Wenn die Nachtigall erwacht 05
Veröffentlicht am 27.07.2025 in der Kategorie AllgemeinGeschätzte Lesezeit: 35 Minuten, 13 Sekunden
Originaltitel:(let me) cover you in oil
Die Blätter der Bäume begannen sich gelb zu färben und raschelten im Wind. Zum ersten Mal in diesem Jahr zeigte sich der Herbst von seiner kalten Seite. Miriam stand an einem bodentiefen Fenster und genoss die Aussicht. Das Haus, aus dessen Fenster sie schaute, stand am Stadtrand in Hanglage und gewährte einen beachtlichen Panoramablick über die Hochhäuser der City. Bei Nacht würde die Stadt wie ein Lichtermeer zu ihren Füßen liegen.
Sven stand am benachbarten Fenster und schien sich mehr für die Dicke der Isolierglasscheibe, als für die Aussicht zu interessieren. Diesen bodenständigen Pragmatismus liebte sie an ihm. Ihr kam es wie eine Ewigkeit vor, seit sie mit Sven über solch profane Themen wie Sex mit Kondomen diskutieren musste. Dabei war es erst einige Wochen her. Er hatte nach einem AIDS – Test, der für sie beide negativ ausgefallen war, so viel Vertrauen gefasst, dass sie hemmungslos und ohne lästige Kondome vögeln konnten.
Sven war seit einigen Wochen ihr einziger Spermalieferant und Miriam hatte nichts an dieser Situation auszusetzen, denn sie hatte eine Quelle gefunden, die sie nicht nur körperlich, sondern auch emotional auffüllte.
Natürlich wusste Sven nicht was Miriam gerade durch den Kopf ging. Er nahm nur ihr verspieltes Lächeln wahr, als sie zu ihm herüberblickte, während die Maklerin einen endlosen Monolog über die Vorzüge des Hauses hielt. Sven konnte Miriams Blick nicht deuten, weil er nichts tat, was dieses dankbare Lächeln erklären könnte.
Sie schüttelte den Kopf und hauchte: »Alles gut, Schatz. Ich bin einfach nur glücklich. «
»Gefällt ihnen der Wintergarten?«, fragte die Maklerin überdeutlich, um die Aufmerksamkeit des Pärchens wieder auf sich lenken und zeigte auf den großen Durchgang der vom Wohnzimmer in den Wintergarten führte.
»Ich habe es mir etwas größer vorgestellt«, sagte Miriam geistesgegenwärtig. Das joviale wich aus ihrer Mimik. Sie war zwar von dem großen Raum neben dem Wohnzimmer begeistert, wollte es der Maklerin aber nicht zu leicht machen.
»Im Obergeschoss ist ein weiteres sehr luxuriöses Badezimmer, drei Schlafzimmer und ein Dachstudio, das im Moment als Fitnessraum verwendet wird — noch größere Objekte werden sie in dieser Lage aktuell nicht finden«, erklärte die Maklerin mit einem Anflug von Verzweiflung und unverhohlener Herablassung.
»Außerdem haben sie den Pool im Keller noch gar nicht gesehen«, fügte die Maklerin trotzig hinzu.
»Ist der Pool unter dem Wintergarten?«, fragte Miriam.
»Ja. «
‚Fantastisch‘, dachte Miriam, wenn man den Pool mit Erde füllte, könnte V’nyx der IV. dort seine Wurzeln schlagen. Man müsste nur ein großes Loch in die Decke zum Wintergarten einbringen. Dann könnte er seine Blüten und Blätter durch dieses Loch in die Sonne halten.
»Vielleicht ist das sogar schon zu groß für ihr Alter. Junge Leute bevorzugen doch überschaubare Stadtwohnungen«, sagte die Maklerin spitz.
»Keine Angst, wir können es uns leisten. Wir verschwenden ihre Zeit nicht aus Spaß«, sagte Miriam und schaute wieder zu Sven. Sie zeigte mit den Augen auf eine alte Couchgarnitur, die von den Vorbesitzern zurückgelassen wurde, und Sven nickte zustimmend.
Die Maklerin bemerkte, dass ihre Kunden, die für dieses Objekt viel zu jung waren, mit Blicken kommunizierten. Sie musterte die attraktive Blondine, die ihre optischen Attribute mit einem überwältigendem Charme herüberbringen konnte, um dann, einen Wimpernschlag später, eine herablassende Arroganz an den Tag zu legen, der einem das Fürchten lehrte.
Der junge Mann stand hoch in der Gunst seiner Partnerin, während die Blondine ihr nur eine kühle Fassade präsentierte. Es war für den jungen Mann bestimmt nicht leicht, neben solch einer Flamme zu bestehen. Er besaß alle körperlichen Veranlagungen für das, was man einen gestandenen Mann nannte. Ihm fehlten lediglich noch ein paar Jahre Erfahrung, um auch so aufzutreten.
»Wir möchten uns das Haus eine Stunde ungestört anschauen«, sagte Sven.
Er streifte seinen Rucksack ab und stellte ihn besitzergreifend auf den Boden des Wohnzimmers. Genauso gut hätte er eine Flagge in das Echtholzparkett rammen können.
»Das geht nicht«, sagte die Maklerin empört.
»Warum? Ich kann bei jedem klapprigen Gebrauchtwagen eine Probefahrt verlangen, da ist eine Stunde bei solch einem Haus doch das Mindeste«, entgegnete Sven.
»Ich kann Sie hier doch nicht alleine lassen.
«
»Gut, dann suchen wir uns einen anderen Vermittler«, entschied Miriam und ging mit festen Schritten Richtung Ausgang.
»Moment!«, sage die Maklerin und schaute auf die Uhr, »eine Stunde, ab jetzt. Ich warte draußen im Auto. «
Ihre Pumps hallten auf dem Marmor des Eingangsbereichs, dann fiel die schwere Eichenholztür ins Schloss. Sven rannte in die Küche und spähte durchs Fenster.
»Sie geht ins Auto, macht sich eine Zigarette an und spielt mit ihrem Smartphone.
«
»Worauf wartest Du dann noch«, fragte Miriam. Sie stand wie eine Werbeikone für exklusive Einbauküchen neben dem großen Kühlschrank und klimperte mit den Wimpern. Das eng anliegende, langärmelige Häkelkleid aus dunkelgrauer Wolle schmiegte sich an ihren kurvenreichen Körper. Es endete kurz über den Knien und gab ein Stück von der anthrazitfarbenen, blickdichten Nylonstrumpfhose preis. Knapp unter den Knien begannen die schwarzen Schaftstiefel mit den hohen Absätzen.
Sie gingen gemeinsam zurück ins Wohnzimmer.
Sven holte einen Pack Abdeckfolie für Renovierungsarbeiten aus dem Rucksack und deckte den großen Ledersessel und das nähere Umfeld damit ab. Miriam zog ihr Kleid über den Kopf und war obenrum nackt. Mit routinierten Handgriffen bändigte sie ihre Haare zu einem Pferdeschwanz, drehte ihn nach oben, und fixierte den provisorischen Dutt mit einem Haargummi. Sven war bereits nackt, als Miriam ihre Stiefel und die Strumpfhose auszog.
Sie nahm auf der vorderen Kante des Sessels Platz und lehnte sich weit zurück, sodass sie mehr auf der Sitzfläche lag als saß.
In einer galanten Bewegung hob sie ihre langen Beine an, bis die Oberschenkel gegen ihre Flanken drückten und die Fußsohlen zur Decke zeigten. Dann streckte sie die Arme nach vorne und bog ihre Oberschenkel so weit nach hinten, bis ihre Kniekehlen gegen die Schultern drückten. Ihre nackten Waden umrahmten ihren Hinterkopf und ihr Unterleib ragte verlockend über die Sitzfläche hinaus. Sie präsentierte ihren spiegelblanken Venushügel und das rosafarbene, gekräuselte Poloch als scheinbar beinloses Wesen.
