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Leila K/L 07

Hallo,

hier ist endlich die versprochene Fortsetzung zu der Geschichte um Leila. Ich hatte eigentlich vor die Geschichte schon viel früher weiter zu schreiben, doch es kam leider viel dazwischen.

Zum Verständnis der Geschichte bitte unbedingt Teil 1 bis 6 vorher lesen!

Schwerpunkt von Teil 7 liegt ganz klar auf der Story, etwas anderes hätte einfach nicht gepasst. In den nächsten Teilen werden jedoch wieder häufiger Szenen auftreten, die thematisch dieser Seite mehr entsprechen.

Ich habe lange an diesem Teil gearbeitet und hoffe, dass er Euch genauso gut gefällt wie mir.

Über viel Feedback (auch im Blick auf die gesamte Reihe/Geschichte) würde ich mich natürlich sehr freuen.

Und nun viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße,

Euer Versauter Autor

*

Zur Erinnerung vorab ein paar Infos:

Leila / K/L-1: Hauptprotagonistin.

Eine junge Frau, die von ihrem behüteten und sich geglaubtem Leben in einem mysteriösem Heim in das Chaos des Krieges zwischen Menschen und den sogenannten Dämonen gestoßen wurde.

Dr. Grom: Ranghoher und wichtiger Forscher von A1, hatte ein spezielles Interesse an Leilas Entwicklung. Nach einem Absturz in einem Helikopter und der Begegnung mit den Dämonen, verlor er seinen rechten Arm und veränderte sich.

Tom McKarsy (Tommy): Junger Rekrut, der aufgrund seiner hervorragenden Fähigkeiten der Schwarzen Mamba zugeteilt wurde und dort Leila kennen und lieben lernte.

Demon: Stiller und geheimnisvoller Soldat der Schwarzen Mamba, der Leila fasziniert und gleichzeitig erschreckt. Er hat Dämonenblut (daher der Name) in seinem Körper, das ihm spezielle und überragende Fähigkeiten verleiht.

Schwarze Mamba: Name der militärischen Sonder-/Eliteeinheit, der Leila zugeteilt wurde.

Mitglieder der Schwarzen Mamba:

Hunt (Spitzname: Leo, Aufklärungsspezialist), Smith (Crash, Sprengstoffexperte), Edwards (T-Jack, Techniker), Cabell (Funker & Artillerieexperte), Jackson (der Captain der Schwarzen Mamba), Carter (Doc, Doktor), Baker (Nahkampfexperte), Demon (Experte für Taktik und leichte Waffen), McKarsy/Tommy (Viper, Scharfschütze), Leila (K).

Zonen: Die Weltkarte wurde von den Menschen nach der Invasion der Dämonen in Zonen eingeteilt. Grün (A) = Sicher; Gelb (B) = Nicht gesichert, Dämonendichte jedoch gering; Rot (C) = Lebensgefahr, mit Dämonen verseuchte Gebiete.

Sektor: Die Zonen sind in viele kleine Sektoren unterteilt. Z. B: A1 -108, ist der 108 Sektor der Zone A1 .

A1: Wichtige sicher (grüne) Zone in Amerika (nähe dem ehemaligen New York)

A6: Wichtige sicher (grüne) Zone in Frankreich (nähe dem ehemaligen Paris)

Schilde: Die grünen Zonen werden von Plasmaschilden geschützt, welche die Dämonen vom eindringen abhalten.

Titanstahl: Spezieller Stahl mit dem es den Menschen möglich ist die Schilde zu passieren, ohne sie dabei abschalten zu müssen.

Aion-Wall: Erster und wichtigster befestigter Schutzwall um A6, außerhalb der Schilde.

Terno-Wall: Zweiter Schutzwall um A6 und derzeitige Front, nachdem die beiden vorherigen Wälle (Hedrox- und Urex-Wall) von den Dämonen überrannt wurden.

Overlords: Die allerersten Dämonen. Sie sind tödliche Anführer und gelten als unbesiegbar, da sie jeder Kugel mühelos auszuweichen scheinen.

Es ist sonst wenig über diese Bestien bekannt, vor allem weiß man nicht, welche Ziele sie verfolgen oder was sie antreibt.

Dämonen: Reinblütige Dämonen. Stark, robust und absolut tödlich. Nur Overlords können reinblütige Dämonen erschaffen, da sie von der Ursprungsform des Virus selbst veränderte Wesen sind. Von den Menschen in Klasse A und B Dämonen unterteilt.

Dämonenbrut: Ehemals Menschen oder Tiere, jetzt verunstaltete Diener der Dämonen.

Längst nicht so stark wie reinblütige Dämonen. Bilden den größten Teil von Dämonenhorden. Von den Menschen in Klasse C bis H Dämonen unterteilt.

Greeper: Hundeartige Dämonenbrut, nähere Beschreibung folgt in Teil 7 .

Mermorid-Untiere: Riesige, gefürchtete Dämonenbrut; Bestien mit vier oder mehr Tentakelgliedern, die in messerscharfen Klauen enden.

Zombies: Dämonenbrut; stumpfsinnige und schwache Diener der Dämonen.

GMVS: Die „Globale Menschliche Verteidigungsstreitkraft“ vereinigte im Jahre 2860 n.

Chr. alle

noch existierenden Länder der Erde. Im Jahre 3025 n. Chr. startete die GMVS eine Großoffensive gegen die Dämonen, um die Erde zurück zu erobern. Das Vorhaben, zuerst von Erfolg gekrönt, verwandelte sich jedoch bald in einen verlustreichen Rückzug hinter die großen Verteidigungsanlagen der GMVS, den Wällen. Ein Stellungskrieg, indem immer noch um jeden einzelnen Quadratmeter erbittert gekämpft wird, entbrannte.

POD: Ein Minicomputer, den man wie ein Armband anzieht und viele allgemeine Informationen oder hilfreiche Programme beinhaltet.

Er ist mit den Rüstungen der Soldaten verbunden. Über den POD können z. B. die Funktionen der Kampfhelme bedient werden.

*

Leila — K/L-1

Die Erde im 31 . Jahrhundert.

*

Kapitel 19: Fortsetzung.

A6 -108 / Nord-Frankreich im Jahre 3044 n. Chr. 25 November; 18 . 10 Uhr.

Der Gang, den Leila hinter Tommy entlang schritt, war düster und wurde nur von ein paar schwach gelblich leuchtenden Lampen erhellt.

Ihre schweren Stiefel verursachten bei jedem Schritt ein dumpfes metallisches Klacken auf den Bodenplatten und das zusätzliche Gewicht ihres Kampfanzugs lastete fast ebenso schwer auf Leila wie ihre Angst.

Ja, sie hatte Angst, eine furchtbare Angst. Sie wusste nicht, wie dieser Tag enden würde. Sie wusste nicht, wer von ihren Freunden diesen Tag überleben würde. Und sie wusste auch nicht, ob sie selbst diesen Tag überleben würde.

Sie wusste nur eins: Das Schlachtfeld erwartete sie.

Plötzlich blieb Tommy stehen und Leila wäre beinahe gegen ihn gelaufen. Sie hatten das Ende des Gangs erreicht und standen vor einer massiven Eisentür.

Gerade wollte Tommy eine Hand nach der Tür ausstrecken, da trat Leila neben ihn und fasste seine Hand.

„Tommy!“

Der junge Mann drehte seinen helmbedeckten Kopf und schaute Leila fragend an. Als er ihre vor Schrecken geweiteten Augen und vor Angst verzehrten Züge sah, drehte er sich besorgt zu ihr und zog sie kurzerhand zu sich.

Er drückte sie gegen sich und auch wenn Leila ihn wegen der dicken Panzerrüstungen nicht spürte, so spendete diese Geste trotzdem Trost. Sie schloss die Augen, presste sich an ihn und begann zu weinen. Sie wollte es nicht, sie wollte stark sein und keine Angst haben, doch sie konnte es nicht unterdrücken.

„Sch Sch… alles wird gut“, hörte Leila seine beruhigende Stimme.

„Leila, schau mich an“, sagte er leise, legte eine Hand unter ihr Kinn und drückte ihren Kopf mit sanfter Gewalt nach oben, sodass sie ihn anschauen musste.

Durch ihre tränennassen Augen blickte Leila ihn an und schniefte verlegen.

„Es wird dir nichts geschehen, hast du mich verstanden? Du wirst diesen Tag wohlbehalten überstehen, dafür werde ich sorgen“, sagte er mit beruhigender Stimme.

Leila blickte ihm in die Augen und schöpfte aus seinen Worten und seinem warmen Blick Hoffnung.

„Vertraust du mir?“, fragte er, woraufhin sie nickte.

„Ich liebe dich“, flüsterte Tommy und strich mit einem Finger über Leilas Wange.

Der Stoff seines Handschuhs kratzte etwas, doch gaben seine Worte und diese kleine Geste Leila Kraft.

Schließlich wandte Tommy sich von ihr ab und drückte sich gegen die bullige Panzertür des Kasernengebäudes. Die Tür schob sich daraufhin mit einem dumpfen, protestierenden Quietschen langsam auf.

Kühle Luft wehte Leila ins gerötete Gesicht und das Dämmerlicht, welches den Gang ausfüllte, wurde von einer am Horizont langsam sinkenden Sonne vertrieben, die ihre rotgoldenen Strahlen herein warf.

Nur kurz kehrte die Dämmerung zurück, als Tommy in seiner dicken Panzerrüstung durch die Tür trat.

Leila schniefte noch einmal, blinzelte die Tränen schnell weg, hob ihr Gewehr vor die Brust und folgte ihm.

*

Die beiden jungen Leute verließen die Kaserne und traten hinaus auf den großen geteerten Platz, der sich vor dem Gebäude erstreckte.

Die Männer der Schwarzen Mamba bestiegen gerade das massige Transportfahrzeug, das sie zur Südfront bringen sollte.

Diesmal war es kein Kampfhelikopter, sondern ein schwer gepanzertes Kettenfahrzeug. Leila wartete, bis die Männer das Fahrzeug bestiegen hatten und stieg dann, noch einen letzten, sehnsüchtigen Blick in den vom Schutzschild leicht verschwommenen rotgoldenen Abendhimmel werfend, in den bulligen Laderaum. Sie nahm neben Leo an der rechten Seite des Fahrzeugs Platz. Der Aufklärer war gerade dabei das Magazin seiner Waffe zu prüfen. Mit einem Klacken rastete es in der Halterung ein und Leo zog die Magazin Verriegelung.

Leila starrte auf das Tötungswerkzeug und seufzte.

Was mache ich hier eigentlich?

Wieso hat sich alles in meinem Leben in so kurzer Zeit so drastisch verändert?

Ich wünschte ich wäre immer noch in der Schule, ganz weit weg von alledem hier…

Tommy betrat als letztes das Fahrzeug und schloss die gepanzerte Wagentür hinter sich. Mit einem leisen Pfeifen schloss die Türverriegelung und Tommy setzte sich rechts neben Leila und lächelte sie an.

Im selben Moment brüllte der Motor des Fahrzeugs auf, ein Zittern lief durch den Transporter und er setzte sich langsam in Bewegung. Erneut entwich Leila ein Seufzer und sie tastete nach Tommy und umfasste seine Hand mit der ihren. Leilas Gedanken wanderten von den nostalgischen Erinnerungen ihrer Vergangenheit zu dem zurückliegenden Tag und ein kleines, verschmitztes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen.

… andererseits hätte ich sonst aber Tommy nicht kennen gelernt!

Das Fahrzeug beschleunigte und fuhr immer schneller über die noch asphaltierte Straße.

Leila hielt sich an Tommys Hand fest, der mit seinem Daumen über ihren mit Stoff bedeckten Handrücken strich.

„Wir passieren in wenigen Sekunden den Schutzschild“, meldete sich der Fahrer des Transporters nach ein paar Minuten zu Wort und einen kurzen Moment darauf verringerte das Fahrzeug seine Geschwindigkeit. Leila erinnerte sich an die gewaltige Erschütterung, als sie mit dem Helikopter das erste Mal den Schild passierten und klammerte sich schnell mit ihrer freien Hand an dem Haltegriff ihres Sitzes fest.

Es dauerte auch nicht lange und sie wurde dafür belohnt. Das Fahrzeug erbebte und ließ ein metallisches Seufzen vernehmen, während Leila so kräftig durchgerüttelt wurde, dass sie fest mit einem bösen Ende rechnete.

Noch zwei, drei Sekunden gab das Fahrzeug protestierende Geräusche von sich, ehe es verstummte und auch das Gerüttel und Geschüttel endete. Leila atmete erleichtert auf, löste die Hand vom Griff und streckte ihre schmerzenden Finger.

Daran werde ich mich ganz sicherlich nie gewöhnen!

Sie fuhren eine gute Stunde, ohne das etwas bemerkenswertes passierte.

Nur einmal meldete sich die Stimme des Fahrers über Funk zu Wort, dass sie gerade den Arion-Wall passiert haben.

Leila war gerade tief in Gedanken, als plötzlich eine rote Warnlampe dicht über Bakers Kopf aufzublinken begann und sie erschrocken aufblicken ließ.

„Achtung! Eine große Meute Greeper direkt vor uns! Haltet euch fest, wir versuchen durchzubrechen!“, erklang die angespannte Stimme des Fahrers aus dem Lautsprecher.

Leila fragte sich gerade was nochmal ein Greeper war, da brach die Hölle über ihnen los:

Es gab einen markerschütternden Aufprall, Leila schrie auf und wurde hart gegen die Seite ihres Sitzes gedrückt.

Das Fahrzeug machte plötzlich einen Satz in die Luft und neigte sich dann zur Seite.

„Vorsicht! Sie haben uns!“, erklang die angsterfüllte Stimme des Fahrers und keinen Moment später kippte das Fahrzeug zur Seite. Leila kniff die Augen zusammen und stieß schmerzhaft mit ihrem helmbedeckten Kopf gegen den Kopfschutz ihres Sitzes, als die Wagenseite mit einem lauten Knall auf dem Asphalt aufschlug und unter einem ohrenbetäubenden, schabenden Geräusch noch ein paar Meter über den Boden schlitterte.

Mit einem gewaltigen Aufschlag stoppte das Fahrzeug so abrupt, dass Leila erneut aufschrie und brutal gegen ihren Gurt gedrückt wurde.

Ihr wurde schwarz vor Augen.

Der Motor des Fahrzeugs heulte noch ein letztes Mal auf und erstarb schließlich.

Stille breitet sich aus.

*

Benommen schüttelte Leila den schmerzenden Kopf und öffnete langsam die Augenlider. Die Beleuchtung war ausgefallen, nur die rote Warnlampe blinkte immer noch konstant auf und tauchte den Innenraum immer wieder in dunkelrotes Licht.

Stöhnend regte sich etwas neben Leila. Die junge Frau erkannte im blinkenden Licht Baker, wie er mühsam seinen Gurt öffnete und sich langsam aufrichtete. Der Hüne erhob sich, wobei er gebückt stehen musste, damit er nicht gegen die anderen Männer stieß, deren Sitze auf der linken Wagenseite angebracht waren und nun in der Luft hingen. Grummelnd blickte Baker sich um und sah Leila, wie sie immer noch regungslos in ihrem Sitz lag.

Sein Grummeln nahm eine tiefere Tonlage an und er beugte sich zu Leila hinab und half ihr aus dem Sitz.

Nach und nach entstand wieder Bewegung im Innenraum und Leila, die gerade ihre schmerzenden Gelenke streckte, musste Cabell Platz machen, der vorsichtig seinen Gurt löste und sich dann neben sie auf den nun mit Sitzen bedeckten Boden sinken ließ. Tommy rappelte sich auf der anderen Seite dicht neben Leila auf und knetet seine linke Schulter.

„Alles okay bei dir?“, fragte Leila besorgt. Sie erhielt ein kurzes Nicken von ihrem Freund, der sie selbst besorgt musterte und sich dann umblickte und sein Sturmgewehr aus der Halterung neben seinem Sitz nahm. Gerade wollte Leila es ihm gleichtun, als sie das Geräusch vernahm. Sie erstarrte in der Bewegung und lauschte.

Das klingt… das klingt… wie eine Mischung aus bedrohlichem Knurren und qualvollen Schreien!

Sie erschauderte.

„Was ist denn das?“ fragte sie ängstlich. Baker, der gerade dabei war sein Sturmgewehr auf den Rücken zu schnallen, drehte sich zu ihr und seine Augenbrauen verengten sich.

„Greeper“, brummte er und fügte nach kurzem Zögern hinzu: „Sehr viele Greeper. „

In dem Moment, in dem Leila gerade zu einer neuen Frage ansetzen wollte, wurde sie vom Captain unterbrochen.

„Ruhe! Macht euch bereit für den Kampf, wir müssen hier raus!“

Es entstand geschäftige Bewegung um Leila herum, während sich die Schwarze Mamba zum Gefecht rüstete.

Die junge Frau tat es den anderen gleich und eine Minute später stand sie, ihr Sturmgewehr leicht zitternd in den Armen haltend, inmitten einer Gruppe schwer bewaffneter Männer.

Nachdem alle ihre Ausrüstung überprüft hatten, nickte der Captain Baker zu.

„Gut. Dann werden wir uns mal den Weg in die Freiheit erkämpfen. Baker und Crash gehen als erstes, der Rest folgt den beiden. Los jetzt!“

Baker zog sein Schwert.

Die Klinge fuhr mit einem metallischen Schaben aus der Scheide und glänzte blutrot im Licht der Warnlampe. Leilas Haut wurde bei dem Geräusch von einer Gänsehaut überzogen. Sie betrachtete Baker, der kurz darauf einen dicken Schutzschild aus Titanstahl von der Frontseite des Fahrzeugs in seine freie Hand nahm. In seiner dicken Rüstung und mit dem Schild und Schwert in den Händen sah er aus wie ein riesengroßer Kampfkoloss. Mühsam drückte sich Baker an den anderen vorbei und stieg über die Sitze zur großen Wagentür am Ende des Fahrzeugs.

Crash folgte ihm, in seinen Händen hielt er einen leise zischenden Flammenwerfer. Baker betätigte einen Hebel, woraufhin wieder das Pfeifen antwortet. Als sei dieses Geräusch ein Signal, schoben die Soldaten ihre Visiere vor die konzentriert schauenden Gesichter und hoben ihre Waffen. Leilas Herz schlug schneller, immer schneller, während sich die Tür langsam aufschob.

Kaum hatte sie sich weit genug geöffnet, da stieß Baker einen lauten Kampfschrei aus und stürzte sich durch die Öffnung.

Crash knurrte und folgte ihm dicht auf. Demon und Tommy verließen das Fahrzeug im Anschluss. Leila setzte gerade an Tommy zu folgen, als ein lautes, unmenschliches Brüllen durch das alles ausfüllende Knurren von draußen zu ihnen herein drang und sie in der Bewegung erstarrten ließ. Angst kroch in Leilas Glieder und machte sie unfähig sich zu bewegen.

„Los! Los! Los!“, schrie der Captain aus dem hinteren Teil des Laderaums und jemand stieß Leila hart in den Rücken.

Sie taumelte vorwärts aus dem Laderaum des Fahrzeugs heraus. Eine Woge aus Lärm und Hitze schlug ihr entgegen und eine beißend helle Stichflamme blendete sie, kaum dass sie das Fahrzeug verlassen hatte. Schützend hob Leila ihre freie Hand vor die Augen und wankte zur Seite. Hinter ihr knallten Schüsse los und etwas prallte gegen sie oder Leila prallte gegen etwas, sie konnte es nicht sagen.

