in einiger Entfernung war der Grund noch genau zu erkennen.
Mit der Hand schirmte Hannah ihren Augen ab und erspähte in einiger Entfernung eine kleine Insel. Der schwarze Fels ragte einige Meter über den Wasserspiegel hinaus und wie zum Trotz wuchs eine einsame Palme auf der Spitze. Das sie dort hinausschwimmen würde stand für Hannah sofort fest. Allerdings nicht sofort, denn langsam übermannte sie die Müdigkeit. Sie sah Mira von der Seite an. „Ich würde gerne ein bißchen ausruhen. Kennst du einen Platz für mich?“
Mira lächelte und beschrieb mit dem Arm einen großen Kreis.
„Such dir ein Plätzchen aus. Es wird so schnell nicht wieder regnen. „
Hannah fragte sich, woher Mira das wohl mit solcher Bestimmtheit sagen konnte. Sie selbst war jedenfalls noch nicht hinter irgendeine Regelmäßigkeit gekommen. Aber sie vertraute Miras Aussage und schaute hoch zum Waldrand. „Vielleicht dort?“, zeigte sie mit dem Arm auf eine kleine Gruppe von Palmen, deren Stämme auf bizarre Weise miteinander verwoben waren.
„Ein sehr schöner Platz“, stimmte Mira zu und griff wieder nach Hannahs Hand.
„Wenn du erlaubst, werde ich dir noch etwas Gutes tun. „
„Gerne. “ Hannah wußte zwar nicht was Mira damit meinte, aber es erschien ihr wichtig, ihre neue Freundin nicht zu verstimmen. In Gedanken korrigierte sie sich. Nicht Freundin, sondern Führerin. Wobei das eine das andere ja nicht unbedingt ausschließen mußte, lächelte Hannah still in sich hinein.
Als Hannah auf dem Boden saß, rutschte Mira hinter sie und kämmte mit den Fingerspitzen das goldene Haar.
Hannah war schon aufgefallen, daß alle Frauen als erstes ihre goldene Haarpracht angestarrt hatten. War es Neid? Ehrfurcht? Oder gar schlicht und ergreifend Furcht? Wieder fragte sie sich, was der Titel ‚die Erste‘ wohl bedeutete. Und was verlangten die Frauen von ihr? Hannah nahm sich vor, am nächsten Tag Mira noch einmal gründlich auszuhorchen. Aber zunächst genoß sie Miras Massage.
Mira beschränkte sich nicht auf Hannahs verspannte Schultern. Immer wieder schob sie ihre Hände unter Hannahs Achseln, berührte flüchtig den Ansatz der Brüste, um danach sofort die Hände wieder zurückzuziehen und bei den Schultern fortzufahren.
Als sich Miras schlanke Hände ein weiteres Mal nach vorne wagten, legte Hannah die Arme dicht an ihren Körper und klemmte auf diese Art und Weise Miras Hände ein. Als ob Mira nur auf dieses Zeichen gewartet hätte, öffnete sie ihre Hände und legte sie zart über Hannas strotzende Brüste. Wie die Flügel eines Kolibris ließ sie ihre Finger über die fleischigen Nippel huschen, und als Hannah lustvoll aufstöhnte, ließ Mira eine Hand langsam über Hannahs festen Bauch abwärts gleiten.
Hannah schloß die Augen und öffnete ihre Schenkel. Sie spürte Miras Brustspitzen bei jeder noch so kleinen Bewegung über ihren Rücken reiben.
Mira erwies sich als überaus geschickte Liebhaberin. Und Hannah, deren einzige lesbische Erfahrung aus Knutschen mit ihrer besten Freundin bei einer langweiligen Studentenparty bestand, überließ sich nur allzu gerne Miras Führung. Mira brachte Hannah schnell an den Rand der Verzweiflung. Aber halt nur bis an den Rand. Für Hannah schien inzwischen die Zeit stillzustehen, und sie wünschte sich nichts sehnlicher, als endlich kommen zu dürfen.
