Leila – K/L 04
Veröffentlicht am 05.01.2025 in der Kategorie AllgemeinGeschätzte Lesezeit: 87 Minuten, 16 Sekunden
Dies ist die Fortsetzung der Geschichte um Leila.
Bitte zum Verständnis der Geschichte zuerst Teil 1 bis 3 lesen, da die Teile aufeinander aufbauen.
Ich werde ab sofort nur noch längere Teile veröffentlichen, damit man mehr an einem Stück zu lesen hat und besser in der Geschichte abtauchen kann. Daher bitte ich um Verständnis, dass zwischen den Veröffentlichungen mehr Zeit vergeht als bisher (habe leider nicht allzu viel Zeit am Tag um weiter zu schreiben, Arbeit und Co.
lässt grüßen). 😉
Viel Spaß beim Lesen wünscht euch,
euer VersauterAutor
Leila – K/L-1
Die Erde im 31 . Jahrhundert.
18. Grüne Zone; A1 -30 / Militärgelände im Jahre 3044 n. Chr. 23 November 5 . 59 Uhr.
Munter schienen die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne durch die winzigen Spalte der halb geschlossenen Schallousinen in den kleinen Schlafraum, den Leila am vergangenen Abend bezogen hatte.
Ein vorwitziger Sonnenstrahl kitzelte Leilas schlafendes Gesicht, so dass ihr liebreizendes Antlitz in einem hellen Goldrot leuchtete.
Im nächsten Moment gab der Wecker auf Leilas kleiner Kommode eine leises >Klick< von sich und die grünen digitalen Ziffern sprangen von der 59 auf 00 . Dann legte sich der Apparat ins Zeug und stieß eine immer wieder von vorne beginnende, nervige Tonkombination aus, woraufhin sich die junge Frau unruhig im Schlaf herumwarf und etwas unanständiges in der Art: >Verdammtes Scheißding< oder vielleicht auch >Ruhe, lass mich… verdammte Scheiße< vor sich hinmurmelte.
Man konnte das Gebrabbel nicht sehr deutlich verstehen, jedoch war dessen Bedeutung offensichtlich. Eine zarte Hand bewegte sich unter der dünnen Bettdecke. Es sah so aus, als winde sich eine Schlange darunter hervor, ehe sie zur Kommode fuhr, auf der sie orientierungslos und schlapp herum tastete. Endlich fand sie die Nervensäge und rächte sich. Mit einem Mal verstummte das Nervkonzert und Leila seufzte erleichtert auf. Ihre Hand fiel kraftlos auf die Bettkante, rutschte dann herunter und baumelte neben dem Bett.
Verdammt… jetzt bin ich wach, merkte die junge Frau nach einer kurzen Zeit und schlug gähnend die Augen auf. Seufzend drehte sie sich auf den Rücken und betrachtete eine zeitlang die Decke des Zimmers.
Was erwartet mich wohl heute?grübelte sie.
Schließlich gab sich Leila einen Ruck und richtete mühsam ihren Oberkörper auf. Verschlafen blickte sich die junge Frau im kleinen Zimmer um: Ihr Bett beanspruchte den größten Teil des Raumes, während die kleine Kommode sich schmal an das Bett schmiegte.
Ein flacher Wandschrank barg den einzigen Stauraum für Kleidung oder sonstige alltägliche Dinge. Ansonsten war das Zimmer in Punkto Möbeln kahl und leer.
Leilas Blick fiel auf den Wecker, der jetzt schweigsam seiner Dinge harrte, und ihre Augenbrauen zogen sich verärgert zusammen.
„Heute magst du gewonnen haben du blödes…Ding, aber morgen ist auch noch ein Tag. “
Im gleichen Moment, in dem Leila ihrem Wecker den Krieg erklärte, klopfte jemand lautstark an die Zimmertür und von dem Geräusch zuckte die junge Frau erschrocken zusammen.
„Ja?“ in ihre Stimme klang Verärgerung mit, deren Ursache jedoch mehr ihrer erschrockene Reaktion als wegen der Störung war.
„Morgen, Leila! Hier ist Tommy, darf ich reinkommen?“ fragte er mit fröhlicher Stimme.
„Wenn du willst…,“ murrte sie.
Wie kann man zu so früher Stunde schon so gut gelaunt sein?
Ich bin und bleibe ein Morgenmuffel.
Die Tür öffnete sich einen Spalt und Tommys Kopf schob sich hinein. Er grinste sie schelmisch an und trat dann mit einem großen Koffer in jeder Hand in den Raum, ehe er die Tür hinter sich schloss. Bei dem Anblick des Gepäcks fiel der jungen Frau wieder ein, dass am vergangenen Abend ihre Sachen, die Dr. Grom nachsenden wollte, noch nicht eingetroffen waren und sie daher ohne Schlafanzug zu Bett gegangen war.
Ich bin nackt!
Durchschoss es ihre Gedankenbahnen und sie schaute eilig an sich hinab und atmete erleichtert auf. Die Bettdecke verbarg noch alles, was eine peinliche Situation hätte auslösen können.
„Du siehst… schrecklich aus“, lachte der junge Mann, während er die beiden Koffer an der freien Wand zwischen Schrank und Bett abstellte.
„Vielen Dank, Tommy“, fauchte Leila und warf sich zurück auf das Bett, drehte ihren Körper von Tommy fort zur Wand und zog die Bettdecke über ihr Gesicht.
„Jetzt stehe ich ganz bestimmt nicht auf“, brummte sie beleidigt unter der Bettdecke hervor.
Lachend setzte sich Tommy an die Bettkante und Leila spürte wie sich seine Hand sanft auf ihre Taille legte. Ein wohlbekanntes Kribbeln machte sich in ihrem Bauch breit. Es war nicht diese unkontrollierbare Hitze, sondern ein wunderschönes Gefühl. Es entstand unter Tommys warmer Handfläche und breitete sich Wellenartig in ihrem ganzen Körper aus.
Leila seufzte.
„Lass mich“, versuchte sie noch ihre trotzige Tour durchzuhalten. Tommy zog die Bettdecke von Leilas Kopf und flüsterte leise dicht neben ihrem Ohr:
„Ich glaube du hast mich falsch verstanden, du siehst schrecklich schön aus mit deiner wirren Haarflut und die Tatsache, dass du vollkommen nackt unter dieser dünnen Decke liegst hat auch seinen Reiz. “
„Du Schwein…“, hauchte sie schwach und erschauderte, als seine streichelnde Hand unter die Bettdecke fuhr und über ihren nackten Rücken streichelte.
„Hmmmm… Tommy… lass das“, versuchte Leila eine halbherzige Gegenwehr, doch die Hand wanderte weiter in die Richtung ihres Bauches.
„Was soll ich lassen?“ fragte Tommy leise flüsternd. Er küsste ihren Hals, streichelte über ihren Bauch und umfasste zärtlich Leilas rechte Brust mit seiner Hand, so dass die junge Frau schwer schluckte, „das?“
„Mhmmmm… ja… genau das“, nuschelte Leila, drehte sich langsam auf den Rücken und blickte Tommy ins Gesicht, das sich nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt befand.
„Hallo“, hauchte sie erregt und schloss seufzend die Augen, als Tommys Finger ihre Brustwarze fanden und diese sanft drückte.
„Hallo“, erwiderte er lächelnd und drückte seine Lippen auf ihre. Seine Berührung war jedoch nur ganz leicht, so dass die junge Frau fast nichts spürte. Gierig hob Leila ihren Kopf etwas an, doch seine Lippen waren fort und seine Hand verschwand auch wieder.
Grummelnd öffnete Leila ihre Augen und blickte Tommy, der immer noch auf ihrer Bettkante saß, enttäuscht und fragend an.
„Was?“
Der junge Mann grinste und erhob sich.
„Ich sollte doch aufhören“, summte Tommy vergnügt und ging zur Tür.
„Oh du fieser…!“ Leila richtete sich mit aufkommender Wut auf, packte ihr Kopfkissen und warf es nach dem schnell aus der Tür huschenden jungen Mann. Das Kissen flog gegen die geschlossene Tür und von draußen erklang ein heiteres Lachen.
„Ich wollte dir noch sagen, dass die Dusche nun frei ist und die anderen bereits beim Frühstücken sind.
Du kannst die Dusche somit ungestört benutzen. Bis nachher dann“, flötete Tommys Stimme gedämpft durch die Tür, ehe Leila die sich langsam entfernenden Schritte des Mannes vernahm.
So ein… blöder…gemeiner Schuft!
Erneut grummelnd schob Leila ihre Beine unter der Decke über die Bettkante und gähnte noch mal herzhaft. Die kleinen Knospen des Teppichs kitzelten Leilas Füße, was ihre Stimmung jedoch auch nicht aufheiterte.
Will nicht aufstehen…
Ihr Schicksal endgültig akzeptierend erhob sich Leila und schlurfte in Richtung Wandschrank.
Murrend öffnete die junge Frau einen der beiden Koffer und entnahm einen der vielen Anzüge, welche alle das gleiche Produkt waren, und warf ihn zur Tür. Dann kratzte sie sich kurz am Kopf und durchkramte den Koffer erneut, diesmal auf der Suche nach Handtüchern. Jedoch befanden sich keine drinnen und da Leila keine Lust verspürte den anderen Koffer auch noch zu plündern wandte sie sich dem Wandschrank zu und drückte auf einen knubbeligen Knopf auf einer kleinen Metalltafel.
Normalerweise sollten hier…
Mit einem Zischen öffnete sich die unterste Schublade und fuhr aus der Wand heraus, wurde länger und länger und zeigte der jungen Frau eine erstaunliche Auswahl an Handtüchern, Bettbezügen und Laken.
… na also, wer sagt es denn.
Sie suchte sich aus der breiten Auswahl ein großes Ganzkörperhandtuch, welches sie um ihren nackten Körper schlang, und dann noch ein kleineres für ihre unbändig zu allen Seiten abstehenden Haare.
Zufrieden wankte Leila schließlich zur Zimmertür, an der sie noch ihren Anzug vom Boden aufklaubte.
Vorsichtig spinkste Leila aus der Tür in den leeren Gang hinein und flitzte dann zur großen Allgemeindusche, die nun ebenso verlassen vor ihr lag wie der vorherige Flur. Seufzend hängte sie die Handtücher an die dafür vorgesehen Haken und trat an eine Dusche rann. Sie drehte das Wasser auf und wich augenblicklich entsetzt zurück, als das Wasser viel zu heiß aus der Dusche spritzte.
Mein Gott… wer duscht denn hier mit kochendem Wasser? Bestimmt Baker…
Genervt drehte Leila an dem kleinen Rad, bis das Wasser eine angenehme Temperatur hatte. Wohlig aufseufzend stellte sie sich unter den breit gefächerten Strahl und ließ das schaurig warme Wasser über ihren Körper fließen. Sie stützte sich mit ihren Armen an der Wand ab und senkte den Kopf, schloss die Augen und entspannte sich. Nach und nach lullte sie der beständige, warme Strom des Wassers ein und ihre Gedanken schweiften ab, zu einem ganz bestimmten vorwitzigen blondhaarigen Mann.
Tommy… du Schuft… mhm…
Leila drehte sich um und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand, während ihre Hände streichelnd über ihren liebeshungrigen Körper wanderten.
Hmm…
Sie dachte an seine großen, sanften Hände und seine weichen Lippen… und seinen, am vergangenen Tag so harten Schwanz. Erregt erreichte Leilas Hand ihren Kitzler und sie begann ihn erst sanft, dann immer schneller zu reiben.
Das Wasser rann weiter über sie.
Oh…
Ihre Lippen verzogen sich zu einem verzückten Lächeln und sie beschleunigte ihre Finger noch mehr, immer schneller flitzten sie über den erregten kleinen Kitzler. Derweilen spielte ihre andere Hand mit ihren steifen Brustwarzen.
Komm… komm und nimm mich…
Die junge Frau folgte ihrer Phantasie und ließ sich treiben. Ein lautes Stöhnen kam über ihre Lippen, als Leilas Körper von Wellen der Lust geschüttelt wurde.
Langsam verebbten die Wellen und sie atmete erschöpft aus. Und das Wasser verwöhnte weiterhin ihren schlanken Körper.
Das Geräusch einer zufallenden Tür riss Leila aus ihren Gedanken und ihre Augenlider flogen hoch. Panisch bedeckte sie ihre Scham und ihr Kopf ruckte suchend im Raum hin und her, doch es war niemand da.
Habe ich mir das nur eingebildet?
Ich könnte schwören, dass ich eine Tür zufallen gehört habe… naja, vielleicht spielt mir mein schlechtes Gewissen auch nur einen Streich…
Leila duschte noch ausgiebig, ehe sie sich flink abtrocknete und das kleine Handtuch wie ein Turban um ihre nasse Haare schlang.
Geübt zog sie ihren Anzug in einer fließenden Bewegung an und watschelte aus der Dusche zum Nebenraum. Sie matretierte ihre Haare mit dem an der Wand angebrachtem Föhn, bis sie sich geschlagen gaben und trocken und gebürstet so hingen, dass die junge Frau es mit einem Nicken absegnete. Nachdem auch ihre Zähne geputzt waren (Leila putzte sich immer nach dem Schlafen umgehend die Zähne, da sie den unangenehmen, schalen Geschmack der Nacht aus dem Mund haben wollte), machte sie sich auf den Weg zum Frühstücksraum im Untergeschoss der Kaserne.
Sie warf einen Blick auf ihren POD und beeilte sich etwas mehr, als er ihr die Uhrzeit mitteilte: 06:38 Uhr.
Immer noch etwas vor sich hinmurrend schritt Leila die Treppe hinab und betrat den großen Saal, in dem geschäftiges Treiben und das Lärmen vieler hungriger Mäuler erklang. Langsam durchquerte sie den großen Raum und suchte nach Tommys blondem Haarschopf.
Schließlich fand Leila den Tisch ihrer Einheit, jedoch nicht wegen Tommys blonder Haaren, sondern weil Baker aus der Masse stach wie ein Fels aus der schäumenden Brandung.
Mit bangem Gefühl im Magen und nun wieder heftiger schlagendem Herzen näherte sich Leila dem Tisch.
Wird er auch dort sein und mich wieder so vernichtend betrachten?fragte sich Leila und ein Schaudern durch fuhr sie.
Aber Henderson war nicht anwesend und selbst Tommy erblickte die junge Frau nicht. Am Tisch saßen nur noch drei der, neben nun auch ihr, 18 weiteren Mitglieder der Schwarzen Mamba.
Baker sah ins Essen vertief am Tisch und vor ihm auf dem Teller häuften sich die Brötchen. Leo und der Doc saßen Baker gegenüber und unterhielten sich leise, während sie an ihren Getränken nippten, aus denen kleine Dampfwölkchen emporstiegen. Leila trat an den Tisch und grüßte:
„Guten Morgen. “
Leo und Doc schauten kurz auf und erwiderten ihren Gruß freundlich, ehe sie ihre Unterhaltung fortsetzten. Baker hielt im Kauen inne und drehte seinen bulligen Körper zu der nervösen Frau.
In seinen Augen blitzte es erfreut auf und er klopfte mit seiner Pranke neben sich auf den freien Stuhl.
„Komm zu Papa Bär, Mädel“, sagte er schmatzend und mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen setzte sich Leila neben den Hünen. Sie ließ den Blick über das recht üppige Angebot schweifen und entschied sich schließlich für ein Diät-Schmierkäse Brötchen.
Frau muss schließlich auf ihre Figur achten…
Während sie zaghaft eine kleine Ecke des knusprigen Brötchens abbiss und gedankenverloren darauf rumkaute, beobachtete Bake sie belustigt und lachte dann, als sein Mund mal frei war (was nur selten am Esstisch der Fall ist), schallend auf.
Leila zuckte wieder mal kurz zusammen und warf einen fragenden Blick auf den großen Nahkämpfer.
„Was?“
„Kindchen, pass mal auf. Jetzt zeigt dir Papa Bär, wie man ein Brötchen vertilg“, flüsterte er geheimnisvoll, als sei dies ein streng gehütetes Geheimnis. Bedächtig und sich vergewissernd, dass Leila ihn beobachtete, legte Baker zwei reichlich belegte Brötchenhälften auf einander und schob sich das komplette Ding auf einmal in den großen Mund.
Es verschwand einfach und nach ein paar Kaubewegungen war Bakers Mund wieder frei. Ungläubig starrte Leila auf den Hünen, als unterdrücktes Lachen von ihren Gegenübern kam. Immer noch fassungslos betrachtete Leila Baker, der sich bereits die nächste Brötchenhälfte nahm, mit offenem Mund, dann blickte sie zu Hunt und Carter, die Baker kopfschüttelnd betrachteten.
„Alter Angeber, diese Nummer ziehst du bei jedem Neuling durch“, sagte Doc und zwinkerte Leila zu: „Gib nichts darauf, nachher kommt er wieder zu mir gerannt und hält sich den schmerzenden Bauch“, das offene Lächeln des Doktors steckte Leila an und die junge Frau erwiderte es.