Die Innenseiten der Oberschenkel drückten seitlich gegen die Brüste und pressten die üppigen Wölbungen aufreizend hervor. Miriam strich mit ihren Händen über die Pobacken und zog ihre rosa schimmernden Schamlippen auseinander. Sie lächelte einladend zu Sven, der die akrobatische Leistung beobachtet hatte und seinen Schwanz beiläufig massierte.
»Komm … mach mich nass!«, hauchte Miriam und ließ den Mund offen stehen. Sven öffnete eine Flasche Babyöl und ließ einen dünnen Strahl auf ihren Körper spritzen.
Die klare Flüssigkeit ergoss sich auf ihren Hals, rann über die Brüste und tropfte in mehreren Rinnsalen auf ihren Bauch. Das Öl flutete Miriams Bauchnabel, floss über ihren Venushügel und bahnte sich einen Weg durch ihre Spalte, bevor es auf die Folie tröpfelte. Ein Schauer der Empfindungen schüttelte Miriam in ihrer sich offenbarenden Pose, als das kühle Öl zwischen ihren Schamlippen hindurch floss. Sven verrieb die überbordende Feuchtigkeit mit seinen Händen auf ihren Brüsten, kreiste über den flachen Bauch und steckte zwei Finger ohne Vorwarnung in ihre glitschige Spalte.
Nach zahlreichen Spielen in den letzten Wochen wusste er, was Miriam gefiel, und nichts davon missfiel ihm. Im Gegenteil, sie war das fleischgewordene Wesen seiner feuchten Träume und manchmal glaubte er, es wirklich mit einer Außerirdischen zu tun zu haben, die hier auf der Erde war, um Männerfantasien zu erforschen.
Er goss einen weiteren Schub Öl auf ihren Körper und strich mit seiner vom Öl glänzenden Hand über ihr Gesicht.
Liebevoll verschmierte er den aufgebrachten Kajal, bis sie wie eine verruchte Schlampe nach einer exzessiven Nacht aussah. Sven stellte die Ölflasche auf die Folie neben dem Sessel und griff mit einer Hand nach ihren Fersen, die oberhalb ihres Kopfes wippten. Er konnte beide Fersen mit einer Hand packen und ihre Füße gegen die Sessellehne drücken. So hatte er sie sprichwörtlich in der Hand. Miriam hatte zwar ihre Arme frei, war aber in ihrer Bewegung eingeschränkt und konnte sich nicht ohne weiteres aus dieser Pose befreien.
»Das nächste Mal nehmen wir starkes Klebeband mit«, sagte Sven mit diabolischem Grinsen und umkreiste mit dem Zeigefinder der anderen Hand ihre ölig glänzende Rosette.
Miriam schaute ihn mit großen Augen und vor Erregung leicht geöffnetem Mund an. So offensichtlich und direkt hatte er sie noch nicht am Po berührt. Vielleicht lag es an ihrer hilflosen Lage, oder der Tatsache, dass sie in einer fremden Wohnung waren, vor dessen Tür eine karrieregeile, untervögelte Frau am Rande der Wechseljahre stand.
Aber diese spielerische Berührung, an einer sehr empfindsamen Körperstelle, war für Miriam intimer als so manche bizarre Erfahrung aus ihrer Vergangenheit. Seine Fingerkuppe näherte sich kreisend dem Zentrum und tupfte flüchtig in das zugezogene Loch. Miriam zuckte leicht, als sie fühlte was sie bereits geahnt hatte. Sven drückte ihre Füße fester gegen die Lehne und demonstrierte seine situative Dominanz, der sich Miriam mit demütigem Blick unterwarf.
Sven drückte mit der Fingerkuppe leicht gegen den warmen und vor Öl glitschigen Muskel.
Sein Finger drang bis zum zweiten Gelenk in ihren Po ein. Er fühlte die weiche Schleimhaut und das Pochen ihres Herzes. Miriam hauchte erregt aus und hielt still, während Sven seinen Finger ein Stück weit heraus zog und dann wieder in sie eindrang, ohne den Blickkontakt mit ihr abreißen zu lassen. Er wusste, dass sie dieses Spiel nicht zum ersten Mal spielte, aber ihre Augen, die von verschmiertem Kajal umrandet waren, sagten etwas anderes.
Er sah darin Erregung und Unsicherheit, wie bei einer Jungfrau, die vor Sehnsucht zerfloss und sich doch fürchtete.
Sven konnte seinen Finger mittlerweile mühelos vor und zurückbewegen, dennoch spürte er einen latenten Druck, wie ihn eine nasse Vagina nicht vermittelte. Miriam lag reglos da und beobachtete ihn mit diesem ambivalenten Blick, der ihm das Gefühl gab, die Situation vollkommen zu kontrollieren.
‚Wann immer sie mir etwas vorspielt, ist es perfekt‘, dachte Sven und fühlte die Erregung, die zwischen ihnen vibrierte, in seinen Lenden.
»Du machst das perfekt«, flüsterte Miriam. Sie schloss ihre Augen und formte einen genießerischen Schmollmund. Sven streichelte mit seiner Hand frisches Öl von ihrem Venushügel herbei und drang dann mit Zeige und Mittelfinger in ihren Po ein. Sie mit zwei Fingern in den Po zu ficken und dabei ihr Minenspiel zu beobachten, genügte Sven, um eine vollständige Erektion zu bekommen.
Gerade als er seine kniende Position aufgeben wollte, um sich vor sie zu stellen, murmelte Miriam mit geschlossenen Augen: »Kreise mit den Fingern noch ein bisschen im Loch, damit ich mich besser entspannen kann.
«
Sven blieb knien und ließ seine Finger in ihrem Po leicht kreisen, um den Muskel radial gleichmäßig zu dehnen. Dabei legte Miriam einen Finger ihrer Hand auf den Kitzler und umkreiste diesen Lustpunkt mit leichtem Stöhnen. Als Sven seine Finger schließlich herauszog, blieb die ölige Rosette ein kleines Stück offen stehen, gerade weit genug, um einen Finger berührungslos einführen zu können. Miriam öffnete die Lider und flehte mit ihren Augen geradezu nach Penetration während sie mit zwei Fingern über ihre Lustperle rieb.
Sven stellte sich mit angewinkelten Knien vor sie und drückte seine harte Eichel in den rosafarbenen Krater. Miriam stöhnte gepresst, als er seinen Schwanz langsam in die Tiefe schob. Sie schrie spitz auf, als der erste Stoß durch ihren Körper zuckte und Sven vor Lust mit den Augen rollte. Er umgriff ihre Fußgelenke mit den Händen, stütze sich dagegen und presste ihre Füße wieder fest gegen die Lehne des Sessels.
Langsam, aber weit ausholend, bewegte er seinen Schwanz in ihrem Po. Die Scheu wich aus Miriams Blick. Stattdessen sah Sven in ihren Augen eine erhabene Würde, die einen harschen Kontrast zu ihrer hilflosen Pose bildete. Nach den ersten zaghaften Stößen erhöhte er die Intensität. Seine Lenden klatschten gegen ihre eingeölten Pobacken. Miriam riss die Augen auf und stöhnte lang gezogen mit hoher Kopfstimme in einem weichen Sopran.
»Leck mir die Füße!«, gurrte Miriam.
Ihr Kinn drückte bei jedem harten Stoß gegen das Brustbein und ihre Brüste wippten im Takt. Er holte weit aus und ließ seine Lenden hart gegen ihren Körper klatschen. Das Geräusch von Fleisch auf Fleisch schallte noch mehrmals durch den großen Raum, bis er ihre Worte in die Tat umsetzte. Mit offenem Mund neigte er seinen Oberkörper vor, setzte seine Zunge auf der matt rosafarbenen Ferse an und leckte langsam über die leicht gewellte weiße Haut der Fußsohle.