Aber Mira zögerte diesen Punkt immer wieder geschickt hinaus, bis Hannah laut und unmißverständlich ihr Recht einklagte. Sekunden später heulte sie auf, ihr ganzer Körper wurde von Zuckungen geschüttelt, und wie es ihr in größter Not immer passierte, schoß ein wasserklarer Strahl zwischen ihren Schenkeln hervor und versickerte sofort im Sand zwischen ihren Beinen.
„Du Teufel!“, stöhnte Hannah schweißüberströmt und lehnte ihren Kopf für einen Moment an Miras Schulter. „Du kleiner süßer Teufel!“
–
Als Hannah erwachte, kniete Mira vor ihr und beäugte sie.
Die schwarzhaarige Schönheit hatte ein paar Früchte gesammelt, und in einer schnell geflochtenen Schale aus Blättern Wasser vom nahe gelegten Fluß geschöpft. Gierig trank Hannah, und als sie übermütig in eine der Früchte biß, rann ihr ein Teil des Fruchtfleisches den Hals hinab und verschwand im Tal zwischen ihren Brüsten. Mira schien zu warten, bis der süße Strom den Nabel passiert hatte, dann schoß ihr Kopf nach vorne und verschwand in Hannahs Schoß.
Nachdem sie sich gestärkt hatten — Hannah hatte dafür gesorgt, das ein großer Teil des süßen Fruchtfleisches den Weg in ihren Schoß fand — standen sie auf und gingen zum Wasser.
Interessiert sah Hannah, wie Mira ein wenig vom puderigen Sand in die Hand nahm, und sich damit abrieb. Das ist wohl die Urform jedes Peelings, amüsierte sich Hannah und tat es Mira gleich.
„Ich würde gerne ein Stück den Strand hinauflaufen“, sagte Hannah, als sie am Strand standen und sich von der Sonne trocknen ließen. „Vielleicht bis zu den Klippen?“
„Natürlich. „
„Müssen wir uns nicht erst bei den Anderen abmelden?“, gab Hannah zu bedenken.
„Das ist nicht nötig. Sie wissen es. „
„Du konntest doch gar nicht mit ihnen darüber sprechen“, wunderte sich Hannah. „Ich selbst habe es dir doch gerade eben erst gesagt. „
„Ich brauche es ihnen nicht zu sagen. Sie wissen es auch so. „
Hannah schüttelte den Kopf, denn sie verstand mal wieder nichts von alledem. Langsam setzte sie sich in Bewegung und versuchte zu schätzen, wie lange sie bis zu den Klippen unterwegs sein würden.
In den nächsten Stunden versuchte Hannah so viele Informationen aus Mira herauszukitzeln wie irgend möglich. Und langsam formte sich vor Hannas Augen ein Bild. Immer noch mehr als löchrig, aber eine grobe Vorstellung von dem was hier passierte ließ sich daraus ableiten.
Soviel stand schon einmal fest: Auf dem Planeten, auf dem sie sich befand, wurde es nie dunkel, weil die Sonne wie eine Deckenlampe immer an der gleichen Stelle stand.
Es regnete in exakten Abständen immer gleich lange, und die Temperatur änderte sich nie, sah man von einer gelegentlichen leichten Brise ab, die vorwiegend vom Meer herüberwehte. Die Gruppe, in der Mira lebte, bestand aus annähernd hundert Frauen. Alle waren etwa in Miras Alter, wobei Mira ihr Alter aber nicht kannte. Ganz selten gebar eine der Frauen ein Kind. Ein Mädchen natürlich! Wie es dazu kam, konnte Mira ebenfalls nicht sagen. Der Begriff ‚Männer‘ war ihr unbekannt.
Die Gruppe lebte in den Tag hinein. Wer Hunger hatte, ging in den Wald und pflückte ein paar Früchte. Man vertrieb sich die Zeit mit Unterhaltungen, Spielen, gemeinsamen Ausflügen oder Flechterein. Es gab keine Hierarchie in der Gruppe, und zu Hannahs Überraschung erklärte Mira, daß es auch keine festen Partnerschaften gab. Auf Hannahs Frage, ob es denn noch andere Gruppen wie die ihre geben würde, zuckte Mira nur mit den Schultern. Mit Begriffen wie: Alter, Krankheit und Tod konnte Mira nichts anfangen.