Der Aufprall raubte ihr den Atem und sie rang verzweifelt um ihr Gleichgewicht, doch ihre Rüstung spielte gegen sie und zog die junge Frau unerbittlich mit sich zu Boden.

Leila schrie auf, ließ ihr Gewehr fallen und versuchte den Sturz mit ihren Händen abzufangen. Trotzdem stürzte sie noch hart auf den staubigen Boden. Leila schloss vor Schmerzen die Augen. Sie schmeckte trockene Erde und hörte ein grollendes Geräusch dicht vor sich. Langsam hob sie ihren Kopf und schlug die Augenlider auf.

Dunkelrote Augen starrten sie an.

Speichel tropfte von spitzen, aus schwarzem Fleisch hervor wuchernden Zähnen.

Lange, messerscharfe Stacheln. Schuppenartige Haut.

Ein ekelhafter Gestank schlug Leila entgegen, sodass sich ihr Magen krampfhaft zusammen zog und sie würgen ließ. Das fratzenhafte Dämonengesicht zuckte vor und reflexartig rollte Leila sich zur Seite. Klackend schlug der Kiefer der Dämonenbrut über Leilas Kopf zusammen.

Die junge Frau rollte über den harten Boden, wobei sich spitze Steine zwischen die Rüstungsplatten in ihre Bauchseiten bohrten.

Sie stöhnte auf und rappelte sich mühsam hoch, auf die Knie. Ihre Hand fuhr zu ihrem Schenkel, wo sie an dem Verschluss ihres Pistolenhalters herum nestelte. Ihr Blick fixierte den Greeper vor sich, der ihr umgehend nachsetzte. Das verunstaltete Gesicht schoss auf sie zu. Leilas Hände zitterten, der Verschluss des Pistolenhalfters öffnete sich und ihre Finger umschlossen den Griff der Waffe. Doch schon war die Bestie bei ihr. Leila schrie auf und riss die Pistole hoch.

Aber sie wusste, dass sie nicht zum Schuss kommen würde.

Der Greeper öffnete im Sprung sein Maul. Spitze Zähne rasten auf die junge Frau zu, kamen näher und näher und waren fast bei ihr. Ein starker Luftzug berührte ihr vor Schrecken bleiches Gesicht und urplötzlich waren die tödlichen Zähne verschwunden, war die Fratze des Dämons verschwunden. Verwundert und das Geschehene immer noch nicht ganz realisierend blickte Leila zu ihrer Rechten und starrte auf Tommy, der auf der widerwärtigen Kreatur lag und gerade sein Schwert in die Unterseite der Bestie stieß.

Der Stahl drang tief in das schwarze Fleisch des Untiers ein und ein dicker Strahl roten Blutes schoss an der Seite der Klinge hervor. Tommys Gesicht war unter dem Helm selbst zu einer Fratze geworden; Eine Fratze von Zorn und Wut. Und er schrie, während die Bestie unter ihm voller Pein aufbrüllte, noch einmal zuckte und dann reglos liegen blieb. Leila starrte entsetzt auf die Szene und hockte verloren auf dem Boden, während laute Schüsse, Schreie und Gebrüll von überall um sie herum auf sie eindrangen.

Vor Todesangst und hilfloser Verzweiflung begann die junge Frau zu weinen.

Plötzlich legte sich eine Hand auf ihre Schulter, zog sie hart auf die Füße und schüttelte sie kräftig. Leila schrie erschrocken auf, ließ die Pistole fallen und erhob ihre Hände zur Abwehr. Die schüttelnde Hand ließ sie los und umfasste ihre wild herumschlagenden Arme und hielt sie eisern fest. Verstört blickte Leila auf und erkannte durch ihre tränennassen Augen Demons Gesicht.

Der Mann schrie ihr etwas zu, das sie im allgemeinen Lärm des Gefechtes jedoch nicht verstand und wohl auch nicht gerafft hätte, wenn es totenstill gewesen wäre.
Leila starrte Demon einfach nur entsetzt an. Er hatte seinen Helm verloren und Blut floss aus einer Wunde an seinem Kopf und färbte seine linke Gesichtshälfte dunkelrot. Seine sonst so schönen Züge waren nun seltsam verzerrt und seine Haare eine einzige schwarzrote glänzende Masse. Eine Explosion hinter Demon ließ Leila zusammenzucken.

Während hinter dem Mann Erde und Körperteile in die Luft geschleudert wurden, blickte dieser Leila einfach nur durchdringlich an und drückte der verstörten, jungen Frau etwas Schweres in die Hand. Leila blickte perplex hinab und erkannte ihr Sturmgewehr. Plötzlich schrie Demon auf und stieß Leila grob beiseite. Er hob mit einer Hand sein Gewehr. Die Waffe keifte los, Blut spritzte durch die Luft und etwas Großes, Schwarzes flog dicht an Leila vorbei und riss Demon mit sich zu Boden.

Die junge Frau starrte runter auf den Greeper, der sich gerade auf der Brust des Mannes aufrichtete, wobei seine große mit Krallen bestückte Pranken tiefe Kerben in Demons Rüstung gruben. Das Gesicht der Dämonenbrut zuckte vor, auf die Kehle des Mannes zu.

Endlich erwachte Leila aus ihrer Starre. Sie hob das Gewehr in ihren Händen und schrie Demons Namen, während sie die Waffe losfeuern ließ. Die Kugeln schlugen in die Seite der Bestie ein und schleuderten das Vieh von Demon runter.

Leila hielt den Abzug, bis die Waffe leer war. Dann erst warf sie das Gewehr beiseite und kniete sich neben Demon, der sich etwas benommen aufsetzte.

„Demon! Geht es dir gut? Demon!“, Leilas Hände fuhren panisch über den zerkratzten Brustpanzer von seiner Rüstung. Sie fand keine sichtbare Verletzung und so schüttelte sie den Mann entsetzt, wobei sie ihre Frage immer wieder wiederholte. Demon hatte die Orientierung schnell wieder. Er packte Leilas Hände und hielt sie fest.

„Leila! Leila! Hör auf damit, es geht mir gut, es geht mir gut! Deine Waffe, los! Heb sie auf, deine Waffe!“, hektisch sprang Leila auf die Beine und blickte sich um, während Demon aufstand. Sie erblickte ihr Sturmgewehr, machte einen Satz in die Richtung der Waffe und bückte sich danach.

Eine weitere Explosion in ihrer Nähe riss die junge Frau von den Füßen. Hitze schlug ihr entgegen und sie wurde von einer unsichtbaren Macht wie eine Puppe ein paar Meter durch die Luft geschleudert.

Der Aufprall auf der harten Erde nahm ihr den Atem. Sie stöhnte auf und rollte sich, den schmerzenden Bauch haltend, auf den Rücken. Ihr Blick war verschwommen, sie blinzelt und erkannte über sich eine große graue Wand. Sie brauchte einen Moment um zu erkennen worauf sie starrte: Den Himmel.

Erstrahlte er noch beim Einsteigen in das Kettenfahrzeug in einem schönen Rotgold, so bedeckten ihn nun dicke grauschwarze Wolken, aus denen unzählige geflügelte Dämonen schossen, die sich auf etwas im Süden zu stürzen schienen.

War dies das Ende?

*

„Sammelt euch, bildet einen Kreis!“, erklang die Stimme des Captain in Leilas Helm und mit unendlicher Mühe setzte sie sich auf und zog das Schwert aus der Scheide von ihrem Rücken. Ihr Gewehr hatte sie wiedermal verloren. Leilas Blick fiel auf eine dieser hundeartigen Bestien, die langsam auf sie zu kroch. Der Unterleib des Viehs war nicht mehr vorhanden.

Er zog nur noch ein paar Hautfetzen und Gedärme hinter sich her und sein Ziel war Leila. Seine roten, hasserfüllten Augen fixierten die junge Frau und das Maul hatte es zum Zubeißen geöffnet.

Ekel und Wut überkamen Leila. Sie ignorierte ihren schmerzenden Körper und sprang auf die Füße, wankte kurz, als ein Schwindelanfall sie zu überkommen drohte, dann machte sie einen Satz nach vorne und stieß mit beiden Händen und aller Kraft die sie noch hatte die Klinge ihres Schwertes durch den heran kriechenden Dämonenschädel und nagelte ihn damit am Boden fest.

Erschöpft ließ Leila das Schwert los, wankte ein paar Schritte von dem Leichnam weg und blickte sich suchend nach Demon um. Der Mann stand ein paar Meter von ihr entfernt und verteidigte sich gerade gegen ein halbes Dutzend Greeper. Die Bestien umringten ihn und sprangen immer wieder auf ihn zu. Ihre Klauen schnellten vor, aber Demon wich ihren Attacken fast spielerisch aus, während er eine Bestie nach der anderen mit seinem Schwert auf den staubigen Boden schickte.

Es sah fast so aus als tanze er einen wirbelnden, tödlichen Tanz. Anscheinend hatte Demon, dessen Helm irgendwo auf dem Schlachtfeld lag, den Befehl des Captains nicht mitbekommen. Leila schrie seinen Namen, doch er konnte sie im allgemeinen Lärm nicht hören. Fluchend hastete die junge Frau auf Demon zu, wobei sie zwei Greepern, die sie ansprangen, mit rasendem Herzen auswich. Kurz bevor sie ihr Ziel erreichte, konnte sie noch einen hastigen Blick über das Schlachtfeld werfen.

Das bullige Kettenfahrzeug lag umgekippt dicht an einem breiten Felsen, der sich neben der Straße erhob. Es sah so aus, als hätten die Bestien das Fahrzeug aufgrund ihrer Masse von der Straße abgedrängt und zum Kentern gebracht. Überall lagen Kadaver von dieser hundeartigen Dämonenbrut herum, den Greepern: Die Bestien rannten auf allen Vieren, aber Leila erkannte voller Grauen, dass es früher einmal Menschen gewesen sein mussten. Zu deutlich war die Anordnung der Gliedmaßen.

Die Vorderbeine der Bestien, die früheren Arme, war ein gutes Stück kürzer als die Hinterbeine, was die Untiere beim Rennen wie verkrüppelte Hunde aussehen ließ. Ihr Rückgrat war unnatürlich gekrümmt und der Körper mit einer schuppigen Haut bedeckt, zwischen der immer wieder spitze, lange dornenartige Stacheln hervor sprossen. Die Gesichter hatte sich am meisten verändert: Die Kiefer ähnelten einer weit entfernten Art von Schnauze und beherbergten dutzende messerscharfe Zähne, die aus dem Maul heraus wucherten.

Das einzig noch erkennbar Menschliche an den Gesichtern waren ihre Augen: Sie blickten ihren Gegenüber mit vielen dunkelroten Adern durchzogen und mit einem boshaften Funkeln an.

Die Mitglieder der Schwarzen Mamba wehrten sich verzweifelt gegen eine immer noch riesige Meute der Dämonenbrut. Langsam zogen sich die Männer nun zum Fahrzeug zurück und bildeten einen Kreis, wobei ihre Waffen eine Bestie nach der anderen auf den mit Blut durchtränkten Boden schickten.

Demon stand etwas abseits über einem Greeper, den Fuß auf der schuppigen Brust der Bestie gestellt und hatte die Mündung seines Gewehrs in das zubeißende Maul des Untiers gestoßen und feuerte eine Kugel nach der anderen in den Dämonenschädel. Sein Schwert ruhte wieder in der Scheide auf seinem Rücken.

„Demon!“, stieß Leila verängstigt hervor, während eine neue Gruppe der Dämonenbrut auf sie zu stürmte. Mit aufkommender Panik zog die junge Frau den Mann, der in Ruhe nachlud und sich den neuen Feinden zu wandte, einfach mit sich zum Kettenfahrzeug.

Demon ließ sie gewähren, deckte jedoch ihren Rückzug mit Salven aus seinem Gewehr. Die Greeper folgten ihnen wie Schatten.

Außer Atem erreichte Leila die anderen und zog Demon in den Kreis ihrer Freunde, der sich hinter ihnen wieder schloss. Der Doc drehte sich zu ihnen um, ließ seine Waffe sinken und trat zu ihnen. Er musterte Leila kurz und wandte sich dann an Demon, der immer noch stark aus der Wunde am Kopf blutete.

„Das ist nichts, Doc“, sagte Demon laut, damit der Doktor ihn verstehen konnte, und wollte sich den anderen wieder anschließen, doch der Doc schüttelte den Kopf und drückte ihn auf den Boden.

„Ich muss die Blutung stoppen, sonst wirst du bald ohnmächtig“, erwiderte er ebenso laut und widerwillig nickte Demon.

Leila wollte gerade etwas fragen, als zwei weitere Explosionen mitten in die Dämonenhorde hochgingen und die Bestien in Einzelstücken herumschleuderten.

„Was ist hier los?“, fragte Leila verwirrt, wobei sie über den Lärm der Schlacht um sie herum fast brüllen musste. Der Doc schüttete ein weißes Pulver auf die Kopfwunde von Demon und wickelte danach einen Verband um Demons Kopf. Er wandte den Blick nicht von seiner Arbeit während er antwortete:

„Cabell konnte ein Bataillon Panzer, das in der Nähe waren, zur Hilfe rufen. Das ist wohl unsere Rettung.

Diese Greeper greifen fast immer in großen Gruppen an, was sie sehr gefährlich macht. Ich frage mich wie so eine große Meute hinter den Wall gelangt!“

Leila blickte sich suchend um und erkannte die Panzer, wie sie einen Hügel hinab auf die Unfallstelle vorrückten und dabei immer wieder ihre tödlichen Geschosse in die Dämonenmasse um die Schwarze Mamba herum einschlagen ließen. Erst jetzt bemerkte Leila wie viele Greeper sich um sie scharten, es waren immer noch hunderte.

Plötzlich trat ein Bild vor ihr inneres Auge: Tommy, wie er sich auf einen Greeper geworfen hatte um sie zu retten. Ihr Herz setzte einen Moment aus und sie fragte atemlos:

„Tommy! Wo ist Tommy?“

Der Doc hob den Kopf und nickte in die Richtung zu seiner Linken. Erleichterung überkam die junge Frau, kaum dass sie ihren Freund unversehrt neben Leo stehen sah, der den Kreis zu Bake hin schloss.

Der Hüne deckte eine ganze Seite alleine. Brüllend schwang er sein Schwert und in der anderen Hand hielt er nun kein Schild mehr, sondern ein Sturmgewehr, dessen Mündungsfeuer orangerot aufblitzte.

„Leila!“, die junge Frau zuckte beim Klang ihres Namens zusammen und drehte sich eilig um. Der Captain hatte sie gerufen, ohne den Kopf von den Greepern abzuwenden, die er gerade zurück in die Hölle schickte.

„Leila, hilf Baker!“, befahl der Captain und fügte an die anderen gewandt hinzu: „Lade nach!“

Leila packte das Sturmgewehr vom Doc, der immer noch Demon verarztete, und eilte zu Baker, der gerade etwas aus dem Kreis heraus getreten war und sich wie ein Berserker eine Schneise durch die Gegnermasse bahnte.

Sein Schwert fuhr sirrend durch die Luft und durchschnitt die Körper der Dämonenbrut wie Pudding, während er sein leer geschossenes Sturmgewehr als Keule missbrauchte. Die Dämonenbrut umringten Baker, schnappten nach ihm und der Hüne blutete trotz seiner Rüstung bereits aus mehreren Biss- und Kratzwunden.

Fluchend eröffnete Leila im Rennen das Feuer auf die Greeper, die sich seitlich dem Nahkämpfer näherten. Die ersten Kugeln schlugen in die Erde zu den Füßen der Dämonen ein und die Bestien wirbelten zu Leila herum, die ihre Waffe weiter feuern ließ.

Kurz darauf schlugen die Geschosse in die verunstalteten Körper ein und schickten sie auf den staubigen Boden. Leila stoppte, sie atmete schwer und drückte mit zitternden Fingern einen Knopf am Gewehr. Das leere Magazin löste sich und viel zu Boden, auf dem es mit einem dumpfen Scheppern von einem Stein, der vorwitzig aus dem Erdreich ragte, abprallte und weg sprang. Die junge Frau nestelte an ihrem Gürtel herum, löste ein neues Magazin und lud die Waffe nach.

Dabei zitterten ihre Hände jedoch so sehr, dass sie mehrere Versuche dafür benötigte das Magazin einzuführen und nachzuladen.

Ganz ruhig törichtes Mädchen! Beruhig dich, beruhig dich, verdammt noch mal!

Sie atmete ein und hob das Gewehr vor ihr rechtes Auge. Die Umgebung färbte sich hellgrün, während sie durch das Zielfernrohr blickte. Leila suchte sich einen sicheren Stand in der schlammigen Erde.

Ihr linkes Auge schloss sich.

Ihre zitternden Arme beruhigten sich.

Ihr Atem wurde ruhiger, als sie auf die vom Gewehr markierten Stellen zielte.

Dann drückte sie ab.

Der Lauf ihrer Waffe zuckte erst hier, dann dorthin und Leilas Körper wurde leicht geschüttelt, während das Gewehr bei jedem Schuss gegen ihre Schulter gedrückt wurde.

*

Langsam ließ sie die Waffe sinken.

Ein feiner Rauchfaden stieg wankend vom Lauf des Gewehres in den Himmel empor.

Baker drehte sich zu ihr um und ließ dabei seine Waffen sinken. Er war von dutzenden Greeper Leichnamen umringt, die ihn alle mit durchlöcherten Leibern und glasigen Augen anstarrten. Langsam kam der Hüne auf die junge Frau zu, wobei er sie musterte. Schließlich ging er an ihr vorbei und murmelte grummelnd:

„Du hättest mir ruhig ein paar übrig lassen können….

Leila hörte seine tadelnden Worte gar nicht, sie blickte sich um und erkannte, dass die restlichen Greeper von den nun eintreffenden Panzern versprengt wurden. Die Lippen der jungen Frau verzogen sich zu einem Lächeln, einem Lächeln der Erleichterung. Baker stand etwas abseits des Schlachtfelds und säuberte gerade seine blutbeschmierte Schwertklinge mit einem Stofffetzen, ehe er es wieder in die Scheide auf seinem Rücken schob. Sein Blick war gen Süden gerichtet.

Mit immer noch leicht zitternden Beinen trat Leila neben den Hünen. Ihr stockte der Atem, als sie sah was er betrachtete.

Der Himmel über der Front war von fast schwarzen Wolken überzogen und unzählige Flugdämonen lieferten sich eine blutige Luftschlacht mit mehreren Bataillonen Kampfhelikoptern. Rauch schwängerte die Luft und dichte, pechschwarze Rauchsäulen stiegen hinter einem großen Wall hinauf in den dunklen Himmel. Dort tobte eine gnadenlose Schlacht und immer wieder drangen laute Explosionen zu ihnen herüber.

„Meine Güte“, murmelte Leila, „meine Güte. „

Baker brummte etwas Unverständliches und legte eine große Pranke auf Leilas Schulterpanzerung.

„Wir schaffen das“, erklang seine tiefe Stimme und ehe er sich umdrehte und zu den anderen hinüber ging, murmelte er mehr zu sich selbst als zu Leila: „Irgendwie. „

Leilas mit Dreck verschmiertes Gesicht betrachtete noch eine ganze Weile den Horizont, bis Leo sie rief.

„Leila! Komm her, wir haben eine Mitfahrgelegenheit!“

Sie drehte sich zu dem Aufklärer um und sah, wie die anderen Mitglieder der Schwarzen Mamba gerade einen der Panzer bestiegen.

Schnell eilte die junge Frau zu den anderen.