Auf dem Fußballen verharrte er kurz und tauchte dann mit der Spitze in den Spalt zwischen den Zehen. Miriams Blick entrückte dieser Welt, als Sven Ihre große Zeh in den Mund saugte und zwischen Zunge und Gaumen massierte.
Er wurde alleine durch die lustvollen Geräusche, die Miriam von sich gab, irre vor Geilheit und zog seinen Schwanz aus ihr heraus, um nicht auf der Stelle zu kommen.
»Wehe du spritzt auf den Boden!«
Sven schüttelte den Kopf und überwand den kurzen Tanz am Abgrund.
Miriam leckte sich verführerisch über die Oberlippe. Mit den Händen zog sie ihre Pobacken auseinander und präsentierte ihr offenstehendes Poloch. Er setzte die pralle Eichel wieder am Po an. Miriam begrüßte es mit einem spitzen Schrei. Sven brummte lang gezogen und bewegte sich vorsichtig in der vertrauten Enge.
Miriam massierte die Schamlippen mit ihren freien Händen und das zarte Fleisch glitschte vor Öl. Sie ließ vier Finger ihrer Hand mühelos in ihre Muschi gleiten und rieb mit dem Daumen über die erregt aufragende Lustperle.
Mit glasigen Augen schaute sie zu Sven empor, der sich mit der Gleichmäßigkeit und der Kraft einer großen Maschine bewegte.
»Du spritzt gleich ab«, flüsterte Miriam, besorgt um ein zu frühes Ende des Spiels. Sven reagierte nicht, sie patschte ihm mit der flachen Hand auf die Wange und schaute ihn ermahnend an: »Leck meine Füße!«
Svens Lippen zitterten, und die neue Spur, die er über ihre Fußsohle zog, war unregelmäßig.
Beide wussten, dass die Erregung zu groß war, um in ruhigeres Fahrwasser zurückzukehren. Sven beschleunigte seine Bewegung und fickte Miriam für ein paar Stöße mit aller Kraft, dann warf er den Kopf in den Nacken und genoss das Unaufhaltsame. Miriam krallte ihre Hände in seine Pobacken und presste seine Lenden fest an sich, damit der Saft schön tief in ihren Hintern spritzte. Dann überwältigten sie die Gefühle ebenfalls und ließen ihren akrobatisch verbogenen Körper zucken.
Sven sank erschöpft über ihr zusammen und Miriam schloss ihre Arme dankbar um seinen Rücken. Sein Schwanz steckte noch pumpend in ihrem Po.
»Hammer, einfach nur Hammer«, schnaufte Sven.
»Ja, Hammer in meinem Arsch«, flüsterte Miriam glücklich.
»Du hast geschrien, wie eine ausgepeitschte Opernsängerin. «
»Ich könnte mich daran gewöhnen. «
»An was«, fragte Sven, »an die Schreie, oder daran, dass jede Hausbesichtigung in einer Orgie endet?«
»Das eine schließt das andere doch nicht aus«, säuselte Miriam.
Die verlaufene Schminke in ihrem Gesicht gab dem frechen Lachen eine ganz besondere Note.
»Von mir aus können wir uns den Rest des Lebens Häuser anschauen, ich mag Sex an verschiedenen Orten«, sagte Sven.
»Ich auch. Wie viel Zeit haben wir noch?«
Sven schaute auf seine Armbanduhr.
»Kein Grund zur Hektik, die alte Schachtel muss sich noch eine halbe Stunde gedulden.
«
Sven umgriff ihre nach oben gereckten Füße mit den Händen und massierte ihre Fußsohlen mit den Daumen. Seine Erektion war etwas abgeklungen, aber Miriams Schließmuskel wirkte wie ein Penisring. Die prall pochende Eichel verharrte tief in der heißen Enge ihres Körpers. Sven fühlte ihre Hände auf seinem Rücken und den Pobacken.
»Ich könnte gerade noch mal«, keuchte er.
»Mach doch!«, sagte Miriam provokativ.
Der verschmierte Kajal und die geweiteten Pupillen, aber vor allem ihr herausfordernder Blick, machten Sven fast verrückt. Sie war ihm hilflos ausgeliefert, solange er mit seinem Körpergewicht auf ihr lag und sein Schwanz in ihrem Hintern steckte. Trotzdem war in ihrem Gesicht keine Spur von Unterwürfigkeit oder Scham.
»Los mach schon — fick mich doch in den Arsch, bis es dir noch mal kommt!«
»Bist du sauer auf mich?«, fragte Sven, irritiert durch ihren vorwurfsvollen Tonfall.
»Ja, wenn du jetzt nicht sofort weiterfickst, bin ich sauer auf dich, wir haben nicht ewig Zeit!«
»Miststück!«, presste Sven durch die geschlossenen Zähne, als er das Spiel durchschaute und holte mit dem Becken weit aus, um sich ihr mit seinem ganzen Gewicht entgegenzuwerfen. Der Stoß zuckte durch ihren ölig glänzenden Körper, die Titten bebten und ihre Füße wackelten oberhalb des Kopfes. Ein befriedigendes Lächeln erstrahlte auf ihrem Gesicht und wurde mit jedem tiefen Stoß breiter.
Svens Knie waren noch weich vom ersten Höhepunkt. Er mobilisierte seine letzten Kräfte und empfand eine schmerzhaft intensive Erregung in seiner Schwanzspitze.
Miriam legte ihre Hände auf ihre Waden und streichelte sie verträumt, dann blickte sie Sven tief in die Augen und öffnete ihren Mund. Mit jedem Stoß, den er vollführte, sagte sie ein Wort:
»Du — wirst — jetzt — noch – ein – mal – ab — spritzen!«
»Miststück!«, stöhnte Sven, denn es kam ihm tatsächlich.
Er kniff die Augen zu, schnaufte wie ein Stier durch die Nase und ergab sich den unweigerlich ablaufenden Vorgängen in seinem Körper hin. Als sein Becken aufhörte zu zucken, schaute er erschöpft und glücklich auf Miriam hinab. Sie streckte die Arme aus und legte ihre Daumen auf seinen Nasenrücken. Liebevoll streichelte von innen nach außen über seine Augenbrauen.
»Du bist fantastisch!«, sagte sie und lächelte zufrieden.
»Ich glaube, ich könnte noch mal«, murmelte Sven in einem Anflug der Selbstüberschätzung.
»Wir haben uns ja noch nicht einmal das Haus angesehen«, antwortete Miriam diplomatisch, denn sie wollte ihn nicht überfordern.
»Ich dachte, das Haus ist dir egal. «
»Nein, ich möchte mir schon noch die oberen Räume ansehen — wir können die Stellung aber gerne ein andermal wiederholen. «
»Wenn du mich verlässt, werde ich nie wieder jemand finden, mit dem ich so geilen Sex haben kann.
«
»Ich will dich aber gar nicht verlassen«, sagte Miriam und legte ihre Stirn in Falten.
‚Warum denkt er so etwas?‘, fragte sie sich.
»Ich genieße jede Sekunde mit dir, auch, wenn wir nicht vögeln«, gestand Sven.
»Ich auch mit dir!«
Nach einem leidenschaftlichen Kuss löste sich Sven schweren Herzens von Miriam. Er holte ein großes Frotteehandtuch aus seinem Rucksack und reichte es ihr.
Sie wischte sich das überschüssige Öl und die verlaufene Schminke vom Körper, während Sven die Folie zusammenrollte und in einen Müllsack steckte. Der Sessel und das altehrwürdige Parkett waren unversehrt. Sie zogen sich an und verstauten alle mitgebrachten Hilfsmittel wieder im Rucksack. Die restliche Zeit nutzten sie, um die Zimmer im oberen Stockwerk zu begutachten.