Immer wieder schaute Hannah verstohlen zur Seite. Mira war eine ganz besonders schöne Frau. Ihr Körper war perfekt, ihre Gesichtszüge anmutig, und ihre Haare glänzten im Sonnenlicht wie gelackt. Wenn Mira lachte, und sie lachte viel, blitzten ihre perlweißen Zähne im Licht. Hannah fuhr mit der Zungenspitze über ihre eigenen Zähne. Längst hatte sie ihre Prothesen vergessen, denn sämtliche Zähne waren nachgewachsen. Hannah befand sich auf dem Zenit ihrer Leistungsfähigkeit, und über das Warum und Wieso machte sie sich immer seltener Gedanken.
Da sie sich aber noch sehr gut an die Schmerzen der letzten Jahre erinnern konnte, dankte sie dem Umstand, der dafür zuständig war. Erklären konnte sie sich das alles aber nicht.
„Darf ich dich etwas fragen?“
Hannah war etwas überrascht, denn bis jetzt hatte Mira keinerlei Interesse gezeigt, was Hannahs Person betraf.
„Natürlich. Was möchtest du denn wissen?“
„Du bist so ganz anders als wir.
Sind dort, wo du herkommst, alle Frauen so wie du?“
„Wie bin ich denn?“, tastete sich Hannah langsam vor.
„Du bist so, hm, neugierig. Und manchmal so fremd in deinen Gedanken. „
„Interessiert es dich denn nicht, warum die Dinge so sind, wie sie sind?“
Mira zuckte mit den Schultern. „Nein. Wenn ich ehrlich bin: Nein. Es ist doch gut so, wie es ist.
Oder?“
„Das kannst nur du selbst beantworten. “ Hannah wählte ihre Worte mit Bedacht. Denn auf keinen Fall wollte sie die junge Frau beleidigen. Allerdings kamen ihr immer mehr Zweifel, wenn sich Mira als ihre Führerin ausgab. Wohin soll sie mich führen, fragte sich Hannah. Und vor allem: Wie? Mira jedenfalls entwickelte ganz offensichtlich keinerlei Eigeninitiative.
„Was hast du denn gemacht, bevor wir dich gefunden haben?“
„Ich war Archäologin“, sagte Hannah in Gedanken.
Mira schaute Hannah lange an. So als ob sie überlegte, ob sie noch eine Frage stellen dürfe.
Hannah sah Miras zweifelnden Gesichtsausdruck und griff versöhnlich nach ihrer Hand. „Archäologen sind Leute, die im Dreck wühlen, und versuchen aus den Hinterlassenschaften ihrer Ahnen das Puzzle der Geschichte zu vervollständigen. “ In Miras Augen sah Hannah sofort, daß die junge Frau an ihrer Seite kein Wort verstanden hatte.
„Ich erzähle dir später mehr davon. „
„Wir sollten eine Rast einlegen“, wechselte Mira das Thema und deutete auf eine lauschige Stelle oberhalb des Strandes. „Ich war schon einmal hier. Unweit gibt es einen kleinen See mit vielen herrlich duftenden Rosen auf dem Wasser. „
Und plötzlich spürte Hannah das Brennen in ihren Beinen. Sie versuchte den Weg die sie gegangen waren zu schätzen, aber es gelang ihr nicht.
Die Klippen schienen noch keinen Deut näher gekommen zu sein, aber ein Blick zurück zeigte ihr doch, daß sie schon einiges geschafft hatten. Bereitwillig folgte sie Mira, die sich inzwischen für einen Schlafplatz entschieden hatte und Hannah aufmunternd zunickte.
Das Wasser war herrlich. Seidenweich, kristallklar und angenehm kühl. Die Seerosen verströmten einen anregenden und betörenden Duft. Ohne Vorwarnung tauchte Mira zwischen Hannahs Beinen hindurch und gab ihr einen saugenden Kuß.
Hannah lachte, spielte mit Miras Haaren, die wie ein Teppich auf dem Wasser lagen, bis sie ihr Gesicht in die Hände nahm und Mira verlangend auf die Lippen küßte. Feurig blitzte es in Miras Augen, und wie sie verschämt den Blick senkte, raubte es Hannah fast den Atem. Mira entzog sich geschickt den fordernden Armen und watete dem Ufer entgegen. Hannah sah die junge Frau noch eine Weile an, bis sie ebenfalls das Wasser verließ.
