Das Opfer
Veröffentlicht am 03.12.2024 in der Kategorie AllgemeinGeschätzte Lesezeit: 20 Minuten, 56 Sekunden
Ich machte Zivildienst in einer Einrichtung für schwer erziehbare Jugendliche und junge Erwachsene. Damit wollte ich dem Kriegsdienst entgehen, gleichzeitig aber etwas Gutes tun und anderen helfen. Gleich am ersten Tag wurde ich neugierig von einigen Jugendlichen beäugt, da ich im Sportanzug ankam und mit Gewichtbändern um Hand- und Fußgelenken ankam. Ich war in diesem Moment von denen wohl gleich für total bescheuert erklärt worden. Egal, jedenfalls gab man mir im Beisein anderer Betreuer, die teilweise ebenfalls Zivildienstleistende waren, eine Auswahl an „Patienten“, denen wir uns annehmen sollten.
Schnell waren alle Hefter der zu Betreuenden vergriffen und ich konnte nur das Letzte vom Tisch nehmen. Die Vermutung lag nahe, dass ich die Arschkarte gezogen und den übelsten Patienten bekommen hatte. Als ich die Mappe aufschlug, da wusste ich auch gleich warum.
Der Patient war eine sie. Ich las mir die Vorgeschichte aufmerksam und konzentriert durch. Unten waren dann noch weitere wichtige Daten genannt: Neigt zu Gewalttätigkeit, schreit häufig, weint, sagt oft die Unwahrheit und solche Sachen.
Als ich ihr Geburtsdatum sah, da wunderte ich mich, denn sie war eigentlich keine junge Erwachsene mehr. Ich rechnete kurz nach und kam dann auf ihr Alter. Sie war 28 Jahre alt.
Als ich die Gewichtsbänder abgemacht und in meinem zugewiesenem Spind eingeschlossen hatte, ging es los. Dem Text entnahm ich, wo das Zimmer 666 war und hoffte, dass diese bezeichnende Zahl keine Brandmarkung pro forma war, denn dann wäre ich völlig im Arsch der Hölle.
Zu meinem übertriebenen Respekt vor Frauen, die ich nur verbergen kann, wenn sie auf gewissen Abstand sind oder ich zumindest den direkten Augenkontakt vermeide, da musste ich ausgerechnet auf jemanden aufpassen, der die größte Aufmerksamkeit benötigte. Also besonders die konzentrierte Beobachtung über die Augen und nicht allein die Gespräche an sich.
Schließlich stand ich vor der Tür ihres Zimmers und ging dann hinein, nachdem mir ein Wächter aufgemacht hatte und hinter mir wieder absperrte.
Oh Gott, war diese Frau wirklich ein gewalttätiger Psychopath?
Egal. Das Zimmer war abgedunkelt und ich fühlte mich wie in einem Horrorfilm, der meine Haare langsam aufzurichten schien, was natürlich Einbildung war; aber eine Gänsehaut bildete sich dennoch auf der Haut. „Hallo, Frau Müller?“, fragte ich vorsichtig und wartete eine Reaktion ab. „Ich beginne ab heute den Zivildienst und heiße Jens. „
„Es ist mir scheiß egal, wie du heißt, Jens“, schrie sie mich von der Seite an, wo ich sie nicht vermutet hatte.
Ihre Stimme war kraftvoll, klang aber auch bedrückt und sehr verzweifelt … auf seltsame Art.
Ich schreckte zurück und drückte den Rücken an die Wand. „Jedenfalls haben Sie sich meinen Namen gemerkt“, sagte ich leise und führte sie leicht absurdum, da sie, wenn ihr der Name völlig egal wäre, mir einen x-beliebigen Begriff an den Kopf geworfen hätte. Oder sie war einfach zu faul und hatte den Namen einfach nur nachgeplappert.
Sie lachte leise. „Tu Schee“, sagte sie. „Wieso hast du denn so viel Angst?“
„Sie kennen doch sicherlich Ihre Akte. Das müsste als Antwort genügen, oder?“, erwiderte ich. „Überflüssige Antwort …“
„Sicher“, sagte sie und ging zum Fenster, dessen Vorhänge sie langsam beiseite zog. Sie hatte eines dieser langen Nachthemden an, die nach hinten hin offen waren … und so sah ich, als der Vorhang langsam verschwand und es heller wurde, ihren nackten Hintern.
Schnell drehte ich mich um.