Die Maklerin erschien pünktlich im Hauseingang und blickte in zwei glückliche Gesichter.
»Gefällt es ihnen?«, fragte sie und schaffte es, das Lächeln zu erwidern.
»Wir denken darüber nach. Sie hören innerhalb der nächsten Woche von uns, vielen Dank für ihre Zeit«, sagte Miriam und ging mit Sven durch die offene Haustür.
***
Svens rostiger Polo rollte im Schritttempo durch die schmalen Straßen des Wohngebiets und er versuchte, einen Sender im Radio einzustellen. Das Display flackerte, und verdunkelte sich schließlich ganz.
»Ich glaube, die fehlende Antenne ist dein kleinstes Problem«, sagte Miriam grinsend.
»Ach, halb so schlimm. Ich muss nur das Bauteil zwischen dem hinteren und dem vorderen Nummernschild austauschen. «
»Wenn du dabei Hilfe benötigst: mein Angebot steht noch. «
»Ich will kein Geld von dir!«, sagte Sven barsch.
»Ich würde es dir leihen, zahl es zurück, wann du willst. «
Miriam schaute aus dem Seitenfenster, es regnete und es war dunkel.
Sie hatte Sven schon mehrmals angeboten, ihm finanziell zu helfen, damit er sich ein wintertaugliches Auto leisten könnte. Aber er war zu stolz und wollte sich nicht durchfüttern lassen.
»Kaufst du das Haus?«, fragte Sven.
»Ich glaube schon«, sagte Miriam abwesend und beobachtete die vorbeiziehenden Vorgärten, während sich Sven auf den Verkehr konzentrierte.
Sie verschränkte die Arme unter ihren Brüsten und genoss die weiche Wolle auf ihrer frisch eingeölten Haut.
Das dunkle, nasskalte Wetter draußen ließ das Innere des Wagens umso gemütlicher erscheinen. Bei allen Macken, die das Auto hatte, funktionierte die Heizung einwandfrei. Miriam fühlte sich rundum wohl und geborgen. Sie wusste nicht, wann es ihr jemals unter Menschen so gut gegangen war.
»Warum eigentlich ich?«, fragte Sven. Miriam lächelte ihn aus ihrer glückseligen Stimmung heraus an und neigte den Kopf fragend zur Seite.
»Na ja«, sagte Sven, »du siehst verdammt gut aus, hast Geld und …«
Sven zog die Schultern hoch und wusste nicht, wie er es beschreiben sollte.
»Du bist einfach perfekt!«, platzte es aus ihm heraus, »was willst du mit einem abgebrannten, mittelmäßigen Student wie mir? Du könntest mit den Reichen und Schönen um die Welt reisen, oder in einer Villa in Südfrankreich …«
»Du machst, dass ich mich perfekt fühle, obwohl ich das ganz bestimmt nicht bin!«, fiel im Miriam ins Wort, schaute ihn kurz an und senkten den Blick.
»Hm, abgesehen von deinem paranoiden Verhältnis zur Kommunikationselektronik und einem leichten Verfolgungswahn, fällt mir absolut nichts ein, was mich an dir stört«, sagte Sven.
»Und abgesehen von deinen Selbstzweifeln, wüsste ich nichts, was mich an dir stört«, erwiderte Miriam und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln. Sven antwortete mit einem ungläubigen Lächeln. Dann nickte er zustimmend, als hätte er mit einer inneren Stimme eine Abmachung getroffen.
»O. K. «, sagte er, »ich glaube dir. Und wenn du mich verlässt, sterbe ich halt einfach an gebrochenem Herzen. «
»Fahr rechts ran!«, sagte Miriam im Befehlston.
Sven erschrak über den herrischen Tonfall und kam am Bordstein zum Stehen. Miriam öffnete den Sicherheitsgurt. Er schaute sie mit weit aufgerissenen Augen an und bekam panische Angst, dass sie aussteigen und ihn verlassen würde. Stattdessen drehte sie sich auf ihrem Sitz zu ihm und schaute ihn verlegen an.
»Erinnerst du dich noch an letzte Woche, als wir uns in den Außenbereich des Restaurant gesetzt hatten, weil es in der Sonne noch so angenehm war?«
Sven nickte und Miriam fuhr fort: »Als die Sonne untergegangen war, wurde es plötzlich sehr kühl und du bist aufgestanden und hast mir deine Jacke über die Schultern gehängt, weil du gesehen hast, dass ich gefroren habe.
«
Sven schaute sie fragend an. Warum erwähnte sie ausgerechnet dieses Detail bei all den verrückten Sachen, die sie in letzter Zeit erlebt hatten?
»Mir hat noch nie jemand seine Jacke über die Schultern gehängt«, sagte sie und schlug die Augen verlegen nieder. Sven neigte den Kopf mitfühlend und flüsterte: »Ich weiß, dass du nicht gerne über deine Vergangenheit redest, aber es wird dringend Zeit, dass du mir ein paar Dinge erklärst.
«
Stattdessen fiel ihm Miriam um den Hals und gab ihm einen sinnlichen Kuss.
»DU würdest MIR das Herz genauso brechen, wenn du mich verlassen würdest. Gerade vor ein paar Minuten ist mir bewusst geworden, dass ich noch nie so glücklich war in meinem Leben, kannst du das einfach mal akzeptieren?«
Sven nickte.
»Gut, dann können wir ja weiterfahren«, sagte Miriam, küsste ihn noch einmal und legte den Sicherheitsgurt wieder an.
*
Miriam schaute aus dem Seitenfenster und beobachtete die vorbeiziehenden Fassaden. Sven fuhr schweigend weiter, wirkte aber entspannter. Die letzten Wochen waren sie beide auf rosaroten Schäfchenwolken geschwebt. Die eine oder andere Wolke hinterließen sie zerwühlt und bekleckert. Nun schienen andere Hormone die Oberhand zu gewinnen. Oder war das schon die Stimme des Verstandes? Miriam hatte in ihrer Beziehung mit Sven die erste Hürde desVerknalltseinsgenommen und nichts schien einer Weiterentwicklung im Wege zu stehen.
Normalseinwar gar nicht so schwer. Abgesehen davon, dass ein Cerebrat in ihrer Abstellkammer lebte, empfand Miriam ihre aktuellen Lebensumstände als sehr normal.
Unbewusst begann Miriam eine Melodie zu summen, während sie Sven beim Fahren zuschaute. Er wirkte glücklich und schaute geradeaus über das Lenkrad, als er auf eine mehrspurige Straße einbog, die vom Stadtrand ins Zentrum führte. In den Augenwinkeln sah Miriam die Verkehrsinsel vor einer Ampelkreuzung. Sven steuerte genau darauf zu.
Sie griff ins Lenkrad, korrigierte die Fahrtrichtung in letzter Sekunde und verhinderte eine Kollision mit der hohen Bordsteinkante.
»Was ist los?«, fragte sie aufgebracht. Sven blickte sie entgeistert an.
»Wie machst du diese Töne? Ich war eben total geflasht. «
Miriam verarbeitete die Schrecksekunde und dachte intensiv nach. Sie stimmte die Melodie erneut an und modulierte die Töne bewusst. Sven starrte sie fasziniert an und übersah, dass die Ampel grün wurde.
Ein Hupkonzert riss ihn aus der Andacht.
»Die Töne kommen von den Stimmbändern. «
»Ich glaube langsam wirklich, dass du nicht von diesem Planeten kommst«, sagte er lachend und setzte den Blinker.
Ihr Lächeln verflog. Sie war eine Alien-Mensch-Hybride, die einen Menschen spielte, der vorgab, ein Alien zu sein — früher oder später müsste sie eine der Rollen aufgeben. Vor allem musste sie Sven gestehen, dass sie wirklich anders war und es sich nicht um ein lustiges Spiel handelte.