Auf dem Rückweg sammelten sie einige Früchte, wobei sie sich schmachtende Blicke zuwarfen.
Eine kleine Ewigkeit später lagen die Beiden nach Luft schnappend und schweißnaß auf dem Bett aus Palmwedeln. Ihre Körper waren mit Fruchtfleisch beschmiert, ein zerbrochener Flaschenkürbis lag etwas abseits, und als Mira sich zur Seite wälzte und die Beine anzog, flutschte mit einem saftigen Schmatzen eine der bananenähnlichen Früchte aus ihrem Schoß. Hannah lächelte und schloß die Augen.
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Immer noch an der Gewohnheit festhaltend, die Zeitspanne zwischen den Schlafphasen als Tag zu bezeichnen, stand Hannah fünf Tage später vor der schroff aufragenden Felswand. Den Kopf weit in den Nacken gelegt, blickte sie nach oben. Mira hatte sich in den Sand gesetzt und ließ den feinen Sand zwischen den Fingern hindurchrieseln. Hannah lächelte sie nachsichtig an. Gewiß, Mira war ihr eine gute Freundin geworden, und ohne Frage war sie eine überaus talentierte Gespielin.
Auch hatte Hannah noch eine Menge an Informationen von ihr erhalten, trotzdem war ihr inzwischen bewußt geworden, daß sie das Rätsel, welches sie umgab, alleine würde lösen müssen. Miras Intellekt, um es einmal vorsichtig auszudrücken, war mit dieser komplexen Materie hoffnungslos überfordert.
„Und was machen wir jetzt?“, fragte Mira mit fast schon verzweifelter Stimme. „Da kommen wir doch nie hinauf. „
„Am Besten ruhen wir uns erst einmal aus“, meinte Hannah und ließ sich neben Mira auf den Boden sinken.
„Morgen schauen wir, ob wir nicht doch einen Aufstieg finden. „
„Was wollen wir denn dort oben? Wenn wir überhaupt hinaufkommen“, zweifelte Mira.
Hannah zuckte mit den Schultern. „Ich weiß auch nicht so genau. Reine Neugier halt. “ Daß sie einer inneren Stimme folgte, die mit jedem Tag, den sie sich dem Felsmassiv näherten, drängender wurde, verschwieg sie vorsichtshalber. Mira würde es nicht verstehen.
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Hannah hatte nach langem Suchen dann doch einen Weg nach oben gefunden.
Inzwischen befand sie sich in cirka zehn Metern Höhe, und wenn sie hinunterschaute, sah sie Mira mit angstvollem Blick heraufschauen. Den ersten Meter war Mira noch mitgegangen, aber spätestens beim zweiten erkannte Hannah, das Klettern nicht Miras Welt war. Schweißnaß, kalkweiß im Gesicht, am ganzen Körper zitternd, preßte sich Mira gegen den rauhen Fels. Hannah brauchte eine halbe Stunde, um die junge Frau wieder auf den Boden zu bekommen. Kleinlaut, sich ihrer eigenen Unfähigkeit durchaus bewußt, hockte sich Mira auf den Boden und Hannah sah in ihre feuchten Augen.
„Ich bin bald wieder zurück. Und dann gehen wir noch einmal zum See. Sollen wir es so machen?“
Je höher Hannah stieg, um so leichter fiel es ihr. Sie bekam ein Gefühl für den Fels, und immer sicherer setzte sie Fuß um Fuß auf den schmalen Sims, der sie stetig nach oben führte. Längst war Mira nur noch ein kleiner Punkt am Strand.
An einer etwas breiteren Stelle legte Hannah eine Pause ein.
Sie hatte Hunger und etwas Durst, aber noch wollte sie nicht aufgeben. Ihr Blick ging nach oben, aber außer der nackten Felswand gab es dort nichts zu sehen. Waren es alte Instinkte, die wieder aufloderten, oder einfach nur pure Neugier, die sie weiter hinauf trieb? Hannah konnte es nicht sagen, aber sie wußte, daß dort oben etwas nur auf sie wartete.