**

Zwischenszene zum neunzehnten Kapitel:

Grüne Zone A6 -1 / Nord-Frankreich; 18 . 05 Uhr.

Dr.

Grom trat mit gelassenen Schritten auf die sich vor ihm öffnende große Tür zu. Die Flügel teilten sich und verschwanden zischend rechts und links in der Wand. Die beiden wache stehenden Soldaten salutierten. Grom beachtete sie nicht, sondern schritt durch die Tür hinein in die Kommandozentrale von A6 .

Er schaute sich suchend um und lenkte seine Schritte schließlich zu einem großen Wandmonitor, vor dem sich zwei uniformierte Generäle angeregt unterhielten.

Grom baute sich hinter den beiden auf und räusperte sich, woraufhin die Männer ihre Unterhaltung unterbrachen und sich zu ihm umdrehten.

„Ah! Doktor Grom, wie geht es Ihnen? Ich habe von dem weniger erfreulichen Zwischenfall gehört“, eröffnete einer der beiden Generäle das Wort und nickte auf den rechten, verbundenen Armstumpf von Grom.

„Danke, mir geht es dem Umstand entsprechend hervorragend, General Fox. Sie entschuldigen uns? Ich muss mit Obergeneral Grant ein heikles Thema besprechen.

Fox warf dem Obergeneral einen fragenden Blick zu und entfernte sich dann mit einem wütenden Gesichtsausdruck, sobald dieser zustimmend nickte.

Grom schaute Fox hinterher, bis dieser den Raum verlassen hatte, dann wandte es sich wieder zu Grant um. Der General eröffnete das Gespräch:

„K/L-1 ist, wie Ihr wolltet, auf dem Weg zur Südfront“, murmelte Grant und drehte sich wieder zum großen Bildschirm um, auf dem die Südfront abgebildet war.

„Ich hoffe sie kann wirklich was Ihr verspracht. Die Situation ist zu gefährlich um noch weitere Misserfolge zu zulassen. „

Dr. Grom starrte den General mit offenem Mund an, während in seinem Kopf blitzartige Gedanken umher schossen. Erinnerungen kehrten aus den tiefen seines Gehirns hervor und verknüpften sich mit seinem neuen Ich.

L-1 ! Verdammt, wie konnte ich die L-Reihe nur vergessen. Oh Bal´rothar!

Aus seiner Kehle kam ein leises Knurren, tief und bedrohlich.

Der Obergeneral wandte Grom den Kopf zu, seine Augenbrauen näherten sich einander.

„Haben Sie etwas gesagt?“

Eilig beruhigte sich der Doktor, es stand zu viel auf dem Spiel.

„Können wir uns unter vier Augen unterhalten? Ich habe einen Plan, der jedoch strengste Geheimhaltung erfordert. Es hat mit den Quellen zu tun und dem mysteriösem Tor, welches entdeckt wurde. Ich glaube…“, Grom schwieg und schaute sich vielsagend um.

Der Obergeneral hob eine Hand und kratzte sich am Kinn. Es war lange ruhig, dann nickte der Mann schließlich. Grom sah Neugier in den Augen seines Gegenübers aufflackern.

„Natürlich, folgen Sie mir“, sagte der General und ging zum Ausgang, wo er Sophie erblickte, die nervös nahe dem Eingang stand und den Blick auf den Boden geheftet hatte.

„Was machen Sie hier?“, fauchte Grant die junge Krankenschwester an, sodass sie erschrocken den Kopf hob und ihr Blick zwischen Grom und dem General hin und her schweifen ließ.

Grom blickte die Frau wohlwollend an. Er genoss ihre Angst, ihre Pein. Sein Blick wanderte zum Ende ihres Kittels und er sah wie ein Rinnsal Sperma die Innenseite ihrer Schenkel hinab floss.

„Sie gehört zu mir, Sir. Eine Krankenschwester die auf mein Wohl achten soll. Ich muss sagen, sie kann wahre Wunder bewirken. „

Sophie warf Grom einen wütenden Blick zu, aber es war nur ein kurzes Aufblitzen von Rebellion der schnell wieder erlosch.

Hastig wandte sie den Blick wieder auf den Boden. Der General schnaufte kurz und eilte an Sophie vorbei und zur Tür hinaus.

Grom trat zu Sophie und flüsterte:
„Geh nach Hause und warte dort auf mich. Und wisch das Sperma von deinen Schenkeln ab. „

Sophies Wangen färbten sich feuerrot und sie blickte sich panisch um, während sie mit einer Hand schnell das Rinnsal von ihrem Schenkel wegwischte.

Niemand der anwesenden Männern und Frauen schien jedoch etwas bemerkt zu haben. Grom lachte kurz auf und gab Sophie mit seiner einzigen Hand einen Schlag auf den wohlgeformten Hintern. Im nächsten Moment war er dann auch schon durch die große Flügeltür verschwunden.

Sophie schluckte schwer, sie spürte immer noch das Sperma des Mannes in ihrem Körper und trotz allem Widerwillen vermisste sie Grom, sobald er aus dem Raum verschwunden war.

Es war ein Gefühl als fehle plötzlich irgendetwas von ihr, sie konnte nur nicht sagen was es war.

**

Intermezzo 1 von 4 .

Grüne Zone A6 -8 / Nord-Frankreich

Rick Dervol seufzte und wuchtete die letzte Kiste mit Büchern auf den klapprigen kleinen Transportwagen. Der Schweiß rann über seine Stirn und tropfte auf sein verschwitztes Hemd.

„Verdammt, wieso müssen Bücher nur so schwer sein? Kein Wunder, dass sie nicht gegen das E-Book bestehen konnten… kein Wunder“, murmelte er und schob den Wagen durch den engen, schlecht beleuchteten Gang, zu dessen Seiten hoch aufragende Regale voller Bücher, Papierbögen oder gestapelter Blättermassen standen.

Die Räder des Wagens quietschten und Rick musste immer wieder die Richtung korrigieren, da der Wagen einen starken Rechtstick hatte.

Nach einer Ewigkeit erreichte er das Ende des Gangs und lenkte den Wagen vor einen alten Schreibtisch aus Holz. Der Tisch war mit Büchern und einzelnen Blättern übersät und eine alte Lampe, in der noch eine altmodische Glühlampe brannte, spendete schwaches Licht.

„Wohin damit?“, schnaufte Rick und stützte sich auf dem Griff des Wagens ab.

Etwas regte sich hinter dem Schreibtisch. Eine lange, dürre Hand erhob sich und ein knochiger Finger wies Rick die Richtung.

Er schüttelte den Kopf und schob den Wagen in die angewiesene Richtung, hinein in einen neuen mit Regalen gesäumten Gang.

„Verrückter alter Mann“, murmelt er, während er den Wagen durch den nicht enden wollenden Gang schob.

„Genauso alt wie diese verdammten Bücher… und ebenso nutzlos.

Plötzlich blockte eins der Wagenräder. Rick schrie erschrocken auf und versuchte die Fahrtrichtung noch zu korrigieren, aber es war zu spät. Der Wagen rollte in eines der großen, vollgepackten Regale. Rick versuchte das Gleichgewicht zu halten, aber es misslang genau wie der vorherige Versuch der Fahrbahnkorrektur. Das vom Wagen getroffene Regalfach rutschte aus der Verankerung und Rick fiel in einem wahren Blätter- und Bücherregen auf den Teppichboden. Fluchend setzte er sich auf und schob Blätter und Bücher von sich.

Gerade wollte er aufstehen, da erblickte eres.
Esfesselte seine Aufmerksamkeit sofort und langsam ließ er sich wieder auf seinen Hosenboden nieder und streckte seine Hand zaghaft nach seinem Fund aus.

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Kapitel 19 Fortsetzung.

B8 -25 Südfront / Nord- Frankreich im Jahre 3044 n. Chr. 25 November; 18 . 15 Uhr.

Das Geräusch hunderter feuernder Waffen.

Das schrille Kreischen vom Himmel auf ihre Opfer herabstürzender Bestien.

Die Schmerzensschreie von Sterbenden. Lautes Gebrüll. Donnerartige Explosionen.

All dies schlug Leila entgegen, umringte sie und bohrte sich in ihre Seele.

Die Schwarze Mamba hatte die Front erreicht.

„Los! Alle runter vom Panzer, wir sammeln uns im Hauptbunker vorne beim Wall!“, erklang die raue Stimme des Captains befehlend in ihrem Helm. Leila sprang hinter den anderen vom Panzer, ging mit klopfendem Herzen in die Knie und rannte schließlich geduckt hinter Cabell her, der sein Sturmgewehr im vorwärts Eilen losfeuern ließ.

Leila schaute in die Richtung seines Ziels und blickte entsetzt auf eine Gruppe Soldaten, die keine zwanzig Meter von ihnen entfernt gerade von einer riesenhaften, grauenerregenden Kreatur angegriffen wurden. Die Soldaten wichen Schritt für Schritt von der haushohen Bestie zurück, die mit ihren Klauen behafteten Tentakelgliedern nach ihnen griff. Die Mündungen der Soldatengewehre glühten, unzählige Hülsen flogen durch die Luft und doch wurde ein Soldat nach dem anderen von den Klauen erfasst, gepackt und mühelos in Stücke gerissen.

Der Panzer hinter Leila drehte seinen mächtigen Geschützturm und das lange Kanonenrohr feuerte los, wobei der gesamte Geschützturm wie von einer unsichtbaren Hand gepackt und zurück gerissen wurde. Die ohrenbetäubende Explosion schleuderte Hitze und Staub bis zu Leila, die erschrocken das Gesicht abwandte. Trotzdem drang irgendetwas in ihre Augen. Leila kniff sie zusammen, taumelte und stürzte auf den Boden. Sofort schloss sich Dunkelheit um sie. Die junge Frau schrie auf, ihre Augen brannten und schmerzten.

Es fühlte sich an als drängen hundert hauchfeiner Nadeln in ihren Augapfel. Sie schrie vor Schmerzen und warf sich von der einen Seite auf die andere. Plötzlich wurde sie gepackt und jemand hob sie hoch und trug sie weiter. Leila hörte nicht auf zu schreien und versuchte sich aus dem Griff zu lösen. Die Welt um sie herum bestand nur noch aus Dunkelheit und Schmerz, aber der fremde Griff hielt sie eisern fest.

„Leila! Leila, hör auf zu schreien, es wird alles gut!“

Tommys Stimme, das war Tommys Stimme!

Leila suchte ihre Selbstbeherrschung und zwang sich, trotz der Schmerzen, ihren Mund zu schließen.

Sie wimmerte.

Etwas berührte ihr Gesicht und öffnete mit Gewalt ihre zusammen gepressten Augenlider. Leila spürte Nässe, kühle Nässe die das Feuer in ihren Augen vertrieb. Panisch schob sie die fremde Hand von ihren Augen weg und blinzelte in die Dunkelheit hinein. Langsam wurde das alles umfassende Schwarz von erst matten, dann immer helleren Lichtflecken durchdrungen. Schließlich füllte die Helligkeit ihre ganze Sicht aus. Sie hob stöhnend eine Hand vor ihre mitgenommenen Augen.

„Besser?“, fragte eine bekannte Stimme dicht bei ihr. Die Helligkeit verschwand und Leila ließ die Hand langsam sinken. Sie erkannte die verschwommenen Umrisse von Leo, der gerade die Lampe seines Gewehres ausschaltete. Sie nickte zaghaft.

Während immer mehr Konturen und Schärfe in ihren Blick zurückkehrten, erkannte Leila Tommy, der neben ihr kniete, ihre Hand ergriffen hatte und festhielt. Die junge Frau richtete verstört ihren Oberkörper auf und blickte sich um.

Sie saß in einem ungemütlichen Raum, in denen auf vielen Bildschirmen die Front überblickt werden konnte. Leila erhob sich mit Tommys Hilfe und drückte sich dann schutzsuchend an ihn. Er umarmte sie und hielte sie dicht bei sich, so gut es ihre Rüstungen eben zuließen.

„Tommy, ich will hier raus“, flüsterte Leila und lauschte den Schreien, lauten Schüssen und dem unmenschlichen Gebrüll, das von draußen herein drang.

„Ich will hier weg, nur ganz weit weg!“, sagte sie fast panisch.

„Sch Sch“, murmelte Tommy und wiegte sie sanft.

*

„Wie ist die Lage, Sir?“, hörte Leila Jackson fragen.

„Nun, wir Ihr erkennen könnt steht es nicht gut“, vernahm Leila eine ihr unbekannte Stimme. Langsam löste sie sich aus Tommys Umarmung und wandte sich der Stimme zu. Ein hochgewachsener Mann in der Kleidung eines Generals stand neben dem Captain und beide hatten den Blick auf einen Bildschirm vor sich gerichtet, der auf einem großen Tisch montiert war.

„Immer öfter brechen unsere Linien ein, das Mermorid-Untier vor dem Bunker oder die Greeperhorde, die Euch angriff, das war nur ein Bruchteil der Dämonenbrut die es schaffte den Schutzwall zu durchdringen. Der Terno-Wall weist jetzt schon mehr Löcher auf als ein Schweizer Käse“, fluchte der General und tippte auf eine Stelle auf dem Bildschirm.

„Hier befindet sich Euer Ziel. Es ist nur noch vier Stunde von diesem Wall entfernt.

Vier Stunden! Sollte es den Wall erreichen, was auch immer es ist, dann wird die Linie fallen und wir müssen uns zum Arion-Wall zurückziehen. Mein Gott… der Arion-Wall, er ist die letzte Befestigung vor dem Schild! Wenn er fällt, dann müssen wir uns wieder hinter dem Schutzschild verstecken!“

Der General spuckte aus:

„Das darf nicht geschehen. Viel zu viele Menschen haben ihr Leben bereits für diesen Wall geopfert“, er verstummte und räusperte sich.

Schließlich sagte er:

„Kümmert Euch um diese Quelle, zerstört sie!“

„Das werden wir, Sir“, murmelte Jackson und drehte sich zu seinen Männer um, die alle am Eingang des Bunkers standen und sich an vollgepackten Regalen neu ausrüsteten. Beschädigte Panzerung und Waffen wurde ausgetauscht und Munitionsmagazine an die Gürtel gesteckt.

Leila starrte auf einen der Bildschirme, der einen Abschnitt des Terno-Walls zeigte: Eine dicke Betonmauer war darauf zu sehen, gegen die immer neue Wellen aus Dämonen und Massen ihrer Brut stürmten, wie Wellen auf eine Brandung.

Hunderte Soldaten standen auf dem Wall und feuerten hinab in die Gegnermassen. Große, auf der Mauer montierte Geschütze ließen wahre Geschosshagel auf den Gegner niederprasseln. Leila erkannte auch ein großes Loch in der Mauer durch das sich eine schwarze Masse an verunstalteten Leibern drückte, die von mehreren Reihen Panzer dahinter empfangen wurden. Die junge Frau wandte den Blick von dem Gemetzel ab und wünschte sich an einen anderen Ort. Nur weg von alledem, nur weg aus dieser Hölle.

Ihre Wünsche wurden jedoch nicht erhört und so nahm sie seufzend die Munition entgegen, die Leo ihr hinhielt. Er lächelte ihr aufmunternd zu und reichte ihr als nächstes ein neues Schwert. Ihre alte Klinge steckte immer noch in dem Dämonenschädel auf der Unfallstelle. Nachdem alle ausgerüstet waren versammelte sich die Schwarze Mamba um den großen Bildschirm auf dem Tisch. Leila erkannte eine digitale Karte der Umgebung:

Sie erkannte den Wall, eine dicke Linie die über den ganzen Bildschirm verlief.

Sie erkannte die Soldaten als kleine dunkelblaue Punkte auf dem grünen Hintergrund. Sie erkannte die Dämonen als schwarze Punkte und ihre Anzahl ließ Leila erschrocken nach Luft schnappen. Sie war anscheinend nicht die Einzige, die darin ein Problem für ihre Mission sah.

„Wie sollen wir denn durch die ganzen Massen kommen, um die Quelle darin zu hindern den Wall zu erreichen?“, fragte Demon, der sich mit den Händen auf dem Rand des Tischs abstützte und die Stirn gerunzelt hatte.

Leila betrachtete das schöne, besorgt dreinblickende Gesicht und ihre Angst verstärkte sich um ein Vielfaches.

Wenn selbst Demon keine Weg sieht, wenn er Angst hat… mein Güte, ich will hier weg!

Plötzlich kam ihr ein Gedanke, den sie fast panisch hervor presste:

„Wieso fliegt uns keine Helikopter hin?“

Doch zu ihrer Enttäuschung schüttelte Cabell den Kopf.

„Das ist keine gute Idee.

Der Luftraum wird von den Dämonen beherrscht, wir würden nie ungesehen die Vororte erreichen. Es muss einen anderen Weg geben…. „

„Den gibt es. Zum Glück gibt es einen Ausweg aus dieser Lage“, meldete sich der General zu Wort. „Ich selbst habe, seit dem Zeitpunkt an dem Ihr angekündigt wurdet, ununterbrochen über dieser Karte gesessen und versucht einen Weg zu finden. Zu Eurem Glück, zu meinem Glück, zum Glück der ganzen Menschheit habe ich etwas entdeckt.

Schaut her. „

Er tippte auf eine Stelle auf der Karte, die sich auf dieser Seite des Walls gut zwei Kilometer östlich befand. Die Karte fixierte die Stelle und nach zwei weiteren Befehlen des Generals vergrößerte sich das Gebiet. Leila erkannte eine Ruine, die einsam an einer Art Krater ihrem Verfall harrte.

„Dies wird Euer Tor zur Quelle. Dieses Gebäude war früher einmal eine Wasseraufbereitungsanlage, welche die südlichen Vororte von Paris mit Leitungswasser versorgte.

“ Der General fixierte die Karte auf den Ruinen der Vororte. Leila erkannte sofort, dass sich die breitgefächerte Ortschaft mehrere Kilometer hinter dem Wall im Süden befand. Sie erkannte auch viele schwarze Punkte, die sich langsam durch die Ruinen bewegten, aber es waren weit weniger als am Wall, weit weniger. Hoffnung machte sich in der jungen Frau breit. Die Karte fixierte auf Befehl hin wieder die verlassene Ruine der Wasserstation.

„Nun, wie Ihr seht gibt es den See nicht mehr, genauso wenig wie die Vororte.

Jedoch existiert immer noch die unterirdische Rohrverbindung zwischen den Orten. Die Rohre sind selbst groß genug für Euren Hünen“, erklärte der General und nickte zu Baker, der ihn gelangweilt anschaute.

„Wo genau endet die Rohrverbindung?“, hakte Jackson nach, seine Miene war wie immer unergründlich.

„Sie führen in das Kanalisationsnetzwerk der Vororte. Von dort aus könnt Ihr an diese Stelle gelangen“, wieder änderte die Karte die Position und zeigte eine markierte Stelle in der Vorortschaft.

„Die Quelle wird bei ihrer jetzigen Geschwindigkeit diese Stelle in genau einer Stunde und fünfzig Minuten passieren. „

„Hervorragend, dann können wir dort einen Hinterhalt legen“, schloss Demon und Leila erkannte erleichtert, dass die besorgten Züge aus dem Gesicht des Mannes verschwanden.

Der General nickte zustimmend, sagte jedoch leise:

„Ich hoffe nur, dass Ihr dieses… Ding auch zerstören könnt. „

„Wir werden sehen.