Miriam fühlte sich immer unwohler mit diesem Doppelleben. Aber Sven liebte Miriam, er kannte die Blaue Königin nicht, und Miriam fürchtete sich davor, sie ihm vorzustellen. Wenn Sven die Blaue Königin abstoßend fände, oder sonst ein Problem damit hätte, würde ihn Miriam verlieren.
»Soll ich dich wieder an der Kreuzung raus lassen, oder kommst Du mit zu mir?«, fragte Sven.
»Lasse mich bitte an der Kreuzung raus, ich muss zu Hause mal wieder nach dem Rechten sehen.
«
Miriam ließ sich meistens an der Kreuzung absetzen, neben der das brachliegende Industriegebiet lag, und ging den restlichen Weg zu ihrem Unterschlupf zu Fuß.
Kurz bevor Sven diese Kreuzung erreichte, sagte Miriam mit seltsam angespannter Stimme: »Halte nicht an, fahre einfach weiter. «
Während sie das sagte, schaute sie in den Rückspiegel und beobachtete eine dunkle Limousine, die ihnen seit einiger Zeit gefolgt war.
»Glaubst du schon wieder, dass wir verfolgt werden?«, fragte Sven und ließ seinen Wagen über die Kreuzung rollen, an der er eigentlich anhalten wollte. Miriam antwortete nicht und beobachtete den verdächtigen Wagen im Rückspiegel.
Die dunkle Limousine bog an der übernächsten Kreuzung ab und verschwand in einer Seitenstraße, Miriam atmete erleichtert auf und lächelte verlegen zu Sven.
»Hätte ja sein können«, sagte sie, um ihren Verdacht zu rechtfertigen.
»Schuldest du irgendjemand noch etwas, oder hast du ein schweres Verbrechen begangen?«, fragte Sven misstrauisch.
»Nein«, antwortete Miriam leise und setzte sich wieder bequem in ihren Sitz.
»Warum hast du dann diesen Verfolgungswahn?«, hakte Sven nach, während er eine große Schleife durch die Innenstadt fuhr, um wieder zu der Kreuzung zu kommen, an der er Miriam immer absetzte.
Miriam atmete tief durch und schaute Sven an, um es ihm zu erklären.
Dann senkte sie ihren Blick und schwieg einen Moment. Schließlich sagte sie: »gib mir einfach ein bisschen Zeit, O. K. ?«
Sven schaute sie vorwurfsvoll an.
»Wir sind da«, sagte er und parkte mit laufendem Motor am Straßenrand.
»Ich würde zu gerne wissen, wie du wohnst«, sagte Sven zwischen zwei zärtlichen Küssen. Er sagte diesen Satz jedes Mal, wenn er Miriam nach Hause brachte, es war zu einem liebevollen Ritual geworden, bei dem immer das Gleiche passierte — nämlich nichts.
Miriam drückte ihre weichen Lippen noch einmal sehnsüchtig auf seine und öffnete die Autotür.
»Bald kannst du sehen, wie ich wohne. Du hast mich ja eben in unserem neuen Wohnzimmer gevögelt«, sagte sie sanft, stieg aus dem Auto, schlug die Tür zu und hauchte Sven eine Kusshand durch das Seitenfenster zu.
***
Der süßliche Latexgeruch stieg Miriam bereits an der Tür zu ihrer Unterkunft in die Nase.
Sie trat ein, schaltete das Licht an, und sah einen dicken Wurzelstrang im Flur liegen. Wütend schob sie ihn zurück in die Abstellkammer, in der vor einigen Wochen das kleine Pflänzchen gekeimt war. V’nyx der IV. ragte mittlerweile bis zur Decke, und seine Wurzeln nahmen die Grundfläche des Raums ein. Aus dem beindicken Stamm entsprangen zwei Seitenarme, an denen regenschirmgroße Blüten emporragten. Unterhalb des Hauptstammes entsprangen unzählige Tentakel, die teilweise Armdick und viele Meter lang waren, oder nur fingerdick und deutlich kürzer.
Manche Tentakel hatten große, ovale Blätter und verharrten starr wie Äste. Sie bewegten sich nur, um dem Stand der Sonne zu folgen. Andere Tentakel waren glatt und kahl, oder mit Saugnäpfen besetzt und konnte sich sehr schnell und zielgerichtet bewegen.
Die Blüten richteten sich auf Miriam aus, und blickten wie zwei riesige Augen auf sie hinab — orangefarben, mit blauen Filamenten und penisförmigen Stempeln.
»Hör auf zu wachsen, bleib klein!«, rief Miriam, und wollte den Raum verlassen.
Ein großer Tentakel schlang sich um ihre Fußgelenke, fesselte ihre Beine und zog ihr den Boden unter den Füßen weg. Sie wurde im Fallen von weiteren Tentakeln aufgefangen und schwebte waagerecht zappelnd im Raum.
‚Du bist eine schwache Königin‘, erklang eine mahnende Stimme in ihrem Kopf. Ein geschmeidiger Tentakel kroch unter ihr Kleid und zerriss die hochwertige Wolle vom Saum bis zum Kragen. Miriam bäumte sich auf.
Sie machte sich keine Sorgen um sich, sondern um ihr neues Outfit. Die Stiefel wurden ihr von den Füßen gezogen und weitere Tentakel schälten ihr die Nylonstrumpfhose von den Beinen.
Nackt und bewegungsunfähig durch etliche Tentakel, die sich um ihren Körper rankten, schwebte Miriam durch den Raum und blickte in die Blüten. V’nyx der IV. war stark und geschickt im Umgang mit ihr. Dennoch war sie böse auf seine unkontrollierte Expansion und den missachtenden Umgang mit ihrer neuen Herbstkollektion, die, abgesehen von den Stiefeln, zerstört war.
»Was hast du als Nächstes vor? Willst du das Dach anheben und in den Himmel wachsen?«
‚Warum nicht?‘
»Weil es auffällt!«, mahnte Miriam, »die Menschen werden auf dich aufmerksam und dann schneiden sie Proben aus dir heraus und den Rest legen sie in Alkohol ein, … nein warte. «
Miriam legte eine rhetorische Pause ein. V’nyx der IV. senkte seine Blüten neugierig und wartete, was sie zu sagen hatte.
Seine Blüten begannen zu zitterten, als Miriam ihre Augen zukniff, und einen hohen lang gezogenen Ton von sich gab, der sich vom Sopran in den dramatischen Sopran steigerte.
Für einen Moment war V’nyx der IV. benommen und schwach, alles in ihm erschlaffte. Miriam befreite sich aus seiner Umschlingung, schloss ihre Augen erneut und wurde zur Blauen Königin — schwarze Latexhaut mit blauen Akzenten und einer Spur Orange. Alles Weibliche an ihr war verführerisch und von überschwänglicher Ästhetik.
Ihre Augen funkelten angriffsbereit in tiefem Blau. Sie parierte einen hervorschnellenden Tentakel, schnappte ihn und zog daran – V’nyx der IV. kam ins Wanken.
»Sie werden keine Proben von dir nehmen, sie haben genug Proben von uns, von überall auf der Welt. Sie werden dich verbrennen! Thermische Entsorgung nennt man das. «
Miriam stellte sich auf die Zehenspitzen und im nächsten Moment hallten ihre Absätze auf dem Boden.
V’nyx der IV. zog seine Wurzeln achtsam zur Seite, um nicht von den spitzen Enden verletzt zu werden.
»Auf diesem Planeten leben Milliarden von Menschen, sie bewohnen jeden Winkel, und sie sind sehr stolz darauf, die Spitze der Nahrungspyramide zu besetzen. Glaubst du, sie sehen tatenlos zu, wie du in ihrer Erde wurzelst, Ableger bildest und mir beim Aufbau eines Königreichs hilfst?«
Miriam näherte sich dem Stamm in erhabenen Bewegungen und genoss das ratlose Schweigen ihres Cerebraten.