Der Sims war inzwischen deutlich breiter geworden, und Hannah konnte bequem die Füße nebeneinander setzen.
Die Aussicht war grandios. Tief unter ihr lag das blaue Meer und die grünen Wiesen und Wälder. Dazwischen der schneeweiße Strand, so weit das Auge reichte. Mira war inzwischen im Schlagschatten der Felswand verschwunden. Der Sims wurde immer breiter, aber Hannah hatte das Gefühl, das sich seine Steigung nicht verändert hatte. Inzwischen schritt sie forsch aus, bis der Pfad, vielleicht zwanzig Meter voraus, hinter einem Vorsprung in der Felswand verschwand, und sich somit ihrem Blick entzog.
Hannahs Mund war trocken, ihre Kehle rauh, und erste Zweifel kamen in ihr auf. ‚Was, wenn ich hier nur einem Gespenst hinterher jage, dachte sie, als sie im Begriff war, die Biegung im Fels zu umgehen.
Und dann auf einmal war sie da. Die Öffnung zu einer Höhle, versteckt hinter einer Mauer aus natürlichem Fels. Von vorne nicht zu sehen, sah der Eingang mit seinem Rundbogen aus wie eine irdische Tunneleinfahrt.
Hannahs Herz rastete. Grenzenloses Staunen über diese Entdeckung ließ sie einen Moment verharren. Noch einmal schaute sie hinunter. Und sie wußte, daß dies der Abschied von der Welt der jungen Frauen war. Wehmütig dachte sie an Mira, ihre Begleiterin, die sie in ihr Herz geschlossen hatte. ‚Sie wird mich verstehen‘, tröstete sich Hannah. ‚Irgendwann wird sie mich verstehen. ‚
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Nach wenigen Metern wußte Hannah, daß dieser Stollen nicht natürlichen Ursprungs sein konnte.
Der Boden, wie auch die Wände und die kuppelförmige Decke, waren dafür einfach zu glatt. Als sie die Hand auf den nackten Fels legte, meinte sie ein leichtes Vibrieren zu fühlen. Der Stein war angenehm warm, und Hannah war sich sicher, das diffuse Licht würde vom Kuppeldach kommen. Lampen, oder etwas ähnliches, sah sie allerdings nicht. Da es keine Abzweigungen gab, war Hannahs Weg vorgezeichnet. Immer tiefer drang sie in das Felsmassiv ein, bis weit vor ihr ein helles Licht auftauchte und schnell größer wurde.
Der Raum war auf den ersten Blick quadratisch und gut und gerne zehn Meter hoch. Das Plätschern eines in Stein gehauenen Springbrunnens zog Hannahs Blick magisch an. Ohne einen Gedanken an die Genießbarkeit zu verschwenden, schöpfte sie mit der hohlen Hand etwas von dem Wasser. Die angenehm schmeckende Flüssigkeit weckte augenblicklich Hannahs Lebensgeister und stillte zudem ihren Durst. Wieder schöpfte sie, diesmal mit beiden Händen, und warf sich das Wasser gegen das Gesicht und über ihre Brust.
So erfrischt trat sie etwas zurück und ließ den Blick durch den Raum gleiten.
Im Zentrum des Raumes erregte ein irisierendes Licht Hannahs Aufmerksamkeit. Zögerlich schritt sie darauf zu. Und je mehr sich Hannah den in der Luft tanzenden Lichtpunkten näherte, um so heller wurden sie. Außerdem schienen sie einem unsichtbaren Dirigenten zu gehorchen. Langsam bildeten sich Strukturen aus dem Chaos. Es erschienen klar abgegrenzte Kanten und Flächen. Fasziniert betrachte Hannah die Entstehung der Projektion aus Licht.
‚Wie ein Hologramm‘, dachte sie und ließ sich ehrfurchtsvoll auf einem der Steinquader nieder, die im Kreis um das immer noch wachsende Gebilde standen.