„Gefällt dir was du siehst?“, fragte sie leise und drehte sich. Sie warf einen kleinen Hocker und er zersplitterte an der Tür, der mich heftig zusammenzucken ließ und meine Beine wurden schwach, so dass ich mich auf den Boden setzen mußte. Sie kam mir sehr nahe, hob ihr Nachthemd an und als ich das erkannte, schloß ich meine Augen. Sie stellte die Frage noch einmal: „Gefällt dir was du siehst?“ Sie sah vermutlich zu mir herab, denn plötzlich gab sie mir eine schmerzhafte Ohrfeige und dann hörte ich ihre tapsigen Schritte, die ihre nackten Füße hinterließen.
Meine Hand strich über die geschlagene Wange. „Sie sind eine schöne Frau …“
Ich hatte wieder die Augen geöffnet, aber ich sah zur Seite. so würde ich immerhin mitkriegen wie nah sie mir war und gegebenenfalls ausweichen können, wenn sie wieder handgreiflich würde. Sie drehte sich wieder zu mir um: „Oh, ein Milchbubi mit Vorsätzen? Ich sage dir eines, gib sie nicht auf. Aber bei mir ist es dafür zu spät.
„
Ich lachte und sagte dann ganz leise: „Milchbubi bei der alten Dame. „
Sie kam schnell auf mich zu und ich wandte meinen Blick zur anderen Seite ab, doch sah ich ihren Schatten größer immer werden. „Ich bin nicht alt! Pubertärender Junge. “ Sie gab mir erneut eine heftige Ohrfeige.
„Ich bin 18 und soll auf Jugendliche oder junge Erwachsene aufpassen, aber sie sind 28 Jahre alt.
Als junge Erwachsene würde ich das nicht einschätzen. „
Sie setzte sich neben mich und fragte sich ganz leise im Flüsterton: „Ich bin schon 28 ?“
Was haben sie nur mit ihr gemacht fragte ich mich und drehte meinen Kopf zu ihr. Sie hatte das Gefühl für die Zeit vergessen. Wurde sie hin und wieder mit betäubenden Medikamenten vollgestopft, damit sie ruhiggestellt wird?
Ihr Kopf hing immer mehr herunter und dann begann sie im Stillen zu weinen.
Eine Träne um die andere fielen auf ihr Nachthemd.
„Was ist los?“, fragte ich leise und reichte ihr meine linke Hand vorsichtig entgegen. „Du wirkst auf mich, als hättest du jegliches Gefühl für Zeit verloren. Was für Medikamente nimmst du?“ Sie sah mich bitterböse an. „Ich meine wofür? Wie fühlst du dich, wenn du sie nimmst?“
Die Gewitterwolken verzogen sich leicht und sie sah wieder mit gesenktem Kopf herunter ehe sie sagte: „Wenn ich die Medikamente nehme, dann fühle ich mich sehr müde und matt, daneben auch irgendwie willenlos.
„
„Müde und willenlos?“, fragte ich noch einmal wiederholend. „Bekommst du Besuch, wenn du die Medikamente genommen hast?“
„Seitdem ich die Medikamente seit paar Tagen nicht mehr genommen habe eigentlich nicht, aber davor hatte ich viel Besuche“, sagte sie. „Sie waren meist zu dritt und hatten mir die Augen verbunden, festgehalten und dann fühlte ich wie sich mancher auf mich legte. Sie … ich … sie haben …“ Sie weinte auf einmal hemmungslos und ich nahm sie plötzlich in den Arm.
Sie wehrte sich nicht, doch eine gewisse Anspannung in ihr sagte mir, dass sie etwas zu beschäftigen schien und sie noch nicht vollends Vertrauen zu mir gefaßt hatte – wie auch, nach nur wenigen Minuten?
„Nimm die Medikamente auf keinen Fall und wehre dich bei jedem der dich zu etwas zwingt was du nicht willst“, sagte ich. „Ich schreibe mir die Namen der Medikamente auf und frage mal außerhalb nach, wofür die eigentlich gut sind.
Sag mir, wenn ich dir noch irgendwie helfen kann, dann mache ich es. Ehrenwort. Lass nie wieder zu, dass sich jemand auf dich legt, es sei denn dass du das willst. „
Sie nickte nach dem letzten Satz leicht und verharrte so in meinen Armen bestimmt eine halbe Stunde. Dann fragte ich schließlich: „Hast du eigentlich auch eine andere Kleidung als dieses Nachthemd?“
Sie schüttelte leicht den Kopf: „Nein, nur vier andere, die diesem hier gleichen.