Ihre blauen Fingernägel liefen zu scharfen Spitzen aus, sie ließ die Krallen ohne Druck über den schwarzen, glatten Stamm gleiten.
»Ich habe so viele aufkeimende Cerebrate und Drohnen gesehen, die, genau so unbefangen wie du, ins offene Messer gelaufen sind. «
‚Du hast den Menschen sogar bei der Jagd geholfen!‘, warf ihr V’nyx der IV. vor.
Miriam lächelte wissend. Sie legte ihre flache Hand auf den Stamm und streichelte die Pflanze knapp über dem Wurzelansatz.
»Ich habe versucht, die Zahl der Opfer gering zu halten. Wo Menschen zu Knüppeln und Gewehren gegriffen haben, um das Fremde zu töten, konnte ich das Menschliche zurückholen. «
Miriam senkte ihre verführerisch blauen Lider, presste Tränen aus den Augenwinkeln und holte tief Luft.
»Aber vor allem habe ich überlebt — länger und erfolgreicher als jede andere unserer Art … weißt du was es heißt zu überleben, anstatt zu leben?«
‚Nein‘
»Dann lerne es und denke darüber nach, ob ich eine schwache Königin bin.
«
Eine der Blüten senkte sich langsam zu Miriam hinab und drehte sich dabei, sodass der Stempel, groß und feucht schimmernd, nach oben zeigte. Die Blütenblätter formten sich zu einer Sitzschale und streichelten mit den weichen Blattspitzen versöhnlich über die Beine der Königin.
‚Setz dich, wir müssen reden‘, sagte V’nyx der IV. Miriam fühlte sich geschmeichelt. Sie schielte zu dem schwebenden Thron und senkte die Augenlider, als sie eine sanfte Liebkosung an ihrem Po spürte.
»Schnüffelst du da gerade?«
‚Du hast vor kurzer Zeit Beute gemacht‘, stellte V’nyx der IV. erfreut fest.
»Beute auf die du gerade nicht angewiesen bist«, sagte Miriam und setzte sich mit verlegenem Grinsen auf die Blüte, sodass der große Stempel zwischen ihren geschlossenen Beinen emporragte und sich ihr Kitzler an dem Schaft rieb. Die Blütenblätter schlossen sich um ihren Unterleib. Miriams Oberkörper und die Beine ragten aus der festen Umschließung der Knospe heraus.
Die Blüte erhob sich und Miriam schwebte sitzend durch den Raum, der einst die Abstellkammer ihrer Unterkunft war. Sie ließ ihre Füße mit den schlanken Absätzen in der Luft kreisen und genoss es, auf solch intime Weise hilflos zu sein. Mit jeder Gewichtsverlagerung rieb ihre Lustperle an dem feuchten Zapfen. V’nyx der IV. bemerkte, dass ihr diese Berührungen Freude machten, und zog die Knospe enger, um den Druck auf ihren Unterleib zu erhöhen.
Ihre Schamlippen klafften feucht glänzend auseinander.
Sie rieb sich mit kreisendem Becken an dem harten Widerstand zwischen ihren Beinen und gab sich den lustvollen Berührungen hin, die sie auf ihrer Lustperle spürte. Obwohl sie nicht viele Erfahrungen mit Cerebraten hatte, wusste sie, wozu die phallusartigen Stempel eigentlich gedacht waren. Die Rote Königin hatte oft stundenlang im Lotussitz auf ihrer Königsblüte gesessen, war tief ausgefüllt von dem großen Pfahl ihres Cerebraten und lustwandelte durch die Anderswelt. Ihr selbst war es bisher nur einmal für kurze Zeit vergönnt gewesen als Königin auf solch einem Thron zu sitzen.
C’tin der I. hatte nicht lange genug gelebt, um ihn näher kennen zu lernen.
Die Gewissheit, zu was diese Wesen imstande waren, löste in Miriam ein kleines Beben aus, dem einige klare Lusttropfen folgten. Miriam legte ihre Hände auf den flachen Bauch und glaubte, den Zapfen in ihrem Inneren fühlen zu können. Aber der Stempel war nicht in ihr, er ragte zwischen ihren Beinen empor und die feucht glänzende Spitze endete ein Stück oberhalb ihres Bauchnabels.
Wollüstig krallte sie ihre Hände in ihre Brüste, die um einiges größer wurden, als sie ohnehin schon waren.
»Ich stehe in Flammen!«, stöhnte sie und mehrere erregte Zuckungen schüttelten ihren Körper.
*
Miriam spürte die federnden Schritte eines zweibeinigen Gangs und öffnete die Augen. Sie saß auf dem Rücken von V’nyx dem IV., der in der Anderswelt die Gestalt der großen Laufvogels angenommen hatte.
In seinem Gefieder funkelten blaue und orangefarbene Punkte wie farbige Brillanten. Der federlose Hals und die langen, kräftigen Beine glänzten in ebenmäßigem Schwarz. Miriams angewinkelte Beine waren unter dem tiefschwarzen Deckgefieder der Stummelflügel verborgen, lediglich ihr Oberkörper ragte majestätisch aus der Federpracht empor und wippte im Takt der weit ausholenden Schritte.
V’nyx der IV. wechselte die Richtung, und spurtete in der Anderswelt eine leichte Anhöhe empor. Miriam bot sich ein weitreichender Blick über das Tal, in dem eine einzelne Palme mit blauer Blätterkrone wuchs.
»Bist du nicht mehr böse auf mich?«, fragte die Königin.
‚Ein Cerebrat unterliegt nicht den Stimmungsschwankungen der Zweibeinigen‘, antwortete V’nyx der IV.
»Aber zufrieden hast du auch nicht gerade gewirkt, als ich nach Hause kam. «
‚Du hast mich auch nicht gerade freundlich begrüßt‘, entgegnete V’nyx der IV.
Spätestens seit V’nyx der IV. dem Blumentopf entwachsen war, wurde Miriam bewusst, dass ihre Probleme parallel mit dem Wachstum des Cerebraten größer wurden.
In gleichem Maß schwand ihre Hoffnung, durch V’nyx dem IV. mehr über ihre Art zu erfahren. Er besaß zwar Erinnerungen an seine vorherige Existenz, aber es waren nur zusammenhanglose Gedankenfetzen ohne klare Botschaft. V’nyx der IV. wusste genauso wenig wie Miriam, was ihre Aufgabe auf diesem Planeten war. Als seine Tentakel groß und stark genug waren, um sich eigenständig aus dem tiefgefrorenen Spermavorrat zu bedienen, war er nicht mehr auf ihre unmittelbare Hilfe angewiesen.
Sie verdrängte seine Existenz oft tagelang und genoss die Zeit mit Sven.
Miriam war erstaunt, wie schnell aus dem kleinen Pflänzchen eine stattliche Pflanze geworden war. Vor ein paar Wochen war die einzelne Blüte kaum größer als ihre Hand und nun besaß er zwei Blüten, auf denen man so bequem wie in einem Kinosessel sitzen konnte. Allerdings übertraf die Bild- und Tonqualität dieses Kinoerlebnisses alles, was die Welt der Menschen je hervorgebracht hatte.
Und genau genommen, saß Miriam nur auf der vorderen Kante dieses Sessels — denn der phallusartige Stempel, der den Mittelpunkt der Sitzfläche bildete, war nicht da, wo er hingehörte. Früher oder später würde Miriam diesen Sitzplatz in seiner gedachten Art und Weise ausprobieren, aber im Moment war sie vollauf zufrieden mit dem, was ihr geboten wurde. Miriam löste sich aus ihren Gedanken und genoss die vorbeiziehende Landschaft der Anderswelt.