Der Vorgang schien abgeschlossen zu sein, obwohl der obere Teil der Projektion immer noch aus wild herumsausenden Lichtpünktchen bestand. Hannah betrachtete die beiden Scheiben, die in geringem Abstand voneinander im Raum schwebten. Durch das Zentrum der Scheiben ging eine Art Rohr, welches aber oberhalb der zweiten Scheibe diffuser wurde und sich schließlich auflöste.
Mit viel Phantasie meinte Hannah die Kanten einer dritten Scheibe zu erkennen. ‚Aber das kann alles Mögliche sein‘, insistierte ihr akademischer Verstand. Auf der unteren Ebene konnte Hannah klar definierte Strukturen erkennen, und als sie die Welt der jungen Frauen zu erkennen glaubte, raubte ihr das für einen Moment den Atem. Auf der darüber liegenden Ebene gab es diese Detailtreue allerdings nicht. Hier wirkte alles wie durch einen dichten Nebel betrachtet. Die beiden Platten rotierten gegenläufig und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.
Lange verharrte Hannah vor dem Model. Und immer mehr kam sie zu dem Schluß, daß dies die Welt war, auf der sie sich befand. Die Erde war es jedenfalls definitiv nicht, soviel stand fest.
Hannah sah sich im dem weitläufigen Raum um. An einer Wand, exakt ausgerichtet, Vitrinen aus schwarzem Glas. Hannah versuchte ihre Zahl zu schätzen und kam auf Vierzig bis Fünfzig. Mit beiden Händen schirmte sie ihren Blick gegen das matte Licht ab, aber selbst jetzt konnte sie keinen Blick hineinwerfen.
Hannah zuckte mit den Schultern und wand sich den anderen Einrichtungsgegenständen zu. Massive, mehrere Meter lange Tische aus Stein bildeten ein Quadrat, in dessen Mitte ein weiterer Springbrunnen stand. Sein Wasser floß in einer Vertiefung im Boden hinüber in ein in den Fels geschlagenes Bassin. Gasblasen stiegen auf und zerplatzten an der Oberfläche in kleine, kaum wahrnehmbare weiße Wölkchen. Als Hannah vorsichtig ihren Fuß hineinhielt, zuckte sie im ersten Moment überrascht zusammen. Entgegen ihrer Vermutung war das Wasser angenehm warm.
Ein wenig zaghaft schaute sich Hannah um. Letzte Bedenken beiseite schiebend, setzte sie ihren Fuß auf die oberste Stufe der Treppe, die sie ins Wasser hinabführte. Als Hannah das Kitzeln der auf ihrer Haut zerplatzenden Blasen bemerkte, lächelte sie leise. Sie erinnerte sich, das solch ein Bad einmal zu ihrer Therapie gehörte. ‚Merkwürdig, das ich mich an mein altes Leben immer noch so gut erinnern kann‘, dachte Hannah und fächerte mit den Händen warmes Wasser über ihre Brüste.
Völlig entspannt schloß sie die Augen und dachte über den Nutzen des in den Felsen gehauenen Raumes nach.
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Auf dem Wasser treibend befand sich Hannah in einem komaähnlichen Trancezustand. Das Wasser sprudelte inzwischen deutlich heftiger, und die Temperatur war um einiges angestiegen. Schweißperlen standen auf Hannahs Stirn und ihr Atem ging schwer. Aber von alledem bekam sie nichts mit. In ihrem Traum schritt sie wieder durch den geheimnisvollen Raum, bis sie vor den Vitrinen zum stehen kam.
Plötzlich konnte sie durch die bis vor kurzem schwarzen Scheiben hindurch sehen. In jeder Vitrine befand sich ein einzelner Gegenstand. Und die meisten waren eindeutig Waffen. Viele davon waren Hannah in ihrer Funktion unverständlich, aber sie sah auch Messer, Dolche, sogar ein Schwert lang dort. Auf schwarzem Samt schimmerte es gold und silberfarben. Auch wenn Hannah keine Waffen mochte, von diesem Schwert fühlte sie sich magisch angezogen. Fein ziselierte Gravuren zierten das lange Griffstück und zeugten von hoher Handwerkskunst.