Schnell verschwand das beunruhigende Gefühl aus ihrem Magen. Sie fühlte sich bei den drei rundum wohl und neben Bakers riesiger Gestalt, so sicher wie noch nie in ihrem Leben.
Nachdem Leila eine Hälfte des Käsebrötchens gegessen hatte, schob sie die andere lustlos über den Teller und ließ dann ihren Blick umher schweifen. Die meisten Tische leerten sich nun nach und nach und die Männer verschwanden fast alle durch eine Tür, über der ein Schild hing, auf dem einen Zielscheibe abgebildet war.
Wahrscheinlich der Übungspla… oh Gott! Da ist er!
Leilas Herz setzte aus, als ihr Blick auf die ruhig neben der Tür zum Übungsplatz stehende Gestalt schweifte und ihren Blick gefangen hielt.
Demon…
Urplötzlich setzte sich Leilas Herz wieder in Bewegung und es schlug so wild gegen ihren Brustkorb, dass es schmerze.
Dieser feindselige Blick… Scheiße, reiß dich zusammen Leila, nicht heulen…
Panisch wandte die junge Frau wieder ihren Blick auf ihren Teller und es gelang ihr die aufkommenden Tränen zu unterdrücken, trotzdem schluchzte sie auf.
Baker warf ihr einen erstaunten Blick zu.
„Was ist los, Leila?“ fragte er mit seiner gütigen, tiefen Stimme.
„Nichts“, nuschelte Leila verlegen, sodass Baker die Stirn runzelte und den Blick hob. Da sah er Henderson, der sich gerade abwandte und mit schnellen Schritten zwischen den gemächlich dahin schreitenden Soldaten verschwand. Ein missbilligendes Schnalzen drang aus seinem Mund und er legte seine Pranke auf Leilas Rücken.
Sie war sehr warm, fast heiß, und spendete überraschenden Trost.
„Mach dir nichts aus Hendersons Verhalten“, brummte er, „er ist etwas… scheu. “
Woher weiß er was mich so beschäftigt? Ist es mir so deutlich anzusehen?
„Es ist nicht sein Verhalten…“, flüsterte die junge Frau mit zittriger Stimme, „es sind seine Blicke, erhasstmich!“
„Ach wo, er hasst dich sicherlich nicht, ich kenne seine hasserfüllten Blicke.
Dich schaut er irgendwieandersan…“, murmelte Baker, wobei er den letzten Satz mehr nachdenklich zu sich, als zu Leila sagte.
„Wie anders?“
„Eben… anders. “
„Hmm, ist ja auch egal. Ich gehe ihm einfach aus dem Weg“, meinte Leila etwas lauter um nicht zu zeigen, wie sehr es sie beschäftigte. Baker ging nicht weiter drauf ein, sondern verputzte seine letzte Brötchenscheibe mit ein paar schnellen Bissen.
Nachdem er sich wohlig geräkelte hatte, wobei Leila sich vor seinen Armen in Sicherheit bringen musste, stand er auf und polterte los:
„Auf geht’s, Männer und… Mädel, ein anstrengender Tag erwartet uns. “
Seufzend erhob sich Leila. Leo und der Doc, die ihre angeregte Unterhaltung auch im Gehen fortführten, taten es ihr gleich. Die junge Frau versuchte herauszubekommen, worüber die beiden redeten, doch sie hörte nur Wortfetzen; Es ging um irgendeine hochempfindliche Mischung zweier chemischer Stoffe.
Ist ja höchst interessant…
Baker schlenderte schweigend neben Leila her, die ihre Beine doppelt sooft bewegen musste, um mit ihm mit zu halten. Sie wirkte wirklich wie ein Kind an der Seite eines Erwachsenen. Die Gruppe verließ gemeinsam die Kantine und trat aus dem Gebäude in den strahlenden Sonnenschein, der nur etwas durch den Schutzschild der Zone gedämmt wurde. Es war bereits am frühen Morgen angenehm warm.
„Hier trennen sich unsere Wege vorläufig“, erklang Bakers bereits vertrautes Brummen. Leila drehte sich zu dem Riesen um.
„Wir sehen uns dann nachher bei unseren Nahkampfübungen“, brummte er fröhlich und schritt davon. Leila sah ihm mit große, entsetzte Augen nach.
Unseren?
„Ich soll gegen DICH kämpfen?“ schrie sie ihm hinterher, bemüht nicht die Fassung zu verlieren.
„Na klar! Das wird ein Spaß!“ rief Baker im davongehen über die Schulter zurück.
Sicher… fragt sich nur für wen von uns beiden…
Hunt trat neben sie und grinste sie schief an:
„Kaum den ersten Tag bei uns und schon legst du dich mit Baker an, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist… er ist manchmal etwas ungestüm mit seinem Spielzeug. “
„Haha“, keifte Leila und drehte sich trotzig zu Leo um, dessen Grinsen nur noch breiter wurde.
„Wo ist Doc?“ versuchte die junge Frau die ihr doch etwas peinliche Situation umzulenken.
„Der Doc geht Doktorsachen erledigen, wie immer, und wir zwei Hübschen warten jetzt erstmal auf McKarsy. Wenn der Bengel endlich mal wieder kommt, dann zeige ich euch erstmal das Gebäude. Danach beginnen wir mit dem ersten Training, wobei ihr gleichzeitig auch den Übungsplatz kennen lernen werdet. “
„Wo wollte Tommy denn hin?“
„Ähm… zum Parkplatz vorne auf der gegenüberliegenden Seite der Kaserne.
Faselte irgendwas von dem neusten Hovercraftmodell einer Firma, die ich bereits wieder verdrängt habe. Mich interessieren schnelle Fahrzeuge nicht, ich liebe es eher zu laufen. “
„Darauf wäre ich gar nicht gekommen“, murmelte Leila, während sie nach Tommy Ausschau hielt und fügte grinsend hinzu: „Kätzchen. “
Leo erwiderte das Grinsen kurz, dann merkte er auf als Tommy auf sie zueilte. Ganz außer Atem blieb der junge Mann vor ihnen stehen und umarmte dann Leila zur Begrüßung.
Die junge Frau drückte ihn kurz aber kräftig an sich, ehe sie einen Schritt zurück trat und ihn mit vorgeschobener Unterlippe kritisch betrachtete.
„Du wirkst so aufgedreht“, Leila ließ ihren Blick über den jungen Mann schweifen, der leicht hibbelig vor ihr stand und dessen Wangen stark gerötet waren.
„Männer und ihre Spielsachen“, schloss sie und wandte sich dann an Leo: „Dann können wir ja jetzt mit der Führung beginnen.
“
Hunt führte die beiden jungen Leute einmal durch die Kaserne und schnell war alles Sehenswertes gesehen: Die Quartiere und Kantine kannten sie ja schon. Es folgte noch die Waffenkammer, die wenigen Besprechungszimmer, die Werkstadt und das große Schwimmbecken im Keller.
„Dann lasst uns mal den Übungsplatz unsicher machen“, freute sich Leo und schritt eilig aus. Tommy und Leila mussten fast rennen um hinter ihm herzukommen.
Dementsprechend schnaufend traf Leila als letztes auf dem Übungsplatz ein. Leo und Tommy beobachteten gerade eine Reihe von Soldaten, die ihre Sturmgewehre auf Kunststoffattrappen abfeuerten. Es hallten laute, knallende Schüsse durch die Luft, welche die junge Frau jedoch nicht beeindruckten. Dies war ihr sehr vertraut und sie hoffte nun wenigstens mal etwas beeindrucken zu können.
Leise trat sie hinter die beiden Männer, die gerade die Vor- und Nachteile zwischen den Sturmgewehren PK/1100 und PK/1220 diskutierten.
„… ja, der Meinung bin ich auch. Jedoch ist das PK/1100 um einiges leichter als sein Nachfolger und gerade für…“, Tommy hielt im Sprechen inne und drehte sich zu der eintreffenden Leila um, „für schwache, kleine Mädchen nicht zu schwer. “
„Genau meiner Meinung“, mischte sich Leila trotzig ein, sodass die beiden Männer die Augenbrauen hochzogen, „für kleine Mädchen ist das PK/1220 wirklich zu schwer, zum Glück gibt es hier keine Mädchen.
Wollten wir nicht trainieren?“
Tommy blickte Hunt verwirrt an, welcher nur grinsend mit den Schultern zuckte.
„Na gut, dann lasst uns was schießen“, beschloss der Aufklärer fröhlich und führte sie zu einem leeren Schießstand.
„Wer will anfangen?“
„Ich denke, Ladys First?“ meinte Tommy und schaute Leila fragend an.
„Nichts da ihr Machos… los zeigt mal was ihr könnt“, reize Leila die beiden.
Tommy trat tragisch seufzend vor.
„Dann fange ich halt an“, murmelte er und stellte sich auf eine kleine Eisenplatte, welche im Boden verankert war. Sobald er darauf stillstand leuchtete eine rote Lampe auf und eine elektronische Frauenstimme erklang aus einem Lautsprecher an der Wand, welche die Box von den anderen Schießständen trennte.
„Bitte identifizieren… bitte identifizieren. “
„Tom McKarsy, Schwarze Mamba, 18 -06 -22 .
“
Kurz trat Stille ein, die plötzlich von einem neuen Schwall Gewehrfeuer durchdrungen wurde, dann erklang wieder die Frauenstimme. Das Licht wechselte von Rot zu Grün.
„Angaben… akzeptiert, Gewicht… akzeptiert, Stimme… akzeptiert. Wir empfehlen ihnen die PK/1220 oder die EP/12 . “
„Ich nehme die PK/1220 “, sobald Tommy seine Entscheidung getroffen hatte, öffnete sich ein Fach in der Trennwand und gab den Blick auf das modernste Sturmgewehr der Menschheit frei.
Erklärend erklang wieder die Computerstimme:
„Die PK/1220, entwickelt im Jahre 3033 . Sie übertrifft ihren Vorgänger, die PK/1100, in allen Bereichen. Ihr Griff passt sich automatisch dem Träger an und das intelligente Zielsuchsystem markiert relevante Schwachstellen der Gegnertypen. Tech-Daten: Länger: 1021 mm, Gesamtgewicht: 3,88 kg, Kadenz: 2000 -2150 Schuss in der Minute bei einer effektiven Reichweite von 744 Metern, Magazinkapazität: 200 Spitzmantelgeschosse oder 100 Licht-, Silber-, Hochexplosiv- oder Giftgeschosse.
“
Tommy nahm die Waffe geschickt in die Hand und überprüfte das Magazin. Die Stimme aus dem Computer erklang erneut.
„Welche Zielgeschwindigkeit wählen sie?“
„2 ½ ; Attrappen pro Sekunde. “
„Geschwindigkeit… akzeptiert, Schwierigkeitswertung: Extram hoch. Wollen sie ihre Angabe noch mal überarbeiten?“
„Nein. “
„Sind sie bereit, Sir?“
„Ja. “
„Lade zufallsgenerierte Gegner Erscheinung, bitte bereithalten.
Trainingseinheit beginnt in…fünf…“, Tommy suchte sich sicheren Stand, „vier…“, indem er seinen linken Fuß nach vorne stellte und den rechte zurückzog, sodass sein Körper leicht schief stand, „drei… zwei…“, schließlich legte er mit einer fließenden Bewegung das Gewehr an und kniff ein Auge zusammen, während das andere durch das Zielfernrohr schaute, „eins…“, und Leila musste sich eingestehen, dass er einfach hinreizend aussah, „ Feuer!“
Die Schüsse knallten los und Tommy versenkte eine Attrappe nach der anderen, die in unglaublicher Geschwindigkeit aus dem Boden schossen.
Das Rattern des Gewehres hielt an, Tommy stoppte nur Millisekunden, um den Lauf zu justieren. Die Hülsen schossen aus der Waffe, die Mündung begann zu qualmen und Tommys Arm zu beben. Dann machte seine Waffe >Klick, Klick, Klick< und Tommy senkte den Arm. Die Stimme aus dem Computer ersetzte das Verklingen des Waffenlärms.
„Magazin ist leer, Trainingseinheit beendet. 200 Schuss verbraucht: 198 Attrappen in 98,6 Sekunden ausgeschaltet, davon 101 durch Kopfbereichtreffer, 86 durch Torsobereichtreffer und 18 Gliedmaßenbereichtreffer.
“
„Mhm“, murrte Tommy nicht gerade zufrieden mit seiner Leistung, doch Hunt schien beeindruckt.
„Beachtlich, für dein Alter“, sagte er lächelnd und er meinte es ernst. Schließlich schaute er Leila an, die nervös den Kopf schüttelte.
So trat er an Tommys Stelle und gab haargenau dieselben Einstellung an.
Es dauerte nicht lange und die Luft war wieder erfüllt von dem ratternden Tötungsgegenstand.
Nach knapp hundert Sekunden war alles vorbei.
„Magazin ist leer, Trainingseinheit beendet. 200 Schuss verbraucht: 200 Attrappen in 110,2 Sekunden ausgeschaltet, davon 80 durch Kopfbereichtreffer, 111 durch Torsobereichtreffer und 18 Gliedmaßenbereichtreffer. “
Hunt seufzte: „Na ja, bin nicht gerade talentiert, aber es reicht für die meisten Dämonenbastarde doch aus. “
„Ich blöden Angeber“, motzte Leila los, sodass sich die beiden Männer zu der verärgert blickenden Frau umdrehten.
„Jetzt du“, meinte Leo schelmisch grinsend zu ihr und trat beiseite. Mit mulmigem Gefühl betrat die junge Frau die Eisenplatte. Das rote Licht trat auf.
„Bitte identifizieren… bitte identifizieren. “
„Leila, Schwarze Mamba“, Leila drehte sich mit fragendem Blick zu Tommy um, der flüsterte: >Dein Geburtsdatum<, „weiß ich nicht“, sagte Leila zu dem Computer.
„Angaben… abgelehnt, Gewicht… akzeptiert, Stimme… akzeptiert.
Zugriff auf Waffensystem verweigert, bitte kontaktieren sie einen Admin. “
Leck mich doch!
Leo trat seufzend vor und drückte eine Klappe an der Wand auf, hinter der ein Bildschirm und eine Tastatur zum Vorschein kamen.
Seltsamerweise stellte er keine Frage, ja er schien nicht mal überrascht.
„Du kennst deinen Geburtstag nicht?“ fragte Tommy jedoch umso überraschter.
„Nein… können wir jetzt bitte weitermachen?“ Leila war genervt und verärgert.
„Sofort, bin nicht T-Jack“, scherzte Leo, trat schließlich jedoch zufrieden vom Bildschirm zurück.
„Okay!“ sagte er und augenblicklich wurde das Licht grün. Sofort erklang die Frauenstimme aus dem Lautsprecher:
„Wir empfehlen ihnen die PK/1100 oder die EP/12 . “
„Ich nehme die PK/1220 “, murrte Leila ungehalten vor sich hin.
„Befehl… akzeptiert, wir möchten-“
Leila schrie fast: „Ist jetzt gut!“ Wut stieg in ihr empor.
Scheiß Computer, blöde Machos… euch werde ich es zeige.
Lautlos öffnete sich die Klappe und Leila nahm kommentarlos die Waffe heraus.
„Sind sie bereit, Miss?“
Das wohlbekannte Gewicht legte sich in ihre Arme und hinter ihr erklang unterdrücktes
Gekicher von Leo, das neue Anzünder in ihr loderndes Wutfeuer warf. Sie straffte die Schultern und wollte gerade die Kampfhaltung einnehmen, da trat Tommy hinter sie und umfasste sanft ihre Taille.
„Nein, wartet“, sagte Tommy laut zu dem Computer und fragte Leila ernst: „Soll ich dir helfen?“ wobei seine Hände die junge Frau an sich drückten. Zuerst wollte Leila den Mann wütend abschütteln, aber dann siegte das Gefühl, das seiner Nähe auslöste und sie verdrängte die Wut und das aufkeimende Ego, wobei ihr etwas viel besseres einfiel.
„Oh… ja bitte, das ist sehr lieb von dir“, murmelte sie und tat so, als würde die ganze Situation sie überfordern.
Verunsichert hielt sie die Waffe in den Händen und schwenkte sie in der Gegend rum. Hunt brachte sich schnell hinter die Zwei in Sicherheit.
„Warte, zuerst musst du dir einen sicheren Stand suchen“, flüsterte Tommys Stimme dicht an ihrem Ohr. Sein warmer Atem strich ihren Nacken und sie erschauderte. Der junge Mann legte eine Hand auf ihren rechten Schenkel und drückte ihr linkes Bein vorsichtig mit seiner anderen Hand nach vorne.
Willig ließ sich Leila von ihm leiten, obwohl sie diese Stellung schon hundertmal eingenommen hatte, jedoch war sie dabei nie so erregt gewesen wie in diesem Augenblick.
„Gut so?“ hauchte sie mit schwacher Stimme.
„Ja, perfekt. Jetzt musst du die Waffe anlegen“, säuselte Tommys Stimme ganz dicht bei ihr und Leila musste sich darauf konzentrieren ihre Arme zu heben. Hinter ihr hörte sie, wie aus einem dichten Nebelschleier, wie Hunt von einem anderen Mann angesprochen wurde und sich die beiden in ein Gespräch vertieften.