Mit geradem Rücken und stolz hervorstehenden Brüsten begann sie, auf den scheinbar ziellosen Kurs ihres Reittiers Einfluss zu nehmen und lenkte V’nyx den IV.
durch kleine Gewichtsverlagerungen auf den Gipfel einer Anhöhe. Die Königin sah den dunklen Wald näherkommen und entschied sich, von dem Waldrand Abstand zu halten. Sie trieb V’nyx den IV. zu einem schnellen Spurt an und legte sich mit ihm in eine weit ausholende Kurve. Die stoßartigen Bewegungen seiner Schritte setzen sich in ihrem Unterleib fort, sie spürte den heißen Saft zwischen ihren Beinen und genoss die schmatzenden Geräusche mit kehligem Stöhnen.
Der lustwandelnde Ritt näherte sich für die Königin einem Höhepunkt, als V’nyx der IV.
nicht mehr auf ihre Anweisungen reagierte, die Richtung änderte und direkt auf den Waldrand zu rannte.
»Nein, ich will da nicht hin«, schnaufte die Königin, benommen vor Lust.
‚Willst Du nicht wissen, was es mit den dunklen Kreaturen auf sich hat?‘, fragte V’nyx der IV. während er seinen Kopf zur Königin drehte.
»Nein, das will ich nicht wissen, die sind nicht wie wir!«
‚Sie sind aber auch nicht wie Menschen.
‚
»In dem Wald lebt ein bösartiger Cerebrat, mächtiger als alle Cerebraten, die ich je gesehen habe«, sagte die Königin mit zitternder Stimme.
‚Seit du das behauptest, warst du nicht mehr hier, als würden sich alle Probleme lösen, indem man die Augen davor verschließt‘, sagte V’nyx der IV. und beschleunigte seinen federnden Schritt in Richtung des Waldes.
Miriam erinnerte sich an das Gespräch mit Greg.
Er war der Meinung, dass dieser Cerebrat irgendwann entdeckt werden musste. Und dann würde sich jemand finden, der ihn zur Strecke brachte. Mit dieser Gewissheit hatte Miriam das Problem in den letzten Wochen effektiv verdrängt. Nachdem V’nyx der IV. ihr sonst nichts Neues in der Anderswelt zeigen konnte, und die öde Landschaft sonst auch nicht viel zu bieten hatte, sah Miriam keinen Sinn, ihre Zeit an diesem Ort zu verbringen. Tief in ihrem Inneren wusste sie, dass es ihr als Königin oblag, dieser Welt Leben einzuhauchen und sie zu formen.
Aber Miriam hatte alle Hände voll zu tun, ihr reales Leben zu ordnen.
V’nyx der IV. war kurz vor dem Rand des dunklen Waldes. Die Königin schwieg mit einem lüsternen Gesichtsausdruck, in dem Enttäuschung und Furcht schimmerten. Ihre körperlichen Umstände sorgten für einen hohen Erregungszustand, der trotz anderer Empfindungen dominierte. Sie wusste nicht, was sich ihr Cerebrat davon versprach, diesen dunklen Ort aufzusuchen. Wahrscheinlich war es seine Neugier und die Tatsache, dass er alleine nicht in der Lage war, diesen Ort zu betreten.
Da sie in der Realität fest von seiner Blüte umklammert war, konnte sie die Anderswelt nicht einfach verlassen, um sich einem neuerlichen Besuch des dunklen Waldes zu entziehen.
Der stolze Vogel durchschritt das Unterholz und betrat die schattige Dunkelheit des unheimlichen Waldes. Miriam spürte ein Ziehen in ihren Brustwarzen, das von Kälte, nicht von Erregung, verursacht wurde.
‚Wenn Du Angst sendest, wirst Du Angst empfangen‘, mahnte V’nyx der IV.
, während er sich neugierig umschaute. Er war erst einmal kurz hier gewesen, als er einen dumpfen Mob dieser Kreaturen vertreiben musste, um die Königin zu retten.
Die Königin drückte den Rücken durch, bis sie mit aristokratischer Körperhaltung auf dem großen Vogel saß und schaute in die Finsternis. Sie hatte Angst, dass jeden Moment ein Schwarm Tentakel durch die tief hängende Wolkendecke schoss und sie gefangen nahm, oder gar Schlimmeres mit ihr anstellte.
Sie erinnerte sich an die Melodie, die ihr vorhin in Svens Auto eingefallen war und begann, sie zu summen. Zaghaft modulierte sie die Töne und stimmte diese Melodie an, denn sie war ihr eingefallen, als sie sich sehr wohl gefühlt hatte.
Klar wie der Tau bei den ersten Sonnenstrahlen, erklang eine Stimme, wie sie diese Welt noch nicht gehört hatte. In der Tiefe des Waldes regte sich Leben: Schatten erhoben sich und lauschten, gaben ihre Deckung auf und suchten den Ursprung des Gesangs.
Die Blaue Königin sah die Wesen kommen und schloss ihre Augen, voller Vertrauen in die Kraft ihrer Stimme. Zu dem samtweichen Grundton flocht sie akzentuierte Obertöne mit ihren sekundären Stimmbändern ein und erschauerte über ihre neu entdeckte Fähigkeit. Um sie herum schloss sich ein dichter Kreis aus dunklen Wesen, die gebannt auf ihren erhabenen Körper starrten und der Stimme lauschten, wie Suchende am Ende ihrer Reise. Die Arie verdichtete sich zu einer bittersüßen Liebkosung.
V’nyx der IV. ging in die Knie, nahm auf dem Boden Platz und lauschte den Tönen seiner Königin, die weiterhin auf seinem Rücken saß und nun auf Augenhöhe mit den dunklen Kreaturen sang. Wie eine Umarmung aus zarten Federn legte sich der Klang ihrer Stimme um die Zuhörer. Jeder neue Ton war eine sanfte Bewegung des melodischen Flaums, eine Wohltat für die Seele, die auf den Körper überging. Selbst das naiv-romantische Mädchen, das sich den Körper mit der Blauen Königin teilte, war beeindruckt von diesem Gesang.
Zum ersten Mal fühlte sich Miriam wieeinWesen, das mit sich im Reinen war.
Die Königin sah die Ergriffenheit der zahlreichen Wesen, die dicht um sie herum standen, und schloss ihre Augen wieder, um den gesanglichen Höhepunkt der Arie einzuleiten. Ein letztes Mal streichelte die zarte Melodie in geschmeidigem Sopran über die Seelen aller Anwesenden. Sie ließ den letzten Ton lang gezogen verstummen und öffnete die Augen mit einem glücklichen Lächeln.
Und dieses Lächeln spiegelte sich in den zahllosen Gesichtern ihrer Zuhörer wieder.
Die Kälte kam aus der umgebenden Dunkelheit zurück, nachdem das Bannschild der königlichen Stimme verklungen war. Trotz der Rückkehr in eine kalte Welt, hallte die Erinnerung an den vergangenen Moment noch als zärtliche Liebkosung in den Köpfen der Wesen. Dort verdichtete sich die verbliebene Wärme zu einem heißen Punkt, der all die erstarrten Sehnsüchte und Hoffnungen weckte.
Der erste heiße Strahl traf die Könign unvorbereitet auf den Rücken.
Sie erschrak, aber dann erkannte sie die Art dieses Applauses. Es spritzte von allen Seiten auf ihren Körper und lief an ihren Wangen hinab. Tropfte auf ihre Brüste und floss in Strömen über ihren Körper. Sie öffnete ihren Mund, um möglichst viel von dem heißen Applaus einer sinnvollen Verwendung zuführen zu können, aber die zuckenden Schwänze um sie herum waren zu zahlreich, zu unbeherrscht. Die weiblichen Schattenwesen sammelten den Applaus der hinteren Reihen mit den Händen und gossen ihre Ernte über den Königin aus.