„
„Ich bringe dir morgen andere Kleidung mit, dann können wir vielleicht irgendwann mal spazieren gehen“, sagte ich leise.
„Irgendwann?“, fragte sie.
„Heute ist mein erster Tag und da habe ich keinerlei Vollmachten. Das Einzige was ich machen kann ist hinter verdeckter Hand zu fragen, ob ich mit dir einen Spaziergang machen könnte“, erklärte ich. „Aber selbst das ist schon gefährlich, weil dann bei manchen die Alarmglocken schrillen werden.
„
„Da magst du Recht haben“, sagte sie und löste sich langsam. Meine Arme lösten die Umarmung und sie stand auf. Ihr Hintern guckte auf mich hinab und ich glaubte den Ansatz ihres Geschlechts zu erkennen. Schnell drehte ich mich mit knallrotem Gesicht zur Seite. „Ich glaube, deine Zeit ist um für heute. Geh lieber, bevor die Anderen irgendwas daraus folgern und dich dann zu jemand anderem schicken. Schreibe nur Schlechtes über mich, sonst kommt noch jemand auf die Idee zu mir zu wollen.
Also außer dem Besuch, als ich die Medikamente noch genommen hatte. „
Ich stand jetzt auch auf und dann drehte sie sich noch einmal zu mir. Sie sah tief und eindringlich in meine Augen als ich ihr sagte: „Ich werde nur die brutalen Aspekte unseres Treffens erzählen. “ Sie nickte, aber jeglicher anfänglicher Hass war verflogen.
„Wie alt bin ich noch einmal?“, fragte sie und guckte zur Seite.
„Wir haben heute den 24 . April 2006 und dein Geburtsdatum ist der 27 . August 1977 „, sagte ich und sie umarmte mich zum Schluß noch einmal sehr sanft, weinte wieder mit fast lautlosem Wimmern. „Du bist nicht alt, du siehst sehr jung aus und bist eine schöne Frau. „
„Sag mir bitte jedes Mal, wenn du kommst wie alt ich bin, denn ich vergesse manche Dinge schnell“, sagte sie und ich legte meine Arme um sie.
Die Hände waren auf ihrer nackten Haut … die Linke knapp unterhalb der Schultern, während die Rechte im unteren Viertel der Wirbelsäule war … und ihrem Po ziemlich nahe. Als ich mir dessen bewußt werde, da zuckte ich kurz in meinen Armen und löste die Umarmung.
„Was ist?“, fragte sie. „Du darfst mich umarmen. „
„Mir ist nur so komisch, denn du bist ja fast nackt“, sagte ich und versuchte mich zu lösen, doch sie hielt mich immer noch fest.
Ich konnte deutlich ihre Brüste fühlen und die machten mich auch noch nervös, ja, fast rieb sie ihren Körper an meinem.
Langsam löste sie sich und sagte: „Mir würdest du nie weh tun, da bin ich mir ganz sicher. „
Ich lächelte kurz und drehte mich dann zur Tür. Bevor ich den Signalschalter betätigte sagte ich leise: „Eigentlich könnten wir wirklich tauschen, denn dumm bist du wirklich nicht.
“ Der Schalter wurde betätigt und sie drehte sich plötzlich. Sie drückte ihren Mund auf meine Lippen und sah mir während dessen in die Augen. Ein leichtes Flackern ging durch meinen Körper und diese Welle sah man vermutlich auch in den Augen. Mir wurde weich in den Knien, als es schließlich an der Tür raschelte und blitzschnell schritt sie zum Fenster wo sie hinaus sah. Ich hob schnell die Mappe auf und die Tür ging auf.
„Sind Sie fertig?“, fragte der grimmige Typ.
Sie schrie so laut sie kann: „Ja, er ist fertig mit mir!“ Ich hielt mir die Ohren zu. Sie drehte sich um und rennte auf die Tür zu. Schnell zog er mich heraus und schloss die Tür blitzschnell ab. Ein lautes Bollern ertönte an der Stahltür, nach der sie etwas Schweres geworfen hatte.
„Sie sehen ja ziemlich schlimm aus“, sagte er und zeigte auf meine geschwollenen Wangen.