Da wir ja selber nicht wissen um was genau es sich hierbei handelt ist eine Fernprognose sinnlos“, murmelte Leo und fuhr mit den Fingern den Plan der Kanalisation nach. Leila war sich sicher, dass er sich alles genau einprägte. „Genug der Worte, lasst uns endlich loslegen“, murrte Baker und schritt zur Ausgangstür.

„Richtig, es wird Zeit“, meinte nun auch der General und wandte sich an eine Funkstation an der Westseite des Raumes.

„Ich werde den Transporter rufen, der Euch zu der Station bringen wird und die Männer…. „

„Welche Männer?“, unterbrach Jackson den General.

„Ich werde Euch zweihundert Soldaten mitgeben, die Euch bei der Mission unterstützen werden. „

„Das geht nicht, General, wir gehen alleine. Wenn der Hinterhalt gelingen soll, dann nur mit meinen Leuten. Ich brauche keine zweihundert Schafsköpfe die unsere Position verraten.

Wenn wir die Stelle rechtzeitig erreichen und den Hinterhalt legen können und wenn die Quelle zu töten ist, dann gelingt uns das auch mit den hier anwesenden Männern. Und wenn nicht, dann helfen uns auch keine zweihundert oder zweitausend Soldaten, dann kann uns nur noch Gott helfen. „

Eine Zeit lang war es fast still in dem kleinen Raum.

„Gott“, murmelte der General dann leise.

„Gott hat diesen Planeten schon vor sehr, sehr langer Zeit verlassen.

Aber gut, dann halt nur der Transporter. Viel Glück, Euch allen. „

„Euch auch“, verabschiedete sich der Captain kurz angebunden und führte die Schwarze Mamba aus dem Bunker heraus.

**

Intermezzo 2 von 4 .

Grüne Zone A6 -8 / Nord-Frankreich

Lange Zeit saß Rick einfach nur auf dem Boden, von Büchern und losen Blättern umringt. Er saß einfach nur dort und starrte das Bücherregal ihm gegenüber an.

Seine Finger strichen wie viele male zuvor über die glatte Oberfläche der Mappe in seinen Händen, bis seine Fingerkuppen die raue Gravur berührten. Rick senkte den Blick und runzelte die Stirn, auch dies nicht zum ersten Mal. Er betrachtete die braune Mappe, auf der das Symbol der GMVS, die goldene Faust, eingraviert war. Unter dem Symbol stand in großen, roten DruckbuchstabenStreng geheim.

„Wie kommt eine geheime Unterlage der GMVS in das Archiv dieser Bibliothek?“, murmelte Rick.

Seine Finger spielten mit dem kleinen Lederband, welches die Mappe verschloss. Nur ein kurzes Ziehen und sie wäre offen, schoss es Rick immer wieder durch den Kopf, aber irgendwie konnte er sich nicht dazu überwinden, zu sehr verfolgte ihn seine Angst.

Wenn das nicht mal Ironie des Schicksals war! Er, ein wegen Staatsspionage verbannter Reporter, abgeschoben in eine abgelegene Bibliothek, in der halb verfallene Bücher des letzten Jahrhunderts vor sich hin verstaubten.

Der Richter hatte sich wohl köstlich über sein Urteil amüsiert. Kein Gefängnis und keine Strafkolonie war für Rick so schlimm wie dieser Hort unwichtigen und längst vergessenen Wissens. Und nun hielt er eine streng geheime Militärakte in der Hand. Wollte ihn jemand reinlegen? Wieder hob Rick den Kopf und blickte den Gang hinab und herauf, doch nichts war im trüben Lampenlicht zu erkennen.

„Ich muss wissen was sich darin befindet…ich muss“, murmelte er und seine Finger fassten das kleine Lederband.

Er schwitzte und sein Atmen ging schnell, während er langsam an der Schlaufe zog und die Bänder schließlich lose herab hingen. Nervös wischte sich Rick die schweißnassen Hände an seiner Hose ab, blickte sich noch einmal um, öffnete schließlich das Objekt seiner Begierde und begann zu lesen.

**

Zwischenszene zum neunzehnten Kapitel:

Grüne Zone A6 -1 / Nord-Frankreich; 18 . 30 Uhr.

Ein erstickender Schrei und das dumpfe Geräusch eines auf dem Boden aufschlagenden Gegenstandes alarmierte eine patrouillierende Wache auf dem Flur.

Die Tür zum Büro des Obergenerals wurde kräftig aufgestoßen und die Wache stürmte mit angeschlagener Waffe in den Raum. Die Augen des Soldaten suchten hektisch den Raum ab und er erblickte schließlich den Rücken eines großgewachsenen Mannes, der in der rechten Ecke des Raumes vor der kleinen Getränkebar des Generals stand. Der Blick des Soldaten wanderte hinab auf den Boden und seine Augen weiteten sich vor Entsetzen. Zu den Füßen des Fremden lag der Obergeneral: Den gläsernen Blick zur Wache gerichtet, die Augen weit aufgerissen und den Mund vor Schmerz verzogen.

Langsam drehten sich die Füße des Fremden zur Seite. Die Bewegung löste die Starre des Soldaten.

„Was?! Keine Bewegung!“ schrie er schrill und hob drohend das Gewehr.

Der ihm unbekannte Mann tat wie befohlen und stoppte seine Bewegung.

Nervös trat der Soldat ein paar Schritte näher an den Mann heran. Er warf noch einen Blick auf den General und erkannte eine rote Blutlache, die sich langsam zwischen den Füßen des Fremden ausbreitete.

Immer wieder entstanden kleine Spiralen in der Blutlache, die sich wellenartig ausbreiteten. Die Wache hob den Blick und sah die Ursache für die Spiralen: Er starrte auf eine Hand und einen dazugehörigen abgetrennten Armstumpf, von dessen aus dem Fleisch herausragendem Knochen konstant Blut hinab auf den Boden tropfte. Die Finger des Fremden umfassten das abgetrennte Körperteil.

„Drehen Sie sich sofort um!“ befahl der Soldat mit zittriger Stimme.

„Ach, jetzt doch? Das ist aber keine gute Idee“, murmelte der Fremde.

„Tun Sie es, oder ich eröffne das Feuer!“

„Wie Sie wünschen“, murmelte Dr. Grom, es klang ehrlich bedauernd. Langsam drehte er sich herum. Der Soldat schrie auf, als aus dem Armstumpf des Mannes lange, dunkelschwarze Tentakeln hervor krochen und dann auf ihn zuschossen. Entsetzt wich er zurück und drückte den Abzug.

Das Geräusch des feuernden Gewehres drang durch den Gang und alarmierte weitere Wachen.

Kurz bevor die ersten Soldaten ins Büro des soeben ermordeten Obergenerals stürmten, mischte sich ein anderes Geräusch zu den knallenden Schüssen: Ein hoher, langgezogener Schrei voller Grauen.

**

Kapitel 19 Fortsetzung.

B8 -25 Südfront / Nord- Frankreich im Jahre 3044 n. Chr. 25 November; 18 . 46 Uhr.

Leila schulterte ihr Gewehr und warf noch einen letzten Blick auf das davon brausende Kettenfahrzeug, das in einer Staubwolke Richtung Westen in die einbrechende Dämmerung verschwand.

Seufzend wandte sich die junge Frau um und begann hinter Leo den Abstieg in den Krater. Kleine Steine und Erdklumpen lösten sich unter ihren Stiefeln und kullerten vor ihr hinab, dem Grund des ausgetrockneten Sees entgegen. Ein zischendes Geräusch ließ Leila neugierig stoppen. Sie suchte sich sicheren Stand und hob den Kopf vom trockenen Boden. Etwas unterhalb ihrer Position erblickte sie über Leos Kopf hinweg Tommy und Baker, die auf der Hälfte des Hanges vor einem kastenartigen Betonbauwerk standen.

Auch T-Jack war bei ihnen, der Techniker hockte dicht vor dem Kasten und hellblaue Funken sprühten um ihn herum. Leila lenkte ihre Schritte zu ihnen, wobei sie ihren Blick wieder auf den losen Boden richten musste, um nicht abzurutschen. Über ihr erklangen die Stimmen vom Captain und Demon. Leila warf einen kurzen Blick über die Schulter und sah, wie die beiden Männer aus der Ruine der Wasseraufbereitungsanlage traten.

„Ich habe es“, meldete sich gerade T-Jack zu Wort, kaum dass Leila die Gruppe vor dem Betonbauwerk erreichte.

Es handelte sich um einen Ab- oder Einfluss, der von einem dicken Gitter blockiert wurde. Der Techniker trat einen Schritt von dem Eisengitter zurück und verstaute seinen Schweißbrenner wieder an der Seite seines Rucksacks. Baker trat vor und seine kräftigen Hände umfassten das Gitter. Die Sehnen an seinem Hals strafften sich sichtbar und sein Mund bildete eine schmale Linie, während er das Gitter mit einem Ruck aus der Verankerung riss und dann mit einem Aufschrei den Hang hinab warf.

Leilas Blick folgte dem Flug des Eisengitters, das auf dem Boden aufschlug, von der Wucht wieder hoch geschleudert wurde und dann in eine dicke Staubwolke den Abhang hinab rutschte.

„Gute Arbeit“, erklang die Stimme des Captain. Leila drehte sich herum und blickte in die runde Öffnung in dem Betonkasten: Nachtschwarze Dunkelheit schlug ihr entgegen.

„Das ist das Wasserrohr zu Stadt?“, fragte sie, wobei ihr ein Schaudern über den Rücken lief.

„Ich hoffe dort drin gibt es keine Spinnen, ich hasse Spinnen!“

Baker und Leo brachen in schallendes Gelächter aus und der Doc klopfte Leila kameradschaftlich auf die Schulterpanzerung.

„Keine Angst, Spinnen sind das Ungefährlichste was uns dort drinnen erwartet. „

Leila schnitt einer Grimasse und wollte gerade mit einer spitzen Bemerkung zur Gefahrenstufe einer ausgewachsenen Spinne kontern, da erklang die strenge Stimme des Captain und ließ sie lieber schweigen.

„Genug, Leute. Wir haben nur noch wenig Zeit und noch einen weiten Weg vor uns. Lasst uns losgehen“, mit diesen Worten schaltete er die Lampe unter der Mündung seines Gewehres an und schritt in die Dunkelheit des ehemaligen Wasserrohres hinein. Leo und T-Jack taten es ihm nach und Leila beeilte sich die nächste zu sein, sie wollte dort drinnen nicht den Schluss bilden.

Sobald sie ein dutzend Schritte in den Gang getan hatte, machte das Rohr eine leichte Biegung und das schwache Licht der Abenddämmerung verblasste hinter ihnen und vollkommene Dunkelheit umgab sie, die nur von den Strahlen der Gewehrlampen durchdrungen wurde.

Leila schritt hinter T-Jack her und leuchtet mit ihrer Lampe auf den Boden vor sich. Staub bedeckte den Boden der Röhre, zudem war er teilweise von einer Art Moos bedeckt, welches im Licht der Lampe jedoch fast genauso grau aussah wie der Betonboden auf dem es seltsamerweise wuchs. Leila hob ihr Gewehr und beleuchtete die Decke. Sofort bereute sie es. Fast wäre sie mit einem Aufschrei zurück gezuckt, aber nur fast. Die Decke war mit Spinnenweben und demselben seltsamen Moos bedeckt, welches auch am Boden wucherte.

Angeekelt zog Leila den Kopf zwischen ihre Schulterpanzerung und nahm sich vor nicht mehr hoch zu blicken.
Sie kamen gut vorwärts. Nur einmal mussten sie eine kleine Pause einlegen, weil ihr Weg wieder von einem Eisengitter blockiert wurde, mit dem T-Jack jedoch kurzen Prozess machte.

Nach zwanzig Minuten strammen Fußmarsches ließ ein dumpfes Grollen und ein kurz darauf folgendes Beben ihren stummen Marsch stoppen. Sie hoben die Waffen und lauschten.

Ein neues Grollen drang zu ihnen, woraufhin Erde aus Ritzen in der Decke auf sie hinab rieselte. Kurz darauf folgten noch zwei weitere Detonationen.

„Die Front“, murmelte Demon und fügte erklärend hinzu: „Das sind Kanoneneinschläge. Wir befinden uns direkt unter dem Wall. „

Leo warf einen Blick auf seinen POD und nickte zustimmend.

„Noch fünf Kilometer bis zum Zielort. „

„Gut.

Dann weiter, wir haben nur noch eine knappe Stunde. Los!“, trieb sie der Captain an und sie setzten ihren Gang durch den Tunnel in eiligem Schritttempo fort. Es dauerte noch gut zehn Minuten ehe die Explosionen hinter ihnen verstummten. Leila atmete erleichtert auf, sie hatte bei jedem Beben die Befürchtung der Tunnel könne einstürzen.

Nach weiteren dreißig Minuten fragte sich Leila wann sie denn endlich die Vororte erreichten. Kurz darauf hielt T-Jack plötzlich an und Leila wäre beinahe gegen ihn gelaufen.

„Was?“, fragte sie verärgert und wollte sich an ihm vorbei drücken. Seit dem Vorfall in der Dusche verachtete Leila den Mann. Doch der Techniker hielt sie zurück.

„Nur ein weiteres Gitter“, sagte er kurz angebunden und bald darauf erfüllten hellblaue Funken den Tunnel. Nachdem Baker das Gitter entfernt hatte, setzte sich die Gruppe wieder in Bewegung. Nur kamen sie auch diesmal nicht sehr weit. Plötzlich hielt T-Jack schon wieder und machte sich an seinem Rucksack zu schaffen.

Diesmal schob sich Leila an dem Mann vorbei und schloss zum Captain und Leo auf, die am Ende der Röhre standen. Das Rohr mündete einfach in einem schwarzes Nichts. Leila trat neben den Captain und leuchtete wie er in das Nichts hinein: Sie erkannte einen großen Raum. Die Öffnung des Rohres befand sich fast unter der Decke des Raums und Leila schätzte, dass es bis zum Boden gut drei oder sogar vier Meter waren.

Mit einem Schaudern ließ Leila ihre Lampe weiter umherschweifen. Der Raum war eigentlich kein Raum, eher ein großes Wasserbecken, in dem anscheinend ehemals das Wasser vom See zwischengespeichert wurde.

„Ein Silo“, murmelte schließlich auch der Captain und leuchtete mit seiner Lampe an der Wand unterhalb von ihnen entlang.

„Und keine Leiter. Hunt, schau dir das an. „

Der Aufklärer erschien neben ihnen und Leila machte ihm Platz.

Leo musterte den Raum mit seiner Lampe einen Moment, dann checkte er seinen POD.

„Wir haben die Kanalisation erreicht“, der Lichtstrahl von Leo tastete sich auf der gegenüberliegenden Wandseite entlang und schnell fand der Aufklärer was er gesucht hatte.

„Dort“, das Licht seiner Lampe erhellte eine rostbraune Eisentür, die auf derselben Höhe wie die Rohröffnung in der Wand angebracht war. Zu Leilas Erleichterung sah sie unterhalb der Tür Eisensprossen aus der Wand ragen, die wohl als Leiter gedacht waren.

Bleibt nur noch ein Problem…

„Und wie kommen wir hier runter?“ fragte sie neugierig und leuchtete auf den Boden des Silos.

„Ich glaube für einen Sprung ist es doch recht hoch. „

„Wir müssen nicht springen“, erklang T-Jacks Stimme hinter ihnen. Die junge Frau drehte sich zu dem Techniker um und schaute ihm zu, wie er ein Seil an eine der aus dem Boden ragenden Stangen des entfernten Gitters befestigte und es dann über die Kante hinab in das Silo warf.

Der Captain nickte kurz, ergriff das Seil und war mit einem Satz im Dunkeln verschwunden. Leila trat an den Rand und leuchtete hinab. Der Captain stand neben dem Seil auf dem Boden des Silos und blickte hinauf.

„In Ordnung, der nächste“, hörte Leila seine Stimme über Funkt. Bevor Baker das Seil ergreifen konnte hatte es sich Leila bereits geschnappt.

Besser schnell hinter mich bringen.

Sie drehte sich zu den Männern, die sie neugierig musterten, um und ließ sich dann vorsichtig Stück für Stück an der Wand hinab, wobei sie sich mit den Füßen von der Wand abstemmte.

Kurz vor sie den Boden erreichte, umfasste der Captain ihre Taille und hob Leila wie ein Kind einfach beiseite. Kaum stand die junge Frau auf dem Boden, warf sie dem Captain einen empörten Blick zu. Im nächsten Augenblick kamen Baker und Leo so schnell hintereinander aus der Dunkelheit die Wand hinab, dass Leila erschrocken zusammenzuckte.

Die Männer grinsten sie belustigt an.

„Angeber“, nuschelte die junge Frau, drehte sich um die eigene Achse und stolzierte hinter dem Captain her, der das Becken durchquerte.

Vor den Eisensprossen hielt Jackson an, drehte sich um und wartete auf den Rest des Trupps.

„Gut. Wir betreten nun die Kanalisation. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich dort Dämonenbrut aufhält mit denen wir jedoch keine Probleme haben sollten. Damit wir uns jedoch nicht verraten benutzen wir nun erst mal nur unsere Pistolen mit aufgesetzten Schalldämpfern. „

Der Aufstieg gestaltete sich nicht annähernd so schwer wie der Abstieg.

Der Captain kletterte als erstes hinauf und öffnete das alte Türschloss mit zwei gezielten Schüssen. Der Schalldämpfer schluckte fast den gesamten Knall, einzig ein dumpfer Laut, wie ein unterdrücktes Husten, drang zu den wartenden Soldaten hinab. Kurz darauf war der Captain durch die Tür verschwunden und weitere gedämpfte Schussgeräusche drangen zu ihnen. Baker und Demon kletterten schnell als nächstes hinauf. Während die beiden Männer durch die Tür verschwanden trat Tommy neben Leila und umfasste ihre Hand.

Die junge Frau lächelte ihn an und drückte sie. Schließlich standen nur noch die beiden jungen Leute im Silo, sodass Leila Tommys Hand schweren Herzens loslassen musste und die Leiter hinauf kletterte.

Oben angekommen drang sofort ein fauliger Gestank in Leilas Nase. Angeekelt rümpfte die junge Frau sie und leuchtete mit ihrer Lampe umher. Sie stand auf einem kurzen Gehsteig in einem Tunnel, der diagonal zu der Röhre verlief, die sie ins Silo geleitet hatte.

Leila leuchtete mit ihrer Lampe auf den Boden und wich einen Schritt zurück.

Sie blickte in eine braune Suppe, die einen Abfluss direkt neben dem Gehsteig füllte. Angeekelt folgte Leila den anderen, wobei sie über zwei Zombieleichen steigen musste. Sie blickte die verfaulten Zombiekörper nicht an und bemühte sich durch den Mund zu atmen, um den starken Gestank der von dem braunen Wasser ausging nicht wahrzunehmen. Noch öfters vernahm Leila die Geräusche von gedämpften Schüssen und noch öfters musste sie über Zombieleichen steigen oder sah gerade noch eine Hand oder Fuß im braunen Schlamm versinken.

Leo führte die Truppe quer durch die Kanalisation, ein Gang folgte dem nächsten. Schnell hatte Leila die Orientierung verloren und konzentrierte sich voll und ganz darauf nicht von dem schmalen Gehsteig in die ekelhafte Brühe zu stürzen.

Endlich erreichte der Trupp einen Aufstieg und Leila kletterte eifrig hinter den anderen die Sprossen empor. Mit einem Seufzer zog sie sich über den Rand der Gullyöffnung und kam langsam auf die Füße, wobei sie sich enttäuscht umblickte.