Gut so… dann merkt er nicht wie…
Leila begann vorsichtig ihren Hintern gegen Tommys Becken zu reiben, während der junge Mann ihr erklärte, wie sie die Waffe halten musste. Er stockte immer mehr in seinen Erklärungen und Leila begann die ganze Situation unheimlichen Spaß zu machen.
„Halte ich sie jetzt richtig?“ fragte sie mit unschuldiger Stimme und machte dabei extra einen Anfängerfehler, für den sie früher schon des öfteren gescholten worden war, ehe sie….
Natürlich viel Tommy der Fehler sofort auf und er musste sich etwas mehr nach vorne beugen, damit er ihn beheben konnte. Leila erschauderte, als sie das Harte durch die Jeans des Mannes spürte, das sich nun gegen ihren Arsch drückte. Sie seufzte auf.
„So… ich glaube, jetzt kannst du schießen“, nuschelte Tommy und trat widerstrebend zurück. Enttäuscht über den nicht mehr vorhandenen Körper hinter ihr sagte Leila:
„Ich bin bereit.
“
„Lade zufallsgenerierte Gegner Erscheinungen, bitte bereithalten. Trainingseinheit beginnt in…fünf…vier…drei…zwei…eins…Feuer!“
Leila zog den Abzug und hielt die losfeuernde Waffe einfach auf die empor schnellenden Attrappen gerichtet, bis sie leer war.
„Magazin ist leer, Trainingseinheit beendet. 200 Schuss verbraucht, 21 Attrappen in 24,8 Sekunden ausgeschaltet, davon 3 durch Kopfbereichstreffer, 18 durch Torsobereichtreffer und 5 durch Gliedmaßenbereichtreffer. “
Seufzend drehte sich Leila um und blickte geknickt drein.
Leo, der wieder zu ihnen getreten war, versuchte das bereite Grinsen zu verstecken, was ihm leider vollkommen misslang und auch Tommy sah belustigt drein.
„Naja… ein bisschen zielen und Stoßfeuer hätten das Ergebnis vielleicht verbessert, du hättest den Attrappen ruhig auch Zeit geben können erstmal zu erscheinen…“, murmelte er verlegen. Hunt lachte und meinte: „Ja,vielleicht!“
Jetzt, da die prickelnde Situation von eben verraucht war und die beiden Männer sich ganz offensichtlich über sie lustig machten, trat wieder die Wut in den Vordergrund.
Sie musste sich zusammenreißen, um ihre Idee durchzuhalten.
„Darf ich noch mal? Bitte… bitte!“ fragte sie mit flehendem Blick, unter dem die Männer dahin schmolzen.
„Na gut“, Leo bediente kurz erneut den Computer und die ganze Eingabeprozedur wiederholte sich. Tommy wollte wieder zu Leila treten, wohl um ihr zu helfen, doch diesmal schüttelte sie den Kopf.
„Danke Tommy, ich versuche es mal ohne Hilfe.
“
Der junge Mann zuckte mit den Schultern und stellte sich wieder neben Hunt.
„Sind sie bereit, Miss?“
„Klar“, erwiderte Leila ruhig und legte die Waffe an.
„Lade zufallsgenerierte Gegner Erscheinungen, bitte bereithalten. Trainingseinheit beginnt in fünf…vier…drei…zwei…eins…Feuer!“
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Ortswechsel nur für das Zwischenspiel:
Doktor Grom nahm den Anruf entgegen.
„Ja, General?“
„Sir, sie wollten benachrichtigt werden, wenn das Einsatzteam in Alaska eintrifft.
Der Trupp landet in genau 30 Minuten in der Sicherheitszone, nahe dem fremden Objekt.
„Sehr gut, danke General. Ich mache mich sofort auf den Weg zu ihnen. “
Eilig erhob sich Grom, schnappe sich seine Jacke und dann war er auch schon vor seinem Büro auf dem Gang zu den Fahrstühlen.
****
„Magazin ist leer, Trainingseinheit beendet. 200 Schuss verbraucht: 200 Attrappen in 86,1 Sekunden ausgeschaltet, davon 181 durch Kopfbereichstreffer, 19 durch Torsobereichtreffer.
“
Mit einem lauten metallischen Klacken landete das Sturmgewehr in der Ablage, aus der es auch raus genommen worden war.
Leila drehte sich um und ging an den beiden Männern vorbei, ohne ihnen auch nur ein Blickes zu würdigen.
„Also, dann weiter“, flötete sie fröhlich. Leila fühlte sich schon viel besser… abgeregter. Und so schritt sie einfach in die Richtung, in der sie glaubte zwischen den lauten Schüssen Bakers jubelnde Schreie gehört zu haben.
„Ähm“, machte Tommy.
„Also…“, murmelte Hunt.
Beide Männer starrten lange auf die langsam im Boden verschwindenden zerfetzten Attrappen, dann wandte sie ihre Köpfe zueinander und schauten sich verblüfft an, ehe sie in lautes, lang anhaltendes Lachen ausbrachen. Tränen stiegen ihnen in die Augen und Tommy musste sich den schmerzenden Bauch halten, während sich Leo an der Trennwand abstützte.
Ganz langsam beruhigten sie sich wieder und eilten dann kopfschüttelnd hinter dem dahinwackelnden Hintern Leilas her.
18. Grüne Zone; A1 -08 / Militärgelände im Jahre 3044 n. Chr. 23 November 18 . 09 Uhr.
Eilig hastete Dr. Grom durch den Gang, an dessen Decke lange, dicke Rohre verliefen, und durchschritt die sich augenblicklich öffnende Schiebetür an dessen Ende.
„Wie sieht’s aus, General?“ fragte er gerade heraus den kleinen Mann, der vor einem riesigen Bildschirm stand, auf dem das Zeichen der GMV flackerte.
Der General drehte sich zu dem Doc um und winkte ihn heran.
„Team41 erreicht gleich die Rote Zone und das unbekannte Objekt“, murmelte der General konzentriert vor sich hin und gab einer Frau, die an einem Terminal saß ein kurzes Handzeichen. Sie nickte und sprach in das Mikrofon des aufgesetzten Headsets:
„Kommandozentrale, A1 ruft das Team41 . Bitte melden“, Rauschen drang aus dem Lautsprecher, die neben den großen Bildschirm in die Wand eingelassen waren.
„Kommandozentrale, A1 ruft das Team41, bitte melden. Jungs, meldet euch“,
erneutes Rauschen ließ den Kopf der sprechenden Frau beunruhigt zum General aufschauen, doch dieser wirkte ganz entspannt. Keine Sekunde darauf erklang eine klare, tiefe Stimme aus dem Lautsprecher:
„Hier Captain Anderson, Team41 meldet sich einsatzbereit, wir befinden uns soeben im Langeanflug auf die Sicherheitszone, alles läuft planmäßig. Landung in exakt 2 Minuten und… 34 Sekunden.
Anderson, out. “
Dr. Grom verschränkte seine Arme vor der Brust und lehnte sich an einen hoch aufragenden Metallschrank, in dem es leise rumorte.
„Sobald sie gelandet sind, soll die Videoübertragung beginnen. Ich will alles sehen, was die Männer sehen… ich muss wissen was dort vor sich geht. “
„Ich auch“, murrte der General und nickte zustimmend.
In den nächsten zwei Minuten entstand ein angespanntes Schweigen, dann erklang wieder die Stimme des Captain:
„Team41 ruft die Kommandozentrale, A1 .
Bitte melden. “
„Hier ist General Rymon, wir hören sie ausgezeichnet, jedoch möchten wir sie auch gerne sehen. “
„Verstanden, Sir“, erwiderte Anderson und dann drang seine Stimme lauter durch den Lautsprecher, als er einem seiner Männer zurief: „Schmeiß den VüL an, Murphy. “
„Sofort, Boss. “
Kurz darauf flackerte der große Bildschirm in der Kommandozentrale zweimal auf und zeigte dann ein mit Bartstoppeln übersätes Gesicht, das von einem Kampfhelm eingerahmt wurde, dessen Visier hochgeschoben war.
„VüL läuft, General. Übertragung zu… 100 % aktiv. “
„Bestätigt, wir sehen sie. Dann mal los Soldat, zeigen sie uns, womit wir es zu tun haben. “
Der Captain nickte und schob sich das Visier vors Gesicht, sodass nur seine Lippen und Kinn sichtbar blieben. Seine Lippen formten sich zu befehlenden Wörter:
„Dann auf Leute, es wartet ein Job auf uns! Havering öffne sie die Luke, wir machen uns auf den Weg.
“
Allgemeines Getöse war zu hören. Die Soldaten machten sich fertig und dabei streifte jemand gegen das Mikro des Kameraträgers, was zur Folge hatte, dass die Boxen kratzende Laute von sich gaben.
Der Bildschirm wurde kurz schwarz, als etwas die Kamera verdeckte, dann erkannte man die Rampe des Helikopters und den Rücken eines Soldaten, auf dem ein breites Schwert hing. Der Soldat schritt die Rampe hinab und trat beiseite.
Die Kamera zeigte die Umgebung. Es regnete in Strömen und daher konnte man nur ein paar Meter weit etwas erkennen: Kahle Baumumrisse zeichneten sich schattenhaft aus dem in der Ferne zu nebelartiger Dichte verschmelzenden Regenmassen.
„Was ein Sauwetter…“, erklang die leise Stimme eines Soldaten, dann setzte sich der Kameraträger in Bewegung, hinein in den Regen.
„Ausschwärmen Männer, gleichmäßiges Tempo. Zielobjekt noch 2,33 Meilen entfernt.
Young, ich will bei der kleinsten Bewegungsmeldung des ABM informiert werden. Auf geht’s, marsch!“
Das Eliteteam setzte sich in Bewegung und die Kamera zeigte eine triste Gegend, die langsam aus dem Regen kroch und hinter dem Kameramann verschwand, nur um weiterer Ödnis platz zu machen.
Während sich die Soldaten auf das Missionsziel zu bewegten, stutzte Dr. Grom und schlenderte zu der Frau am Terminal.
„Was für ein Klima haben wir dort?“ fragte er interessiert.
Die Finger der Frau huschten über die Tastatur und auf ihrem Bildschirm erschienen die relevanten Daten.
„Zu dieser Jahreszeit herrscht dort tiefster Winter. Unser letzter Scann zeigte -22 Grad. “
„Und wieso regnet es dort, wenn es eigentlich schneien sollte?“
Stille trat ein, dann wandte sich der Doc an den Hauptbildschirm und sprach laut:
„Captain, hier spricht Dr.
Grom, hören sie mich?“
„Klar und deutlich, Sir. “
„Sagen sie mir, wie viel Grad ist es gerade bei ihnen?“
„Einen Moment… 17 Grad, Sir. “
„Unmöglich, stimmt ihre Anzeige?“
Kurz war es wieder still, bis die Stimme von Anderson erneut erklang:
„Diese Angabe hat jeder von uns, Sir. “
„In Ordnung, Danke.
Melden sie sich, wenn sie bei dem Objekt angekommen sind oder etwas passiert. “
„Roger. “
Nachdenklich betrachtete der Doc die Bilder auf dem Wandbildschirm.
„Irgendwas stimmt dort gar nicht, wieso ist es dort so warm? Wie lange ist der letzte Scann her?“
„4 Tage, Sir. “
„Also 2 Tage bevor wir das Objekt entdeckt haben…“, murmelte Grom grübelnd, „somit hat es etwas mit der veränderten Temperatur zu tun, das gefällt mir nicht… überhaupt nicht.
“
Aus dem dichten Regen traten die Umrisse von zerfallenen Gebäuden hervor, dann erklang die Stimme des Captain.
„Noch 400 Meter, Sir. Keine Anzeichen von irgendeiner Lebensform. Wir durchqueren nun die Ortschaft, in dessen Zentrum sich das Objekt befindet. “
„Verstanden, seien sie sehr vorsichtig, Soldat. Irgendetwas stimmt hier nicht“, murrte der General.
„Verstanden. Achtung Team, Gefechtshaltung einnehmen und langsam in zweier Gruppen vorrücken.
“
Die ersten Ruinen schoben sich an der Kamera vorbei und eine gepflasterte Straße trat ins Sichtfeld des Kamera führenden Soldaten, die von Rissen und klaffenden Schlaglöchern übersäht war. Keine Pflanze, nicht mal Unkraut, wuchs auf dem Boden, nur nackte, tote Erde. Nach zwei weiteren Steinruinen zeichnete sich etwas Dunkles, Riesiges auf dem Bildschirm ab.
„Das muss es sein“, flüsterte Dr. Grom angespannt.
Die Kamera wandte sich nach links.
Ein Soldat mit angeschlagener Waffe kam ins Sichtfeld, der Schritt für Schritt an einer Mauer entlang ging. Als der Soldat am Ende der Mauer angekommen war, schaute er vorsichtig um die Ecke und nickte dann dem Kameramann zu. Dieser blickte wieder nach vorne und setzte sich langsam in Bewegung. Sein Atem drang leise durch das Mikrofon.
Die Soldaten bewegten sich über eine Art Platz auf das immer größer werdende Objekt zu.
Bis es vor ihnen aufragte, dann blieb der Trupp vor dem felsartigen Etwas stehen.
„Man ist das riesig…,“ nuschelte Murphy in das Mikrofon und hob den Kopf, sodass auch die Kamera hoch schaute und zeigten, wie der schwarze Fels in weiter Höhe im Regenschleier verschwand. Wassertropfen vielen auf das Glas der Kamera und die Sicht verschwamm.
„Captain, was sehen sie? Was ist das?“ begehrte Grom zu wissen.
„Hm… sieht aus wie ein… ganz normaler Fels, Sir. Denke er besteht aus Vulkangestein und es sieht so aus, also ob sich der Fels aus dem Boden gegraben hat, vielleicht durch ein Erdbeben?“
„Ich will eine Probe des Gesteins, Captain“, Grom beugte sich weit über das Terminal der Frau zum Wandbildschirm, um mehr erkennen zu können, „und sagen Sie Murphy er soll die Linse der Kamera säubern, wir sehen hier alles verschwommen!“
„Befehl verstanden, Probe wird genommen.
Murphy, die Kamera!“
Ein leises Fluchen erklang, dann fuhr etwas über den Bildschirm und die Sicht zeigte wieder das schwarze Gestein.
„Captain, hier ist eine Öffnung!“ erklang es rufend und die Kamera drehte sich in die Richtung des Sprechenden. Der Soldat stand keine zehn Meter neben dem Kameramann und blickte vorsichtig in eine Öffnung im Fels.
„Warte, Hevering. Männer, alle bei Hevering sammeln“, befahl der Captain.
Die Kamera setzte sich schnell in Bewegung und erreichte den Sammelpunkt.
„Schauen sie hinein, Murphy“, die Erregung in der Stimme von Grom war fast zum Greifen.
Schwärze erfüllte den Bildschirm, dann machte es >Klick< und ein dünner Lichtstrahl erhellte einen düsteren Tunnel, der hinab in den Fels führte.
„Stuckdüster da drin“, murmelte Murphy und ließ den Lichtstrahl der Taschenlampe seines Gewehrs hin und her wandern.
„General? Doktor?“
„Wir hören sie, Anderson, wie ist der Status. “
„Weiterhin keine Lebensformen zu erkennen, es sieht wie ein stink normaler Fels aus. Die Öffnung scheint jedoch nicht natürlichen Ursprungs, dafür führt sie zu konstant und gradlinig nach unten. “
„Gehen sie hinein“, befahl Grom aufgeregt.
„Da hinein? Wer weiß was dort unten ist?“ rief Rymon aufgebracht.
„Genau deshalb sind die Männer dort!“ erwiderte Grom ebenso heftig, „los Captain, führen sie ihren Trupp in den Fels. “
„Verstanden. Es geht weiter Männer. Ich gehe vor, Murphy folgt mir, dann Havering, Olymp, Xon, Q, Venom und Ferix bildet den Schluss. Auf geht´s!“
Die Kamera heftete sich auf den Rücken des Captain und zeigte drum herum nur Dunkelheit. Es vergingen zehn Minuten, in denen sich das Bild nicht änderte, während die Team41 Elitekampftruppe weiter in den unbekannten Fels vordrang.
„Dr. Grom?“
Der Doc zuckte zusammen und rief aufgeregt.
„Was gibt es, Captain?“
„Der Gang weitet sich… Moment, warten sie…“, kurz war es ruhig, die Kamera zeigte geduldig den dunkelgrauen Kampfanzug von Anderson, „der Gang führ in eine Art… Höhle. Vorwärts Männer, ausschwärmen und die Seiten absichern. “
Anderson verschwand vom Bildschirm und der Lichtstrahl von Murphys Gewehrlampe verlor sich im Dunkeln.
„Schalten sie die Kamera auf Nachtsicht, Soldat“, grummelte der Doc.
Grün erfüllte plötzlich den Bildschirm und eine große Halle war zu sehen, in deren Mitte eine Art Steinbogen stand.