„Ach das geht schon“, sagte ich leise und ging mit der Akte in der Hand in die Kantine. Ich schrieb mir die Namen der Medikamente ab, machte mir noch Notizen über vermerkte Gewaltausbrüche und andere Dinge. Die Finger meiner rechten Hand fuhren über die Lippen. Was war mit mir passiert? Sie hatte mich geschlagen, mich geküsst und jetzt war mir so furchtbar, je mehr ich darüber nachdachte. Ich aß ein Müsli, denn sonst gab es nur etwas für die „Aasfresser“ und einige guckten mich schon so seltsam an, als sie neben der großen Schüssel voll Müsli noch zwei Bananen und einen Apfel sahen.
Als ich mit dem Essen fertig war, warf ich einen Blick auf die Uhr … 18 . 28 . „Scheiße!“, sagte ich leise und räumte schnell meine Sachen weg. „Ich muss noch schnell zur Besprechung und den Bericht abgeben. “ Schnell kritzelte ich auf das Formular: Sie neigt zur Gewalttätigkeit und schreit häufig. Stimmung schwankt stark. Viel mehr fiel mir nicht ein in den 90 Sekunden und rannte in den letzten 30 Sekunden zum Besprechungsraum hin.
Leise, aber etwas außer Atem, betrat ich den Raum, wo schon alle angetreten waren und ihre Zettel von Beurteilungen abgegeben hatten. Ich ging zu dem Leiter und legte ihm meinen Zettel hin. Er sah sofort, dass ich nicht sonderlich „viel“ geschrieben hatte, aber sagte: „Es ist eine schwierige Patientin, nicht wahr?“
„Da stimme ich zu, aber ich gebe nicht so schnell auf“, sagte ich. „Noch nicht!“ Dann setzte auch ich mich an den Tisch.
Wir sprachen eine gute halbe Stunde und bei mir kamen sie zum Ergebnis, dass die Frau Müller bei mir nicht so aggressiv gewesen war. Wie sie darauf kamen fragte ich. Als Antwort bekam ich schlicht, dass ich nicht verletzt sei.
„Einer der letzten Wärter hatte eine tiefe Schnittwunde im Bauch und traute sich seitdem nicht mehr in dieses Zimmer“, sagte der Leiter der Anstalt.
Dann wird sie auch einen sehr guten Grund gehabt haben, dass sie so etwas getan hatte, dachte ich … nein, ich glaubte es ganz sicher zu wissen.
Ich vermutete, dass sie von ihrem Vater oder Stiefvater missbraucht wurde, dann hatte sie ihn mit Körperverletzung zumindest ähnlich schwer verletzt wie diesen Wärter, der ihr bis zu dessen Tat an die Wäsche gegangen war und sie vergewaltigt hatte. Krankes Haus, dachte ich, während wir uns alle voneinander verabschiedet hatten.
Ich hatte Feierabend, aber dachte immer noch nach, wie ich ihr helfen konnte. Als sie mich fragte „Gefällt dir was du siehst?“, da hatte es mich an etwas erinnert … an einen Film, aber ich kam nicht drauf und während ich darüber nachdachte, was es genau war, gurtete ich mir die Hand und Fußgewichte an.
Ich war gerade in Gedanken, da sagte jemand leise: „Oh, der schon wieder?“
Ich sah kurz auf mit konzentriertem Blick und fragte: „Was ist mit mir?“
Er drehte sich nur zu seinem Spind und schloß diesen dann ab. Bevor er rausging sagte er: „Sei vorsichtig, wenn du bei ihr bist. Sie ist gemeingefährlich! Tschüß!“ Dann ging die Tür zu.
Ich dachte leise nach: „Sie ist gemeingefährlich? Wieso ist sie gemein? Sie tat es vielleicht im Gefühl erneut verletzt zu werden und da hatte sie scheinbar auch allen Grund.
„
Ich nahm den Rucksack und ging jetzt in den wohlverdienten Feierabend.
Abends guckte ich noch im Internet nach, was diese Medikamente bewirkten und fand Schlimmes heraus. Sie bekam immer vier Sachen. Eines konnte ich selbst nach stundenlanger Recherche nicht herausfinden, doch die anderen drei wirkten im Coctail wie diese K. O. -Tropfen und machten sie praktisch wehrlos. Ich druckte es aus und fragte mich: „Was tun?“ Zuletzt schickte ich den Namen des vierten Medikaments per Suchumfrage in die Weiten des WWW und hoffte bald eine Antwort zu bekommen.