Der Inhalt der nächsten Vitrinen war für Hannah nicht zu deuten. Zumindest auf den ersten Blick nicht. Aber dann erblickte sie etwas, daß ihr ein schallendes Lachen abrang. Angezogen auf einem Torso, der unzweifelhaft weiblichen Ursprungs war, befand sich in dieser Vitrine eine Unterhose. ‚Nein, keine wirkliche Unterhose‘, dachte Hannah, als ihr Lachanfall vorüber war. ‚Eher ein sehr raffiniert geschnittenes Hotpants‘. Einer inneren Stimme gehorchend öffnete sie die Tür der Glasbox.
Als sie den Hotpants das erste Mal berührte, zuckten Hannahs Fingerspitzen zurück, als ob sie einen elektrischen Schlag bekommen hätte. Aber zu verlockend war der Gedanke dieses Teil in den Händen zu halten, und so wagte sie einen zweiten Versuch.
Hannah hatte noch nie ein ähnliches Material in den Händen gehalten. Obwohl es nicht sein konnte, tippte sie auf Metall. Aber Metall, das sich wie schweres Tuch falten und knautschen ließ? Hannah betrachtete den Hotpants von allen Seiten, dann hielt sie ihn sich vor und betrachtete sich im Spiegel der Glastüre.
Automatisch, ohne es wissentlich zu wollen, hob sie ein Bein nach dem anderen und schlüpfte hinein. Zuerst saß das Hotpants sehr flatterig und Hannah mußte es am Bündchen festhalten, damit es ihr nicht bis auf die Knie rutschte. Dann aber schien das Höschen zu schrumpfen, bis es nach wenigen Augenblicken eng anlag und Hannah einen leichten Zug verspürte. Ihre Pobacken waren nun bis zur Hälfte bedeckte und ein leichter Druck preßte sich gegen ihre Vulva.
Fasziniert stellte Hannah fest, daß sie noch nicht einmal einen Finger hinter das Bündchen schieben konnte. Ohne sich viele Gedanken darüber zu machen schritt Hannah mit forschem Schritt auf die Vitrine mit dem Schwert zu. Auch diese ließ sich sofort öffnen. Das Schwert wog schwer in ihrer Hand, und als sie es ein paar Mal durch die Luft schwang, spürte sie die Kraft, mit der das ohne Zweifel tödliche Instrument an ihren Handgelenken zerrte.
Sie schob das Schwert in die Scheide und schob den breiten Lederriemen über die Schulter. Dann ging sie seltsam beschwingt zu der in den Fels gehauenen Wanne. Das Wasser sprudelte, als sie sich der Länge nach hineingleiten ließ. Sie schloß die Augen und konzentrierte sich auf das Höschen, in das mit einem Mal Leben zu kommen schien. Völlig gelassen, und neugierig auf das was noch passieren würde, spürte Hannah, wie sich ein dünner Zapfen in ihre Scheide schob.
Das Gefühl dabei war so angenehm, daß sie wohlig aufstöhnte. Als der Eindringling sie völlig ausfüllte, begann ein zweiter Zapfen zu wachsen und sich in sie zu schieben. Hannah war auch diese Art der Penetration nicht fremd. Sie kicherte verschämt, deckte sich das, was gerade mit ihr passierte, doch mit einer Fantasie, die sie nie ausgelebt hatte. Als der dritte Zapfen, er mußte unwahrscheinlich dünn sein, sich in ihr dritten Löchelchen schob, flatterten Hannahs Lider und sie lies den erotischen Gefühlen freien Lauf, die durch ihren Körper rasten.
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Als Hannah die Augen öffnete, war sie sich ihres Traumes sofort bewußt.
Und das es kein Traum war.
Tatsächlich trug sie dieses raffiniert geschnittene Höschen aus ‚Metall‘. Und die drei Zapfen in ihren intimsten Körperöffnungen spürte sie auch. Diskret, unauffällig und irgendwie stimulierend schien von den Eindringlingen eine Kraft auszugehen, die Hannah noch nicht wirklich deuten konnte.
Ohne das Geschehene in Frage zu stellen schulterte sie den Gurt mit dem Schwert.
In der Ferne sah sie das helle Licht am Ende des Tunnels.
Und plötzlich wußte Hannah wo sie war, wer sie war und was ihre Aufgabe war.
Hannah war ‚Die Erste‘.
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