„Was… ist denn das?“
„Keine Ahnung, Sir. Sieht aus wie ein Tor. “ Der Trupp näherte sich langsam dem großen Torbogen, da gab Murphy einen angeekelten Laut von sich: „Wääh…“, und die Kamera schwenkte nach unten.
Eine Art Matsch kam in Sicht, der den ganzen Boden bedeckte.
„Was ist das?“ rief die nervöse Stimme von Rymon.
„Hmm… eine Art Schlamm, nicht tief jedoch sehr widerlich“, beantwortete Murphy die Frage und wandte sich wieder dem Tor zu, vor dem nun der Captain und zwei weitere Soldaten standen und es näher musterten.
„Captain, lassen sie uns nicht so lange zappeln“, meldete sich Grom verärgert zu Wort.
„Auf dem Stein sind Symbole eingeritzt, es sieht aus wie Abbildungen von… Havering, kommen sie her und halten sie ihre Lampe drauf, irgendwie verschluckt der schwarze Fels das ganze Licht… ist alles schwer zu erkennen. “
„Abbildungen von was?“
„Einen Moment… Abbildungen von… von…. “
„Captain, ich bekomme was rein!“ die Stimme von Venom hallte laut durch die Höhle und die Kamera ruckte herum.
Der Soldat stand in der Mitte der Höhle und schaute auf ein Gerät herunter. Mit ein paar schnellen Schritten über den schmatzenden Boden war Anderson bei dem Mann.
„General, der ABM zeigt Bewegungen an, die sich aus Osten auf uns zu bewegen… ungefähr 18 Kontakte. Entfernung 230 Meter, sie kommen jedoch sehr schnell näher! Leute zusammenrücken!“
Eilig schritt Murphy zu der sich sammelnden Gruppe. Kurz bevor er sie erreicht hatte erlosch das Bild und der Wandbildschirm zeigte digitalen Schnee.
„Was?“ stieß Rymon hervor, „Murphy? Das Bild ist weg!“
„Moment, Sir. Die Kamera läuft aber… Daten werden auch gesandt. “
„Wir sehen hier rein gar nichts!“
„An dem Gerät liegt es nicht… viell -“.
„Weitere Signale!“ unterbrach Venom Murphy, „jetzt auch aus Norden und Westen!“
„Verdammt…“, erklang die Stimme des Captain aus dem Lautsprecher, „irgendwas passiert hier, Sir.
“
„Zieht euch zurück! Sofort!“ stieß Rymon unter zusammengepressten Zähnen hervor.
„Verstanden. Leute, Rückzug. Xon und Q, ihr geht vor… los, los Soldaten!“
„Sir, ich bekomme immer mehr Signale…“, die Stimme von Venom nahm einen panischen Klang an, „sie kommen jetzt aus allen Richtungen!“
„Reißen sie sich zusammen, Young. Schneller Männer. “
„Hundert Meter… achtzig Meter… Sir! Sie sind bereits in der Höhle!“
„Ich sehe nichts…verdammt….
“
„Achtung! Vor uns war eine Bewegung! Auf dem Boden! Achtet auf den Boden!“
„Halt! Bildet einen Kreis! Einen Kreis!“
„Was geht da vor sich… was…Captain!“ schrie Rymon und begann im Raum auf und ab zu gehen, während er die Hände zu Fäusten geballt hatte.
Plötzlich erklang das Knallen von Schüssen und ein Schrei aus den Boxen.
„Captain!“
„Schießt Männer! Auf dem Boden! Auf den Boden! Es kommt aus dem Boden!“
Ein wahres Orchester von loskeifenden Waffen erklang.
Schreie drangen aus den Boxen.
„Hinter uns!“
Wieder Schüsse.
„Raus hier! Rau…argh -“
Ein erstickter Schmerzenschrei.
„Anderson!“ Murphys entsetzte Stimme.
„Captain, melden sie sich! Statusbericht!“ Rymon rastete fast aus. Er ließ seine Faust auf das Terminal vor sich niedersausen.
„Werden überrannt…überall…Kontakte“, die Stimme von Murphy klang gedämpft, während im Hintergrund weitere Schüsse knallten.
„Soldat, bewegen sie ihren Arsch da raus! SOFORT!“ schrie Rymon in das Mirkofon auf dem Terminal vor sich.
Die Übertragung kam nur noch abgehakt an:
„… der Captain… tot! Q …hinter dir!“
Schüsse.
„Raus hier! Schnell… Young … pass auf… pass – NEIN!“
Ein Schrei.
Erneute Schüsse.
Ein Zischen.
Ein nicht menschliches Brüllen.
Stille.
Rauschen.
18. Grüne Zone; A1 -30 / Militärgelände im Jahre 3044 n. Chr. 23 November 18 . 50 Uhr.
Die hölzerne Klinge fiel ihr aus der zitternden Hand.
Schwer atmend und mit weichen Knien ließ sich Leila auf die Erde nieder. Der Schweiß floss ihr in Strömen über den Körper, das lange Haar klebte an ihrem Kopf und Anzug und ihre Glieder schmerzten.
„Warte… Baker! Hör auf… ich kann nicht mehr… ich kann nicht…“, schnaufend legte sich Leila mit dem Rücken auf den Boden, ihr Brustkorb hob und senkte sich hektisch.
„Meinst du, die Dämonen warten bis du wieder zu Atem gekommen bist?“ fragte die tiefe, unzufrieden klingende Stimme von Grizzly.
„Nein“, stieß Leila keuchend hervor, „ aber du. “
Die junge Frau stützte sich auf ihre Ellebogen und blickte den Hünen an, der keine zwei Meter vor ihr stand und sich wie ein Berg vor ihr erhob.
Sie setzte ein liebliches Lächeln auf und fragte gespielt entsetzt: „Du würdest mich doch nicht angreifen, wenn ich so hilflos auf dem Boden liege… oder? Papa Bär. “
Der ernste Ausdruck von Bakers Gesicht verschwand und er betrachtete die junge Frau mit einem tadelnden, jedoch gutmütigen Blick.
„Nein… natürlich nicht, aber dein unschuldiger Mädchenblick wird die Dämonen nicht aufhalten…. “
„Wer weiß“, grinste Leila, „hilfst du mir hoch? Bitteeeee!“
Schnaufend warf Baker sein Übungsschwert beiseite und trat auf Leila zu, die ihn frech angrinste.
Eine Pranke packte die junge Frau und sie schrie überrascht auf, als der Hüne sie hochhob und über seine Schulter warf. Dann machte er sich mit der wild zappelnden Leila auf den Weg zur Kaserne.
„Hey… lass mich runter! Du bist ein böser, dummer Bär!“
Baker grunzte belustigt auf, ohne Leilas Forderung zu beachten. Wild schlug Leila auf den Rücken des Riesen ein, doch der schien das nicht mal zu spüren.
Eine lachende Stimme erklang neben ihnen:
„Hey Baker! Lässt du mir von dem Happen etwas übrig?“ die Stimme gehörte Hunt. Leila stützte sich mit ihren Händen auf Bakers Rücken ab und verdrehte ihren Kopf, sodass sie den Aufklärer sah, der in Begleitung von Tommy auf sie zukam. Tommys Lächeln wirkte etwas gezwungen, seine zusammengerückten Augenbrauen straften seinem gespielt fröhlichen Gesichtsausdruck lügen. Leila grinste in sich hinein, da vernahm sie Bakers tiefes Brummen: „Mal sehen, viel ist aber nicht dran.
“
„Hey… keiner wird mich fresse! Weder Bär noch Kätchen! Lass mich runter du… huch!“
Plötzlich wirbelt sie durch die Luft und stand wieder auf den Füßen.
„Na endlich hörst du -“ setzte sie zufrieden an, bis eine barsche Stimme hinter ihr erklang.
„Baker, Hunt, was geht hier vor?“ Leila wirbelte um die eigene Achse und die Röte schoss in ihre Wangen, als sie C.
L. Jackson auf die kleine Gruppe zukommen sah.
„Oh, oh“, murmelte sie und versteckte sich schnell hinter Baker, der mit gleichgültigem Gesichtsausdruck dem Captain entgegen sah. Jackson kam vor der kleinen Gruppen zu stehen und musterte sie mit gerunzelter Stirn.
„Sind wir hier im Kindergarten, Männer?“ fragte er beißend.
„Nein, Sir“, kam es aus Hunt und Bakers Mund gleichzeitig.
„Dann verhalten sie sich auch nicht so und jetzt marsch unter die Dusche, ihr stinkt bis zum Himmel.
In 30 Minuten ist Einsatzbesprechung. “
„Jawohl, Sir!“
Schnaubend wandte sich der Captain ab und schritt mit schnellen Schritten davon.
„Hat der eine Stimmung“, flüsterte Leila, die hinter Bakers Rücken hervor spinkste. Die Männer setzten sich in Bewegung und Leila folgte ihnen eilig.
„Stimmt, normalerweise hätten wir jetzt noch ein paar Strafaufgaben aufgebrummt bekommen, er muss wirklich in guter Stimmung sein“, meinte Hunt fröhlich, als sie die Kaserne erreichten.
Guter Stimmung? Meinte eigentlich das Gegenteil…
In der Eingangshalle der Kaserne traf die Gruppe auf den Doc und Crash, die sich ihnen anschlossen. Gemeinsam schlenderten sie zur Dusche und Leila, in ein Gespräch mit dem Doktor vertieft, wäre beinahe mit in die Dusche hinein gegangen. Erstarrend blieb sie jedoch an der Eingangstür stehen, als sie innen die vielen nackten Männer erblickte.
„Ups!“ brachte sie gerade noch heraus, dann huschte sie eilig von der Tür weg und streckte dem breit grinsenden Hunt die Zunge raus.
„Willst du nicht mit uns duschen, Leila?“ fragte Crash grölend. Fast panisch schüttelte die junge Frau ihren Kopf, drehte sich um und rannte zu ihrem Zimmer. Hinter ihr erklangen die belustigten Stimmen der Männer.
So weit kommt es noch…
Unentschlossen setzte sich Leila auf ihr Bett und rümpfte die Nase, als ihr der Geruch ihres Schweißes in die Nase stieg.
„Und jetzt? Soll ich so zur der Besprechung gehen?“ murmelte sie vor sich hin und entschied sich dann dafür, wenigstens den Anzug zu wechseln und ein Parfüm aufzutragen.
Nachdem sie sich umgezogen hatte und den eigenen Körpergeruch so gut es eben ging überdeckt hatte, machte sie sich schon mal auf den Weg zu dem Besprechungsraum. Sie wusste zwar nicht welchen der Räumen sie benutzen würden, aber untätig in ihrem Zimmer rum sitzen wolle sie auch nicht.
Schließlich half Cabell ihr. Sie traf den Feldfunker auf dem Gang, der zu den Besprechungszimmern führte. Erleichtert grüßte sie ihn:
„Hallo Cabell! Weißt du wo wir uns nachher für die Einsatzbesprechung treffen?“
Der Mann drehte sein schönes Gesicht ihr zu und lächelte sie an.
„Aye!“
„Kannst du mich dahinführen?“
„Aye. “
Grummelnd ging Leila neben dem seltsamen Kauz her, dann konnte sie ihre Neugierde nicht länger zügeln.
„Sag mal… kannst du auch noch etwas anderes sagen außer >Aye<?“
Ein Grinsen stahl sich auf Cabell Gesicht.
„Klar, wieso?“ fragte er mit ruhiger Stimme. Leila war so überrascht, dass sie stehen blieb und den Feldfunker anstarrte.
Cabell ging noch zwei Schritte, dann drehte er sich zu der jungen Frau um und lachte auf, als er ihren erstaunten Gesichtsausdruck sah.
„Tu nicht so überrascht, hast du wirklich geglaubt ich kann nur >Aye< sagen? Jetzt komm“, kopfschüttelnd setzte er den Weg fort. Schnell eilte Leila hinter ihm her und als sie wieder an seiner Seite angekommen war sagte sie betont lässig:
„Aye. “
Kaum hatten die beiden den Besprechungsraum betreten, da blieb Leila schon wieder wie vom Blitz getroffen stehen und starrte mit aufkeimender Furcht auf den Captain, der sich gerade mit einer ganz bestimmten Person unterhielt.
Oh Nein!
Cabell hatte ihre Reaktion nicht bemerkt, sondern schlenderte, dem Captain und Demon zunickend, an den beiden Männern vorbei und setzte sich auf einen der freien Stühle im Raum. Leila atmete kurz durch, richtete den Blick auf den Boden und folgte Cabell. Mucksmäuschenstill ließ sie sich neben ihm nieder und betrachtete interessiert das Bodenmuster.
Es dauerte noch gut fünfzehn Minuten, in denen Leila nichts interessanter fand, als den Boden zu inspizieren, bis die restlichen Mitglieder der Schwarzen Mamba nach und nach eintrudelten.
Tommy war in eine Unterhaltung mit Hunt, der erstaunlicherweise mal nicht lächelte, vertrieft, als sie den Raum betraten. Sie blieben noch ein paar Minuten neben dem Eingang stehen und redeten miteinander. Leila konnte kein einziges Wort verstehen, obwohl sie darauf brannte zu erfahren, was die beiden solange besprachen. Schließlich blickte sich Tom kurz um und hielt dann auf Leila zu. Er setzte sich neben sie, während Hunt vom Captain abgefangen wurde.
Tommy blickte Leila nicht an, er schien in Gedanken versunken. Es hatten sich zwei kleine Falten auf seiner Stirn gebildet und seine Finger trommelten nervös auf seinem Oberschenkel.
Leila betrachtete das hübsche Gesicht des jungen Mannes und griff dann zaghaft mit einer Hand zu ihm rüber. Vorsichtig legte sie ihre Handfläche auf die unruhigen Finger, umfasste seine Hand und drückte sanft zu.
„Alles… ok?“ fragte sie leise, etwas besorgt.
„Ja, alles in Ordnung“, murmelte der Mann und entzog ihr seine Hand.
Verwirrt ließ Leila ihren ausgestreckten Arm sinken.
Von wegen alles in Ordnung!
Als nächstes trat Crash und T-Jack ein, sie setzten sich auf die andere Seite der Stuhlreihe und steckten die Köpf zusammen. Baker und der Doc waren die letzten Ankömmlinge. Der Doc setzte sich neben Crash und schloss somit die Lücke zwischen den beiden Gruppen.
Baker pflanzte sich direkt hinter Leila auf einen Stuhl, den er sich heran zog. Der Hüne beugte sich zu ihr und flüstere:
„Wir haben dich beim Duschen vermisst. “
„Oh, dass tut mir leid, dann musstet ihr euch gegenseitig befummeln anstatt mich?“ fragte sie gereizt und schnitt eine Grimasse. Baker verzog das Gesicht zu einem gezwungenen Grinsen, ehe er sich, als er Leilas Stimmung bemerkte, in seinem Stuhl zurück lehnte und die Augen viel sagend verdrehte.
Verstohlen schielte Leila zum Captain, der sich jetzt nur noch mit Hunt unterhielt. Henderson stand nicht mehr bei ihnen. Beunruhigt ließ Leila den Blick durch den Raum schweifen und erkannte Demons Gestalt hinter Crash und T-Jack. Ihr Kopf ruckte wieder nach vorne und heftete sich an das Gesicht des Captain, der Hunt aufmerksam zuhörte.
Immerhin ist eine Front geklärt, nur was hat Tommy bloß?
Es schmerzte Leila, dass er sich ihr nicht anvertraute, sondern lieber alleine mit seinem Problem(en?) blieb, aber vielleicht wollte er auch nicht vor den anderen mit ihr darüber reden?
Die sich räuspernde Stimme des Captain riss Leila aus ihren Gedanken und es wurde augenblicklich still im Raum.
Die junge Frau hatte noch nie jemanden kennen gelernt, der soviel Autorität ausstrahlte wie Jackson.
Wer kann schon einen Raum voller flegelhafter Männer mit nur einem Räuspern zum Schweigen bringen?
„Guten Abend, Soldaten“, sagte Jackson laut und wandte sich dann an Hunt, der immer noch neben ihm stand: „Wie haben sich die beiden Neuzugänge gemacht?“
„Sehr gut, sowohl Viper wie auch Leila werden in das Team unschätzbaren Wert bringen.
“
Leila fühlte sich geschmeichelt und warf Tommy einen erfreuten Blick zu, doch der junge Mann starrte immer noch gedankenverloren vor sich hin. Leilas Lächeln erstarb und Sorge überzog ihr Gesicht vom Neuen.
„Gut, damit hatte ich gerechnet. Dann wollen wir jetzt mal unsere nächste Mission besprechen“, der Captain nickte Hunt dankend zu, woraufhin sich der Aufklärer neben Baker setzte.
„Unsere nächste Mission führ uns über den Ozean nach Frankreich.
“
Frankreich? Wo liegt das denn…
Leises überraschtes Gemurmel erklang und Leila hörte Baker erstaunt zu Hunt flüstern:
„Frankreich? Dort waren wir schon ewig nicht mehr, was ist mit A6 los?“
„Ruhe! Hört zu Leute, ich wiederhole mich nicht. Folgendes ist passiert. “
Jackson drehte sich zur Wand, in dessen Richtung sie alle schauten. Leila viel jetzt erst auf, dass in die Wand ein großer Bildschirm eingelassen war, den Jackson nun anschaltete.