Zuerst dachte Leila sie hätten nur eine weitere Ebene der Kanalisation erreicht, so dunkel war es um sie herum, aber im gleichen Moment wehte der Wind einen Böe kühler Luft in ihr Gesicht und ließ eine Strähne von Leilas Haar, die sich keck unter dem Helm hervor wandte, tanzen. Die junge Frau genoss die frische Luft und schloss die Augen. Sie hatte ganz vergessen wo sie sich befand.

Tommy, der hinter Leila aus dem Gully geklettert war, packte sie am Arm und zog sie von der Straße.

Verwirrt ließ sich Leila wegziehen und erst an der Mauer eines großen, halb verfallenen Gebäudes kam ihr wieder in den Sinn, an was für einem Ort sie sich eigentlich befanden. Erschrocken drückte sich die junge Frau mit dem Rücken an die bröckelnden Steine und blickte sich nochmals um. Die Nacht war mittlerweile angebrochen und hatte selbst den letzten Rest Tageslicht verschluckt. Dunkelheit umgab sie, die jedoch vom schwachen Mondlicht erhellt wurde, das hin und wieder durch die Wolkendecke brach.

„Lampen ausschalten“, erklang die befehlende Stimme des Captain in ihrem Helm und eilig befolgte Leila die Anweisung. Keinen Moment später hörte sie dicht bei ihnen schlurfende Schritte. Leila stellte mithilfe ihres POD die Sichthilfe ihres Helmes auf Maximum und erkannte keine fünf Meter neben sich die Umrisse von einem wankenden Menschen, dem, zu ihrem Entsetzen, ein Arm fehlte. Panisch hob sie ihr Gewehr und wollte den Zombie über den Haufen schießen.

Doch kaum hatte sie den Lauf auf die wankende Dämonenbrut gerichtet, als jemand ihr Gewehr auch schon wieder nieder drückte. Leila blickte verwirrt zur Seite und erkannte Demon, der leicht den Kopf schüttelte. So ließ Leila das Gewehr langsam sinken und starrte wieder auf den Zombie, der immer noch an derselben Stelle stand und dort langsam hin und her wankte. Ein zweiter dunkler Umriss näherte sich dem des Zombies von hinten und verschmolz kurz darauf mit ihm.

Leila vernahm ein gurgelndes Geräusch und ein Teil des Schattens löste sich aus dem Ganzen, sank nieder und kippte dann auf den Boden. Er regte sich nicht mehr. Der zweite Umriss trat mit zwei schnellen Schritten auf sie zu und Leila atmete erleichtert auf, kaum dass sie Leos Stimme vernahm.

„Die Luft ist erst mal rein, lasst uns schnell weiter gehen. Uns bleiben nur noch fünfzehn Minuten. Folgt mir. „

Leos schattenhafter Umriss verschwand zwischen zwei Ruinen und andere folgten ihm.

Demon wollte sich gerade den anderen anschließen, doch Leilas Hand fasste seinen Arm und hielt ihn zurück.

„Demon, ich erkennen so wenig… haben diese tollen Helme keinen Blick für die Nacht?“

„Blick für die Nacht?“

„Ja, dieses Grüne… ähm… wie bei den Gewehren. „

„Leila, das nennt man Nachtsicht“, seufzte Demon und packte ihren Arm, zeigte ihr auf dem POD wo sie den entsprechenden Befehl fand und gab ihn ein.

Augenblicklich wurde die Umgebung in ein freundliches, grünes Licht getaucht.

„Mhm…danke“, flüsterte Leila verlegen und lächelte Demon an.

„Sobald es zum Gefecht kommt, stellst du es wieder aus, sonst kann dich schon die kleinste Lichtquelle blenden und dann siehst du gar nichts mehr, verstanden?“

Leila nickte schnell und folgte Demon anschließend in die Gasse hinein. Der Trupp bewegte sich langsam durch die Ruinen und musste immer wieder kurz anhalten um herum streifende Zombies lautlos zu beseitigen.

„Hier ist die große Straße, die wir noch überqueren müssen“, meldete sich Leo und wartete bis die anderen Mitglieder der Schwarzen Mamba zu ihm an das Ende der aktuellen Gasse getreten waren.

„Noch sieben Minuten bis die Quelle diese Stelle passieren wird und wir müssen nur noch über diese verdammte Straße um unsere Zielgebäude zu erreicht. Trotzdem wird das verdammt eng. Leo, wie viele Feinde hast du gesehen?“, fragte der Captain.

„Hm… ein paar Zombies, aber die sind nicht das Problem“, erwiderte Leo und zeigte mit dem Gewehrlauf nach Osten.

„Dort vorne ist eine Gruppe Greeper mitten auf der Straße, die sich um irgendetwas streiten. Wenn diese Bestien uns wittern und angreifen, dann schaffen wir es zwar sie zu töten, aber unsere Sturmgewehre machen zu viel Lärm und dadurch haben wir ganz schnell alle Bestien von drei Kilometern Umkreis am Hals.

„Wir können die Greeper nicht umgehen, soviel Zeit haben wir nicht“, murmelte der Captain.

„Wieso bleiben wir nicht hier, wenn die Quelle diese Straße passieren wird?“, fragte Tommy verwirrt.

„Das Gebäude auf dieser Seite der Straße ist eine Lagerhalle. Die hat keine Fenster für einen Hinterhalt. In Ordnung… Demon, du übernimmst die Bestien falls sie uns wittern und wir treffen uns auf der anderen Straßenseite vor dem Zielgebäude wieder.

Demon nickte kurz und eilte blitzschnell zurück in die Gasse, aus der sie gerade gekommen waren.

„Er soll das alleine machen?“, fragte Leila empört und wollte ihm gerade hinterher eilen, doch eine von Bakers großen Pranken hielt sie zurück.

„Er schafft das schon“, murmelte der Hüne beruhigend und nickte in Richtung Straße, über die gerade die anderen schlichen. Baker folgte ihnen und Leila schloss sich ihm nach kurzem Zögern an.

Ihr Blick wanderte immer wieder zu der Gruppe Greeper, die gerade einen Kadaver in mehrere Stücke rissen. In Leila keimte die Hoffnung auf, dass die Bestien sie vielleicht gar nicht entdecken und Demon sich somit nicht in Gefahr begeben muss, aber ihre Hoffnung wurde schnell wieder zunichte gemacht. Sie spürte eine kräftige Windböe, die ihren Geruch direkt zu der balgenden Dämonenbrut trug. Die Greeper ließen augenblicklich von dem Leichnam ab und wirbelten zu Leila herum, die gerade mal die Hälfte der Straße überquert hatte.

Entsetzt blieb Leila stolpernd stehen und starrte den Bestien geradewegs entgegen. Baker hatte bemerkt, dass sie stehen geblieben war und drehte sich zu ihr herum.

„Leila! Komm weiter, beachte sie nicht. Leila“, flüsterte er und gestikulierte wild mit einer Hand. Leila konnte sich jedoch nicht bewegen. Sie stand einfach auf der Straße und starrte den Bestien entgegen. Die Greeper preschten los, geradewegs auf Leila zu. Kaum hatten die Viecher einen Satz in Leilas Richtung gemacht, als sich ein schwarzer Schatten auf die Greeper stürzte.

Endlich löste sich Leilas Starre und sie rannte nun auf die andere Straßenseite, auf der ihre Kameraden bereits warteten. Sobald sie auf der anderen Seite angekommen war, drehte sich Leila um und starrte auf den Kampf, der fast lautlos auf der Mitte der Straße tobte.

„Schafft er es?“, fragte sie besorgt, „wir müssen ihm helfen!“

Es kam keine Antwort, sodass sich Leila zum Captain umdrehte, der den Kampf ausdruckslos betrachtete.

„Sir!?“

„Schau hin Kind, es geht ihm gut. „

Leila wandte sich wieder der Straße zu und atmete erleichtert auf, kaum dass sie Demons aufrechte Gestalt zwischen den regungslosen Körper der Greeper stehen sah. Er stand regungslos mit dem Rücken zu ihnen, das Schwert locker in der Hand neben dem Becken, den Kopf leicht geneigt.

„Was macht er?“, zischte der Captain und kurz darauf erklang seine Stimme über Funk:

„Demon? Was ist los zum Teufel? Komm her!“

Es war das erste Mal, dass Leila Demons Stimme über Funk vernahm.

Sie klang leicht verzerrt, doch die junge Frau hörte sofort die Anspannung heraus.

„Es ist… zu spät. „

Ein Brüllen, dessen Klang Leila durch Mark und Bein ging, durchdrang die Nacht.

Alle Köpfe ruckten herum, zu seinem Ursprung.

„Mein Gott“, murmelte der Captain, „es ist wahr…“

Leila wurde erst vom einem hellen Licht geblendet und klappe daher hastig das Visier ihres Helmes hoch.

Dann starrte sie den Dämon fassungslos an, der am Ende der Straße stand und von einem weißen, fast blendenden Licht umhüllt wurde. Eine großen Horde Dämonenbrut umringt ihn.

Der… Teufel, schoss es ihr durch den Kopf und sie zuckte beim Klang von Jacksons Stimme zusammen.

„…ein Overlord. „

**

Intermezzo 3 von 4 .

Grüne Zone A6 -8 / Nord-Frankreich

„Bericht der ersten Truppenbewegungen durch den Schild von A2 zur Gelben Zone B2 -03 im Jahre 3025 n.

Chr. und die Entdeckung der Pheromone-These, von General C. Gerox.

Der Prototyp des Titanstahls hatte seinen Test mit Bravur bestanden. Endlich, nach so vielen Jahren der Isolation, war es uns möglich den Schutz der Schilde ohne Gefahr für die Bevölkerung zu verlassen.

Am 2 Mai 3025, verließen 200 . 000 Soldaten die Grüne Zone und richteten ein wahres Gemetzel unter den Dämonen an, die rund um die Uhr um den Schild schlichen.

In den nächsten Wochen wurden die Dämonen über zweihundert Kilometer von A2 zurückgedrängt. Die unglaubliche Erfolgswelle machte den anderen Schutzzonen Mut und es begannen auf der ganzen Welt Offensiven, überall mit dem gleichen Erfolg. Es wurden die ersten Wälle um die Schilde errichtet und die ersten mutigen Menschen suchten sich ein neues Zuhause außerhalb der Schilde. Die Menschheit begann zu hoffen und immer mehr Freiwillige schlossen sich dem Militär an.

Doch nach einem guten Jahr, geriet der Vorstoß des Militärs bereits ins Stocken. Die Dämonendichte nahm zu und immer wieder sahen sich die Streitkräfte der GMVS zahlenmäßig überlegeneren Dämonenhorden gegenüber.

Am 18 August 3026 stand die erfolgreichste, die vierte Division von A2, dem ersten Overlord gegenüber. Der Kampf dauerte gerade mal zwei Stunden, danach gab es die Helden der Vierten nicht mehr. Der Vormarsch der Menschen kam zum Stillstand und verwandelte sich schließlich in einen Rückzug.

Innerhalb von wenigen Tagen wurden die Menschen von A2 zum äußersten Wall zurückgedrängt, dem Urex-Wall. Dort konnten sie die Position halten und den Overlord dank schwerer Geschütze, Panzer und Helikopter zurücktreiben.

Von diesem Zeitpunkt an entbrannte ein blutrünstiger Stellungskrieg. „

Rick blickte von der Mappe auf und runzelte die Stirn, das alles war ihm bekannt, doch schon im nächsten Satz erfuhr er etwas Neues.

„Etwas Außergewöhnliches geschah in einer kleinen neu gegründeten Siedlung außerhalb dem Schutzschild von A2 . Eine große Gruppe mutiger Frauen und Männer hatte sich ca. 180 Kilometer vom ehemaligen Paris entfernt ein neues Zuhause aufgebaut. Als der Truppenvormarsch ins Stocken geriet und schließlich zum Rückzug wurde, gelang es einer Meute von Dämonen den zu diesem Zeitpunkt noch schwach besetzten Urex-Wall zu überwinden und in der Siedlung einzufallen. Ein Hilferuf über Funk setzte umgehend einen Rettungstrupp des Militärs in Bewegung, doch sie kamen zu spät.

Als die Panzerwagen auf dem Gelände einfuhren, fanden die Soldaten nur noch grausam verstümmelte Leichen. Enttäuscht und wütend befahl der ausführende Kommandant den Abzug, als er vom ersten Leutnant auf etwas hingewiesen wurde: Unter den Leichen war keine einzige Frau. Laut der Siedlungsstatistik waren jedoch 58 % der Einwohner Frauen. So ließ der Kommandant seine Männer ausschwärmen, um die vielleicht noch lebenden Bewohner zu finden. Sie suchten über eine Stunde jedoch ohne Erfolg. Erst ein Wärmebild von einem Satelliten konnte die Vermissten aufspüren.

Die Aufnahme zeigte über hundert humanoide Lebewesen ca. 5 Kilometer entfernt in einem Wald. Sofort rief der Kommandant ein paar Männer zu sich und eilte mit ihnen dem Wald entgegen. Eilig betraten die Soldaten den Wald und blieben entsetzt und vollkommen überrascht stehen, als sie die Frauen der Siedlung fanden, denn die Frauen waren…“

„Rick?“

„… denn die Frauen waren nicht…“

„Rick?!“

Genervt hob Rick den Kopf und rief: „Was denn?“

„Was treibst du denn da so lange, du Faulpelz? Mach schneller, wir haben noch viel zu tun!“

„Ja doch, ich bin gleich da“, erwiderte er und fixierte wieder den Text in seiner Hand und flüsterte:

„Aber vorher muss ich hier noch etwas erfahren.

**

Kapitel 19 Fortsetzung.

B7 -130 Südliche Vororte von Paris / Nord- Frankreich im Jahre 3044 n. Chr. 25 November; 20 . 26 Uhr.

Wie erstarrt harrte die Schwarze Mamba im Angesicht des Feindes und es schien, als weide sich der Overlord an ihrem Schrecken.

Leila starrte mit vor Angst geweiteten Augen auf den Dämon. Der Overlord wurde von einem grellen Licht, das sich hinter ihm befinden musste, umhüllt.

Er überragte die ihn umringende Horde von Dämonenbrut um einen guten Meter. Die Haut der Bestie war tiefschwarz, schwärzer als das Schwarz der Nacht, und anstatt der Augen brannten zwei dunkelrote Sonnen, dessen Feuer und Hass auf die Mitglieder der Schwarzen Mamba gerichtet waren. Ein dickes Horn wandte sich jeweils aus den Seiten seiner Stirn empor und ein breiter Schwanz mit zwei sich teilenden Klingen am Ende zuckte wild hinter dem Overlord herum.

„Ohje“, murmelte Leila zitternd vor Angst.

Noch einen kurzen Moment standen sich die ungleichen Kontrahenten gegenüber, dann plötzlich kreischte und brüllte die Horde um den Overlord auf und stürmte vorwärts.
„Zurück! Über die Straße in die große Lagerhalle!“ drang die strenge, befehlende Stimme des Captain über Funkt in Leilas Bewusstsein und riss sie damit aus ihrer Starre. Sie wirbelte herum und rannte hinter Baker über die Straße auf das nahe, große Gebäude zu, das sie vorhin passiert hatten.

Leila wusste sofort wieso der Captain dieses Gebäude ausgewählt hatte. Die Wände waren massiv und es gab nur weiter oben mit dicken Gittern versehene Milchglasfenster. Ihre Mission hatte sich innerhalb weniger Sekunde von einem geplanten Hinterhalt in eine Rettungsmission gewandt.

Leila warf beim Rennen einen hastigen Blick über die Schultern. Durch die rasche Bewegung rutschte ihr der geöffnete Helm vom Kopf. Das hochgeklappte Visier zog den Rest einfach mit sich.

Leila fluchte, verlangsamte ihren Schritt jedoch nicht, da sie eine wogende Wand aus Klauen, Stacheln und geifernden Mäulern auf sich zu stürmen sah. Im Gegenteil, sie rannte nur noch schneller und versuchte die aufkommende Panik zu unterdrücken. Der Versuch scheiterte. Angst, die pure Todesangst überkam Leila, als sie an der großen Eisentür des Gebäudes ankam und ihre Kameraden davor stehen sah. Sie stöhnte verzweifelt auf: Die Tür war mit einer massiven Stahlkette verriegelt, an der ein großes Schloss baumelte.

T-Jack hockte bereits davor und hellblaue Funken sprühten zu allen Seiten in die Dunkelheit der Nacht, während sich der Schweißbrenner langsam durch den zähen Stahl fraß. Ohne ihren Helm fühlte sich Leila in der um sie herum herrschenden Dunkelheit sofort viel schutzloser, sodass sie, ohne es zu merken, Demons Nähe suchte.

Grummelnd drehte sich der Captain zu der immer näher kommenden Dämonenbrut um und fluchte.

Leila, die dicht neben Demon stand und immer noch die verschlossene Tür anstarrte, als könne sie die dicken Glieder der Kette mit der Kraft ihres flehenden Blickes brechen, wirbelte erneut um die eigene Achse und schrie erschrocken auf.

Die große Horde der Dämonenbrut war beängstigend nah, sie hob sich nun als schwarze Masse von dem hellen Hintergrund ab, den das weiße Licht warf. Nur noch eine knappe Minute und die Horde würde mit der Wucht eines Orkans über der kleinen Truppe hereinbrechen. Doch das war nicht der Grund für Leilas Schrei. Hinter dem Overlord waren neue Diener der Dämonen aus der Dunkelheit der Nacht in das seltsame, helle Licht getreten und stapften nun langsam aber beständig auf die kleine Truppe zu.

Lange Tentakelarme mit riesigen Klauen baumelten an großen, verunstalteten Fleischbergen.

„Eine Meute Mermorid-Untiere“, stellte Baker ungerührt fest.

Leila ließ der Anblick jedoch das Blut in den Adern gefrieren. Sie hatte nicht vergessen was nur eines dieser Viecher mit einer ganzen Gruppe Soldaten gemacht hatte und wie wirkungslos der verzweifelte Beschuss gewesen war. Erst ein Panzer konnte dem Vieh Einhalt gebieten, oder? Wenn sie genauer drüber nachdachte, dann wusste sie gar nicht, ob der Panzer die Bestie überhaupt getötet hatte.

Schnell verdrängte Leila die Erinnerung und warf einen nervösen Blick auf T-Jack, der immer noch am Schloss der Tür herum hantierte.

„Verdammte Scheiße, wir müssen hier weg“, rief der Captain.

„Cabell hol uns hier raus, aber dalli. Und Crash, verschaff und etwas Zeit!“

Crash nickte knapp, kniete sich schnell auf die aus bröckelndem Asphalt bestehende Straße und schnallte seinen Rucksack ab. Er öffnete ihn und holte zwei ringartige Ketten hervor, an denen mehrere Metallkugeln hingen.

Inzwischen war die Horde fast bei ihnen angekommen.

Crash gab Baker eine der Ketten und die beiden Hünen nahmen Anlauf, rannten zwei Meter auf die Dämonenbrut zu und ließen die Ketten fliegen. Wie eine Frisbee wirbelten die Ketten durch die Luft. Kaum hatten sie den Dämonenmob erreicht, betätigte Crash einen Knopf an einem kleinen Funkzünder und die Kugeln sprangen von den Ketten ab und schlugen explodierend in der Masse aus verfaultem Fleisch, Stacheln, Krallen und Zähnen ein.

Die Wirkung war verheerend. Obwohl die Horde merklich geschrumpft war, hasteten immer noch sehr viele wankende Schatten auf sie zu.