Das Mädchen, das sich den Körper mit der Königin teilte, zog sich angewidert in ihr tief liegendes Seelenversteck zurück: Schon wieder war es von der Blauen Königin verschreckt worden.
Die heißfeuchten Berührungen erzeugten auf der weichen Haut der Königin unzählige, erregende Lustspitzen, die in dickflüssigen Strömen an ihr hinab glitten.
»Ahhh, ihr seid so viele«, jauchzte die Königin und fuhr sich durch die klebrigen Haare, um ihr Gesicht freizulegen.
Es war aussichtslos, diesem Freudenschauer Herr zu werden.
‚Es ist ihre einzige Möglichkeit „Danke“ sagen zu können‘, merkte V’nyx der IV. an.
»Es ist eine wunderschöne Geste, aber mit Essen geht man doch sorgsamer um. «
‚Du kannst davon sowieso nichts in die reale Welt hinüber retten, genieße es hier und jetzt‘, empfahl V’nyx der IV.
Als in dem Mob um sie herum Ruhe einkehrte, war die Blaue Königin gänzlich von Sperma überzogen, und sie fühlte sich satt — endlich satt.
Sie wischte ihre Augen frei und blickte die dunklen Wesen dankbar an.
»Wirst Du uns führen?«, fragte eine Stimme. Die Königin konnte die Gesichtszüge des Wesens nicht erkennen, aber die dunkle Gestalt wirkte nicht feindselig.
»Wer seid ihr?«, frage sie und blickte in die zahlreichen verschwommenen Gesichter, auf der Suche nach einem ihr bekannten Wesen.
»Wir kennen uns nicht. Jeder irrt für sich alleine durch die Dunkelheit, bitte führe uns.
«
Die Stimmung kippte, als sich der Mob noch dichter um die Blaue Königin drängte und Hände nach ihr schnappten. Manche wollten den erhabenen Körper nur berühren, andere griffen danach, zerrten an ihren Armen und kniffen in ihre Brüste. V’nyx der IV., auf dem die Königin nach wie vor saß, erhob sich und hieb mit seinem Schnabel nach den vorwitzigsten Angreifern.
»Tu ihnen nicht weh«, sagte die Königin und legte ihre Hand beschwichtigend auf seinen langen Hals.
Aufgerichtet überragte der Vogel die dunklen Wesen, die Königin blickte von oben in die verzweifelten Gesichter, rang um Trost spendende Worte und entschied sich für ein mitfühlendes Lächeln. Sie wusste nicht, was sie den Wesen versprechen sollte, und sie wusste noch weniger, ob sie ein Versprechen halten könnte — also schwieg sie und schenkte ihnen das wohlwollende Lächeln der Königin.
‚Bring mich hier weg, bitte!‘, sagte Miriam telepathisch, in der Hoffnung, dass die Wesen es nicht hören konnten.
V’nyx der IV. setzte sich langsam in Bewegung und trug die Blaue Königin aus dem Wald, zurück auf die weite Lichtung, von der aus man in das lichtdurchflutete Tal blicken konnte.
‚Und wo war der große böse Cerebrat jetzt, vor dem du dich fürchtest?‘, fragte V’nyx der IV.
»Ich weiß es nicht. «
*
Als Miriam ihre Augen öffnete, blickte sie an die kahle Wand des Abstellraums in dem ihr Cerebrat wuchs.
Ihr Unterleib war weiterhin von den geschlossenen Blüten umhüllt und ihre schwarze Latexhaut glänzte ölig von ihrer eigenen Lust. Zu ihrem Bedauern konnte sie, wie von V’nyx dem IV. vorhergesagt, nichts von dem Sperma aus der Anderswelt in die reale Welt retten. Selbst der Geschmack in ihrem Mund verschwand, als die Illusion endete — es blieb die Erinnerung an den ekstatischen Rausch.
V’nyx der IV. ließ seine Tentakel um ihren Bauch ranken.
Es fühlte sich wie eine mehrfache Umarmung an. Kleinere Tentakel schlängelten sich nach oben, ringelten sich um ihre Brüste und zogen sich leicht zusammen, bis die schwarze Haut der Titten prall spannte. Die Königin hauchte erregt aus und fühlte sich wie von hundert Händen gestreichelt.
‚Hast du die Ergriffenheit der Wesen gespürt? So etwas vermag nur eine echte Königin zu erzeugen‘, frohlockte der Cerebrat. Abgesehen vom Gesicht, war die Königin vollständig von seinen Tentakeln bedeckt.
Die zahllosen Spitzen wogen über ihrem Kopf und gaben ihr ein medusenhaftes Aussehen.
Die Königin breitete ihre Arme aus und gab einem der großen Tentakel die Möglichkeit sich hinter ihren Schultern von einer Hand zur anderen zu schlängeln. Wie eine Schlangenbeschwörerin spielte sie mit dem großen Tentakel.
‚Du kannst es! Nimm dich dieser Wesen als Königin an. Es ist so eindeutig und klar. ‚
Miriam schnappte das Ende des großen Tentakels mit der Hand und führte die suchende Spitze, ähnlich dem Kopf einer Würgeschlange, nahe an ihren Mund.
»Ssssssch«, machte sie beruhigend mit strahlendem Augenaufschlag und sprach zu dem Schlangenkopf: »Nichts ist klar. Wenn wir uns jetzt leichtfertig aus der Deckung wagen, geben wir unseren einzigen Vorteil Preis – aber für was? Für wen? und warum?«
‚Mache sie dir zu eigen und du wirst es erfahren!‘
»Nein, ich muss erst herausfinden, was es mit den Wesen auf sich hat. Dann kann ich urteilen.
«
‚Diese Fragen verdrängst du seit Wochen, warum machst du alles so kompliziert?‘, merkte V’nyx der IV. mit einem Hauch Zynismus an. Seine Tentakel zogen sich wie eine zähflüssige, schwarze Masse vom Leib der Königin zurück.
»Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig. Aber, es gibt überhaupt keinen Grund überstürzt zu handeln. Vielleicht wartet jemand nur darauf, dass wir einen Fehler machen und uns allzu offen zeigen. Außerdem warst du vor ein paar Wochen noch zu klein für solche Abenteuer.
«
‚Dabei betonst du immer, dass ich nicht wachsen soll‘, merkte V’nyx der IV. an und senkte seine Blüte ab, bis Miriam festen Boden unter den Füßen spürte.
»Ja, hör auf zu wachsen. Wir werden sehr bald umziehen und ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll, wenn du noch größer wirst. «
‚Die Sonne zieht in immer flacheren Bahnen über den Himmel, bald reicht ihr Licht nicht mehr, um mir ein adäquates Wachstum zu ermöglichen.
Wenn sich das fortsetzt, wird totale Finsternis herrschen und alles Leben erlöschen. ‚
»Das nennt man Herbst«, erkläre Miriam belustigt, »im Winter ist es am schlimmsten und dann steigt die Sonne wieder. Es wird keine dauerhafte Finsternis geben. «
‚Ich hoffe du hast Recht. ‚
»Das ist der Lauf der Jahreszeiten, das ist gewiss. Warum zweifelst du meine Aussage an?«
‚Weil du sonst auch nicht viel weißt und deine Schlussfolgerungen aus dem geringen Wissen, das du hast, höchst irrational sind‘, erkläre V’nyx der IV.
resigniert. Er arrangierte seine Tentakel dabei zu einer Kuhle und zeigte mit seinen Blüten einladend auf das nestartige Gebilde. Die Königin kuschelte sich mit angezogenen Beinen in diesen warmen Unterschlupf und V’nyx der IV. deckte sie mit den großen Blättern zu.
»So ist es perfekt«, sagte die Königin in ihrem urgemütlichen Nachtlager, »noch größer musst du gar nicht werden. «.
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