Der Bildschirm flackerte kurz, dann zeigte er eine ihr unbekannte Landkarte.
„Vor einer Woche ist eine unbekannte Machtquelle aufgetaucht, groß genug um eine Dämonen Präsens der F-Stufe darzustellen. “
Jackson zeigte auf einen Punkt an einer Küste und die Karte zoomte heran, bis Leila Wälder, Städte und Berge erkennen konnte. Der farbige Punkt befand sich mitten in einer Ortschaft.
Cabell zog scharf Luft ein und auch Leila stockte der Atem.
F… ein F- Dämon?! Oh Gott!
„Unsere Aufgabe besteht darin herauszufinden was dort vor sich geht und die Machtquelle zu identifizieren. Nur identifizieren, kein Eingreifen – verstanden Baker?“
„Klar… mit einem Dämon von solcher Größe will ich mich auch nicht gerade freiwillig schlagen, mit denen ist nicht gut Kirschenessen“, grummelte Grizzly verdrießlich.
„Gut. Also, wir fliegen morgen früh um Punkt 4 .
00 Uhr los, geht heute also zeitig ins Bett, damit ihr morgen ausgeruht seid. Wir erreichen das Zielgebiet ca. 3 Stunden später. Dies wird kein Kampfeinsatz, wir sind nur zu Aufklärung dort… ja, Crash?“
Smith räusperte sich.
„Ähm, Sir, wieso kümmert sich A6 nicht um diese… Quelle?“
„A6 hat sich mit uns in Verbindung gesetzt, da ihre Teams vollkommen ausgelastet sind. Den Grund zeige ich ihnen nun“, der Captain drehte sich zum Bildschirm und betätigte einen weiteren Knopf.
Die Landkarte zoomte wieder heraus und ein anderer heller Fleck entstand auf der Karte, dann noch einer, noch einer… immer mehr Flecken bedeckten die Karte, sodass es am Ende gut Zwanzig waren.
„Neben der Machtquelle, welche uns zugeteilt wurde, sind noch 21 weitere entstanden. Am selben Tag, zur selben Stunde. “
„Hat man so eine Quelle schon ausgespäht?“ fragte Hunt interessiert.
„Nein.
Zwei Teams hatten Kontakt, doch die Quellen verschwanden bevor man etwas Genaueres feststellen konnte… jedoch traten sie schon bald ein paar Meilen weiter entfernt wieder auf. Es ist als spiele jemand Katze und Maus mit uns. “
„Mit welcher Feinddichte müssen wir rechnen?“ fragte Doc nachdenklich.
„Da sich die Quellen meistens in Ortschaften etwas abgelegen von den Krisengebieten aufhalten, gehen wir von Dämonensklaven oder niederen Dämonenkriegern aus“, erklärte Jackson.
„Das kling nicht allzu schwer“, murmelte Baker und Leila meinte etwas Enttäuschung in seiner Stimme zu hören.
Ich will gar nicht wissen, was er sich erhofft hat…
„Es wird riskant genug. Sollte etwas schief gehen lautet unsere Devise: Rückzug, kein Risiko. Gibt es noch Fragen Männer?“
„Was ist, wenn es sich bei der Quelle wirklich um einen Dämon der F-Klasse oder ähnlicher Größe handelt?“ fragte T-Jack.
„Dann heißt es Informationen sammeln, zurückziehen und auf weitere Befehle von der Kommandozentrale warten. Sonst noch eine Frage?“
Schweigen.
„Gut. Wegtreten, Soldaten. “
Stühle wurden zurückgeschoben und allgemeines Gemurmel entstand, als die Männer über ihren kommenden Einsatz diskutierten. Noch ehe Leila aufgestanden war, merkte sie, dass Tommy nicht mehr neben ihr war. Sie schaute sich suchend um und sah den Rücken des jungen Mannes, wie er gerade durch die Ausgangstür verschwand.
Enttäuscht, sehnsüchtig und verletzt ließ sich Leila wieder auf den Stuhl fallen und blickte auf die leere Tür, in der Hoffnung Tommy würde zurückkommen.
Was hat er…habe ich was falsch gemacht? Wieso schmerzt mein Herz so…
„Hey Leila, kommst du mit uns in die Kantine zum Abendessen?“ wandte sich Baker an sie, der neben ihr stand. Die junge Frau hatte gar nicht bemerkt, wie er zu ihr getreten war.
„Nein Danke, Baker. Ich… habe keinen Hunger und außerdem muss ich auch noch unter die Dusche“, murmelte sie, wobei ihre Gedanken und Gefühle jedoch ganz woanders weilten.
„Mhm, schade. Dann bis später“, brummte Baker und verließ mit den anderen den Raum. Leila blieb alleine zurück und stand dann schließlich seufzend auf.
Wenn er nicht mit mir redet, ist er selbst schuld!
18.
Grüne Zone; A1 -30 / Militärgelände im Jahre 3044 n. Chr. 23 November 18 . 56 Uhr.
Leila trottet mit schwerem Herzen in ihr Zimmer und suchte sich lustlos die nötigen Sachen zum Duschen raus. Tief in Gedanken betrat sie die Dusche, vergewisserte sich, dass sie alleine war und zog sich aus. Sie fror und wusste nicht ob es wegen der Kühle in dem Raum oder der unangenehmen Kälte in ihrem Herzen war.
Schnell drehte sie das Wasser auf die Richtige Temperatur und stellte sich unter das warme Element.
Ein wohliger Seufzer kam über ihre Lippen, als das Wasser sie wärmte und der ganze Schweiß und Dreck des nun langsam zur Neige gehenden Tages von ihrem Körper gespült wurde.
Tommy…Tommy…
Leila schluchzte, schloss die Augen und ließ das Wasser über sich laufen.
Vor ihrem inneren Auge erschien ein lächelndes Gesicht, auf dessen Kopf blonde Haare sprossen.
Tom McKarsy… was machst du mit mir…
„Hallo, Leila. “
???
Die junge Frau riss ihre Augen auf und starrte erst verwirrt, dann erschrocken auf den Mann, der an der Wand nahe der Tür des Duschraumes lehnte und sie mit gierigem Blick betrachtete.
Hektisch verdeckte Leila ihre Blöße und wollte einen Schritt zurückweichen, doch die harte Wand hinter ihr vereitelte das Vorhaben.
„T-Jack! Was machst du hier?!“
„Oh“, er stemmte sich von der Wand ab und schlenderte langsam in ihre Richtung, „ich habe mich gefragt, ob du mir noch mal so eine tolle Show bieten würdest wie heute morgen, leider scheinst du jedoch bedauerlicherweise nicht in der Stimmung zu sein. Da dachte ich mir, ich helfe etwas nach. “
Heute morgen? Wovon redet der?
„Bleib stehen! Komm nicht näher, verschwinde! Los, raus hier!“
T-Jack blieb tatsächlich stehen.
Er verschwand aber nicht, sondern grinste sie an.
„Hey Leila, dies hier ist eine Allgemeindusche, du verstehst das Wort >allgemein< doch oder geht es nicht in deinen hübschen Schädel hinein, hm?“
„Bitte… geh…“, flüsterte Leila ängstlich. Plötzlich fiel ihr ein, was der Techniker mit >morgens< gemeint hatte.
„Duhast mich schon heute Morgen beobachtet?! Du Schwein!“ zischte sie empört und wütend. T-Jack hob entschuldigend die Arme.
„Entschuldige, Süße, aber ich wollte nur duschen und konnte ja nicht ahnen, dass du dann gerade hier sein würdest und an deiner Möse rumspielst. “
Leila schwieg, die Röte in ihren Wangen brannte und das Wasser, welche weiterhin über ihren Körper rann, fühlte sich jetzt an wie tausend neckende Hände.
Langsam begann sich der Techniker auszuziehen. Perplex schaute Leila zu.
Was…
Schließlich stand T-Jack vollkommen nackt vor ihr und rieb genüsslich seinen bereits steifen Penis.
Lauf… beweg dich… lauf aus der Dusche… Leila!
Wie erstarrt blieb die junge Frau jedoch stehen und starrte auf den harten Schwanz, der auf sie zukam, als der Mann noch zwei Schritte näher trat und nun beängstigend dicht vor ihr stand.
„Bitte… bitte nicht… geh. “
„Psssst… meine Schöne“, flüstere er, „lass uns doch etwasgemeinsamduschen. “
Nein! Niemals!
Endlich konnte Leila ihre Beine wieder bewegen.
Sie machte einen Satz zur Seite und versuchte an dem Techniker vorbei zu kommen. Der Mann reagierte blitzschnell. Ein Arm umfasste die Taille der jungen Frau und zog sie an den nackten Körper ihres Peinigers.
Leila schrie überrascht auf und versuchte sich loszureißen, doch der muskulöse Arm hielt sie problemlos umfasst, sodass Leila keinen Millimeter an Freiheit gewann. T-Jacks harter Schwanz drückte sich gegen ihren Arsch…
… und plötzlich trat T-Jack einen Schritt zurück.
Leila atmete erleichtert auf und drehte sich zu dem Mann um. Ein zuversichtliches Lächeln überzog das Gesicht des Mannes. Er ging langsam rückwärts und stellte sich unter Leilas immer noch laufende Dusche.
Verwirrt und ängstlich starrte Leila auf den Mann, der sich nun in aller Ruhe zu waschen begann. Langsam setzte Leila einen Fuß hinter den anderen, immer ein Stückchen näher zur rettenden Tür.
„Wo willst du denn hin?“ fragte die ruhige Stimme von T-Jack.
„Raus hier!“ stieß Leila hervor, drehte sich blitzschnell um und eilte zur Eingangstür.
Ein Summen stieg in ihr Ohr und dann T-Jacks nächsten Wort:
„Stopp, Leila. “
Schlagartig hielt die junge Frau an.
Die Gedanken an die Flucht waren wie fortgeblasen.
Die Angst verging.
Die Scham war weg.
Verwundert durchsuchte Leila ihren Geist nach ihrem Widerstand. Er blieb verschwunden. Erneut erklang dieses Summen, welches von ihrem Arm zu kommen schien. Leila hob ihn hoch und starrte auf ihren POD, auf dessen Seite ein kleines rundes Plättchen klebte und dieses Summen ausstieß.
„Oh…was ist das?“ hörte sich Leila überrascht fragen.
„Das…“, T-Jacks Stimme klang jetzt ganz nah hinter ihr, „…das ist ein kleines, sehr nettes Gerät, mit dessen Hilfe ich deinen POD hacken kann, Süße.
Und du willst nicht wissen, was ich alles dort drin gefunden habe. “
„Ich versteh nicht“, murmelte Leila. In ihrem Bauch begann es zu kribbeln und dann war sie wieder da…
Nein… bitte nicht…
… die Hitze schoss durch ihren Körper, so heftig, dass Leila wankte und sich gerade noch an der Wand nahe der Ausgangstür abstütze konnte.
„Oh…oooh.
“
„Ich weiß“, flüsterte T-Jack, „aber es gefällt dir, oder?“
Nein…nein… doch…
„Ja…“, stöhnte sie auf und schloss bei der nächsten Hitzewelle genießend die Augen. Eine warme Hand umfasste die ihre und zog die bereitwillig hinterher wankende Frau zurück zu der immer noch Wasser verspritzenden Dusche.
„Ich finde es sehr nett von dir, Leila, dass du mit mir duschen willst, du willst doch oder?“
„Ja… ich will“, nuschelte L-1 verlegen und ihre Hand tastete sich vorsichtig zu dem immer harten Glied des Mannes.
Sie umfasste den Schaft, erschauderte vor Lust und begannen ihn zu wichsen. T-Jack stöhnte auf und trat mit L-1 im Schlepptau wieder unter das Wasser, welches erfreut die beiden Körper einverleibte. Sanft drehte T-Jack die erregte Frau herum, sodass sie auf die Wand starrte.
„Heb deine Hände und stütz dich an der Wand ab… ja, genau so. Jetzt streck mir deinen geilen Arsch entgegen, damit ich deine Fotze von hinten ficken kann“, gab die immer noch ruhige Stimme des Technikers nun den Ton an.
„Hmmm ja…“, kam es von L-1 . Sie machte ein Holkreuz und drückte T-Jack ihren Hintern entgegen.
„Gut… sehr sexy… und nun schau über deine Schultern und bitte mich“, flüsterte T-Jack.
Leila tat wie ihr befohlen…
Was mach ich hier…
… und blickte den Mann mit großen Augen an.
„Was bitten?“ fragte sie leise.
„Du weiß was. “
„Ja… ich weiß es“, nuschelte sie und drückte ihr Kreuz noch etwas mehr nach vorne, „nimm mich… fick mich, stoß mir deinen harten Schwanz ganz tief rein“, flehte Leila und wackelte mit ihrem Arsch.
Ein Schmerz durchzuckte sie, als der Techniker ganz dicht zu ihr trat, wobei sein Schwanz sich in ihre Arschritze drückte, und ihre langen Haare mit einer Hand umschloss und hart nach hinten zog, sodass Leilas den Kopf in den Nacken legen musste.
Seine Lippen bewegten sich ganz dicht neben ihrem Ohr.
„Bettel mich an, los!“
Keuchend entwich Leila der Atem und sie brachte unter Stöhnen hervor:
„Fick mich, bitte! Fick mich… Jack… bums mich durch. “
Tommy… was mach ich hier… Tommy!
„Gut… wenn du es nicht anders willst, soll niemand nachher sagen, dass ich dich vergewaltigt habe“, T-Jack lachte auf und drückte sein Becken langsam vor.
****
Ortswechsel nur für das Zwischenspiel:
Dr. Grom stand von seinem Platz auf und ließ seinen Blick über die am Tisch versammelten Männer schweifen.
„So ist die Lage. Die Frage ist nun, wie wir auf diese neue, leider immer noch unbekannte Bedrohung reagieren sollen. “
Es trat ein Moment der Stille auf, ehe einer der uniformierten Männer das Wort ergriff.
„Ich bin der Meinung, wir schießen ein paar TN-Raketen ab und bomben den Fels in tausend Stücke!“
Ein paar Männer stimmten dem Vorschlag murrend zu.
„Keine gute Idee“, Dr. Grom schüttelte den Kopf, verschränkte die Hände hinter dem Rücken und schlenderte, während er redete zur Fensterseite des Raumes, an der er stehen blieb und hinaus in die Dunkelheit starrte, „da wir nicht wissen um was es sich hierbei handelt, könnten wir damit noch alles viel schlimmer machen als es jetzt schon ist.
“
Er drehte sich wieder zum Tisch. Die Gesichter waren ihm zugewandt und so fuhr er fort, während er die Fensterseite runter schritt.
„Der letzte Scan ergab eine solche Dichte an Quellen, wie wir sie sonst noch nirgends entdeckt haben. Wenn der missglückte Einsatz der ElitetruppeTeam41der Auslöser für die Dämonenaktivität ist, dann will ich gar nicht erst wissen was ein Raketenangriff auf das Objekt für Folgen haben könnte“, er stockte kurz und schlenderte zurück zu seinem Stuhl, „möglicherweise löst es eine Invasion aus? Wer weiß das schon.
Wollen Sie das Risiko auf sich nehmen, Hauptmann Westwood?“
Der angesprochene murrte irgendwas vor sich hin, beließ es aber dann bei einem Kopfschütteln.
„Hat man eigentlich noch ein Lebenszeichen vom Team41 entdeckt?“ fragte ein anderer Mann interessiert.
„Nein, wir müssen davon ausgehen, dass wir das Team verloren haben. Jedoch sind zwei Drohnen auf dem Weg dahin, die diese Vermutung überprüfen werden. “
„Und was schlagen Sie nun vor, Sir?“ die Stimme von Rymon klang ungehalten.
Er merkte, dass Grom auf etwas ganz bestimmtes hinaus wollte. Und er behielt Recht. Der Doc tat so, als grüble er einen Moment über diese Frage nach, obwohl er schon genau wusste was er wollte:
„Ich denke, wir sollten die achte und neunte Division von der Front abziehen und nach Alaska verlegen. Wir müssen diesen Felsen in unseren Besitz bringen, koste es was es wolle!“
Rymon musste erstmal seine Überraschung überwinden, ehe er lospolterte:
„Sind Sie wahnsinnig, Grom? Sie wollen wirklich Zwanzigtausend Soldaten von der Front, auf der wir täglich hunderte Verluste erleiden, abziehen und in eine Rote Zone verlegen, in der es von Dämonen nur so wimmelt? Habe ich das richtig verstanden?“
„Ja, General, Sie haben mich richtig verstanden, genau das ist mein Vorschlag.
“
„Und wenn wir dort zwei Divisionen hinschicken, wird es keine Invasion auslösen?“
„Das kann ich ihnen nicht sagen, jedoch ist der Fels und alles was er an Vorteil zu bieten hat dann in unserer Gewalt und nicht zerstört. Außerdem ist der Prototyp des mobilen Schlachtfeldschutzschilds zum Einsatz bereit und dies wäre doch eine hervorragende Möglichkeit die Effektivität des Schildes zu testen, meinen Sie nicht auch?“
Rymon lachte auf, doch es klang nicht erfreut.