Ich ging gegen 22 Uhr schlafen, doch dachte ich noch lange nach und wachte am Morgen sehr verschlafen auf. „Aaaaaah“, gähnte ich und war so müde. Ein Blick auf die Uhr: „Man, ist das schon wieder so spät? Mist. „
Ich stand auf, war kurz unter der Dusche und zog mich schnell an. Die Gewichte schnell umgegurtet und dann ging ich mit dem Rucksack zu dieser „Klapse“, die auch für Verbrechen an Schutzbefohlenen missbraucht wurde.
Ich trödelte etwas und kam dann in den Raum, als schon alle weg waren, außer dem Leiter der noch gewartet hatte und mich böse ansah.
„Entschuldigen Sie, dass ich zu spät gekommen bin, aber ich habe letzte Nacht kaum schlafen können“, sagte ich leise und sah auf die Mappe hinab. Ja, es war tatsächlich wieder ihre und ich hob sie auf.
„Da haben Sie wohl wieder Pech gehabt oder die Anderen Glück“, sagte er und lächelte schon wieder leicht.
„Sie schaffen das schon, aber kommen Sie morgen bitte pünktlich, sonst muss ich Ihnen irgendwann einen Verweis geben!“
„Ja, ich werde pünktlich sein, Ehrenwort“, sagte ich und machte mich auf den Weg in die Hölle … den Raum 666 . Den langen Gängen entlang betrachtete ich die teils gemalten Bilder an den Wänden und schließlich stand ich wieder am Tor zur Hölle. Nein, es war nicht die Hölle, naja, zumindest nicht für mich … doch für sie war es eben wie der Käfig, ein Knast, aus dem sie, bei diesen Typen, die sie missbraucht hatten und wohl auch weiter missbrauchen wollen, wohl für lange Zeit nicht herauskommen würde … vermutlich.
Der Wächter machte die Tür auf und ich ging hinein. Sie stand am Fenster und sah nach draußen, als sie sagte: „Hallo Jens. Ein schöner Tag heute, nicht wahr?“
„Kann sein, aber ich hatte nicht die Zeit es zu bemerken … ich habe schlecht geschlafen und bin zu spät gekommen“, sagte ich und guckte zur Seite, denn ihr nackter Hintern war mir zugewandt.
Sie drehte sich um: „Zu spät?“ Sie lachte leise, wohl weil ich nicht zu ihr guckte und kam auf mich zu.
„Hey Kleiner, du kannst wieder gucken. Hast du eigentlich Kleidung …“
„Scheiße“, unterbrach ich sie. „Ich hab´s vergessen. Tut mir leid. „
„Hm … schade. “ sagte sie. „Ich dachte ich kann dir vertrauen. „
„Ich …“, flüsterte ich betroffen und sah in meinem Rucksack, den ich dieses Mal mit reingenommen hatte und kramte darin. Nur ein T-Shirt zum Wechseln. „Mist … ich kann dir nur ein übergroßes T-Shirt geben und mein Slip, den ich jetzt trage, aber …“
Sie kam näher.
„Bring mir morgen einen Slip mit. Das T-Shirt wird erst einmal reichen“, sagte sie. Ich sah in den Rucksack und griff dieses T-Shirt heraus, aber da ließ sie ihre Hüllen, was ja nur ihr „Nachthemd“ war, fallen … sie stand dieses Mal ganz nackt vor mir, und sie genoss wohl meinen nervöswirkenden Blick, der sich dann schnell zur Decke richtete.
„Hier“, sagte ich und hoffte sie würde es sich gleich überwerfen, doch lachte sie leise.
„Bin ich so hässlich?“, fragte sie leise und kam mir verdächtig nahe, umarmte mich, während eine Hand mir den Kopf etwas zu ihr herunterneigen ließ. Ich kniff die Augen zu, immer noch das T-Shirt in der Hand, was für sie nicht so wichtig schien und sie küsste mich ganz einfach so. Mein verkniffener Gesichtsausdruck verschwand langsam und ich fragte, als ich mich kurz von ihren Lippen lösen konnte: „Was machst du mit mir?“
„Therapieren!“, flüstert sie leise und musste dann fast lachen.
Sie riss mir das T-Shirt aus der Hand und ging zum Bett, auf das sie sich setzte. Etwas breitbeinig saß sie vor mir, und wieder einmal fragte sie: „Gefällt dir was du siehst?“ Sie ließ sich etwas Zeit mit dem T-Shirt, also es sich überzustreifen.
Ich sah wieder ausweichend in eine ganz andere Richtung als in ihre und sagte nicht, dass es mir gefiel, sondern nur: „Du bist eine schöne Frau, aber mit tiefen Narben in der Seele und ich glaube, du willst mit mir spielen, um dann zu beweisen, dass du doch stark geworden bist … obwohl es dich vermutlich innerlich zerreißt.