„Knallt sie ab!“, schrie der Captain und eröffnete das Feuer. Leila hob automatisch ihr Gewehr und schoss wahllos auf die näher kommenden schwarzen Umrisse. Leila schoss und schoss, bis ihre Waffe leer war. Hektisch lud sie nach und feuerte sofort weiter und doch schien die Dämonenmasse nicht weniger zu werden.

Was geht hier vor? Plötzlich bemerkte sie eine Bewegung zu ihrer Rechten und fuhr herum. Ein widerwärtiger Zombie stolperte dicht neben ihr mit ausgestreckten Armen aus der Dunkelheit auf sie zu. Leila kreischte auf, wich zurück und schoss gleichzeitig den Rest ihres Magazins in den wankenden Zombiekörper. Das Ding wurde von der Wucht der einschlagenden Geschosse nach hinten gedrückt und kippte rücklings auf den Boden, wo es reglos liegen blieb. Ängstlich schaute sich Leila zu allen Zeit um und glaube von überall her schattenhafte Bewegungen zu erahnen.

„Sie sind überall!“, schrie sie.

„Captain! Die Schüsse locken die ganzen Viecher aus der Umgebung an! Die werden uns bald einfach überrennen!“, rief Demon und eröffnete das Feuer auf eine Gruppe Zombies, die sich seitlich von ihm aus der Dunkelheit schälten.

„T-Jack, so langsam wird es Zeit“, sagte der Captain und wich nachladend vor immer mehr Zombies zurück, die mit gierigen Blicken auf ihn zu wankten.

„Ich habe es gleich, gebt mir noch eine paar Sekunden“, murmelte der Techniker.

Die Schwarze Mamba zog sich nun Schritt für Schritt dichter zum Eisentor zurück und bildete einen Halbkreis, um alle Seiten abdecken zu können. Die Gewehre bekamen keine Ruhepause.

Dann endlich kam die erlösende Nachricht von T-Jack.

„Ich hab es! Baker, Crash helft mir!“, rief er, sprang auf und stemmte sich mit Hilfe der beiden Hünen gegen die dicken Flügel der Eisentür, sodass sie sich mit einem protestierenden Quietschen langsam nach innen aufschoben.

„Alle rein! Los!“, befahl der Captain und richtete die Mündung seiner Waffe auf einen Greeper, der direkt aus der Dunkelheit auf ihn zu sprang. Die Bestie wurde in der Luft von den Kugeln getroffen und flog leblos über Jacksons Kopf hinweg und weiter durch die geöffnete Eisentür in die Halle.

Leila eilte hinter Baker in das Gebäude, dann drehte sich die junge Frau um und wartete hibbelig auf die anderen Mitglieder der schwarzen Mamba.

Als Tommy herein stolperte, warf sich Leila ihm fast an den Hals. Sie brauchte jetzt seine vertraute Nähe. Er umarmte Leila und drückte sie kurz an sich. Der Captain betrat als letzter die Halle. Er kam rückwärts gehend herein und feuerte dabei durch die Türöffnung. Schnell ließ er sein Gewehr sinken, löste flink zwei Handgranaten von seinem Gürtel und warf sie dann vor die Tür. Donnernd explodierten sie und ein paar Körperteile wurden in die Lagerhalle geschleudert und verschwanden in der Dunkelheit der Halle.

„Helft mir diese verdammte Tür zu schließen!“, brüllte der Captain und stemmte sich gegen eine der unnachgiebigen Türflügel. Tommy löste sich schnell von Leila und eilte zum Captain. Baker schob den anderen Flügel ganz alleine zu, während Crash dem Captain ebenfalls zur Hilfe eilte. Leila erhaschte noch einen kurzen Blick durch die sich immer schneller schließende Tür und sah, wie sich der Overlord nun auch in Bewegung setzte. Er kam mit langsamen Schritten auf sie zu und seine roten, glühenden Augen schienen Leila zu fixieren.

Demon und Leo feuerten durch den immer kleiner werdenden Spalt, bis sich die Flügel der Tür mit einem Knall schlossen.

Darauf hatte T-Jack nur gewartet. Sofort trat er vor und schlang die dicke Stahlkette, die vorher den Weg ins Innere so lange erschwert hatte, um die beiden großen Klinken der Türhälften. Danach hockte er sich vor die Tür und begann die Endglieder der Kette miteinander zu verschweißen. Während er das tat stemmten sich Crash und Baker gegen die Türflügel, die immer wieder wie unter Schlägen erbebten.

Leilas Herz pochte schmerzhaft gegen ihren Brustkorb und sie atmete erleichtert auf, als der Blickkontakt mit dem Overlord abbrach.

Langsam und mit immer noch zitterndem Körper drehte sich die junge Frau zu der Dunkelheit der großen Lagerhalle um. Sie schaltete die Lampe ihres Gewehrs an und ließ den Lichtkegel umher schweifen. In der ganzen Halle standen riesige, mit Paletten gefüllte Regale, die in langen Reihen nebeneinander auf bessere Zeiten warteten.

Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch schritt Leila die Regalanfänge ab und leuchtete in die langen, dunklen Gänge hinein. Nichts rührte sich.

Auch der Captain hatte sich von der Tür abgewandt und sich ein kurzes Bild der Lage gemacht. Nun drehte er sich zu Cabell um, während hinter ihm die Funken von T-Jack Schweißbrenner nur so herum wirbelten.

„Hast du was erreicht?“

„Ja, Sir.

Ein Schwadron Kampfhelikopter ist auf dem Weg zu unserer Position. Ankunft in ca. 20 Minuten, wenn sie ohne viel Gegenwehr durchkommen. „

„20 Minuten? Heilige Scheiße! T-Jack?“

„Fertig“, meldete der Techniker und erhob sich. Zweifelnd blickte er auf die notdürftig verbarrikadierte Tür.

„Das wird die kleine Brut vielleicht etwas aufhalten, aber die Untiere sicherlich nicht. „

Baker schnaubte kampfeslustig und brummte:

„Sollen sie doch kommen.

Der Captain nickte T-Jack zu und ignorierte Baker. Kurz überlegte er, dann rief er alle zu sich.

„Hört her, wir müssen auf das Dach dieser Lagerhalle. Dort sind wir vor den Untieren in Sicherheit und die Helikopter können uns dort aufsammeln. Also los, teilen wir uns auf und suchen einen Weg hinauf!“

Die Schwarze Mamba schwärmte aus. Leila hielt sich dicht bei Tommy und Demon, die gemeinsam den westlichen Teil des Gebäudes absuchten.

Die kleine Gruppe schritt eilig an langen Regalen vorbei zum anderen Ende der Halle. Erst jetzt bemerkte Leila, wie riesig dieses Lagerhalle war. Endlich am Ende angekommen blieben sie stehen und leuchteten unschlüssig umher. Leilas Lichtkegel irrte an der Wand des Gebäudes entlang, ohne etwas Hilfreiches zu entdecken. Gerade wollte sie sich resigniert an Tommy wenden, als Leos Stimme über Funk erklang.

„Kommt her, ich habe eine Art Lagerbüro im Nordwesten des Gebäudes gefunden.

Hier ist auch eine Wendeltreppe, die…. „

Er verstummte und am anderen Ende der Halle wurden die großen Türflügel aus den Angeln gerissen und in die Lagerhalle geschleudert. Mit einem lauten Knall schlugen die Eisenplatten gegen die Regale, sodass diese erbebten.

„Schnell! Zu Leo!“, rief Tommy, packte Leilas Hand und zog die verängstigte Frau einfach mit sich. Ein Brüllen hallte von der anderen Seite der Halle zu ihnen herüber und spornte sie zu einem noch größeren Tempo an.

Außer Atem erreichten sie das Lagerbüro. Der Lichtstrahl von Tommys Lampe fuhr suchend an der fensterlosen Wand entlang.

„Dort, die Tür!“, rief er aus und eilte weiter. Er riss die Tür auf und hastete in das Büro, ohne Leila loszulassen. Sie umrundeten mehrere schlichte Tische und gelangten zu der Wendeltreppe, die Leo entdeckt hatte. Leila warf einen flüchtigen Blick über die Schulter und sah Demon im Lichtschein seiner Lampe.

Er hatte sein Gewehr auf einen Tisch gelegt und verriegelte gerade die Tür mit einer rostigen Eisenstange.

Als ob dies die Untiere auch nur eine Sekunde aufhalten wird!

„Demon! Komm her, das bringt doch nichts!“, rief sie besorgt. Tommy hatte die Wendeltreppe erreicht und hastete mit Leila im Schlepptau hinauf. Sie musste sich nun ganz darauf konzentrieren nicht abzurutschen oder zu stolpern, sodass sie nicht sehen konnte, ob Demon ihnen folgte.

Die Treppe führte durch zwei weitere Etagen Lagerbüros ehe sie das Dach erreichten.

*

Leila spürte ihr Ziel ehe sie es sah. Ein kühler Lufthauch berührte ihre geröteten Wangen. Stolpernd und schwer atmend kam Leila auf dem Dach an. Erschöpft ließ sie Tommys Hand los und beugte sich vor, stützte sich mit ihren Händen auf ihren Schenkeln ab und schloss die Augen. Rote Kreise tanzten vor ihren geschlossenen Lidern und ein starkes Schwindelgefühl überkam sie.

Ich bin so müde, so schrecklich müde.

Hinter der jungen Frau wurde die Tür zum Dach kräftig zugestoßen und kurz darauf legte sich eine Hand auf ihre Schulter.

„Leila, alles in Ordnung?“

Leila richtete sich auf und rieb sich über die Augen. Als sie die Augenlider aufschlug, blickte sie in Demons schönes Gesicht und sie glaubte eine Spur Besorgnis zu erkennen.

.

Blödsinn…

„Ja, ich bin…“, setzte Leila an und verstummte mitten im Satz, als ein gedämpftes Brüllen aus der Lagerhalle zu ihnen herauf drang.

Ängstlich blickte Leila zur Tür, die auf das Dach führte.

„Die kommen hier nicht rauf,“ sagte Demon ruhig.

„Das ist beruhigend“, murmelte Leila und legte den Kopf schief.

„Was ist los?“, fragte Tommy, der gerade auf die beiden zukam.

„Leila?“

„Ich bin mir nicht sicher… hört ihr das auch?“

Tommy blieb stehen und lauschte, schüttelte schließlich jedoch den Kopf. Demon runzelte die Stirn und tat es Leila gleich. Er legte den Kopf schief und schloss die Augen. Der Captain hatte ihren Wortwechsel mitbekommen, schaute in die Dunkelheit der Nacht und entzündete eine Leuchtfackel.

Sie erwachte mit einem Zischen in einem hellen roten Licht zum Leben und trieb die Dunkelheit ein paar Meter zurück.

„Demon?“, fragte der Captain. Der Angesprochene hob eine Hand und unterdrückte somit jede weitere Konversation.

„Still, dort draußen ist etwas!“

Es vergingen ein paar Sekunden. Leila wurde sich immer sicherer, dass sie etwas hörte, nur konnte sie den Laut nicht einordnen.

„Es klingt wie…“, sie blickte in die Dunkelheit und suchte verzweifelt nach dem richtigen Ausdruck.

Gerade als er ihr in den Sinn kam, schoss etwas aus der schwarzen Dunkelheit genau auf Demon zu.

„Achtung, Demon!“, schrie Leila und warf sich gegen den überraschten Mann. Er verlor das Gleichgewicht, fiel auf den Boden und Leila obendrauf. Einen Herzschlag später zischte ein schwarzes Etwas dicht über ihnen hinweg. Lautes Flügelschlagen und ein schrilles Kreischen erklang, gefolgt von loshämmernden Schüssen. Das Kreischen wurde aufgenommen und schon bald hallte es von überall aus der dunklen Nacht.

„Flugbestien! Schnell, verteilt Leuchtfackeln und stellt euch Rücken an Rücken!“ hörte Leila die Stimme des Captains befehlend rufen. Demon befreite sich sanft aber auch blitzschnell von Leila und stand schon wieder auf den Füßen, noch ehe die junge Frau den Kopf heben konnte. Überall um sie herum flammten nun rötlich glühende Fackeln auf und vertrieben die Dunkelheit vom Dach. Leila sog scharf Luft ein, als sie die Masse an Flugdämonen sah, die um das Gebäude herum schwirrten.

Demon duckte sich flink unter einer der Bestie hinweg und schoss eine tödliche Salve in den Rücken des Viehs. Es kreischt auf und verschwand abstürzend über den Rand des Daches in der Dunkelheit. Dann wandte Demon sich schnell zu Leila und half ihr mit einer geschmeidigen Bewegung auf die Füße.

„Los! Schieß!“, rief er und Leila gehorchte.

Sie verteilte Salve um Salve und langsam füllte sich das Dach mit leblosen Dämonenkadavern.

Schließlich kam kein Feind mehr, kein Flügelschlag und kein Kreischen hallte durch die Nachtluft. Auf einmal war es totenstill. Zu Still.

„Da stimmt irgend etwas nicht“, murmelte der Captain. Er stand dicht neben Leila und hatte ihr und Demon im Gefecht den Rücken gedeckt. Leila ging ein paar Schritte von den anderen weg und schaute sich suchend um. Doch sie sah nichts, trotzdem spürte sie etwas.

Und im nächsten Augenblick wusste sie was es war.

Angst kroch in ihre Glieder und langsam drehte sie sich um. Am anderen Ende des Daches, dort, wo weit unten der Eingang zur großen Lagerhalle befinden musste, stand der Overlord. Auch wenn er jetzt nicht in weißes Licht gehüllt war, so war seine Erscheinung im rötlichen Fackelschein nicht minder bedrohlich, eher im Gegenteil. Sie schrie auf und zeigte auf ihn. Alle wandte sich um, Mündungen richteten sich auf den Dämon und der Captain gab einen einzelnen schneidenden Befehl.

Im selben Moment, in dem die erste Waffe abgefeuert wurde, griff der Overlord an.

Seine Schnelligkeit war atemberaubend. Noch ehe Leila den Rückstoß ihrer Waffe spürte, erreichte die Bestie die Schwarze Mamba.

Von einer Sekunde auf die nächste hatte der Overlord das Dach überquert und schlug wie ein Meteor in die kleine Gruppe ein. Der Captain, Cabell und Leo wurden vom seinem Aufprall getroffen und flogen mehrere Meter nach hinten durch die Luft.

T-Jack und Tommy schmetterte der Overlord mit einem Schlag seines rechten Arms beiseite. Demon tauchte blitzschnell unter einem Hieb hinweg, nur um im nächsten Augenblick von der anderen Klaue hart zur Seite geschleudert zu werden. Im Flug prallte er gegen den Doc und riss ihn mit sich zu Boden. Unter dem sirrenden Schwerthieb von Baker tauchte der schwarze Teufel hinweg und fegte den Hünen ohne inne zu halten mit einem Schwanzhieb zu Boden, ehe er vor dem außer Leila noch letzten stehenden Mitglied der schwarzen Mamba stand.

Crashs Sturmgewehr spie Blei, selbst dann noch, als der kopflose Rumpf langsam zu Boden fiel.

All dies geschah in wenigen Sekunden.

Fassungslos blickte die junge Frau den Overlord an, der nun hinter ihnen stand und gerade Crashs Kopf samt Helm in seiner Klaue zu einer blutigen Masse zerdrückte. Leila starrte und merkte erst jetzt, dass sie die Luft anhielt. Keuchend schnappte die junge Frau nach Luft.

Langsam, das heißt in nachvollziehbarer Geschwindigkeit, drehte der Dämon sich um und seine brennenden Augen fixierten Leila.

Die junge Frau ließ die Waffe fallen und taumelte rückwärts vom Overlord weg.

Wahnsinn… das ist Wahnsinn. Wie überaus überheblich von uns zu denken, dass wir auch nur den Hauch einer Chance gegen diese Bestie… dieses Monster hätten.

Der Overlord kam langsam auf Leila zu.

Die junge Frau wich Schritt für Schritt zurück. Sie wusste, dass es sinnlos war, doch sie konnte nicht anderes.

Im nächsten Moment knallten Schüsse los und der Dämon machte eine Satz zur Seite und hielt kurz darauf Tommy in einer ausgestreckten Klaue. Dem junge Mann fiel das Sturmgewehr aus den Händen und er wandte sich voller Schmerzen im Griff der Bestie.

„Captain! Aktiviert den Köder, jetzt!“, erklang von irgendwoher Demons rufende Stimme.

Leila starrte hilflos auf den Overlord und ihren Freund.

Ich muss ihm helfen! Ich muss irgendetwas tun!

Gerade als der Dämon seine andere Klause zum Schlag erhob, überkam Leila ein fast krampfhaftes Ziehen zwischen den Beinen und sie keuchte überrascht auf und fiel auf die Knie. Ihre Beine schienen urplötzlich wie aus Pudding zu sein. Ein überwältigendes Gefühl durchströmte ihren Körper und Hitze wallte zwischen ihrer Schenkeln auf.

Der Overlord erstarrte mitten in der Bewegung und sein Kopf ruckte zu Leila.

**

Intermezzo 4 von 4 .

Grüne Zone A6 -8 / Nord-Frankreich

„Eilig betraten die Soldaten den Wald und blieben entsetzt und vollkommen überrascht stehen, als sie die Frauen der Siedlung fanden, denn die Frauen waren nicht tot. Die Dämonen hatten sie allesamt auf eine Art Lichtung geschleppt und machten sich gerade über sie her.

Sie trieben es mit ihnen wie die Tiere, wie berauschte Tiere. Die Frauen schrien oder stöhnte, während sie von mehreren aufgeregten Dämonen umringt und bestiegen wurden.

Die Soldaten eröffneten das Feuer oder griffen mit ihren Schwertern an, doch sie stießen auf keine Gegenwehr. Die Dämonen nahmen sie gar nicht zur Kenntnis. Die Soldaten metzelten alle Dämonen ohne Verluste nieder.

Kaum hatte der leitende General vom Urex-Wall davon erfahren, schickte er einen ausführlichen Bericht an den Verteidigungsminister der GMVS.

So entstand keine Woche später eine Forschungsstation unter der Leitung von Dr. H. Grom, der kurz darauf die Pheromone-These aufstellt.

Es folgt ein kurzer Auszug aus seiner These:
Die Kreaturen, die wir alle als Dämonen kennen, waren früher Menschen, welche vom Virus verunstaltet und verändert wurden. Oder sie stammen aus der Zeugung zwischen anderen Dämonen. In beiden Fällen können wir also davon ausgehen, dass es verunstaltete Menschen oder menschenähnliche Nachkommen sind.

Doch im Gegensatz zu Menschen sind diese Kreaturen viel schneller, flinker und überaus stark. Ihre Sinne und Instinkte sind viel deutlicher ausgeprägt.

Man könnte meinen, das sei alles nur ein Vorteil, aber genau hier liegt auch ihr Schwachpunkt. Denn seien wir mal ehrlich, woraus besteht eigentlich der Sinn der Menschheit? Bestimmt nicht aus essen und schlafen oder gar arbeiten. Der Sinn der Menschen besteht in der Fortpflanzung. Sex. Sex ist der Schlüssel.

Jeder Mensch braucht und will Sex, der eine mehr, der andere weniger, doch jeder ist von der Natur dazu gemacht und man kann seine Instinkte nicht abstreiten oder abstellen. Genau das können die Dämonen jedoch auch nicht. Wie ich eben erzählte sind die Instinkte dieser Kreaturen viel stärker als die der Menschen. Fast um das Fünffache! Wir arbeiten derzeit an einer Möglichkeit dieses Wissen für das Militär nutzbar zu machen. „

Rick hob stirnrunzelnd den Kopf und murmelte:

„Was ein Wahnsinn.