„Dann dürfe Sie auch derjenige sein, der diese verrückte IdeeIhmvorschlägt. Ich stimme jedenfalls Westwoods Idee zu, wir sollten das Scheißding hochgehen lassen. “
Der Doc seufzte und wollte noch etwas erwidern, als sich die Tür zum Besprechungsraum öffnete und ein Mann in Begleitung zweier Soldaten den Raum betrat.
Wenn man vom Teufel spricht,dachte sich Grom und wandte sich an den Neuankömmling.
„Mr. Präsident, schön, dass Sie uns ihren Besuch abstatten. “
„Sparen Sie sich die Schleimereien Grom, sagen Sie mir lieber was Sie gegen diesen Felsen unternehmen wollen. “
****
„Leila!“
Die Stimme war ihr fremd und glich vom Ausdruck her der Stimme des Captain, nur, dass in ihr die Wut der Strenge den Vorzog gab.
Verwirrt lauschte die junge Frau, während T-Jacks Gewicht weiterhin gegen ihren Hintern drückte und der heiße Schwanz des Mannes sich zwischen ihren Arschbacken hindurch drückte und sich ihrer nassen Möse näherte.
Im nächsten Augenblick war das Glied jedoch fort und das Gewicht von T-Jack ebenfalls.
„Baker, kümmre dich um sie!“ wieder diese berauschende Stimme.
Enttäuscht wollte sich Leila umdrehen und sich den geilen Schwanz wieder holen, da packten sie zwei große Hände und kurz darauf lag Leila an Bakers breiter Brust. Die junge Frau wurde aus der Dusche in die Richtung ihres Zimmers getragen und kuschelte sich an den Hünen.
„Baker“, nuschelte Leila zitternd von der nassen Kälte um sie herum und streichelte das kantige Gesicht des Hünen, wobei ihre andere Hand den muskulösen Arm des Riesen erkundete.
„Baker…. “
„Kindchen, du bist nicht du selbst, lass den Blödsinn“, brummte der Bär und betrat Leilas Zimmer. Vorsichtig legte er die junge Frau auf das weiche Bett, auf dem sie sich lasziv zu räkeln begann und den großen Nahkämpfer voller Verlangen anblickte.
Gerade wollte Baker den nackten, schönen Körper der jungen Frau zudecken, als sein Blick auf das kleine Plättchen an Leilas POD fiel. Mit aufkommender Wut riss er das Plättchen ab und warf es in eine Ecke des Zimmers.
„Dieser… Idiot!“
Die wärmende Decke legte sich über Leilas zitternden Körper und gleichzeitig kehrte die junge Frau aus dem Reich der Wollust wieder zurück in das Hier und Jetzt.
Was habe ich getan!
Panisch zog sich Leila die Decke bis unter ihr Kinn und starrte Baker mit weit aufgerissenen Augen an.
„Lass mich! Geh weg!“ stieß sie erschrocken aus, sodass ein entspannter Ausdruck über Bakers Gesicht huschte. Langsam stand er auf.
„So gefällst du mir schon besser“, grinste er, drehte sich um und verließ kurzerhand das Zimmer.
Auf der Türschwelle blieb er noch mal kurz stehen und murmelte ein: „Gute Nacht“, dann war er verschwunden.
Leila blickte Baker nicht hinterher, sie starrte auf die Decke über sich.
Tommy… das wollte ich nicht…verzeih… verzeih!
Eine Bewegung an der immer noch offenen Tür weckte Leilas Aufmerksamkeit. Sie drehte den Kopf und starrte den Mann, der im Türrahmen stand, beklommen an.
Diesmal hatte sie keine Angst, denn diesmal lag in seinem Blick etwas anderes, etwas, dass sie nicht beschreiben konnte.
War es Enttäuschung? War es Traurigkeit? Oder doch nur eine andere Form des Hasses?
Es vergingen ein paar Minuten, in denen sich die beiden nur stumm in die Augen schauten. Schließlich öffnete er seine Lippen, als wolle er etwas sagen, besann sich aber eines besseren und zog die Tür vor sich zu.
Die junge Frau schaute noch lange auf die geschlossen Tür und konnte nicht klar denken.
Demon…
18. Grüne Zone; A1 -30 / Militärgelände im Jahre 3044 n. Chr. 24 November 04 . 01 Uhr.
Es war dunkel und kalt, während Leila geduckt auf den großen Kampfhelikopter zu rannte.
Die riesigen Rotorblätter pfiffen bereits durch die Luft. Der Wind wehte ihr begeistert entgegen und wollte sie mitnehmen in die Lüfte.
Dementsprechend schwer musste sich die junge Frau dagegen stemmen, um sich dem sie heranwinkenden Mann in seiner hellgelben Jacke und den beiden Leuchtstäben in der Hand zu nähern.
Die Rüstung war schwer, das Gewehr lästig und das Schwert auf ihrem Rücken in ihren Augen unnötiger Ballast. Doch Baker hatte darauf bestanden, sodass Leila ihm den Gefallen getan hatte, auch wenn sie ihn jetzt bereute.
Die vor Kälte zitternden Lippen der jungen Frau verzogen sich zu einem verschmitzten Lächeln, als sie an die Blicke der Männer dachte, die sie zum ersten Mal in Kampfmontur betrachtet hatten.
Hunt hatte ihr die Rüstung gezeigt und Leilas erste Gedanke war:Die ziehe ich niemals an!
Das Oberteil der Rüstung verdeckte gerade mal die Schultern, Brüste und den halben Bauch. Die Arme und der untere Teil des Bauches blieben frei. Auf ihre Frage wieso zuckte Hunt nur mit den Schultern und mutmaßte wegen der Beweglichkeit.
Und er hatte Recht. Zwar waren die einzelnen Rüstungsteile schwerer als sie aussahen, aber sie schränkten Leilas Beweglichkeit in keinster Weise ein.
Die Hose zu der Rüstung bestand aus einem dicken Leder, das sich eng an ihre Haut presste. Dazu gab es eine Art Keuschheitsgürtel, der ihr Becken schützen sollte und umschnallbare Schutzplatten für ihre Schenkel und Schienbeine, die bis zu den dicken, aber bequemen Stiefeln reichten. Ihr Helm hatte eine ihrem Gesicht angepasste Form und obenauf zwei kleine Schwingen, die sich nach hinten entfalteten. Ein dunkelblaues Visier wird ihre Augen verdecken.
Leila war sich eigentlich sicher, dass sie in voller Montur sehr lächerlich aussehen würde, doch die anerkennenden Pfiffe der Männer, die alle wie bedrohliche und unbewegliche Roboter in ihren Ganzkörperrüstungen aussahen, bewiesen das Gegenteil.
Erleichtert erreichte Leila den Helikopter und ergriff dankbar Carters ausgestreckte Hand, die sie hinein hievte. Die junge Frau setzte sich neben Tommy, der in seiner Rüstung noch am besten aussah – fand Leila. Hinter ihr eilte nun Baker als letztes zum Helikopter. Leila hatte aber nur Augen für Tommy. Der hatte nämlich, sobald sich Leila hingesetzt hatte, ihre Hand gegriffen und drückte diese durch die Handschuhe. Leila musterte sein Profil.
Er schaute sie nicht an, sondern starrte immer noch distanziert nach vorne. So rückte Leila etwas näher an ihn und umklammerte seine Hand mit ihrer, damit er sie nicht zurückziehen konnte.
Mein Gott… ich benehme mich wie ein Teenager…
Bakers bulliger Körper schob sich an Leila vorbei und mit einem kräftigen Schwung warf der Doc die Tür des Helikopters zu. Sie fuhr mit einem ratschenden Geräusch in ihren Rahmen, dann verriegelte der Doc sie.
Der Lärm der rotierenden Blätter verklang zu einem leisen, angenehmen Summen im
Hintergrund.
„Alles klar. Wir können starten!“ rief Carter.
Der Captain, vorne neben dem Piloten, nickte kurz und machte eine Aufwärtsbewegung mit seiner Hand. Der Pilot, ein Mann den Leila nicht kannte, nickte bestätigend.
Die Rotorblätter beschleunigten ihren Tanz, das Summen nahm eine Stufe zu und der Heli hob langsam vom Boden ab.
Ein mulmiges Gefühl machte sich in Leila breit, doch ehe die Frau ihre anfängliche Befürchtung sie habe Flugangst bestätigt sah, verebbte das Gefühl und verschwand schlussendlich ganz. Erleichtert atmete Leila auf und blickte aus dem kleinen Fenster zu ihrer Linken. Die Lichter des Stützpunktes stachen aus der Dunkelheit und weiter hinten, hinter einer Hügelkette, schien es hell, als nahe der Sonnenaufgang. Aber das konnte nicht sein, zudem lagen die Hügel im Norden. Gerade wollte sich Leila erkundigen, was dort liege, als sich Metallplatten von außen vor die Fenster schoben und die Sicht in die Nacht verhinderten.
Leila blickte Carter, der gegenüber von ihr saß, fragend an.
„Wieso schließen sich die Fenster?“
„Wir nähern uns dem Schutzschild. Das Glas würde beim Durchbrechen des Plasmas dem Druck nicht standhalten und die Hitze würde sich hindurch fressen und uns alle verschlingen. “
„Oh, der Schild wird nicht ausgeschaltete?“
Der Doc lachte auf.
„Nein, viel zu gefährlich.
Wir fliegen hindurch. “
„Und… das ist nicht gefährlich?“
„Hmm, nein. Zwar schmelzen Lebewesen bei der Berührung des Schildes zu einem ekligen Matsch zusammen, jedoch besteht dieser Helikopter aus Titanstahl, der extra dafür entwickelt wurde durch den Schild zu dingen und die Insassen dabei unbeschadet zu lassen. “
„Oh, das wusste ich nicht. “
Der Druck um ihre Hand verstärkte sich und Leila blickte zu Tommy, der sie mit dem Anflug eines Lächelns betrachtete.
Es war nicht dieses offene Lächeln, was sie so liebte, es war ein zaghaftes, zurückhaltendes, welches die Sorgen aus seinem Gesicht nicht vertreiben konnte.
Leila erwiderte es, doch sie musste dabei nicht gerade glücklich ausgesehen haben, da Tommys Gesicht sich noch etwas mehr verdunkelte und er seinen Blick wieder abwandte.
Wenn ich doch wüsste was er hat… ich würde ihm so gerne helfen…
Das leichte vibrieren des Helis nahm zu, wurde stärker und stärker.
„Bitte anschnallen, wir passieren gleich den Schutzschild“, meldete der Pilot und Leila sah, dass sogar die Frontscheibe, durch welche sie im Helikopterscheinwerferlicht das Lilablau des Schildes erkennen konnte, ebenfalls verschlossen wurde.
„Leila, schnall dich bitte an, es wird etwas… turbulent“, bat Hunt sie ernst. Der jungen Frau fiel auf, dass Leo seit er in seine Rüstung gestiegen war nicht einmal mehr gelächelte hatte und auch Bakers sonst so gütiges Gesicht war angespannt und konzentriert.
Eilig suchte sie ihren Gurt und schnallte sich an. Dabei musste sie Tommys Hand loslassen, was sie sehr verärgerte.
Das Rumoren und Vibrieren nahm weiter zu, immer weiter, bis Leila dachte gleich lösen sich die Schrauben aus der Wand. Doch der Helikopter hielt und erreichte den Schutzschild.
Plötzlich gab es einen zischendes Geräusch, als kippe man einen Eimer Wasser in ein hoch brennendes Feuer, und der Helikopter wurde so stark durchgeschüttelte, dass sich Leila krampfhaft an einem Haltegriff klammern musste, um trotz ihres Gurtes, nicht hin und her geschleudert zu werden.
Ihre Augen wurden groß, das Zischen unheimlich laut und das Schütteln immer stärker und stärker. Angst stieg in der jungen Frau auf.
Urplötzlich war es vorbei.
Leila atmete erleichtert aus, als sich der Heli stabilisierte und sich die Stahlplatten vor den Fenstern zurückschoben.
„Schutzschild ohne Komplikationen durchquert, wir nehmen nur Kurs auf das Einsatzziel. Planmäßige Ankunft in 3 Stunden und 21 Minuten.
“
Leila schaute gespannt aus dem Fenster, noch nie war sie außerhalb der Grünen Zone gewesen. Ihre Augen huschten hier und dorthin und versuchten etwas im Dunkel der Nacht zu erkennen, schließlich lehnte sich die junge Frau enttäuscht zurück.
„Warte noch zwei Stunde, bis die Morgendämmerung beginnt. Spätestens dann siehst du noch genug“, murmelte der Doc verdrossen, der ihren aufgeregten Blick in die Dunkelheit bemerkt hatte.
„Ich weiß nicht, wie es dort aussieht… ich habe die Grüne Zone noch nie verlassen.
“
„Aber du hattest sicherlich Geschichtsunterricht und Fotos gesehen?“
„In Geschi haben wir nur über die Grüne Zone und die Anlagen, in denen wir wohnen, geredet. Und nein, Fotos nie. “
„Anlagen? Du meinst Häuser?“
„Wir nannten sie Anlagen oder Bunker“
„Mhm… na ja, wie dem auch sei: Unter uns liegt eine Ruinenstadt. Hunderte, ach was sage ich, tausende Ruinen von Häuser, Wolkenkratzern, Hallen usw.
Früher nannten die Menschen es New York. “
„Und dort haben die Menschen gelebt?“
„Sicher… Millionen, dicht auf dicht. Aber das ist schon lange her… sehr lange. “
„Hmmm… wie konnte es nur dazu kommen“, grübelte Leila laut nach, sodass der Doc und Hunt sich einen fragenden Blick zuwarfen.
„Du weißt auch nicht, wie es zu alldem hier gekommen ist? Was hat man dir denn überhaupt beigebracht?“
Leila wurde rot, sie schämte sich ihres Unwissens.
„Ähm… nichts in der Richtung, sie erzählten uns von den Gründern der Anlagen und den Kampf gegen die Dämonen. Wie es zu alledem gekommen ist jedoch nicht. “
„Mhm. “
„Erzählt ihr es mir?“
Der Doc räusperte sich, als überlege er wie er anfangen sollte. Im gleichen Augenblick erklang diese ruhige, fremde Stimme, welche Leila bereits in der Dusche vernommen hatte als T-Jack und sie….
Die junge Frau blickte in die Richtung des Ursprungs und sah Demon, der quer gegenüber von ihr auf der anderen Seite des Helikopters saß und aus dem Fenster blickte. Seine Lippen bewegten sich und heraus kamen diese wohlklingenden Wörter, die Leila sofort in den Bann schlugen.
„Der Mensch… ist schon ein seltsames Geschöpf, man kann fast sagen eine Laune der Natur. Die Geschichte der Menschheit ist eine lange, jedoch nicht sehr schöne.
Der Mensch liebt die Gewalt, ist machtbesessen und giert nach allem was er nicht hat. Und wenn er alles hat, dann ist er doch nicht zufrieden. Über jede Epoche hinweg bekämpften sich Stämme, Völker und Reiche. Ein Krieg folgte dem nächsten. So vergingen Jahrtausende. Die Zivilisationen entwickelten sich weiter und Erfindungen machten die Menschen zum höchst entwickelten Lebewesen auf diesem Planeten. Doch in keinem Bereich war der Mensch so einfallsreich wie auf dem Gebiet der Gewalt.
Immer neue Waffen wurden entwickelt und immer neue Tötungsmethoden erprobt.
Drei Ereignisse sollten die Menschheit zu dem machen, was sie heute ist: Eine vom Aussterben bedrohte Spezies.
Das erste Ereignis ereignete sich im Jahre 2024 . In dem Jahr brach der Dritte Weltkrieg aus. Zu diesem Zeitpunkt herrschten drei große Weltmächte über diesen Planeten. Zum einen Amerika, dessen Land wir Heimat nennen und über das wir gerade fliegen.
Auf der anderen Seite des Ozeans, welchen wir nachher überqueren werden, lag Europa. Frankreich war ein Land dieser Weltmacht. Weit im Osten von Europa lag Asien, die zum Beginn des Krieges die größte und bevölkerungsreichste Weltmacht war. Im Jahre 2000 noch unbedeutend und arm, entwickelte sich die Wirtschaft der Länder in Asien so rapide, dass sie bald an Reichtum und auch Entwicklungsstand den der anderen Mächte weit voraus waren. Neid kam auf, vor allem Amerika, die bis dahin die uneingeschränkte Vorherrschaft unter den Mächten innehatte, wollte ihre alte Machtposition zurück.
Asien hingegen ihre Position nicht abgeben. Und beide wollten mehr, viel mehr.
Am 3 . April 2024 erklärte Asien Amerika aufgrund eines gescheiterten Wirtschaftsabkommen den Krieg. Amerika nahm ihn bereitwillig an, zu lange schon war Asien ihnen ein Dorn im Auge, ein Geschwür, das immer mehr wuchs und wucherte und nun entfernt werden musste. Europa versucht den Konflikt zu schlichten, jedoch misslangen die Versuche kläglich. Die ersten Jahre des Krieges wurden auf den weiten Meeren zwischen den beiden Weltmächten ausgeführt und Europa blieb weitgehend unangetastet.