„
Sie war ganz still auf einmal, und es war, als stände die Zeit still hier im Raum. Ich drehte mich zu ihr um, doch sie schien gar nicht mehr zu reagieren, sondern guckte starr an die ihr gegenüberliegende Wand. Langsam liefen ihr Tränen aus den Augen, langsam drückte sie diese mit einem langsamen Blinzler ganz heraus, starrte aber weiter an die Wand. Ich kam ihr näher und setzte mich neben sie.
„Wie ist eigentlich dein Name?“, fragte ich recht leise.
Sie wandte ihren Kopf zu mir um, aber ich war mir sicher, dass sie mit den Tränen allenfalls die Farben wahrnahm aber keine klaren Linien, um mich visuell erkennen zu können. „Alex“, sagte sie und legte sich langsam mit dem Rücken ins Bett, während sie sich mir zugewandte und ihr rechtes Bein anwinkelte, anhob und hinter mir wieder hinlegte. Es war so als sei sie gerade von einer depressiven Phase gefangen und wie betäubt, denn sie sagte weiter nichts und schloß ihre Augen, welche den Rest der Tränen rausdrückten.
Ihr linkes Bein legte sie auf meine Oberschenkel und als sie dies tat betrachtete ich kurz dieses Bein, aber dann fiel mir auf, dass ihr Geschlecht unbedeckt war … wohl seit dem Moment als sie das rechte Bein angewinkelt und angehoben hatte. Meine Hand ging langsam und lautlos zu der unteren Kante des T-Shirts, die ich zwischen Zeigefinger und Daumen nahm und langsam vorsichtig herunterzog. Der Stoff zog sich dabei auch über ihre leicht gepreizten Oberschenkel, was sie merken müsste.
Plötzlich riß sie die Augen auf, wohl um zu sehen was ich machte, doch dann verschwand der grimmige Ausdruck schnell und wirkte jetzt nachdenklicher. Ich wich diesem Blick aus, denn es schien, als würde sie mich wieder analysieren – ich sah auf die Uhr. Zwei Stunden noch und ich hatte keine Ahnung was ich hier noch machen sollte.
Dann fragte ich aus dem Bauch heraus: „Willst du etwas wissen? Irgendwas.
“ Ich sah wieder in ihre Augen und sie grinste.
„Egal was?“, fragte sie und zweifelte wohl irgendwie, dass sie eine angemessene Frage stellen würde. Doch dann stellte sie diese Frage doch: „Hast du einer Frau schon mal die Muschi geleckt?“
Ich sah zur Tür und wollte nur noch weg, denn ihre Frage machte mir etwas Angst. „Was ich mich jetzt frage ist, warum du mir diese Frage gestellt hast.
Mein erster Gedanke ist, dass du sie gestellt hast, damit du mir gegenüber Stärke demonstrierst und zeigen willst, dass dir die schlimmen Schatten der Vergangenheit nichts anhaben konnten, aber das glaube ich nicht so recht, sonst hättest du vorhin keine Tränen gezeigt. Oder es war wirklich ein Versuch mich anzubaggern und aus der Reserve zu locken. „
„Vermutlich hast du sogar mit beiden gar nicht einmal so Unrecht“, flüsterte sie und rückte mir hinter den Rücken, während sich ihre Beine um mich legten und die nackten Füße zwischen meinen Knien zum Stillstand kamen.
Ihre Arme schlangen sich um mich und die Hände streichelten meinen Oberkörper, während sie ihren Kopf seitlich auf meinen Rücken legte.
„Du sagtest vermutlich? Wieso, warum vermutlich?“, fragte ich.
„Glaubst du, dass jede Antwort immer so einfach oder vielmehr eindeutig ist?“, fragte Alex. „Alles spielt irgendwie zusammen und du bist der erste, der sich mir nicht aufdrängt und scheinbar nur helfen will, aber versucht meiner Verführung zu widerstehen.
Jeder andere hätte mich schon längst flachgelegt, wenn ich es denn zugelassen hätte. „
„Dann war alles nur ein Test den du mir gestellt hattest?“, fragte ich leise, und dann legte sie ihren Kopf auf meine linke Schulter legte und schmiegte sich an mein Ohr … es kitzelte bei dieser Berührung.