Schließlich las er weiter:

„Doktor Grom stellte sechs Jahre später seine Pheromone-Theorie vor:

Die Pheromone-Theorie beschäftigt sich mit den stark ausgeprägten Instinkten der Dämonen. Hierbei ist zu beachten, dass wir von reinblütigen Dämonen und nicht deren willenlosen Dämonenbrut reden. Des Weiteren trifft diese Theorie nur auf männliche Dämonen zu. Jedoch sind nach unserer Schätzung rund 90 Prozent der Dämonen männlich. Wir haben Dämonen gefangen, die alleine beim Anblick einer bekleideten Frau ausgerastet sind.

Sie können sich vorstellen was geschah, als die Frau nackt war.

Als uns schließlich klar war, wie man auf diese Kreaturen einwirken kann, entwickelten wir den ersten Köder. Ein Köder ist ein weiblicher Klon, bei dem die ###Produktion der Sexualpheromone

um ein vielfaches gesteigert wurde. Dadurch wirken die Köder für alle männlichen Personen sehr anziehend. Auf die Dämonen haben sie jedoch eine so gewaltige Wirkung, dass die Kreaturen wortwörtlich in Raserei verfallen und angreifen, um den Köder zu bekommen und es mit ihm zu treiben.

In der Zeit, in der die Dämonen es mit dem Köder machen, kann man sie mit Leichtigkeit ausschalten, da sie nichts anderes mehr wahrnehmen.

Die ersten Köder waren jedoch unausgereift. Oft wurden die Köder von den Soldaten einer Division so sehr benutzt, dass sie später nicht mehr zu gebrauchen waren. Jedoch fuhr die Entwicklung der Köder unter meiner Aufsicht immer weiter fort.

Nun endlich haben wir eine Möglichkeit gefunden die Klone so zu erschaffen, dass der Ausstoß der Sexualpheromone von einer anderen Person gesteuert werden kann.

Des Weiteren verfallen die Köder nun gleichzeitig mit dem Ausstoß der Botenstoffe in eine Art Sex- bzw. Lustrausch, damit sie sich dem Dämon hingeben und nicht vor Panik schreien oder in Ohnmacht fallen, wie es leider in der Vergangenheit der Fall war. Es wurden geheime Anstalten für Köder geschaffen, in denen sie die Grundregeln des Lebens und der Kriegskunst lernen, damit sie nicht von der erstbesten Dämonenbrut gefressen werde. Denn Klone sind nicht gerade preiswert und die Entwicklungs- und Ausbildungszeit beträgt fast fünf Jahre.

Daher ist ein Gewehr oder ein scharfes Schwert immer noch die beste Waffe gegen die Dämonen. Jedoch können die Köder dazu benutzt werden um besonders hartnäckige Dämonen, denen mit Waffengewalt nichts oder nur wenig anzuhaben ist, unter Kontrolle zu bringen. Man kann die Kreaturen dann in Seelenruhe ausschalten, wenn sie sich gerade mit dem Köder… sagen wir „vergnügen“. Ich spreche hier besonders von Dämonen der A und B Klasse. Wir nennen diese ersten Köder der A-Reihe: K/A-X, wobei das X für die individuelle Klonnummer steht.

In der nächsten Woche werden die ersten zweitausend Exemplare dem Militär zur Verfügung gestellt.

Mit Hilfe der Köder gelangen dem Militär viele Erfolge in entscheidenden Schlachten. Schnell wurden die Köder zum festen Bestandteil jeder Division. Doktor Grom forschte unermüdlich weiter und nach weiteren sieben Jahren gab er bekannt, dass er einen Köder entwickelt habe, der so stark sei, dass er selbst einen Overlord in den Bann schlagen könne. Jedoch sei dieser Bann aufgrund der Intelligenz und Willenskraft der Overlords sehr schwer herzustellen und erst in der kompletten Vereinigung von Köder und Dämon so stark, dass die Instinkte der Kreatur obsiegen.

Er nannte den ersten Klon: K/L-1, da es der erste Köder der L-Reihe war und übernahm persönlich die Ausbildung des Köders.

Sollte es wirklich möglich sein mit Hilfe dieser neuen Generation von Ködern die Overlords auszuschalten, dann hätte die Menschheit endlich wieder die Chance auf den Sieg, ja sogar auf eine Erde ohne Dämonen. „

Rick blickte noch lange auf diesen letzten Satz und seufzte dann:

„Eine Erde ohne Dämonen, das wäre zu schön um wahr zu sein.

Doch um was für einen Preis? Es werden junge Frauen geopfert um Dämonen zu verführen, wie barbarisch! Kein Wunder, dass die Existenz der Köder vom Militär geheim gehalten wird. „
Er warf einen Blick auf das Datum der Unterlagen.

„Siebter August im Jahre Dreitausend Achtunddreißig. Das war vor gut sechs Jahren, was bedeutet, das dieser erste Klon der L-Reihe schon bereit für den Einsatz ist. Das arme Ding…“, murmelte Rick und zuckte deutlich zusammen, als die verärgerte Stimme des alten Mannes herüber scholl:

„Rick! Komm endlich her!“

Ohne zu zögern faltete Rick den Bericht und steckte ihn in seine Tasche, dann erhob er sich eilig und ging, ohne das Chaos aus Büchern und Blättern weiter zu beachten, den Gang zurück.

**

Kapitel 19 Fortsetzung.

B7 -130 Südliche Vororte von Paris / Nord-Frankreich im Jahre 3044 n. Chr. 25 November; 20 . 47 Uhr.

So als habe er urplötzlich das Interesse an Tommy verloren, ließ der Overlord den jungen Mann los. Tommy fiel auf den Boden, wobei er seinen Helm verlor, und wand sich vor Schmerzen.

In der nächsten Sekunde machte der Dämon einen Satz und stand vor K/L-1 .

Mit einer seiner Klauen stieß er den Oberkörper der jungen Frau hart nach hinten, sodass Leila umkippte und auf dem Rücken landete. Sie starrte den Dämon, der sich jetzt vor ihr erhob, an. Ihre Augen hatten einen seltsamen Glanz angenommen, ihr Mund war leicht geöffnet und ihre vollen Lippen zitterten.

Der Overlord brüllte und seine Klauen bewegten sich ruckartig auf Leila zu. Dann zog er sie plötzlich eben so schnell zurück und machte einen Satz zur linken und einen zur rechten Seite.

Schließlich fauchte er die junge Frau an, jedoch griff er nicht an.

Wie ein nervöses Tier umkreiste er Leila.

Die junge Frau bekam davon nicht viel mit. Sie starrte in die Luft und ihre Finger machten sich selbstständig. Geschickt öffnete sie die Verriegelung ihrer Beinplatten und nahm sie ab. Dann öffnete sie ihre Hose gerade so weit, dass sie sich eine Hand zwischen die Schenkel schieben konnte.

Ein wohliges Seufzen drang aus ihrem Mund und sie räkelte sich.

Mit einer kaum wahrnehmbaren Bewegung war der Overlord wieder dicht über Leila und riss mit einer schnellen Bewegung ihre Hose auf. Er drückte Leilas Beine brutal auseinander, doch die junge Frau stöhnte nur lustvoll auf. Während sich der Dämon zu ihr runter beugte, fuhr er ein langes und sehr dickes Glied aus. Leila starrte den Schwanz an, seufzte erregt und rieb mit ihren Fingern durch ihre nasse Spalte.

Der Dämon fauchte, umfasste Leilas Taille mit beiden Klauen und hob sie hoch, auf die Höhe seine steinharten Schwanzes. Dabei rutschte Leilas Schwert aus der Scheide von ihrem Rücken und fiel geräuschvoll auf das Dach. Doch keiner der beiden nahm davon etwas wahr. Schließlich drückte der Overlord sein Becken vor. Die große, schwarze Eichel glitt zwischen Leilas feuchte Schamlippen und bohrte sich in ihr enges Loch. Die junge Frau stöhnte laut auf.

Im gleichen Moment erklang ein lauter Schrei:

„Nein! Warte! NOCH NICHT!“

*

Es war wie ein Feuer, das plötzlich in ihr entfachte.

Ein Feuer aus Lust und Verlangen, Gier und Geilheit. Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen und sie fühlte sich auf einmal so schwach und gleichzeitig zu allem bereit.

Mit einem kleinen Laut der Verwunderung sank sie auf die Knie. Ihre Beine zitterten wie Espenlaub und eine fast unerträgliche Hitze und Nässe tobte zwischen ihren Schenkeln. Und urplötzlich war da dieser große, breite und so starke Schwarze. Er stieß sie auf den Boden und fauchte sie an, doch Leila wusste nur noch eines: Sie wollte ihn.

Sie wollte ihn in sich spüren, sie wollte von ihm gefickt werden.

Lüstern räkelte sie sich und spreizte ihre Beine für den Fremden, strich durch ihren nassen Spalt und lächelte ihn an. Da kam er zu ihr und sie sah seinen mächtigen Schwanz. Erfreut hob sie ihr Becken etwas an und er drückte ihre Beine hart auseinander, sodass es schmerzte, doch das nahm Leila nur am Rande wahr. Zwei riesige Pranke umfassten sie und hoben sie hoch, dem dicken Schwanz entgegen.

Sie jauchzte und drückte ihr Becken noch weiter vor und dann spürte sie seine dicke Schwanzspitze, wie sie in ihre Möse eindrang. Das Gefühl der eindringenden Eichel ließ sie laut und voller Inbrunst aufstöhnen. Der Schwarze gab ein kehliges Grunzen von sich und drückte seinen Schwanz tiefer in die junge Frau. Seine Eichel glitt vollständig in Leilas Scheide. Irgend jemand rief etwas, doch es drang nur wie ein dumpfes Grummeln zu ihr.

Viel intensiver war der plötzliche Klang einer vertraute Stimme, eine Stimme, die sie überall wiedererkennen würde.

„Leila!“

Die Stimme rief ihren Namen so voller Schmerz, Angst und Sorge, dass Leila all ihre Kraft aufbrachte und das innere Feuer der Lust unterdrückte. Wie aus einer Trance erwacht, drehte Leila, die immer noch in den Armen des Schwarzen hing, den Kopf zum Ursprung der Stimme und öffnete mühsam die bleischweren Lider. Was sie sah, ließ sie verwirrt die Stirn runzeln.

Tommy rannte mit zum Schlag erhobenem Schwert auf sie zu.

Die Klinge leuchtete rot im Schein der Leuchtfackeln. Demon stand etwas weiter hinter ihm und hatte die Hand nach Tommy ausgestreckt, ganz so als ob er ihn greifen wolle. Er rief ihm etwas hinterher.

Was geschieht hier?fragte sie sich und wandte den Blick auf ihren Liebhaber. Sie starrte in die abscheuliche Dämonenfratze und hätte aufgeschrien, doch ihr Schrei wurde zu einem lauten Stöhnen, als die Eichel des Overlords sich nun tiefer in ihre Scheide bohrte und der dicke Stamm folgte.

Leila starrte in das Gesicht des Dämons und beobachtete, wie seine Augen, über denen so etwas wie ein grauweißer Nebel gelegen hatte, wieder einen blass rötlichen Farbton annahmen. Widerwillig wandte der Overlord sein Gesicht von ihr ab. Mit einem Mal begriff Leila die ganze Situation und ihr Herz zog sich vor Angst krampfhaft zusammen. Furchtbare Angst durchströmte sie, doch die Angst galt nicht ihr, sondern Tommy, der die tödliche Bestie fast erreicht hatte.

„Tommy! NICHT!“, schrie Leila so laut sie in der Lage war.

Keine Sekunde später war Tommy bei ihnen und er stürzte sich mit einem wilden Aufschrei auf den Overlord. Urplötzlich war der Druck der dicken Eichel in Leilas Scheide verschwunden und der Dämon ließ von ihr ab. Sie fiel hart auf den Rücken. Schmerz durchzuckte sie, sodass sie ihre Augen zusammen kniff und aufstöhnte.

*

Warme Nässe floss auf ihr Gesicht und sie riss die Augen auf.

Doch die Nässe schien überall zu sein und drang auch in ihre Augen. Panisch wischte sich Leila über das Gesicht, bis sie wieder etwas erkennen konnte. Sie erstarrte und ihr Herz hörte für einen kurzen Moment einfach auf zu schlagen.

Über ihr stand breitbeinig der Overlord. Er hatte sich zu seiner vollen Größe aufgerichtet und seinen Oberkörper zur Seite gedreht. In seiner linken Schulter steckte Tommys Schwert. Es hatte eine tiefe Wunde geschlagen, aus der dunkelrotes Blut in strömen floss und eben dieses Blut spritzte auf Leila.

Der Overlord starrte in Tommys Gesicht, das sich direkt vor seiner schwarzen Fratze befand, und knurrte wie ein Tier. Eine seiner Klauen hielt den junge Mann vor sich auf Gesichtshöhe, während die andere Klaue…

„Nein! NEIN!“, schrie Leila, bekam irgendwie den Griff ihres Schwertes zu fassen, richtete ihren Oberkörper mühsam auf und stach auf den Overlord ein. Die Klinge drang durch den dicken Schenkel des Dämons, sodass er auf brüllte.

Er warf Tommy wie ein lästiges Spielzeug beiseite und sein Kopf ruckte zu Leila.

Für einen kurzen Moment trafen sich ihre Blicke und Leila glaubte so etwas wie Verwirrung in seinen Augen zu erkennen. Im selben Moment knallten laute Schüsse durch die Luft.

Mit einer einzigen blitzschnellen Bewegung hastete der Overlord zum Rand des Dachs und verschwand mit einem gewaltigen Sprung in der Dunkelheit der Nacht.

Leila blickte noch einen Herzschlag lang auf die nachtschwarze Stelle, dann ruckte ihr Kopf zu Tommy, der ein paar Meter entfernt reglos auf dem Boden lag.

Die junge Frau wimmerte auf und wollte aufstehen, doch ihre Beine schienen ihr noch nicht richtig gehorchen zu wollen. So krabbelte Leila auf allen Vieren zu dem reglose daliegenden junge Mann.

„Tommy!“, rief sie, als sie ihn erreichte und sich seitlich neben ihn hockte.

Er lag auf dem Rücken, seinen Kopf zur Seite gedreht und es sah so aus, als ob er nur seelenruhig schliefe. Leilas Blick wanderte von seinen schönen, vertrauten Gesichtszügen hinab zu seinem Bauch und ein Schmerzensstich durchzuckte sie. Tränen schossen ihr in die Augen und sie schluchzte laut auf. Die Klaue des Dämons hatte Tommys Rüstung wie hauchdünnen Stoff zerfetzt und ein großes Stück Fleisch aus Tommys Bauchseite gerissen und seine Gedärme freigelegt. Alles war voller Blut.

„Nein… nein, nein nein!“, stammelte Leila verzweifelt und sie rief: „Hilfe, so helft ihm doch!“

„Leila“, flüsterte eine schwache Stimme und ließ die junge Frau aufblicken. Tommys Gesicht war totenblass, doch er hatte seine Augen geöffnet und schaute sie an.

„Tommy! Oh Tommy, es wird alles wieder gut, es wird…“, begann Leila mit aufgelöster, piepsender Stimme, doch ein kurzes Kopfschütteln, das fast nicht zu erkennen war, und ein gehauchtesNeinbrachte sie augenblicklich zum Schweigen.

„Ge…geht es dir gut? Ist er… tot?“, fragte Tommy heiser und mit so schwacher, erstickter Stimme, dass Leila erneut in Tränen ausbrach. Sie konnte nur nicken.

„Das… das ist gut“, flüsterte er und seine Lippen verzogen sich zu der Andeutung eines Lächelns, während sich seine Augen schlossen. Ein dicker Klos saß in Leilas Hals und sie konnte nichts erwidern, so umschloss sie Tommys rechte Hand mit den ihren und drückte sie liebevoll.

Da öffneten sich seine Augen wieder und er wollte seinen Kopf etwas anheben, schaffte es aber nicht.

„Ich weiß…“, seine Stimme versagte und sein ganzer Körper wurde von einem Krampf geschüttelt. Nachdem sein Körper sich beruhigt hatte, setzte er mühsam nochmal an:

„Ich weiß, dass sie recht hatten, al… alle hatten sie recht. Doch… doch ich konnte nicht zu…zusehen. „

Ein weiterer Anfall, länger und stärker, ließ ihn verstummen.

Leila schluchzte, hielt Tommys krampfende Hand fest und konnte nur hilflos zusehen.

„Oh bitte, so helft ihm doch“, reif sie flehend und verzweifelt. Ihre Sicht verschwamm wegen ihrer Tränen.

„Weine nicht… Leila, weine nicht…“, hauchte Tommy leise und schloss wieder die Augen.

Leila versuchte ihre Tränen zu unterdrücken, doch sie konnte es nicht.

Tommys Brust hob und senkte sich noch ein letztes Mal, dann lag er wie erstarrt.

„Tommy… Tommy nein! Tommy!“, schluchzte Leila, schüttelte den leblosen Leib ihres Freundes, schrie laut und voller Verzweiflung auf und legte dann ihren Kopf auf seine Brust und ließ den Tränen freien Lauf.

*

„Leila, wir müssen los“, sagte eine leise, traurige Stimme.

Verwirrt hob die junge Frau ihren Kopf und erkannte die verschwommene Gestalt von Leo, der gegenüber von ihr, neben Tommys Leichnam hockte.

Schluchzend rieb sich Leila über die Augen und blickte sich um. Alle verbliebenen Mitglieder der schwarzen Mamba hatten sich um sie versammelt. Nur T-Jack und Cabell standen etwas entfernt bei der Leiche von Crash.

Auf dem hinteren Teil des Daches stand ein gewaltiger Helikopter, dessen weißes Scheinwerferlicht das ganze Dach erhellte. Seine Rotorblätter pfiffen durch die Luft.

Wann war er gekommen? Sie hatte nichts mitbekommen.

Ihr Blick fiel wieder auf Tommy und erneut brach sie in Tränen aus, sie konnte und wollte es nicht verhindern.

Leo schaute besorgt zum Captain, der in die dunkle Nacht hinaus starrte.

Beide wussten, dass sie nur wenig Zeit hatten. Langsam erhob sich der Aufklärer und wandte sich an Baker.

„Würdest du…?“, fragte er mit belegter Stimme. Der Hüne nickte, trat vor und hob Leila sanft aber unnachgiebig hoch und trug die junge Frau in seinen breiten Armen haltend zum Helikopter. Leila schmiegte sich an ihn und vergrub ihr Gesicht an seiner Schulter.

Ihr Körper wurde immer wieder leicht geschüttelt.

Die Tür schlug krachend hinter dem letzten Mitglied der Schwarzen Mamba zu und augenblicklich erhob sich der Helikopter in die Luft und eilte dann in Richtung A6 .

*

Leila lag immer noch in Bakers Armen, während der Helikopter durch die Nacht raste. Der Hüne hatte eine Decke um ihren zitternden Leib gelegt und ihr Gesicht vom Blut des Overlords gesäubert.

Leila dachte an Tommy. Es war unvorstellbar, dass er tot sein sollte. Nie wieder würde sie sein Lachen hören, seiner Stimme lauschen oder ihn einfach nur berühren können. Nie wieder. Sie weinte unaufhörlich, bis die Erschöpfung sie erlöste und in einen tiefen Schlaf schickte.

**

Kapitel 20 .