Doch als die verfeindeten Mächte keine Entscheidung auf dem Wasser erreichten, wurde Europa zum Mittelpunkt des blutigsten Krieges, welchen die Menschheit bisher gesehen hatte. Asien fiel von Osten in Europa ein und Amerika, in der Absicht Europa zu unterstützen, kam von Westen über das Meer. Die Länder Europas gerieten somit zwischen die Fronten.
Während in Europa eine Stadt nach der anderen vom Feuer des Krieges verschlungen wurde, merkte man im strahlenden Amerika zuerst nicht sonderlich viel vom Krieg.
Bald trafen jedoch die ersten Verlustberichte ein und tausende und abertausende Eltern und Familien standen plötzlich ohne Söhne und Väter da. Proteste gegen den Krieg wurden laut und die Regierung von Amerika musste sich etwas einfallen lassen, damit die Bevölkerung nicht aufständisch wurde. So fälschten sie Verlustberichte und bestachen die Presse. Schließlich steckte die amerikanische Regierung Milliarden in die Erforschung eines Supersoldaten, den es bis dahin nur im Fernsehen als Fiktion gab. Die Forschungen blieben jedoch ergebnislos, der Krieg wurde fortgesetzt, die Verluste überschritten überdimensionale Ausmaße, wurden jedoch von der Regierung weiterhin vertuscht.
Langsam gingen den beide Mächte die Soldaten aus, bis Asien den ersten Kampfroboter entwickelte, der den menschlichen Soldaten ersetzten sollte.
Im Jahre 2041, der Krieg tobte nun schon 18 Jahre und Europa gab es als Weltmacht zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, schickte Asien die ersten Divisionen ihrer Kampfroboter auf das Schlachtfeld. Amerika wurde innerhalb von zwei Monaten bis an die Küste von Frankreich zurückgedrängt, an der sie dank ihrer großen Schlachtschiffe ihre Position halten konnte.
Ein Stellungskrieg entbrannte.
Während Asien die gefallenen Roboter durch neue ersetzte, konnte Amerika den Verlust an Soldaten nicht so einfach ausgleichen. Ein Jahr später stand Amerika kurz vor der endgültigen Niederlage in dem einstigen Europa. Jedoch hätte Amerika niemals die Position aufgegeben, zu sehr war die Nation von Macht bessern, zu sehr von Stolz verdorben. Und so schwebten die Finger über den Knöpfen, welche einen nuklearen Krieg und damit die Apokalypse, das Ende der Welt, ausgelöst hätten.
Es geschah nicht, es kam anders.
Im Nachhinein ist nur die Frage, was besser gewesen wäre. Ich kann ehrlich gesagt nicht sagen was.
Das zweite Ereignis, welches auch den Einsatz von nuklearen Waffen verhinderte, ereignete sich im Jahre 2042 . Genau gesagt am 19 . Juni, als ein amerikanischer Biochemie-Wissenschaftler den Durchbruch in dem Supersoldaten-Desaster gefunden zu haben glaubte…
18. Washington D.
C. ; Forschungskomplex der Regierung im Jahre 2042 n. Chr. 19 Juni 00 . 21 Uhr.
„Heute ist der neunzehnte Juni im Jahre Zweitausendzweiundvierzig, genau 00 . 21 Uhr. Das Testobjekt ist ein eineinhalbjähriger Dobermann. Versuch 21 des dxE-Virus. Ich injiziere den Wirkstoff. “
Dr. John Morrison trat aus dem großen Käfig und verschloss die Tür. Gespannt blieb er stehen und blickte auf den sich nervös umschauenden Hund.
Es geschah nichts, doch der Wissenschaftler wusste, dass der Virus ein paar Minuten braucht um sein Ziel zu erreichen: Die Ausbreitung im ganzen Körper.
Eine Tür öffnete sich an der Ostseite des Raumes und eine Frau in einem weißen Kittel trat ein. Die Frau lächelte, als sie Morrison vor dem Käfig sah, und kam auf ihn zu.
„Hallo, ich habe dir einen Kaffee mitgebracht, du arbeitest schon wieder viel zu lange“, sagte sie mit vorwurfsvollem Tonfall und drückte dem dankbaren Morrison eine Kaffeetasse in die Hand.
„Danke, Lydia. Du bist ein Schatz. “
Nachdenklich nippte Morrison an seinem heißen Kaffee und runzelte die Stirn. Der Hund saß immer noch beunruhigt in der Mitte des Käfigs. Lydia verschränkte die Arme vor der Brust und betrachtete das Tier.
„Hast du ihm den Wirkstoff schon verabreicht?“
„Jap, vor zwei Minuten. “
„Glaubst du, diesmal funktioniert es?“
„Weiß ich nicht, aber ich bin ganz zuversichtlich.
Unsere neue These ist eigentlich unumstößlich, jetzt muss nur noch die Wurzel ihre Wirkung zeigen. “
„Ich hoffe, sie hat überhaupt eine. “
In dem Moment winselte der Hund und legte sich auf den Boden, als wolle er schlafen. Die Augen des Tieres schlossen sich und gespannt starrten die beiden Wissenschaftler auf den sich langsam auf und abwärts bewegenden Brustkorb des Hundes.
„Jetzt kämpft wohl sein Immunsystem gegen den Virus… leider ein aussichtsloser Kampf.
“
„Ich habe immer etwas Mitleid mit den Tieren, sie müssen furchtbare Schmerzen leiden. “
„Nein, noch nicht. Die kommen erst gleich“, erklärte John und seine Stimme klang dabei rein wissenschaftlich, er nahm keinerlei Anteil am Leiden der Tiere. Sie waren nur Versuchsobjekte, die geopfert wurden um einen höheren, sinnvollerem Ziel zu dienen: Dem überleben von Amerika.
Das Tier begann immer häufiger zu winseln und dann begann es.
Urplötzlich lag der Dobermann wie tot auf dem Boden. Die beiden Wissenschaftler hielten den Atem an.
Der Tierkörper begann zu zucken. Erst war es ein kurzes Aufflackern, dann wurde es immer mehr und mehr, bis das Tier mit allen Gliedern zuckte, als leide es an einem epileptischen Anfall. Drei Minuten vergingen, in denen die Muskeln des Hundes verrückt spielten. Danach lag er wieder still und unbeweglich auf dem Käfigboden.
„Jetzt den zweiten Wirkstoff, den Beschleuniger“, Morrison zog eine Spritze aus seiner Kitteltasche, in der eine dunkelrote Flüssigkeit schwamm. Eilig trat er in den Käfig, entfernte die Verschlusskappe der Nadel und injizierte den Inhalt. Sobald das letzte Tröpfchen im Körper des Tieres war stand John eilig auf und verließ wieder den Käfig.
Lydia hatte ihn die ganze Zeit gespannt zugeschaut und ergriff nun Morrisons Hand, als der Mann wieder neben sie trat und seinen Blick auf das Tier richtete.
Gebannt starrten die beiden auf den Dobermann, der sich nach ein paar Sekunden aufrichtete und sich umschaute. Lydia zog scharf Luft ein, als sie in die Augen des Tieres blickte. Die vorher dunkelbraunen Pupillen waren nun blutrot und blickten sie boshaft an. Der Hund fletschte die Zähne und sprang vor, auf die beiden Wissenschaftler zu. Lydia wich entsetzt zurück, während Morrison das Tier fasziniert anstarrte. Der Hund sprang gegen den Käfig und die eisernen Gitterstäbe verbogen sich leicht.
Lydia schrie erschrocken auf, doch Morrison grinste breit.
„Es hat geklappt… es hat wirklich funktioniert… los Lydia, lass die beiden Kampfhunde in den Käfig, ich will sehen wie sich unser braves Schoßhündchen schlägt. “
„John… bist du sicher?“
„Natürlich, schnell jetzt!“
Eilig umrundete Lydia den Käfig, wobei der boshafte Blick des Hundes sie verfolgten. Der Hund hatte nicht noch mal versucht, den Käfig zu durchbrechen.
Die Frau betätigte eine Winde und ein Gitter öffnete sich beim Käfig. Heraus traten zwei knurrende, durchtrainierte Bullterrier. Sie kläfften den Dobermann an und preschten los. Der Dobermann rührte sich erst kurz, bevor die beiden Tiere in erreichten, dann aber mit solcher Schnelligkeit, dass die Augen von John den Bewegungen fast nicht folgen konnten. Es erklang Jaulen und Winseln.
Stille kehrte ein und der Dobermann starrte John durch die eisernen Gitterstäbe an.
Blut bedeckte den Boden und die Gliedmaßen der zwei Kampfhunde lagen verstreut umher.
„Fantastisch… wir haben es…wirklich vollbracht, Lydia. Wir haben es geschafft“, John drehte sich zu der verunsicherten Frau und grinste sie breit an.
„Das müssen wir feiern, haben wir nicht eine spezielle Sektflasche für den Tag unseres Durchbruchs zurückgestellt?“
Lydia lächelte schwach.
„Ja, im Kühlschrank, Schatz.
“
„Wunderbar! Komm, lass uns auf unseren Erfolg anstoßen!“ eifrig zog John die Frau hinter sich her, aus dem Raum hinaus. Die ganze Zeit folgte ihnen der Blick aus zwei dunkelroten Augen.
Mit einem Knall fuhr der Korken aus der Flasche und hüpfte durch die Küche davon. Lachend schenkte John erst Lydia dann sich reichlich ein und die beiden stießen an.
„Auf unseren Durchbruch“, meinte Lydia nun, da sie das Tier nicht mehr sah, ebenfalls voller Begeisterung.
„Für Amerika“, erwiderte der Wissenschaftler und die beiden Gläser trafen sich klirrend. Als sie tranken begegneten sich ihre Blicke und kaum hatten sie die Gläser abgestellt, fielen die beiden übereinander her. John drückte seine Lippen auf Lydias und umfasste ihre Taille, während seine Zunge sich mit der ihren traf und zusammen spielte.
Schelmisch grinsend löste sich die Frau von Morrison und drehte sich um zum Tisch und beugte ihren Oberkörper etwas drüber.
„Komm, schieb mir den Kittel hoch und fick mich“, säuselte sie erregt. John konnte zu so einem Angebot nicht nein sagen und schnell hatte er seine Hose geöffnete und trat mit heraus gerecktem Schwanz hinter Lydia. Er hob ihren Kittel hoch, zog den bereits nassen Slip beiseite und drückte seinen Schwanz langsam in ihre Möse.
Lydia stöhnte auf und drückte ihr Becken seinem Schwanz entgegen.
„Ja… das fühlt sich gut an, fick mich, oh John“, stieß sie zwischen zwei Stößen hervor.
Morrison grunzte nur zur Antwort und er trieb sein hartes Glied im immer schneller werdenden Rhythmus in Lydia hinein. Ihr Stöhnen vermischte sich mit seinem Keuchen. Bald merkte John, wie es ihm zu kommen drohte.
„Lydia… ich spritze gleich ab… ich komme gleich. “
„Warte… nicht in mich spritzen, du weiß doch, ich nehmen keine Pille… spritz es mir in den Mund!“ befahl die Frau und drehte sich um, als sich Morrison aus ihr zurückzog.
„Auf die Knie“, stieß John hervor und wichste dabei seinen harten Schwanz, der von Lydias Saft feucht glänzte. Eilig hockte sich die Frau vor John und empfing den stark pulsierenden Schwanz mit ihren Lippen. Seufzend legte Morrison seine Hände auf das dichte Haar der Frau und genoss den lutschenden Mund, bis es ihm kam.
Aufkeuchend ergoss sich Dr. John Morrison in den Mund seiner Assistentin Dr.
Lydia Fetherston, die zugleich seine Geliebte war.
Morrison atmete tief durch und blickte herab auf das grinsende Gesicht von Lydia, die das Sperma bereits geschluckt hatte. Immer noch grinsend stand Lydia auf und küsste John leidenschaftlich.
„Und?“, fragte sie, wobei sie ihre Arme um seinen Hals legte und ihn eingehend betrachtete, „willst du es dem Marschall mitteilen?“
„Hmmm… noch nicht. Erstmal will ich noch einen Versuch durchführen, bevor wir damit an die Öffentlichkeit gehen.
Warte hier“, erklärte John und verließ, ohne seinen Penis wieder in die Hose zu stecken, den Raum. Lydia schaute John hinterher und sein immer noch halbsteifer Schwanz machte sie wieder ganz geil. Vor sich hinlächelnd hockte sich die Assistentin auf den Tisch und spielte an ihrer nassen Möse herum, bis John wieder erschien. Bei dem erregenden Anblick, den die Frau ihm bot stellte sich sein Schwanz langsam wieder auf.
„Na was haben wir denn da… da will ja schon wieder jemand“, flüsterte Lydia zu John, als dieser vor ihr zu stehen kam und gierig umschlossen Lydias Beine die Hüfte des Mannes und zogen ihn zu sich.
Morrisons Schwanz drückte sich gegen ihre Scham, drang aber nicht ein.
„Na los… nimm mich, ich bin dein“, gurrte sie verführerisch und der Mann war ihr erlegen. Langsam schob er seinen Schwanz wieder in ihre Fotze, wobei er Lydia zwei gefüllte Spritzen vor ihr erregtes Gesicht hielt.
„Was willst du damit?“ fragte sie und zog ihn bei seinen Stößen immer wieder mithilfe ihrer Beine noch härter zu sich, damit er sie stärker fickte.
„Ich werde jetzt den ersten Test am Menschen durchführen…“, murmelte er und die willenlose Frau stöhnte auf, als der Schwanz immer wieder in ihre Möse hämmerte.
„Warte… lass uns erst… vögeln“, keuchte Lydia und schloss die Augen. Morrison bumste Lydia mit regelmäßigen Stößen, aber er war mit seinen Gedanken woanders. Mechanisch befriedigte er seine Geliebte, öffnete mit einer Hand jedoch die Sicherheitskappe der ersten Spritze und setzte sie an seinem Arm an.
Noch zweimal rammte er seinen Schwanz in die wollüstige Frau, dann hielt er sie mit seinem Gewicht nieder gedrückt und injizierte sich selber den Virus.
Auflachend warf er die leere Spritze fort und zog seinen Schwanz langsam aus seiner Assistentin. Dann stieß er sein Becken ruckartig nach vorne, was ein zustimmendes Stöhnen von Lydia zur Folge hatte.
Es begann überraschend schnell, fiel schneller als bei dem Köter.
Der Schmerz war so heftig, dass John aufschrie und zurücktaumelte. Lydia zuckte bei dem Schrei zusammen und riss die Augen auf. John war auf die Knie gesunken und sein Körper wurde von Krämpfen geschüttelt.
„John?“ panisch sprang Lydia vom Tisch und wollte sie neben dem zuckenden Mann hocken, doch dieser schlug wild um sich, sodass die Frau sich schnell in Sicherheit bringen musste. Angst und Verwirrung spiegelten sich auf ihrem Gesicht und sie wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte.
Da fiel Lydias Blick auf die leere Spritze, welche langsam über den Boden rollte. Im gleichen Moment hörten die Krämpfe auf und Morrison lag still.
„Oh, du verfluchter Bastard!“ schimpfte Lydia los, hockte sich neben den Mann und schüttelte ihn.
„Komm zu dir, John!“
Aber der Mann rührte sich nicht. Die Furcht ihn zu verlieren schien die Frau zu überwältigen und mit zitternden Knien erhob sie sich und schaute sich suchend um.
Auf dem Tisch, auf dem ihr Mösensekret glänzte, erblickte Lydia die zweite, rötliche Spritze. Panisch griff sie danach und ließ sich wieder neben John nieder.
„Wehe du stirbst mir weg… wehe“, mit zitternden Fingern setzte sie die Nadel an und verabreichte dem Mann den zweiten Wirkstoff.
Kaum hatte sie die Spritze verbraucht, schlug John die Augen auf.
Sie glühten rot.
Lydias Herz setzte aus und sie wich erschrocken von ihrem Geliebten zurück.
„John… geht’s dir gut?“
Der Mann erhob sich langsam und blickte an sich herab, schließlich zog er seinen Kittel aus. Lydia stockte der Atem, als sie den Oberkörper des Mannes sah: Er war überzogen von Muskelsträngen.
„Oh mein Gott, John. Wie fühlst du dich?“
„Seltsam… irgendwie… anders“, raunte seine Stimme, die einen tieferen Klang angenommen hatte, und er blickte fasziniert auf seinen veränderten Körper.
Zögerlich trat Lydia vor und streckte eine Hand nach ihrem Geliebten aus. Sie berührte die Muskeln und erschauderte vor Lust.
„Oh…du starker…“, sie rückte noch näher und ihre andere Hand drückte den Schwanz von John, „hui… großer…. “
Johns Lippen verzogen sich zu einem Grinsen und er packte Lydia mit seinen Händen und hob die Frau mühelos hoch.
„Uff… John!“
„Mhm… anders… aber anders gut“, befand John und setzte Lydia vor sich ab.