„Weiß nicht, beides denke ich … denn ich hab dich sehr gern“, sagte sie leise und ein Fuß legte sich mit dessen Unterseite in meinen Schritt, versuchte sie nach meinem Glied zu tasten … oder es zu stimulieren?
Ich drückte mit der rechten Hand dagegen.
„Bitte mach das nicht“, sagte ich, aber allein jetzt im Gedanken daran was sie vermutlich vorhatte wuchs er schon … ein Kribbeln kündigte sich an.
„Zeig mal deine Uhr“, sagte sie und zog meine Hand so zu sich hin, dass sie einen Blick darauf werfen konnte. „Du hast noch gut eine Stunde, wenn es mich nicht täuscht, oder?“
„Ja, stimmt“, sagte ich. „Aber du hast jetzt doch nicht das vor, was ich fast vermute?“
„Nein, natürlich nicht“, sagte sie.
„Weißt du, ich hatte noch nie einen Freund und du bist so wie ich ihn mir gewünscht hätte. „
„Hör bitte auf. Du machst mich verlegen“, sagte ich und zitterte leicht, was sie ganz bestimmt merkte. „Ich …“ mir fiel nichts ein was ich sagen konnte, ja, jetzt fehlten mir die Worte für eine ablehnende Erwiderung.
„Du musst nichts sagen und auch nichts tun was du nicht willst“, flüsterte sie leise.
„Wenn du möchtest gehe einfach, sage nur, dass du es willst oder tu es ohne ein Wort. „
Ich sagte nichts. Es machte mich dermaßen nervös, dass das Zittern nur noch stärker wurde … und eigentlich wollte etwas in mir ihre Berührung entspannt und im vollem Bewußtsein aller Sinne erfahren, doch jetzt blieb nur … ja was blieb mir? Nichts? Stillstand. Ein Hängen in der Luft.
Plötzlich zog Alex sich eng an mich und drängte mich auf die Seite, strich mit der einen Hand vorsichtig, während die andere mich und ihre Beine fast fixierte.
„Beruhige dich. Es ist doch nichts Schlimmes mit einer Frau im Bett zu liegen, die dich gern hat und die du auch magst. “ Dann zog sie die Decke über unser beider Körper und wir lagen einfach nur da. Sie lag an meinem Rücken gelehnt, ihre Arme und Beine wollten mich nicht gehen lassen … hatte ich das Gefühl.
Meine Gedanken kreisten wie wild, doch die kommende Wärme verursachte eine Trägheit und das Zittern verschwand langsam in den Hintergrund.
Schließlich wurde ich innerlich wieder ruhiger, dass ich wieder zu Worten fand: „Die Medikamente die du genommen hattest … ich habe im Internet geforscht und …“ Sie legte mir einen Finger auf die Lippen.
„Lass uns die Ruhe genießen, bis du wieder gehen musst“, flüsterte sie und fuhr mit ihren Lippen unter meinem Ohrläppchen entlang. Es fühlte sich schön an und mein Kopf wandte sich genußverzehrt unter dieser Berührung.
Wir lagen eng umschlungen und das eine volle Stunde, ohne dass der eine vom anderen Sex verlangte … obwohl wir ihn wohl beide wollten, da war ich mir sicher. Sie kuschelte sich an mich. Es schien als würden wir ein Körper werden und sie streichelte meinen Körper … diese süße Wärme, dieses kribbelnde Gefühl von wachsender Ungeduld … es machte mir Angst, gleichzeitig aber freute ich mich auf die sich langsam aufbauende und immer mehr ankündigende Explosion … an dem es schließlich eskalieren würde.
Ja, mein Atem wurde schwerer und mein Kopf wurde schwach, lehnte sich weiter nach hinten in den Nacken … näher an sie.
Dann, ich wollte einfach nur einschlafen in ihrer Umklammerung, da ertönte der Gong zum Feierabend und ich riss meine Augen weit auf. Das Gefühl von Frustration machte sich in meinen Gedanken breit, doch was wäre wenn ich hier bleiben würde? …? Keine Ahnung, ich würde vermutlich meine Zivildienststelle verlieren und nicht nur das … auch Alex wäre Vergangenheit, da sie hier eingesperrt war und keinen Besuch empfangen durfte laut einer vermerkten Anordnung.
Oder wenn, dann nur unter Bewachung.
Ich stand also langsam auf und Alex löste ihre Umklammerung, wobei sie wieder hinter mich rückte und ihren Kopf auf meine Schulter legte. „War das so schlimm?“, fragte sie.