A6 -02 Hauptbasis von A6 / Nord- Frankreich im Jahre 3044 n. Chr. 26 November; 18 . 30 Uhr.

Leila öffnete die Augen und richtete sich langsam auf. Verwirrt schaute sie sich um. Sie lag in einen weichen Schlafanzug gekleidet im Bett in ihrer Kabine auf A6 . Sonnenlicht fiel durch das einzige kleine Fenster und erhellte die kleine Kammer. Langsam schwang sie ihre Beine über die Bettkante und erhob sich. Sie stöhnte auf. Ihr taten alle Knochen im Körper weh. Leicht schwankend ging sie zum Fenster und blickte hinaus, es war ein sonniger Nachmittag.

Verwirrt schaute sie auf die Uhr ihres POD.

„Oh, bereits halb drei…“, murmelte sie.

„Wir dachten, dass du vielleicht etwas Schlaf gebrauchen kannst“, sagte eine leise, besorgte Stimme.

Leila drehte sich um und sah Leo in der geöffneten Tür stehen. Sie lächelte leicht und dann erinnerte sie sich plötzlich an alles was am vergangenen Tag passiert war. Es war, als schlage jemand mit einem großen Hammer auf ihre Brust.

Sie schluchzte auf und drehte sich schnell wieder zum Fenster, damit Leo ihre Tränen nicht sah. Er kam zu ihr und umarmte sie. Leila drehte sich herum, schlang ihre Arme um seine Taille, legte ihren Kopf auf seine Brust und weinte.

Lange standen sie dort.

Schließlich machte sich Leo sanft los, legte einen Finger unter Leilas Kinn und hob ihren Kopf hoch, sodass sie ihn anschauen musste.

Zuerst sah es so aus, als wollte er etwas tröstendes sagen, doch dann entschied er sich dagegen. Er lächelte sie traurig an, strich ihr kurz über die Wange und wandte sich dann um. An der Tür sagte er:

„Zieh dich an, Leila, der stellvertretende Obergeneral von A6 möchte dich sehen. „

„Der Obergeneral? Mich?“

„Nun, eigentlich uns alle… ich habe mich nur versprochen.

Ich warte draußen“, sagte Leo hastig und verließ das Zimmer.

Leila blickte ihm nachdenklich nach, wischte sich über die verweinten Augen und zog dann den Schlafanzug aus und eines der Kleider, die sie mit Tommy gekauft hatte, an. Bei der Erinnerung daran wollten schon wieder Tränen losbrechen, doch sie konnte es gerade noch verhindern. Schnell verließ sie das Zimmer und ging mit Leo in die Kommandozentrale von A6 .
In der Zentrale wurden sie von einer Frau ins Büro des Generals geleitet, in dem sich die anderen Mitglieder der Schwarzen Mamba bereits befanden.

Ebenfalls waren vier Wachen und der ziemlich verdrießlich dreinblickende General anwesend. Der Captain erzählte gerade den Verlauf der fehlgeschlagenen Operation, aber er unterbrach seinen Bericht, als Leila und Leo eintrat und wandte sich zu ihnen.

Leila schaute kurz in Jacksons ausdruckslose Miene und wandte den Blick dann eilig ab. Leo stellte sich neben Baker, der nahe der linken Wand des Raumes stand, und so stellte sich Leila neben ihn.

Der General trat vor sie und betrachtete Leila kurz aber ausführlich.

Schließlich drehte er sich mit einem leisen Schnaufen um, ging zu seinem großen Schreibtisch zurück und wandte sich wieder an Jackson.

„Fahren Sie fort, Captain!“, befahl er.

Der Captain nahm seine Erzählung wieder auf. Er berichtete gerade vom Gang durch die Kanalisation. Leila lauschte einen Moment seinem Bericht, dann fiel ihr plötzlich etwas ein, was Tommy zu ihr gesagt hatte: Sie hatten alle recht.

Recht, womit?

Nachdenklich schaute sich Leila im Raum um und sah Demon, der mit verschränkten Armen an der Wand ihr gegenüber lehnte.

Seine nachtschwarzen Augen waren direkt auf sie gerichtet. Sie erwiderte seinen Blick unsicher und wandte den Kopf dann schnell wieder auf den Boden. In dem Moment fielen ihr seine Worte ein:

Aktiviere den Köder…

Welchen Köder, verdammt?

Sie hatten alle Recht… alle Recht…

Noch nicht! Noch nicht?

Wirre Gedanken und Erinnerungsfetzen schossen der jungen Frau durch den Kopf und dann erinnerte sie sich wieder an diese Hitze, dieses Verlangen und diese unendliche Lust.

Sie hatte diese Anfälle früher schon des Öfteren, in ihrem alten Heim zum Beispiel oder auch mit Tommy zusammen, jedoch bei Weitem nicht in diesem Ausmaß.

Wieso gerade in diesem Moment?

Plötzlich erinnerte sie sich auch wieder an den Overlord.

Er hat mich gepackt.

Er hat mich festgehalten.

Er hat mich ge…fickt!

Mit einem Mal fiel ihr alles wie Schuppen von den Augen.

Ihr Heim und die vielen Mädchen. Doktor Grom und seine seltsamen Untersuchungen. Diese Eliteeinheit des Militärs und ihre perverse Rolle in diesem ganzen Debakel.

Wut stieg in ihr empor und sie hob ruckartig den Kopf und blickte in Demons Augen.

Ein leichtes Stirnrunzeln zeigte sich sofort auf seiner Stirn.

„Köder!“, schrie Leila laut und trat einen Schritt vor.

Der Captain verstummte augenblicklich und zwei oder drei zuckten sogar erschrocken zusammen. Alle wandten sich ihr zu, nur Demon lehnte weiterhin bewegungslos an der Wand.

„Ich bin also Euer verdammter Köder, ja?“, fragte Leila immer noch mit erhobener und schneidender Stimme und blickte ihre Kameraden an. Die zum Teil beschämt dreinblickenden Gesichter bestärkten ihre Vermutung und stachelten ihren Zorn nur weiter an.
„Euer Köder für diese scheiß Dämonen“, zischte Leila und wandte sich wieder Demon zu.

„Wieso sollte Tom…“, sie brach kurz mitten im Satz ab, als sie Tommys Namen aussprechen wollte, riss sich aber schnell wieder zusammen.

„Wieso sollte Tommy mir nicht helfen? Wieso?! Sollte das Vieh mich erst schön DURCHFICKEN?“, schrie sie, wobei sie das letzte Wort gehässig betonte. Sie bebte vor Zorn.

Demon drückte sich von der Wand ab und kam langsam auf Leila zu.

Er stellte sich direkt vor sie und seine Stimme war ernst und ruhig, als er sagte:

„Ja, dann würde Tom jetzt noch leben. „

Tränen schossen in Leilas Augen, als ihr der Verlust ihres Freundes wieder so hart vor Augen geführt wurde und sie schrie auf und begann mit ihren Fäusten auf Demon einzuschlagen.

„Ich hasse dich! Ich HASSE dich! ICH HASSE DICH!“

Er wehrte sich nicht.

Als Leilas Kräfte versagten, sank sie weinend vor ihm auf den Boden.

Demon stand starr wie ein Fels und blickte geradeaus gegen die ihm gegenüberliegende Wand. Dann wandte er sich ruckartig ab und verließ den Raum mit drei schnellen Schritten.

Kurz war es ganz ruhig in dem Raum. Schließlich erklang eine harte Stimme.

„Das reicht jetzt, K/L-1 ! Steh auf!“

Überrascht ihren alten Namen zu hören, blickte Leila auf.

Sie sah den General auf sich zukommen.

„Los, auf die Beine!“, fuhr er sie an. Verwirrt und müde erhob sich Leila.

„Ihr Benehmen ist unverschämt. Ja, Sie sind ein Köder! Sie sind Eigentum der GMVS! Sie sind ein Klon, L-1 ! Ja, Sie haben richtig gehört, ein verdammter Klon und genau genommen kein Mensch! Und jetzt schweigen Sie, oder ich lasse Ihnen eine Maulsperre verpassen!“

Verdattert und vollkommen verwirrt gehorchte Leila.

Der General machte eine kurze Handbewegung, woraufhin zwei der Wachen von der Tür sich hinter Leila stellten, als sei sie eine Verbrecherin.

„Fahren Sie fort, Captain“, zischte der General und wandte sich wieder Jackson zu. Während der Captain nun von ihrem Kampf gegen den Overlord und Leilas perversem Anteil daran sprach, stieg der junge Frau die Schamesröte ins Gesicht.

War ich wirklich so willig?

Wage erinnerte sie sich an die Gefühle.

Das Feuer… diese Hitze und diese Lust… der große Schwarze und dieser harte Schwanz…

Ein Schauder durchfuhr sie, sodass einer der Soldaten eine rasche Bewegung machte und eine Hand auf ihre Schulter legte. Sie schüttelte die Hand verächtlich ab und verschränkte die Arme vor der Brust. Nachdem der Captain geendet hatte, überlegte der General eine Weile. Schließlich sagte er mit Bedauern in der Stimme:

„Also hat die L-Reihe versagte.

Der Captain räusperte sich und warf ein:

„Nun, Sir, nicht ganz. Wäre der Overlord tiefer in den Köder gedrungen, dann hätte das Verlangen die Kontrolle übernommen und wir hätten ihn ausschalten können. „

Leilas Wangen brannten, als Jackson so beiläufig von ihr wie von einem Ding sprach. Aber trotzdem wurde ihr plötzlich schmerzlich bewusst, was Demon gemeint hatte, als er sagte, dass Tommy dann nicht gestorben wäre.

Oh Tommy… ich vermisse dich so schrecklich….

Der General nickte nachdenklich und sagte schließlich:

„Möglich, aber nicht sicher. Außerdem ist sie fehlerhaft und schlecht abgerichtet. Schaut sie euch doch an, wie sie da steht, wie ein trotziger Teenager! Dr. Grom hat diesenKöderviel zu menschlich erzogen. „

Er machte eine kurze Pause. Leila starrte ihn mit zusammengepressten Lippen an.

„Die ganze Situation ist also Ihrer Meinung nach nur gescheitert, weil der gefallene Soldat… dieser McKarsy sich mit diesemDingeingelassen hat und die Vereinigung von Dämon und Köder unterbrochen hat“, schloss der General. Der Captain warf einen kurzen Blick auf Leila, wandte sich jedoch schnell wieder zum General.

„Ja, das ist korrekt, General Fox. „

Der General nickte und beschloss:

„Als stellvertretender Obergeneral und somit Befehlshaber von A6, entscheide ich, dass K/L-1 die Schwarze Mamba verlassen wird.

Ihr und eure Männer werdet erst einmal in A6 bleiben, vielleicht benötige ich Euch nochmal, Captain. Des Weiteren werde ich Dr. Grom gleich davon unterrichten, dass er Ihnen ein neues Produkt zukommen lassen soll. Und Sie haben dafür zu sorgen, dass so etwas wie zwischen McKarsy und K/L-1 nicht noch einmal in Ihrer Einheit passiert. Haben Sie mich verstanden?“

„Ja, General. „

„Na schön, Sie und Ihre Männer dürfen sich jetzt entfernen.

Der Captain salutierte und verließ den Raum, ohne Leila anzuschauen. T-Jack und Cabell folgten ihm dicht auf. Der Doktor warf einen kurzen, traurigen Blick zu Leila und eilte dann ebenfalls aus dem Raum. Leo verharrte einen Moment länger, ehe er sich seufzend abwandte und hinaus stürmte. Baker jedoch rührte sich nicht.

Der General hatte sich bereits zu seinem Tisch gewandt und ein mobiles Telefon am Ohr.

„General Fox hier, Dr. Grom bitte. „

Kurz war es still.

„Was soll das heißen der Doktor ist nicht da?!“, brüllte der General in den Hörer. Es entstand eine kleine stille Pause, ehe der General sagte:

„Halten Sie die Klappe und passen Sie auf. Ich benötige einen neuen Test-Köder gegen die Overlords. Und zwar dalli. Und richten Sie dem Doktor aus, dass er den Klonen weniger Gefühle mitgeben soll, das gefährdet die ganze Operation, ach was sagte ich, den ganzen Krieg! Am besten wäre es, wenn diese Dinger überhaupt nichts fühlen und denken!“

Mit diesen Worten knallte er das Telefon auf die Ladestation und drehte sich um.

Leila war unter seinen Worten zusammen gezuckt und stand nun dort wie ein geprügelter Hund.

Test-Köder… mehr bin ich nicht? Nur so ein bescheuerter Klon und Test-Köder?

Der Blick von Fox fiel auf Baker.

„Was machen Sie denn noch hier, Soldat?“

Baker versteifte sich etwas und fragte:

„Was wird jetzt aus Leila, Sir?“

„Leila?“, fragte der General verwirrt.

„Ich meine L-1, Sir“, verbesserte sich Baker ungerührt.

„Leila? Sie hat einen NAMEN?“, schrie der General aufgebracht und baute sich vor dem Hünen auf. Zwar wirkte er immer noch wie ein Zwerg vor dem Riesen, jedoch wie ein aufgebrachter Zwerg.

„Das geht Sie nichts an, Soldat. Und nun gehen Sie mir aus den Augen!“, zischte Fox.

Baker verharrte noch einen Moment, schaute Leila dann kurz in die Augen, biss sich auf die Unterlippe und drehte sich mit einem leisen Knurren herum und verließ das Büro.

Fox schaute ihm kopfschüttelnd hinterher.

Als die Tür hinter ihrem Freund zu fiel, fühlte sich Leila so alleine wie noch nie in ihrem Leben. Sie blickte zu Boden, gab die trotzige Haltung auf und ließ die Arme schlaff an der Seite ihres Beckens baumeln.

General Fox umrundete den Tisch und setzte sich in den bequemen Sessel. Eine lange Zeit musterte er Leila. Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und ein Mann stürmte herein.

Der General kniff die Augen etwas zusammen.

„Was soll das? Hat Ihnen niemand…“, begann er, wurde jedoch von dem Mann unterbrochen.

„Er ist gefallen!“, stieß dieser schwer atmend hervor.

„Gefallen? Wer?“, fragte der General und hob eine Augenbraue.

„Der Terno-Wall, Sir!“, sagte der Bote selber bestürzt über diese Nachricht.

„Waaaas?!“, Fox sprang von seinem Stuhl auf und starrte den Boten entsetzt an.

Dann fing er sich und fragte:

„Und was ist mit den drei Divisionen?“

„Überrannt… nur sehr wenige haben überlebt“, sagte der Mann leise.

„Mein Gott! Wie konnte das passieren…“, flüsterte der General.

„Overlords, Sir. Es waren mindestens drei und… und da war noch etwas anderes. „

Der General lauschte dem Bericht des Mannes mit auf den Tisch gesenktem Blick.

Bei den Worten des Boten schaute er auf.

„Etwas… anderes? Was?“

„Ich weiß es nicht, Sir. Doch es wird berichtet, dass es sehr… mächtig war und ein starkes, weißes Leuchten ging von ihm aus. Dort wo dieses Ding den Wall berührte, da brach er!“

„Die Quelle“, murmelte Fox. Verbittert blickte er auf Leila, dann wandte er sich an den Boten.

„Ist der Arion-Wall informiert und besetzt?“

„Ja, Sir.

General Clive hält die Stellung dort mit vier Divisionen, er schickte mich zu Ihnen, Sir. „

„Danke, geh jetzt“, sagte Fox und der Bote zog sich hastig zurück.

Diesmal war es sehr lange still im Raum. Leila wagte es nicht aufzublicken und starrte auf ihre Füße. Unendlich viele Frage schossen ihr durch den Kopf.

Wer bin ich wirklich?

Wer sind meine Eltern?

Habe ich überhaupt Eltern?

Bin ich wirklich so ein Ding, so ein… Köder?

Bin ich nicht menschlich?

Was bin ich dann?

„Leutnant“, riss die Stimme des Generals Leila aus ihren Gedanken.

Die Wache zu Leilas Linken straffte sich hörbar.

„Ja, Sir?“

„Gehen Sie und sagen Sie Captain Schmitt in der Kaserne er soll die siebte und achte Division mobilisieren. „

„Jawohl, Sir!“, Der Leutnant salutierte und drehte sich um. Noch ehe er einen Schritt machen konnte, fügte der General hinzu:

„Ach, und nehmen Sie K/L-1 mit. Der Captain soll sie nach seinem Gutdünken einsetzen.

Vielleicht kann er einen niederen Dämon mit ihr ködern. Und wenn nicht… ist es auch keine Verschwendung. „

Langsam drehte sich der General zur Fensterfront hinter seinem Schreibtisch und blickte hinaus. Leila starrte ihn ängstlich an.

Der Leutnant nickte knapp, packte Leila hart am Arm und zog die verstörte junge Frau einfach mit sich aus dem Zimmer.

*

Der Soldat schleifte Leila hinter sich her, aus dem Gebäude und ging mit ihr quer über den großen Platz zur Kaserne.

Dort übergab er sie einem dicken, bärtigen Kerl.

„Ein Köder für Schmitt, sperr sie ein. Ich gebe dem Captain Bescheid. „

Ohne eine Erwiderung abzuwarten entfernte sich der Leutnant.

Der dicke Mann murmelte etwas Unverständliches in seinen Bart, packte Leila bei den Haaren und zog die erschrocken aufschreiende Frau mit sich in einen Raum der Kaserne, den Leila noch nie gesehen hatte. Überall standen ca.

2 ² Meter große Eisenkäfige. Fast alle waren mit hübschen, jungen Frauen belegt. Der Mann stieß Leila hart in einen freien Käfig und schloss die Tür. Das Schloss schnappte geräuschvoll zu und der dicke Mann entfernte sich schlurfend.

Leila machte sich nicht die Mühe aufzustehen. Sie saß auf einer mitgenommenen Matratze, zog die Beine an ihren Körper, schlang ihre Arme um die Knie und wiegte sich sanft hin und her, während ihr die Tränen über die Wangen liefen.

Sie wusste: Nun würde sie bald sterben.

*

Kurz erschien Tommys lächelndes Gesicht vor ihrem inneren Auge und sie erwiderte es.

Wer weiß, vielleicht waren sie ja gar nicht so lange getrennt, wie sie eigentlich gedacht hatte.

****

Er stieg aus und sagte zum Fahrer:

„Warten Sie hier, es dauert nicht all zu lange.

Der Fahrer nickte und griff sich eine abgenutzte Zeitung, die neben ihm auf dem Beifahrplatz lag.

Gelassen ging der Fahrgast zum Eingang des großen, gut gesicherten Komplexes.

Zwei Wachen standen vor dem Vordereingang und eine vertrat dem Fahrgast den Weg.

„Ausweis, bitte“, sagte die Wache routiniert.

„Selbstverständlich“, antwortete der Fahrgast höflich und zog mit der linken Hand sein Portmonee aus der rechten hinteren Hosentasche.

„Etwas umständlich“, entschuldigte er sich, nickte auf seinen dick verbundenen rechten Arm, der in einer Schlinge hing, und reichte der Wache sein Portmonee. Der Wachmann zuckte nur mit den Schultern und hatte schnell den gesuchten Ausweis gefunden.

„In Ordnung. Und was führt Sie zum östlichen Schildgeneratorkomplex…“, die Wache stockte kurz und warf noch einen flüchtigen Blick auf den Ausweis:

„…Doktor Grom?“

„Forschungen, wichtige Forschungen“, antwortete Grom lächelnd, nahm sein Portmonee wieder entgegen und betrat das Gelände, ohne sich noch einmal umzudrehen.

*

-= Fortsetzung folgt =-.

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