Die Frau beruhigte sich und schlug dem Mann kurzerhand mit der flachen Handseite ins Gesicht. Es klatschte.
„Tu so etwas nie wieder, verstanden? Was glaubst du, was für eine Angst ich um dich hatte?!“ fauchte Lydia empört und entledigte sich ihres Kittels, während es in Johns roten Augen wütend aufflackerte und er seine Hände zu Fäusten ballte.
„Und jetzt wirst du mich erstmal zu Ende ficken“, befahl Lydia, ging auf alle Vieren und streckte John ihren Arsch hin.
Die rasierte Fotze der Frau glänzte noch immer feucht und einladend. Der Duft von Lydia stieg in Johns Nase, verdrängte die lodernde Wut und das Leuchten in seinen Augen ermattete. John konnte gar nicht anders, als seinem Instinkt zu gehorchen und dem Lockruf Lydias zu folgen. Seine mordlüsternen Gedanken, wuterfüllten Gefühle und sein grausamer Wille waren fort, er wollte nur noch eines: Lydia ficken. So kniete sich John hinter das Weib und versenkte seinen harten Schwanz in ihrem warmen, nassen Loch.
Schon bei den ersten Stößen schrie Lydia auf.
„Oh mein Gott! John, du alter Ficker… ja mach’s mir… härter!“
****
Beide versanken in ihrem Liebesspiel und bemerkten die junge Nachtwache nicht, die gerade ihre Runde drehte und wie angewurzelt im Flur, vor der Küchentür, stehen blieb, als er das Stöhnen vernahm. Das gerötete Gesicht des jungen Wächters erschien im Fenster und er beobachtete das Paar, wie es rumbumste.
Einen Augenblick verfolgte der Mann das wilde Treiben, da vernahm er ein leises Winseln und so wandte er den Blick schweren Herzens von der geilen Show ab. Er folgte dem Gejammer des Tieres und betrat einen Raum, in dem der Käfig stand. Wie erstarrt blieb der Wächter in der Tür stehen und starrte auf den Inhalt des Käfigs, in dem er nicht wie erwartet einen Hund erblickte, sondern etwas anderes… monströses.
Das Vieh lag auf dem Boden und tentakelartige Arme wuchsen aus seinem Nacken. Sie wanden und schlängelten sich auf dem Boden und reckten sich neugierig in die Luft. Die Enden der Tentakel waren aus spitzen Knochen, die aus dem Fleisch des Hundes herauswuchsen. Würgend wandte sich der junge Mann ab und erbrach sie in einen Mülleimer, der neben der Tür stand. Mehrmals zog sich sein Magen zusammen, ehe er wieder vorsichtig auf den mutierenden Hund schaute.
Seine Augen wurden groß, als er sah, wie zwei kleine Stummeln von innen gegen die Bauchdecke des Hundes stießen und dann platzte der Bauch an den Stellen regelrecht auf. Zwei Fleischdinge krochen zwischen Blut und Haut langsam hervor. Voller entsetzen blickte der Wächter auf das Horrorszenario, doch so ekelig es war, er konnte den Blick nicht abwenden. Die Fleischstümpfe wuchsen und veränderten die Form, bis sie schließlich die Länge und das Aussehen der anderen Beine des Köters angenommen hatte.
Plötzlich war es vorbei. Der Hund lag auf dem Boden und rührte sich nicht. Langsam trat der Wächter in den Raum hinein und umrundete vorsichtig den Käfig. Das Vieh bewegte sich immer noch nicht, es lag dort wie tot.
Tatsächlich, der Hund hatte nun sechs, anstatt vier Beine! Vollkommen baff näherte sich der Wachmann der Tür zum Käfig.
Im gleichen Moment bewegte sich der Hund. Er kam mit einer blitzschnellen Bewegung auf die Füße und die Tentakeln zuckten in die Richtung des Wächters.
Mit einem Aufschrei auf den Lippen taumelte der Mann zurück, stolperte und landete hart auf seinem Hinterteil. Seine zitternde Hand fuhr zu seinem Gürtel.
Die Bestie drehte sich elegant zu dem am Boden kauernden Mann um und funkelte ihn mit blutroten Augen an, dann stürmte sie vor, als befänden sich keine mehrere Zoll dicke Eisenstäbe zwischen ihnen.
****
Lydia hatte ihren Oberkörper auf den Boden des Raumes gelegt, damit John sie besser von hinten ficken konnte.
Laut stöhnend lag sie dort mit geschlossenen Augen und ließ es sich so richtig machen.
Morrison jedoch litt ganz andere Seelenqualen. Der Schmerz war plötzlich wieder da, nicht so stark wie am Anfang, jedoch ein beständiges Schmerzen. Um die Schmerzen zu verdrängen fickte er Lydia noch stärker, noch härter, sodass die Frau immer mehr aufschrie und man nicht mehr zwischen Wollust und Schmerz unterscheiden konnte. Tränen rannen unter den geschlossenen Lidern der Frau hervor, doch sie erhob keinen Einspruch.
Der Schmerz nahm zu und etwas begann sich in Johns Körper zu bewegen, etwas in ihm drinnen!
Mit einem Aufschrei wurde Dr. John Morrison nach vorne geworfen und dabei entlud sich sein Schwanz in Lydia. Die Eichel spuckte die Samen gegen den Muttermund der Frau, die entsetzt die Augen aufriss.
„Nicht in mich spritzen! John! NICHT!“
Doch es war zu spät und John hörte sie gar nicht mehr.
Er krümmte sich unter Schmerzen noch weiter zusammen und rollte sich von Lydias Rücken, die entsetzt auf dem Boden lag und spürte, wie das Sperma des Mannes aus ihrer Fotze floss.
Ein Schrei von John ließ den Kopf der Frau zu ihm rucken. Der Wissenschaftler lag auf dem Boden und warf sich von einer Seite auf die andere, während sein Körper geschüttelt wurde. Schaum trat dem Mann vor den Mund und dann…
Lydia kreischte und robbte panisch von Morrison fort.
… durchstieß die Wirbelsäule des Mannes die Rückenhaut und John zerkratzte sich mit seinen Fingernägeln das Gesicht.
Seine Schreie hallten bis auf den Flur der Forschungsstation.
Mit einem lauten Knall krachte die Tür zum Flur gegen die Zimmerwand. Der Wächter betrat den Raum mit zwei schnellen Schritten. Beide Hände waren um den Griff einer Pistole gelegt und er ging langsam auf die beiden Wissenschaftler am Boden zu.
Mit jedem Schritt hallt ein lauter Schuss durch den Raum. Als das Magazin leer war stand der junge Wächter vor der weinenden Lydia und schaute auf das blutende Etwas herab, das einst Dr. John Morrison gewesen war. Ohne den Blick von John abzuwenden löste der Wächter langsam eine Hand von der Pistole und ließ sie sinken. Sie fuhr zu seinem Gürtel und löste etwas von ihm. Wie in Trance fuhr die Hand zurück. Das leere Magazin fiel zu Boden, wo es in dem Blutsee zu des Wächters Füßen liegen blieb.
Der Wächter lud seine Waffe nach und jagte das nächste Magazin in den Körper von Morrison.
Lydia schrie auf und zerrte an der Hose des Wächters.
„Hör auf… bitte… hör auf!“
Aber der Wächter stoppe nicht. Erst als das dritte und seine letztes Magazin leer geschossen war ließ der Mann die Waffe fallen und wandte den Blick von dem Monster ab, welches einst der berühmteste Wissenschaftler von Amerika gewesen war.
Lydia wimmerte, den Kopf auf einen Arm gelegt und den von Tränen verschwommen Blick auf den blutenden Fleischberg ihres toten Geliebten gerichtet. Da packten sie die Hände des Wächters und er hob sie hoch. Langsam ging er mit der weinenden Frau im Arm aus dem Zimmer und schritt den Flur hinab.
18. Grüne Zone; A1 -30 / Militärgelände im Jahre 3044 n. Chr. 24 November 06 . 054 Uhr.
Demon hielt kurz im Erzählen inne. Er hatte seinen Blick die ganze Zeit nicht einmal vom Fenster abgewandt, durch das mittlerweile das Sonnenlicht des neuen Tages fiel. Leila war es bisher nicht aufgefallen, sie hatte alles um sich herum vergessen und hing an den sich nun wieder bewegenden Lippen von Henderson.
„Und damit hatte der Mensch die gefährlichste aller Tötungsmethoden erfunden.
Der Tod von Dr.
Morrison wurde von der Regierung jedoch vertuscht und das ganze Labor in brand gesteckt. Kein einziges Wort drang an die Öffentlichkeit. Die Forschung nach dem Supersoldaten wurde eingestellt, aber es war bereits zu spät.
Zwei Monate später erschien ein kleiner Artikel in der Tageszeitung. Gerade mal drei Zeilen standen dort. Im Nachhinein war es die erste öffentliche Botschaft vom Untergang der Menschheit.
>> Jack The Ripper wieder unter den Lebenden? << fragte die Überschrift, dann der Text:
>> Washington D.
C.. Vor zwei Tagen wurde die Leiche der Wissenschaftlerin Dr. Lydia Fetherston in einer Seitenstraße gefunden. Ihr Unterkörper war auf das grausamste verstümmelt. Dem Obduktionsbericht zufolge war die Frau schwanger, von dem Embryo fehlte jedoch jede Spur. <<
Es war die Geburtsstunde des dritten Dämons und des mächtigsten heute noch lebendem zugleich. Der direkte Erbe von Morrison.
Einen Monate später erschien der nächste Zeitungsartikel und er klang genauso wie der erste, nur das es diesmal eine Frau in New York getroffen hatte.
In den nächsten Wochen häuften sich die Verbrechen an Frauen in New York so drastisch, dass die Tageszeitung sogar eine ganze Seite für die Nachricht opferte. Und dies zu dem Zeitpunkt, in dem Asien gerade die Stellungen von Amkerika in Europa dem Erdboden gleichmachte und der Präsident von Amerika kurz vor dem Entschluss stand nukleare Waffen einzusetzen.
Am 20 . Oktober wurde New York von einer Heerschar von Dämonen heimgesucht. Niemand, der nicht augenblicklich die Stadt verlassen konnte, überlebte.
Und damit schufen sich die Blutserbendämonen, die wir heute nur noch als Overlords kennen, ihre erste Armee. Sie formten aus den Leichen von Menschen und Tieren ihre Soldaten, ihre Dämonensklaven, die ihren Willen bedingungslos gehorchen.
Eine Stadt fiel nach der anderen, ein Land von Amerika nach dem anderen.
Der Präsident befahl den Abschuss einer nuklearen Waffe auf Atlanta, als dort die Dämonen wüteten. Aus den Ruinen der Stadt erhoben sich die furchtbarsten, monströsesten Bestien, die man bis dahin gesehen hatte und schnell wurden die restlichen nuklearen Bomber zurückgerufen.
Die Asiaten, zuerst hoch erfreut über den neuen Feind der Amerikaner, kamen jedoch langsam ins Grübeln und nicht zu unrecht. Einen Monat nach dem Angriff der Dämonen auf New York wurde ein unbekanntes Tier nahe Pekings entdeckt. Eine Wochen später die erste Frauenleiche. Drei Wochen später gab es Peking nicht mehr. “
Stille entstand im Innenraum des Helikopters, als Demons Stimme verklang.
Leila starrte den Mann unentwegt an und fragte dann zaghaft:
„Du hast von… von drei Ereignissen gesprochen, ich habe nur zwei gezählt.
“
Wieder antwortet Demon ohne den Blick vom Fenster abzuwenden.
„Du hast recht, gut aufgepasst. Das dritte Ereignis rettete die Menschheit vor der vollkommenen Vernichtung. Zwei Jahre nach dem Tod von Lydia lebten nur noch 10 % der Bevölkerung der Erde. Sie versteckten sich in Bunkern oder in den Ruinen der Städte, während hunderttausende Dämonen um sie herum irrten, auf der suche nach Fleisch. Und sie machten keinen Unterschied ob Tier oder Mensch.
In nur zwei Jahren wurden die Mehrzahl der Spezien dieser Welt ausgelöscht – der Menschen, einem Bakterium gleich, überlebte und natürlich seine Verwandten: Die Dämonen.
Schließlich, im Jahre 2044, erfand ein russischer Wissenschaftler den ersten Schutzschild, mit dessen Hilfe die Menschen vor den Dämonen Schutz suchen konnten. Es wurden wieder Städte errichtet und das Land in Zonen eingeteilt, welche die Dämonenbedrohung widerspiegeln sollten.
Und die Dämonen schafften es wirklich nicht durch die Schilde zu dringen.
Hundert Jahre vergingen, die Menschen vermehrten sich wieder und bald traten die ersten Kampftruppen durch die Schilde und begannen den Kampf, die Rache, gegen die Dämonen. Seitdem Kämpfen wir um diesen Planeten, doch die Dämonenscharen scheinen unerschöpflich. “
Leila dachte eine lange Zeit über das Erfahrene nach und ein Schauder durchfuhr sie.
„Also kämpfen die Menschen im Grunde nur wieder gegen…Menschen,auch wenn diese von Mutationen verunstaltet sind?“
Der Doc seufzte:
„So sieht es aus, wir waren und werden immer unser größter Feind sein.
Aber die Dämonen sind keine wirklichen Menschen mehr. Sie werden von Wut, Hass und Mordlust getrieben. Zwar sind sie unmenschlich stark und schnell und ihre Mutationen meist todbringendes Werkzeug, doch sie denken nicht nach – zumindest die einfachen Dämonen nicht, bei den Overlords bin ich mir nicht so sicher. Die Dämonen folgen nur ihren Instinkten, wie Tiere. “
Leila runzelte die Stirn und schaute nun doch aus dem Fenster. Die Sonne schien bereits strahlend hell und das weite Meer unter ihr funkelte im Sonnenlicht wie unzählige Saphire.
Versunken starrte die junge Frau auf das schöne Schauspiel, schließlich fragte sie:
„Und wieso heißen sie Dämonen?“
Hunt lachte kurz auf.
„Dämonen sind Unholde aus der Bibel, kennst du die Bibel?“
„Nein. “
„Das habe ich mir gedacht. Früher glaubten die Menschen noch an Gott und den Teufel. Also an das Gute und das Böse, an einen Himmel, das Paradies und die brennende Hölle.
Die Diener des Teufels waren die Dämonen, verunstaltete Bestien, die jagt auf Menschen machten. Die mutierten Menschen sahen den Abbildungen der Bibel und der Fantasy-Gestalten aus Filmen und Büchern so ähnlich, dass sich schnell dieser Name für den neuen Feind verbreitete. “
„Ach so“, murmelte Leila.
Plötzlich kam ihr ein Gedanke und verlegen blickte Leila wieder zu Demon, dessen Blick starr auf das Meer gerichtet war, als weile er mit den Gedanken tief in seinen Erinnerungen.
„Demon?“
„Hm?“
„Woher weißt du so gut bescheid? Ich meine… über den Vorfall mit dem… mit John und Lydia? Ich dachte die Regierung hat es so gut vertuscht?“
Demon lachte auf. Es war das erste Mal, dass Leila den Mann lachen sah und das Geräusch brannte sich in ihr Herz. Demon wandte den Blick vom Fenster ab und schaute der jungen Frau direkt in die Augen.
Eine Mischung aus Erstaunen und Belustigung huschte über sein schönes Gesicht und Leila glaubte zu sehen, wie es in seine nachtschwarzen Pupillen schwach rötlich aufblitze. Aber vielleicht war dies auch nur Einbildung oder ein verirrter Sonnenstrahl, der sich in seinen Augen spiegelte – vielleicht.
„Du bist eine sehr… aufmerksame Zuhörerin“, murmelte er plötzlich verstimmt und wandte den Blick wieder ab.
Leila wartet einen Moment.
„Das… beantwortet die Frage aber nicht…“, nuschelte sie verlegen, sie fürchtete wieder seine feinseligen Blicke zu ernten, wenn sie ihn nervte.
Demon knurrte leise und Leilas Herz zog sich zusammen.
Nein… hass mich nicht… bitte… aber…
Die junge Frau sah, wie sich Leo und der Doc kurz belustigte und erstaunte Blicke zuwarfen.
„Wir erreichen in fünf Minuten das Zielgebiet“, erklang die Stimme des Piloten durch einen Lautsprecher.
Leila biss sich auf die Lippen, sobald sie gelandet sind, würde sie es niemals erfahren.
…aber ich muss es wissen… ich muss…
Leila suchte Tommys Hand und umfasste sie, dann nahm die junge Frau ihren ganzen Mut zusammen.
„Demon?“
Ihre Stimme war nicht mehr als ein Piepsen und insgeheim hoffte Leila, er habe sie nicht gehört. Doch der Kopf des Mannes drehte sich zu ihr und wieder blickten sich die beiden eine lange Zeit in die Augen, Leila konnte ihren Blick einfach nicht abwenden.
Demons Lippen öffneten sich und er sagte in einem Tonfall, in dem Verbitterung und Schmerz um die Vorherrschaft rangen:
„Ich war dabei, Leila. Ich… war der Wächter. “
-= Fortsetzung folgt =-.
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