„Nein, unglaublich schön!“, flüsterte ich leise und lehnte meine Wange an ihre. Ihre rechte Hand schob sich unter meinem rechten Arm hindurch, legte sich an meine rechte Körperhälfte und drehte mich, während gleichzeitig ihre linke Hand meinen Kopf drehte und dann sah sie mich für einen Bruchteil einer Sekunde an.
Dann schloß sie ihre Augen und kam mit ihren Lippen immer näher, legte ihren Kopf auf die Seite und küsste mich. Ich fühlte mich so leicht und glaubte zu schweben. Kraftlos ließ ich mich in Rückenlage drängen und wie vom Magneten angezogen tasteten sich meine Hände an ihre Oberschenkel, über die sie sanft streichelten. Wie in Trance gezogen, vom Wohlgefühl der Wärme und dem Gefühl von Geborgenheit, ließ ich es einfach mit mir machen.
Sie war nicht direkt aufdringlich, nicht in sexueller Hinsicht … so schien es jedenfalls. Sie küsste mich einfach nur, ohne den Sex zu verlangen. Die Decke lag neben uns und mit ihr verschwand langsam diese wohlige Wärme. Noch immer war ich in dem Bann und streichelte langsam kreisend an ihrer Haut höher.
Meine Hände lagen knapp über dem Becken direkt an ihrer Haut, als ich aus dem himmlischen Zustand gerissen wurde.
Nicht durch den Lärm oder andere Extreme, einzig allein die mangelnde Wärme schien der Grund zu sein. Ich machte die Augen auf und verkrampfte irgendwie, merklich für sie, denn sie hatte auch ihre Augen geöffnet und sah mir in die Augen ohne etwas zu sagen.
Sie schien zu verstehen was passiert war und richtete sich auf allen Vieren stehend über mir sitzend, wobei ihr Rücken stark abfiel. Meine Hände waren immer noch an ihrer Haut über dem Becken und mit ihnen war auch das T-Shirt etwas nach oben geschoben, so dass ihre Muschi mit den gebeugten Beinen links und rechts neben mir positioniert gut sichtbar war.
Ich sah über diesen Punkt, um danach wieder in ihre Augen zu sehen, aber schon wanderte er schon wieder dorthin. Sie lachte leise, beugte sich weit über mich und gab mir noch einen recht langen Kuss, welcher für heute der Abschiedskuss werden sollte.
Schließlich richtete sie sich auf und legte sich auf den Rücken, wobei ihre Beine gespreizt waren und sie ihre magisch anziehende Zone präsentierte. „Du solltest jetzt wirklich langsam gehen“, sagte sie und ich richtete mich auf, setzte mich aufrecht an die Bettkante, aber nicht ohne den Blick zwischen ihre Beine.
Ihre Muschi war etwas geöffnet und etwas tief in mir verlangte danach sie zu lecken … oder gar mehr.
„Die Frage, die ich dir vorhin stellte“, begann sie und zeigte mit einen Finger zwischen ihre Beine. „Diese Frage sollte nicht nur als Frage gelten, sondern dir auch etwas anderes sagen. „
Ich guckte verwirrt und neigte meinen Kopf leicht zur Seite.
„Die Frage sollte auch gleichzeitig den Wunsch ausdrücken, dass ich dort einmal sehr gerne geleckt werden würde“, flüsterte sie leise und beinahe geheimnisvoll.
Ich glaubte rot zu werden und obwohl ich es auch irgendwie wollte, so war die Scham es zu tun doch größer, denn ich unterließ es an diesem Tage und sie bemerkte meine Unbehaglichkeit, meine Nervosität, denn sie kam an mich heran und umarmte mich ein letztes Mal. „Du musst es ja nicht tun, nicht heute und niemals, aber es würde mich sehr freuen und glücklich machen“, sagte sie. Für zwei Minuten blieben wir still und dann flüsterte sie.
„Du solltest jetzt gehen. “ Ein kurzer Abschiedskuss auf die Wange und dann schob sie mich zur Tür.
Ich betätigte den Signalschalter und wenig später kam die Wache, um die Tür zu öffnen. Wenig später ging ich nach Hause. Alle bis auf den Wachdienst waren schon aus dem Gebäude wie es schien, denn ich traf niemanden … außer den Pförtner vielleicht. So endete also mein Tag. Ich musste eigentlich einen Bericht schreiben über den heutigen tag, aber meine Gedanken waren nur erfüllt von gigantischer Erotik und dem Wunsch sie zu berühren … mehr als es heute der Fall war.
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